you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Gestern war wieder Mr. Hide da statt Dr. Jekyll...
Das war schon am Putzplatz so... teilweise verspieltes Schnappen und Strick-Lutschen, aber dazwischen deutlich aggressivere Ansätze, obwohl ich NICHTs gemacht habe, außer ihn mit der Bürste zu streicheln (putzen kann mans eh nicht nennen). Manchmal kommts mir wirklich vor, als wär das Pferd schizophren...
Ich fands nicht so schlimm, hab mich glaub ich nicht einschüchtern lassen, aber auch nicht aggressiv reagiert, nur abgewehrt in ruhiger Manier und weitergetan.
Dann sind wir in die Halle, das war schon ein Kunststück, es geht dorthin leicht bergauf, und ist im Moment eine einzige Eisplatte, aber am Rand kann man halbwegs sicher gehen, und wir habens geschafft.
Ich hatte nicht viel vor, ich wollte v.a. die Übung zum Shculterweichen wiederholen und so festigen und hab das auch getan. Es lief deutlich besser als zuletzt, Billy hat gleich verstanden, was er soll. Geschnappt hat er zwar auch zwischendurch, aber nicht so schlimm, wenn man den STrick dazwischenschiebt, ist er glücklich, an dem herumzunuckeln.
Ich habe wirklich nicht zu viel gemacht. 1,2 Schritte weichen mit der Vorhand (also Hinterhandwendung), während ich knapp bei ihm stehe (antippen vorne am Hals und Schulter oder Gurtlage) dann ließ ich ihn stehen, tw. minutenlang, wenns besonders schön gelungen war.
Danach dachte ich, ich könnte ja jetzt, wo es gut klappt und er kapiert hat, von etwas "weiter" weg probieren - "weiter weg" in diesem Fall vielleicht so einen halben oder ganzen Meter. Also ich kam mit den Armen noch an ihn dran, bog den Hals weg von mir, tippte mit dem STick in die gleiche Position wie zuvor mit der Hand. Es funktionierte so ca. einen Schritt, den er mit der Vorhand von mir wegwich; danach büffelte er allerdings erst recht zu mir her mit seiner Schulter - Kopf noch immer nach außen verbogen - und versuchte mich regelrecht wegzurempeln, wieder mal mit Bulldozer-Manier.
Ich blieb stehen, brachte ihn wieder weg von mir, begann von neuem. Wieder das gleiche, nur schlimmer, und die Rempelei in meine Richtung wurde schlimmer und aggressiver. Tja, und irgendwie ist es dann wieder mal ausgeartet, Billy war kaum mehr wegzubringen von mir und reagierte auf Händehochreißen, Stickklopfen etc. nur noch mit aggressivem Herbeißen, das war kein spielerisches Schnappen mehr.
Irgendwann wich er tatsächlich von mir weg, allerdings deutlich (GsD erkenn ich es jetzt schon sehr gut) in der Absicht, mir endgültig das Hinterteil zuzudrehen und der Sache so endlich ein Ende zu bereiten. Ich zuppelte am Seil, damit er sich nicht in Position bringen konnte und hab mal einen kräftigen Plärrer gemacht, woraufhin das liebe Tier beschloss, wenn er hinten nicht an mich ranreicht, dann vielleicht vorne, er machte 2,3 schnelle Schritte auf mich zu und versuchte mit den Vorderbeinen nach mir zu schlagen, ich gab ihm mit noch einem Plärrer zwar eine drauf, das ist ihm nur leider sehr wurscht, egal wie fest, und ausgewichen bin ich halt trotzdem....
Ich hab keine Ahnung mehr was dann war... irgendwie ist es mir gelungen, die Situation wieder zu beruhigen und wir standen einander angefressen gegenüber. Ich wusste ehrlich nicht, was ich jetzt tun sollte, mit diesem Ende nach Hause gehen war nix, also hab ich nochmal das Schulterweichen aus der NÄhe abgefragt, bis wir (ging eh gleich) eine halbe schöne Runde hingekriegt haben, und dann schlitterten wir über die Eisplatten nach Hause...
Ich muss sagen, gestern war ich ziemlich fertig und mir war gar nicht mehr nach Lachen zumute. Ich KANN keinen Druck ausüben, der stark genug wäre, Billy zu beeindrucken. Was gestern vielleicht noch wirkte, ist heute schon nicht mehr beeindruckend. Der wirklich kleinsten Forderung begegnet er mit immer stärkeren Aggressionen.
Nachdem ich im Auto plärrend meine Heimreise hinter mich gebracht hab, hab ich mir noch mal die ganzen Parelli-DVDs angesehen... Billy reagiert einfach NICHT so wie ein normales Pferd.
Ich hab keine AHnung, was ich tun soll. Ehrlich, hätte gestern abend zufällig wer gesagt, nein was für ein süßes Pferd, ich hätte ihm ohne zu überlegen Strick mit Pferd und Pferdepass in die Hand gedrückt und wäre entschwunden ...
Sonntag hab ich noch mal eine Trainerstunde, vielleicht tut sich da ein Licht am Horizont auf, aber ich weiß nicht
Los geht’s! Mit einem Kopf voller Pläne für eine Reihe einfacher, kurzer Übungen für Billy hole ich mein Auto von der Werkstatt und düse Richtung Stall. Es ist viel wärmer geworden, der Schnee ist geschmolzen, und es ist eine herrlich sternklare Nacht, kaum Wind, sehr idyllisch.
Billy wird gerade von einem ranghöheren Wallach ein wenig vermöbelt als ich komme, und indem ich ihn befreie, kann ich so viele Pluspunkte sammeln, dass er freiwillig mitkommt und sich brav aufhalftern lässt. Am Putzplatz haben wir das übliche Spiel wie die letzten Tage – schnapp hier, schnapp da, Strick lutschen, Haken lutschen. Seit Billy wieder versucht hat, mich an der Wand einzuquetschen und auszutreten, habe ich als „Sicherheitsleine“ einen Baumwollzügel in den seitlichen Halfterring geschnallt, damit ich zur Not den Kopf zu mir herholen kann; ziemlich bald bereue ich, mir diese Dinger nicht in Schwarz gekauft zu haben – Billy findet jedenfalls, dass die noch so richtig eingespeichelt gehören und schreitet eifrig zur Tat. Danach hebt er ungefragt alle vier Füße nacheinander hoch in der Hoffnung auf ein Leckerli. Ich putze ein Weilchen weiter, dann erst frage ich die Hufe ab und es gibt die Belohnung. Das Hufe-heben gefällt Billy mittlerweile so gut, dass er ausschlaucht dabei
.
Er lässt sich brav das Knotenhalfter überstreifen (jööööö, was neues zum Lutschen!!) und geht brav mit – keine Selbstverständlichkeit, in letzter Zeit haben wir uns auch wieder an das ich-bleibe-einfach-nach-jedem-Schritt-stehen-und-warte-was-sie-tut-Spiel erinnert. Der Weg zur Halle ist eine einzige Eislaufbahn, aber wir schaffens.
Soooo, in der Halle angekommen krame ich meine ausgeklügelten Pläne aus dem Kopf hervor: Wir machen Zirkeltraining! 4 Mini-Übungen möchte ich so in rascher Abfolge kombinieren, dass dem kleinen Racker nicht allzu viel Blödheiten einfallen. Ich räume eifrig Stangen her, Billy lutscht inzwischen interessiert an einem leeren Kanister, den ich hergeräumt habe, um eine Stange schräg zu stellen (die Kanister stehen bei uns als Pylonenersatz herum), und als es auffällig nach Benzin zu riechen beginnt, nehme ich ihm den lieber weg – scheint noch nicht so lang leer zu sein, das Ding.
Nun gut, der Plan ist folgender: Wirklich lauter Mini-Übungen, alle nicht neu, aneinander gereiht: Ich möchte die lange Seite entlang führen, in der Mitte der langen Seite stehen bleiben, dann soll Billy mal seine Kruppe auf Zeichen mit dem Stick einen Schritt nach innen drehen (haben wir schon mal gekonnt, war aber eine schwere Geburt), dann weiter geradeaus gehen, am Ende der langen Seite eine halbe Hinterhandwendung nach innen (auch schon bekannt) – wieder zurück und das ganze auf der andern Hand. Dann über eine Stange lotsen, dabei jeden Fuß einzeln abfragen (das ist relativ neu, aber für Billy eine einfache Übung). Danach möchte ich ihn weg auf den Zirkel schicken und über die schräg gestellte Stange gehen, dann traben lassen und vielleicht macht er auch ein Hupferl drüber. Danach nochmal über die am Boden liegende Stange, diesmal die Hinterbeine einzeln abfragen. Nochmal die Kruppherein- und Hinterhandwendungs-Geschichte, dann das Hupferl auf der andern Hand. Dazwischen versuchen, ob er auch ins Gebiss beißen möchte (hab ich in der Hosentasche für den Fall der Fälle).
Soweit die Pläne. Gedacht, getan. Äh, oder auch nicht.
Ich führe Billy die lange Seite entlang. Funktioniert!! Ich möchte an der Mitte der Seite stehen bleiben. Billy mag aber lieber herschnappen als stehenbleiben, das geht schon mal schief, wir bauen eine Volte ein, bis Billy wie geplant am Hufschlag steht. Viiiel Lob für diese Leistung. So, nun soll er einfach den Hintern einen Schritt in die Bahnmitte drehen. Wie schon geübt, helfe ich ihm, indem ich seinen Kopf sanft nach außen drücke, dabei drei, vier Schnapper abwehre und mit dem Stick über dem Rücken leichten Druck auf die äußere Kruppe ausübe. Billy biegt sich wie eine Büroklammer nach außen und beißt fröhlich in den Stick, aber trotz anatomisch beinahe unmöglicher (freiwilliger!) Stellung macht er keinen Schritt nach innen. Na gut, darauf war ich vorbereitet, bleibe hartnäckig. Weil er den Stick nicht erwischt, dreht sich Billy um und schnappt nach meinem Ärmel. Ups, er weiß wer das Ding bedient! Dann geht er nach vorne weg, wir drehen uns in einigen kleinen Volten, bis er wieder steht. Und so weiter und so fort, irgendwann gibt’s noch einen genervten Tritt nach dem Stick, der die Bande trifft. Dabei verliert er ein bisschen das Gleichgewicht und macht mit dem Hinterbein einen Schritt nach innen. HALLELUJA!! Looob! Ob er das kapiert hat?!
So, 10 Minuten um und die erste Mini-Übung geschafft. Ich bin zu warm angezogen und schweißüberströmt.
Ab zum Ende der langen Seite, halbe Hinterhandwendung nach innen. Es ist keine astreine, anfangs gut, zum Ende hin wird’s eher eine Mini-Volte, aber egal, wir haben umgedreht. Wieder anhalten in der Mitte der Seite. Das ist die schlechtere Hand, Billy will nicht anhalten, dann gibt’s wieder diese blöde Übungen. Wir kreiseln wieder ein bisschen umeinander, bis er steht. Lob. Auf dieser Seite ist die Herschnapperei deutlich heftiger und einen Tick aggressiver. Ich fordere den einen einzigen Schritt mit der Kruppe nach innen – Billy startet – *mir doch wurscht* wie ein Bulldozer nach vorne durch. Wir kreiseln, bis wir wieder am Hufschlag stehen. Nochmal eingefordert, Billy stapft wieder ungerührt weiter nach vorne, auf Versuche ihn vorne zu begrenzen, schnappt er her, beißt in den Stick, kriegt nen Klaps, schnappt aggressiver, kriegt noch nen Klaps, nimmt den Strick ins Maul und lutscht und kaut beleidigt. Ich bin froh, dass ich nicht das sündteure original-Parelli-Equipment angeschafft habe sondern den 12-Euro-Strick von Krämer und fordere nochmal den einen einzigen Schritt nach innen und mit viel Phantasie kann man akzeptieren, dass er dem Wunsch nachkommt, vielleicht wars auch Zufall, aber egal, Lob und kurz Pause. Am Ende der langen Seite Hinterhandwendung in die andere Richtung. Die gerät wieder eher zur Mini-Halb-Volte, aber gut, er weicht immerhin mit der Schulter, wenn ich es möchte.
Uff, der Schweiß tropft von meinem Ellbogen in den Ärmel, und ich hab ungefähr 200 Puls. *oooooooooooommmmmmm*.
So, jetzt die Übung mit der Bodenstange. Ich stelle mich jenseits der Stange auf, lotse Billy drüber, nach dem ersten Bein hebe ich den Finger und er hält brav an. Mit leichtem Seilwacheln schicke ich den Fuß wieder zurück. Funktioniert, Lob, bisschen stehen als Belohnung. Dann den andern Fuß. Funktioniert. Sag ich ja, das ist eine Übung nach Billys Geschmack. Dann beide Vorderfüße, dann beide wieder zurück.
Gut, nächste Übung: Ich möchte Billy raus auf einen großen Zirkel schicken und mich dann der schräg gestellten Stange nähern, damit er drübersteigt oder sogar –trabt. Tja nur, die Übung, die schon so gut funktioniert hat, wird immer schlechter. Billy will um nix in der Welt raus auf den Zirkel. Wahrscheinlich hab ich ihm schon beigebracht: Zirkel = Arbeit. Na toll. Den Kopf ständig zu mir gedreht, übersteigt Billy eifrig auf einer Volte rund um mich herum und wird dabei langsam aber sicher grantig. Versuche, ihn mit dem Stick rauszutreiben, enden mit dem Stick in Billys Maul und seinem Versuch, das blöde Ding durch Hin- und Herschütteln zu töten. Ich versuchs wieder und wieder, Billy wird grantiger und grantiger; bevor die Situation eskaliert und er mich ansteigt, hör ich lieber auf und heb mir das für die nächste Trainer-Stunde auf. *ommmmmmmmmmm*
Ich versteh’s nicht ganz, das klappte wirklich schon supergut. Durch die Seitwärts-Übung hat er aber wirklich gelernt, sich da zu entziehen… .
Ich gebe also den Plan mit dem Zirkeln und Stangenspringen auf – den Flexiblen gehört die Welt. Kurz überlegt – wo liegt das Problem? Billy weicht nicht mit der Schulter. Er geht brav rückwärts, aber mit der Schulter raus auf die Zirkellinie und dann Vorwärts, das klappt nicht. Also hier nochmal ansetzen. Ich krame den Clicker raus und Billy kriegt eine lange Lippe. Ich beschließe, Schulterweichen aus der Nähe zu festigen, stelle mich neben ihn, drücke seinen Kopf weg, tippe mit den Fingerspitzen auf die Schulter. Wir kämpfen ein wenig, JETZT möchte Billy gerne vorwärts gehen. Schließlich kann ich ihm einen überkreuzenden Schritt mit der Vorhand abringen – Click, Lob. Billy wird motiviert (man könnte auch gierig sagen), es klappt besser und besser, ich tippe jetzt mit den Fingern nur noch ganz leicht vorne in Gurtlage an, und er kreuzt die Beinchen. Einmal kriegen wir sogar eine ganze Hinterhandwendung zusammen, bei der die Hinterbeine auch wirklich auf dem gleichen Platz stehen bleiben.
Danach eine kurze Pause, ich biete ihm sein Gebiss an. Aha, in alles wird reingebissen, aber das Gebiss ist bäh, Billy reißt den Kopf hoch und verdreht die Augen. Neugierig ist er aber schon und schnüffelt dran. Ich halte es ihm vors Maul, ein kurzes Gerangel, und schwupps is es drin
. Billy kaut hektisch, als er ruhig steht, nehme ich es wieder raus. Braaaav.
Dann noch die Schulterweich-Übung auf der andern Hand. Die schlechtere Seite, ein-, zweimal wird die Situation ungut, Billy schnappt in einem fort her. Aber auch da kreuzt er dann doch die Beinchen und wendet zumindest eine halbe Umdrehung auf der Hinterhand. Brav. Wenn ich versuche, den Abstand zu vergrößern und das Antipp-Signal mit dem Stick zu geben statt mit der Hand, funktioniert wieder gar nichts. Also nochmal nahe stehend geübt, dann viel Lob, die Stangen weggeräumt und die Eisbahn wieder zurückgeschlittert, Billy sein Abendmahl verabreicht, dabei die Mauke eingeschmiert, die leider wieder aufgetaucht (war schon weg) und schlimmer geworden ist, was er sich heute wirklich seeehr brav gefallen ließ (ist auch nicht so selbstverständlich).
Man kann sagen was man will, Zirkeltraining war’s wenn auch anders als geplant
Gestern wieder bei Billy gewesen.
Ging schon toll los, weil nämlich die Zufahrt zum Stall (geht ganz gut bergauf dort) so eine feste Schnee- und Eisdecke hatte, dass ich mit dem Auto doch tatsächlich stecken geblieben bin und nicht mehr weiterkonnte und mich nur noch vorsichtig zurückrollen lassen konnte, bis zum Beginn der Zufahrt, dort hab ich das Auto stehen lassen und bin zu Fuß raufmarschiert - man glaubt ja gar nicht, wie weit das ist... v.a. so bergauf (zurück bergab wars viel kürzer, ich schwör's ! Naja, jedenfalls war mir warm, als ich oben am Stall endlich ankam (bei -9° *brrr*).
Ich bin noch immer nicht zum Schluss gekommen, was ich nun tun werde bezüglich Pause. Weitermachen wie bisher kann ich glaub ich nicht, selbst wenn ich wollte. Ich glaube v.a. brauche ICH eine Pause, oder einen Neubeginn. Ganz wegbleiben werde ich aber glaube ich nicht; ich denke ich werde einfach eine Arbeitspause machen, aber zum Beobachten und Füttern kommen.
So war dann auch der Plan, nach meinem FUßmarsch war ich sowieso nicht mehr sehr motiviert, und ich wollte einfach in den Offenstallbereich, Billy beobachten, vielleicht ein bisschen streicheln, wenn er von sich aus herkommt. Sollte er sehr motiviert wirken und sich anbieten, ihn vielleicht auch zum Putzplatz nehmen, dort aber nicht viel mehr tun als ihm seine Pülverchen füttern.
Ging also rein und fand Billy im neuen Unterstand, wo gerade ein großer RUndballen frisches Stroh reingebracht worden war und die Pferde ihn gerade zerlegt hatten, und Billy stand mittendrin im halbzerlegten Rundballen und wähnte sich wohl im Paradies (dieses Pfed frisst tatsächlich manchmal lieber Stroh als Heu
) und knabberte Seite an Seite mit andern Pferden dran.
Ich blieb vor dem Unterstand stehen, beobachtete ein bisschen und rief ihn hie und da ... er sah sich um, und tatsächlich verließ er nach ein paar Minuten doch seinen Platz am Stroh und stapfte zu mir her, wohl um zu sehen, ob's hier vielleicht was besseres zu holen gab. Jubelte ihm die Chinesen-Pülverchen in einem halben Apfel unter, er suchte mich dann ab, legte bissl ärgerlich die Ohren an, als es nix mehr gab, blieb aber trotzdem - bald auch wieder freundlich - stehen, ließ sich den Hals auch streicheln. Dann trottete er wieder zum STroh, dort waren aber mittlerweile ein paar ranghöhere versammelt. Also trottete er wieder zu mir zurück, am Weg schmuste er tatsächlich mit einer der ranghöchsten Stuten
. Ich war sehr verwundert, bisher hat ihn diese Stute schon aus 10m Entfernung verjagt.
Ich ging ein Stück weg, rief ihn und er kam hinter mir hergetrottet, ganz langsam und gemütlich, bis zum Ausgang. DAs hat mich echt gewundert, denn ich hätte mir gedacht, dass er umdreht, wenn er sieht es geht raus (raus = Halle = Arbeit, meistens). Nö, er blieb stehen, die ranghohe Stute war mitgekommen, schmuste ihn ab *kopfkratz*, und so hielt ich ihm das Halfter hin, er schlüpfte rein und kam tatsächlich offenbar freiwillig und gerne mit zum Putzplatz.
DAs hatte ich ja schon gar nicht erwartet, aber wenn er es so anbot, konnte ich dann auch nicht nein sagen...
Hab ihn dann angebunden, ihn mit der Bürste gestreichelt (putzen kann mans wohl nicht nennen) und mich bemüht, ein ruhiges und entspanntes Auftreten an den Tag zu legen. Billy war auch recht freundlich und hob abwechselnd freiwillig die Füße vorne und hinten ("machen wir doch die Übung, wo ich nahcher ein Leckerli krieg!"). Ohne Aufforderung meinerseits soll er das aber nicht tun, folglich gabs nix dafür, er wurde leicht ärgerlich (leichter Grantanfall), suchte mich ab, aber ich konnte recht ruhig seinen Kopf zur Seite drücken und habe in großen langsamen langen STrichen weitergeputzt und etwas später von mir aus die Hufe zum Auskratzen gefordert , normal ausgekratzt, fürs STillhalten belohnt, weiterhin geputzt.
Zwischendurch gabs doch wieder eine Diskussion, wo er versuchte, mich mit der schulter wegzudrängeln (nächster Schritt ist dann mir den Hintern zuzuwenden), dafür hab ich mich aber mit einem Strick gewappnet, den ich auf jeweils "meiner" Seite ins Halfter eingeklickt hatte - so konnte ich seinen Kopf zu mir her holen, wodurch die Rempelei mit der Schulter eine anatomische Unmöglichkeit wird, genauso wie mir den Hintern zuzudrehen.
Wie gesagt, er diskutierte länger, versuchte trotzdem seitwärts auf mich zuzugehen, ich behielt mit einiger Anstrengung seinen Kopf bei mir, bin aber diesmal glaube ich wenigstens nicht rückwärts gegangen sondern wirklich stehen geblieben; als er mir doch zu gefährlich nahe kam, gab ich ihm einen REmpler mit dem Ellbogen und als er nicht nachließ, schmiß ich noch die Bürste nach ihm aus geringer Entfernung - dann ist er endlich ruhig stehengeblieben, mit Schulter und Hinterteil weg von mir und mich böse ansehend. Wir konnten endlich beide wieder durchatmen, ich hörte auf zu hyperventilieren und zu heulen, so standen wir eine Zeitlang, bis Billy die Ohren wiede nach vorne drehte, mich freundlich anschnofelte und ich halt dann wieder mit langsamen vorsichtigen Berührungen begann. Ich habe geschaut, dass ich ihn noch einmal am ganzen Körper in Entspannung und Freundlichkeit mit der Bürste abstreichen kann, und dann kriegte er sein Fresschen mit der Restration der chinesichen Weichschmeichler und durfte zurück.
Also irgendwie kann ich mich nicht anfreunden mit dem Gedanken, das Pferd ganz in Pause zu schicken - quasi ohne Kontakt. Ich stell mir vor, dass er danach noch weniger bereit ist, Kontakt zu akzeptieren. So auf diese Weise "Arbeitspause" zu machen kann ich mir vorstellen. Den Putzplatz wieder als einen Ort etablieren, wo man entspannen kann und manchmal auch sein fresschen kriegt. Berührungen wieder entspannt zu akzeptieren. Und die Beziehung einfach neu klären, das "ich tu dir nix, du tust mir nix" und "Mensch ist nicht nur nervig und böse" zu verstärken... Wenn er freiwillig mitwill so wie gestern auch mal am Putzplatz oder sonstwo, wenn er nicht mitwill, dann eben nur durch Beobachten und Kontakt anbieten im Auslauf...
Heute wieder Trainer-Stunde. Habe gleich mein Leid berichtet...
Naja, wir machten hauptsächlich Übungen im Schritt an der Hand:
Führen in Schulterhöhe in verschiedenen Tempi, anhalten.
1 Schritt rückwärts (schwierig), Schulter 2 Tritte nach außen weichen lassen, wieder weiter gerade.
Gerade, in kleiner Volte um mich herum gehen lassen (schwierig: Billy macht wieder schönes Übertreten mit Kopf nach innen, aber keine Volte, und lässt sich erst von der Trainerin überreden), weiter geradeaus;
1,2 Tritte Schultervor, dann wieder gerade;
1,2 Tritte in Außenstellung auf dem Zirkel, wieder gerade.
Antraben lassen auf dem Zirkel, ich werde gemahnt, ihn auf der rechten Hand nicht erst so viel abschneiden zu lassen, sondern früher zu reagieren, und heftiger.
1, 2x angaloppieren auf jeder Hand (schwierig, aber klappt!), jeweils nur 1, 2 Sprünge.
Wieder auf den Hufschlag im Schritt, bei jedem Buchstaben anhalten, vor ihn stellen, 2 Tritte seitwärts in die Bahn, wieder 2 zurück (schwierig, v.a. auf der linken hand bzw. generell nach links).
Dazwischen viel Lob und Streicheleinheiten.
Am Putzplatz benahm sich Billy auch halbwegs, eigentlich sogar gut, er hat nur 1,2 x ganz kurz die Ohren angelegt, und nciht wirklich aggressiv; bemühe mich jetzt wirklich mehr zu streicheln als zu putzen, er soll das schließlich angenehm finden...
Alles in allem eigentlich eine gute Stunde, wenn ich nicht dauernd so angespannt wäre *ommmmmmmmm*
War heute nur seeehr kurz im Stall, um zu schauen, ob es Billy gut geht nach Schmied und Sedierung.
Es war sehr kalt und schneite schon wieder ordentlich! Mein Freund war auch mit
.
Habe Billy nur kurz ausm Offenstall geholt und mal am Putzplatz angebunden. Der Herr war normal gelaunt, d.h. leicht grantelnd. Habe vorsichtig und sanft gestreichelt/geputzt, er ließ es halbwegs über sich ergehen und versuchte weniger zu beißen oder schnappen als zuletzt, vielleicht ein mal.
Als er dann mal entspannt war und halb wegdöste, habe ich die Gelegenheit genutzt um ein bisschen die Fellpflege zu intensivieren, mit viel Lob für das ERdulden derselben und für das dabei-Dösen.
Er schob dann irgendwann rückwärts Richtung halbhoher Mauer, die dort ist (wir waren am Waschplatz), offenbar mit der Absicht, sich zu schubbeln. Die Gelegenheit ergriff dann auch noch mein Freund und massierte Billy - entspannt hinter der Mauer stehend - ordentlich das Hinterteil, was ihm sehr gefallen hat
. So gut solls mir mal gehen!
Dann gabs Heucobs, Karotten, die chinesischen Kräuter und er durfte zurück.
Also zumindest das sollte doch in angenehmer Erinnerung bleiben...: Putzplatz = nix böse!!
Sie ist zwar wieder mal eine Stunde zu spät aufgetaucht, bis dahin durfte Billy mit einer der ranghöchsten Suten in der Halle frei laufen. Tja, was solls, die hat er genauso gepiesackt wie mich und ist sie auch angestiegen. Sie kann sich halt ein wenig besser wehren. Danach hat Billy noch den Gymnastikball traktiert und ihn durch die ganze Halle gedribbelt, was großen Neid bei der Stutenbesitzerin hervorgerufen hat, v.a. als ich ihr sagte, dass ich ihm das niemals beigebracht hab.
Dieses Traktieren der Stute hat in mir aber immerhin schon mal so was wie Erleichterung hervorgerufen: Er versuchts halt momentan einfach bei jedem! Und zugegebenermaßen sieht das Auspratzeln nach vorne von weiter weg viel weniger dramatisch aus, als wenn man direkt davor steht 
Dann kam die Trainerin, und ich hab ihr mal mein Herz ausgeschüttet, inklusive meinem Problem mit ihr, dass sie mir einfach zu wenig an mir selbst erklärt, was ich gerade falsch mache. Ich hab ihr die Sache vom Donnerstag erzählt und sie gebeten, mal anfangs mit ihm zu arbeiten und mich nur zuschauen zu lassen.
Es ist immer sehr faszinierend zuzusehen, denn bei ihr versucht Billy ja gar nicht erst viel. Vielleicht 1,2x dass er sich verweigert und eine Diskussion beginnen will, aber die ist meist beendet, bevor sie angefangen hat. Bei ihr trabt er auch mit aufgestellten Ohren und sieht - nicht immer, aber wesentlich öfter als bei mir - freundlich und aufmerksam drein.
Wir haben noch viel geredet und herumanalysiert, und mein Problem ist wohl, dass ich mich mittlerweile halt sehr leicht einschüchtern lasse... und mein Blickwinkel verzerrt ist. Während ich eigentlich glaube, wer weiß was für Druck auszuüben, sagt mein Körper eigentlich "bitte bitte hau mich nicht" oder "bitte wärst du vielleicht mal so freundlich, nicht herzubeißen, oder wenigstens weniger fest ... ach ja, und wenn wir schon dabei sind, nimm doch bitte auch deinen Huf von meinem Fuß - wenns dir grad nix ausmacht."
So irgendwie.
Kurz, knackig und selbstsicher - so komm ich halt wohl im Moment nicht rüber.
Sie hat mir gestern wirklich sehr viel mitgegeben, um an mir selbst zu arbeiten, es war eine der besten Stunden, die ich je mit ihr hatte...
Wieder ein toller Tag.
Schmied mitsamt Tierarzt waren für 17:00 bestellt. War auch extrem knapp für mich, ich hetzte wie eine Irre von der Arbeit zum Auto, und raus zum Stall, war sogar mehr als pünktlich und holte das Scheckentier mal aus dem Stall zum Putzplatz.
Probehalber die 4 Füßchen gehoben, klappte gut ich war schon gespannt, ob der Schmied vielleicht der Meinung wäre, das nächste Mal würde es auch ohne Sedierung klappen.
Wie in den letzten 2 Wochen üblich, wurde Herr Billy nach einigen Minuten wieder mal von einem Augenblick zum nächsten völlig stinkig (ich glaub dem ist einfach fad?!), ein REmpler mit der Schulter, den kannte ich allerdings jetzt schon, daher ist es ihm wenigstens diesmal nicht gelungen, mich wegzurempeln und mit dem Hinterteil nachzusetzen... Angesetzt hatte er, aber ich war diesmal schneller.
Na gut, dann kam der Tierarzt und wir warteten auf den Schmied. Um 17:15 rief ich ihn mal an, wo er denn bleibt... Naja, meinte er, er wird sich wohl verspäten, ist die Hölle los, eine Stunde mindestens noch
Ich: Ganz toll, TA wartet... durfte den armen wieder heimschicken, auf Abruf.
Stellte das Scheckentier wieder in den Offenstall und bibberte mir wartend die Seele ausm Leib bei ca. -5°. Um ca. 19h bequemte sich der Schmied zu erscheinen. TA angerufen - gut, nun dauerts bei ihm ein bissl. Klar, kann man nix dagegen sagen
. Inzwischen wollte ich der Schmiedin (kommen zu zweit - Schmied und Schmiedin) mal zeigen, wie toll Billy Füßchen hebt. Vorne war sie auch sehr begeistert und meinte, nächstes Mal geht vorne jedenfalls ohne Sedieren, zumindest versuchen kann man ja. DAnn hob sie - eh vorsichtig - hinten auf und..... kawumm! Billy trat wieder mal aus!!
DAs hat er echt schon seit Monaten nicht mehr gemacht (beim Füße heben). Sie meinte nur, könnte schon sein, dass ers bei mir nicht macht, bei fRemden aber schon. Na toll, und wie soll ich das dann jemals hinkriegen?? 
Um fast 20:00 waren dann endlich alle beisammen. Billy mit etlichen Auszuckern seinerseits endlich im Land der Träume und ordentlich ausgeschnitten. Und meine Hoffnungen, dass es bald ohne Sedieren geht, ziemlich begraben... 
Ließ ihn dann noch aufwachen und stellte ihn in eine Box mitten im Ruheraum, weil er ja nix fressen sollte...
Iiiiieh, in der Stadt schüttet es seit 2 Tagen, draußen beim Stall schneits - Schneefahrbahn, an der Auffahrt zum Stall selbst bleib ich fast stecken, sehr toll...
Na egal, was tut man nicht alles fürs Pferdi.
Präpariere zwei Apfelhälften mit je 1 Kaffeelöffel Chinesen-Pülverchen und betrete den Offenstall, wo mich Pferdi wie gewohnt mit angelegten Ohren und skeptisch begrüßt. Noch wirkt nix in Richtung "streichelweich". Die Äpfel frisst er trotzdem, das Pülverchen scheint doch nicht so schlecht zu schmecken.
Da es schneit und das Pferd waschelnass ist, fang ich erst gar nicht an zu putzen sondern marschiere mit ihm schnurstracks schneestapend zur Halle. Mal schauen, ob er sich nach der Chiropraktik anders bewegt als vorher.
Habe wieder geübt, ihn auf den Zirkel zu schicken, das klappt wieder sehr gut, nachdem es ja letztens nur noch seitwärts ging. Mir fällt allerdings auf, dass er nach Einüben der SEitwärts-Übung öfter versucht, sich dadurch zu entziehen. Statt anzutraben ein bisschen seitlich übertreten auf dem Zirkel: "Willst du vielleicht das, schau doch was ich kann, ist viel lustiger als traben!!". Und ich kann dann leider sehr schlecht meine Begeisterung darüber verbergen, dass er endlich die Beine sortiert bekommt.
Trotzdem, es wird getrabt, Billy ist wieder stinkig.
Ich mach dann noch wieder die Aus-dem-Zirkel-Wechseln-Übung an der Hand, er hat es kapiert, funktioniert toll, von rechts nach links muss ich sehr korrekt stehen, sonst trickst er mich aus, aber von links nach rechts wechselt er gerne.
DAzwischen wieder Beinheben mit Clicker, er hält jetzt wirklich schon sehr lange sehr ruhig auch die Hinterbeine. Morgen kommt der Schmied, ich werde dieses eine Mal noch sedieren lassen, aber ab 2008 ist die Schonfrist dann vorbei *beschließ*.
Dann nochmals bissl zirkeln, abwechselnd seitwärts, damit er das verinnerlicht, dass es sich um 2 verschiedene Übungen handelt. Ein bisschen traben. Mir fällt nichts auf, dass er sich lockerer oder lieber bewegen würde als zuvor...
Und dann ging's wieder los...
Machte mit Billy das Squeeze-Game - im Grunde nur an einem Hindernis und mir vorbeischicken, umdrehen lassen, gut. Er machte es 1x auf jeder Hand recht brav (haben wir noch nicht so viel geübt), er hatte massig Platz (schickte ihn zwischen Hallenwand und mir durch, eigentlich nix anderes als ein halber Zirkel an der geschlossenen Seite...). Dann trieb ich ihn nochmal - Billy steht. Bisschen mehr treiben, Billy steht. Aha, mag wohl nimmer. Na gut, 1x muss aber noch sein, sooo viel haben wir ja heute wirklich nicht getan. Nochmal auffordern zu gehen - Billy hebt das Hinterfüßchen
. Ok, es gibt einen verbalen Verweis von mir: "NNNNEIINNNN", + weitere Aufforderung vorwärts zu gehen und etwas mehr treiben. Billy steht, hebt nochmal das HInterfüßchen.
Wieder schärferer verbaler Verweis, stärkere Aufforderung vorwärts zu gehen... Billy tritt grantig nach hinten (also nicht in meine Richtung, ich stand ja quasi in der Zirkelmitte) aus "mag nicht"
Ok, so gehts nun nicht, ein Klaps mit dem STick kommt dafür retour, ich wurde auch langsam grantig und wir schaukelten uns offenbar emotional gegenseitig wieder schön hoch... tja, und auf den Klaps (das war echt nicht fest, nur ein "so gehts nicht, mein Freund"), schoss er wenigstens vorwärts (wofür ich ihn ja gelobt hätte), drehte dann alelrdings am Zirkel den Hintern wieder mal schräg und fetzte mit beiden Beinen in meine Richtung (allerdings weit weg, aber trotzdem) aus. Gut, dann hats natürlich wieder was gesetzt, er war grantig, ich war fertig, ließ ihn möglichst ruhig zu bleiben versuchend 2 Runden traben, dann ließ ich ihn stehen und versuchte nicht zu heulen
. Nachdem ich mich dann halbwegs unter Kontrolle hatte, schickte ich ihn möglichst freundlich wieder raus und bestand auf Trab, den er nach viel Überredungskunst dann wenigstens noch 1 Runde durch hinbekam, dann machte ich Schluss und wir gingen...
Keine Ahnung, ob das nun richtig war, was vorher falsch war, ob ich das verhindern hätte können oder nicht, was ich anders machen hätte sollen oder wo es anfing schief zu laufen

Am Putzplatz war er dann wieder recht nett, ließ sich sogar gern eine juckende Stelle am Hals massieren.
ABer das war wieder ein Moment wo ich dachte, das Pferd wird nur immer schlimmer, irgendwas mach ich grob falsch... und obs nicht doch klüger wäre, ihn herzugeben...
Wie gestern – nahm Billy nur kurz aus dem Offenstall, er scheint keine Nachwirkungen der Behandlung zu haben.
Fütterte ihm wieder seine Antidepressiva-Chinesen-Pülverchen, und tatsächlich war er heut beim Putzen recht ungrantig – für seine Verhältnisse zumindest. Gab mir brav alle 4 Hufe und durfte wieder zurück zu den Kumpels…
Besuchte kurz mein Stinketier, machen sollte ich ja heute nichts. Nahm ihn nur kurz raus zum Drüberschrubben und schauen, wie die Stimmung so ist und ob er Muskelkater hat. Er bewegte sich aber wie sonst auch, bei seinem Schlurfschritt ist schwer festzustellen, ob er nun Muskelkater hat oder nicht.
Verabreichte ihm das Weichspüler-Pülverchen, er beäugte die Heucobs zwar skeptisch am Anfang, fraß dann aber brav alles auf.
Mit Clicker noch das Füße-Aufheben ganz kurz rundherum geübt zum Hufe-Auskratzen, Mauke eingeschmiert und sonst in Ruhe gelassen.
Übrigens: Unser neuer zweiter Ruhe-Unterstand ist fertig! Ist auf 3 Seiten geschlossen und dick mit Stroh eingestreut, die Pferde lieben ihn, es teilt sich jetzt alles auf, und Billy steht gern mit Freunden drin!
Heute war also die Chiropraktikerin da! Musste mich extrem hetzen, und kam exakt 2 Minuten vor ihr am Stall an, zerrte das Tier aus dem Offenstall und klar – zum allerallerersten Mal seit ich ihn habe hatte er sich echt von oben bis unten mit Gatsch einpaniert.
Na gut, der Frau Doktor wars GsD egal.
Habe ihr dann gleich am Anfang von der Giftelei der letzen zwei Wochen erzählt und sie gebeten, vorsichtig zu sein.
Sie strich ihn vorerst mal ab mit weniger Druck als normal und begann dann einzurenken. Billy wie erwartet giftig, versuchte sie auch mal wegzudrängeln, drohte auch mal mit dem Hinterbein, aber sie hatte alles gut im Griff und ich war ehrlich gesagt überrascht, dass es nicht schlimmer war.
Trotzdem hat Billy jetzt nach 2 Tierärzten und 2 Schmieden zum fünften Mal die Diagnose „ein ganz spezieller Charakter“ gekriegt… Die Chiropraktikerin diagnostizierte ein mimosenhaftes Schmerzempfinden gepaart mit Grant-Charakter … 
Sie renkte ungeachtet der Giftelei brav weiter herum, manchmal kurz für Sekundenbruchteile schien Billy sich doch zu entspannen … „na ja
*grantelgrantel* ok
*grantel* vielleicht ist das ja doch nicht so schlecht
*grantelgrantel*“.
Viel zu tun war v.a. beim Widerrist ausstrahlend in die Schulter, v.a. rechts (genau dort ging die Giftelei der letzten Wochen meist los…), Lendenwirbelsäule, Ischias. Wurde soweit „repariert“, dann sah sich Fr. Doktor noch meinen Sattel an und empfand ihn für sehr ok, wenn ich weiter hinten sattle als vom Sattler empfohlen.
Sie meinte auch, dass mit dieser Sitzung eigentlich von ihr aus alles behoben und keine weitere Nachbehandlung nötig sein sollte. 2 Tage sollte ich jetzt nichts machen, dann normal mit ihm arbeiten, wie ich das so tue.
Fürs Gemüt des Stinketiers gab sie mir irgendwelche „Chinesischen Kräuter“, sündteuer und machen solche Tiere angeblich „streichelweich“. Weichspüler in Pulverform also, bzw. natürliche Stimmungsaufheller.
In einer Woche soll ich sie dann anrufen und berichten, ob die Grantelei besser ist.
Edit: Die Zähne meinte sie, glaubt sie nicht dass irgendwohin ausstrahlen. Der ganze vordere Teil - Genick, Hals - bis zum Widerrist war gänzlich locker, da musste sie nix tun. Anschauen wird trotzdem nicht schaden, denk ich, wird dann das nächste sein, aber zuerst ist wieder der Hufschmied dran...
So, heut wars soweit... ich denke nun, es handelt sich um eine Testphase bei der Grantlerei am Putzplatz, bei der ich zu inkonsequent durchgegriffen habe, denn heute versuchte Billy Trick Siebzehn: Ein kurzes Granteln, ein kurzes Herschnappen, dann gings wie ganz am Anfang trap, trap, trap - Hinterteil in meine Richtung mit affenartiger Geschwindigkeit und austreten dabei!!!
Und in den Hintern könnt ich mich beißen, dass ich diesen Instinkt "WEG HIER", den mein Körper sofort anbietet, nicht unterdrücken kann - klar, ich machte wieder überrascht - obwohl es ja wohl absehbar war und ich eigentlich damit gerechnet hatte - ein paar Schritte rückwärts, flüchtete...
Bis ich den Instinkt unter Kontrolle hatte, aber dann hats gescheppert, dass dem Kleinen die Ohren wackelten
Er machte einen Satz zur Seite, blieb dann parallel zur Wand, Hintern weit weg von mir, stehen und schaute wie ein ertapptes und zurechtgewiesenes Kind - das er ja im Prinzip auch war.
Ganz kurz durchgeatmet, dann weiter geputzt und versucht so zu tun, als wär nix passiert. Er stand dann vorbildlich still, grantelte auch nicht mehr so - schaute ein bissl missmutig, aber nicht aggressiv - dann seufzte er und interessierte sich wieder mehr dafür, was draußen passierte. ER hat dann beim Putzen keinen Mucks mehr gemacht.
Offenbar braucht dieses Pferd doch eine "monatliche Tetschn", wie mein Freund es schon früher diagnostiziert hat.
Ich fühl mich nur immer so furchtbar hinterher...
Sei's drum, Billy mit Knotenhalfter und Seil ausgerüstet, und los in die Halle - mit den neuen Gamaschen in der Hand, weil heut hatte ich Stangenarbeit geplant.
ERste Übung: Gamaschen anziehen. Billy kennt sowas überhaupt nicht. Er versucht in der Halle mal, ob man die essen kann. Nein, auch gut. So, dann hab ich versucht, dem Pferd, das nunmehr durch und durch darauf konditioniert ist, bei Berührung (und eigentlich auf ein Kommando) den Fuß in Hufauskratz-Position zu heben, die Gamaschen anzuziehen. Etwas mühsam, die doofen neuen Klettverschlüsse taten ihr übriges dazu - kletteten aufeinander, an meinen Handschuhen, überall, dazu das den Fuß immer wieder anhebende Pferd - sicher ein Bild für Götter, GsD war ich wieder mal allein, und irgendwann hab ichs geschafft. Dann zur Gewöhnung den Billy eine Runde führen - er war zuerst der Meinung, etwas berührt mich am Fuß, da muss ich den heben, gell? - Und stand da, und hob abwechselnd die Vorderbeine an... Schließlich überredete ich ihn zu einem Schritt, und bald ging er ganz normal wie immer.
Nächste Übung: 2 Stangen mit viel Abstand aufgelegt, Billy im Schritt zum Aufwärmen drübergezirkelt, dabei im Zirkel Handwechsel, der super klappte. Alles gut.
Pause mit Beinchen heben + Leckerli.
Nächste Übung: Habe zwei STangen knapp nebeneinander aufgelegt und Billy abwechselnd rückwärts durchgeschickt durch diese Gasse, wieder hergeholt, rückwärts, ca. 2-3x, das hat er sehr gut gemacht! Danach stellte ich ihn im rechten Winkel zu einer der STangen auf und er sollte daran entlang seitwärts gehen. DAs haben wir schon einmal hingekriegt, fällt ihm aber schwer. Anfangs stand das Pferd wie ein Denkmal, ich musste sehr sehr viel Druck aufbauen, bis er sich überhaupt mal rührte. Beim ersten Ansatz von seitwärts - Pause, Lob und sogar ein Leckerli. Dann gings leichter, und plötzlich trippelte Billy ohne viel Druck eine ganze Stangenlänge seitwärts. Dafür natürlich auch Lob + Leckerli. Wir schafften schließlich eine ganze Runde seitwärts um die zwei Stangen, wobei ich an den Ecken eine Viertelvorhandwendung mahcen ließ - alles sehr sehr brav, wirklich toll hat er das gemacht!!
Wieder Pause und Beinchen heben, und dann gings los:
Wollte ein bisschen Trabarbeit über die Stangen auf dem Zirkel machen - aber das Pferd war nicht raus auf den Zirkel zu kriegen. Was hab ich den nu schon wieder kaputt gemacht
Das hat wirklich schon 100%ig gesessen. Und nun: Denkt Billy, er soll wohl weiter seitwärts gehen, obwohl meine Körpersprache eine ganz andere ist (finde ich zumindest), aber er macht im Grunde wunderschönes Übertreten auf kleiner Volte rund um mich rum, ich kriege den Kopf und die Schulter einfach nicht mehr raus auf die Zirkellinie! Leider hab ich mich etwas reingesteigert ("das MUSS doch gehen!!"), Billy wusste nicht, was er falsch machte, ich auch nicht...
Irgendwann, leider wohl viel zu spät, habe ich beschlossen, dass es eben heute keinen Trab am Zirkel geben wird. Habe die Übung "offiziell" abgebrochen und ein ausgiebiges Friendly Game eingeschoben, weil ich nicht glaube, dass er absichtlich widersetzlich war. Er büffelte keineswegs mit der Schulter, sondern war wirklich aufmerksam: "WAS willst du von mir?!?!?" Also haben wir fest geknuddelt, er hat sich entspannt, ließ den Kopf fallen und ließ sich richtig knuddeln...
Um das ganze positiv abzuschließen, hab ich mich dann intensiv den Hinterbeinen gewidmet, mit Clicker und dem Haufen Leckerlis, den ich noch hatte. Wir haben geschafft, dass Billy das Bein schon gleich so anhebt, dass man es gut nach hinten ziehen kann, bisher hat er meist zuerst nach vorn gerudert und man brauchte viel Kraft, es nach hinten zu ziehen. Zum Schluss hielt er es von selbst in richtiger Position, auch schon recht lange...
Die Übung gefällt ihm mittlerweile so gut, dass er gleich ausschlaucht dabei 
Ein dickes dickes Lob am Ende, dann gingen wir wieder nach Hause. Am Putzplatz danach war er freundlich und brav, ließ sich auch wieder brav einschmieren.