you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Samstag, 11. Januar 2014

Tadaaa, unser erster Ritt mit Hackamore ist absolviert!

Billy ist recht zufrieden mit dem Ding auf der Nase, was sich vor allem darin zeigt, dass er auch am zweiten Tag des Wochenendes bereitwillig selbige hinhielt, als ich ihm das Bosal hingehalten habe. Da war ich erleichtert, ich habe nach dem allerersten Ritt am Samstag schon gefürchtet, dass er vielleicht davor flüchtet, wie vor dem Gebiss (nicht dass es einen Grund dafür gegeben hätte, aber bekanntermaßen braucht Billy ja nicht immer einen Grund, um irgendwas doof zu finden). Aber ganz im Gegenteil, ich hielt die Hackamore vor seine Nase, und Billy steckte sie freiwillig und zufrieden hinein.

Am Samstag bin ich großteils mit Knotenhalfter geritten; irgendwie habe ich das in den letzten Wochen und Monaten vernachlässigt. Wenn ich schon nur am Wochenende Zeit und Licht zum Reiten hatte, dann wollte ich halt auch immer unsere Übungen à la Kreinberg machen, wo die so schön klappen - aber halt mit Gebiss und zwar leichtem, aber doch stetigem Kontakt. Lieber wäre mir immer gewesen, ich könnte die gleichen ÜBungen mit der gleichen Biegung mit bloßen Impulsen reiten- was mir nur nie gelungen ist (auch mangels Trainer, der es so vermittelt) - nun, nach dem Workhsop mit Kurt, habe ich neue Ideen und neuen Mut und auch Hilfe wenn nötig, das konsequent auszuprobieren. Mal sehen, ob wir's hinkriegen!

Zuerst also auf Knoti warmgeritten. Quer über unser Riesenviereck, das war leergeräumt, weil es danach frisch abgezogen wurde. Ich hab darauf geachtet, Billy wieder mehr auf Lenkung durch Gewichtverlagerung zu konditionieren. Dabei auf einige Punkte geachtet, die wir im Hackamore-Workshop gelernt haben:
  • Oberkörper tendenziell weiter vor als zurück.  Tatsächlich hatte ich beim Workshop das Gefühl, völlig vorderlastig zu sitzen, als ich in Wirklichkeit (und von allen Teilnehmern bestätigt) den Oberkörper in der Senkrechten hatte. Den meisten anderen ging es ähnlich.
  • Arme weit vorstrecken, die Hände bleiben jedenfalls immer VOR dem Sattel(horn). Kurt wollte uns mit recht weit ausgestreckten Armen das Pferd "dirigieren" sehen (er hatte den Vergleich mit einem Dirigenten, der den Arm aus der Schulter bewegt, statt nur aus dem Ellbogen oder gar dem Handgelenk). Angewinkelte Ellbogen verleiten dazu, rückwärts zu ziehen. Tatsächlich ist rückwärts ziehen mit ausgestreckten Armen so gut wie unmöglich. 
  • In Wendungen sollten wir den jeweils inneren Arm nach vorne/seitwärts ausstrecken, mit dem Handrücken nach oben, "als wollten wir auf die Uhr schauen". Das - wie wir später auf der Holzbank ausprobierten und deutlich spüren konnten - führt ganz automatisch dazu, dass das Gewicht nach innen verlagert wird, und somit zu einem weiteren wichtigen Punkt:
  • Gewicht immer in Bewegungsrichtung!
  • In Wendungen bleibt die äußere Hand unten und vorne am Sattelblatt fixiert, um auf jeden Fall zu verhindern, dass man mit beiden Händen agiert. 
Zwei der Punkte stehen dabei in einem direkten Gegensatz zu dem, was ich in 4 Kursen von Peter Kreinberg eingetrichtert bekommen habe: Peter wollte die Ellbogen stets angewinkelt an den Körper und das Gewicht in vielen Fällen (v.a. in Volten, beim Slalom etc.) nach außen! Ersteres begründete Peter, wenn ich mich recht erinnere, mit der Gefahr sonst zu verspannen; zweiteres begründete er mit seiner Erfahrung, nämlich nicht dass er das Gewicht eigentlich nach außen haben wollte, sondern vielmehr, dass die meisten Reiter v.a. in Volten oder engeren Wendungen, oder um Pylonen herum, die innere Pferdeschulter mit ihrem Blick fixieren, also nach unten schauen. Das ist tatsächlich ein Punkt, gilt auch für mich. Peters Logik weiter: Durch das Nach-unten-schauen komme viel zu viel Gewicht nach innen/vorne und blockiere eben das innere Vorderbein. Er wollte daher, dass wir explizit nach außen/hinten sitzen, ließ uns auf einem Slalom sogar aufstehen und bewusst nach außen sitzen. Allerdings mit dem Ziel, die Innenlastigkeit der meisten Reiter zu korrigieren, sodass sie halbwegs mittig sitzen.
Ich selbst sitze mal außen, mal innen. In seitwärts-Bewegungen "schiebe" ich den Billy gern vor mir her, einfach weil es bisher immer besser funktioniert hat. Freilich verwirrt das ganze vielleicht, und ich werde jetzt einmal eine Zeitlang versuchen, konsequent in Bewegungsrichtung zu sitzen.

Nachdem Billy und ich uns so langweiliiiig über den Platz bewegt hatten, saß ich ab, schnallte das Knoti ab und die Hackamore dran, und weiter gings wie gehabt. Ich bemühte mich, den Zügel wenn möglich gar nicht zu verwenden und über Gewicht zu reiten, Schritt und Trab. Tja, und dann war unser erster Hackamore-Ritt auch schon beendet!

Hier ist nun mein Programm für die nächste Zeit:
  • Wendungen wieder perfektionieren, sodass sie auch ganz ohne Kopfstück fein justiert funktionieren. 
  • Biegung mit der Hackamore mittels Impulsen herstellen und Billy beibringen, diese zu halten.
Auf geht's! :-)







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