you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Dienstag, 7. Februar 2012
Billy war recht gut drauf; wir machten OnLine in der Halle. Wir haben wieder Übergänge ins Rückwärts geübt, das geht ein bisschen besser, aber immer noch so zäh... Verstanden hat er denke ich, und viel höhere Phasen gehen nicht mehr. Gibt mir wieder einmal Rätsel auf. Aus der Nähe, also mit Porcupine Game usw., ist und bleibt das Rückwärts nun wirklich toll, das haben wir schein's dauerhaft erarbeitet.
Ich habe Karen Rohlf's "Invisible Human" gespielt, diesmal in Schritt, Trab und - wenn ich schnell genug wäre! - auch im GAlopp. Trab geht super! Im GAlopp ist er mir zu schnell. Ich muss ja recht nahe hin, um z.B. den String über den Rücken zu schwingen, und so nahe muss ich dann echt schnell rennen; das schaff ich schwer, schon gar nicht mit "Energie unten". Aber Trab, das war wirklcih toll. Ich konnte mich am Seil näher hinhanteln, Seilchen schwingen, wieder zurückhanteln, in der Mitte stehen, wieder hin, usw. Billy versteht nun, ob ich was will, wie angaloppieren, oder ob ich nur so "invisible" hin und her spaziere.
Im Galopp hat er mir 2 schöne Wechsel in beide Richtungen gemacht! Einer der seltenen fliegenden Wechsel von rechts auf links! Als ich das dann noch einmal gefordert habe, war ich zu langsam, das hat ihn verwirrt oder geärgert und hatte einen kleinen Wutausbruch zur Folge: buckeln, Hinterhand zu mir drehen und halbherzig quietschen dabei. Ich war weit genug weg, dass ich das lustig finden konnte, und danach waren wir auch wieder schön gesittet im Galopp unterwegs. Aber ein typischer Fall von: einmal zu viel verlangt!
Sonntag, 5. Februar 2012
Am Schluss ritt ich auf dem Weg hinter unserer Winetrkoppel, wo ich rund um die Bäumchen Slalom reiten konnte, sogar im Trab, und Volten im Schritt. Immer wieder gespickt mit Übergängen zum Halten und Rückwärts.
Samstag, 4. Februar 2012
Die Pferdchens waren durchwegs unausgelastet, auch Billy glaubte mitmachen zu müssen und versuchte sowas wie einen kleinen Buckler, zum Glück kann er das gar nicht richtig *hihi*.
Danach bin ich noch etwas in die Halle, um übergänge zu Üben, aber ich war planlos, es staubte ärgstens, also hab ich nach ein paar Minuten Schluss gemacht.
Donnerstag, 2. Februar 2012
Wir haben die Übungen weiter voran gebracht.
Die Hinterhand ganz isoliert und feingetunt auf mich zuzuweichen, ging etwas besser als zuletzt. Die rechte Seite ist aber immer noch sehr schwierig; Billy fühlt sich gestresst ob der Anforderung, ging rückwärts, schnappte und kaute auf dem Seil, wich seitwärts, lief Kreise um mich. Links geht es viel besser schon!
Dann zum zweiten Mal daran gearbeitet, die Schulter einzeln anzuheben, also halt mal den Fuß auf touchieren. Hier hatten wir den Fortschritt, dass Billy nicht mehr das Bein einfach wie beim Fliegenabwehren an den eigenen Bauch knallt, sondern nach vorne aufstampft. Das hab ich belohnt, für bloßes Anwinkeln gab es nix mehr.
Das haben wir später auch vom Sattel aus geübt. Da muss ich meine Signale noch überdenken. Es klappt, wenn ich sehr weit unten touchiere. Dann beuge ich mich aber nach vorn genau über das Bein, das abheben soll, verlagere also das Gewicht genau dorthin, wo es m.M. nach nicht sein sollte. Zügel anheben, auch einseitig, versteht Billy nun als Rückwärts (nicht zu verübeln). Touchieren der Schulter lässt eben jene weichen. Ich muss wohl ankonditionieren, dass er das Bein hebt und nach vorne hebt, wenn ich den oberen Teil des Beines touchiere, das müsste dann gehen.
Schließlich haben wir noch die Übergänge vom und ins Rückwärts weiter geübt. Im Schritt geht das nun richtig schön flüssig ohne Halt dazwischen. Ich kann es nun auch wirklich schon ein bisschen als Aufforderung an Billy nutzen, sich neu auszubalancieren und das Gewicht nach hinten zu verlagern. Das klappt noch nicht in der Vorwärtsbewegung, aber mit einem ganz kurzen Innehalten. Antraben aus dem Rückwärts war auch sehr schön, damit üben wir nun weiter.
Dienstag, 31. Januar 2012
Wir haben uns heute in der Halle daran gemacht, die Lücken zu stopfen, die bei der letzen Einheit aufgefallen sind. Die da waren: Wenn ich Billy bitte, mit einem Körperteil zu weichen, weicht das entgegengesetzte Ende vom Pferd in die entgegengesetzte Richtung. D.h., ich kann eigentlich nicht einen Körperteil separat ansprechen.
Zuerst sind wir die Sache vom Boden aus angegangen, im Stehen. Zuerst überprüft: Billy weicht mit seinem Popo sehr fein auf mich zu. Gehorsam und Reaktion also fein. Aaaber, der Kopf weicht dabei von mir weg, manchmal dreht er auch die Vorhand (er macht zwar keinen Schritt, steigt aber um). Nun hab ich von ihm gefordert, dass er den Kopf da behält, zumindest gerade, besser noch einen Tick zu mir gestellt, und dann gleichzeitig die Hinterhand zu mir weicht, also quasi in eine Biegung hineinweicht. Puh, dass das so schwierig ist, hatte ich nciht gedacht! Links hat er es relativ bald umgesetzt; rechts tat er sich total schwer und verfiel dann auch in typische Billy-Verhaltensmuster von früher, wurde grantig, weil er nicht kapierte was ich wollte, oder es vielleicht auch nur körperlich nicht umsetzen konnte. Er lief rückwärts, er wich gegen den Druck von mir weg statt zu mir her, er lief Volltraversalen, also vollständig seitwärts, auf mich zu und von mir weg, aber ich konnte durchhalten, bis er die richtige Antwort ansatzweise anbot. Wir konnten so auch auf der rechten Seite gut abschließen. ;-)
Dann in den Sattel, vor den Spiegel aufgestellt und dasselbe von oben! Auch hier wars rechts schwieriger, aber Billy war sehr bemüht. Zum Schluss sah es richtig gut aus im Spiegel; Vorhand und Kopf/Hals blieben ziemlich genau in ihrer Position, nur die Hinterhand schwenkte auf eine zweite Spur, rechts oder links.
Wir machten weiter mit Karen Rohlfs Übungen, das Gewicht vermehrt auf die Hinterhand zu bringen. Dazu gibt es die Übung, Übergänge vom und ins Rückwärts zu machen, bis man nur noch andeutungsweise danach fragen muss, und das Pferd balanciert sich neu aus. Wir haben also Übergänge vom Schritt direkt ins Rückwärts und auch vom Trab ins Rückwärts gemacht. Rückwärts ist weiterhin sehr gut! Wir können es noch nicht wirklich fließend, es ist immer noch ein mehr oder weniger langer Moment "Halt" drin, bevor es rückwärts geht, im Schritt wurde der Moment dann aber schon sehr kurz, fast flüssiger Übergang von vorwärts ins rückwärts und umgekehrt. Ich begann dann, wie in der Übung beschrieben, nur noch kurz anzufragen, ob Billy rückwärts gehen würde, und auf die Gewichtsverlagerung zu warten, und wenn sie willig da ist, gleich weiterreiten. Es hat gut geklappt, tatsächlich fühlt sich das Pferd dann 2 oder 3 Schritte (alles im Schritt) etwas mehr "bergauf" an, aaaber ich bekam ein bisschen das Gefühl, dass Billy sich leicht gefoppt fühlt: "willst du nun rückwärts oder nicht, und wenn nicht, warum fragst du blöde??" Jedenfalls wurde die Antwort immer weniger willig, ich ließ ihn dann auch mal wieder etliche Schritte wirklich rückwärts gehen.
Eine weitere Übung ist, die Schultern einzeln anzuheben. Beginnt man ebenfalls vom Boden, im Grunde ist es eine Vorstufe zum Spanischen Schritt. Ich hoffe dass unser Respekt voreinander soweit gediehen ist, dass ich ihm das nun beibringen kann. Dass er vom Boden aus die Beine auf ein leichtes Gertentippen an die Schulter/Hals anhebt, war relativ schnell etabliert. ich muss nur aufpassen, wo ich das Signal einlerne, denn Stick an der Schulter weiter hinten/unten heißt, dass die Schulter weichen soll. So hat Billy das am Anfang auch interpretiert, dann habe ich eben vorerst ganz unten touchiert.
Dann war ich auch so erfroren, dass ich aufgehört habe *br*. Nächstes Mal hier dann weiter!
Samstag, 28. Januar 2012
Es wurde ein schönes Stündchen an Ausritt, wir haben auch einen neuen Weg erkundet, der dann nur leider eine Sackgasse war.
Billy war vollkommen relaxt und brav, auf dem neuen Wegstück neugierig, aber nervenstark (Frauli weniger *ähem*).
Beim Zurückgehen blieb er brav stehen, bis Frauli ein Tor geöffnet hatte und wieder aufgestiegen war.
Freitag, 27. Januar 2012
Zuerst OnLine am kurzen Seil - das ging eigentlich noch ganz gut. Von der Reaktion her sogar super! Ich stellte eine schmale Gasse aus Pylonen in größeren Abständen auf, da gings dann durch. Immer einmal durch diese Gasse, mit Weich-Übungen, dann zurück über die Hälfte der Bahn am Hufschlag, dort haben wir dann die Energie-Übungen (Schleichschritt und ganz schneller Schritt oder Antraben) gemacht. Die ersten Durchgänge forderte ich in der Gasse, dass Billy das Hinterteil von mir weg zur Seite nimmt. Klappte ganz hervorragend, und wir konnten danach immer gleich flüssig weitergehen. Pause gabs am Ende der Gasse. Ein paarmal von der einen, dann von der anderen Seite. Dann dasselbe mit der Schulter. Klappte auch super gut. Die nächsten Durchgänge dann das ganze nicht von mir weg, sondern auf mich zu --> perfekt machte das der Billy! Und als Höhepunkt ein paar Durchgänge auf jeder Seite, wo er richtig aufpassen musste: Einmal Hinterhand zu mir her, einmal von mir weg, einma Schulter von mir weg, einmal zu mir her. Wir schafften das fast fehlerlos ohne Missverständnisse, waren beide sehr stolz :-).
Dann gings in den Sattel und ich ritt die Gasse. Und da an der einen kurzen Seite ein Spiegel ist (auf den ich zugegebenermaßen sehr selten hinschaue), offenbarten sich dann all die Fehler, die beim REiten zutage treten. Ich bilde mir ein, dass es vom Boden besser ist, also muss es wohl an mir liegen... jedenfalls kann Billy keinen graden Schritt gehen, wie der Spiegel offenbart! Nicht weil er so ein schlangengleiches Pferd ist - eigentlich habe ich immer den Eindruck, das Pferd läuft wie ein Bulldozer auf Schienen - sondern weil er jetzt tatsächlich so fein auf Schenkel und auch Zügel und ich glaube Körper reagiert, dass er jede Gewichtsverlagerung umsetzt. Jedenfalls wollte ich anfangs einfach gerade durch die Gasse reiten, zum ersten Mal kontrolliert im Spiegel - ging nicht! Er kam ein wenig vom Weg ab, mein Hauch von Schenkel (zumindest ist es meine Intention, nur zu hauchen) schickt ihn aber dann wieder zuviel in die andere Richtung, Schenkel eine Spur zu weit hinten, dann dreht die Hinterhand weg, oder am Gurt, dann dreht die Vorderhand weg. Beim Anreiten driftet er prinzipiell zur Seite, weil einer meiner Schenkel denke ich stärker einwirkt - puuuuuh, große Baustelle! Fiel mir am Hufschlag nie so auf, tja!
Obwohl ich wohl das Geradeausreiten üben sollte (Vorsatz für die nächten Einheiten), habe ich dann trotzdem mein geplantes Programm durchgezogen und auf der (nicht wirklich) geraden Linie die Hinterhand oder die Vorhand weichen lassen - und auch hier hat sich gezeigt, dass Billy sich weniger biegt, wie ich vom Boden aus eigentlcih schon den Eindruck hatte, sondern einfach mit dem anderen Ende in die gegengesetzte Richtung ausweicht. Sprich: Will ich die Hinterhand z.B. nach links verschieben, dann macht er das zwar, aber gleichzeitig weicht die vorhand nach rechts aus.
Zum Schluss bin ich dann noch etwas auf dem Zirkel getrabt und habe dabei - wieder eine Karen Rohlf Übung - mit der eigenen Balance gespielt und versucht, Billy auf die Zirkellinie "einzubiegen", d.h. zu fühlen, welcher Körperteil nicht in Balance ist (meist fällt er auf die innere Schulter) und das zu reparieren. Tatsächlich funktioniert es gut, im eigenen Körper zu tun, was das Pferd in seinem Körper tun soll. Fällt er zuviel auf die innere Schulter, hat es tatsächlich was gebracht, meine eigene innere Schulter etwas anzuheben und das Gewicht damit minimal nach außen zu verlagern. Er schien sich dann leichter zu tun mit dem (kleinen) Zirkel...
Also, genug zum Üben und Experimentieren für die nächsten Wochen!!
Dienstag, 24. Januar 2012
Wir haben heute die "Whoosh"-Übung von Karen Rohlf weiter vorangebracht.
Zuerst aber Aufwärmen mit verschiedenen Schrittgeschwindigkeiten. Billy war heut ungewöhnlich flott unterwegs. Wir gingen einfach auf dem Hufschlag, und ich versuchte, nur mit Energie-Auf und Ab ihn langsamer oder schneller zu machen. Hat ganz ganz hervorragend funktioniert! Schleichschritt, schneller Schritt, mittlerer Schritt, ganz toll.
Dann ging ich zum Zirkel über. Billy ging auf dem Hufschlag und ich innen an ihm dran. Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich mich heute vorerst auf die Schulter konzentriert. An der offenen Seite des Zirkels und in den "Ecken" (an den anderen Stellen ist die Bande im Weg) versuchte ich auf ein Porcupine Game, möglihcst sanft, ein "whoosh"-artiges Weichen zu bekommen, also flüssig, prompt, willig. Am Anfang war das schwierig, bald habe ich auch erkannt, dass es mit der bloßen Hand um einiges besser geht als gleich mit dem Stick. Wenn er allerdings auf die Hand und Energie nicht reagieren wollte, gabs einen GErtenklaps (momentan arbeite ich lieber mit meiner kurzen Dressurgerte, die ruft wesentlich mehr Respekt hervor und ist viel besser zu handhaben), also nur noch entweder Phase 1 oder Phase 4. Er hats schon verstanden, worum es geht ;-). Anfangs war Billy grantig, aber die Schulter wich mit der Wiederholung immer flüsssiger nach außen, und je weniger Druck ich brauchte, umso gelassener nahms dann auch der Billy. An der offenen Seite konnten wir dann wirklich ein schönes Weichen nach außen mit guter offener Schulter und einem großen Schritt erreichen. Das habe ich dann mit Gleich-Weitergehen kombiniert, klappte auch gut.
DAsselbe dann noch an der Hinterhand, klappte auch super.
Danach hab ich die gleiche Übung gemacht, aber so, dass Billy den Hintern bzw. die Schulter auf mich zu weichen lässt. Das hab ich wiederum überall dort auf dem Zirkel gemacht, wo die Bande uns dabei hilft. Er hat es sooofort kapiert, gleich auf Anhieb. Frauli den Hintern zuzuwenden, ist doch wirklich eine seine Lieblingsübungen ;-). Superbrav war er dabei, ich musste nur die Hand heben und der Hintern kam auf den 2. Hufschlag, dabei können wir sogar die Innenbiegung beibehalten. Und auch mit der Schulter hat es gleich gut geklappt, sofern Frauli die Gerte in einer Weise handhaben konnte, die keine Verwirrung hervorruft ;-). Auch hier haben wir abgeschlossen mit ein paarmal Hereinschwenken und gleich wieder geradeaus weitergehen.
Ich werde das demnächst mit Zirkel-Verkleinern und -Vergrößern kombinieren, ist mir für eine zukünftige Übung eingefallen, das bietet sich richtig an!
Danach bin ich noch aufgestiegen und hab das Ganze von oben geübt. Hintern hineinschwenken ging sehr gut, sodass ich angetrabt bin und es aus dem Trab versucht habe. Da wollte Herr Billy dann nicht zuhören ("kann grad nicht, muss traben!!!") und ich musste ziemlich hohe Phasen einsetzen, aber nur ein oder zweimal, dann hatte er kapiert, dass auch im Trab der einseitige Schenkel noch was bedeutet und schwupps, kam der Hintern herein und Billy bekam Pause. Etwas in Stress hat ihn diese neue Anforderung schon versetzt, wie ich aus seinem Kampfkauen geschlossen habe.
Die Schulter nach innen zu bekommen, ist sehr einfach, auch toll.
Auch reitend fällt mir eine Übung ein, die ich das nächste Mal umsetzen möchte: Ich möchte auf der Mittellinie reiten und abwechselnd den Hintern bzw. die Schulter nach links und rechts schwenken und dann wieder geradeaus weiter.
Denn momentan scheint mir, dass ich mir mein halbwegs und erstaunlich geradegerichtetes Pferd schief reite - Billy zeigte am Schluss Tendenzen, den Hintern gleich innen in der Bahn zu lassen ("muss mich ja sowieso gleich wieder reindrehen"). Das ist dann auch nicht ganz Sinn und Zweck der Sache...
Montag, 23. Januar 2012
Sonntag, 22. Januar 2012
Sonntag gingen wir eine Aufwärmrunde um den Stall spazieren, danach ging ich mit Billy in die Halle und übte die Whoosh-Übung von karen Rohlf. Dabei gehts darum, sowohl online als auch beim reiten das Pferd aus einer Schrittbewegung weichen zu lassen (den Teil des Pferdes weichen lassen, den man halt will). Dann Pause, bis zur Entspannung. Und dann wieder zügig los im Schritt. Als Stufe zwei wird dann die pause direkt nach dem Weichen gestrichen, man geht im Schritt - whooosh, weichen - wieder geradeaus im Schritt. Dann erst Pause. In Stufe 3 würde man das weichen dann in der Bewegung verlangen, also z.B. die Kruppe während der Schrittbewegung hereinweichen lassen.
Stufe 1 + 2 haben wir ganz akzeptabel hingekriegt! Zuerst hab ich es online auf einem Zirkel geübt. Die ersten beiden male musste ich mich deutlich bemerkbar machen, aber dann war es ein "whooosh"iges Weichen (Karen Rohlf hat hier auch das Bild von einem Ball, den man bewegt, im Vergleich zu einem Ziegelstein). Etwas Schwierigkeiten hatte ich, insofern man in Zone 3 bleiben soll - ich geriet zu weit nach vorne. Und Weichen der Hinterhand war eindeutig einfacher, zwar reagiert Billy auch auf Weichen der Schulter sehr fein, aber online war ich da dann irgendwie in falscher Position.
Ich ließ ihn nach außen weichen dabei, und eine Zeitlang ging ich auch außen auf dem Hufschlag und ließ ihn von mir weg nach innen weichen. Nächstes mal probiere ich vielleicht, ihn auf mich zu weichen zu lassen.
Das ganze dann noch reitend, da war es noch viel besser (da bin ich nicht so im WEg ;-) ). Schritt auf dem Hufschlag - whooosh - Kruppe 90° zur Bande. Pause. Weiter im Schritt. Später dann Schritt-whoosh-Kruppherein, gleich weiter. Dabei hab ich dann leier zu wenig Pausen gemacht, aber dafür das ganze nur ein paarmal und sehr kurz. War richtig schön!
An dem ganzen hab ich früher schon gewerkt, aber erst mit der Beschreibung von Karen Rohlf funzt das so richtig! Ich bin sehr angetan, wie brav und fein Billy auf den Schenkel reagiert.
Donnerstag, 19. Januar 2012
Dem Billytier gings gut. Die Beinchen sind wieder klar gewesen *freu* ... leider kommt da das aber, das nach meiner Trainingseinheit sie wieder leicht angelaufen waren *panik*. Doch noch zu viel? Oder auf ewig nur noch Schritt? :-( Lahmen konnte ich keins sehen, und Billy war gut drauf wie lange nicht - die Pferdchens sind momentan auf dem kleineren Auslauf eingesperrt, tw. wegen des Wetters, hauptsächlich aber aus Solidarität mit einem der Pferde, der einen ganz ganz schlimmen Hufabszess hat und auf keinen Fall in den Gatsch darf.
Jedenfalls wollte ich heut Karen Rohlfs erste Übungen zum Thema "Energie" probieren. Ich lese gerade "Dressage, Naturally", und langsam (so nach 100 Seiten Lektüre) finde ich dort den roten Faden.
Die ersten Übungen im Buch haben mit Energie zu tun. V.a. mit der des Menschen.
Begonnen habe ich mit Übung 2, Friendly Game in der Bewegung. Billy im Schritt am Zirkel, ich bewege mich auf ihn zu, und wieder weg, berühre ihn mit den Händen, berühre ihn mit dem STring, und idealerweise unterbricht er seinen Takt nicht. Das klappt auch toll. Hie und da sieht er nach außen, wenn ich mich nähere, ein Zeichen, dass ich immer noch irgendwie Energie aussende. Und wenn ich mich wieder zur Mitte hinbegebe, nutzt er weiter die Chance zu fragen, ob das Spiel jetzt aus ist ;-). Da kann ich ihn aber ganz ruhig und ohne, dass einer von uns grantig wird (auch er nicht) wieder raus schicken. Und ansonsten klappt das gut!
Übung 3 + 4 ist "Melt to a stop", on line und reitend. Komischerweise fällt uns das schwerer als üblich. Ich merke, dass ich den Go-Button gut geschmiert habe, und den Whoa-Button ein bisschen Rost angesetzt hat.
Weitere Übungen sind dann zu versuchen, dass das Pferd die eigene Energie genau wiedergibt, egal in welcher Gangart. Und das hat heut sowas von gut geklappt! Es hilft schon, wenn man sich auf sich selbst konzentriert, was man dem Pferd denn eigentlich grad mitteilt, welches Energielevel. Bei Karen Rohlf gefällt mir, dass sie den Focus des Lesers wirklich auf ihn selbst lenkt - wenn Pferd nicht reagiert, dann weil der eigene Energielevel nicht stimmt! Tatsächlich hat das ganze soo toll funktioniert, als ich mich auf meine Energie konzentriert habe, und auf das Bild, das ich erreichen möchte. Ganz ohne Vorbereitung trabte Billy auf einen Gedanken hin an, und ging auch wieder Schritt. Wir machten mehrere solcher Übergänge. Dann wieder anhalten und ruhig stehen. Und dann probierte ich einmal was passiert, wenn ich 2 Gänge höher schalte, mental, und danach frage... und Billy folgte und galoppierte aus dem Stand davon *staun*. Gleich wieder anhalten und loben.
Wir haben dann noch einen fliegenden Galoppwechsel gemacht, der sich einfach so ergeben hat, und überhaupt hatte Billy heute richtig Spaß an Bewegung.
ich bin dann noch geritten, aber nur 10 Minuten. Alle Energielevel einmal angetestet: Antraben, auch angaloppieren (nur 1 Sprung), wieder runterschalten, anhalten. Alles klappte feinstens (nur "melt to a stop" brauchte erstaunlicherweise höhere Phasen), daher ließ ich es bleiben. Auch hier hatte ich Karen Rohlf im Hinterkopf, die meint, dass man - je besser das Pferd reagiert - nur noch fragen soll: "würdest du für mich ... ?" - und wenn die Antwort ja ist, dann fragt man gar nicht mehr wirklich nach der Durchführung. Und da Billy heute zu allem brav "ja" sagte, brauchte es heute nicht viel. Sogar das Rückwärts ging leicht (hab ich aber vom Boden vorbereitet und musste dort durchaus durch einen Brace durch) und zum ersten Mal ohne Gerteneinsatz überhaupt. Es klappten dann nette Spielchen wie "kannst du dein Gewicht verlagern", ganz ohne Zügel. Gewicht nach hinten (oder 1 Schrittchen mit 1 Bein), gleich wieder nach vorn.
Weiters habe ich mir überlegt, dass ich für das Rückwärts vielleicht auch mal meine Energie hochfahren soll. Irgendwie hab ich das bis jetzt nicht gemacht, sondern Rückwärts als sowas wie "Minus-Energie" betrachtet. Völlig falsch, oder? Also einmal probiert; zuerst verwechselte Billy das und reagierte (brav!!) mit einem Schritt vorwärts, lief damit aber gegen meine (gedankliche) Rückwärtsbewegung und ja, auch gegen das Knotenhalfter, und wandelte die Energie flugs in ein flottes Rückwärts um. Vielleicht war das tatsächlich der Fehler, den ich bisher immer gemacht habe!
Zum Schluss hab ich die Zügel wieder ins Gebiss geschnallt (vor dem er übrigens heut wieder weglief, schließlich hab ich es letztes Mal ganz leicht benutzt!!! *grummel*) und ganz vorsichtig Laterale Flexion gemacht (klappt toll, mit viel "Feel", ganz ohne Brace!) und bin dann auf jeder Hand ein paar Runden "gebisspassenger" geritten, also nur vorsichtigen Kontakt halten, egal wohin er will mit seinem Kopf. Klappte gut.
Jedenfalls alles toll und ich bin wieder abgesessen - um dann eben festzustellen, dass Billys Beinchen jetzt leicht angelaufen sind. Nur ganz wenig, in der nächsten halben Stunde hab ich ungefähr 100x getastet und schwankte dabei zwischen - "das ist doch nur das Fell" und "dooooch, ganz klar ist das nicht wie vorher" *seufz*.
Ich werd den Trab gleich wieder sein lassen. :-(
Sonntag, 15. Januar 2012
Billy ging brav mit, erschreckte sich einmal vor einem Auto (ganz was neues), dafür fand er die Holzsägearbeiter in knallgelben Outfits und mit kreischenden Motorsägen nicht einmal einen Blick wert. Spaziergänger mit Hund kreuzten unseren Weg, mit denen wollte er gern mit (gingen ja auch Richtung Stall).
Dann kamen wir zur Angstgrenze und Billy blieb immer öfter stehen bzw. wollte stehenbleiben und ich wurde nervöser. Wenn ich nur wüsste was ihm dort nicht gefällt... *seufz*.
Und dann war es natürlich wieder so, dass justament dort, wo quasi die kritische Stelle ist, die Straße nicht mehr geräumt war und so eisig und glatt, dass ich wirklich nicht weitergehen wollte - konnte mich selbst kaum aufrecht halten. Also wieder doof entscheiden müssen und justament dort wieder umdrehen *grummel*. Aber vernünftiger als auf einer Eisbahn weiterzugehen.
Der Heimweg war dann ereignislos - die Holzarbeiter immer noch völlig uninteressant, der böige Wind im Wald ebenso.
Braver Billy, doofes Eis.
Am Sonntag war es so grausig und bereits der Weg vom STall weg so eisig, dass ich lieber in der Halle blieb - schon wieder planlos.
Wir haben einfach ein bissl leichte Gymnastik gemacht, viele Volten um Hütchen, und vorwärts-rückwärts schrittweise. 1 Fuß zurück - halt - 1 Fuß vor - halt. 1 fußzurück- halt - 1 Fuß zurück - halt. Usw. Ein bisschen Denkarbeit.
Billy machte brav mit (für das erste Rückwärts war wieder eine heftige Phase 4 nötig - *seufz*).
Das GEbiss hatte ich ihm auch reingeschnallt, das nahm er nach kurzem Nachdenken ganz ganz brav.
Zum Schluss habe ich die Zügel ins Gebiss geschnallt und eine "Gebisspassenger-Lesson" gemacht. D.h. ich habe versucht, Billy in all seinen Bewegungen mit dem Kopf mit meinen Händen zu folgen. Nicht einwirken, nur folgen, den Kontakt ganz leicht aufrecht erhalten. Egal ob er sich zum Boden streckt oder den Kopf oben hat. Vielleicht gelingts mir so, ihm das Gebiss ein bisschen vertrauter zu machen.
Donnerstag, 12. Januar 2012
Begonnen haben wir zum Aufwärmen mit Schritt auf dem Zirkel. Ich versuche, kein Latschen zuzulassen, sondern fordere jetzt immer flotten Schritt, das geht auch ganz gut. Billy unterscheidet schön, ob ich schnelleren Schritt oder Trab möchte, brav!
Ich habe dann von der Mitte aus versucht, ganz schnellen und ganz langsamen Schritt zu bekommen, je nach meinem Energielevel in der Mitte, so wie beim STick to me, und das hat besser funktioniert als erwartet. Also zumindest wenn ich langsam will, das erkennt er sofort an zeichen, die mir nichtmal bewusst sind. Ich denke nur "ok, jetzt werden wir laaaaangsam" - und schon setzt er es um. Mit "und jetzt schnell" ist er nicht ganz so prompt ;-).
Danach ließ ich ihn weiter im Schritt auf dem Zirkel und hab mich auf ihn zu bewegt und wieder in die Mitte, als FG (Übung aus Karen Rohlfs Buch "Dressage, naturally"). Ich habe das jetzt ein paarmal gemacht, und nun schaffe ich es offensichtlich schon besser, zu kommunizieren, dass ich ganz beiläufig innerhalb des Zirkels herumwandere; Billy bleibt brav auf dem Zirkel. Nur wenn ich wieder in die Mitte zurückkehre, nimmt er das manchmal als Anlass zu denken, ich möchte vielleicht das Spiel beenden und er darf in die Mitte ;-). Ich kann ihn aber ganz freundlich wieder nach außen schicken.
Weiterhin mache ich es so, dass es weniger Pausen gibt, ich denke so bedeuten sie mehr.
Danach ein weiteres Game zu den Übergängen hinzugefügt: Sideways. Man kann ja auch seitwärts anhalten und wieder losgehen ;-). Das seitwärts war sehr gut, dafür dass ich so lange nichts gemacht habe. Gleich ohne Missverständnisse hat Billy es umgesetzt. Anzuhalten mitten in der Halle (ohne jegliche Bezugspunkte zur Bande) war dafür schon schwieriger. Anfangs drehte sich Billy immer zu mir und wollte herkommen. Als er kapiert hatte, dass das nicht gewünscht ist, wurde das Anhalten schwer, er ging einfach weiter seitwärts (wunderhübsch!), obwohl ich mich bemühte, alle Energie herunterzufahren. Das brauchte tatsächlich einige Male, bis es gut geklappt hat, dann wars aber super. 2 Schritte seitwärts - Halt - 3 Schritte seitwärts - halt. usw. Ich versuchte die genaue Anzahl der Schritte zu bestimmen. War ganz harmonisch zum Ende, und Billy hat auch kapiert, dass er es gut gemacht hat (hat so stolz geschaut *g*).
DAnach bin ich aufgesessen und habe dasselbe aus dem Sattel probiert. Ich war begeistert über unser Seitwärts. 2 Schritte nach recths. halt. 2 Schritte nach links. Halt. Perfekt, nur auf Bein, Stick konnte ich auf einer Seite lassen. Er lässt sich davon nicht mehr irritieren (früher eher schon) - d.h. was mein Bein sagt gilt, egal ob der Stick rechts oder links ist. Das ist mir wichtig.
Dann noch kurz das Rückwärts aufgefrischt (bedurfte leider wieder hoher Phasen 4 *seufz*), bis es locker-flockig war, und dann wieder Übergänge Schritt-Halt- Rückwärts-Trab, aber nur 2 oder 3x auf jeder Hand, und dann waren wir fertig.
Billys Beine sind weiterhin Null angelaufen, ich bin froh. Kein Lahmen erkennbar. Und die Mauke geht weg. Ich frage mich schon, ob das miteinander zusammenhing....
Dienstag, 10. Januar 2012
Jetzt im neuen Jahr geht es in alter, äh, neuer Frische wieder ein bissl ans Werk. Oder auch nicht so frisch, mal sehen.
Seit ich wieder zurück bin, sind jedenfalls die Beinchen bisher nicht mehr angelaufen, sondern endlich mal so wie sie sein sollen. Vielleicht hat ihm die Pause gut getan.
Auch Lahmen kann ich momentan gar keins erkennen, wenn ich ihn kurz antraben lasse. Sonst mache ich momentan nur Sachen im Schritt.
Ich habe jetzt lange überlegt, wie ich weiter tun soll. Lahm genug für eine Leitungsanästhesie war das Pferd in der Woche nach Weihnachten nicht zu bekommen. Wir werden also vermutlich nicht mehr herausfinden, was konkret nun los war oder ist. Ich denke ich werde jetzt im Jänner noch ein kleines Sparprogramm fahren, durchaus anspruchsvoll, aber eben hauptsächlich Schritt, und danach wieder langsam mehr Trab und Galopp einbauen und dabei beobachten, wie die Beinchen sind, ob sie wieder anlaufen und ob ich lahmen erkennen kann. Es ist eine ein wenig unbefriedigende Situation, nicht genau oder sicher zu wissen, was nun los war, und ob ihm normales Training wieder schaden wird. Diese eine starke Lahmheit jedenfalls vor Weihnachten, ich denke die war wirklich von einem Sturz etc. Vielleicht hol ich noch Chiropraktiker oder Osteopath zum Durchchecken, aber sonst fällt mir nichts mehr ein.
Ich muss nun schnell wieder etwas in einen Plan reinkommen, momentan hänge ich völlig in der Luft, was machen wir, wie machen wir's, wo wollen wir überhaupt hin.
Dafür dachte ich, es wäre vielleicht ganz hilfreich, sich für jedes Monat ein Hauptthema auszudenken und dieses in allen möglichen Varianten durchzuspielen. Mein hauptthema für den Jänner sind "Übergänge" jeglicher Art. Hier werde ich dann variieren, alle 7 Games, alle 4 Savvys, alle 5 Zonen, und 5 Gangarten (Halt und Rückwärts zähle ich jetzt mal dazu ;-). Da ergibt sich schon jede Menge "Stoff".
Wir haben heute schon begonnen damit. Zum Aufwärmen habe ich Stick to me aus Zone 4/5 gespielt. Das ging schon mal besser. Billy war grantig, die andern bekamen schon ihr Futter. Anhalten und Tempowechsel innerhalb des Schritts (gaaanz langsam und sehr flott) ging ganz gut, wobei es heute schwieriger war, ihn schneller zu bekommen. Das langsame spiegelt er sofort, auch das Anhalten. Wenn ich schneller gehe, macht er aber nicht mit, sondern lässt mich überholen, bis ich in Zone 2 oder so bin.
Im Circling Game üben wir das Anhalten und Rückwärtsrichten auf der Zirkellinie. Beides ist überraschend schwierig. Billy weicht zur Bande hin aus, versteht mich entweder nicht oder zieht seitwärts dem Rückwärts vor. Es hat hohe Phasen gebraucht, um 3 kleine zögerliche Rückwärts-Schrittchen zu bekommen.
Dafür hat er meine Energie heute toll angenommen, Antraben aus dem Rückwärts erfolgte richtig energetisch, das hat Spaß gemacht.
Danach habe ich mich noch kurz draufgesetzt für einige Übergänge Trab--Schritt-Halt-Rückwärts-Trab. Das Rückwärts habe ich vorher vom Boden aus probiert - pipifein! Raufgesetzt, nix! Ich fühlte mich ehrlich gesagt ein bisschen ignoriert und dann gabs Phase 4 in sehr schneller Abfolge, mit der Dressurgerte an die Brust - nicht sehr fest, aber es zischt sehr schön.... Zuerst wollte Billy die blöde Gerte wütend wegbeißen, was aber nichts geholfen hat (mit dem Stick geht das längst nicht so gut!), also fand er dann die richtige Lösung und ging rückwärts. Und zwar flott, er flog geradezu. So. Pfuh. Ungern, aber scheinbar muss es sein. Es brauchte 3 oder 4 dieser Versuche, bis es auch auf "normale" Phasen ging. Und immer noch sehr flott rückwärts. Da war ich dann sehr zufrieden --> Belohnung!
Dafür war - wie am Seil davor - das Antraben aus dem Rückwärts gigantisch, ohne Schenkel, nichts nötig außer scharfes Einatmen. Nach den ersten Versuchen habe ich dann sogar drauf geachtet, dass es nciht ganz so zackig sondern etwas sanfter wird mit den Übergängen - und dafür weniger grantig.
Und was heute übrigens auch noch passiert ist, ist dass der kleine Bub selbständig wird! Meine Hufpflegerin hatte sich früher angesagt als ich Zeit hatte - und zum allerallerallerersten Mal hat ihn ein Stallkollegin aus dem Stall geholt und der Hufpflegerin vorgeführt, ohne dass ich dabei war. Sie hat sich zum ersten Mal getraut (meine Hufpflegerin kennt ihn von Anfang an, als er fürs Hufe Machen sediert werden musste), und er war sooo brav, mein Bub. Am Verhalten war zu merken, dass ihm wohl jede Menge Leckerlis gestopft wurden, aber er war auch ohne mich brav. Das tut gut zu wissen. Jetzt wird er erwachsen, mein Bub :-)
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Zuerst mal im Schritt aufgewärmt, bisschen Führen, bisschen Rückwärts, heute mit mir in Zone 2. Immer wieder interessant, aus Zone 1 (Pferd anschauen) pipifein mit viel Feel ;-). In Zone 2: bracebrace brace und es brauchte einige Geduld, bis ich es auf dem gleichen Niveau wie aus Zone 1 hatte. Aaaber wir haben das hinbekommen.
Dann hab ich 3 Hütchen auf der Mittellinie in der Halle verteilt. Mir schwebten Schlangenlinien in 3 Bögen durch die ganze Bahn vor - wer mal Reitschulunterricht hatte, kennt das wahrscheinlich. Zuerst im Schritt. Ich ging rückwärts und forderte einen Handwechsel, und dann gleich noch einen, weiter rückwärts gehend. Anfangs blieb Billy nicht draußen wie geplant sondern schrammte möglichst eng an den Hütchen entlang, aber das ging dann bald.
Dann Übergang zum Trab, zuerst mal gecheckt wie Billy so läuft: tatsächlich scheint er sich "einzulaufen". Die ersten paar Tritte, vielleicht eine halbe Runde, sieht steif und irgendwie unrund aus, danach kann ich nichts Lahmes mehr erkennen. Also: zu wenig für Leitungsanästhesie, d.h.: Gas gegeben, aber richtig! Zuerst einmal stellte Frauli fest, dass für die geplante Übung das eigene Rückwärts zu langsam ist bzw. ich zu früh anfange rückwärts zu laufen. Billy reagiert promptest, er wechselt die Hand schön wie nie, und insgesamt hatte ich am Schluss den Eindruck, dass ihm diese Version mal richtig Spaß gemacht hat. Pausen hab ich wenige gemacht und denke nach dem Ergebnis, dass ich vielleicht sonst zu VIELE mache. Pause gab es nach ganz ganz tollem Gelingen, und das war erst ziemlich spät gegen Ende der Einheit, als wir uns dann soweit verständigt hatten, dass die 3 Schlangenlinien wirklich hübsch in einer Reihe funktionierten. Das hat etwas gebraucht, vorher hab ich immer normale Zirkel dazwischengeschaltet.
Nachdem es dann nach doch einiger Zeit 2x hintereinander toll geklappt hat (d.h. 6 Handwechsel in einer Reihe), da gabs dann Pause.
Billy war sehr gut drauf. Er galoppierte zwischendurch auch mal an und ich hab ihn gelassen. 5 große Runden (d.h. ganze Bahn, ich ging in der Mitte mit) waren kein Problem; auch am Zirkel ist er toll galoppiert und dann war ich tollkühn und hab nach der gleichen Übung wie Schritt und Trab gefragt und er hat tatsächlich 2x einen wunderhübschen fliegenden hingelegt :-) (allerdings immer nur in eine Richtung ;-).
Wir gerieten beide ganz leicht ins Schwitzen. So eine Einheit hätte mir richtig Spaß gemacht, wenn das Ziel nicht ein lahmes Pferd wäre.... Am Ende hab ich nochmal genau hingesehen, konnte aber wieder kein Lahmen ausmachen. Also wieder nix.
Irgendwie fange ich an zu bezweifeln, ob das irgendwohin führt. :-(
Ich hab mich dann noch kurz raufgesetzt (mit Pad heute) und bin kurz getrabt. Herrlicher ruhiger, schwingender Trab, ich wusste gleich wieder, warum ich normalerweise mit Pad reite.
Zum Abschluss noch ein bissl am Rückwärts gearbeitet, da lass ich jetzt nicht mehr locker, bis ich flüssige, schnelle, weiche Tritte kriege und er aufhört, gegen das Halfter zu ziehen wie irre. Toll ist, wie weich er auf den einseitigen Schenkel reagiert, die neueste Errungenschaft: Lenken rückwärts, es funktioniert! Und zwar wirklich nur mit einem Hauch von Beinanlegen, ganz toll :-)
Nun gut, es ist schön wieder ein bissl mehr machen zu können und zu reiten, aber wenn das nun die nächsten 1, 2 Male kein Ergebnis bringt, dann weiß ich nicht ... müssen wir uns was anderes überlegen :-(.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Wir haben uns ein bisschen am Boden aufgewärmt mit Stick to Me und rückwärts, das nun wirklich gut und leicht geht. Zum Schluss noch ein paar Runden Trab-Driving Game, dabei konnte ich kein Lahmen erkennen - wie gestern in der Klinik.
Also an die Hallenbande geparkt und aufgesessen, Stirnlampe an und raus aufs Viereck. Trotz der Lampe bleibt es etwas schummrig, und wenn wir auf die Halle zureiten, blendet uns das Licht darin. Für diese Verhältnisse und wie lange wir nichts gemacht haben, war Billy sehr sehr brav.
Wie befohlen bin ich viel getrabt und hab mich dabei langsam aber sicher mit dem Sattel angefreundet. Billy zog gleichmäßig seine Runden, ich konnte kein Lahmen spüren außer hie und da eine ganz leichte Unreinheit, die aber immer wieder verschwunden war, sobald ich mich darauf konzentrierte.
Wir machten dann ein paar Übergänge, auch mit ein bisschen Galopp wie aufgetragen; Linksgalopp war plötzlich wieder schwierig; könnte mit der ganzen Sache zusammenhängen.
Zwischendurch blieb Billy immer wieder einmal ziemlich "stecken" im Schritt, ließ sich aber schnell lösen (und führe ich darauf zurück, dass die anderen Pferdchens gerade ihr Abendheu serviert bekamen). Rückwärts machten wir auch, da sträubte er sich wieder gewaltig; eine Sache die ich wirklich nicht verstehe, nun, da es vom Boden aus so leicht und ohne Diskussionen geht.
Nachdem ich genug hatte, ging ich nochmal in die Halle und die zufällig vorhandene Tierärztin und ich konnten ncohmal einen Blick auf die Lahmheit machen - tja, nichts genaues zu sehen, wie gestern. Mal eine Runde leicht unklar, dann wieder gut. Jedenfalls definitiv zu wenig für die Leitungsanästhesie.
Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man reitet und nachher fast schon hoffnungsvoll schaut, ob das Pferd nun "endlich gscheit" lahmt. Ich hab keine Ahnung wie es weitergeht, wenn wir das nicht innerhalb kurzer Zeit hinkriegen. *kopfkratz*
Generell bin ich durch die lange Pause völlig aus dem Konzept gebracht. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo wir stehen, geschweige denn wo ich hin will. Jeglicher Plan ist aus meinem Kopf verschwunden... muss erst mal wieder einen reinkriegen...
Dienstag, 27. Dezember 2011
Billys Besuch in der Klinik
Gesagt, getan, alles organisiert, Billy in den Hänger gepackt (und er stieg sooo brav ein!), eine Stunde Fahrt, wieder ausgespackt (und er stieg sooo brav aus!), kurz ins Paddock in der Klinik. Billy mit großen Augen und aufgeregt, aber es gab Heu, also war die Welt in Ordnung. Frauli bekam inzwischen eine große Thermoskanne mit "Innere-Ruhe-Tee" verabreicht, bis Herr Klinikchef vor Ort war.
Dann mit dem Billy ab ins Round Pen nebenan, mal in den Trab scheuchen. Und das Pferdchen lahmte - gar nicht. Also ich sah zumindest nix. Ein paarmal stolperte er, und am Anfang konnte man mit Phantasie noch ein Ticken wahrnehmen, das nach 2 Runden aber weg war. D.h. wieder zu wenig lahm für eine Leitungsanästhesie, da würde so gar nichts rauskommen.
Herr Klinikchef tastete dann noch die Sehne ab, konnte nix feststellen, außer dass Billy wohl von Natur aus einen extrem dünnen Fesselträger hat - zu seinem Vorteil in unserem Fall, weil somit absolut keine Gefahr besteht, dass hier irgendwie was mit seinen Überbeinen reibt. Fand ich interessant, das hat mir noch kein Tierarzt gesagt.
Die Röntgen schaute Herr Klinikchef auch noch an, konnte darauf aber eben auch nix entdecken, was eine Lahmheit auslösen würde.
Und zum Schluss bekam ich den Auftrag: Pferd reiten! Ordentlich! Halbe Stunde traben, z.B., galoppieren. Mit anderen Worten: Ich soll das Pferd lahm reiten, dann können wir rausfinden, wo das her kommt.
Andere Variante: ein halbes Jahr ruhig stellen (heißt: Boxenhaft) und warten und hoffen, und nachher erst nicht wissen, woher es kam (und daher auch nicht, ob es wohl wieder kommen wird).
Also tja, es wird jetzt wohl mal wieder geritten; da kann ich wenigstens meinen Sattel endlich einweihen. Ein komisches Gefühl ist es aber schon... armer Billy :-(
Sonntag, 18. Dezember 2011
Update
Nachdem die Lahmheit nach der ersten Ruhewoche kaum und nach der 2. Ruhewoche gar nicht mehr zu sehen war, und in der 3. Ruhewoche auch die Beine null anliefen (und ich mich schon freute), lahmte Billy plötzlich wieder stärker, und gestern so richtig stark :-( .
"Endlich" stark genug für eine Leitungsanästhesie, die morgen vorgenommen wird. Dann wissen wir vielleicht endlich mehr.
Langsam fange ich an zu zweifeln, ob das ganze wirklich mit der Fehlstellung und ihren Folgen zu tun hat. V.a. kam er heute irgendwie schief daher, ich frage mich ob es ihn zusätzlich irgendwo aufgelegt hat... denn das ganze hindert den unvernünftigen Herrn Billy jedenfalls nicht, über die Koppel zu toben, wie mir berichtet wird (während Frauli darauf achtet, dass Herr Billy nur jaaa keinen Schritt zu viel machen muss). Daher denken wir nun doch Boxenhaft an.
Bis morgen heißts aber einmal abwarten und Tee trinken.
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Adventspause
Danach sehen wir mal weiter.
Samstag, 26. November 2011
Jetzt gabs mal Entzündungshemmer, um die offenbar akute Entzündung einzudämmen, 5 Tage lang... nur ich fürchte es hat nichts genützt, weil heute, am letzten Tag, war immer noch bzw. schon wieder links alles dick und sogar warm.
Mal sehen wie wir nun weitertun .... :-(
Sonntag, 20. November 2011
Handarbeit
Zuerst hab ich Mann+Pferd zu einem Spaziergang im Wald genötigt ;-). Das Wetter ist immer noch so schön herbstlich, neblig, hie und da mit Sonne, aber jedenfalls schon ewig schön trocken. Ich drückte dem Mann das Pferd in die Hand und ging hinterher, während die beiden einträchtig die Waldwege auf und ab marschierten :-). Klappte toll!
Danach hab ich noch 10 Minuten Handarbeit mit dem Glücksrad in der Halle gemacht. Etwas Schulterherein und etwas Travers. Beides vor Ewigkeiten einstudiert. Schulterherein war positionsmäßig gut, aber das Vorwärts klemmte dabei gewaltig, wurde aber nach einigen Versuchen immer besser.
Beim Travers versuchte ich zuerst wieder von innen die Stellung zu bekommen, das klappte aber mit dieser Ausrüstung nicht, daher hab ich mich dann in die Position außen begeben, und von da aus trappselte Billy brav in Traversstellung die Bande mit richtiger Innenstellung entlang. Richtig brav und bemüht.
Dann war das auch schon genug für heut.
Donnerstag, 17. November 2011
In der Halle wieder kurzes Abfragen des Weichens in alle Richtungen. Beim Rückwärts aus Zone 2 war wieder mehr Brace da als gestern, damit mussten wir ein bisschen rumspielen, bis es weg war.
Dann noch ein paarmal Spins geprobt, diesmal auch nach rechts, was leichter ist. Trotzdem hab ich da zu wenig Plan, und die Spins sind nicht sauber, sondern eher kleine Volten, daher lass ich das glaub ich jetzt lieber wieder bleiben, bis ich einen klaren Plan im Kopf habe, wie ich ihm das erkläre. Er bemüht sich, versteht mich aber in diesem Fall einfach nicht (ich selbst würd mich auch nicht verstehen, das ganze ist etwas unausgegoren *ähem*).
Dann wieder Travers probiert, während ich an der Innenseite bin, und da gab es Verbesserungen gegenüber gestern. Billy reagiert schneller, hat kapiert was ich möchte, tut sich meistens noch schwer, die Innenbiegung beizubehalten. Ich habe ihn einfach am Hufschlag entlang geführt und an jeder langen Seite einen Versuch gestartet; ein paarmal gab es 1-2 richtige Trittchen, die groß gelobt wurden.
Das Gebiss hatten wir (äh, nur Billy) wieder drin, und diesmal hab ich begonnen, das Nachgeben am Gebiss zu probieren: Zuerst laterale Biegung, das ging gut, Brace nur nach rechts, den konnte ich mit dem Knotenhalfter auflösen. Links war sofort gut. Dann Hals anheben, Hals senken. Bei beidem kaute er heftig, Kopf heben mochte er so gar nicht, da musste ich auch das Knotenhalfter dazu nehmen. Alles in allem aber schön feine Reaktionen ohne große Aufregung. Mal sehen, ob er es nächstes Mal noch ins Maul nimmt ;-).
Dann hab ich meinen neuen Sattel augelegt und hab mich mal reingesetzt - *aua* - hart! Und doch recht ungewohnt, aber vom Probereiten weiß ich, dass sich das bald legen wird (beim Probieren waren nur die ersten 10 Minuten komisch). Ich ließ Billy eine Runde drehen, dann bin ich wieder abgesessen. Ich freu mich schon, damit zu reiten. Der Sattel hat Distanzbügel mit 45°Aufhängung dran, aaah, ist das bequem!
Mittwoch, 16. November 2011
Billy und ich haben nur ca. 15 Minuten in der Halle was getan, das Rückwärts aus Zone 2 jetzt auch von der rechten Seite. Aus dieser Zone und wenn ich in die gleiche Richtung schaue wie Billy, gibt es vor dem ersten Schritt bei den ersten Versuchen immer noch Brace. Wenn ich mich dann in Zone 1 positioniere und auf ihn zugehe, klappt es sofort und weich, also hab ich das öfter gemacht, bis er es kapiert hatte. Dann gings auch aus Zone 2.
Danach haben wir noch ein bissl am Spin rumgespielt, ich versuche das, was ich im Bill Dorrance Buch gelesen habe, da umzusetzen, aber da scheitere ich schon bald. Hie und da klappt es ganz gut, aber dazwischen sind wir beide verwirrt, glaub ich ;-).
Zuletzt hab ich Billy am Hufschlag entlanggeführt und versucht, in der Bewegung einen Schritt mit der Hinterhand nach innen zu bekommen, also Travers. Ich blieb dabei innen, und versuchte die Hinterhand mit dem STick über dem Popo zu mir zu dirigieren. Zuerst im Stehen, da klappte es super. Dann in der Bewegung, klappte auch, allerdings mit Außenbiegung. Dann haben wir uns langsam an Innenbiegung + Popsch-rein herangetastet, und 2x hab ich 1-2 nette Schritte so bekommen. Die Innenstellung ist jetzt sehr leicht zu bekommen, weil er so schön fein dem Seil und dem Gefühl folgt.
Dienstag, 15. November 2011
Billy durchleuchtet...
Also mittlerweile wurden von Billys Beinchen ichweißnichtwieviele Röntgen gemacht. Wie es aussieht, und wie ich es irgendwie im Gefühl hatte, ist wohl ein neuer akuter Entzündungsschub im Röhrbein aufgrund seiner Fehlstellung die Ursache für das Anlaufen. Auf den Röntgen sieht man, dass zwischen Griffelbein und Röhrbein eine Art Kalkablagerung oder Verknöcherung stattfindet - dort wo sich am Röhrbein auch die Überbeine gebildet haben. Quasi ein neuer Schub wie der, als diese Überbeine entstanden.
Außerdem hat sich Billy irgendwann mal das Griffelbein gebrochen - muss schon Jahre her sein. Es ist damals gut zusammengeheilt und angeblich merkt man einem Pferd sowas oft nicht an - bisschen Vorwürfe mach ich mir trotzdem - offenbar hab ich das nicht bemerkt ...
Die Sehne ist laut Ultraschall dafür bestens in Ordnung, da bin ich schon mal froh.
Jetzt gehen wir erstmal gegen die Entzündung vor. Billy wird mit neuem Lasergerät behandelt. Leihgerät der Klinik, hilft gegen alles, wenns nix nutzt, schadets nicht ... es übersteigt ein wenig meine Vorstellungskraft, aber schauen wir einmal. Das machen wir einmal eine Woche, schauen dann noch einmal, ob das Lahmen noch da ist ... und wenn ja, müssen wir vielleicht Stück für Stück Billys Bein einspritzen um sehen zu können, woher genau das kommt - obwohl meine Tierärztin meinte, dafür wäre er fast zu wenig lahm.
Also mal abwarten.
Gleichzeitig hat sie auch gleich die Maukestelle behandelt - erstmal rasiert, dann dicken Verband drauf über Nacht, damit die Krusten sich lösen. Dabei ließ Billy den alten Büffel raushängen, der auch auf 3 Beinen noch munter herumhüpfen kann und versucht, die lästigen Tierärzte an der Wand einzuquetschen. Puh. Aber nun wird das auch leichter einzuschmieren und zu behandeln - sieht schon viel besser aus. Auch die Mauke wird mit dem Laser - einem anderen Aufsatz für die Wundheilung - behandelt. Bin gespannt.
Er führt sich derart auf wenn man an die Mauke kommt, ich versteh das überhaupt nicht. So schlimm sieht das echt nicht aus. Ich habe schon dran gedacht, ob das Lahmen vielleicht sogar davon kommt - ist halt alles am gleichen Bein!
Und zu guter Letzt gibt es noch schönes zu berichten! Meine Sattelsuche hat ein Ende und ich bin seit heute stolze Besitzerin eines ROC Americana! Seit Monaten hab ich so ein Ding gebraucht gesucht - nun gefunden, schnell entschieden, meiner! Und er ist soooo schön, und beim ersten Auflegen heute sah das von der Passform nicht so schlecht aus (ich habe ein leicht weiteren Baum als den, der für Billy vom Profi als passend befunden wurde und dabei relativ knapp war). Das wird der Profi dann noch überprüfen müssen, momentan kann ich ja eh nicht reiten.
Ansonsten haben wir weiter fleißig alle möglichen Braces eliminiert. Billy geht auf Porcupine Game so flüssig und willig rückwärts wie nie. Da kämpf ich jetzt seit Jahren damit - und in Wirklichkeit wars eigentlich so einfach. Wir gehen meterweit rückwärts und haben begonnen, Bögen einzubauen, Schlangenlinien, und auch mal einen Rückwärts-Zirkel. Bisher stehe ich dabei direkt vor Billy und wirke leicht mit dem Seil nach hinten ein, direkt unterm Halfterknoten. Wenn es nicht leicht geht, hab ich einen Brace gefunden und mache weiter, bis er weg ist. Heute habe ich dasselbe probiert, aber seitlich stehend und mit Billy rückwärts gehend, in Zone 2. Überraschung, da gab es wieder massive Braces. Schon interessant, wie ein kleiner Schritt so viel bedeuten kann. Ich bleib jetzt immer sehr ruhig, wildes Herumwedeln mit dem STick als Phase 4 gibts nicht mehr, und es klappt viel besser so. Wenn die Füße gar so fest stecken, tippse ich ganz ganz leicht mit dem Stick das Bein an, das sich bewegen soll, nicht fester als mit der Fingerspitze, und das hilft schon meistens!
Und schließlich hat Billy das Gebiss jetzt oft genug während der Arbeit getragen, dass ich glaube, da dran mal was tun zu können, das werde ich in den nächsten Tagen in Angriff nehmen.
Mittwoch, 9. November 2011
Schritt zurück
Ich hab heute ein bisschen Nachgebe Übungen im Stand gemacht. Alles recht fein, man merkt einen Unterschied. Außerdem haben wir ein bisschen rückwärts geübt. Es geht immer noch recht fein. Ganz am Anfang musste ich ein bissl Nachdruck üben, und dann schwebte der Billy quasi rückwärts. Wir gingen ein bissl die Bande entlang, weil er den Hintern sonst immer schief reinschiebt. Dann begann ich ein bissl zu lenken, und schließlich haben wir um ein Hütchen einen Zirkel rückwärts in jede Richtung gemacht - schön bedächtig, SChritt für Schrittt, kaum Brace dabei, und wenn, dann nur ganz kurze Momente. Billy durfte sich viele Leckerlis dafür abholen, da er ja so arm ist.
Und jetzt warte ich auf morgen, was da rauskommt ...
Montag, 7. November 2011
Tierarzt
Heute wars dann überhaupt komisch - Beine zum ersten Mal nicht gleich, sondern das rechte in Ordnung und das linke immer noch angelaufen. Außerdem sind. beide linken Hufe (d.h. vorn und hinten) wärmer als die rechten. Gut dass sie also sowieso da war.
Also hat sie mal untersucht und vortraben lassen. Fazit: Die Sehnenscheide ist jedenfalls mal gefüllt, außerdem lahmt das Billytier leicht wenn man ihn in schnellem Trab auf kleinem Zirkel scheucht (was ich selten tu und daher nix seh *seufz*). Woher genau das kommt, konnte sie nicht gleich sagen, jetzt werden mal Röntgen und Ultraschall herangekarrt und dann sehen wir weiter.
Sonntag, 6. November 2011
Feel hilft viel
Freitag war ich bei Billy und bin wieder einmal fast verzweifelt. Was am Tag davor noch ganz gut klappte - Kopf hoch, Kopf senken, seitliche Biegung, rückwärts - klappte an diesem Tag überhaupt nicht. Das ganze Pferd war voller Brace, und was für welche!
Das einzige was noch funktionierte war: Kopf senken, wenn ich die Hand an den halfterknoten lege und mit 2 Fingern vorsichtig Druck nach unten mache. Das klappte. Aber sonst nix.
Hand ins Genick: Brace! ich glaube ich stand eine halbe Stunde und wartete, nix! Und es ist ja bitte nicht so, als würde er das nicht kennen; wir machen das nun wirklich nicht zum 1. Mal. Aaaber das Muster war wieder da: Einmal offeriert Billy eine Reaktion und denkt, damit soll ich mich doch bitte zufrieden geben. Tu ich aber jetzt nicht mehr. Druck im Genick blieb, und das ganze wieder und wieder, ich wollte nicht aufhören bevor es leicht ist. Aber es kam eine halbe Stunde lang nur Gegendruck. Ich gestehe, ich hab ihn dann ins GEnick gezwickt (obwohl meine neue Bibel ja sagt, das soll man nicht), dann kam eine Reaktion, die ich endlich loben konnte.
Seitwärts biegen kannte Herr Billy plötzlich auch nicht mehr. Das war so schön und leicht einen Tag davor. Jetzt: Brace hoch 10. In beide Richtungen. Kein freiwilliger Zentimeter. Und dabei sah das Pferd noch sowas von unglücklich aus, dass ich natürlich gleich zweifelte und dachte, ich hab grad echt die total falsche Abzweigung erwischt in unserem Weg *seufz*.
Dann noch rückwärts, das war doch auch schon fein und leicht, heute wieder: brace, regelrechte Gegenwehr, etc.
Pfuh. Keine schöne Session.
Und dann kam ich Sonntag wieder zum Pferd. Und Billy wie verwandelt. Er hob den Kopf aus dem Gras, als ich das Halfter entknuddelt hatte. Dann ließ ich ihn nch einen Happen machen, drehte um. Pferd nahm die Nase aus dem Gras und folgte am leicht durchhängenden Strick.
Am Weg zum Stall blieb er kaum zurück, obwohl ich ein ordentliches Gehtempo anschlug. Sobald der Strick sich leicht spannt, schließt er von sich aus auf. Falls doch nicht, nehme ich nur kurz und stetig die Hand vor und er tut's.
Dann gingen wir in die Halle und übten wieder das Nachgeben mit Gefühl. Ich war gefasst auf viele Brace-diskussionen. Und, was war? Nichts. Ein feines Pferd. So wie ich es mir vorstelle! ich hebe die hand mit dem STrick (knapp unterm Knoten angefasst) - Kopf hebt sich. ich senke die Hand, Kopf senkt sich. Hand ins Genick, sanft - Kopf senkt sich. Hinterhand und Vorhand sind wie ein Ball zu verschieben in alle Richtungen. Und zwar sofort, beim ersten Mal. Rückwärts: ich lege die offene Hand ans Seil (kurz unterm Knoten), bewege sie ohne sie zu schließen Richtung Pferdebrust - Pferd geht rückwärts. Vor lauter Faszination musste ich innehalten und Leckerli stopfen *g*. Aaaber der nächste Brace kommt bestimmt, oder? WEiter rückwärts - unsere 4-Jahres-Baustelle. Pferd geht rückwärts, an meiner offenen Hand. 7m (wir schleifen das Seil hinterher), und bis ans Ende vom Viereck. Wow! Ich glaub so ein leichtes rückwärts hatte ich noch nie. Nun schleift er zwar immer noch alle Füße durch den Sand statt sie zu heben, aber wenn man endlich nicth mehr diskutieren muss, OB es überhaupt ein Rückwärts gibt, dann kann man das ja jetzt verbessern! ich träume bereits von Figure 8 rückwärts und Zirkel rückwärts, yeehaw!
Neu hinzugefügt haben wir rückwärts an der nase (kurze Abwehrreakton, dann genauso fein wie am Seil) und Kopf noch etwas höher anheben ohne rückwärts zu denken dabei.
An sich war ich aber nach 10 Minuten fertig.
Billy durfte das Gras am Viereckrand trimmen zum Dank, dass er so ein feines Pferdchen war.
Schon faszinierend, was rauskommt, wenn man mal 2 Tage konsequent ist *hüstel*.
Freitag, 4. November 2011
Rezension
Dieses Buch bekommt von mir 6 (von maximal 5 *g*) Sterne! Sollte man als Horsemanshipler wirklich gelesen haben.
Der Inhalt ist gewaltig, teilweise sehr theoretisch, aber auch oft mit praktischen Übungen versehen, die mit zahlreichen Fotos und Fotoserien untermauert sind. Das Hauptthema "Feel" ist nicht leicht in Worte zu fassen. Trotzdem schafft Bill Dorrance es, dass man am Schluss beim Zuklappen des Buches eine gewisse Vorstellung davon hat, was er damit meint. Und durch die Anleitungen zu den praktischen Übungen auch tatsächlich auch die Idee, wie man es vielleicht erreichen kann.
Prinzipiell verstehe ich - von meinem Parelli-Hintergrund aus gesehen - Bill Dorrance's "Feel" als das perfekte Porcupine Game. Bill arbeitet offenbar viel mehr mit stetem, feinem Kontakt, weniger mit Driving Games (diese werden nur kurz erwähnt und sammeln sich offenbar unter dem Begriff "indirect feel").
Nach allgemeinen theoretischen Überlegungen zum "feel" kommt man mit Kapitel 4 dann zum praktischen Teil. Bill erklärt die Grundübungen: Kopf senken, Hals biegen, Führen, Rückwärtsrichten. Alles ist detailiert beschrieben, gut nachzumachen. Detailiertest auch die Beschreibung des Aufzäumens - wie man das Gebiss ins Pferdemaul kriegt, nimmt ca. 5 volle Seiten ein (ebenfalls reich bebildert) und hat mir z.B. extrem geholfen.
Ein weiteres Highlight ist das Kapitel zu den Fußfolgen, und da besonders zum Galoppwechsel. Das hab ich auch noch selten so schön und klar beschrieben gelesen.
Weiters gibt es ein Kapitel mit Q&A, wo zum großen Teil genau das aufgegriffen wird, was dem Leser zuvor bei der Lektüre so durch den Kopf ging.
Und was man auch nicht unterschätzen darf, ist der kommentierte Index, in dem Bill häufig vorkommende Begriffe aufgreift und noch einmal definiert, was er darunter versteht. Ich wähnte mich schon fertig mit dem Buch - "nur noch der Index" - aber der hat es noch einmal so sehr in sich, dass ich ein Monat dafür gebraucht habe.
Mehr als einen längeren Absatz oder ein Unterkapitel auf einmal konnte ich nie lesen, dazwischen musste ich immer wieder alles sacken lassen ... und das ist für mich auch recht ungewöhnlich, ich lese Bücher normalerweise in einem Zug durch, wenn sie gut sind.
Einen richtigen Schlagwortindex gibt es auch, der scheint sehr akribisch und damit hilfreich.
Schließlich noch ein Wort zur Sprache:
Das Buch gibt es m.W. nur im Original, und das ist gut so. Es wurde von Bill Dorrance gemeinsam mit Leslie Desmond geschrieben, wobei ich denke, dass sie wohl aufgeschrieben hat, was er ihr sagte. Es ist toll, dass hier nicht versucht wurde, den teilweise umgangssprachlich anmutenden Ton in irgendeiner Weise zu "bereinigen". Alles wirkt so direkt, so unmittelbar, als würde Bill Dorrance persönlich vor einem stehen und eine Konversation mit einem führen. Gleichzeitig finde ich, dass die Art, Dinge auszudrücken, eine Menge von der Persönlichkeit Bills durchblicken und einen fast zwangsläufig darüber traurig werden lässt, dass dieser so weise und dabei so bescheiden wirkende Mann nicht mehr unter uns weilt.
Die Sprache ist derart klar und eindringlich, dabei so sehr poetisch in meinem Empfinden, dass ich so manchen Absatz mehrmals gelesen hab - einfach weils so schön ist! Anfangs hatte ich mein Notizbuch neben mir liegen, um Dinge zu notieren, die ich gerne als Zitate verwenden möchte. Dann stellte sich bald heraus, dass ich von so gut wie jeder Seite zeilen- und absatzweise zitieren oder mir T-Shirts drucken lassen würde, also habe ich es aufgegeben.
Dazu passt dann auch noch der absolut letzte Abschnitt, der einige Seiten mit Gedichten oder Liedtexten umfasst.
Obwohl ich mich ewig nicht entscheiden konnte, welchen, möchte ich doch gern einen meiner Lieblings-Absätze zitieren (p. 327):
* HELPING THE HORSE: That's our main goal and through feel is how you go about this. Whatever you're trying to do is to help him. If a person approaches a horse with other ideas that do not include helping that horse, well, to my way of thinking, there's room for improvement in that. There's a place in the attitude they have about the way a horse's mind works that will make it more difficult for them to develop the better results we're talking about here in this book, I'll put it that way. No, Im in hopes that getting ghese ideas getting down in print can help them learn how to help those horses, all right. Because this is my main plan.
Fazit: Kaufen, lesen, nochmal lesen, sacken lassen und nochmal lesen ;-). Bill sitzt jetzt auf meinem Nachtkästchen und in mir der Vorsatz, jeden Abend einen Absatz zu lesen :-).
Donnerstag, 3. November 2011
Back to Basics
Tja, hier kommt dann die Wut ins Spiel, die immer noch im Bauch leise vor sich hinköchelt: Langeweile? Mir doch wurscht! Mein Mitleid hält sich nun in Grenzen. Da er die Abwechslung die ich ihm bieten möchte (mit z.B. Ausritten usw.) eh nicht schätzen mag, dann wird halt in der Halle Porcupine Game gedrillt. So lange bis es so klappt wie ich mir vorstelle. Und wenn wir eine Stunde lang nur Hals biegen üben. Gehen wir halt wieder eine Weile in den Kindergarten zurück.
Dazu noch möglichst fest verankert in meinem Kopf: Die Vorstellung, das Bild, wie es sich anfühlen soll. Kein Ziehen, kein Zerren, kein Drücken, kein Brace. Fein soll er dem Gefühl am Seil folgen. Wie ein Tanzpartner. Den schiebt man ja auch nicht mit Druck übers Parkett. Und alles, was sich anders anfühlt als das, ist Brace und gehört eliminiert. So. Das erfordert von mir ganz schön Konzentration, denn Billy hat ein Talent einen glauben zu machen, dass er ja eh nachgibt. Es in Wirklichkeit aber gar nicht tut.
1) Kopf senken. Das geht leicht, das mag der Billy. Mit Daumen und Zeigefinger am Seil, Kopf senkt sich sofort. Mit der Hand leichter Druck im Genick, da gibt es mehr Brace. Mit dem Halfter funktioniert das besser. Also letzteres noch auf die Merkliste.
2) Hals biegen. Hier kam erstmals ein Phänoment ins Spiel, das mir erst jetzt so richtig bewusst wird. Es war aber sicher immer schon so: Billy gibt nach, pipifein. Ich stehe auf Hals/Schulterhöhe, etwas von ihm weg, das Seil liegt in meiner offenen Handfläche. Ich bewege die Hand nach links, Kopf und Hals kommen mit. Wow. Wie fein, wie weich. So mag ich das. Einmal links, einmal rechts. Pipifein, beide Richtungen. Ich lege das Seil nur auf meinen Zeigefinger und bewege den Arm, und Billy folgt mit Hals und Kopf. Ich bin beeindruckt. Ein zweites Mal links, ein zweites Mal rechts. Genauso. Toll. Ich will schon aufhören.
Und dann mach ichs ein drittes Mal. Und dann ist er da, der Brace. Nur ein ganz leichter, wenn ich nicht so konzentriert danach suchen würde, hätte ich ihn wahrscheinlich wieder übersehen. Nach rechts muss ich plötzlich wieder die Finger zumachen, Billy sträubt sich, nur ganz wenig. Aaaaaaah, interessant. Ich probiere weiter. Der Brace wächst! Mit jedem Versuch braucht es mehr Kraft und dauert länger, bis er nachgibt.
Das bewirkt eine Riesen-Erkenntnis (hab ich das echt noch nie bemerkt?? Wie peinlich...): SO manipuliert einen der Herr Billy. Er gibt nach, so ein bisschen. Damit man Ruhe gibt. Das macht er z.B. immer schon so beim Rückwärts. 1-2 Schritte gehen sehr weich und scheinbar willig. Will man mehr, ist Sense.
Wir standen dann also und beschäftigten uns so eine halbe Stunde oder so mit Hals nach rechts biegen. Blöderweise hatte er mir ja am Anfang gezeigt, dass er kein körperliches Problem zu haben scheint. Es war unglaublich, wieviel Kraft er teilweise aufwandte, nur um den Kopf nicht biegen zu müssen. Ich hab halt null nachgegeben und einfach gehalten, gab er ein wenig nach, gab ich auch ein wenig nach. Und es war unglaublich, wie lange der dagegen ziehen kann! Minutenlang, ohne auch nur einen Versuch, dem Druck zu entkommen. Irgendwann gings dann eben doch.
Wir machten andere Sachen dazwischen, und ich kehrte immer wieder zurück zur Biegung (und zwar immer öfter als 3x, denn das Phänomen: 2x gehts pipifein, dann kommt der Brace, zog sich durch die ganze Session).
3) Vorwärts und Rückwärts, mit Porcupine Game. Zuerst einen Fuß. Vorsetzen, zurücksetzen. Das ging bald überraschend gut. War aber im Endeffekt das gleiche Phänomen wie beim Biegen. 2 Schritte machte er auch noch gerade. Aber bei 3 fand er, dass das nun zuviel wird - Brace. Also haben wir dann eine ganze Weile damit rumgespielt, bis auch das flüssig und weich und mit dem Seil auf der offenen Handfläche funktionierte.
4) Hinterhand weichen. Hab ich - ich weiß - sträflichst vernachlässigt, was das Porcupine betrifft. Die Rechnung bekam ich gleich präsentiert, da war nix mit Tanzen, Billy reagierte nichtmal auf Drücken und Schieben. Dann kam eben der Stick zum Einsatz, es gibt eben nur noch Phase 1 und 4. Ich glaube er kennt das Spiel wohl gut genug. Da wunderte sich der Billy über Fraulis plötzlichen Energieschub und hüpfte auch mal eine 90°-Wendung, um seine Hinterhand in Sicherheit zu bringen. Gut so. Und siehe da, schon nach ganz kurzer Zeit konnte er wie ein höflicher Tanzpartner auf meine Hand auf seiner Seite reagieren.
Auch am Putzplatz hab ich das beibehalten. Immer und überall muss das funktionieren, wenn nicht, dann scheppert's.
5) Führen haben wir auch noch gemacht. Das hab ich schon beim Heimweg am Dienstag begonnen. Auch da möchte ich, dass Billy dem Seil folgt, wenn es in der offenen Handfläche liegt. Nach ein paar etwas kräftigeren Erinnerungen hat das dann auch schön und fein geklappt.
So, und nächstes Mal hier weiter.
Dienstag, 1. November 2011
Es begann alles ganz gut, Feiertag, d.h. Tageslicht ausnutzen, d.h. an unserer Ausrittbegrenzung üben. Toll lief alles. Ich hab ja auch in letzter Zeit viel geübt: Auf- und absitzen mit Stillstehen im Gelände, OnLine Spielen an unserer Comfort-Zonen-Grenze, usw. usf. Heute bin ich wieder hingeritten. Zum Testen, wie es um das Befinden des Billytiers steht, hab ich auf dem Weg zur Grenze Übergänge gemacht. Mal angehlaten, bisschen stillstehen. Antraben aus dem Halt. Ein bisschen Rückwärts. Ums Rückwärts musste ich kämpfen, der Rest war leicht wie sonst im Viereck. Alles wunderbar. In der Nähe der Grenze ließ ich ihn öfter antraben. Alles locker, flüssig. Auf einer Wiese schon sehr in der Nähe probierte ich angaloppieren. Tatsächlich, das funktionierte, fein wie im Viereck. Runterparieren am Ende der Wiese - auf Ausatmen. Ich war richtig stolz und glücklich, und eigentlich bereit umzudrehen und heimzugehen nach der Parade.
Nur dann traf uns die Grenze wie ein Hammerschlag. Billy nahm das Umdrehen vorweg und machte sich auf eigene Faust und ohne zu fragen auf den Heimweg, und zwar sicherheitshalber gleich im Trab. Nun gut, ich war anfangs soweit stolz auf mich, mit dem Mantra "Feeeeeeel, ommmmm, feeel ommmmmm, feeeeeeeel, ommmmmmmmmmmmmmmmm" mich in den wenn auch ungewünschten Trabrhythmus einzufinden statt wild herumzuzerren, zu versuchen ihn mit dem Sitz zu bremsen, so zu tun als wär ich einfach daheim im sicheren Viereck bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit über die Gangart. Auf das Bremsen mit dem Sitz reagierte Billy jedoch nur mit Beschleunigung -- trappseltrappseltraptraptrarapptrarappp auf dem Asphalt, bergab; dann (mittlerweile waren die Gedanken "feeeeeeel" und "ommmmmmmmm" abgelöst von "sch*" und "aaaaaaaaah") nahm ich doch den Zügel dazu. Ich bemühte mich auch das in Phasen zu tun und jegliches Zerren zu unterlassen, aber kaum spürte das Billytier das Anheben des Zügels wurde er justament nochmal schneller. Kaum spürte er dass ich versuchte ihn zu biegen, machte er den Hals noch ein bissl steifer.
Da überkam mich eine derartige Wut, dass ichs kaum beschreiben kann... dieses 100%ige Left-Brain "ich weiß was du willst, das passt mir aber nicht in den kram und deshalb mach ich mal genau das gegenteil" machte mich derart fuchstteufelswild... dann wurde ich wütend über mich selbst, WEIL ich wütend geworden war. Und weiter resultierte jeder halbwegs zivilisierte Versuch zu bremsen immer nur noch in schnelleren Tempo, justament, zufleiß. Irgendwann griff ich halt dann in meiner Wut doch zu den unzivilisierten Not-Mitteln wie Zerren, Reißen und dem Tier in den Rücken Plumpsen damit ihm das Traben vergeht, und schließlich standen wir... endlich! Ich nahm den Fuß ausm Steigbügel und wollte so schnell wie möglich runter - worauf das Billytier erneut anzutrappseln begann - dasselbe von vorne.
Endlich stand er irgendwie lange genug still dass ich sicher runter konnte.
Ooooh, und wie ich sauer war! Und wütend auf mich selbst und auf das Billytier, und traurig, weil ich wütend war...
In meinem Grant hab ich ihn dann Online über die Grenze gejagt, und zwar dalli und zackig... zuerst mal eine Weile bergauf, dann im Schritt zurück, dann aus Zone 4 über die Grenze geschickt, im Schritt, im Trab, alles wunderbar, ca. 20x. Das leftbrainigste Pferd wo gibt.... Ich hab heute einen Mordsmuskelkater und hoffe, das Billytier auch *grml*.
Aufgesessen bin ich nicht mehr, wir sind den Heimweg zusammen gelaufen, und das Billytier fand sich millimetergenau auf dem Platz ein, wo ich ihn haben wollte - fein, zackig, aufmerksam, sogar freundlich.
Die Wut blieb, bis jetzt sogar. Zum ersten Mal seit langem dachte ich wieder dran, ob sich unsere Wege nicht besser trennen sollten. Scheinbar bin ich schlichtweg unfähig, und auch wenn ich 1000 Bücher lese wirds nicht besser. Nu versuch ich schon so viel, und nichts hilft... und in mir hallt immer nur die Frage "warumwarumwarumwarumwarumgehtdasnicht"? *schnief*
Sonntag, 30. Oktober 2011
Hin und her
Wir haben dabei die Halle mit einem anderen Pferd-Reiter-Paar geteilt, also der Schwierigkeitsgrad nochmal ein bissl höher. Daher brav On Line begonnen, um zu sehen, wie das Billy-Tier heut so drauf ist. Ein bisschen Stick to Me, dann Variationen im CG probiert: kleine Kreise, Zirkel dann vergrößern und wieder verkleinern. Klappte toll, verkleinern besser als vergrößern. Durch die Übungen von David und den immensen Draw, den wir zur Zeit haben, ist das momentan einfacher. Es brauchte nur kurz, bis er dann hübshce enge Kreise um mich gemacht hat, während ich in Neutral war.
Dann das Seil abgenommen und weiter. Kleine kreise Schritt, Zirkel etwas vergrößern, Trab. Billy ließ sich schwer von mir wegschicken und behauptete dann gleichzeitig, auf so engem Zirkel nicht traben zu können ;-). Mit mittlerer Entfernung war das dann gelöst. ;-) Billy trabte toll entspannt auf einem schönen runden Zirkel und war mit der Aufmerksamkeit sehr bei mir. Nur einmal kam mir die abhanden, aber ein Blick auf die Hinterhand genügte, und er war wieder da.
Daraufhin hb ich ein paar Übergänge von Schritt in Trab und dann auch in Galopp probiert, die gut geklappt haben. Trotz des anderen Pferdes in der andern Hallenhälfte blieb er ständig bei mir, auch im Galopp :-).
Und schließlich hab ich auf ganz geringe Distanz im Schritt Handwechsel probiert, die waren super! Damit hatte ich ja im Sommer so Probleme... aber heute gar nicht, er wechselte auf kleinste Zeichen, später auch auf größere Distanz und wunderschön im Trab, ohne die Bewegung zu unterbrechen.
Auch Figure 8s klappen plötzlich toll, alles nicht mit Hinterhand wegschicken, sonsern Kopf und Schulter zu mir ziehen.
Jeztt hätte ich nur noch gern einen etwas höflicheren Blick dabei, und dann bin ich sehr zufrieden. Momentan langweil ich ihn wohl. Muss gestehen, dass ich im Moment etwas den roten Faden verloren hab und daher irgendwie zwar schon mit konkreten Tagesplänen zu Billy gehe, aber insgesamt fehlt mir das große Bild im Moment...
Außerdem muss ich von unseren Fortschritten mit dem Gebiss berichten! Toll klappt das momentan. Rein- und rausgeben ist nun endlich kein Thema mehr. Beim Reingeben überlegt er manchmal ein bissl, so hat er heut mal draufgebissen und dann etwas gezögert, bevor er es weiter rein genommen hat. Wenn ich da aber einfach warte, ohne weitern Druck zu machen, dann klappt das gut. Und beim Rausgeben hat er nun endgültig kapiert, dass es klüger ist, den Kopf dort zu halten wo er ist, und v.a. das Maul weit genug aufzumachen, dass das Gebiss auch wieder rauskann! Früher hat er ja gleichzeitig den Kopf hochgerissen, Maul auf- aber gleich wieder zugeklappt und zog auch noch rückwärts - nun hat ers endlich endlich kapiert :-).
Wir machen jetzt eine Phase, wo ich das Gebiss zu Anfang unserer Session reintu, es währenddessen drin lass (Knoti drüber), und danach kommts wieder raus. Das scheint soweit alles ok zu sein für ihn.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Herbstausritt
Beide waren nachher ganz schön groggy... Wie hoch wir waren, sah man nur an einer Stelle, wo der Wald zurückging und wir einen wunderschönen Ausblick über unser Tal hatten - leider nicht so weit, wegen des Nebels.
Billy war brav dabei, aber sehr gemütlich unterwegs, außerdem giftelt er wieder vermehrt - pünktlich mit Herbstbeginn. Und wieder hab ich ein ständig schlechtes Gewissen, ich würde was übersehen... :-/
Sonntag, 23. Oktober 2011
Auf und ab
Die ersten paar Male lief er immer gleich los und ließ sich dann auch nur schwer wieder bremsen. Dann begann er langsam zu kapieren, was gefragt war und hörte besser zu. Ich fand unterwegs ein paar Baumstämme, wo das Aufsteigen überhaupt gut klappte. Billy parkte sich selbständig seitwärts ein, genau wie zu Hause an der Aufsteighilfe (die auch ein Baumstamm ist ;-) ). Bald schon blieb er danach noch stehen und wartete, bis das Kommando zum Antreten kam.
Dazwischen machten wir auch noch ein paar Ruhig-Steh-Übungen, die auch immer besser klappten. So machten wir dann unsere Aufwärmrunde fertig; ich war sehr zufrieden.
Danach sind wir noch aufs Viereck und haben wieder die einfachen Galoppwechsel auf Schlangenlinien durch die Bahn geübt. zweimal gelang das richtig gut, Billy galoppierte heut auch locker an und wollte - anfangs zumindest - auch gern galoppieren.
Anfangs legte er in jeder Runde einen Not-Stopp in der Ecke ein, wo das schöne hohe Gras wächst, aber ich konnte das locker sehen und hab mich gar nicht geärgert ;-) - bin einfach neu angaloppiert und nach 3 Runden hatte er kapiert, dass jetzt keien Fresszeit ist.
Nach einem erfolgreichen Durchgang hab ich aufgehört, abgesattelt und ihn am Viereckrand dann noch grasen lassen.
Samstag, 22. Oktober 2011
Billy war toll, jedesmal wenn er die Konzentration auf etwas anderes gerichtet hat, hab ich mir die Aufmerksamkeit gleich wieder geholt, und er hat da auch brav mitgemacht. So konnten wir an dieser Stelle Circling Game spielen, inklusive Handwechsel im Trab, Sideways, wo wieder ein paar Trabtritte dabei waren, viel Stick to me in allen Gangarten außer Galopp. War alles problemlos, nicht anders als auf dem Viereck. Also hab ich das ganze bald abgebrochen und wir sind den Weg zurück gegangen.
Wo ich mich wieder sicher fühle, bin ich aufgesessen. Tja, und da war es wieder: Kaum sitze ich oben, trappselt Billy los, diesmal sogar wirklich im Trab. Hab wohl ein Muster zu oft wiederholt (wenn sie absitzt unterwegs, und dann wieder aufsteigt, dann gehts heim). Ich musste richtig diskutieren, dass wir wieder langsamer wurden und schließlich stehen konnten. Das Witzige ist, dass er mich superbrav aufsitzen lässt. Da steht er still, dreht auf Wunsch den Hintern zu mir, um sich in Position zu bringen. Er wartet sogar, bis ich beide Füße im Steigbügel hab - aber dann: ab die Post! Nachdem er wieder zur Vernunft gekommen war, mussten wir dann leider beim Heimweg ganz oft stehenbleiben und Übergänge machen. Und ich nahm mir vor, das speziell zu üben (auf- und absteigen).
Zu Hause angekommen ging ich noch ein bissl aufs Viereck und hab probiert, ob ich eine Weave mit einfachen Galoppwechseln reiten kann, mit 3 Schlaufen/Hütchen. Ging gar nicht so schlecht für den ersten Versuch! Billy war grantig allerdings und wollte heim, daher hab ich es bei dem kurzen Versuch gelassen, nachdem er auf alles brav hörte und auch umgesetzt hat.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Momentan kommt der alte Büffel wieder etwas zum Vorschein. Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil ich insgesamt etwas planlos bin. Ich hab zwar für jeden Besuch einen konkreten Plan, aber so der große rote Faden fehlt momentan ein bissl.
Wir arbeiten jedenfalls am Neckstring-Reiten. D.h. ich lasse die Zügel komplett weg - Hackamore ist aber immer drauf, für den Fall, dass der Büffel zum Vorschein kommt ;-).
So reiten wir momentan Weave in Schritt und Trab. Alles klappt hervorragend! Zügel brauch ich nicht, den Neckstring eigentlich auch nicht. Alles klappt mit Focus, Körperdrehung, Schenkel (ganz leicht, außer der Büffel... s.o.). Im Schritt kann ich dabei noch sehr fein dosieren und ziemlich genau die Linie bestimmen, die wir gehen. So bin ich im Schritt zuerst ganz große Schlangenlinien um meine 4 Hütchen auf der Mittellinie gegangen - so dass wir immer zwischendurch am Hufschlag gelandet sind. Die nächste Runde landeten wir dann ganz präzise am 2. Hufschlage, die nächste am 3. usw., bis wir uns schließlich nur noch knapp an den Hütchen vorbeischlängelten. Ich war fasziniert wie sanft das klappt. Wenn ich den Stick benutze, mache ich das mittlerweile Richtung Schulter statt Richtung Hals. Klappt viel besser!!
Danach bin ich angetrabt und wir haben das Ganze im Trab probiert. Hier bin ich einfach zu langsam, um so präzise die Linie zu bestimmen, ich kann aber wohl dirigieren, ob wir große oder kleine Bögen machen. Billy reagiert so brav, ganz faszinierend. Lustig finde ich wie man manchmal merkt, dass er abgelenkt ist - wenn die Pferdekollegen reingepfiffen werden z.B. - und dass er sehr wohl lieber bei den anderen wäre. Er ignoriert meinen Schenkel dann, und ich muss meist mit dem Stick nachhelfen. Und irgendwann geht ein kleiner Ruck durchs Pferd, wo er bemerkt: "oh, die da oben gibts auch doch noch" - und schon folgt er brav wieder dem leisen Schenkeldruck ;-).
Woran ich die letzten beiden Male außerdem gearbeitet habe, ist ein wenig "Speedcontrol" im Trab. Beim Workshop mit David gab es ja die nette Übung, wo er Musik anspielte, und wir zuerst Schritt, dann Trab dem Takt anpassen sollten. Schritt klappte dabei bei uns super, aber im Trab haben wir völlig versagt, und ich hab damals erkannt, dass ich Billy einfach immer in seinem normalen Tempo laufen lasse. Wollte ich schnelleren Takt, galoppierte er im Workshop an. Wollte ich langsameren Trab, ging er Schritt. Das hab ich mir als Hausübung vorgenommen und nehme es nun in Angriff.
Überraschend gut reagierte Billy auf mehr Energie, mehr Gas im Trab. Er konnte genau unterscheiden, ob ich schneller traben wollte und gaste ordentlich an, oder ob ich Galopp wollte, da sprang er auch gleich an. Dann kam die Überraschung, dass langsames Traben weitaus schwieriger ist. Ständig gehen wir dann Schritt. Ich versuche mit meinem Sitz insgesamt einen Takt vorzugeben, und belohne durch Loben und Pause, wenn er sich dem anpasst. Es überrascht mich dabei eben, dass er auf den schnelleren Takt besser reagiert als auf den langsamen. Im schnelleren Trab rasen wir dann natürlich mit furchtbarer Haltung dahin, aber es sind eh immer nur ein paar Tritte. Im langsamen streckt er sich dafür schön nach unten und joggt locker und entspannt dahin. An diesem Nach-unten-Strecken und locker Dahintraben möcht ich nun auch im schnelleren Tempo üben.
Geklemmt hat es aber die letzten Male auch ganz schön. Heute blieb er einfach mal, als er meinte etwas gut gemacht zu haben (hatte er ja auch) stehen und weigerte sich schlichtweg, weiterzugehen (außer Richtung Stall). Wir standen da für Minuten und das Pferd war nicht vorwärts zu bekommen. Ziemlich frustrierend, wenn diese alten Dinge wieder an die Oberfläche kommen...
Sonntag, 16. Oktober 2011
Gesagt getan. Der Ritt war ganz unspektakulär, Billy war aufmerksam der Umgebung gegenüber, aber hörte auf mich.
Rechtzeitig vor unserer "Grenze" bin ich abgesessen und hab wie gestern im GElände zu spielen begonnen. Wieder Stick to Me mit Schritt, Trab, Halt, Trab, Rückwärts usw. Klappte hervorragend, Billy war aufmerksamst und gehorsam. Viel Sideways, weil sich die Straße so anbietet. Tatsächlich haben wir - wie gestern - wieder ein paar Seitwärts-Trabtritte zusammengebracht! S-Pattern hab ich auch gemacht, einfach einen Slalom von rechter auf linke Straßenseite und zurück, während ich rückwärts ging.
So näherte ich mich schrittweise der magischen Grenze. Die war auch sofort zu bemerken, ab einem bestimmten Punkt war Billys Aufmerksamkeit weg und nicht mehr so einfach wiederzuholen. Ich spielte dort ein bisschen rum, bis er mehr auf mich aufpasste als auf ... ichweißnichtwas. Dann kehrten wir zurück zu einem Punkt innerhalb der Comfort-Zone, und ich bin wieder aufgesessen.
Billy stand mucksmäuschenstill und wartete, bis sich Frauli raufgehantelt hatte. Und kaum saß ich - übernahm er das Kommando :-( . Er zuckelte heimwärts, ruhig im Schritt, aber ganz offenkundig nicht willens, mich auf dem Rücken zu beachten. Anhalten ging mal nicht. Da wurde er schneller - interessant. Ich bin ruhig geblieben und habs einfach immer wieder versucht, bis ich dann bis zu den Füßen vorgedrungen bin und wir standen. Gut. Auf diese Erfahrung hin gab es dann heimwärts ganz ganz ganz viele Haltparaden. Komisch, je näher wir der Heimat kamen, umso leichter und feiner konnte ich wieder sein, umso mehr achtete er auf mich. Offenbar will er doch nur schnell von dieser "Grenze" weg, oder ich weiß nicht. Interessant jedenfalls.
Am Heimweg kam uns wieder der kläffende knurrende Köter entgegengelaufen, aber nachdem ich mich mit Stallkollegen über ihn letztens unterhalten hatte, wusste ich was man bei dem am besten tut: Laut anpfauchen, außerdem hatte ich heut den Stick mit und drohte ihm mal damit vom Pferderücken aus. Tatsächlich, Köter zog sich auf sein Grundstück zurück und Billy trottete entspannt an der Hecke vorbei - normal trippelt er da ziemlich nervös. Vielleicht hab ich ein paar Leadership-Punkte gesammelt: Frauli kann böses Raubtier in die Flucht schlagen! (Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass der Köter auf einer öffentlichen Straße alles verfolgt was sich bewegt und auch mal zuschnappt - Pferde, Leute, Kinder, Autos...).
Ein schöner Ausritt mit positivem Abschluss :-)
Samstag, 15. Oktober 2011
Am Samstag war ich online mit ihm auf unserer Hofberg-Runde. Ein bisschen Touch it mit Pfützen (jaaa, alle 4 Füße patschten rein) und Baumstammscheiben, ein bisschen Stick to me mit Rückwärts bergauf und bergab. Ein bisschen Circling mit watch were you're going, ein bisschen seitwärts. Letzteres war toll, ich konnte richtig viel Abstand halten und wir haben das erste Mal so viel Energie aufgebracht, dass ein paar Trabansätze dabei waren! Dann ein Stückchen gemeinsam joggen, Halt-Trab-Antritte, und auf dem steilsten Stück dann noch ganz oftiges Halt-Schritt-Antreten, für den Popsch (auch meinen ;-) ).
Ganz toll und hat viel Spaß gemacht.
Danach bin ich noch kurz aufs Viereck und hab weiter versucht, den Spin On Line hinzukriegen. 2 x klappte es, aber wohl eher als Zufallstreffer. Sonst herrscht bei uns beiden eher Ratlosigkeit. Aber immerhin, Billy bemüht sich total zu gefallen und bietet an, was er so kann ("irgendwas will die, nur was?"). Frauli muss sich einfach noch ein bissl mehr Gedanken machen und das Lichman-Video noch öfter ansehen...
Dienstag, 11. Oktober 2011
Irgendwie bin ich gerade wieder in einer abwärts-Bewegung, so im Großen und Ganzen betrachtet. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sich die Beziehung gerade wieder verschlechtert, ohne genau zu wissen warum.
Bei Liberty hat sich durch den Kurs mit David Lichman unser Draw zum einen geradezu nach oben katapultiert. Davids Übungen funktionieren dahingehend wirklich toll! Wir machen einerseits die "kleine Zirkel"-Übung, wo Billy die ganze Zeit mich ansehen soll. Das klappt gut im Schritt, aber ich komme irgendwie nicht auf die nächste Stufe, mache keine Fortschritte. Der Draw ist super, ich freue mich - aber gleichzeitig kippt die Waage leider wieder sofort in Richtung Respektlosigkeit, und das freut mich nun wiederum gar nicht. Das Tierchen klebt an mir, drängelt mit der Schulter, ist nur schwer wegzubekommen und zeigt ziemlich respektlose Gesichtsausdrücke - fast wie ganz an unserem Anfang. Ich kann damit nun besser umgehen als früher, aber manchmal fühle ich mich unwohl. Dann kann ich ihn zwar wegschicken, aber beide schauen wir dann grantig.
Eine andere Übung, die noch mehr Draw kreiert ist der "Boomerang", wie David es nannte. Damit bereitet er das Pferd auf Handwechsel und Achten vor. Genau damit (dem Handwechsel und den Achten) hatte ich mir ja vor dem Kurs ziemlich den Draw ruiniert - Billy ging auf den Zirkel und wollte nicht mehr reinkommen - für einen Handwechsel schon gar nicht. Für den Boomerang schickt David das Pferd zuerst aus knapper Distanz (ganz am Anfang mit Seil) ganz knapp um einen Pylon herum. Wichtig dabei war, dass er das vordere Ende ansaugt, anzieht, nicht das Hinter-Ende disengagt! Genauso machte ich zuvor meine Achter, und wie die aussahen war ein Riesenunterschied zu dem Draw, den ich jetzt habe. Dieses enge Dranbleiben zu Anfang (man schickt das Pferd grade ganz knapp um das Hütchen, läuft sofort rückwärts und zieht es zu sich in die Mitte zwischen die beiden aufgestellten Hütchen - dort gibts Pause und ggf. Belohnung) schafft zumindest bei uns einen Draw, der ist schier unglaublich. Billy schießt geradezu auf mich zu. Er trabt von alleine an und kommt. Mitverantwortlich dafür ist natürlich das viele Leckerli-Füttern, das David auch macht - er ist ziemlich motiviert, sogar übermütig.
Und eben der Übermut macht mir wieder zu schaffen. Da spielen wir Boomerang und das Pferd sieht sich bemüßigt, nicht nur auf mich zuzutraben sondern mach 2 Galoppsprünge - und schon kriegt Frauli Angst, ob das jetzt ein Angriff ist und verbietet den Übermut :-( - und Pferd kennt sich schon wieder nicht mehr aus. *seufz*
Ich glaube ich muss mal Davids "Long distance Coaching" in Anspruch nehmen.
Die andere Baustelle, die ich nicht und nicht in den Griff kriege, ist Finesse. Kontakt findet Billy generell bäh, scheinbar. Ich dachte immer es liegt am Gebiss und dass ich mit dem Glücksrad, auf das er ja gut anzusprechen schien, nun eine längerfristige Lösung gefunden hätte, zumindest für die Anfänge von Kontakt-Reiten. Billy nahm - so glaubte ich zu fühlen - den Kontakt gut an, er lehnte sich nicht drauf, folgte dem Zügel brav nach unten (ohnehin kein Problem) oder oben (wenn, dann war das schwieriiger) sowie zur Seite - alles mit sehr wenig Einwirkung. Wenn ich uns im Spiegel betrachtete, sah es zwar immer noch aus als würd ich auf einer Kuh sitzen, aber gut... braucht ja Zeit.
Nur beim letzten Mal zeigte mir Billy allzu deutlich, was er auch vom Glücksrad hält - goar nix! Ich nahm ihm den Zaun ab, damit er sich wutzeln konnte. Wollte ihn dann wieder drauf geben, um ihn zurück zum Putzplatz zu führen (ich hatte nix anderes mit in der Halle). Denkste. Billy veranstaltete mit mir ein sage und schreibe dreiviertelstündiges Catching Game. Mit dem Zaum ließ er sich schlicht und ergreifend nicht mehr anfassen. Bzw. - anfassen schon, aber den Zaum angehoben - weg war das Pferd. Nicht panisch, sondern mit Abscheu im Gesicht schlenderte er vondannen. Und ich war meinerseits zu stur zu gehen und das Knoti zu holen, also haben wir uns eben 45 Minuten so beschäftigt. Ich war ziemlich frustriert - doch nix mit dem Glücksrad. Bzw. : Was mache ich derart falsch, dass ich so ein Feedback bekomme? Ich hatte ihn in der Hauptsache am langen Zügel gehen lassen, mit kurzen Episoden zwischendurch, in denen ich den Zügel vorscihtig Stück für Stück aufnehme und Kontakt suche - dann wieder lang lasse. Und im Stehen hatten wir geübt, den Kopf anzuheben, einfach dem Zügel zu folgen. Nur auf leichtes Zupfen hin. Mit dem Knotenhalfter hab ich jedenfalls schon weit gröber eingewirkt (nicht unbedingt absichtlich) - und in das steckt er nach wie vor von selbst den Kopf.
Also manchmal versteh ich das Pferd einfach nicht. Und ich hasse es wenn ich was nicht verstehe :-(.
Gleichzeitig (schon vor der Un-Glücksradepisode) habe ich wieder von vorne begonnen, Billy ein neues Gebiss schmackhaft zu machen. Ich hab ein Billy Allen Bit gekauft, das seitlich beweglich, aber eigentlich eine Stange ist. Vielelicht mag er sowas lieber als die doppelt und einfach gebrochenen, die ich bisher hatte. Beim Reingeben vom Gebiss machen wir ganz gute Fortschritte, d.h. ich mache die. Geholfen hat mir dabei das Buch von Bill Dorrance, das ich grad lese/gelesen habe (s. auch rechts in meiner Leseliste). Da beschreibt er auf mehreren Seiten minutiös genau, wie man dem Pferd ein Gebiss wirklich ins Mäulchen schiebt - und tatsächlcih, so bewusst gemacht, funktoniert das besser! Ich kann das Buch nur empfehlen. Ich denke ich war meist zu hektisch dabei - Maul ist auf, oh, meine Chance, rein mit dem Biss! Jetzt mache ich viel viel langsamer, schieb es mit den Fingern vorsichtig dorthin wo es liegen soll und lasse Billy dann ein bissl herumprobieren, wie er es halten will. Dieses Gebiss versucht er zum ersten Mal nicht sofort wieder auszuspucken, er hält es sogar selbst fest (es ist derzeit noch Gebiss pur, ohne jegliche Riemen dran - ich halts nur mit beiden Händen an den Ringen fest). Das Rausgeben, das ja immer die noch viel größere Katastrophe war (Maul auf, Gebiss halb raus, dann Kopf in die Höhe reißen und Zähne wieder zuklappen, alles auf einmal), geht so auch viel besser. Er reißt den Kopf nun fast nicht mehr hoch und versteht nun langsam, dass das Gebiss nur raus kann, wenn er das Maul weiter aufmacht ;-).
Ich habe jetzt 7x so geübt, und als nächster Schritt kommt jetzt 7x üben mit Genickriemen und Gebiss für kurze Zeit festhängen. Mal sehen wie es weitergeht. Was ich auf jeden Fall vom Dorrance-Buch auch mitgenommen habe: Die Backenstücke vom Zaumzeug stelle ich aufs weiteste Loch, damit es komfortabel über die Ohren geht. Wie sagt er doch: Man knöpft sich schließlich auch das Hemd auf, wenn man es an- oder ausziehen will ;-).
Montag, 3. Oktober 2011
Rezension
Stacy Westfall: Basic Ground Work. 2 DVDs. $49,99
Dieses DVD-Set ist genau das was der Titel besagt: Wirklich basic, wirklich nur groundwork.
Stacy Westfall beginnt mit dem Führen und Weichen in alle Richtungen und mit allen Zonen des Pferdes. Damit ist auch schon der Inhalt zum größten Teil abgedeckt. Ziemlich ausführlich werden noch Desensibilisierung mit allen möglichen GEgenständen gezeigt, sowie einige kurze Kapitel mit Schülern von Stacy.
Stacy legt v.a. viel Wert auf die Sicherheit des Menschen, ziemlich ausführlich und immer wieder wird gezeigt, wie man sich rüpelige Pferde vom Leib hält - manchmal ganz schön ruppig; Phasen wie bei Parelli gibt es nicht, daher kommt für manches (v.a. junges) Pferd das ein oder andere Seilrucken offensichtlich ziemlich überraschend.
Fazit: Alle beiden DVDs fand ich relativ langweilig, bin ja aber hoffentlich schon über "Basic" zumindest teilweise hinaus. ;-) Vom Informationsgehalt ist das Set wirklich nur für blutigste Anfänger geeignet, und für diese wiederum vermisse ich dahinterstehende Theorien und Feinheiten. Am interessantesten fand ich noch die Kapitel, wo Stacy ihre Schüler coacht, die sind aber ziemlich kurz und auch da fehlen Feinheiten. Der eine oder ander Tip mag ganz brauchbar sein, aber insgesamt würde ich mein Geld in anderen DVDs besser angelegt sehen.