you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Sonntag, 30. Januar 2011
Schneestapfen + Platziere den Fuß III
Billy angezogen und zu seiner Verwunderung aufs Viereck geleitet. Er stapfte tatsächlich munter drauflos entlang der Viereckbegrenzung, selbst durch die Wächte hat er sich tapfer gekämpft und so in mehreren Runden Schritt eine hübsche Furche auf dem Hufschlag gezogen.
Wie schon gestern hab ich dann begonnen, die Hand mittels einer möglichst sauberen Hinterhandwendung zu wechseln. Das ging von rechts nach links (linke auf rechte Hand) sehr sehr gut und sauber, umgekehrt war er gestresst und wollte vorwärts. Anfangs noch geduldig, hab ich dann zum Schluss mit vielen leichten Phasen 4 mit dem Ende des Sticks (je lauter es klatscht, desto eher tut sich was) auf die Schulter doch noch eine supersaubere Wendung hinbekommen. Keine Ahnung was das wieder war?!
Nach und nach bin ich zu Trab übergegangen und war erstaunt über mein Tierchen :-). So brav hielt er die Gangart, obwohl doch so anstrengend! Damit hatte ich ehrlich gesagt echt nicht gerechnet. Nach je 1 Runde gab es Pause, dann Umdrehen, dann nochmal Pause. Mir ist bewusst, dass das sehr anstrengend ist.
Dann wurde ich übermütig und überlegte, ob Billy da wohl galoppieren kann - der Boden war gut genug mit griffigem Schnee... ja, er kann, und es schien ihm sogar Spaß zu machen! Auch hier - kein break gait! Erstaunlich! Selbst durch die Schneewächte galoppierte er, unter bisweilen komischen Grunzern, die ich aber aufgrund des sonst vorhandenen Vorwärtsdrangs als Übermut ausgelegt hab. Total erstaunt hab ich ihn dann nach 3 vollen Runden Galopp im immer noch tiefen Schnee aufhören lassen - und ganz doll gelobt natürlich.
Zum Schluss bin ich nochmal kurz in die Halle, hab pro forma einmal den linken, dann den rechten Vorderfuß auf das Frisbee platziert und dann abgesessen. 7x hintereinander? Da muss ich mir was anderes einfallen lassen, das ist ja sterbenslangweilig. *g*
Freitag, 28. Januar 2011
Platziere den Fuß - II
Nein, also das ist definitiv kein Problem, sondern macht Spaß.
Dann bin ich aufgesessen und bin zuerst etwas Freestyle geritten, Follow the Rail im flotten Schritt zum Aufwärmen, dazwischen versucht, saubere Hinterhandwendungen hinzukriegen. Danach Trab, wieder mit Hinterhandwendungen. Schließlich wieder etwas galoppieren versucht, ist schwierig in der Halle, aber die lange Seite geht. Auch da hab ich Hinterhandwendungen eingebaut und versucht, aus der Wendung anzugaloppieren, und einmal ists uns richtig gut gelungen! :-)
Zügelkontakt hab ich dazwischen dann immer nur kurz gehalten, wieder Zirkel im Schritt um das Frisbee. Hier zeigt sich dann dasselbe wie beim Bull's Eye: ich brauche nur an das Frisbee zu denken, und Billy zieht regelrecht nach innen, will den Fuß aufs Frisbee stellen und sich eine Pause verdienen ;-). Ich glaub in der Mitte der Halle ist ein Magnet eingebaut *g*. Jedenfalls konnte ich ihn ohne Schwierigkeiten dazu bringen, den rechten und linken Fuß draufzustellen - sogar bestimmen, welcher es sein soll.
Das Schrittgehen mit Zügelkontakt war besser als zuletzt, nicht ganz so verklemmt, wenn auch noch nicht richtig flüssig. Ich hab es immer wieder durch flottes Vorwärts (was halt bei uns als flott gilt, zumindest *g*) ohne Zügelkontakt aufzulockern, und ich glaube das funktioniert ganz gut.
Mittwoch, 26. Januar 2011
Finesse: Platziere den Fuß
Ehrlich gesagt ist mir nicht ganz 100%ig klar, wofür diese Übung - v.a. für Finesse - nun konkret gut ist - vermutlich, damit man die Füße des Pferdchens einzeln ansprechen und gezielt platzieren kann, und das ganze noch mit Zügelkontakt.
Also gut, dann mal los.
Aufgewärmt haben wir uns mit der Übung, die wir in Finesse letztes Mal durchgenommen haben: Yoyo, d.h. Schritt-Halt-Rückwärts und wieder Schritt. Schon wieder ganz schön viel Opposition Reflex *seufz*. Nach einigen Malen ging es dann flotter und zügiger und ohne Einrollen, dafür war der Herr Billy dann wieder gestresst und besorgt.
Danach hab ich angefangen, mein Objekt, wo er den Fuß draufstellen sollte - ein Frisbee für Hunde - größer und kleiner zu umkreisen, mit Kontakt am Zügel. Wir haben also quasi Zirkel vergrößern und verkleinern gemacht, hie und da ein Päuschen in der Mitte beim Frisbee. Billy war wieder gestresst, sehr verhalten, fühlte sich total blockiert an und macht meinem Gefühl nach Mini-Trippelschritte, macht auch mal einen Schritt seitwärts oder will stehenbleiben. Ich meinerseits gerate dann ins Micromanaging, treibe bei jedem Schritt, versuche ihn krampfhaft auf der richtigen Linie zu halten, verkrampfe mich usw.
Also irgendwie funktioniert das nicht so richtig mit dem Zügelkontakt. Bin nicht sicher, wie ich ihm das schmackhafter machen kann. Einstweilen hab ich den Eindruck, dass er denkt, er dürfe nicht vorwärts gehen - was ja auch irgendwie logisch ist.
Dass er einen Fuß auf das Frisbee stellt, war dann relativ einfach. Ich blieb davor stehen, er stieg hie und da drüber (dann haben wir wieder Kreise gemacht), und irgendwann hab ich es geschafft, ihm einen gezielten Seitwärts-Vorwärts-Schritt herauszulocken, der den Fuß genau aufs Frisbee stellte, und voilà, große große Pause.
Er hatte allerdings so viel Stress (nicht vom Frisbee, sondern vom Zügelkontakt), dass er sogar wieder in sehr introvertiertes Zungelutschen verfiel.
Hm ja, da muss ich mir überlegen, wie ich ihm klarmache, dass er trotzdem gehen kann, wenn er den Zügel spürt. Es war früher auch schon mal besser. Kommt Zeit, kommt Rat :-)
Sonntag, 23. Januar 2011
Gruppenausritt
Ich glaube meine Mini-Runden um den Hausberg haben schon geholfen, jedenfalls verfiel ich nicht in Panik. Nun gut, da waren aber - jetzt im Winter - natürlich auch keine Kühe und keine Elektrozäune. Wir haben eine wunderschöne Runde von ca. 2 Stunden gemacht; Billy war die Ruhe selbst, nach den Gruppengalopps gut zu bremsen und sofort wieder Mr. Cool (während andere Pferde wegen 30 Sekunden Galopp dann so ca. 30 Minuten zappeln mussten). Laut im Wind wachelnde Planen, Siloballen und bellende Hunde fand er allesamt ungefährlich. Das war schon mal anders - und liegt nur an mir. ;-)
Samstag, 22. Januar 2011
Liberty: Figure 8
Ich hab mir außerdem daheim alles an Material angesehen, das mit Liberty und Draw und Handwechseln zu tun hat: Pathway Level 3 Liberty, das war sehr hilfreich, und die SC DVDs von 2010, Circling Game und Handwechsel at Liberty.
Die Level 3 Liberty DVD der neuen Pathways war v.a. hilfreich, weil sie schön zeigt, was Pat tut, wenn das Pferd unaufmerksam wird oder einfach weggeht. -- Er treibt es erstmal weg, um es später wieder einzuladen, oder macht ein Catching Game (also zügig hintereinander die Hinterhand auf beiden Seiten wegschicken).
Das war interessant und damit hab ich heute gearbeitet. Circling Game und Handwechsel hab ich heute nicht verlangt, dafür aber Weave, die nicht gut funktioniert hat, und dann eben Figure 8 an zwei Hütchen. Rumschicken, Hinterhand wegschicken, herholen, Pause - ein paarmal, dann in einem um beide Hütchen. Das hat toll geklappt, wir können jetzt Figure 8 at liberty - zumindest im Schritt! :-)
Tatsächlich hab ich ein paarmal die Verbindung verloren, das Hinterhand - Disengagen hat auf der rechten Hand nicht funktioneirt, sondern Billy spazierte geradeaus weiter - dann hab ich eben angewendet, was ich mir angeschaut hatte - ordentlich weggeschickt, und Billy war total übermütig und hat es als Spiel genommen. Er hat total wild durchgestartet (sehr ungewöhnlich, soviel Extrovertiertheit *g*), wild galoppiert, Rollbacks gemacht um mich auszutricksen, in die andere Richtung galoppiert, wo ich ihn wieder umgedreht habe, wieder hübscher Rollback - man merkte dass es ihm Spaß macht, er wollte ein bissl Fangen spielen *g*. Nach einer Weile, wo er galoppieren musste, hab ich dann - immer von rechts - ein Bring Back versucht und jedesmal ist er mit gespitzten Ohren, hocherhobenem Kopf und in Pose zu mir getrabt. Es gab kurze Pause, wobei er jedesmal total entspannt und zufrieden drein sah, und dann hab ich wieder ruhige Achten geübt - wobei danach beide Schlingen immer gut funktionierten.
Sogar ein bisschen Trab in den Achten haben wir geschafft, noch nicht das ganze Muster gleichmäßig, aber immer wieder ein paar Trabschritte.
War richtig super und hat Spaß gemacht, und ich glaub ich hab auch im richtigen Moment aufgehört.
Danach sind wir noch kurz ausreiten gegangen und haben uns wieder dem Matschloch gestellt - es hat ein wenig geschneit und ist wieder kälter, das ganze hat nun weniger Schlamm- denn Sorbet-Konsistenz *g*. Billy überlegte weniger als zuletzt und ging ruhiger durch - noch nciht perfekt, aber ganz brav mit 1, 2 schnellen Trabschritten. Weil er sehr geschwitzt hat hab ich ihn dann auch bald heimgehen lassen.
Mittwoch, 19. Januar 2011
Liberty: Weave
Stick to me, come to me, gespickt mit viel Pause und vielen Keksis ;-).
Aus dem Stick to me hab ich dann - ich glaube das haben wir zum ersten Mal probiert - ein Weave-Pattern probiert, natürlich erst mal nur im Schritt. Zuerst bin ich einfach mit ihm mitgegangen, dann hab ich langsam mit Entfernung experimentiert und bin schließlich auf einer SEite der Hütchenreihe geblieben, während er mal außen, mal innen ging. Er ist dabei sehr gut meinen Handzeichen gefolgt, und auch das Umschiffen des jeweils letzten Kegels der Reihe hat gut geklappt. Da war ich nicht sicher, ob das gehen wird oder er mir abhanden kommt.
Ich glaube es hat ihm Spaß gemacht - jedenfalls hat er sich über die Hütchen gefreut, ich hab schon lange nix mehr mit Hindernissen gemacht, viel zu wenig ... und er ist gleich, kaum dass er sie erblickt hat, hingeschlendert und hat reingebissen und es totgetrampelt, mein Held :-).
Dienstag, 18. Januar 2011
Liberty: Handwechsel
Seit letzter Woche versuche ich intensiv die Handwechsel at Liberty zu üben. Mit Betonung auf versuche, denn irgendwie wird das nix. Das war jetzt unsere 2. Session (wie erwähnt, versuche ich gerade etwas mehr Konsistenz reinzubringen, indem ich jede Übung konzentriert öfter hintereinander mache - mit bisher gutem Erfolg). Beim letzten Mal gab es ganz am Anfang einen Zufallstreffer - ein wunderschöner Handwechsel von links auf rechts und danach von rechts auf links im Trab. War sehr stolz, nur war es das. Ich hab ihn wohl einfach überrumpelt, und nun hat er sich entschlossen, ganz sicher nicht mehr Hand zu wechseln, jedenfalls ganz sicher nicht von rechts auf links (bessere auf schlechtere Seite). Von links auf rechts bekomme ich dafür hie und da einen Wechselversuch, der gar nicht gefragt war.
Ich hab heute einiges probiert: Zuerst den Draw mittels Come-to-me-Übung zu verbessern. Klappte auch gut. Ohren sind da aber ein wenig hinten dabei, was mich grübeln lässt. Dann Yoyo geübt - klappt auch soweit gut. Wenn ich ihn vor dem Send ins CG rückwärts schicke (sehr sanft und Schritt für Schritt, sonst geht die Verbindung verloren und er geht zu früh ins CG), kaut er sehr viel. Nach Handwechseln oder Bring Back kaut er kaum, dagegen. Interesting.
Danach hab ich festgestellt, dass die Handwechsel im Schritt überhaupt nicht funktionieren - how interesting! Auch nicht von links auf rechts. Im Trab ist zumindest diese Richtung einwandfrei! Von rechts auf links ging gar nix, weder im Schritt noch im Trab. Bring back ist auf beiden Seiten ok, allerdings nicht gereade enthusiastisch (da brauche ich mehr Schwung, wollte es aber heut langsam angehen). Das konkrete Problem ist, dass er mich beim Bring Back von rechts nicht auf seine linke Seite lassen will - ich kann daher Zone 1 auch nicht in die neue Richtung schicken.
Schneide ich ihm - auch wenn langsam und vorsichtig - wie im Troubleshooting des Heimstudiums beschrieben, den Weg ab, indem ich Richtung Bande gehe, bleibt er verunsichert stehen, verkriecht sich in eine Ecke und wechselt dann, wenn er wechselt, nach außen. Ich komm einfach nicht an die linke Seite!
Allerdings hat er sonst eigentlich kein merkbares Problem mit mir an der linken Seite - Stick to me ist da sogar besser, und beim Bring Back stellt er sich so hin, dass ich links bin - wenn ich ihm den Rücken zukehre. Also zu viel Druck beim Handwechsel?
Ich hab ihn dann, als es nicht geklappt hat, wieder On Line genommen und die Wechsel probiert - an der Feather Line, durchhängend bis zum Boden, in Schritt und Trab in beide Richtungen keine Problem.
Bin ziemlich ratlos momentan und hab keinen Schimmer, wie ich hier weitermache. Ich hatte das Problem schon beim Bernie-Kurs im Sommer, da haben wir dann am Bring Back gearbeitet, und ich hab versucht mich an Bernies Tips zu halten (mindestens 5x Bring Back und Pause für 1 Handwechsel, Come to me um den Draw zu verbessern), aber irgendwie krieg ich das nicht besser.
Sonntag, 16. Januar 2011
Schlammschlacht III
Irgendwie ist seit letztem Jahr alles anders draußen. Früher war er transusig bis abwesend, er schlurfte dahin, ziemlich teilnahmslos an seiner Umgebung. Die meisten Schwierigkeiten hatten wir damit, dass er eben irgendwann stehenblieb und nicht weiterwollte oder umdrehte und - äußerst left-brain - nach Hause schlenderte. Irgendwie hat sich das nun geändert, ich weiß nicht ob es nur an mir liegt, dass ich eben seit seiner Heimraserei verunsichert bin... jedenfalls lauscht er hierhin und dorthin, und ein komisch klapperndes Auto (Herr Billy war offenbar im vorigen Leben Automechaniker und weiß genau, wie ein Auto nicht zu klingen hat!) weit weit weg unten an der Straße brachte ihn fast wieder zum Abbiegen und Heimgehen - welche Situation ich aber gut unter Kontrolle bringen konnte mit ziemlich energischer Strenge - und vielleicht so ein paar Pluspunkte sammeln konnte.
Beflügelt durch mein erfolgreiches Durchsetzungsvermögen bin ich dann noch einmal - diesmal im Sattel - unserem Angstgegner, dem Schlammloch, entgegengetreten, das - wie Billy offenbar glaubt - von pferdefressender Nessie bewohnt wird. Ich dachte mir eine Runde aus, die über das Schlammloch führt. Erstes Mal: Billy will umdrehen, aber ich habs nicht erlaubt, ausreichend durchsetzungsstark (unser Stallbesitzer hätte mich oder uns beide vermutlich auch gelyncht, wenn er mir abgehaut und über die patschnasse Weide galoppiert wäre). Billy überlegt und ist sichtlich besorgt, hat sich dann zu einem Riesensprung entschlossen. Ich hab ihn nicht gelobt, denn er sollte nicht springen sondern einfach durchpatschen. Also Runde beendet, die dauert etwa 5 Minuten und ist von starkem Bergab und dann ebenso starkem Bergauf geprägt. Billy keucht. Wieder Ankunft am Matschloch. Billy versucht nicht mehr umzudrehen, immerhin. Er scheint kapiert zu haben, dass er da durch muss. Wieder springt er , gleich noch weiter. Ok, wer springen kann kann auch traben, oder? Die Runde zu einem großen Teil, dort wo es nicht zu steil ist und nicht rutschig, im Trab. Billy keucht wieder. Wieder am Matschloch. Billy schaubt besorgt, hüpft wieder, etwas weniger weit und fast ohne Zögern. Gut. Noch eine Runde. Billy schnauft. Wieder kommen wir am Matschloch an. Billy zögert kurz, schnauft, schnaubt ab, hat aber scheinbar jetzt doch genug vom Springen (das ihn, by the way, sowieso nur an eine mindestens genauso gatschige Stelle treten lässt) und trabt durch, steigt mitten rein und wird dafür von mir mit einem Juchzer und Leckerli belohnt - und jetzt dürfen wir auch die andere Abzweigung nehmen und nach Bewältigung der letzten Steigung heimgehen, jawoll!
Und danach hab ich noch über eine Stunde trockengeführt, wälzen lassen, Pferd in der Sonne getrocknet, weiter trockengeführt...
Bin sehr froh, dass wir das so gut bewältigt haben, wieder ein Erfolgserlebnis für mich - zuerst habe ich überlegt, ob ich es noch ein weiteres Mal wagen soll - bei jedem neuen Versuch habe ich befürchtet, erst wieder Misserfolg zu haben, indem er endgültig genug hat und abhaut.
Und ich bin gespannt ob es was bringt fürs nächste Mal!
Freitag, 14. Januar 2011
vrrrroum vrrrrroum
Nach kurzem Warmwerden war es glaub ich zum ersten Mal wirklich so, dass das Gaspedal mit reiner Denkkraft/Energie Hoch- und Runterfahren zu bedienen war. Ein tolles Gefühl! Ich brauchte echt keinen Schenkel mehr, das Billytier lief los wenn ich dachte "gehen wir" und er trabte wenn ich dachte "wir könnten traben" und er stand wenn ich dachte "halt". Wir haben auch innerhalb des Trabs verschiedene Tempi ausprobiert, von langsamem Schlurfen zu flottem Tempo und wieder zurück, einfach genial.
Das war endlich diese vrrrrrumm vrrrum das man gerne haben möchte (falls jemand die Parelli-DVD "Won't Go" kennt).
Und besonders stolz bin ich auch, dass ich wusste, dass ich - obwohl ich gern noch 2 Stunden so weitergeritten wäre - eigentlich gleich wieder aufhören sollte - und das auch getan hab.
Werde in Zukunft darauf achten, dass der Go-Button also regelmäßig gewartet wird und immer schön geschmiert bleibt! :-)
Mittwoch, 12. Januar 2011
Go-Button
Wieder schön langsam angefangen, Schritt-halt-Schritt-Übergänge, dazu viele Handwechsel und Bahnfiguren. Dann langsam Trab-Schritt-Trab dazu. Dann Trab-Halt-Trab, und von denen wirklich viele viele, bis das Antraben richtig schön war mit sofortiger Reaktion. Billy war sehr aufmerksam und brav.
Dazwischen haben wir ein paar Hopser über ein Doppelcavaletti gemacht - also eigentlich wollte ich Hopser machen, aber Herr Pferd kriegt die Beinchen höher als man meinen könnte und ist drübergetrabt *staun*. Auch gut. Muss wohl richtige Sprünge aufbauen, wenn ich hopsen will ;-).
Zum Schluss kam ein Kumpel von Billy in die Halle, und da wurde er leicht unrund, bzw. spätestens dann - kurz vorher hab ich schon gemerkt, dass ich wohl zu viel gemacht hab von dem halt-Trab *seufz*. Die Haltparaden wurden schlechter, er konnte/wollte nicht mehr so richtig stillstehen und war unkonzentriert. Also noch einmal ein gutes Antraben abgewartet und dann haben wir - nach einem Weilchen Stillstehen - aufgehört.
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Was ich außerdem berichten muss ist etwas, was mir in letzter Zeit auffällt: Billy giftelt nicth mehr oder kaum mehr beim Putzen. Früher war das ja schon sehr zermürbend, er schien es zu hassen, bestimmte Körperregionen (z.B. die Ellbogen, gnade mir Gott!) durfte/ sollte ich besser nicht anfassen. Ok, grobe Striegel mag er immer noch nicht, aber sonst steht er ruhig und freundlich da und manchmal hab ich sogar den Eindruck, dass es ihm zumindest kurzzeitig gefällt. Das Hufeheben ist auch - wieder mal so heimlich, still und leise, dass ich es kaum mitbekommen habe - super geworden - kein Ohrenanlegen mehr! Bei der Hufpflegerin hat er letztes Mal so manierlich die Füße der Reihe nach unaufgefordert gehoben, dass sie ihn selbst erstaunt als "zum Musterschüler geworden" bezeichnet hat. Sie kennt ihn noch aus Tagen, als wir ihn sedieren mussten, um die Hufe ausschneiden zu können ... Und noch im Sommer hab ich meine "Kreiselstrategie" (für jedes Ohrenanlegen musste Billy eine 360°-Hinterhandwendung machen, oder mehrere, bis die Ohren nicht mehr hinten waren) anwenden müssen.
Was immer es letztlich momentan so gut werden ließ - ich bin stolz. Und froh!
Dienstag, 11. Januar 2011
Irgendwann bei den letzten Übungen ist mir aufgefallen, dass der Go-Button wieder einmal etwas rostig geworden ist, also möchte ich den wieder etwas "schmieren".
Wir haben also viele viele viele Übergänge gemacht. Zuerst Schritt-Halt-Schritt und dann viele viele Schritt-Trab-Schritt.
War wohl etwas langweilig, momentan bin ich etwas ideenlos, wie ich Übungen aufpeppen kann und bin auch zu direct line. Es hat trotzdem gut geklappt, und vielleicht müssen auch langweilige Dinge einfach hie und da sein. Zum Schluss bekam ich Trab auf Energie und Körperspannung, also Phase 1, und war natürlich zufrieden.
Dazwischen ließ ich ihn länger traben, er hat schön abgeschnaubt und trottete gleichmäßig dahin. Ich hab dann versucht, die Hinterbeine zu fühlen bzw. ihre Bewegung - pfff, ich bin ein gefühlloser Mensch, ich spür da einfach nix. Nicht mal wenn ich die Hände auf die Kruppe leg (was allerdings etwas schwierig war, weil Herr Billy das zwangläufige Zurückbeugen des Oberkörpers sensibel und brav als Schritt-Kommando interpretierte, was ihm nicht zu verübeln war) kann ich genau sagen, ob das Hinterbein nun im Vorschwingen ist oder grad auffußt oder so. Mit viiiiel Konzentration und Übung konnte ich zum Schluss ein paarmal richtig fühlen, welches Bein vorschwingt, aber ich finds echt schwierig. Momentan rede ich mich auf die ökonomischen Western-Pferd-Gänge des Herrn Billy aus *hüstel*.
Naja, ich werd weiter üben.
Sonntag, 9. Januar 2011
Bin wieder dahaaa!
Ich war nicht im Lande und Herr Billy hatte auch sowas wie Urlaub.
Davor haben wir noch ein paarmal die Galopp-Handwechsel geübt, einmal gab es da - kurz vor Weihnachten als Geschenk noch eine tolle Session, wo er nicht nur von rechts auf links wechselte (ok, zumindest halb bzw. hat er es versucht), also von der besseren auf die schlechtere Seite, nein, weil ich mich so im Seil verheddert habe, hab ichs einfach Liberty probiert und sooo einen schönen fliegenden Wechsel gekriegt *hach*.
Nach der Weihnachtspause wollte ich dann weiter üben, aber ich glaube einfach, das war - trotz Pause - dann einfach schon zu viel Circling Game und Wechsel hintereinander, jedenfalls zeigte mir Herr Billy wieder mal den Stinkefinger und wir waren am diskutieren, ob er überhaupt einen Zirkel im Trab gehen kann - von fliegendem Wechseln natürlich ganz zu schweigen.
Also hab ich einmal das Send und Allow wieder repariert und es dann dabei gelassen. Ich glaube wirklich es war einfach zu viel.
Ich stelle die Übung wieder zurück, um später dran zu arbeiten und nehm mir für die nächsten Einheiten wieder mal FreeStyle vor (ich versuche neuerdings, etwas konsistenter bei ein und derselben Übung zu bleiben, so 3-5x, und auch nicht mehr als eine Übung, inklusive Vorarbeiten, Nacharbeiten, Aufwärmen etc., in eine Einheit zu stopfen).
Sonntag, 19. Dezember 2010
Wir fliiiiegen !
Als nächste intensive Übung hab ich mir wieder den Galopp On Line vorgenommen. In der Halle, auch wenn die klein ist, egal. Irgendwann muss es ja sein. Wobei der Galopp quasi die Vorübung ist für Galoppwechsel on line.
Hab mir heute also den Herrn Billy bei klirrender Kälte geschnappt, das Lasso dazu und ab in die Halle. Zuerst mal aufwärmen. Billy zog Schritt-Kreise, so langsam, das gibts gar nicht. Langsam taute er auf, ich habe ein paar ganz langsame Handwechsel im Schritt abgefragt, die er brav gemacht hat. Ich bemerke, dass er bei den Handwechseln zusehends aufwacht, daher wende ich das in letzter Zeit gern an - früher hat das nie funktioniert (ihr wisst schon, der Tip, bei LBI-Pferden einen Handwechsel zu machen, wenn sie die Gangart brechen - ich hab mir damit immer nur Diskussionen und den Ruin der Handwechsel eingebrockt). Nun gehts aber gut. Er wird munterer und trabt auch mal an beim Wechseln.
Dann ein bisschen Trab gefragt, dann Handwechsel im Trab, die er 1a hingelegt hat, richtig schön! Klappen in letzter Zeit sehr sehr gut. Dann hab ich das Send beim Handwechsel mal etwas energischer gemacht, so krieg ich dann meistens einen Galopp in der zweiten Hälfte des Wechsels - sehr brav! Dann ein paar Galopp-Trab-Übergänge auf dem Zirkel. Ich dachte dann, ich probier mal Galopp - Trab- Wechsel - wieder Galopp aus, holte ihn aus dem Galopp rein (natürlich von der unliebsamen linken auf die liebere rechte Hand - man muss sich's ja nicht extra schwer machen ;-) ).
Dann die erste Erkenntnis: ok, man muss wirklich SCHNELL laufen dabei, der Pocket Guide hat wieder mal recht ;-). Also rückwärts laufen geübt, zuerst ohne Billy, dann nochmal probiert. Galopp, gleich reingeholt, wieder rausgeschickt - und Herr Billy flog und machte einen fliegenden, womit ich nie gerechnet hatte, ich war völlig perplex, hab Stick und Lasso fallen lassen, Billy kam rein und wurde fest geknuddelt und wusste wahrscheinlich gar nicht wie ihm geschieht *lol*.
Ein bisschen unkoordiniert war es wohl noch, kurz dachte ich, es haut ihn hin, aber er hats dann eben ganz gut geschafft - hätte nie gedacht, dass wir das so "einfach" hinkriegen, ich dachte nun werke ich Wochen und Monate da dran. Man darf auch nicht vergessen, dass es sich aufgrund der kleinen Halle quasi um einen Wechsel in einer 12m-Volte handelt (unsere Halle ist nur 12m breit, auch wenn ich versucht hab, ihn in der Länge wechseln zu lassen und nicht in der Breite).
So ein braves Ferd!
Dann bin ich noch eine Schrittrunde ausreiten gegangen; unser Stallbesitzer hat uns wieder eine Schneeautobahn mit der Pistenraupe (bei uns kann man auch schifahren :-) ) planiert, den kleinen Hang bergauf. Hui, da rauf im Galopp (hat Billy auch gefallen), war auch wie fliegen; danach tiefschneestapfen einmal rund um die Weiden und ein bisschen durch den Wald. Dann noch ein rosaroter Sonnenunter- und Mondaufgang, haach... Schön war das :-)
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Finesse-Yoyo
Woran wir momentan arbeiten - die letzten 3 Male - ist das Finesse-Yoyo. Damit soll v.a. die Gewöhnung an abwechselnd einen losen und angenommen Zügel geübt werden. Funktioniert so, dass man Schritt, später Trab geht, anhalten und in ein 9-Step-Backup übergehen, einige Schritte retour, dann wieder Schritt anreiten. Das ganze mache ich noch mit Knotenhalfter, nicht mit dem Gebiss.
Rückwärts und Herr Billy sind immer noch zwei Dinge, die sich schwer vertragen. Mittlerweile gibt es aber Fortschritte. Wir habens jetzt 3x gemacht. Anfangs sträubt er sich immens gegen das Rückwärts, hat viel Opposition Reflex. Dadurch, dass hier der Focus aber auf dem Vorwärts-Rückwärts-Vorwärts ist, also auf den Übergängen, statt bloß auf dem Rückwärts, fällt es mir leichter, mich nicht so zu ärgern und geduldiger zu werden, aus irgendeinem Grund. Nachdem ich also meistens die ersten 5 oder so Versuche groß mit Herrn Billy diskutiere, wird es danach leicht und fein, und wir konnten bisher immer aufhören, dass er bereits aufs Zügelanheben (Also Schritt 1 des 9-Step-Backup) rückwärts tritt. Auch aus dem und wieder in den Trab, auch wenn er da etwas Schwung holen darf mit ein paar Schritt-Zwischentritten.
Wenn er früh reagiert mit rückwärts, muss er nur 1-2 Schritte rückwärts gehen momentan. Fängt er an zu diskutieren, muss er dann im Endeffekt weiter gehen (bis es flüssiger wird). Keine Ahnung, ob er das versteht und es je was bringt.
Werde weiter berichten.
Montag, 13. Dezember 2010
Rezension: Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden
Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden. Cham: Müller-Rischlikon, 2004. 159pp.
Der Titel dieses Buches von Kerstin Diacont ist etwas schwammig, und teilweise trifft das auch auf den Inhalt zu. Zwar wie man es von Diacont gewohnt ist, fundiert, gut erklärt und motivierend, doch die Aneinanderreihung der Inhalte vor allem im hinteren Teil des Buches lässt einen gewissen roten Faden vermissen; es ist nicht unbedingt ein Nachschlagewerk, in dem man schnell etwas findet, wenn man etwas bestimmtes sucht.
Der erste Teil ist noch sehr gut gegliedert und übersichtlich.
Diacont beginnt im 1. Kapitel mit der Erklärung anatomischer Grundlagen und den Grundlagen der klassischen Reiterei.
Im 2. Kapitel widmet sie sich sehr genau und interessant dem „Funktionskreis Reiter“. Sie beschreibt, was im Reiterkörper passiert, wenn er diesen oder jenen Muskel verspannt, wenn er schief sitzt, die Knie nach außen oder innen dreht, oder wie Muskelketten zusammenhängen; sie motiviert dabei, auch einmal vom Lesesessel aufzustehen und den einen oder anderen Effekt auszuprobieren, den eine kleine Veränderung in Haltung und Positur bewirken kann.
Das 3. Kapitel widmet sich dann dem „Funktionskreis Pferd“. Genau wie beim Reiter zuvor werden Zusammenhänge von Muskelgruppen und -ketten sowie Auswirkungen bestimmter Körperhaltungen erklärt und an Zeichnungen und Bildern gut veranschaulicht.
Im 4. Kapitel schließlich wird es etwas unüberschaubar. Hier beschreibt Diacont die Zusammenwirkung von beiden Funktionskreisen – denen des Reiters plus denen des Pferdes. Teil für Teil geht sie den Funktionskreis Pferd-Mensch durch, von der Hals- und Kopfhaltung des Pferdes, über Zügellänge, Rückentätigkeit bis zur Hinterhandaktivität. Es ist klar, dass derart große Themenkreise zum Teil nur angekratzt werden können. Alles erscheint logisch und ist gut erklärt, und wie gewohnt weiterhin gut bebildert und mit Skizzen und Zeichnungen untermauert.
Durch das Fehlen eines klaren roten Fadens (die Unterkapitel im letzten Teil wirken teilweise recht unmotiviert aneinandergereiht) nimmt man vielleicht aus dem Buch weniger mit, als man wahrscheinlich könnte. Deshalb keineswegs schlecht! Sondern einfach ein Buch zum Mehrmals-Lesen.
Dienstag, 30. November 2010
Dann Liberty: Zuerst Draw versuchen zu verbessern, wieder mit der Übung "Come to me". Billy braucht etwas, um aufzuwachen, aber dann trabte er fleißig auf mich zu.
Danach hab ich wieder einmal Circling Game mit Übergängen und Galopp geübt. Das CG war sehr gut, ich vernachlässige allerdings das Send. Mir ist momentan relativ egal, wie er rausgeht auf den Zirkel, Hauptsache er geht, wenn ich es sage. Also ich bestehe nicht akribisch auf zuerst rückwärts, dann auf den Zirkel. Das hat eine Zeitlang nur bewirkt, dass Yoyo überhaupt nicht möglich war, weil er bei der kleinsten Frage nach rückwärts dachte, es kommt ein circling game, und ist abgehaut.
Die Übergänge waren von Anfang an sehr schön. Schönes Antraben, auch gutes Angaloppieren. Auf dem Zirkel blieb er auch sehr brav, nützte aber auch manchmal die Halle aus.
Nur das Galoppieren wil nicht so recht werden. 2 Galoppsprünge, wieder Trab, und so geht das auch 10x hintereinander. Wenn ich mich mitdrehe und im rechten Moment anfeuere, kann er auch eine Runde durchgaloppieren. Ich bin nciht sicher, ob es hier nur ein reines "willnicht" ist (sicher auch dabei), oder ob es nicht einfach wirklich noch sehr schwierig ist in der kleinen Halle. V.a. linksrum. Bring back aus dem Galopp ist dafür immer sehr gut ;-).
ich bin nicht ganz sicher, wie ich da weitermachen soll. Wenn ich versuche neutral zu bleiben, scheint es nicht und nicht und nicht zu klappen. Es ist wirklich sehr zermürbend. Ein stärkeres Send für quasi mehr Schwung hilft auch nix, eher im Gegenteil (zu schneller Galopp in der kleinen Halle ist ja noch schwieriger). Gehe ich mit, habe ich schon das Gefühl, dass er mich dazu kriegt, immer mehr zu tun und er immer weniger.
hm *kauschleck*
Sonntag, 28. November 2010
Ja, es hat geschneit! Ganz ordentlich sogar. Im Wald gingen die Wege, und ich war ganz glücklich, das Glatteis auf den Straßen als Ausrede zu haben, meine Comfort-Zone nicht verlassen zu müssen ;-).
Ansonsten war es herrlich, wieder einmal etwas frische Luft und vor allem Tageslicht zu haben. Hab mein Pferdchen seit 2 Wochen glaub ich nur im Schein der Neonröhren gesehen!
Billy war sehr brav und vollständig entspannt, gemeinsam betrachteten wir die Rehe durch den Wald hüpfen; wir sind ein Stückchen des Weges mit Stallgefährten gegangen, die waren früher weggegangen, wir haben sie überholt und gingen ganz zufrieden und ohne irgendwie einen GEdanken daran zu verschwenden, allein weiter.
Schööön :-).
Donnerstag, 25. November 2010
Zum Aufwärmen etwas Circling Game, das ich schon lange "liegen" lassen habe. Was eigentlich gut ist, weil ich eher dazu tendiere, es zu viel zu machen. Naja, aber Billy war sehr sehr zäh. Rechts total blockiert, wie zu früheren Zeiten. D.h. wenn ich antraben möchte, dreht er den Hintern raus, giftelt mich frontal an und ist nicht vorwärts zu bekommen. Ich kann das lösen, indem ich das Seil immer kürzer nehme (er weiß genau, dass ich ihn draußen nicht erreichen kann mit dem String) - sobald das Seil ganz kurz ist, trabt er dann ohne weiteren Druck an (ich brauche also keienn Stick + String). Ich finde das seltsam, hm.
Als er dann mal getrabt ist, haben wir schöne Zirkel hinbekommen, travelling Circles ohne den Trab zu verlieren, auch schöne Übergänge Trab-Schritt und wieder Schritt-Trab, aber sobald ich eine Pause mache und danach wieder Trab möchte, klemmt es wieder total. Früher war das eher auf der linken Hand, heute auf der rechten.
Handwechsel haben wir dann auch gemacht, und 2 schöne in jede Richtung hingekriegt :-).
Und stolz bin ich, dass ich das 14m Seil die ganze Zeit halbwegs unter Kontrolle hatte. Früher hab ich es immer von mir geschmissen, weil ich mit den Schlaufen in der Hand nicht zurecht kam, aber heute hat das ganz gut geklappt, inklusive schnelles Schlaufen-Legen zum Verkürzen und Loslassen zum Verlängern. Und sogar bei den Handwechseln hab ich mich nur ein einziges Mal verheddert ;-)
Squeeze Game kam danach, ich hab wieder Tonnen und Cavalettis aufgebaut, die Tonne diesmal liegend, damit das Seil da nicht immer so hängen bleibt und ihn bremst. Er war trotzdem blockiert und stand am Anfang bei der Tonne minutenlang still und konnte/wollte (?) nicht weiter. Das wundert mich und ist untypisch. Ich hab ihm Zeit gelassen und es ging dann. Noch mehr Zeit, bis es im Trab in beide Richtungen klappte. Aber das stehenbleiben, umdrehen, warten am Ende hat er nun verinnerlicht, wie es scheint, macht er hübsch selbständig. :-)
Dienstag, 23. November 2010
Ich hab zuerst Liberty gemacht, wieder mal etwas mehr Gas geben. Da ich jetzt leider wegen Mangel an Tageslicht nur die Halle (nur 12x25) zur Verfügung habe, bewegt sich das Tier viel zu wenig - sieht aus wie trächtig, der Herr ;-).
Ich hab 2 Stangen platziert, bei 3 und 9 h sozusagen des Zirkels, und dann ein lustiges Spiel gespielt - trabst du über die Stangen (er kann nach außen und innen ausweichen), gibts ein Bring Back, vielleicht sogar ein Kekserl. Trabst du nicht über die Stangen sondern weichst aus, musst du galoppieren (wobei mir dann egal ist wie lange, einfach nur mal angaloppieren, auch gut für die Kondi ;-) ).
Ich hab das schon einmal gemacht und bin erstaunt, wie schnell er das kapiert, mein kleiner Blitzkneißer. Ruckizucki wird über die Stangen getrabt und danach gefragt - sogar höflich - ob es jetzt ein Bring Back gibt. Hat toll geklappt und war endlich mal wieder etwas Bewegung.
Danach bin ich geritten und hab für das Rückwärts ohne Zügel auch meine Strategie etwas geändert. Wir sind getrabt, dann anhalten und gleich ins rückwärts fragen. Geht er auf Phase 1, 2 oder 3, gibts Pause, für niedrige Phasen Leckerli. Und statt einer Phase 4, bei der ich mich nur wieder ärgere und alles kaputt mach, wird halt wieder getrabt, wenn er das lieber möchte, schön flott und viele Runden. Danach wieder anbieten: Halt-Rückwärts. Rückwärts heißt Pause, nicht rückwärts heißt traben. Ich weiß zwar nicht, ob er das so kapieren kann oder ob diese Konsequenzen-Folge für ein Pferdehirn doch zu komplex ist, aber mir hilft das sehr, es so ein bisschen als Spiel zu sehen und mich daher nicht zu ärgern.
Schließlich hab ich dann auch keien Phase 4 mehr gebraucht und habe mit wirklich langen Pausen aufgebaut auf eine etwas längere Distanz rückwärts: 1 Schritt-Pause. 2 Schritte - pause. 3 Schritte - Pause. 4 Schritte.... bis zu 6 Schritten, denn 3 oder 5 scheint so eine magische Grenze zu sein - mehr rückwärts will Herr Billy normalerweise nicht. Es hat ihn gestresst, er begann wieder, mit der Lippe auf und zu zu klappen, und nach den 6 Schritten hat er 10x gegähnt, aber dann konnte ich ja eh schon aufhören mit einem schönen Abschluss.
Montag, 22. November 2010
Die emotionale Fitness *seufz*
Was ist passiert? Wieder einmal steck ich fest mit dem Rückwärts, weiß nicht warum, und wenn ich bei einer Sache durch Nachdenken nicht mehr weiterkomme und mir keine Lösungsmöglichkeiten mehr einfallen, dann werd ich grantig. Wenn ich grantig werde, wird auch der Billy grantig (zu Recht), und dann geht gar nix mehr.
Also wie erwähnt steckt das Rückwärts einfach auf einem bestimmten Niveau, und es wird und wird nicht besser. Ja wir können jetzt auf Phase 1-2 ganz ohne Zügel rückwärts gehen, aber erstens erst nach 30 Sekunden nachdenken (laaaange Phase 1, aber wie viele Jahre kann/darf/soll die so lang bleiben?) und zweitens ist nach spätestens 1,5 Schritten Schluss. Will ich mehr als eineinhalb Rückwärts-Tritte, muss ich bis mindestens Phase 3 gehen. Möchte ich eine schnellere Reaktion, brauchts Phase 4, dann werd ich (zumindest heut) schon emotional und dann geht gar nix mehr. Kein Millimeter geht dann mehr, nichtmal mit Phase 10 (eine Vermutung, das hab ich nicht ausprobiert).
Ich bin mal abgesessen, um mich wieder in den Griff zu kriegen (worauf ich ja schon stolz bin), und hab das Rückwärts vom Boden abgefragt. Da war ich dann sehr streng, aber kaum mehr emotional, immerhin. Der Bernie-Kurs vom Sommer kam mir wieder in Erinnerung: "Rückwärts ist auch nichts anderes als eine weitere Gangart." Ok, also hab ich versucht mir vorzustellen, was ich tun würde wenn Billy so wie er rückwärts geht, vorwärts geht. Er musste dann ziemlich viel rückwärts - ja, mehrere Runden. Wenn es flüssig wurde und flott, gabs Pause, und zwischendurch hab ich auch das Friendly Game kontrolliert und ob es für ihn noch ok ist, herzukommen. War beides in Ordnung, also war es wohl ok, obwohl Billy zwischendurch durchaus besorgt war ("was'n nu los??"). Ich musste auch da wieder an Bernie denken, der bei unserem Kurs Herrn Billy dahingehend analysierte, dass bei ihm Respektlosigkeit und Angst nah beieinander liegen - was bedeutet, dass man bei ihm bis an die Schwelle der Angst gehen muss, um Respekt zu erlangen. Eine Gratwanderung - dachte ich schon damals.
Ich weiß nicht ob ichs hingekriegt habe - jedenfalls war das Friendly Game und Draw weiter ok, und das Rückwärts am Boden besser. Im Sattel fehlt mir allerdings eine Strategie. Fordere ich wenig, belohne früh, bekomm ich immer weniger und weniger. Forder ich mehr und setze es härter durch, bekomm ich irgendwann gar nichts mehr...
Ideen willkommen...