you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 5. Januar 2014

Bosal Workshop mit Kurt Murauer

Gegen Ende November ging es los mit zählen: noch 38x schlafen, noch 37x schlafen, noch ... Am 23. Dezember begann der Feiertagscountdown: noch 13x schlafen!! Moment... 13x?
Jaaa, weil Weihnachten war gestern - heute war endlich endlich unser Bosal-Workshop bei Kurt Murauer in OÖ!

Eine Handvoll (wörtlich) Hackamore- und Altkalifornien-Enthusiasten machte sich in aller Herrgottsfrühe im Dunkeln von Wien und Umgebung auf nach Ried zu Jac's Stable. Wir wurden super herzlich mit Kaffee empfangen, und dann gings auch schon los:
Zuerst einmal stand Theorie auf dem Programm. Was bedeutet altkalifornisch überhaupt? Wir erfuhren Grundlegendes zur Reitweise und zur Bedienung Hackamore. Und dann gings auch schon los zur Praxis und ans Pferd. 4 Teilnehmer durften sich jeweils eine Stunde auf Kurts und Manuelas Hackamore-Pferden in das "neue Gerät" einfummeln.

Ich war gleich als allererste dran und durfte auf dem toll ausgebildeten Jac reiten. Anfangs gab es Infos zum Sitz, Handhaltung und Impulsgebung. Und dann sollten wir uns doch tatsächlich in Bewegung setzen auch noch! ;-) Der arme Jac! Wir kamen ein bisschen wie ein betrunkenes Pärchen daher, denn die Justierung der Gewichtshilfen ist bei Jac so fein, dass ich mich - verglichen mit "Bulldozer Billy" - auf einem Formel-1-Pferd wähnte. Jac versuchte verzweifelt mich zu verstehen und bot sein Können an: Du da oben, meinst du vielleicht einen Seitengang? Diesen? Nein? Diesen? Auch nicht? Aaaaah, einfach eine Volte, na sag das doch gleich, statt da oben herumzuturnen! ;-)

Die Lenkung erfolgt bei Kurts Pferden so gut wie ausschließlich über das Gewicht; dies soll immer in Bewegungsrichtung liegen. Wir übten das auf zunächst großen, dann auch immer enger (sehr eng!) werdenden Zirkeln. Für die Gewichtsverlagerung sollten wir den jeweils inneren Arm nach vorne-innen strecken. Die äußere Hand sollte unten am Sattel bleiben. Denn wichtig bei der Hackamore: Niemals an beiden Zügeln ziehen, und auch niemals rückwärts ziehen. Jac und ich begaben uns auf einen Achter, das klappte sogar halbwegs (nachdem ich mit Hilfe zweier Hütchen die Orientierung in der Halle wieder gewonnen hatte - so einfach ist das schließlich nicht!!). Kurt zeigte uns, wie sich Jac mit Impulsen an der Hackamore stellen ließ und schließlich - mit Innen- und Außenimpulsen in Kombination - dann auch im Genick nachgab. Denn die Zügelhilfen dienen im Altkalifornischen Westernreiten ausschließlich dazu, dem Pferd die Kopfposition zu signalisieren, die man möchte. Gelenkt wird, wie gesagt, rein mit Gewicht, ebenso angehalten oder rückwärts gegangen. Kurt demonstrierte das schön, indem er von mir und Jac einen Achter in Außenstellung verlangte - Gewicht in Bewegungsrichtung, aber Kopf mit Impulsen in Konterstellung positionieren. Das klappte sogar ganz gut :-)

In den nachfolgenden Stunden gab es dann noch Erklärungen zum Rückwärts, Anhalten, Schlangenlinien und somit jede Menge Input, was wir anfänglich mit unseren Pferden zu Hause üben können.

Zum Abschluss des Praxisteils zeigte uns Kurt, was der Woody so alles drauf hat, wenn man es abfragen kann ;-). Eine sehr schöne Darbietung.

Danach ging es zurück ins warme Stüberl und es folgte noch ein sehr ausführlicher Theorie-Block zur Ausrüstung selbst. Auswahl der Hackamore für die eigenen Bedürfnisse und die des Pferdes, Arten, Qualität, einiges zur Mecate, zur Anpassung, und auch zur Terminologie sowie Tips zum Einkauf.

Zum Abschluss sahen wir uns gemeinsam noch ein Kapitel aus Jean Claude Dyslis DVD an, ein schöner Ausklang.

Und nun heißt es ran ans Gerät! Mein Bosal ist formenderweise eingespannt und wartet auf die Billy-Nase. Fortsetzung folgt! :-)

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