you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Samstag, 29. September 2012
Peter Kreinberg-Kurs, Tag 2
Heute vormittag ritt ich vornehmlich am Gebisszügel, der Hackamore-Zügel lag auf dem Hals so gut wie die ganze Zeit. Daher kam ich auf die Idee, nachmittags dann nur mit Gebiss aufzukreuzen. Ging ganz gut am Anfang, kaum trabten wir aber, düste Billy los auf die anderen Pferde hin, wir ritten unsere arme Scheckstuti-Kollegin fast über den Haufen, woraufhin ich geschickt wurde, die Hackamore wieder zu holen. Mein Einwand, dass ich den Zügel davon ja am Vormittag nicht benutzt hätte, meinte Kreinberg, dass Billy allein das Gefühl hilft, dass die Hackamore da ist. Also wieder rauf damit. Und das Gebiss immer ÜBER der Hackamore anziehen!
Heute war irgendwie der frustrierendste Tag...
Abkauen geht schlecht. Billy wehrte sich tw. vehementest, mit Schnappen und Weggehen, Kopfschlagen usw.
Am Vormittag übten wir weiter die Biegung in Ecken und Slalom. Dabei begannen wir, etwas zuzulegen auf den langen Seiten, und wieder vor der Ecke zu verkürzen. Billy war ungewöhnlich flott unterwegs, um nicht zu sagen, er rannte mir unterm Hintern davon. Zulegen tat ich demnach fast zu viel. Verkürzen ging aber auch gut, ich war dann nur zu langsam, um die Zügel vorschriftsmäßig zu verkürzen.
Dann am Nachmittag machten wir weitere Übungen zum Fühlen, wann das äußere Vorderbein vortritt. Wir mussten das mit „jetzt“ benennen. Wir sollten dann wieder im Einklang durch die Ecken treiben, klappte gut, wenn ichs richtig erwische, biegt sich Billy serh schön.
Wir gingen über zu Volten und Zirkeln. Den Rest vom Nachmittag ritten wir Volten, bis mir schwindlich wurde. Die kleine, hektische - und deshalb dem Billy sehr verhasste - Scheckstute ritt ebenfalls da, wir kamen uns ständig in die Quere. Es war abwechselnd bei den Zirkelpunkten eine 6m-Volte zu reiten, und dann wieder auf den großen Zirkel zu gehen. Diese Übung sollte der Schenkelkoordination dienen: Für die Volte: Abwenden mit Treiben des äußeren Schenkels, Knie des inneren Beines öffnen, treiben immer wenn das innere Vorderbein vortritt, um es eben auf den kleineren Kreis zu setzen. Ab der Hälfte oder dem letzten Drittel der Volte dann innen treiben in Übereinstimmung mit dem äußeren Vorderbein, um das Pferd wieder auf den großen Zirkel zu versetzen. Das ganze war im Grunde kein Problem, weil Billy ja super auf Außenschenkel reagiert. Ich musste eher aufpassen, dass er mir nicht zu weit innen kam. Das einzig mühsame war die Biegung, v.a. weil wir es so lange machten. Billy wurde auch total triebig, das war lästig.
Die anderen am anderen Zirkel hatten jedoch so ihre liebe Not, eine Trab-Volte überhaupt einzuhalten, da war ich dann schon stolz drauf, was wir können.
Beim Zuschauen bei den anderen beiden Gruppen notierte ich auch noch jede Menge zur Theorie:
Thema Zügelkontakt: Wenn vom Pferd ein Widerstand zu spüren ist, ist Ziehen jedenfalls falsch. Stattdessen Halten durch richtige Positionierung, bis das Pferd nachgibt. Das muss immer das oberste Ziel sein: Nachgiebigkeit! Niemals nachgeben, bevor das Pferd nachgegeben hat. Es folgte eine Übung mit Fingerhakeln und Aus-dem-Gleichgewicht-Bringen, die mich an ein Video von Mark Rashid erinnerte.
Thema Beinkontakt Das Bein ist wie eine Leitplanke. Sollte hier das Pferd dagegen drücken, ebenfalls einfach halten, dabei aber nicht statisch werden, sonst resultiert das in einem Gegeneinander-Drücken. Gibt das Pferd nach, belohnt es sich selbst, da der Druck dann sofort verschwindet.
Peter Kreinberg unterscheidet 3 Arten von Energien:
1) Druckenergie: steigert die Energie (z.B. Pendelschenkel etc.)
2) Blockenergie: Bei Gegendruck des Pferdes
3) raumgebende Energie, Draw-Energie: Wenn Kontakt besteht und der Kontakt sich entfernt, folgt das Pferd um den Kontakt zu suchen = Draw-Energie.
Zum Sitz: Peter Kreinberg benennt einen 2-Punkt, 3-Punkt und 4-Punkt-Sitz. Der 2-Punkt-Sitz verteilt das Gewicht rein auf den Sitzbeinhöckern. Kreinberg zeigte es mir, ich fühlte mich stark vorne, eigentlich mit Hohlkreuz (sicher falsch gemacht). 3-Punkt-Sitz: Noch weiter vorne, jetzt richtig auf dem Schambein. Selten zu verwenden, wir haben den gar nicht angewendet, er hat ihn nicht näher erklärt. 4-Punkt-Sitz: Weiter hinten mit Gewicht auf Sitzbeinhöckern + Gesäßmuskeln verteilt.
Dazu gab es ein Bild: Wir sollten uns vorstellen, wir hätten eine Weintraube im Bauchnabel und müssten sie festhalten (4-Punkt-Sitz). Dann die Weintraube mit dem Bauchnabel "ausspucken" (2-Punkt-Sitz).
Zur Beinhaltung: Der Stützpunkt sollte unter dem Schwerpunkt sein (betrifft den Sattel und seine Bügelaufhängung). Bein lockern: O-Bein, Fußgelenk nach außen rotieren, Steigbügel anheben, ganzes Bein nach hinten legen. Kein Knieschluss! Den brauchen nur Springreiter, die höher als 1m springen. Bei allen anderen führt das nur zum Klemmen.;-)
Abends saßen dann wieder alle zusammen, Peter Kreinberg erzählte aus seinem bewegten Pferdeleben. Das hat mir gut gefallen. Ich war noch nie auf einem Kurs, wo ich auch übernachtet habe. Meist hieß es eher früher als später: Heimfahren, schlafen. Nicht so hier. Bis zum Schlafengehen wurde gefachsimpelt, Geschichten erzählt und Erfahrungen ausgetauscht.
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