you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Sonntag, 1. Mai 2011
Konnte so endlich meine Finesse-Einheiten nachholen.
Erste Herausforderung war wieder einmal das Gebiss. Erstens gab es ein niegelnagelneues, weil das alte hat er ja bei unseren Gebiss-Aufnehmen-Üben zerkaut (Plastik). Ich dachte es geht nun besser, und auch dass ihm das Plastik scheinbar besser gefällt als Metall, also das gleiche wieder gekauft. Billy nahms am Samstag auch relativ brav auf - aber entweder beim Rein- oder Rausgeben scheint er fest draufzubeißen. Fazit: Niegelnagelneues Gebiss hat nach 15 Minuten reiten wieder Zahnabdrücke! Das war das letzte Plastikding, das er kriegt, ich kann mir leider nicht für jedesmal Reiten ein neues leisten auf Dauer...
Leider war das Ganze am Samstag offenbar wieder zu viel... Sonntag wollte er es schon wieder nicht nehmen, wich mit der Schulter weg sobald er es sah und es brauchte Geduld und Überredungskunst, damit er es genommen hat. Das geschah dann zwar freiwillig, aber trotzdem ist deutlich, dass er es halt einfach nicht mag. :-(
Beim Reiten hat er dann auch hektischer damit rumgespielt als zuletzt, da war ja schon recht gleichmäßiges "Anziehen" zu spüren, aber nicht dieses hektische Herumkauen.
Sonst hat er sich gut gemacht, am Samstag haben wir Follow the Rail geübt mit vielen Übergängen, die nun schon gut mit gleichmäßigem Kontakt am Zügel klappen, egal welche Gangart.
Sonntag haben wir dann mit Figure 8s im Schritt und Trab begonnen, auch da hat er sich brav angestellt, schön gebogen, das geht nun langsam leicht und geschmeidig (es sei denn, Herr Billy will nicht mehr). Gangart halten klappt nun auch gut, und Kontakt am Gebiss wird nicht mehr als "Bremse" missverstanden. Zum Abschluss haben wir dann auch noch die 8er Freestyle gemacht, und auch ohne Zügel haben sie schön geklappt.
Samstag war ich außerdem mit Pferdchen im Schlepptau joggen. Entlang der Straße hat das richtig gut geklappt, dort, wo Billy am Seitenstreifen traben kann und ich auf der Straße. Richtig schön gleichmäßig. Hie und da bin ich zu langsam, dann verfällt er in Schritt, trabt aber wieder an, bevor sich das Seil ganz spannt, während ich mein Tempo gleichmäßig halte. Soweit er wieder antrabt von alleine, ist mir das so recht. Sobald es bergauf geht, fällt ihm mein langsames Tempo *keuch* schwer - hat ja auch doppelt so viele Beine wie ich ;-).
Und schließlich gab es zur Vorbereitung auf die Weidesaison viel Grasen-Lassen, wir haben uns jetzt auf so ca. 30 Minuten gesteigert. Billy, ganz in seinem Element ;-).
Donnerstag, 28. April 2011
Dann eine Runde grasen gehen. Nach dem Spielen dann nochmal.
Gespielt haben wir nur kurz, wieder ein bisschen Circling Game. Billy war abgelenkt. Wir haben angefangen mit Schritt-Trab-Übergängen, dann weiter zu Trab-Galopp-Trab-Übergängen für jeweils nur ein paar Sprünge, und dann wollte ich, dass er den Galopp länger hält und es hat ganz gut geklappt.
Ein paar Handwechsel hab ich auch probiert, ich war aber wieder mal zu langsam und zu unkoordiniert mit dem Lasso. Schließlich hat es geklappt, schöner Wechsel im Galopp und wirklich schön umgesprungen, und mein ungeübtes Auge hat sogar den Moment des Umspringens gesehen (ich bin einfach schlecht darin, hilft nix *seufz*)! Nach 3 Sprüngen auf der neuen Hand hab ich ihn dann gleich reingeholt und wir haben aufgehört und sind unsere zweite Runde Grasen gegangen.
So mag das der Billy - viel Gras, wenig Arbeit *g*
Mittwoch, 27. April 2011
Video: Podest
Zur Überbrückung ein Video, das noch aus dem Winter 2010 stammt, auf dem wir Billys erste vollständige Gewichtsverlagerung auf das Podest auf Film gebannt haben (nach 1 Jahr probieren *g*9. Viel Spaß!!!
Freitag, 22. April 2011
Wir haben heute mal geduscht und ich hab den Dreck von 6 Monaten Winter von den Beinen gewaschen. Huch, Billy hat ja weiße Beine!! Wusst ich gar nicht mehr ;-). Er ist dabei brav stillgestanden ohne einen Muckser und hat in der Gegend herumgeschaut. Ich denk das war vielleicht sogar richtig angenehm, es ist ja fast schon sommerlich heiß hier momentan (so ca. 26°).
Dann sind wir zum Trocknen eine Runde grasen gegangen, dann aufs Viereck On Line spielen und dann nochmal eine Runde grasen.
Beim Spielen habe ich heute kurz die Weave im Trab geübt; eine Richtung geht schon ganz manierlich für eine Länge - nämlich die, wo ich auf der rechten Seite bin. Die andere Richtung, wo ich auf der linken Seite bin, da wird er mir immer zu flott, gerade so schnell, dass er mich überholt und ich ihn dann aus Zone 4 lieber nicht mehr allzu heftig um die Hütchen driven möchte ;-). Schlau schlau ;-). Wir haben also die bessere Richtung immer im Trab und die andere im Schritt absolviert. Das wird schon noch.
Danach hab ich den Galopp am Lasso weiter geübt. Don't change gait ist in dieser Gangart noch nicht ganz bis ins Billy-Hirn durchgedrungen ;-). Heut hab ich v.a. drauf geachtet, dass das Send wirklich gut ist. Zuerst ein möglichst gerades Rückwärts. Warten bis ich Kommando gebe. Und dann noch die richtige Richtung treffen ;-). Beim Rückwärts und Warten hatten wir gegen Ende auch eine ordentliche Diskussion. Er weigert sich dann mehr und mehr entweder überhaupt rückwärts zu gehen, oder er geht 2 Schritte rückwärts und meint er weiß eh schon was kommt und geht ins CG ohne dass ich drum gebeten hätte. Dabei wird er furchtbar grantig, wenn ich das dann nicht erlaube. Ich disengage dann die Hinterhand, vielleicht gibt es bessere Möglichkeiten?
Dann hab ich ein Spiel gemacht: Erstes Ziel: 1 Runde Galopp mit mir in Neutral. Wenn Billy die Gangart gebrochen hat (und das passierte oft), hab ich ihn reingeholt, aber nicht ganz bis zu mir, und sofort neu gesendet. Hat ihm teilweise gar nicht gefallen und ein bisschen Extrovertiertheit ist aus ihm rausgesickert (Kopfwedeln, *grunz*) ;-). Und ein Send ist dann so gut gelungen, dass er plötzlich Schwung für 5 (!!!) Runden Galopp bekommen hat und plötzlich das Bring Back nicht mehr möglich war - er nahm das ganze Seil und galoppierte und galoppierte... ich war völlig baff, das kenn ich so gaaaar nicht. Sobald es ging, holte ich ihn rein und er bekam eine lange Pause. Das war allerdings der einzige Extro-Anfall, danach ging es wieder weiter mit 2 Sprüngelchen Galopp beim Send, dann Trab/Schritt (ihr kennt sicher Linda, wie sie den LBI imitiert... genauso schaut das bei uns aus *lol*)
Jedenfalls hat er sich dann doch schön bemüht und wir konnten bis zu 3 Runden Galopp erreichen.
Zum Schluss hab ich noch gaaanz kurz was ruhiges angeschlossen, nämlich Seitwärts zu mir: Zuerst links, einfachere Seite. Hinterhand hergeholt, brauchte eine kurze Auffrischung, weil das wieder eine Zeit her ist, seit wir es geübt haben. Vorhand hergeholt, das ging sofort gut. 2x abwechselnd je ein Schritt, und dann hab ich mich in Zone 3 gestellt, den STick auch über den Rücken in Zone 3 und voilà, Billy trat seitwärts auf mich zu, flüssig und wie selbstverständlich :-).
Danach noch rechts: Hier war es schwieriger, eine kurze Phase von Verwirrung gab es auch, da wich er nur ständig weg von mir und schien sich gar nicht mehr auszukennen, aber mit ein bisschen Geduld konnte ich ihm die Einzelübungen wieder in Erinnerung rufen, und zum Schluss gab es 2-3 Tritte seitwärts auf mich zu - hier mit einer Vorwärtstendenz, aber es ist halt einfach schwieriger für ihn auf dieser Seite.
Sofort danach ab zum Grasen :-).
Dienstag, 19. April 2011
*aua*
Meine Pläne für heute waren, wieder zu einer Woche Finesse zurückzukehren, sooo hab ich mich drauf gefreut nach den letzten Malen, wo Billy mir das "federnd durch den Sand schweben"-Gefühl geschenkt hat.
So. Aber nix mit Finesse :-(. Überhaupt nix mit Reiten :-(. Und wahrscheinlich ein Weilchen nicht :-(.
Nein, nix Schlimmes... Billy hat nur einen grooooßen Biss - und zwar mitten in der Sattellage, genau dort wo ich mich gern hingesetzt hätte. Hinter dem Widerrist, genau quer über der Wirbelsäule ist die Haut scheußlich abgeschabt. Das kommt davon, wenn man beim Driving Game erst bei Phase 4 reagiert, gell, Billylein? Ins Bein hatte ihn auch wer gebissen, das war rund um die felllose Stelle etwas geschwollen, wahrscheinlich grade frisch reingebissen - scheinbar geht es grade rund in der Herde.
Ich habe ihn also erstmal verarztet, indem ich die an der Wunde angetrockneten Haare rausgezupft habe, was er ganz und gar nicht gutgeheißen hat - aber wenn ich zurückdenke - vor 2 Jahren hätte er mich vermutlich noch zu erschlagen versucht... heute erklärt er mir nur, dass das jetzt aber schon langsam unangenehm wird.
Nun gut. Ich hoffe das heilt bald. Reiten in nächster Zeit kann ich mir abschminken. Ich hoffe nur, dass ich zum Wanzenried-Kurs wieder oben sitzen kann; wenn nicht, wäre das schon sehr schade - obwohl es natürlich auch am Boden genug zu erarbeiten gäbe.
Da ich außer Finesse keinen Plan B hatte, wurde das heute dann eine recht planlose Einheit. Wir hüpften ein bisschen über unsere neue Tonne (und ich freu mich seeehr, dass weitere Tonnen angekündigt wurden - angeblich wird es bis zu 8 geben!!! Und wir werden sie mit Kuhmuster bemalen *juhu!*), machten ein bisschen Circling Game mit Bedacht auf korrektes Send, versuchten uns ein bisschen in "don't change gait" im Galopp und übten die Weave im Trab nun On Line (1 Länge hat geklappt *freu*).
Dann noch ein Spaziergang mit Gras-Snack.
Sonntag, 17. April 2011
Wir sind ein wenig gemeinsam spazieren gegangen, mit Gras-Picknick dazwischen. Und hie und da ein Stückchen gemeinsames Joggen. Dabei hab ich die interessante Beobachtung gemacht, dass Billy hier total freundlich neben mir hertrabt. Deshalb interessant, weil er im Viereck oder in der Halle immer sein "ich treib dich"- Gesicht aufsetzt, das in letzter Zeit schlimmer wurde. Bzw. kann ich nicth genau sagen, ob das das "ich treib dich"-Gesicht ist oder ob er einfach nur angefressen schaut - jedenfalls sind die Ohren hinten. Im Gelände gemeinsam traben: Pferd hat Öhrchen vorn und sieht äußerst freundlich drein. Interesting!
Außerdem haben wir weiter das Schwenken der Vorhand auf mich zu geübt und dabei die schlechtere Seite (rechts) der besseren angeglichen. In beide Richtungen gehen nun mehrere Schritte relativ flüssig, auch eine 360° Drehung ist möglich, mit sekundenweisen Unterbrechungen. Die braucht er scheinbar, um die Beine zu sortieren. Wenn ich schneller möchte bzw. diese Unterbrechungen weglasse, dann beginnt er vorwärts zu gehen oder mit dem Hinterteil auszuweichen oder oder oder ... mache ich langsam, dann bemüht er sich so richtig. Er hat jedenfalls absolut kapiert, dass es gewünscht ist, dass er die Hinterhand an einer Stelle stehen lässt und vorne die Beinchen kreuzt. Kluges Pony!!
Donnerstag, 14. April 2011
Liberty - Vorhand zu mir
Nur der linke Hinterfuß macht mir Sorgen, der Huf ist nämlich warm. Hufpflegerin konnte nix erkennen (Zufall, dass sie gerade heute da war). Billy hat ein kleines Cut seitlich der Fesselbeuge, vielleicht kommt es daher. Kein Lahmen und nirgendwo Schmerzreaktion. In der Halle sogar ausgesprochen gehfreudig heute. Mal schauen wie es morgen ist. Ich hoffe er brütet da unten nicht wieder eine Phlegmone aus :-(.
Wir hatten vor dem Termin noch etwas Zeit und um zu testen ob er lahmt sind wir in die Halle gegangen. Kein Lahmen, ein sehr motiviertes Pferd, also haben wir ein paar Denkspiele gemacht.
Ein bisschen die Weave im Schritt wieder geübt, Billy bleibt schon etwas seltener in der Mitte stecken und wir können immer öfter eine Länge oder sogar einen Hin- und Her-Durchgang vollständig ohne "Fehler" bei den Hütchen gehen.
Außerdem habe ich at Liberty geübt, dass er nun - nach dem Hinterteil, was wir zuletzt geübt haben - die Vorhand zu mir her schwingt, wenn ich den STick über seinen Rücken und Richtung äußere Schulter hebe. Das haben wir bisher nur ganz kurz immer gemacht und hie und da einen zufälligen Schritt bekommen. Heute war das viel viel besser, v.a. nach links. Mit der richtigen Motivation zur richtigen Zeit konnte man richtig das Hirn rattern sehen ;-). Und schwuppdiwupp, nach kurzer Zeit schafften wir 360° Drehung auf der Hinterhand auf mich zu, wirklich toll. Noch gibt es ganz kleine Päuschen dabei, um ihn zu bestätigen, aber das dauert sicher nicht mehr lange, bis wir es ganz flüssig machen können. In die andere Richtung war es etwas schwieriger, da konnte Billy die Vorhand nicht von der Hinterhand unterscheiden und schwang letztere in meine Richtung oder versuchte ganz seitwärts zu gehen, weil er nicht verstand. Zum Schluss haben wir ein paar Schrittchen zusammengebracht.
Als nächstes werd ich dann die Genauigkeit der Kommunikation überprüfen, indem ich abwechselnd Vorhand und Hinterhand sauber und isoliert zu mir her hole - dann haben wir auch bald ein "richtiges" Seitwärts. :-)
Montag, 11. April 2011
Wenn ich 4 Hütchen in die Mitte der Halle stelle in eine Reihe, habe ich das Problem wie zuletzt, dass Billy mir am 2. oder 3. Hütchen abhanden kommt. Das Umkreisen am Anfang und Ende der Pylonenreihe klappt super, aber der Draw nach dem 2. Hütchen ist zu wenig, um ihn wieder zu mir zu holen.
ich hab dann die Hütchen auf den 2. oder 3. Hufschlag an der Wand entlang gestellt, da wurde es ein bisschen leichter, weil er nicht so weit abhanden kommen kann ;-). Außerdem habe ich begonnen, keine Pausen mehr am Anfang und Ende der Reihe zu machen, sondern nach dem 2. Hütchen, wenn der Draw gelungen ist. Kurze Pause bei mir, dann weiterschicken, außen rum und wieder zurück zum problematischen Hütchen, dort wieder Draw zu mir und wieder Pause. Ich glaube das hat etwas genützt.
Zum Schluss habe ich aufgehört, als wir einmal hin und her ohne "Fehler" im Muster geschafft haben. Flüssig geht das aber noch gar nicht.
Schließlich hab ich noch etwas Stick to Me im Trab gemacht und dann begonnen, ihn während des Trabs mal vom Hufschlag bei den Hütchen "wegzuziehen" zu mir und wieder zum Hufschlag hinzuschicken. Tatsächlich haben wir so in jede Richtung eine ganz passable Schlangenlinie geschafft.
Billy wird beim Stick to Me momentan etwas frech, nur im Trab... ich muss das wieder abstellen.
Samstag, 9. April 2011
Zur Verbesserung half vor allem meine Erkenntnis, dass das ganze noch zu schlecht klappt, weil v.a. unser Angaloppieren nicht punktgenau funktioniert. Ich war schleißig damit, und Billy nutzt es aus. Er galoppiert brav an, aber er lässt sich Zeit, und galoppiert nie früher als Phase 3 (Bein) an. Phase 1 wäre Energie hoch, Phase 2 ein Doppelzungenschnalzer. Phase 2 wäre mein Ideal, oder eine länger Phase 1 (ein bisschen Zeit zum Beine-Sortieren möchte ich ihm schon lassen).
Also hab ich die Galoppwechsel mal aus meinem Kopf verbannt und an Trab-Galopp-Trab-Übergängen gearbeitet. Immer nur ein paar Tritte Trab --> Angaloppieren. Paar Sprünge, gleich wieder Trab. Anfangs brauchte ich viele Phasen 4, aber schon bald klappte - wie ich es wollte - das ganze schon auf Phase 2.
Noch die andere Hand geübt, bis es da genauso gut wurde, und ganz zum Schluss dann dasselbe inklusive einer Diagonalen und dann eben zuerst den einen, dann den anderen Galopp. Um es einfachen Galoppwechsel zu nennen war wohl noch zu viel Trab dazwischen, aber das wird nun schon werden.
Freitag, 8. April 2011
Horsenality Abend
Vorher hatte ich kurz Zeit um ein bisschen Undemanding Time mit Billy zu verbringen, in Form eines kurzen Spaziergangs mit ziemlich vielen Graspausen. Viel wächst bei uns aber noch nicht... Ein bisschen sind wir auch noch nebeneinander hergejoggt, das klappt jetzt schon toll!
Dann ging der Abend los, zuerst mit Theorie; ich kannte zwar schon so ziemlich alles, aber Martins kabarettistische Einlagen waren es auf jeden Fall wert ;-). Und ein bisschen Wiederholung schadet nie.
Nach 1-2 Stunden Theorie gingen wir alle in die Halle und bekamen anhand von 3 unterschiedlichen Pferden deren Horsenalities anschaulich erklärt.
Das erste Pferd war vom eigenen Stall, unser allbekannter LBI. Er demonstrierte seine Horsenality anschaulichst in allen Facetten und biss gleich mal ein Loch in Martins Kuhmustertonnenüberzug *g*. Martin zeigte uns, wie man ein solches Pferd zu mehr Elan motiviert.
Danach kam ein Pferd, das Martin selbst mitgebracht hatte, ein knapp 3-jähriger Trakehner(?)-Hengst, der uns deutlich den Unterschied zwischen dem LBI und LBE zeigte :-). Ein tolles Pferd!
Danach wollten wir noch mehr sehen und eine weiter Stute aus unserem Stall wurde ausgewählt, deren Charakter ziemlich weit über das Horsenality-Spektrum verstreut liegt. Sie war das interessanteste Pferd des Abends, eben weil nicht leicht einzuordnen. Sie hatte leichte RBI Tendenzen, aber war im Grunde doch eher LB und eher extrovertiert. Anhand der herumliegenden Plane durften wir mal alle sehen, wie "Annäherung und Rückzug" richtig gemacht wird, das zeigte uns die Stute nämlich ganz von sich aus, wir beobachteten nur. So konnte man toll sehen, wie es in der Natur des Pferdes liegt, sich beängstigende Dinge zuerst aus der Ferne schorchelnd anzusehen, dann einen Rückzug zu machen, nach einer Weile dann wieder etwas näher an die Plane heranzugehen, nach einem wilden Schnorchler wieder Rückzug anzutreten, usw., immer ein Stückchen näher, bis sie dann schon fast drüberlief. Ähnlich bei den Tonnen und beim Ball. Das war wirklich spannend. Der Besitzer bekam dann noch ein paar Umgangstips (wie z.B., langsam anzufangen, aber dann durchaus Aufgaben zu stellen, sobald sie Left Brain wird, was ziemlich schnell der Fall war).
Sehr interessant war dann Martins abgeänderte Verwendung des Horsenality-Charts im Hinblick auf die Stute. Statt nun die einzelnen Eigenschaften durchzugehen, verwendete er die beiden Achsen wie ein Koordinatensystem. Die x-Achse als quasi "neutral" zwischen introvertiert und extrovertiert, die y-Achse als "neutral" zwischen Left Brain und Right Brain. Er fing dann an, das Verhalten der Stute zu analysieren und ihren "Punkt" innerhalb des Koordinatensystems zu finden. Er schätzte sie insgesamt als mehr extro als intro ein und als relativ genau zwischen Left- und Right brain, vielleicht etwas mehr auf der Right Brain Seite, weil sie so leicht zu verunsichern war. Also bekam sie nach diesem System dann quasi einen "Punkt" im RBE-Quadranten, aber eher zur Mitte hin, d.h. nah an den anderen Horsenalities. Das war echt interessant.
Am Schluss saßen wir dann noch bei ein paar Snacks zusammen und konnten noch Fragen stellen und plaudern.
War ein wirklich netter Abend!
Horsenality Charts
LBI und LBE verteile ich heute fast gleichmäßig. Deutliche Zugewinne bei RBI. Hmmmm. Und fast alle Eigenschaften bewegen sich auf die Mitte zu, es gibt kaum noch "extreme" Eigenschaften.
All die Angaben sind aus dem Bauch heraus, in dieser Minute. Könnte morgen ganz anders aussehen ;-).
Die Entwicklung findet ihr auch auf der Seite "Horsenality Charts".
Donnerstag, 7. April 2011
Heute haben wir angaloppieren und in der Ecke eine Art großes Umkehrt-Wechseln im Galopp probiert. Die Wendungen haben sehr gut geklappt, nur auf Bein (was, wie ich mich selbst aber auch immer erinnern muss, schon Phase 3 bedeutet). Billy blieb brav und relativ mühelos im Galopp. Wir können also schon auch engere Wendungen reiten, er teilt sich sein Tempo jetzt besser ein. Vielleicht kann ich bald mal wieder ein Cloverleaf im Galopp probieren - letztes Jahr war das noch absolut unmöglich, hab ich nur einmal probiert.
Nach dem großen Umkehrt-Wechseln ritten wir im Galopp zum Hufschlag zurück und parierten dort in Trab.
Das ist das, was noch Übung benötigt - Billy pariert zu abrupt durch (von sich aus, wenn ich nur die Energie runterlasse reicht das), meist wird es Schritt, oft sogar eine Haltparade. Ich schätze, das hab ich uns angewöhnt, weil ich so viel ohne Sattel reite und eine Parade vom Galopp zum Schritt oder zum Halten ist für beide da weit angenehmer und einfacher als eine Parade vom Galopp zum Trab. Das müssen wir also üben, ging dann auch ganz gut, mit der Übungsfolge:
- Angaloppieren am Beginn der langen Seite.
- Groß angelegtes Umkehrt Wechseln am Ende der langen Seite im Galopp
- Trabparade beim Erreichen des Hufschlags
- Weiterreiten im Trab auf dem Zirkel, bis sich der Trab wieder beruhigt hat und Billy entspannt den Hals fallen lässt,
- dann wieder angaloppieren und dasselbe auf der andern Hand.
Billy war heut wieder so komisch guckig am Viereck am Anfang, er schaut überhaupt nicht wohin er geht, irgendwas ist da oben, was ich nicht sehe, schon seit einer Woche. Er stolpert über die Viereckumrandung weil er nicht schaut wohin er geht, das ist unlustig. War deshalb heute irgendwie ungeduldig und zu streng mit ihm.
Zum Abschluss dann wieder rückwärts, ein nicht-beschreibungswürdiger K(r)ampf für ein paar Schrittchen *seufz*.
Video: Her mit dem Popo :-)
Als nächste Stufen zur Verbesserung möchte ich
- darauf achten, dass das Hinterbein richtig und gut kreuzt
- natürlich niedrigere Phasen
- flüssigere 360°
Mittwoch, 6. April 2011
Video: Figure 8 Trab
Viel Spaß!
Sonntag, 3. April 2011
Aufgewärmt haben wir wieder mit einer 20 Minuten Rund-um-den-Stall-Runde, Billy ganz cool.
Auf dem Viereck war die Coolness kurz weg, ich weiß nicht warum. Er fixierte einen Punkt am Horizont, konnte nix erkennen, war irgendwie aufgeregt, für seine Verhältnisse flotter als üblich, klebte in den Ecken fest und verließ auch mal kurz das Viereck *tsts*.
Habe deshalb das Thema Galopp erstmal aufgegeben und ließ ihn traben, immer schön Zirkel, drauf geachtet dass wir schön durch mein aufgebautes "Pylonen-Tor" by X grad durchtraben und keine allzu ovalen ostereier machen, und dabei den Trab halten können, hie und da ein Handwechsel. Schließlich hat er stark abgeschnaubt und Kopf kam wieder tief wie üblich und er lief entspannt seine Runden.
Darauf bin ich zum GAlopp übergegangen, zu einfachen Wechseln kam ich nicht, musste erstmal die Zirkel erarbeiten. Abwenden klappte ganz gut, linke Hand war schlecht, und Billy wurde nach anfänglichem Bemühen langsam stinkiger und mochte nicht mehr so wirklich galoppieren; konnte es ihm auch nicht recht verübeln, es hatte 25° und er ist seinen Winterpelz zwar großteils, aber noch nicht ganz los und hat ordentlich geschwitzt.
Die Wechselversuche scheiterten dabei noch am stärksten an den abrupten Übergängen nach unten, die nicth so gedacht waren, dass er das geringste Zeichen zum Anlass nimmt, aus dem Galopp alle Viere in den Boden zu stemmen ;-) - und danach nicht mehr los zu wollen.
Nun ja, ich habs dann nach ein, zwei schönen Zirkeln auf jeder Hand sein lassen.
Hab ich ja nun noch nicht oft probiert, klar kanns nicht gleich funktionieren.
Dann allerdings kam wieder Frust auf: Das Rückwärts gehört einfach geübt und geübt. Ich will das besser haben *jammer*. Aber nix ging. Gar nix wieder mal. Ein paar Schritte, sehr gezwungen, konnte ich regelrecht "rauspressen", aber das kanns ja nicht sein *seufz*. Ich dachte ich könnte mit dem verbesserten Porcupine an der Nase vom Boden aus vielleicht auch im Sattel was bewirken, aber nö. War letzte Woche ja noch besser.
Ich lechze nach dem Wanzenried-Kurs, wieder mal... hoffentlich kann der helfen - endlich mal die Ursache für diese Totalverweigerung finden, das wärs ja schon... bisher hat die Hilfe der Instruktoren meist während des Kurses ganz gut geholfen, aber kaum auf mich allein gestellt bzw. nach einiger Zeit, geht es wieder von vorn los, und ich weiß nicht warum. Bilde mir ein, alle Tips und Ratschläge zu beherzigen. Jeder neue Ansatz funktioniert irgendwie eine Weile, bis Billy zu beschließen scheint, dass er von nun an auch diese Aufforderung zum Rückwärts ignorieren wird....
Samstag, 2. April 2011
Porcupine an der Nase, also rückwärts, war viel viel feiner. Arg wie viel einmal anständig Üben bringt. Ich vernachlässige das viel zu sehr. Weniger Abwehr, schnelleres Reagieren, sanftere Phasen. ich mach ein bissl ein Porcupine-Yoyo draus: Hand an die Nase, paar Schritte rückwärts bis das fein geht, kurz pausieren, mit Zug am Seil vorwärts, dann wieder rückwärts; Manchmal auch Pferd je nur 1 Schritt vor und zurück "schaukeln".
Danach wieder Traveling Circles mit Galopp, diesmal am 14m Lasso. Und siehe da, war etwas besser (abgesehen vom Rope-Handling *verwickel*), er hat sich sehr bemüht, wenn er auch den Galopp nie besonders lange hält.
Dann haben wir noch ein bisschen gefilmt, ein paarmal die Figure 8 im Trab, klappten super. Mit etwas glück gibts das Video hier vielleicht bald.
Und dann noch - auch gefilmt - die Hinterhand zu mir, einschließlich Hintern weg, Hintern her, Hintern weg, Hintern her, was nun klappt :-) (wollte schauen, ob er es eh noch unterscheiden kann und nicht beim nächsten Mal, wenn ich die Hinterhand dringend WEG haben will, sie erst recht auf mich zukommt *g*). Klappte sehr gut :-)
Freitag, 1. April 2011
Zuerst hab ich "Hinterhand zu mir" weitergeübt, das geht nun gut auf Phase 1-2 auf der linken und Phase 2-3 auf der rechten Hand. Auf der linken Hand auch schon recht locker 360°, auf der rechten Hand muss ich da etwas öfter ein nicht erwünschtes Vorwärts korrigieren.
Dann wieder etwas Schwung geholt und Traveling Circles gemacht, diesmal im Galopp. Letztes Mal waren die ja sehr gut, aber echter Schlurftrab und ich seeehr langsam ge"traveled". Heute ging ich etwas schneller und wollte Galopp. Billy konnte nicht so richtig, er zog - äußerst ungewohnt für mich - stark nach außen, trabte meistens nur schnell. Habe dann beschlossen, dass das 7m-Seil dazu einfach zu kurz ist und hab mich mit dem flotten Trab begnügt. Da konnte ich dann auch in etwas normalerem Tempo geradeaus gehen, während Billy ziemlich flott um mich zirkelte. Sehr brav.
Dann noch das stets vernachlässigte Porcupine an der Nase (rückwärts) verfeinert, zuerst gabs da viel Opposition Reflex, wurde besser und besser und schließlich recht fein für unsere Verhältnisse.
Schließlich wieder die Figure 8 im Trab, und das war gleich so gut, dass ichs nach 2-3x Pattern gleich gelassen habe. Keine Anlaufzeit mehr (bisher dauerte es immer ein Weilchen und mehrere Erinnerungen, bis er den Trab hielt). Morgen möchte ichs vielleicht mal filmen, dann darf das eine Zeitlang ruhen, weil es so gut geworden ist :-). Freu mich sehr da drüber!
Dienstag, 29. März 2011
War eine schöne Einheit!
Begonnen hab ich damit, das Seitwärts Zu Mir wieder aufzufrischen. Billy hat es sich gemerkt. Der Hintern kommt auf Phase 1-2 auf mich zu, das Vorderende auf Phase 2-3. Nach dieser Auffrischung dann kombiniert: Ein SChrittchen mit der Hinterhand, ein Schrittchen mit der Vorhand, ein SChrittchen mit der Hinterhand, ein Schrittchen mit der Vorhand. 2-3 Schritte Seitwärts (Hinterhand und Vorhand dann mehr oder weniger gleichzeitig) haben wir auch hingekriegt, und dann hab ichs gleich wieder gut sein lassen (v.a. weil mir der Arm erlahmt, wenn ich ihn als Signal so lang hochhalte *g*).
Ich habe Billy dann Seitwärts zu den aufgestellten Tonnen geschickt, das klappt gut, er geht zwar immer noch vorwärts dabei, und wenn ich das verhindern will, muss ich hohe Phasen anwenden, aber er versteht trotzdem sofort prinzipiell was ich will und ist willig, das seitwärts umzusetzen - eben noch nicht so genau wie ich möchte, aber immerhin überhaupt ;-).
Bei den Tonnen sind wir zur Figure 8 übergegangen, zuerst im Einschlaf-Schlurf-Schritt, den ich versucht hab etwas peppiger zu bekommen. Noch kein Trab, aber einfach peppigerer Schritt. ging ganz gut, wenn ich wirklich konsequent bin (und wenn ich das auch ausschließlich immer wäre, wär es vielelicht bald überhaupt gegessen, dieses Thema).
Dann langsam langsam das Tier mental eingestimmt, dass man auch traben könnte. Immer wieder nur die Energie hoch, und wenn er wenigstens 1-2 Trabtritte macht zwischen den Tonnen, gut. Dann werden die Trabtritte bald von allein immer mehr und schließlich haben wir wirklich suuuuper-8er hingelegt :-). Mindestens 10 hintereinander, in einem tollen Rhythmus.
Dazu kann ich erwähnen, dass mir die - ich glaube - Liberty-Patterns-DVD geholfen hat, die ich letztens wieder einmal geschaut hab. Da erklärt Pat bei der Figure 8, dass er beim Drive ausatmet und beim Draw einatmet. Wenn ich ehrlich bin, ich machs genau umgekehrt (Energie hoch: laut hörbar durch die Nase einschnaufen - wie viele Bernie-Schüler *ggggg*). Ich atme aber auch beim DRaw ein, habe ich dann beobachtet (und ziehe quasi den Nabel zurück udn gehe dabei rückwärts). Heut hab ichs nach der pat-Methode mit Aus- und Einatmen probiert und es lief dann super. Ich muss ich auch nicht mehr groß bewegen, zum Schluss konnte ich das 7m-Seil (Feather Line natürlich, hab ich schon erwähnt dass ich die Dinger liebe? *ggg*) ziemlich am Ende halten, für den Draw kurz einholen (hing aber durch, einholen nur, damit er nicht stolpert drüber), einatmen, zu mir ziehen, 2 Schritte rückwärts, mit dem nächsten Atemzug ausatmen, Drive, Seil weider aus der Hand gleiten lassen, 2 Schritte vor.
Wurde ein richtig meditativer Rhythmus: Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive, Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive, Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive, Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive, Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive, Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive, Ein-Zurück-Draw, Aus-Vor-Drive. Und das Pferd die ganze Zeit in schönem langsamem Trab. Beim Drive legt er zwar immer noch die Ohren leicht zurück, aber ganz grantig schaut er nicht mehr. Nur wenn mein Drive zu stark wird - stärker als nötig, oder wenn ich unnötigerweise glaube, den STick verwenden zu müssen, obwohl er eh trabt. ;-).
Dann haben wir noch ein paar Traveling Circles gemacht, die waren toll, bis Frauli mal wieder ungeduldig war *schäm*. ich bin eine Länge im Viereck ganz langsam auf und ab gegangen, Pferd trabte ohne Gangänderung wirklich perfekt um mich rum. Er hielt den Abstand ein, er blieb in Trab, er passte auf die Tonnen auf und trabte ohne jegliches Zögern über das Cavaletti, als das im Weg stand. Er machte einen Super-Handwechsel und wir wanderten das Viereck in die andere Richtung. Und kurz bevor ich aufhören wollte, da verfiel er hinter meinem Rücken in Schritt und ich hab mich sooo geärgert weil das da am Schluss passierte (als ob das nicht wurscht wäre?!?!) dass ich auf Phase 1,2 und 3 gleich ganz vergessen hab und ihn heftig vorwärts getrieben.
Gut, dann hat er mir gezeigt, was er davon hielt, und ich hab mich entshculdigt und wir haben noch eine schöne Runde entspannten Trab gemacht und dann lange Pause. In den Hintern könnte ich mich beißen. Nun ja, aber es ist nix kaputt, denk ich.
Am Schluss hab ich wieder das Stick to me im Galopp probiert, hat aber heut nicht geklappt, er ist nicht angaloppiert, kam nur im Trab ins Rennen, und mir ging dann die Puste aus. Finster war es auch schon, also sind wir im Trab-Stick-To-Me direkt aus dem Viereck und gemeinsam zum Putzplatz getrabt, wo's noch Fressi gab und dann ab nach Hause für uns beide :-).
Sonntag, 27. März 2011
Es hat geregnet, die Halle stand aber mehr unter Wasser als das Viereck *lol* (gut gemeinter Bewässerungsversuch unseres Stallbesitzers lief scheinbar aus dem Ruder *g*). Also Hut auf und los im Regen. Schließlich hat es keine Minusgrade mehr, also nur kein Weichei sein ;-)
Wir haben unseren 8er im Trab geübt und das wird nun langsam aber sicher eine Selbstverständlichkeit, dass das geht. Ein bisschen Anlaufzeit bruachen wir aber immer. Sehr gut hat sich dabei bewährt, 8er und Zirkel abzuwechseln - sodass Billy nicht weiß, was kommt. Er soll mal um den einen Pylon zirkeln, dann gehe ich ein Stückchen weiter (traveling circles), lasse ihn um den anderen Pylon zirkeln, dann mal um beide, und dann verlang ich einen Handwechsel um die Pylonen, also einen halben Achter, dann wieder Zirkel, und dann schließlich mehrere Achter hintereinander. So funzt das super.
Auch On Line gibts nun ein Highlight zu berichten: Stick to Me im Galopp haben wir eine ganze Zirkelrunde lang gemacht. Ich wusste dass es geht, denn letztens klappte das ja sogar at Liberty - aber nur 2, 3 Sprünge.
Ich bin dabei etwas skeptisch und es liegt außerhalb meiner Comfortzone, eindeutig... Billy legt schon im Trab die Ohren an und wird leicht übermütig. Bisher hab ich das nicht weggekriegt. Er klebt sich im Trab auch gern wirklich dran an mich, und ich war nicht sicher, ob ich ihn im Galopp auf etwas größeren Abstand halten kann - da will ich ihn einfach nicht so knapp an mir haben. Klappte aber super :-).
Links allerdings vorerst nur. Rechte Hand (also ich rechts von ihm) klebt er sich sehr an mich, da ist Abstand schon im Trab manchmal nur mit größerem Driving Game möglich, beim Versuch anzugaloppieren wurde er nur schneller im Trab, ich galoppierte, er nicht und wurde auch frecher (vom Gesichtsausdruck her, auch wenn es keine frechen "Aktionen" gab) und mir eher mulmig. Werde das auf der linken Hand weiter üben, bis wir beide da mehr Sicherheit haben, und dann erst rechts.
Trotzdem, toll war das :-)
Freitag, 25. März 2011
Abgesehen davon, dass Billy das Gebiss noch immer nicht gern reingeben lässt (wieder fällt auf: mit viel viel Zeit geht es dann irgendwann "leicht", ohne Kampf, er macht dann auch das Maul freiwillig auf - aber davor gibt es immer die Phase, wo er versucht, auszuweichen), nimmt er es ansonsten mittlerweile beim Reiten super an. Er zieht richtig schön in die Hand, aber nicht zu fest. Manchmal will er sich zwar schon auch drauflehnen, aber das kann man recht einfach korrigieren.
Worauf ich momentan sehr sehr achte ist dass nicht geschlurft wird - schon beim Aufwärmen am hingegebenen Zügel (also FreeStyle). Ich mache immer zuerst ein bisschen FreeStyle zum "Schwungholen", und wenn es dann gut geht, versuche ich erst den Kontakt herzustellen. Das klappt ganz gut!
Mittlerweile ist die Anlehnung (ich trau mich es jetzt mal so zu nennen ;-) ) im Schritt recht gut und gleichmäßig. Das frühere wilde Kopfschütteln entfällt, er versucht nicht mehr sich einzurollen oder im GEgenteil den Kopf nach unten und mir die Zügel aus der Hand zu reißen. Und neuerdings klappt es auch, mit diesem Gefühl gleichmäßigen Kontakts Übergänge vom Schritt in den Trab und vom Trab in den Schritt zu machen.
Dazwischen hat mir Billy ein paar wirklich wirklich tolle Trabtritte geschenkt, mein Freund am Viereckrand war auch begeistert: "der federt richtig"! :-) Genauso hat es sich auch angefühlt, weich, federnd, ein Traum zu sitzen, aber nicht das übliche "Schlurf-Sofa-Feeling", sondern der Motor war an unter meinem Popo :-), und auch noch gebogen durch die Ecke, wow. Und ich bin wieder mal stolz, dass ich nach dieser Ecke und der folgenden kurzen Seite Schritt pariert hab, bevor es wieder schlechter wird, viel gelobt und lange Pause, und dann wieder zur Entspannung etwas FreeStyle.
FreeStyle hat mich Billy wieder mit überraschendem Speed im Galopp erfreut. Er reagiert echt schon super auf noch mehr erhöhte Energie im Galopp und gibt alles - ich hab auch das Gefühl, dass ihm das momentan Spaß macht, möglichst schnell übers Viereck zu flitzen :-). Darf er dann auch, und wie immer - auf Ausatmen sind wir wieder in Schritt.
Der Vorwärtsdrang hat sich dann bezahlt gemacht, als ich etwas neues in Finesse probiert habe: ... can you... angaloppieren mit Kontakt? Ja er kann! Nicht nur das, er zog auch im Galopp angenehm nach vorne ins Gebiss und hat mir dann die vielleicht 5 besten Galoppsprünge ever geschenkt. Wieder "federnd", kontrolliert, kräftig, butterweich und gebogen durch eine Ecke (bisher schrammen wir da eher FreeStyle durch, muss ich zugeben).
Wow, ein tolles Feeling.
Das Pferdchen kann wenn es will :-)
Zum Abschließen habe ich noch altbekanntes geübt: Figure 8 FreeStyle im Trab (war zuletzt besser) und natürlich auch das Rückwärts. Hier klappt weiterhin die "Abwarten und Tee trinken" Strategie am besten. Die Wartezeit ist kürzer, und das letzte Rückwärts war völlig fließend und noch bevor ich alle Phasen durchlaufen bin. Ich muss mir hinter die Ohren schreiben, dass ich hier nicht mehr Druck mache, auch wenn ich ihn manchmal am liebsten anbrüllen würde *g*. Aber mehr Druck hat auf lange Sicht noch nie geholfen. Mal schauen wie sich das weiterentwickelt. Ich möcht das Rückwärts jetzt jedenfalls in jeder Reiteinheit ausführlich behandeln, solange bis es an diesem Tag halt gut geht.
Donnerstag, 24. März 2011
Ich habe viel zwischen FreeStyle und Finesse abgewechselt. Zaumzeug mit GEbiss drunter, Natural hackamore drüber. Ein bisschen viel Zügelgefummel, aber es ging so. Dann immer wieder abgewechselt zwischen Kontakt am Zügel und ohne Kontakt. Mit Kontakt bin ich vor allem Schritt mit viel Biegen geritten. Ich hatte 3 Pylonen am 3. Hufschlag an der langen Seite aufgestellt und hab um diese einfache oder doppelte Schlangenlinien gemacht. Billy hatte mehr Probleme, sich rechts gut zu biegen, ungewöhnlich. Probehalber hab ich mal probiert, was mit einer Konterstellung ist - und mit etwas Mühe hingekriegt :-).
Die FreeStyle Übungen dazwischen waren v.a. wieder Follow the Rail im Galopp, wobei mir Billy ausnahmsweise einmal ordentlich Speed geschenkt hat! War das toll!! Er hat super auf meine Anfeuerungen reagiert und hat 3 wirklich flotte Runden hingelegt, voll Elan, trotzdem sicher durch die Kurven ("vollkommen ausbalanciert" wäre vielleicht übertrieben). Er hat sich richtig gestreckt und alles gegeben, die Beschleunigung hat mich sogar Richtung Kruppe versetzt *lol*, er hätte mich fast nach hinten hin verloren (war ohne Sattel unterwegs, sonst hätte der das natürlich gestoppt). Konnte mich aber locker wieder zurechtsetzen ohne dass Billy den Höhenflug unterbrochen hat. Und auf ein "pffffff" (ausatmen), da ging das Tier wieder Schritt :-).
Dann haben wir uns noch sehr ausführlich der Figure 8 gewidmet, im Trab. Ich bin mal lange genug dran geblieben, bis ich wirklich nur noch Phase 1-2 brauchte und er nicht mehr in Schritt verfiel. Klappte gut am Schluss!
Und dann noch rückwärts. Da bin ich stolz auf mich, habe nicht die Geduld verloren. Tatsächlich tut Billy was man verlangt, auch auf niedrigere Phasen, aber nur, wenn man ihm die Zeit gibt, die er braucht. Ich sitze dann drauf, alle 9 STufen des 9-Step-Backup, das kann Minuten dauern, aber wenn ich warte, dann kommt irgendwann das Rückwärts. Es ging dann schließlich sogar leicht, und das Warten hat sich verkürzt. Da hatte ich eigentlich ein tolles Erfolgserlebnis....
... nur, wie krieg ich das irgendwann schneller? will er nicht oder kann er nicht, das ist hier die Frage! Ich erwarte weiter sehnsüchtig den Wanzenried-Kurs!!
Und obwohl diese Session eine sehr sehr gute war, war die Stimmung im Stall und meine sehr getrübt. Ein Pferd in unserm Stall musste nach langer langer schwerer Krankheit gestern endgültig und akut erlöst werden. R.I.P., du kleiner, tapferer, tapferer Hafi *schnüff* :-((
Dienstag, 22. März 2011
Wir haben zuerst an Isolation "Vorhandweichen" geübt. Schön, macht er ja brav, aber ohne Stick geht gar nix. Nein, ich muss ihn kaum einsetzen, aber solang der Stick in Neutral (nach oben zeigend) ist, geht nix. An der Schulter antipsen - dann gehts. Zwischendurch stellte Billy die Zusammenarbeit auch mal ganz ein (verstand ich, zuviel vom gleichen zu lange - laaangweiliiiiig!!!).
Dann Sideways - Billy hatte, für mich erstaunlich, klar Schwierigkeiten, das Sideways über eine Stange zu machen. Ohne die Stange ging es besser, aber mit klarer Vorwärtstendenz. Rückwärts zur Korrektur klemmt (völlige Arbeitsniederlegung von Billys Seite).
Also Rückwärts geübt. Nach viel GEduld und viel Verbrauch emotionaler Fitness (hat aber gelangt *stolzschau*) gings rückwärts. Am Schluss hab ich das nochmal geübt, da ging es besser (dass ich es zum Einheits-Schlussakt gemacht habe, hat Herr Billy sich gemerkt!), allerdings nur 2x ein Stückchen, dann fand Billy, dass Zeit ist Schluss zu machen. Ein 3. mal Rückwärts und etwas weiter war dann wieder Kampf. Schließlich ists gelungen, und DANN war Schluss *uff*.
Dann noch etwas Galopp, Follow the Rail, ich möchte einfach nur einen lockeren Galopp, der sich nicht anfühlt, als würde das Pferd bei jedem Schritt verfallen. Rechts ging das gleich, hab ich danach auch sofort gelassen. Links schlecht, das war schon viel viel besser. Also immer wieder angaloppiert, und schließlich haben wir dann doch soviel Schwung zusammenbekommen, dass ich nicht das GEfühl hatte, das Pferd tragen oder weiterschieben zu müssen, ich konnte locker sitzen und Beine und Becken ein bisschen entspannen für eine Runde, dann auch hier Schluss.
Pfuh.
Im Moment hab ich das Gefühl, das für jede Baustelle, die ich (mehr oder weniger) erfolgreich bearbeite, sich 10 neue auftun...
Sonntag, 20. März 2011
Weave at Liberty wird nicht mehr besser, die lasse ich lieber einmal ruhen.
V.a. planlos bin ich bei Freestyle. Dauernd üben wir dasselbe, armer Billy ... Dabei gibt es eben noch so viele Lücken, die kaum besser werden.
Am Wochenende bin ich viel Follow the Rail geritten mit möglichst viel Abwechslung, also Bahnfiguren und Handwechseln und Übergängen. Das Rückwärts war viel besser als zuletzt, keine Streitereien. DAfür aber auch nicht wirklich flüssig. Beim Vorhand-Weichen stecke ich auch fest. Es geht zwar schön sauber, und das ist mir das wichtigste, aber ich kann die Phasen momentan nicht verfeinern, und flotter wird es auch nicht (höchstens flotter, dabei aber unsauberer, aber das will ich ja nicht).
Wir sind viel galoppiert, aber immer noch fühlt sich das zäher an als ich möchte, dauernd möchte ich weitertreiben weil es sich so anfühlt, als würde er gleich wieder in Trab verfallen.
Unser Schritt ist wie in Zeitlupe. Trab auch.
Hm, ich brauch einfach bald wieder mehr Plan, sonst stecke ich fest.
Ich freu mich schon seeehr auf den Kurs mit Michael Wanzenried im Mai. Da bekomm ich hoffentlich frischen Schwung und Input bzw. Lösungsansätze alter Probleme (ich hoffe das Rückwärts in allen Variationen bearbeiten zu können und den Draw auf der recthen Hand).
Donnerstag, 17. März 2011
HAPPY BIRTHDAY BÜFFLI!
Jetzt bist du schon dein halbes Leben bei mir, ich hoff es werden noch viiiele Jahre mehr.
Dienstag, 15. März 2011
Finster war's, der Mond schien helle...
Wir haben viel Follow the Rail gemacht, mit Volten, Umkehrt Wechseln vom Zaun und zum Zaun, mit vielen Übergängen. Zum Schluss hab ich ein Rückwärts probiert, und siehe da, kein Kampf, Billy ging halbwegs willig rückwärts, und das war ein guter Zeitpunkt zum Aufhören. Hat auch ordentlich geschwitzt für seine Verhältnisse.
Ich bin dann noch in die Halle gegangen, um ruhig im Schritt zum Abschwitzen die Weave weiterzuüben. Da wurde mir dann auch klar, warum sich der Galopp beim Reiten so komisch "klemmend" angefühlt hatte - Billy musste mal für kleine Büfflis. Ja kann er das nicht gleich sagen? Dann noch genüßlich wälzen, und dann haben wir eben noch ein bissl mit dem Weave Pattern herumgespielt, aber großen Fortschritt gab es heute nicht. Billy war unkonzentriert, wollte wohl schon nach Hause, ich "verlor" ihn hie und da und ein herumstehendes Cavaletti war viel interessanter als ein Weave-Muster. Aber wir habens dann doch ganz gut hingekriegt.
Interessant finde ich, dass es Schwierigkeiten immer nur im dem 2. oder 3. Pylon gibt - immer mit dem selben (egal in welche Richtung). Nie gibt es Schwierigkeiten mit der Schleife um den letzten, immer ist es einer in der MItte, den er verfehlt, oder wo er mir abhanden kommt, oder stehenbleibt. Spannend.
Sonntag, 13. März 2011
Danach durfte Billy am Viereck wutzeln und dann hab ich wieder Weave at Liberty probiert für ein paar Minuten. Es ging schon etwas besser als letztes Mal, und 1x in jede Richtung haben wir es richtig und ohne "Fehler" zusammengebracht :-). Ich hab außerdem gestern abend die Patterns-Liberty-DVD angesehen und dabei gesehen, dass das ja im Round Pen vorgezeigt wird - ts, das ist ja viel einfacher! ;-). Da ich kein Roundpen hab, machen wir es auf einer geraden Linie.
Mit Stick to Me (d.h. ich bin die Weave mitgelaufen) haben wirs auch einige Male hin und Her im Trab gemacht. Es ist toll, wie er jetzt schon den Trab verlangsamen kann, um um so enge Kurven zu kommen, ohne die Gangart zu verlieren. Nach ein paar "Runden" bin ich nur noch auf einer Seite der Hütchen gelaufen und habe ihn im Trab wieder um jedes 2. Hütchen außen herum geschickt und das hat sogar geklappt, im Trab. Trotzdem muss das "Wegdriven" noch besser werden.
Samstag, 12. März 2011
Liberty: Weave
Zuerst ein bisschen Stick to Me in Schritt und Trab und Rückwärts. Dann bin ich das Weave-pattern einfach mit ihm gegangen als Stick-to-Me. Klappt natürlich hervorragend, seine Nase klebt an meinem Ellbogen. Dann habe ich am Ende des Patterns, beim Umdrehen ums letzte Hütchen, ihn die Hand wechseln lassen und begann langsam, nicht mehr um die Hütchen mit herum zu gehen, sondern auf einer gerade Linie zu gehen und ihn um jedes zweite Hüchten außen herum zu schicken; danach immer mehr Abstand.
Hat fürs erste Mal ganz gut geklappt. V.a. Anfang und Ende - hier war ich etwas skeptisch- wraen überhaupt kein Problem. 2x ist er mir beim DRaw von rechts etwas abhanden gekommen. Er wirkte verunsichert, wollte nicht herkommen, ging stattdessen seitwärts weg. Ich ließ ihn einfach, wartete ein bisschen und holte ihn dann wieder ab, ein bisschen Stick to me abseits des Patterns, um die Klebkraft zu erneuern ;-), und dann wieder weiter probiert.
Insgesamt ist das Problem eher, dass er zu sehr an mir klebt und ich ihn nicht wegkriege, um ihn um die Hütchen zu schicken.
Beim Stick to Me hab ich mich auch zum ersten Mal richtig getraut nach Galopp zu fragen, und es hat geklaaaaappt! Bisher hab ich das vermieden, er war mir immer zu nah irgendwie und ich wusste nicht genau, was passiert, wenn womöglich ein bisschen zu viel Übermut ins Spiel kommt ;-). Aber mittlerweile vertrau ich ihm mehr, merke ich.
Danach bin ich noch eine kurze Runde ausreiten gegangen rund um den Stall, nur mit Pad. Auch da merk ich, dass mein Vertrauen langsam wieder wächst. Auf der Lichtung gleich hinterm Stall gab es Holzsägearbeiten, da haben wir ein bisschen den großen Traktoren und Autos und Männern in bunten Helmen zugeschaut, war aber langweilig. Danach haben wir 4x das Gatschloch überwunden, bis wir es schließlich im Schritt geschafft haben. Jawoll, im Schritt! Ha! Dann konnten wir auch schon wieder nach Hause gehen.
Donnerstag, 10. März 2011
Wir konnten heute auf dem Viereck (das war zuvor einmal etwas schwierig, zu viel Ablenkung!) richtig gute Fortschritte machen.
Es klappen nun: Follow the Rail mit mir in Zone 5 fast am Ende vom Seil in Schritt und Trab; Schritt-Trab Übergänge auf Phase 1 *stolzbin*; Trab-Schritt-Übergänge auf Phase 1; Schritt-Halt auf Phase 2-3 (seltsamerweise); einfache Bahnfiguren: Zirkel und Diagonalwechsel; beim Diagonalwechsel hab ich geübt, das Seil von Zone 5 aus über Billys Kopf zu schupfen, damit es wieder auf der Innenseite ist - einmal ist mir das sogar im Schritt flüssig gelungen, die nicht so erfolgreichen Versuche hat Billy wie immer stoisch und cool als Friendly Game über sich ergehen lassen ("bleiben wir halt mal stehen und warten, bis Frauli auch soweit ist - sie kann das noch nicht im Schritt" *g*).
Außerdem haben wir 2 Mini-Schrittchen rückwärts geschafft, wenn auch auf höhere Phasen, d.h. ich musste mit dem Stick vorne rumwacheln, und das Seil etwas bewegen. Außerdem musste ich etwas weiter vor bis fast Zone 4, da hat es geklappt.
Da übe ich dann bei der nächsten Runde weiter, vorerst reichts einmal mit diesen schönen Ergebnissen :-).
Donnerstag, 3. März 2011
Mehr Zone 5
Wieder habe ich mit Stick to Me aus Zone1/2 begonnen. Wir haben ein wenig das Rückwärts aufgefrischt, das habe ich lange nicht gemacht, daher war es ziemlich eingerostet. Brauchte ein wenig radikaleres Entrosten, aber dann ging es besser als je zuvor! Ich habe dabei gemerkt, dass ich mich weniger ärgere und jetzt endlich in der Lage bin, Dinge als Spiel zu sehen - denn nix anderes macht der gute Billy mit mir, wenn er ausprobiert, wiiiie langsam er rückwärts gehen kann, bis ich reagiere ;-). Am Schluss klebte er wieder förmlich an meiner Schulter, auch rückwärts, Schritt, Trab. Ein bisschen Verspieltheit kam raus mit gefährlich hengstigem Kopfschütteln (und auch die Erkenntnis: vorbei die Zeiten, als Frauli sich davon ernsthaft beeindrucken ließ *g*).
Als das also alles gut geklappt hat, ließ ich mich wieder zurückfallen, bis ich in Zone 5 angelangt war. Diesmal hab ich nur die linke Hand geübt, die beim letzten Mal schlechter war. Diesmal konnte ich auch hier das 7m Seil ganz am Ende nehmen. Übergänge von Halt in Schritt und in Trab klappten auf bloße Energie - toll! Ich bin übermütig geworden und hab probiert, ob er so angaloppiert - ja macht er! Nur die ganze Bahn konnten wir so nicht halten, er bog auf den Zirkel ab und das ganze endete dann in einem Circling Game-ähnlichen Driving - macht aber nix. Anhalten klappte auch gut, interessanterweise aber am schlechtesten von allem. Wir können aber jetzt schon schön am hufschlag anhalten, ohne dass er sich umdrehen muss :-)
Danach hab ich noch etwas biegen und übertreten lassen und bin dann noch ein Weilchen mit Gebiss geritten. Billy nimmt das GEbiss schon wieder schlechter - immer bisher, wenn ich gewagt habe, es halt auch mal zu benutzen. Wir sind dann große Zirkel im Trab geritten mit dem Versuch, möglichst gleichmäßigen Kontakt zu halten - ohne Einrollen und ohne mich aus dem Sattel zerren, bitte (letzteres ist wesentlich häufiger und zeigt mir, dass Billy eher keine Berührungsängste mit dem Gebiss hat). Das wurde schon viel besser, die eine oder andere längere Strecke können wir schon schön manierlich traben, ohne dauernd das Ding im Maul loswerden zu wollen.
Gebiss ausziehen war leider wieder eine Katastrophe *argl*. Billy stand glaub ich minutenlang da, verzweifelt gleichzeitig das Gebiss loswerden wollend und Zähne zusammenbeißend. Tja, so wird das nix! Und ich daneben relativ hilflos, wie ich es ihm begreiflich machen soll, dass er einfach nur das Maul aufmachen und das Gebiss rauslassen soll....
Dienstag, 1. März 2011
Zone 5
Ich habe heute mit Billy ein Driving Game bzw. eine Art Stick to Me in Zone 5 geübt, On Line. Wir gingen nebeneinander her, wie er es ja kennt, dann hab ich mich langsam von Zone 2 nach hinten fallen lassen - zuerst eine Weile in Zone 3, dann 4, und wie selbstverständlich konnte ich nach einiger Zeit in Zone 5 hinter ihm hergehen - manchmal leicht versetzt nach innen, manchmal aber auch direkt hinter ihm am Hufschlag - das 7m Seil hielt ich nur am Popper fest.
Nachdem das so gut geklappt hat, habe ich ein paar Schritt-Halt-Schritt-Übergänge eingebaut, und die haben funktioniert. Einfach so. Ich blieb stehen, er blieb stehen. Ich fuhr die Energie hoch und ging los, er ging los. Das war so einfach, direkt unheimlich. Wir sind auch Zirkel gegangen, das hat genauso gut geklappt. Für geradeaus musste ich dann höchstens ganz leicht meinen Stick nach vorne heben, so quasi als seitliche Begrenzung. Auf der linken Hand passierte es etwas öfter, dass er in die Mitte kommen oder sich sogar zu mir umdrehen wollte, aber das konnte ich auch recht einfach verhindern, ohne großen Druck. Auf der linken Hand war das Stehenbleiben auch nicht ganz so einfach, da versuchte er sich nach rechts zu drehen, und ging dann 2 Schritte seitwärts. War aber nur Verwirrung, ich konnte ihm schnell und leicht erklären, was ich möchte.
Der absolute Höhepunkt war dann, dass ich dachte, ich probiere mal antraben. Hab also hinter ihm einfach mal geschnalzt (ist auch unser Stimmkommando vom Sattel aus), Energie hochgefahren und bin losgetrabt, und er gleichzeitig vor mir! Das hat links und rechts geklappt! Ich war echt baff und hab mich sehr gefreut.
Das war ja wirklich einmal eine ganz ganz neue Übung, und man konnte deutlich sehen, dass sie Billy mental gefordert hat, das Maul ging fast in einem fort :-). Nicht hektisch, aber kräftig diese neuen Erfahrungen verdauend ;-). So deutliches Schlecken bekomme ich sonst meistens nur, wenn es eine ordentliche Phase 4 setzen musste...
Danach bin ich noch etwas geritten, Finesse. Gebiss war wie zuvor relativ schnell drin, aber ich bin gespannt ob das so bleibt, nun, da ich mehr am Gebiss mache.
Ich habe am 2. Hufschlag ein paar Hütchen aufgestellt und bin im Schritt Schlangenlinien geritten, einfach um zu versuchen, das Tierchen biegsam zu machen und "durchzukneten". Dürfte funktioniert haben - zum Schluss habe ich vor dem Absitzen am Gebiss vorsichtig laterale Flexion gefordert und er hat sie mir auf beide Seiten butterweich gegeben (und geben können, im Unterschied zum letzten Mal).
Geradeaus sind wir auch ein bisschen getrabt, wobei ich versuche den Kontakt aufrecht zu erhalten. Billy gehört eindeutig zu den Pferden, die das Gebiss nicht vermeiden, sondern tendiert eher zu radikalem Drauflehnen. Schließlich gehört die Nase in den Sand, oder nicht? ;-) Ist mir aber lieber als ein hektisches Sterngucker-Pferd.
Und weil Billy das Zaumzeug immer noch nicht anständig ausziehen kann, haben wir das dann noch geübt... ich bin sicher wieder mal die einzige, die nicht das Anziehen des Zaumzeugs üben muss, sondern das Ausziehen. Es ist wirklich furchtbar: Billy steht völlig relaxt da und wartet bis cih alle Schnallen geöffnet habe. Er ist also weder hektisch noch in Panik oder so. Und dann, wenn ich quasi Erlaubnis gebe, dass er jetzt das Maul öffnen und das Gebiss rauslassen könnte, passiert fast jedesmal folgendes: Pferd reißt Kopf hoch, vergiss aber Maul zu öffnen. Wie das aussieht kann man sich ausmalen - unschön, und ich habe zu wenige Hände, um es ihm begreiflich zu machen... Also haben wir geübt: Kopf unten lassen, bitte. Maul auf, Gebiss raus. Gebiss wieder an. Gebiss wieder raus. Beim 4. Mal hat er dann endlich einmal die richtige Reihenfolge getroffen: zuerst Maul auf, dann Kopf etwas rauf (und auch nicht so raufgerissen) - also halbwegs manierlich, und dann war Schluss für heute :-).
Montag, 28. Februar 2011
Einsamer Ausritt
Guat ists gangan, nix is g'schehn! kann ich gleich mal sagen :-). Aber ganz cool war ich nicht. Billy auch nicht. Zuerst im Wald (noch am Grundstück) war alles gut. Aber aus dem Wald rausreiten auf die kleine Straße, das war schon nicht ok. Da war ein Treshhold - für uns beide sicherlich. Mein Magen hat sich etwas zusammengekrampft, aber irgendwann muss ich es üben.
So, nach ein paar Schritten waren wir beide eigentlich recht cool, aber was würde man meinen, wie viele Autos einem an einem Sonntagnachmittag auf einer 1km langen Straße, die eigentlich nur vereinzelte Bauernhöfe miteinander verbindet, wohl begegnen kann. Jaaa, jede MEnge. Bei den 3 Autos konnten wir jeweils am Wegrand ganz gut parken, da war ich auch nicht aufgeregt und Billy auch überhaupt nicth.
Etwas anders war das, als wir grad an einer schmalen Wegstelle waren, rechts gings steil rauf, Berg. Straße an dieser Stelle nur einspurig. Ich hörte Motorgeräusch und parkte halt mal am Bankett, da an dieser STelle GsD vorhanden ist. Und dann kam ... nicht ein Auto, nein der große NÖM - Milchtankwagen *hilfe*. Ehrlich gesagt wurde mir dezent schlecht, aber der Fahrer war nett, fuhr ganz langsam vorbei und Billy stand zwar angespannt, aber wie eine Statue, wahrlich ein Squeeze Game zwischen Bergwand und Milchtanker. Gefühlsmäßig war er weit entfernt von einer Explosion. Kaum war der Tankwagen vorbei, wollte er auch schon hinterhertraben. *Uff*!!!! Gut gemeistert ist Balsam für unser Selbstbewusstsein!!
Das war nur eine kurze Runde zum Aufwärmen. Danach bin ich in die Halle gegangen und hab beschlossen, wieder etwas Finesse mit Gebiss zu reiten. Oh Wunder, selbiges war in 1 Minute im Pferdemaul! Das monatelange Üben hat offenbar doch was gebracht!
Wir haben dann ein bisschen Biegen geübt und Antraben mit sanftem Kontakt, das hat ganz gut funktioniert. Billy scheint aber das dünne Westerngebiss doch lieber zu haben als das dickere Plastik-Apfel-Ding, das ich ihm wohlmeinend verpasst habe.
Wir sind entweder gradaus ein wenig getrabt oder haben im Schritt viel Slalom zum Biegen geübt. Hat gut geklappt, ist halt alles noch ganz am Anfang.
Freitag, 25. Februar 2011
Liberty - Fig. 8 Fortschritt
Zuerst habe ich einmal ausprobiert, ob es die Stelle innerhalb der Halle ist, die Billy steckenbleiben lässt - nein. Er bleibt immer in der rechten Schleife stecken, egal ob das näher am Ausgang oder weiter weg ist,nah an der Wand oder weit davon weg. Es ist der Wechsel von rechts auf links, den er vermeiden will, genau wie beim Handwechsel im CG.
Heut ging es aber super. Ich hab mir wieder viel Zeit gelassen, wenig Druck gemacht, ihn machen lassen, und dann entdeckt, wo cih ihm am wenigsten im Weg stehe! Nämlich dann, wenn ich mich von einem pylon zum andern bewege, und zwar immer zu dem, den er gerade nicht umkreist. Auf dieser Höhe habe ich am meisten Draw. So bewegte ich zwar heut die Füße relativ viel, aber dafür hab ich keinen Stick nutzen müssen, nur mit dem Arm Richtung zeigen, und auf diese WEise haben wir 4 lupenreine 8er hinbekommen, im Schritt. Trab lass ich nochmal sein bis zur nächsten Wiederholung. Die Figure 8 lass ich jetzt insgesamt wieder ein Weilchen ruhen, das war heut toll :-).
Donnerstag, 24. Februar 2011
Liberty: Fig. 8
Danach bin ich noch kurz mit ihm in die Halle, um Figure 8 at liberty zu üben. Wie zuvor hab ich 2 x 2 Pylonen aufgebaut, 1x für eine kleine 8, 1x für eine große 8. Zuerst mit der kleinen, das ging ganz gut. Bei der rechten Schleife blieb Billy aber fast immer regelrecht "stecken". Auf der großen 8 war das noch stärker. Er stand einfach, ziemlich introvertiert, und wollte nicht vorwärts. Weit weg gehen half nicht, wollte ich die Hinterhand disengagen um ihn zu mir zu locken, verkroch er sich regelrecht in der Wand. Teilweise ging er sogar rückwärts (!).
Ich bin mal davon ausgegangen, dass es Unsicherheit ist und hab einfach den Druck ganz weggenommen und minutenlang gewartet, bis ich dachte, er könnte sich jetzt bewegen. Irgendwie hab ich es auch jedesmal geschafft, dass er doch wieder herkam - aber bei der nächsten Runde blieb er wieder an exakt der gleichen Stelle stecken. Manchmal habe ich ihn dann auch von hinten weiter getrieben und ließ ihn vom Muster abweichen und mal ganze Bahn traben - er hatte heute mehr Go als sonst und galoppierte auch... Hab ihn dann einfach eine Runde machen lassen und probiert, beim nächsten Vorbeikommen wieder auf den 8er zu schicken.
War zwar nicth allzu erfolgreich, aber irgendwie spannend - vielleicht war der eine Pylon zu nah an der Wand, obwohl Billy sonst keinerlei Schwierigkeiten hat, sich an irgendwelchen Wänden durchzuquetschen. Mal sehen, wie es nächstes Mal ist.
Dienstag, 22. Februar 2011
... und immer wieder rückwärts
Wir haben wieder mit den Kappzaum-Übungen "Führen in Stellung" und zusätzlich "Untertreten auf dem Zirkel" begonnen heute - das war schon mal besser. Anfangs musste ich Billy sehr oft an die Stellung erinnern, die hielt er immer nur 1 Schritt, aber nach ein paar Minuten wurde es besser. Das Übertreten hab ich auf einer Volte um mich herum gemacht. Also Zirkel mit Stellung, Übergang zu einer Volte, weiter auf dem Zirkel wieder mit Stellung. Hat er schön gemacht.
Ganz ganz kurz hab ich probiert, ob wir so - in Stellung - antraben können. Billy fand nein und schnappte mal her *gr*. Ok, das hat er sich dann anders überlegt und so ein paar Trabtritte haben wir dann noch gemacht, der Ordnung halber ;-).
Als nächster Punkt auf der Tagesordnung stand nochmal ein Auffrischen des Seitwärts. Mein Plan war, nur raufzuhopsen, einmal die eine Richtung, einmal die andere Richtung und fertig - und geworden ist es wieder mal eine Mega-Diskussion... nicht ums seitwärts, das machte er ganz brav. Allerdings mit zu viel vorwärts dabei, also fragte ich um einen Schritt rückwärts - und nix. Höhere Phasen, nix. Billy stand wie eine Statue, gestresst ohne Ende und ich weiß nicht warum, aber kein Schritt rückwärts. Ich bin abgesessen und hab ihn vom Boden rückwärts geschcikt - klappte wie immer. Wieder aufgesessen - nix ging. Kein Millimeter. Keine Gewichtsverlagerung. Nur ein immer ärgerlicheres und gestressteres Pferdchen und immer ärgerlicheres Frauli, das alle Tricks und Kniffe probierte und nix half. Aber aufhören? Geht auch nicht (oder doch?), also weitergestritten bis er halt mit Müh und Not schließlich doch ein paar Schritte rückwärts ging und sich das flüssig anfühlte...aber es war kein schönes Gefühl, von Harmonie keine Spur :-(. Wie mach ich bloß das Rückwärts zu seiner Idee? Immer damit aufzuhören, es als Markierung für "Trainingsende" zu etablieren klappt ja scheinbar auch nicht. Bin wie immer ratlos und ich versteh versteh versteh es einfach nicht.... Was ist so schlimm am Rückwärts? Irgendwann werd ichs schon rausfinden *seufz*.
Nach dem herausgepressten Rückwärts hab ich noch ein bisschen Liberty gemacht, was eigentlich heute als Hauptteil geplant war. Wir haben wieder 8er gemacht. 2 Pylonen hab ich in engem Abstand aufgestellt, für Schritt und kleine 8er. Und 2 für größere. Im Schritt ging alles gut, er ist nie abgehaut und blieb brav da, kannte das Muster, wechselte brav von einer Schleife zur anderen. Wir sind dann zu den 2 Pylonen im größeren Abstand gegangen, wo ich auch etwas Trab verlangt hab. Hat gut geklappt. Die linke Schleife klappt im Trab, bei der rechten Schleife kommt er mir manchmal abhanden, dann trabt er halt einen Zirkel und wir probieren es noch einmal. Ich bin dann dazu übergegangen, ihn nur kurz in Trab zu setzen und vor der Schleife wieder in Schritt zu parieren, dann schaffen wir auch die rechte Schleife. So weit so gut, haben wir ja erst 3x geübt :-).
Montag, 21. Februar 2011
Rezension
Alexandra Zich: Calme, en avant, droit. Ruhig, vorwärts, gerade. Ein Buch über den Weg zur Reitkunst. Schondorf: Wuwei Verlag, 2007. 196pp. EUR 19,80.
Dieses Buch ist, auch wenn der Titel ein bisschen danach klingt, keine Reitlehre, wie gleich im Vorwort klargestellt wird:
„Calme, en avant, droit […] möchte Sie sensibilisieren für unser aller Verantwortungsbewusstsein dem Pferd gegenüber. […] Es erwartet Sie keine Reitlehre – und dennoch ist dies ein Buch, das es sich zur Pflicht gemacht hat, Ihnen einen Weg zur Reitkunst zu ebnen.“
So geht es dann auch gleich los mit der Geschichte der Mensch-Pferd-Beziehung. Dabei zeigt sich sofort der rote Faden, der sich durchs ganze Buch zieht: immer steht die Beleuchtung des schmalen Grats zwischen Nutzung und Ausnutzung des Pferdes durch den Menschen im Mittelpunkt. Nach relativ kurzer Abhandlung des Einflusses des Pferdes auf die Wirtschaft, Kriegsführung usw. gibt es einen sehr schönen Überblick über die „alten Reitmeister“ – von Xenophon bis ins 19. Jh. Dabei werden auch die behandelt, über die nicht schon zig Bücher geschrieben wurden und deren Namen man nicht unbedingt dauernd hört.
Im 2. Kapitel gibt es dann doch so ein kleines bisschen Reitlehre. Anatomische Hintergründe werden behandelt, die Begriffe Gleichgewicht und natürliche Schiefe definiert und ihre Ursachen, Symptome und Auswirkungen auf die verschiedenen Körperpartien des Pferdes beleuchtet. Ich muss sagen, dass ich diese Begriffe selten so kompakt und gut erklärt gelesen habe. Weiters wird der Weg der Remonte zum künstlichen Gleichgewicht, d.h. zur Gewichtsverlagerung auf die Hanken, erklärt; und auch manches neues, das ich noch nirgendwo gelesen habe, wurde erwähnt, wie z.B., dass das Gebiss gemeinsam mit dem Hinterbein eine Drehung im Pferdemaul machen soll und dies die Voraussetzung für „durch das Genick Gehen“ ist (p. 164) – ganz ehrlich – noch nie gehört… interessant.
Immer wieder wird der Text mit Zitaten veschiedener Reitmeister gewürzt, deren Quellen – endlich einmal in der Reitsportliteratur!! – genau, korrekt und vollständig angegeben sind. Das hat wirklich Seltenheitswert ;-).
Schließlich widmet sich das 3. Kapitel dem „Pferd heute“, im Sport, in der Zucht, in Reitpferde- und Leistungsprüfungen, deren Vorgangsweise kritisch betrachtet wird. Schließlich noch abschließend – das Ende fand ich etwas abrupt – 3 neumodische Reitarten, die als falsch dargestellt werden, weil sie nur den Pferdehals bearbeiten … so weit so gut, dass dann aber nach 1) Schlaufzügeln, 2) Rollkur schließlich als 3) Philipp Karls „hohe Hand“ angeführt wird, hat mich doch etwas schlucken lassen. V.a. da nur seine Schüler angeprangert werden, untermauert durch ein winziges, schemenhaftes Schwarz-Weiß-Bild aus dem Internet einer Schülerin (deren Name nicht genannt wird) erschien mir schon irgendwie kindisch, oberflächlich und mehr wie eine persönlich motivierte Spitze, die - gerade auf der letzten Seite - am Ende noch einen komischen Nachgeschmack hinterließ.
Noch ein Wort zum Layout: Das ist… nennen wir es einmal so… innovativ. Es ist auf jeden Fall Geschmacksache – meinen Geschmack trifft es nicht ganz. V.a. die Zitate der Reitmeister sind – orange auf weißem Hintergrund – nicht sehr augenfreundlich zu lesen; aber wie auch immer, das tut dem Inhalt sicher keinen Abbruch.
Insgesamt hat mir das Buch besser gefallen als ich erwartet habe, da ich schon einige enttäuschte Meinungen gelesen hatte. Wenn man es aber nicht mit der Erwartungshaltung liest, eine Reitlehre vorzufinden, erfährt man doch kompakt und gut zusammengefasst und erklärt einiges neues.
Donnerstag, 17. Februar 2011
Zahnarzt
Sie tastete also mal alles ab... und ging dann wieder. Nix zu tun! Billy nützt seine Zähnchen ideal ab. In 3, 4 Monaten soll ich mich wieder melden, da werden sich dann die 2 Häkchen, die sie heute fühlen konnte, zu einer behandlungswürdigen Sache ausgewachsen haben.
Okaaaay... ich war ziemlich perplex und hatte plötzlich einen Haufen Zeit (und Geld *lach*) übrig - also musste Billy heute doch auch was arbeiten.
Angefangen wie immer mit Führen in Stellung am Kappzaum, heute ein bisschen gewürzt mit der nächsten Übung, hinten Übertreten. Das kann Billy gut. Immer abwechselnd: In Stellung führen, bisschen strecken lassen, in Stellung führen, 1-2 Schritte hinten übertreten, wieder in Stellung führen und wieder strecken lassen.
Danach kommt jetzt wieder eine Phase Liberty. Zuletzt haben wir mit unserer ersten Figure 8 aufgehört, und dort jetzt weitergemacht. Abwechselnd mit ein bisschen auf den Zirkel schicken, damit er neu "Schwung holen" kann. Die 8er sind schon richtig gut, im Schritt. Man merkt dass Billy das Muster verstanden hat. Teilweise brauchte ich keinen Stick mehr und auch nicht mehr die Hinterhand bei jedem Bring Back auskuppeln (was meist nötig ist, um ihn "um die Kurve" zu bringen). Er folgte dem Muster von fast allein, ich musste nur im richtigen Moment Platz machen. Hie und da wurden es größere 8er (wenn er überlegte, doch gradaus weiterzugehen - aber ich habe ihn immer noch wieder holen und um die 8er-Schleife schicken können), und oft wurden es Mini-Mini-8er... das ist so witzig, wenn er die Kurve möööglichst eng um die Pylonen zieht, wirklich geraaaade so noch vorbei mit den Vorderbeinen, und den Hinterbeinen. Und dann schaut er einen an: "Das gilt doch, oder????" *lach*.
Ich habe auch versucht, ihn beim WEchseln von einer Schleife zur anderen auch einmal in Trab zu setzen, aber das ging heut nicht so leicht bzw. war es immer knapp dran, dass er mir dann abhaut - und da blieb ich lieber mit wenig Energie im Schritt.
Teilweise war schön zu sehen, wie ich ihn blockiere - er stockt und schaut skeptisch und ist unsicher. Wenn ich in dieser Situation Druck mache, macht er dann zu und will sich nicht mehr mit mir und der Aufgabe beschäftigen - dann kommt das "Totstellen". Das war heut echt gut zu beobachten. Ich muss tatsächlich schauen, dass ich dann weit weg komme. Dann kann man sehen, wie der Druck irgendwann abfällt und er wieder einen Schritt vorwärts machen kann. Ich weiß nicht, ob ich richtig interpretiere, aber heute hat die Strategie geklappt. Statt mehr Druck auf "der will nicht" weniger Druck auf "der kann nicht", und dann hat er das Muster brav wieder aufgenommen.
Danach bin ich auch noch geritten, die letzte Seitwärts-FreeStyle-Session. jetzt werd ich das wieder ruhen lassen. Heut haben wir aber Gas gegeben *g*. Seitwärts links, seitwärts rechts, wirklich wirklich viel, und er hat das toll gemacht.
Mit rückwärts haben wir wieder abgeschlossen, und ich kann nur sagen "wow" was für ein rückwärts! Wahrscheinlich hab ich in meinem Bemühen, es ihm schmackhaft zu machen, immer zu früh aufgehört - und immer weniger gekriegt. Die letzten paar Sessions hab ich mich ja nicht mit irgendeinem Rückwärts zufrieden gegeben, sondern - auch wenn es ein Kampf war und Billy grunzen musste - erst dann aufgehört, wenn es flüssig, flott, und ohne Furchen in den Sand zu ziehen, geklappt hat. Er scheint es sich gemerkt zu haben, denn dieses flüssig, flott und Füße heben kam heute nun viel früher, Grunzen war zwar immer noch dabei, aber heute war es wirklich nach den ersten paar Schlurfschritten supergut, und da hab ich wieder aufgehört. Es wird irgendwann werden, ich glaub ganz fest dran ;-).
Dienstag, 15. Februar 2011
Mehr Seitwärts
Danach bin ich wieder geritten, FreeStyle, zuerst zur Einstimmung einfaches Follow the Rail im Trab. Das war richtig toll, er ist auf Anhieb im Trab geblieben und hat seine Runden gezogen, und die Zirkel, die ich zwischendurch 2, 3x eingebaut habe, lief er ohne Zügel und ohne Stick, auf den Hauch eines Schenkels und Gewicht. Super!
Dann das Seitwärts, ich lass nicht locker. Heute war es besser als zuletzt. Irgendwie war mir heut aber danach, das bisschen Vorwärtstendenz, das da noch drin ist, halt mal zu erlauben. Dafür geht es dann richtig flüssig und teilweise auch schon richtig flott. Noch immer muss ich aber mit dem Stick als "Dirigierstab" (d.h. ohne Berührung, aber er muss da sein) die Hinterhand heranholen, sonst vergisst er die.
Dann wars auch schon wieder vorbei. Zum Abschluss habe ich rückwärts abgefragt, das diesmal weniger opposition reflex hervorrief (aber immer noch weit entfernt von harmonisch, der erste Schritt *seufz*). Ich ließ ihn rückwärts gehen, egal wie weit, egal wie lang, bis es sich so anfühlte wie ich es gut fand: er hob endlich die Füße vom Boden, flott und zügig, ohne grunzen und zähneknirschen *seufz*. Dann gleich runtergehüpft und fertig für heute... Vielleicht gewinnt die Übung ja etwas Sympathie, wenn sie öfter mal den Abschluss der Einheit darstellt...
Montag, 14. Februar 2011
Freestyle: Seitwärts
Danach bin ich geritten, nochmal Seitwärts. Ich wollte die Phasen verfeinern, ich möchte endlich mal keinen Stick brauchen, aber nur mit Bein kapiert er es einfach noch nicht. Allerdings tat Herr Billy, als hätte er noch nie was von Seitwärts gehört, geschweige denn es schon fast perfekt ausgeführt. Er ging vorwärts, dann fochten wir wieder mal Kämpfe um einen Schritt rückwärts aus, dann bog er einfach ab und ging statt seitwärts geradeaus auf die Wand zu, zu der ich seitwärts gehen wollte, usw. Statt feinerer habe ich wesentlich höhere Phasen gebraucht *grrr*. Es dauerte ein ganzes Weilchen bis er sich wieder dran erinnerte, wie die Übung geht, dann war er auch recht eifrig und brav - aber immer noch brauche ich den Stick, ich muss nicht immer touchieren, aber zumindest mal vorn, mal hinten hinhalten.
Um es etwas interessanter zu gestalten, habe ich hie und da in der Mitte der Länge angehalten (ich möchte verhindern, dass die Übung "von einer Wand zur anderen" zum Selbstläufer und die Wand allzu magnetisch wird ;-) ) und bin wieder in die andere Richtung seitwärts gegangen, oder ich habe es mit einer Hinterhandwendung kombiniert und bin dann in die andere Richtung weiter zur gegenüberliegenden Wand. Das waren Übungen fürs Hirn und Billy hat gut mitgemacht und "Seitwärts" von "Hinterhandwendung" erstaunlich sauber unterschieden (diese Kombi in rascher Abfolge habe ich glaub ich zum ersten Mal gemacht).
Zum Schluss hat er mir noch so viel opposition reflex bei einem einzigen Schritt rückwärts geboten, dass ich das leider nicht so lassen konnte und mich noch irgendwie da durchwursteln musste, bis das Rückwärts auch wieder leicht war - das dauerte länger als ich eigentlich wollte und Herr Billy musste eine halbe Runde rückwärts... dann wars aber gut, wenigstens. Pfuh, das wird die nächste Übung, die wir wieder auffrischen müssen....
Sonntag, 13. Februar 2011
Billy war beim Putzen sein früheres Ich, es wurde gegiftelt und er war klar grantig. Dann zuckte er auch noch mit dem Rücken weg, worauf ich beschloss nicht zu reiten sondern etwas Bodenarbeit zu machen. Das Zucken war allerdings in der Halle dann plötzlich verschwunden, aber nun gut.
Ein Kumpel von Billy hatte eine Verletzung, Bein doppelt so dick und eine Wunde, aus der schon Eiter lief *igitt*. TA da, kläffende Hunde, viel Trubel, irgendwie alles komisch.
Billys Auge sah relativ unverändert aus, jedenfalls nicht nach einer Entzündung. Bin daher in die Halle gegangen und hab viel Augen-Friendly Game geübt.
Außerdem haben wir wieder ein paar Übungen vom Longenkurs aufgefrischt. Billy war allerdings schon vom Führen in Stellung gestresst und zeigte seine Stressabbau-Varianten, Zungelutschen und heftiges Strickkauen *seufz*. Um ihm immer wieder etwas "Luft" zu geben (obwohl das Führen in Stellung eigentlich nix einengendes ist), habe ich einfach Stick to Me mit Seil am Hufschlag gemacht und ließ mich dann phasenweise immer weiter zurückfallen, bis ich in Zone 4 führen konnte. Von dort aus haben wir dann langsam Haltparaden und Wieder-Schritt-Antreten entwickelt, das war überraschend leicht, da hat er super mitgemacht. Werde ich öfter üben, um endlich auch mal was aus den hinteren Zonen zu machen, das hab ich bisher ganz vernachlässigt.
Samstag, 12. Februar 2011
Million Transitions
Wir haben Übergänge FreeStyle gemacht, ich glaube hunderte *g*. Schritt-Halt-Schritt, alle 3 Schritte, manchmal auch eine halbe Runde. Dann Trab dazu: Trab-Schritt-Trab-Schritt, Trab-Halt-Schritt-Halt-Schritt-Trab-Schritt-halt-Trab-halt-Schritt-halt-Schritt-Trab-Schritt usw. Billy wurde sehr sehr munter und war super dirigierbar. Ich bin dann übermütig geworden und probierte, ob ich in der kleinen Halle auch mal Galopp fordern kann - bisher bin ich dran gescheitert, dass er sich dann quer in die Kurve legt, weil er den Galopp einfach nicht langsam genug hinkriegt. Aber wenn ich schon dabei war, alle paar Schritte eine andere Gangart zu fordern, könnte ich ja auch an der langen Seite 2 Galoppsprünge erbitten und schauen, was raus kommt.
Tatsächlcih hat das dann toll geklappt! Bei den ersten paar Angaloppier-Versuchen ist er noch reingelaufen, aber nach 2 Sprüngen war wieder Ende, dann wieder andere Übergänge, bzw. ganz ganz viele Trab-Galopp-Trab-Galopp-Übergänge, und irgendwann sprang er richtig bergauf in den Galopp und so 2 Sprünge fühlten sich dann auch schon etwas kürzer und gesetzter an, sodass wir es durch die Ecke geschafft haben, ohne den Hufschlag zu verlassen. Wirklich toll. Und der richtige Zeitpunkt aufzuhören.
Zwischendurch hab ich auch noch wieder unser Seitwärts eingebracht, das hat sich auch wieder etwas verbessert.
Donnerstag, 10. Februar 2011
Augen-Aua
Naja, er ist ein braves und tapferes Pferdchen.
Ansonsten wurde mir normal weiterarbeiten, -spielen und -bespaßen verordnet bzw. erlaubt.
Dienstag, 8. Februar 2011
Flankenseil III - Seitwärts
Billy war generell ziemlich energievoll - das Circling Game mit Flankenseil war kein Problem, er ließ sich leicht antraben, und ein Stückchen ist uns sogar mit Flankenseil im Galopp gelungen. Viel möchte ich das aber nicht machen, ich habe (berechtigte) Angst dass er sich verheddert.
Daher bin ich nach ein bisschen Schwungholen dazu übergegangen, ihn 1-2 Runden traben zu lassen, dann wieder in Schritt und Halt durchpariert (Haltparade und stillstehen ist merkwürdigerweise weiterhin nicht so einfach wie ich erwarten würde, das muss ich als nächstes mal getrennt und gezielt üben), dann kurze Pause, und dann habe ich ihn mit Flankenseil zu mir geholt, seitwärts. Letztes Mal habe ich nur einen Schritt mit der Kruppe nach innen abgefragt, diesmal sollte er ganz zu mir in die Mitte kommen. Es hat auch sehr gut geklappt, die Phasen müssen aber noch niedriger werden, teilweise lehnt er sich da ordentlich dagegen. Vorwärtstendenz ist außerdem noch viel da, fast 1/4-Runde hat er sich vorwärtsbewegt. Macht aber nichts, war ja das erste Mal.
Bei mir hat er dann Belohnung und Pause bekommen, bevor ich ihn dann seitwärts wieder raus bis zum Hufschlag geschickt habe - was wirklich toll geklappt hat, das sitzt! Ich konnte die ganze Zeit in der Mitte stehen, ohne die Füße groß zu bewegen.
Heute haben wir das einmal nur links gemacht, die andere Seite kommt dann nächstes Mal dran.
Weil er so energetisch war, hab ich das Flankenseil dann beiseite getan und ließ ihn ein bissl galoppieren, um auch das zu üben. Ging leicht und war ihm glaub ich ganz recht, sich ein bissl schneller bewegen zu dürfen. Weil das mit Neutral im Galopp einfach nicht und nicht klappen will, habe ich mich halt mitgedreht und ein Driving Game draus gemacht. Er soll einfach mal üben, dass er den Galopp mehr als 3 Sprünge halten kann - kann er ja nämlich! Er glaubts mir nur nicht ;-).
Danach bin ich noch etwas FreeStyle geritten und habe genau wie On Line das Seitwärts wieder etwas aufgefrischt. 2 Runden Trab, dann halt an der langen Seite und seitwärts zur gegenüberliegenden langen Seite, dort wieder halt. Da es von links nach rechts viel schlechter ging als umgekehrt, haben wir dann vermehrt diese SEite geübt: 2 Runden Trab, Halt, Seitwärts, und an der anderen Seite eine saubere Hinterhandwendung - klappte super :-) - und wieder Trab. Mit Päuschen für besonders sauberes Seitwärts.
Zum Abschluss musste Herr Billy noch lernen, dass man auch länger traben kann als 2 Runden, ich habe uns beide zu einem furchtbar langweiligen Follow The Rail gezwungen... aber hie und da soll das einfach auch mal sein. Da bemerkt man schnell, wann einem selbst meistens zu langweilig wird *lol*. Nach 5 Runden bog das Billytier öfters in die Mitte ab und meinte: "normalerweise ist das jetzt vorbei!" - Nö, heut nicht. Nach 7 Runden wurde er grantig und machte ein paar plötzliche Stops, die nicht erbeten waren. Nach 9 Runden hat ers dann akzeptiert und nach so 5-10 Minuten war dann Schluss. Kaum war ich unten, nahm die Zügel ab und sortierte meine Seile, hat er sich dann in den Sand geschmissen - sooo anstrengend war das! Jawoll! ;-)
Sonntag, 6. Februar 2011
Gruppenausritt
Könnte man meinen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, 15° plus, und das an einem Sonntag, für den wir uns im Stall einen Gruppenausritt vorgenommen hatten.
Natürlich bedeuteten die Temperaturen andererseits, dass 1m Schnee innerhalb von 3 Tagen weggeschmolzen ist und man besser keinen Pferdehuf auf irgendwelche Wiesenwege setzt. Wir sind daher auf den festen Wegen durch den Wald geblieben und haben eine wunderschöne Runde in 1,5 Stunden absolviert.
Feste Wege bedeutete, dass ich die Bundesstraße überwinden und die Stelle passieren musste, an der vor mittlerweile 8 Monaten das böse böse Moped den Billy zu seiner 5-km-Flucht über die Bundesstraße animiert hat. Der Schreck sitzt immer noch tief, ich hab mich danach nie wieder über die Straße getraut. Aber irgendwann muss es ja sein, und in der Gruppe ist es eh am besten.
Der Ausritt verlief ganz ohne Vorkommnisse, Billy brav und cool, und ich nur einmal in Panik. Justament, als wir schon wieder auf dem Rückweg und nur ein paar 100 m von der Bundesstraßen-Querung entfernt waren, kam von hinten ein Auto - eh ganz rücksichtsvoll - aber trotzdem spürte ich Billy sich anspannen und hab kurz gepanikt und der Gedanke schoss mir durch den Kopf, dass wenn er jetzt durchgeht, wir gemeinsam über die Bundesstraße rasen... aber er ging nicht durch, machte nur ein paar schnelle Schritte nach vorn bis er sich gleich wieder einfangen ließ und das Auto vorbei war, und danach war er cool wie eh und je.
Etwas Kondi sollten wir trainieren - ok, tun wir ja. Jedenfalls blieb Herr Billy auf der Hofzufahrt wieder mal 3x stehen um zu verschnaufen - nur paar 100m vom Stall entfernt, während sich die Kollegen allesamt im flotten Schritt entfernten. Sowas scheint ihm aber dann egal zu sein. Vermutlich versteht er einfach, dass er ja jetzt eh gleich zu Hause ist, warum also so eilig und anstrengend, der Weg wird ja nicht kürzer, nicht wahr? *g*
Freitag, 4. Februar 2011
Flankenseil II
Hinterhand weichen ging schon viel schneller und mit weniger Druck. Deshalb hab ich dann neue Übungen probiert und tatsächlich hat das gut geklappt! Ich konnte ihn in ein Circling Game schicken und ließ ihn mal ein bisschen im Schritt rumschlapfen. Das zusätzliche Flankenseil schien ihn nicht zu stören. Also mal nach Trab gefragt, was mir einiges an Koordination abverlangt hat, weil ich doch noch zusätzlcih den Stick in die Hand nehmen wollte. Aaaber, tatsächlich, Billytier fiel in Trab, er streckte sich sogar schön runter und bot schönes gleichmäßiges Tempo an. Ein paar Übergänge probiert, die gingen gut, und dann hab ich ihn abwechselnd Trab, Schritt, Halt und daraufhin einen Schritt mit der Kruppe herein machen lassen. Dann wieder rausschicken und weiter Schritt oder Trab. Das war total lustig und er hat richtig gut mitgemacht. Zeitweise schien er verwirrt, wo der Druck außen herkommt, wo ich doch in der Mitte innen stehe *ggg*.
Zum Zerkugeln ist das neugierige Untersuchen des Flankenseils - ich habe 2 dünne 7m-Seile aneinandergeknotet, schlinge sie um den Bauch und halte die Enden lose in der Hand, sodass ich jederzeit loslassen kann. Das Durch-den-Ring-Fädeln des Parelli-Programms erscheint mir doch etwas unfallträchtig. Jedenfalls führen also von Billys Flanke zwei gespannte Seile zu meiner Hand, daraufhin dreht er sich gaaanz weit um nach hinten und beginnt mit der Lippe dran Gitarre zu spielen *lach*: "nimm das weg da, das neeeeaaavt!!" war seine erste Reaktion, bis er draufgekommen ist, dass der Druck weggeht, wenn er den Hintern herschwingt *g*.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Flankenseil
Ich weiß nicht, ob ich das Flankenseil je beim Circling Game benutzen werd, darin seh ich wenig Sinn. Wo es aber gut nützlich sein wird, ist Seitwärts zu mir her und vielleicht auch die eine oder andere Übung wie Travers. Das werden wir mal in den nächsten Sessions probieren.
Danach haben wir alte Sachen aufgefrischt, zum einen On Line ganz speziell das Send im Circling Game. Ich wollte ein etwas energiereicheres Losstarten und hab ihn nach einem Schleichstart einfach reingeholt, ohne Pause wieder raus. Ein-, zweimal, und tatsächlcih wurden die Starts spritziger, dann durfte er rein und bekam Pause und/oder Leckerli. Ein paar Diskussionen hatten wir dann beim rückwärtsschicken vor dem Send, er meinte den Startzeitpunkt selbst bestimmen zu können, das ließ sich aber ganz gut wieder reparieren. Ganz kurze Galoppphasen - immer nur ein paar Sprünge - haben wir auch eingebaut.
Und schließlich bin ich noch kurz raufgeklettert, um das Platziere das Hinterbein noch etwas zu festigen. Es klappt wirklich gut, die Hinterhand lässt sich ziemlich zielgenau Schritt für Schritt schwenken, rückwärts klappte bis auf kurze Diskussionen auch gut. Dazwischen eine oder zwei Runden mit Zügelkontakt im Schritt und sogar Trab geritten, das wird auch schon besser.
Mittwoch, 2. Februar 2011
... viele viele bunte farben...
Ich habe einfach gedacht, ein bisschen mehr Farbe und ein neues Design hie und da können nicht schaden. :-)
Dienstag, 1. Februar 2011
Platziere den Fuß - Advanced I
Die Vorderbeine sind mittlerweile keine Herausforderung mehr, vielmehr ist es eine Herausforderung, neben dem Frisbee zu stehen und zu verhindern, dass er es im Boden vergräbt oder die Füße drauf stellt. Also hab ich heute beschlossen, dass wir das ganze halt mit den Hinterbeinen machen: Hinterhand seitlich aufs Frisbee schwenken oder rückwärts aufs Frisbee reiten, das war schon wieder eine knifflige Aufgabe. Billy steigerte sich total rein, grunzte in einem Fort konzentriert und schaute sowas von stolz, wenn ich ihm durch Lob und Pause signalisierte, dass er "getroffen" hat. Es war echt witzig, wie plötzlich das Rückwärts ganz schön leicht ging, mit einem derartig genauen Purpose und Focus - wobei ich nicht sagen kann, ob das an mir oder Billy liegt... macht es ihm mehr Spaß, wenn er einen Zweck in seinem Tun sieht (= Frisbee tottrampeln)? Oder ist nur mein Focus genauer und ich - mit so einem klaren Ziel vor Augen - bin genauer und strenger und gebe mich nicht, wie sonst oft, mit "naja, klappt ja so halbwegs" zufrieden?
How interesting!
Das Reiten mit Zügelkontakt geht langsam auch etwas besser, ich hab erkannt, dass ich einfach wirklich nach nur ganz kurzen Einheiten - 1, 2 Minuten maximal - wieder flottes Vorwärts ohne Zügelkontakt fordern muss, dann bleibt er nicht so "stecken". So beim Spiegel-Vorbeireiten, da dacht ich mir schon ein oder zweimal, dass das doch schon ganz passabel ausschaut. Das Nachtreiben hapert noch manchmal, denn Billy fühlt sich - gar nicht zu unrecht - kritisiert, wir kriegens aber immer besser hin.
Dazu übe ich viele viele viele Hinterhandwendungen - ganz langsam, aber ganz präzise - gemischt mit Übergängen vom Halt zu Trab und immer wieder kurzem Angaloppieren, wenn möglich - vielleicht wird er tatsächlich mal vorn etwas "leichter".