you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Sie ist zwar wieder mal eine Stunde zu spät aufgetaucht, bis dahin durfte Billy mit einer der ranghöchsten Suten in der Halle frei laufen. Tja, was solls, die hat er genauso gepiesackt wie mich und ist sie auch angestiegen. Sie kann sich halt ein wenig besser wehren. Danach hat Billy noch den Gymnastikball traktiert und ihn durch die ganze Halle gedribbelt, was großen Neid bei der Stutenbesitzerin hervorgerufen hat, v.a. als ich ihr sagte, dass ich ihm das niemals beigebracht hab.
Dieses Traktieren der Stute hat in mir aber immerhin schon mal so was wie Erleichterung hervorgerufen: Er versuchts halt momentan einfach bei jedem! Und zugegebenermaßen sieht das Auspratzeln nach vorne von weiter weg viel weniger dramatisch aus, als wenn man direkt davor steht 
Dann kam die Trainerin, und ich hab ihr mal mein Herz ausgeschüttet, inklusive meinem Problem mit ihr, dass sie mir einfach zu wenig an mir selbst erklärt, was ich gerade falsch mache. Ich hab ihr die Sache vom Donnerstag erzählt und sie gebeten, mal anfangs mit ihm zu arbeiten und mich nur zuschauen zu lassen.
Es ist immer sehr faszinierend zuzusehen, denn bei ihr versucht Billy ja gar nicht erst viel. Vielleicht 1,2x dass er sich verweigert und eine Diskussion beginnen will, aber die ist meist beendet, bevor sie angefangen hat. Bei ihr trabt er auch mit aufgestellten Ohren und sieht - nicht immer, aber wesentlich öfter als bei mir - freundlich und aufmerksam drein.
Wir haben noch viel geredet und herumanalysiert, und mein Problem ist wohl, dass ich mich mittlerweile halt sehr leicht einschüchtern lasse... und mein Blickwinkel verzerrt ist. Während ich eigentlich glaube, wer weiß was für Druck auszuüben, sagt mein Körper eigentlich "bitte bitte hau mich nicht" oder "bitte wärst du vielleicht mal so freundlich, nicht herzubeißen, oder wenigstens weniger fest ... ach ja, und wenn wir schon dabei sind, nimm doch bitte auch deinen Huf von meinem Fuß - wenns dir grad nix ausmacht."
So irgendwie.
Kurz, knackig und selbstsicher - so komm ich halt wohl im Moment nicht rüber.
Sie hat mir gestern wirklich sehr viel mitgegeben, um an mir selbst zu arbeiten, es war eine der besten Stunden, die ich je mit ihr hatte...
Wieder ein toller Tag.
Schmied mitsamt Tierarzt waren für 17:00 bestellt. War auch extrem knapp für mich, ich hetzte wie eine Irre von der Arbeit zum Auto, und raus zum Stall, war sogar mehr als pünktlich und holte das Scheckentier mal aus dem Stall zum Putzplatz.
Probehalber die 4 Füßchen gehoben, klappte gut ich war schon gespannt, ob der Schmied vielleicht der Meinung wäre, das nächste Mal würde es auch ohne Sedierung klappen.
Wie in den letzten 2 Wochen üblich, wurde Herr Billy nach einigen Minuten wieder mal von einem Augenblick zum nächsten völlig stinkig (ich glaub dem ist einfach fad?!), ein REmpler mit der Schulter, den kannte ich allerdings jetzt schon, daher ist es ihm wenigstens diesmal nicht gelungen, mich wegzurempeln und mit dem Hinterteil nachzusetzen... Angesetzt hatte er, aber ich war diesmal schneller.
Na gut, dann kam der Tierarzt und wir warteten auf den Schmied. Um 17:15 rief ich ihn mal an, wo er denn bleibt... Naja, meinte er, er wird sich wohl verspäten, ist die Hölle los, eine Stunde mindestens noch
Ich: Ganz toll, TA wartet... durfte den armen wieder heimschicken, auf Abruf.
Stellte das Scheckentier wieder in den Offenstall und bibberte mir wartend die Seele ausm Leib bei ca. -5°. Um ca. 19h bequemte sich der Schmied zu erscheinen. TA angerufen - gut, nun dauerts bei ihm ein bissl. Klar, kann man nix dagegen sagen
. Inzwischen wollte ich der Schmiedin (kommen zu zweit - Schmied und Schmiedin) mal zeigen, wie toll Billy Füßchen hebt. Vorne war sie auch sehr begeistert und meinte, nächstes Mal geht vorne jedenfalls ohne Sedieren, zumindest versuchen kann man ja. DAnn hob sie - eh vorsichtig - hinten auf und..... kawumm! Billy trat wieder mal aus!!
DAs hat er echt schon seit Monaten nicht mehr gemacht (beim Füße heben). Sie meinte nur, könnte schon sein, dass ers bei mir nicht macht, bei fRemden aber schon. Na toll, und wie soll ich das dann jemals hinkriegen?? 
Um fast 20:00 waren dann endlich alle beisammen. Billy mit etlichen Auszuckern seinerseits endlich im Land der Träume und ordentlich ausgeschnitten. Und meine Hoffnungen, dass es bald ohne Sedieren geht, ziemlich begraben... 
Ließ ihn dann noch aufwachen und stellte ihn in eine Box mitten im Ruheraum, weil er ja nix fressen sollte...
Iiiiieh, in der Stadt schüttet es seit 2 Tagen, draußen beim Stall schneits - Schneefahrbahn, an der Auffahrt zum Stall selbst bleib ich fast stecken, sehr toll...
Na egal, was tut man nicht alles fürs Pferdi.
Präpariere zwei Apfelhälften mit je 1 Kaffeelöffel Chinesen-Pülverchen und betrete den Offenstall, wo mich Pferdi wie gewohnt mit angelegten Ohren und skeptisch begrüßt. Noch wirkt nix in Richtung "streichelweich". Die Äpfel frisst er trotzdem, das Pülverchen scheint doch nicht so schlecht zu schmecken.
Da es schneit und das Pferd waschelnass ist, fang ich erst gar nicht an zu putzen sondern marschiere mit ihm schnurstracks schneestapend zur Halle. Mal schauen, ob er sich nach der Chiropraktik anders bewegt als vorher.
Habe wieder geübt, ihn auf den Zirkel zu schicken, das klappt wieder sehr gut, nachdem es ja letztens nur noch seitwärts ging. Mir fällt allerdings auf, dass er nach Einüben der SEitwärts-Übung öfter versucht, sich dadurch zu entziehen. Statt anzutraben ein bisschen seitlich übertreten auf dem Zirkel: "Willst du vielleicht das, schau doch was ich kann, ist viel lustiger als traben!!". Und ich kann dann leider sehr schlecht meine Begeisterung darüber verbergen, dass er endlich die Beine sortiert bekommt.
Trotzdem, es wird getrabt, Billy ist wieder stinkig.
Ich mach dann noch wieder die Aus-dem-Zirkel-Wechseln-Übung an der Hand, er hat es kapiert, funktioniert toll, von rechts nach links muss ich sehr korrekt stehen, sonst trickst er mich aus, aber von links nach rechts wechselt er gerne.
DAzwischen wieder Beinheben mit Clicker, er hält jetzt wirklich schon sehr lange sehr ruhig auch die Hinterbeine. Morgen kommt der Schmied, ich werde dieses eine Mal noch sedieren lassen, aber ab 2008 ist die Schonfrist dann vorbei *beschließ*.
Dann nochmals bissl zirkeln, abwechselnd seitwärts, damit er das verinnerlicht, dass es sich um 2 verschiedene Übungen handelt. Ein bisschen traben. Mir fällt nichts auf, dass er sich lockerer oder lieber bewegen würde als zuvor...
Und dann ging's wieder los...
Machte mit Billy das Squeeze-Game - im Grunde nur an einem Hindernis und mir vorbeischicken, umdrehen lassen, gut. Er machte es 1x auf jeder Hand recht brav (haben wir noch nicht so viel geübt), er hatte massig Platz (schickte ihn zwischen Hallenwand und mir durch, eigentlich nix anderes als ein halber Zirkel an der geschlossenen Seite...). Dann trieb ich ihn nochmal - Billy steht. Bisschen mehr treiben, Billy steht. Aha, mag wohl nimmer. Na gut, 1x muss aber noch sein, sooo viel haben wir ja heute wirklich nicht getan. Nochmal auffordern zu gehen - Billy hebt das Hinterfüßchen
. Ok, es gibt einen verbalen Verweis von mir: "NNNNEIINNNN", + weitere Aufforderung vorwärts zu gehen und etwas mehr treiben. Billy steht, hebt nochmal das HInterfüßchen.
Wieder schärferer verbaler Verweis, stärkere Aufforderung vorwärts zu gehen... Billy tritt grantig nach hinten (also nicht in meine Richtung, ich stand ja quasi in der Zirkelmitte) aus "mag nicht"
Ok, so gehts nun nicht, ein Klaps mit dem STick kommt dafür retour, ich wurde auch langsam grantig und wir schaukelten uns offenbar emotional gegenseitig wieder schön hoch... tja, und auf den Klaps (das war echt nicht fest, nur ein "so gehts nicht, mein Freund"), schoss er wenigstens vorwärts (wofür ich ihn ja gelobt hätte), drehte dann alelrdings am Zirkel den Hintern wieder mal schräg und fetzte mit beiden Beinen in meine Richtung (allerdings weit weg, aber trotzdem) aus. Gut, dann hats natürlich wieder was gesetzt, er war grantig, ich war fertig, ließ ihn möglichst ruhig zu bleiben versuchend 2 Runden traben, dann ließ ich ihn stehen und versuchte nicht zu heulen
. Nachdem ich mich dann halbwegs unter Kontrolle hatte, schickte ich ihn möglichst freundlich wieder raus und bestand auf Trab, den er nach viel Überredungskunst dann wenigstens noch 1 Runde durch hinbekam, dann machte ich Schluss und wir gingen...
Keine Ahnung, ob das nun richtig war, was vorher falsch war, ob ich das verhindern hätte können oder nicht, was ich anders machen hätte sollen oder wo es anfing schief zu laufen

Am Putzplatz war er dann wieder recht nett, ließ sich sogar gern eine juckende Stelle am Hals massieren.
ABer das war wieder ein Moment wo ich dachte, das Pferd wird nur immer schlimmer, irgendwas mach ich grob falsch... und obs nicht doch klüger wäre, ihn herzugeben...
Wie gestern – nahm Billy nur kurz aus dem Offenstall, er scheint keine Nachwirkungen der Behandlung zu haben.
Fütterte ihm wieder seine Antidepressiva-Chinesen-Pülverchen, und tatsächlich war er heut beim Putzen recht ungrantig – für seine Verhältnisse zumindest. Gab mir brav alle 4 Hufe und durfte wieder zurück zu den Kumpels…
Besuchte kurz mein Stinketier, machen sollte ich ja heute nichts. Nahm ihn nur kurz raus zum Drüberschrubben und schauen, wie die Stimmung so ist und ob er Muskelkater hat. Er bewegte sich aber wie sonst auch, bei seinem Schlurfschritt ist schwer festzustellen, ob er nun Muskelkater hat oder nicht.
Verabreichte ihm das Weichspüler-Pülverchen, er beäugte die Heucobs zwar skeptisch am Anfang, fraß dann aber brav alles auf.
Mit Clicker noch das Füße-Aufheben ganz kurz rundherum geübt zum Hufe-Auskratzen, Mauke eingeschmiert und sonst in Ruhe gelassen.
Übrigens: Unser neuer zweiter Ruhe-Unterstand ist fertig! Ist auf 3 Seiten geschlossen und dick mit Stroh eingestreut, die Pferde lieben ihn, es teilt sich jetzt alles auf, und Billy steht gern mit Freunden drin!
Heute war also die Chiropraktikerin da! Musste mich extrem hetzen, und kam exakt 2 Minuten vor ihr am Stall an, zerrte das Tier aus dem Offenstall und klar – zum allerallerersten Mal seit ich ihn habe hatte er sich echt von oben bis unten mit Gatsch einpaniert.
Na gut, der Frau Doktor wars GsD egal.
Habe ihr dann gleich am Anfang von der Giftelei der letzen zwei Wochen erzählt und sie gebeten, vorsichtig zu sein.
Sie strich ihn vorerst mal ab mit weniger Druck als normal und begann dann einzurenken. Billy wie erwartet giftig, versuchte sie auch mal wegzudrängeln, drohte auch mal mit dem Hinterbein, aber sie hatte alles gut im Griff und ich war ehrlich gesagt überrascht, dass es nicht schlimmer war.
Trotzdem hat Billy jetzt nach 2 Tierärzten und 2 Schmieden zum fünften Mal die Diagnose „ein ganz spezieller Charakter“ gekriegt… Die Chiropraktikerin diagnostizierte ein mimosenhaftes Schmerzempfinden gepaart mit Grant-Charakter … 
Sie renkte ungeachtet der Giftelei brav weiter herum, manchmal kurz für Sekundenbruchteile schien Billy sich doch zu entspannen … „na ja
*grantelgrantel* ok
*grantel* vielleicht ist das ja doch nicht so schlecht
*grantelgrantel*“.
Viel zu tun war v.a. beim Widerrist ausstrahlend in die Schulter, v.a. rechts (genau dort ging die Giftelei der letzten Wochen meist los…), Lendenwirbelsäule, Ischias. Wurde soweit „repariert“, dann sah sich Fr. Doktor noch meinen Sattel an und empfand ihn für sehr ok, wenn ich weiter hinten sattle als vom Sattler empfohlen.
Sie meinte auch, dass mit dieser Sitzung eigentlich von ihr aus alles behoben und keine weitere Nachbehandlung nötig sein sollte. 2 Tage sollte ich jetzt nichts machen, dann normal mit ihm arbeiten, wie ich das so tue.
Fürs Gemüt des Stinketiers gab sie mir irgendwelche „Chinesischen Kräuter“, sündteuer und machen solche Tiere angeblich „streichelweich“. Weichspüler in Pulverform also, bzw. natürliche Stimmungsaufheller.
In einer Woche soll ich sie dann anrufen und berichten, ob die Grantelei besser ist.
Edit: Die Zähne meinte sie, glaubt sie nicht dass irgendwohin ausstrahlen. Der ganze vordere Teil - Genick, Hals - bis zum Widerrist war gänzlich locker, da musste sie nix tun. Anschauen wird trotzdem nicht schaden, denk ich, wird dann das nächste sein, aber zuerst ist wieder der Hufschmied dran...
So, heut wars soweit... ich denke nun, es handelt sich um eine Testphase bei der Grantlerei am Putzplatz, bei der ich zu inkonsequent durchgegriffen habe, denn heute versuchte Billy Trick Siebzehn: Ein kurzes Granteln, ein kurzes Herschnappen, dann gings wie ganz am Anfang trap, trap, trap - Hinterteil in meine Richtung mit affenartiger Geschwindigkeit und austreten dabei!!!
Und in den Hintern könnt ich mich beißen, dass ich diesen Instinkt "WEG HIER", den mein Körper sofort anbietet, nicht unterdrücken kann - klar, ich machte wieder überrascht - obwohl es ja wohl absehbar war und ich eigentlich damit gerechnet hatte - ein paar Schritte rückwärts, flüchtete...
Bis ich den Instinkt unter Kontrolle hatte, aber dann hats gescheppert, dass dem Kleinen die Ohren wackelten
Er machte einen Satz zur Seite, blieb dann parallel zur Wand, Hintern weit weg von mir, stehen und schaute wie ein ertapptes und zurechtgewiesenes Kind - das er ja im Prinzip auch war.
Ganz kurz durchgeatmet, dann weiter geputzt und versucht so zu tun, als wär nix passiert. Er stand dann vorbildlich still, grantelte auch nicht mehr so - schaute ein bissl missmutig, aber nicht aggressiv - dann seufzte er und interessierte sich wieder mehr dafür, was draußen passierte. ER hat dann beim Putzen keinen Mucks mehr gemacht.
Offenbar braucht dieses Pferd doch eine "monatliche Tetschn", wie mein Freund es schon früher diagnostiziert hat.
Ich fühl mich nur immer so furchtbar hinterher...
Sei's drum, Billy mit Knotenhalfter und Seil ausgerüstet, und los in die Halle - mit den neuen Gamaschen in der Hand, weil heut hatte ich Stangenarbeit geplant.
ERste Übung: Gamaschen anziehen. Billy kennt sowas überhaupt nicht. Er versucht in der Halle mal, ob man die essen kann. Nein, auch gut. So, dann hab ich versucht, dem Pferd, das nunmehr durch und durch darauf konditioniert ist, bei Berührung (und eigentlich auf ein Kommando) den Fuß in Hufauskratz-Position zu heben, die Gamaschen anzuziehen. Etwas mühsam, die doofen neuen Klettverschlüsse taten ihr übriges dazu - kletteten aufeinander, an meinen Handschuhen, überall, dazu das den Fuß immer wieder anhebende Pferd - sicher ein Bild für Götter, GsD war ich wieder mal allein, und irgendwann hab ichs geschafft. Dann zur Gewöhnung den Billy eine Runde führen - er war zuerst der Meinung, etwas berührt mich am Fuß, da muss ich den heben, gell? - Und stand da, und hob abwechselnd die Vorderbeine an... Schließlich überredete ich ihn zu einem Schritt, und bald ging er ganz normal wie immer.
Nächste Übung: 2 Stangen mit viel Abstand aufgelegt, Billy im Schritt zum Aufwärmen drübergezirkelt, dabei im Zirkel Handwechsel, der super klappte. Alles gut.
Pause mit Beinchen heben + Leckerli.
Nächste Übung: Habe zwei STangen knapp nebeneinander aufgelegt und Billy abwechselnd rückwärts durchgeschickt durch diese Gasse, wieder hergeholt, rückwärts, ca. 2-3x, das hat er sehr gut gemacht! Danach stellte ich ihn im rechten Winkel zu einer der STangen auf und er sollte daran entlang seitwärts gehen. DAs haben wir schon einmal hingekriegt, fällt ihm aber schwer. Anfangs stand das Pferd wie ein Denkmal, ich musste sehr sehr viel Druck aufbauen, bis er sich überhaupt mal rührte. Beim ersten Ansatz von seitwärts - Pause, Lob und sogar ein Leckerli. Dann gings leichter, und plötzlich trippelte Billy ohne viel Druck eine ganze Stangenlänge seitwärts. Dafür natürlich auch Lob + Leckerli. Wir schafften schließlich eine ganze Runde seitwärts um die zwei Stangen, wobei ich an den Ecken eine Viertelvorhandwendung mahcen ließ - alles sehr sehr brav, wirklich toll hat er das gemacht!!
Wieder Pause und Beinchen heben, und dann gings los:
Wollte ein bisschen Trabarbeit über die Stangen auf dem Zirkel machen - aber das Pferd war nicht raus auf den Zirkel zu kriegen. Was hab ich den nu schon wieder kaputt gemacht
Das hat wirklich schon 100%ig gesessen. Und nun: Denkt Billy, er soll wohl weiter seitwärts gehen, obwohl meine Körpersprache eine ganz andere ist (finde ich zumindest), aber er macht im Grunde wunderschönes Übertreten auf kleiner Volte rund um mich rum, ich kriege den Kopf und die Schulter einfach nicht mehr raus auf die Zirkellinie! Leider hab ich mich etwas reingesteigert ("das MUSS doch gehen!!"), Billy wusste nicht, was er falsch machte, ich auch nicht...
Irgendwann, leider wohl viel zu spät, habe ich beschlossen, dass es eben heute keinen Trab am Zirkel geben wird. Habe die Übung "offiziell" abgebrochen und ein ausgiebiges Friendly Game eingeschoben, weil ich nicht glaube, dass er absichtlich widersetzlich war. Er büffelte keineswegs mit der Schulter, sondern war wirklich aufmerksam: "WAS willst du von mir?!?!?" Also haben wir fest geknuddelt, er hat sich entspannt, ließ den Kopf fallen und ließ sich richtig knuddeln...
Um das ganze positiv abzuschließen, hab ich mich dann intensiv den Hinterbeinen gewidmet, mit Clicker und dem Haufen Leckerlis, den ich noch hatte. Wir haben geschafft, dass Billy das Bein schon gleich so anhebt, dass man es gut nach hinten ziehen kann, bisher hat er meist zuerst nach vorn gerudert und man brauchte viel Kraft, es nach hinten zu ziehen. Zum Schluss hielt er es von selbst in richtiger Position, auch schon recht lange...
Die Übung gefällt ihm mittlerweile so gut, dass er gleich ausschlaucht dabei 
Ein dickes dickes Lob am Ende, dann gingen wir wieder nach Hause. Am Putzplatz danach war er freundlich und brav, ließ sich auch wieder brav einschmieren.
Ich sollte wahrlich nicht so schreibfaul sein... mein Gott, wie die Zeit vergeht...
Im Fotoalbum hab ich davon schon geschrieben: Seit ca. 2 Wochen hab ich mit Billy wieder massive Probleme, am Putzplatz. Er droht, er beißt, er droht zu treten und gebärdet sich wie ein Höllenpferd. Siehe Foto...
Ich vermute als Ursache entweder die ersten Testgriffe der Chiropraktikerin (fand genau dort statt) oder ein Zahnproblem (er lutscht ständig mit der Zunge herum) oder eine Testphase.
Aber gestern war zum ersten Mal seit langem wieder alles mehr oder weniger normal. Mag dran liegen, dass ich ihm Heu vor die Nase gelegt habe; war keine Strategie zur Problemvermeidung, sondern die andern haben alle grad ihr Heu gekriegt, und wenn ich ihn dann raushole und bissl mit ihm arbeite, ist nachher für ihn nicht mehr so viel übrig.
Billy hat also ruhig gefressen und mich putzen lassen und blieb freundlich.
Danach mit Knotenhalfter und SEil ausgerüstet und in die Halle für ein bisschen BOden- und Longenarbeit.
Habe mir gefinkelte Übungen ausgedacht, die auch eigentlich toll geklappt haben!
Übung eins: Aus dem Zirkel wechseln ohne stehenbleiben. Musste es vorher ein paar Mal im Kopf für mich durchspielen, damit ich weiß, wo ich mich da wann wohin bewegen muss. Es hatt beim ersten Mal gleich toll geklappt, Billy wechselte schön die Hand, fing eigentlich sofort an konzentriert zu kauen. Habe dann immer öfter gewechselt - also anfangs noch 3 Runden Zirkel - aus dem Zirkel wechseln - 3 Runden andere Hand, dann nur noch 2 Runden, 1 Runde, und schließlich bei jeder Runde aus dem Zirkel wechseln, also große Achten. Ein paarmal kam ich selbst dem Pferdi in die Quere, aber sonst sah das richtig gut aus! Von links auf rechts hat besser funktioniert, das kann aber an meiner eigenen Händigkeit liegen.
Danach gabs Pause mit ruhig stehen und Friendly Game, danach Fußhebe-Übung, die macht Spaß, da gibts Leckerlis dafür
- er gab mir alle 4 Hufe brav. Halte hinten schon länger oben und ziehe weiter nahc hinten-oben hinaus, warte bis ich merke, dass er den Fuß entspannt und locker hält und stelle dann wieder ab. Wird schon immer besser.
Als nächste Übung dann wieder Zirkel im Schritt, anhalten bei Wechselpunkt - Versuch von Schulterherein oder zumindest Schultervor an der langen Seite, dann wieder Zirkel. Ich gehe dabei knapp neben ihm. Hie und da schaffte er ein, zwei Schritte, dann großes Lob und auch ein Leckerli. Das ganze auf beiden Händen. Links gings ganz gut, Rechts schwieriger, da wurde es eher eine Schlangenlinie, aber ist ja auch gut für die Beweglichkeit
Nach ein paar Mal wieder Pause in Form von ruhig stehen dürfen und dann wieder Füße heben + Leckerli.
Dann noch ein bissl Trab am Zirkel, gemixt mit dem vorher erlernten Handwechsel im Schritt, dann wieder Trab, ein paar Übergänge eben. Klappte gut, er war nicht besonders gehfreudig, ließ aber glaub ich zum allerersten Mal den Hals etwas fallen, v.a. auf der linken Hand sah das zeitweise recht manierlich aus! Im Schritt geht er ja schon immer sehr entspannt, aber antraben bedeutete bisher meist: Kopf hoch, Unterhals raus. Diesmal blieb der Kopf halbwegs unten, es ist bei weitem keine Dehnhaltung, aber der Unterhals wird nicht mehr rausgedrückt.
Habe ihn sehr dafür gelobt, dann nochmal stehen lassen, eine dritte Runde Füße heben + Leckerli, und dann gingen wir wieder heim.
Am Putzplatz war diesmal auch nach der Arbeit alles in ORdnung, ich putzte probehalber nochmal drüber, dann kriegte er sein fresschen, und währenddessen konnte ich ihm wirklich toll die leider immer noch nicht ganz verschwundene Mauke-STelle eincremen und einmassieren. Das ist normal auch eher nervenaufreibend (durch die Fußhebe-Übungen hebt er halt immer den Fuß... sollte ihn da aber eher stehenlassen) - diesmal ließ er ruhig stehen und alles gut.
Wird wieder einmal Zeit für einen Lagebericht!
1) Hufe: Ich kann hinten auskratzen, ich kann hinten auskratzen *jubel* *herumhüpf* *tanz*.
Tatsächlich geschafft, Billy hält relativ brav still. Ich ziehe den Fuß noch nicht sooo weit nach hinten raus wie man das normalerweise wohl tun würde, aber er hebt beide Hinterbeine brav an, hält sie oben, lässt sie leicht nach hinten ziehen und v.a. kickt nicht mehr. Manchmal fängt er schon an, nach einiger Zeit das Bein hin- und herzubewegen, aber z.T. denk ich, das sind wirklich "Balance-Ruderer". Ich versuche gar nicht erst, das Bein gewaltsam festzuhalten, ich halts überhaupt nicht sehr fest sondern unterstütze quasi nur die Halte-Richtung mit der Hand. Wenn er meint, er muss es abstellen, stellt ers ab, ich nehm es wieder. Ich hab das Kommando "ab" eingeführt, wenn er bis dahin ruhig hält und dann abstellt (auf dieses Kommando hin), dann gibts ein Leckerli. Vorher wird so oft angehoben, bis er mal aufs Kommando und meine helfende hinstellende Hand wartet.
Vorne gehts weiterhin gut, hie und da gibts Rückschläge, aber dort kann ich im Normalfall die Hufe halten und auskratzen wie bei jedem andern Pferd...
2) Longieren:
Hab ja jetzt endlich auch einen Kappzaum und wollte à la Jen Kopf senken und Biegung üben. Problem: Sobald der schweeeeeere schweeeere Kappzaum drauf ist, kriegt Billy den Kopf sowieso nimmer in die Höh. Irgendwie ist es schwer, die Reaktion auf einen Impuls am Kappzaum einzuüben, wenn das Pferd die Nase sowieso schon im Sand trägt. Er mag den kappzaum auch nicht besonders gern, scheint mir...
Sonst sind wir beim Longieren nicht viel weiter gekommen, weil ich den großen Reitplatz schon länger nicht gesehen hab (komm immer im Dunkeln) und die Halle mir zu klein ist für richtiges Arbeiten. Hie und da machen wir Stangenarbeit an der Longe, das funktioniert recht gut.
3) Viel getan hat sich bei Aufsteigen und "Reiten". Aufsteigen ist Billy nun egal, mit Aufsteighilfe und ohne. Als ich das erste Mal nach mehreren Hüpfern dann endgültig rauf bin, hatte ich allerdings Angst, dass wir gleich beide hinfallen, so sehr hat er sich nachm Leckerli von oben verbogen.
Das hab ich ein paarmal gemacht, dann langsam versucht, Billy einen vorwärtstreibenden Schenkel zu erklären.
Beim ersten Mal war da null Reaktion. Bin noch nach Parellis Schema vorgegangen, weil ich mir denke, für die ersten Kommandos ist das nicht schlecht. Hier gehts so: Körperspannung erhöhen = Phase 1. War meinem Büffel natürlich herzlich wurscht. Phase 2: Schenkel dazu (mit den Beinen "umarmen" nennt Herr P. das). War dem Guten ebenso herzlich wurscht. Phase 3 ist dann, mit dem Ende des SEils SICH SELBST links und rechts um die Shcultern zu schlagen - macht ein bissle ein GEräusch und die Bewegung des Seils sollte PFerdi auch noch mitkriegen. War ebenfalls herzlich wurscht. Phase 4 ist dann, das Seil immer länger zu lassen, bis es Pferdi links und rechts ebenfalls berührt. Das war auch eine Weile wurscht, dann entschloss er sich doch zu einem Schritt. Dann natürlich sofort alles aus und loben. 3, 4 Mal hab ich das gemacht, bis sich Billy wenigstens Richtung Tor in Bewegung setzte. Billy brauchte jedes Mal bis Phase 4... Anhalten funktioniert dafür ohne Probleme
.
So, und dann, sicher 2 Wochen später erst, schwang ich mich wieder mal rauf und ------ staunte! Phase 1 - eine träge, aber doch eine Reaktion von Billy in Form einer Gewichtsverlagerung... Phase 2 - Billy setzt sich gemütlich in Bewegung!
Ich war ganz baff und glaubte selbstverständlich an einen Zufall. Wieder angehalten, nochmal: Körperspannung - Billy geht!!
Langsam schlurfend, aber er bewegt sich. Da das Nachgeben aufs Knotenhalfter nach links und rechts sehr gut funktioniert, geht auch schon so was ähnliches wie Lenken. Noch 2,3x probiert und dann sowas ähnliches wie einen Zirkel hingekriegt!!
Ich war echt völlig baff.
Soweit sind wir also mit dem "Reiten"...
4) Gebiss:
Nimmt er schon besser an. Ganz alleine nimmt er es nicht auf, aber er lässt sich schon schneller überreden. Anfangs kaut er immer noch heftig, aber das wird immer kürzer, dann lässt er es mehr oder weniger in Ruhe und spielt hie und da damit. Wir haben dann geübt, genau wie mit dem Knotenhalfter - auf leichten Impuls dem Zügel nach rechts und links nachzugeben. Da war ja letztes Mal nichts zu machen, er hatte sich total "tot" gestellt. Außer diesem einen Mal habe ich aber mit GEbiss nicht viel gemacht - auch weil mir der Gedanke, dieses Pferd gebisslos zu reiten, immer besser gefällt, weil er wirklich gut drauf reagiert.
5) Allgemeines:
Herr Pferd wächst mir langsam über den Kopf
*hilfe*. Im Sommer, oder wann war das, hatten wir 1,55 STock gemessen. Vor einer Woche hab ich wieder gemessen - 1,58 *uaaah*. Jetzt kann er aber langsam aufhören damit *leiterkaufengeh*...
Und: Gestern war bei einem andern Pferd eine Tierärztin, die sich auf Chiropraktik bei Pferden spezialisiert ist. Ich hab einer Miteinstellerin gegenüber erwähnt, dass ich es seltsam finde, dass Billy v.a. das linke Hinterbein nicht grade nach hinten rausziehen lässt, sondern es ihm lieber zu sein scheint, wenn man es leicht nach außen zieht - die meinte daraufhin, vielleicht was mit dem Ischias, diese Ärztin würde eben kommen und wäre so toll, ich könnte ja kurz fragen.
Habe ich also gemacht, die Frau Doktor war nett, hatte wenig Zeit, meinte aber, zu schauen ob irgendwas ist, das ginge sich schon aus. Habe ihr eben beschrieben, dass Billy ständig grantig ist, sich nicht gern bewegt und ich manchmal doch irgendwie vermute, dass es wo zwackt.
Also strich sie da mal entlang and den speziellen Punkten - ja was soll ich sagen, das Pferd ging fast in die Knie und hätte ihr beinahe eine geknallt, kaum dass sie ihn anfasste, an der Schulter, beim Widerrist, Ischias bestätitgte sie auch. Ja also meine insgeheimen Befürchtungen ("die miese Laune dauernd kann ja nicht normal sein") scheinen sich zu bestätigen, ich werde Billy eine Behandlung bei ihr angedeihen lassen, hoffe, dass er sie dabei nicht krankenhausreif schlägt und es ihm nachher besser geht...
Aber insgesamt kann ich auch sagen, dass er mir jetzt schon manchmal entgegen geht, wenn ich komme. Zwar nur in ERwartung eines Leckerlis, aber immerhin. Letztens hat er sogar den Heuautomaten für mich freiwillig verlassen.