Mein Blog liegt ein bisschen auf Eis, weil ich einfach keine Zeit hab. Aber das gestrige Ereignis muss ich festhalten:
Billy hat mich zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, um Hilfe gebeten *g*.
Es war Pediküre-Tag. Nach Billys Pediküre ließ ich ihn zurück in den Auslauf; die Kumpels waren auf der Weide, dorthin würde er natürlich gern gehen, er hatte es auch recht eilig ;-) . Zuerst noch ein kurzer Abstecher in den Kraftfutterautomaten.
Ich stand mit dem Pedikeur am Zaun und unterhielt mich noch, da kam Billy angedackelt. Ich war verwundert, das kenn ich ja so überhaupt nicht. Noch eine Verabschiedung? Also kurz gestreichelt, Billy trollte sich - eiligen Schrittes - wieder Richtung Weide. Mein Gedanke war eigentlich nur, dass er wohl noch vor dem weiten Weg dorthin ein Leckerli abstauben wollte.
Kurz darauf sah ich jedoch, wie Billy im Teil des Auslaufs auf der anderen Seite des Ruheraums weiterhin unruhig hin und her dackelte, tw. sogar galoppierte und überhaupt sich benahm, wie ich das so überhaupt nicht kenn. Er schnorchelte Geister an, hüpfte dann weg, machte sich auf halben Weg zur Weide, drehte um, galoppierte zurück. Langsam wurde klar, dass er sich offensichtlich nicht an einem pferdefressenden Gespenst vorbeitraute, das da oben im Baum lauerte - derselbe Baum, der uns auf dem Viereck hin und wieder zu schaffen macht. Und sein Weg zurück zu uns an den Zaun war tatsächlich eine Bitte um Hilfe gewesen: Mama, trau mich allein dort nicht!!
Ich ging also hin, ging außen am Zaun entlang, und Billy folgte mir sofort. Hin und wieder schreckte er zurück, ich blieb dann stehen und wartete einfach auf ihn, bis er sich mit seinem eigenen Annäherung-Rückzug-Tempo den nächsten Schritt zu machen traute. Dann waren wir am bösen Baum vorbei, und Billy in vollem Galopp auf dem Weg zu den Kumpels.
Es hat mich richtig gefreut, dass er mit mir dann mitgegangen ist, und dass er um Hilfe gebeten hat (auch wenn er im Grunde nur wollte, dass ich gefressen werde, nicht er *g*). Müsste ich das nächstes Mal halt nur auch noch schneller erkennen, dann könnte ich wohl noch mehr punkten ;-).
Was mit ihm los ist verstehe ich aber immer noch nicht. Sowas hab ich von ihm wirklich noch nie erlebt, dass ihn etwas derart schreckt, dass er sich nicht alleine vorbeitraut. Ich glaub ich muss einmal das Horsenality Chart neu ausfüllen. Er ist wirklich viel viel extrovertierter, viel gehfreudiger, bewegt sich wenn er sich fürchtet, statt die Welt auszublenden ... mit einem Wort, er benimmt sich endlich wie ein normales Pferd! Es freut mich, ist aber auch eine Herausforderung. An die Bomb-Proof-Ness und das Phlegma kann man sich durchaus sehr gewöhnen im Laufe der Jahre. ;-)
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