you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Freitag, 26. August 2011

Wie zuletzt - die gleiche kleine Ausreitrunde mit der gleichen Stallkollegin.

Diesmal war Billy von Anfang bis Ende sehr entspannt, wie ich ihn kenne :-). Beim kurzen Galopp über die Wiese bin ich diesmal vorangegangen, weil er letztes Mal hinterm andern Pferd her ganz schön angezogen hat :-/ - wollte testen ob das prinzipiell hier so ist oder nicht. Nein, ist es nicht - auf Schnalzen angaloppiert, die gaaanze lange Wiese gemütliches GEschaukel, Hand an der (nicht existenten) Schnalle der Zügel, und am Ende der Wiese anhalten auf Ausatmen und Hand bisschen anheben - so kenn ich mein Tierchen ;-).
Scheinbar müssen wir ein bissl an der Temporegulierung üben, wenn vor uns ein anderes Pferd ist.

Bin jedenfalls froh, dass ich derzeit so schön viel zum Ausreiten komme, da ist in diesem Sommer diesmal echt viel weitergegangen.

Dienstag, 23. August 2011

Heute waren Billy und ich trotz der großen Hitze ausreiten, eine kleine Runde mit einer Miteinstellerin.
War sehr schön und alle entspannt und ruhig im kühlen Wald.
Danach Dusche mit Wasser, dann Bad im Sand, frisches Weidestück - alle glücklich :-).

Sonntag, 21. August 2011

klongklongklong - muuuuh

Puh, heut war das ein aufregender Ausritt bzw. Spaziergang. Knapp sind Billy und ich an der Grenze zum roten Teil unserer Comfort-Zone entlanggeschrammt ...

Obwohl Billy beim "Pre-Ausritt-Check" im Viereck wie immer gelassen war, war er, kaum hatten wir den Stall verlassen, ungewohnt schreckhaft und aufgekratzt. Das geht schon eine ganze Weile so, ich weiß nicht woran es liegt.

Als erstes brachte ihn ein Reh und raschelndes Gebüsch noch gleich beim Stall (wo wir uns nun wirklich beide sehr sicher fühlen) zu drei plötzlichen Seitwärts-Galoppsprüngen; nicht weiter schlimm, trotzdem seltsam. Ein paarmal zuckte er auch im Wald zusammen bei Dingen, bei denen er normalerweise kein Ohrwaschl rührt.

Wir näherten uns dem Ende des "stillen blauen Sees", also dem Zentrum, wo wir uns sicher fühlen - ich versuche gerade, die Grenzen hier zu erweitern. Naja, heut war der stille blaue See sogar kleiner als zuletzt. Schon bei einer Wegkreuzung, die ich normalerweise schon in die Comfort-Zone inkludiert habe, musste ich absitzen, weil ichs nicht mehr aushielt: Billy war erstarrt, nur noch völlig blockiert zu einzelnen klemmigen Schritten zu bewegen, Kopf hoch und in die Ferne gestarrt, auf irgendwelche Monster, die er sah, aber ich nicht. Ein Musterbeispiel des erstarrten RBI kurz vor der Explosion. Ich hatte keine Lust, in gestrecktem Galopp nach Hause zu galoppieren, also runter da, und zu Fuß weiter!
Nachdem wir um die Ecke des Weges bogen, sah ich sie auch schon, die Monster: Mindestens 5 braunscheckige große Raubtiere, die mit den großen Eutern ;-). Weit weg auf einer Anhöhe lagen sie im Gras und verdauten das letzte gerissene Pferd, sicherlich ;-). Gut, auf dem gleichen Weg waren die gleichen Monster letzte Woche in gleicher Entfernung, damals konnten wir relativ unspektakulär daran vorüber. Also dachte ich, das machen wir diesmal auch. Allerdings: Don't make assumptions! z.B. dass die Monster diesmal genauso liegenbleiben wie letztes Mal... nein, diesmal haben sie sich erhoben und kamen mit lautem klongklongklong langsam und neugierig auf uns zu und blieben mitten auf unserer Höhe hinter ihrem Zaun stehen - uns trennte nur noch die Straße, auf der einen Seite wir, auf der anderen das Fleckvieh. Billy flippte für einen Introvertierten ziemlich aus, hüpfte am Seil herum und wollte nur noch weg, umdrehen und nach Hause. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge schon wieder mit hinterherwehendem Strick allein die Strecke zurückgaloppieren und versuchte ziemlich panisch (und ganz sicher nicht wie ein souveräner Leader *seufz*) mir seine Aufmerksamkeit wenigstens zum Teil zu sichern, das ist auch gelungen, jedenfalls konnte ich verhindern, dass er umdreht und sich losreißt. Trotzdem waren wir irgendwie "gefangen", denn das doofe Fleckvieh verfolgte uns nun. Ich konnte mich nicht entfernen, ging ich die Straße entlang vorwärts, ging das Fleckvieh in die gleiche Richtung den Zaun entlang. Drehte ich um Richtung heimwärts, verfolgten sie uns eben dorthin. Das Fleckvieh im Rücken zu haben war jedenfalls für Billys Entspannung nicht förderlich. Was sich wie 10 Minuten anfühlten, waren in Wirklichkeit wahrscheinlich nur 30 Sekunden.
Gerade als ich dachte, aus der Situation komm ich jetzt nicht mehr raus, zeigte mir das Billytier, wie er die Aufregung zu bewältigen gedenkt: Übersprungshandlung hastiges Grasrupfen! Entspannt war da zwar mal gar nichts, sondern es war wirklich das hastige, nervöse RBI-Grasrupfen, das ich von ihm in solchen Situationen kenne, aaber Davids Worte vom Kurs hallten in meinem Gedächtnis wider: "Kopfsenken bedeutet zwar an sich noch nicht Entspannung, aber ein Schritt dahin". Ich ließ Billy also das Gras rupfen, das dort zum Glück schön wuchs, während uns die Kühe zusahen. Das dauerte eine ganze Weile und tatsächlich konnte man sehen, dass es ihn mit der Zeit tatsächlich entspannte, zumindest ein bisschen. Bei jedem Geräusch zuckte er zwar immer noch zusammen und war sprungbereit, aber nun zeigte sich auch einmal, dass mein "Friss"-Kommando, das ich installiert habe (eigentlich um ungewolltes Fressen abzugewöhnen) nicht nur wirklich gut isntalliert zu sein scheint, sondern auch zu was nütze ist - starrte er grad wieder die Kühe an und ich konnte die Explosion kommen spüren, reichte tatsächlich, den Kopf zu senken, auf ein schönes Grasbüschel zu zeigen und "friss!" - und er fraß und entspannte sich wieder ganz wenig.
So standen wir da ziemlich lange und er wurde immer ruhiger. Schließlich dachte ich ich kann es wagen, ein paar Schritte richtung Heimat zu gehen, ohne dass er gleich losspurtet. Tatsächlich ging das ganz gut, er trippelte zwar etwas seitwärts, um die uns verfolgenden Kühe im Blick zu haben, aber jedesmal wenn ich das Gefühl hatte dass er mir langsam entgleitet, konnte ich ihn eindrehen, mit der Nase zum Gras, und er fraß wieder ein bissl. So schafften wir den Weg zurück bis zur "sicheren" Kreuzung, wo uns die Kühe nicht mehr folgen konnten.

Tja, und natürlich konnte ichs nicht lassen, wurde übermütig und hab dann noch mit Annäherung und Rückzug gespielt. Ich überredete Billy Schritt für Schritt wieder zurückzugehen, bis zur Zaungrenze, wo die Kühe nun standen. Er fror wieder ein, ließ sich dann aber meistens doch noch zu 1-2 weiteren Schritten überreden. Und durfte dann fressen, bis er wieder ruhig war. Weitere 2 Schritte, fressen. Wieder zurück, warten, wieder annähern, fressen, annähern, fressen. Kontrollierter Rückzug, wieder Annäherung und so weiter. Es wurde besser und besser, bis ich beschloss es gut sein zu lassen, an der Kreuzung wieder aufstieg und ohne weitere Vorkommnisse heim ritt.

Bin froh dass wir die Situation so gut händeln konnten ... das Kuhproblem schränkt mich schon sehr ein - diese Monster lauern einfach bei uns an jeder Ecke. Ein Ausritt ganz ohne Kuhbegegnung ist quasi nur auf unserm Grundstück möglich...

Donnerstag, 18. August 2011

So, geschafft! Kursbericht ist draußen!

Mittwoch, 17. August 2011

Am Wochenende haben wir ein bisschen at Liberty rumgeblödelt und ich hab mich dabei filmen lassen. Und zwar das ganze auf unserem Viereck, nicht eingezäunt :-). Hat alles toll geklappt, bissl Stick to Me, bis hin zu Galopp (einstweilen funktioniert das interessanterweise nur für Rechtsgalopp, links kriegen wir keinen Galopp zusammen, das wird nur Renntrab), kleine Kreise im Schritt (wie wir sie bei David Lichman gelernt haben) und beginnend ein paar Tritte Trab (und größerer Distanz); sonst ein bisschen WEichen in alle Richtungen.
Billy hat brav mitgemacht, und das größte kam, nachdem ich ihn eine Weile in der Viereck-Ecke "geparkt" hatte, um ihn dort grasen zu lassen, während ich Hindernisse her- und wegräume: ich war fertig, rief ihn, ging 2, 3 Schritte auf ihn zu - und er drehte sich um, sah mich an, und ließ das Gras stehen und kam her übers halbe Viereck. Hach, wie toll!

Am Montag hab ich das noch schöne Wetter am Vormittag genutzt um wieder einen Ausritt zu machen, einen neuen Weg erkundet. Das war alles ziemlich am Rande meiner/unserer Comfort-ZOne. Billy ist ungewöhnlich überaufmerksam, fürchtet sich vor Verkehrszeichen (völlig ungewohnt) und Radfahrern. Dort wo der Weg "neu" für uns beide wird, klemmte er so, dass ich lieber abgesessen bin, bevor er womöglich doch wieder mal explodiert und heimrennt... war gut so, so sind wir beide sehr confident ein ganzes Stück des neuen Weges gegangen, haben die Kühe aus der Ferne betrachtet und haben dann ein bisschen gegrast, bevor wir umgedreht haben. Dann bin ich aufgesessen - komischerweise hab ich keine Angst vor Explosionen, wenn es heimwärts geht (vielleicht weil eine Explosion dann wenigstens in die Richtung gehen würde, in die wir ohnehin unterwegs sind??). Das war problemlos dann, bis auf die paar Galoppsprünge, als sich ein lautloser Radfahrer von hinten angeschlichen hat ;-).
Jedenfalls wieder ein positives Erlebnis; wir waren eine gute Stunde unterwegs.

Donnerstag, 11. August 2011

Heute war zum einen Pediküre-Termin für Billy. Alles gut.

Danach bin ich etwas aufs Viereck und hab Neckstring-Reiten geübt. Rückwärts. Das klappt! *jubel* - habe ich mit David am Kurs erarbeitet, er hat mir dabei vom Boden aus geholfen. Billy war heute abgelenkt, hat aber trotzdem recht brav mitgemacht.

Danach hab ich ihn noch on Line genommen und wieder die Galoppwechsel geübt. Viele Richtungswechsel haben ihn ein bisschen aufgeweckt, und tatsächlcih ist es so: Sobald ich die Energie raufdrehen kann, er ordentlich Schwung bekommt, und ich dann noch genug Koordination habe, um wirklich schnell rückwärts zu laufen (jetzt versteh ich langsam, warum das im alten Level 2 so sehr betont wird im Zusammenhang mit den Fliegenden Wechseln - es ist wirklich wirklich wichtig!!), dann klappt der Fliegende. Oder es klappt zumindest ein Wechsel ohne Brechen der Gangart: Zweimal hat Billy heute im Galopp die Richtung gewechselt, ohne den GAlopp zu wechseln, war dann noch eine halbe Runde im Außengalopp - das ist ungewöhnlich, muss ich drauf schauen. Einmal hat er dann, als ich (Außengalopp) etwas mehr Energie gefordert habe, auf dem Zirkel gewechselt - und ich bin wieder mal zu langsam im Schauen und hatte daher leider nicht das richtige Timing, um ihn sofort zu belohnen. Nun ja, wird schon...

Dienstag, 9. August 2011

Der Kursbericht braucht noch etwas. Ich tippe. Das wird lang ;-)

DAher inzwischen ein bisschen Bericht, was wir so gemacht haben.

Also zuerst sind wir wieder Finesse geritten, mit dem Glücksrad. Billy hasst es schon wieder. Klar, wenn das kommt, muss er ja auch hart arbeiten. Wenn es mal oben ist, gibt es aber keine Abwehrreaktionen mehr. Vielleicht mag er es nur nicht über die Ohren gezogen bekommen, grübel ich schon.
Dann sind wir damit Übergänge geritten, die werden langsam richtig richtig toll. Dass das ehemalige Büffeltier jemals so spritzig am Schenkel werden könnte, hätt ich mir nie träumen lassen. Wir sind über "einfache" (z.B Schritt-Trab) Übergänge mittlerweile bei solchen Dingen wie Halt-GAlopp angekommen. Und wie er sich bemüht! Meist haben wir da noch 1-2 Trabtritte drin, aber die darf er vorerst zur Beinsortierung. Der beste Übergang war der, als (wir hielten gerade und bereiteten uns für Galopp vor) eine Spaziergängerin am Viereckrand auftauchte, die dort definitiv nicht hingehört - da brauchte es kein Beine-Sortieren, das Billytier ging quer durch die Bahn durch, fiel Gott sei Dank nicht über unsere Cavaletti-Hürden, und während ich mir noch der Tatsache bewusst wurde, dass ich ja ohne Sattel bin, standen wir auch schon wieder. Also Halt-Jagdgalopp-Halt innerhalb einer Bahnlänge, nicht schlecht. Das kommt davon, wenn man mittels vieler Übergänge das Pferd "spritzig" macht. Ich hielt es für einen günstigen Zeitpunkt, abzusitzen, jedenfalls ;-).

Aufgehört haben wir dann noch nicht, sondern On Line an Galoppwechseln gefeilt; Billy hatte aber nicht mehr wirklich viel Schwung, war wohl schon müde. Trotzdem, er bemüht sich so! Ich bekam einen halbherzigen fliegenden in beide Richtungen, dann haben wir natülrich gleich aufgehört.

Kursbericht: David Lichman, 30.-31. Juli 2011

Bericht vom 2-Tages-Workshop mit David Lichman (5-Stern-Instruktor aus den USA), 30.-31. Juli 2011

"Come bearing gifts" ...

So ist Davids Einstellung zur Pferdearbeit.
Billy hat das ganz außerordentlich gefallen. Und mir auch! Ich war vom Kurs hellauf begeistert, wir haben wieder Unmengen gelernt. Grund dafür war sicher nicht zuletzt, dass das Niveau der Teilnehmer recht hoch war, und so konnte man auch einen Blick in die vielleicht eigene Zukunft sehen, wenn David mit einer Teilnehmerin Spins at Liberty erarbeitete oder Liberty-Figure-8s.

Wie die Überschrift vermuten lässt, arbeitet David sehr viel über Lob, und auch gerade Futterlob. Am meisten von allen Instruktoren, die ich bisher kennengelernt habe. Um ein neues Pferd kennenzulernen, gabs erst mal Streicheln, hallo sagen und eine Karotte. Sooo gefiel das dem Billy, er liebte den Mann sofort von Anfang an ;-).
Dazwischen gab es bei allen kleinen Zwischenschritten, die gut gelungen waren, gleich ein Stückchen Karotte. David hatte sich gleich zu Beginn eine ganze Schüssel voll bringen lassen ;-) .

Los ging es am ersten Vormittag - wie ja meistens - mit Theorie bzw. Kennenlernen der Teilnehmer. Einige kannten sich untereinander schon. Und was mir sehr gut gefallen hat - David lässt schon Wochen vorher jeden Teilnehmer ein online-Formular ausfüllen, mit ganz schön vielen ausführlichen Fragen. Die eigenen Horsemanship-Goals im allgemeinen, die Ziele für den anstehenden Kurs; die Einschätzung, wo man gerade steht; Einschätzung des Charakters des Pferdes und der eigenen Person; Probleme die mit dem Pferd auftreten; und ob er sonst noch etwas über Teilnehmer und Pferd wissen muss. Das fand ich toll, beim Ausfüllen musste ich direkt viel nachdenken, was ich denn da nun hinschreiben soll. Somit hat es den Vorteil, dass jeder Teilnehmer sich bereits VOR dem Kurs ausgiebig Gedanken gemacht hat; David ist vorbereitet, hatte die Fragebögen eindeutig genau angesehen und "kannte" die Leute also bereits - was viel Zeit zu Kursbeginn spart.
Wir haben nur die Ziele von jedem durchbesprochen. In den Formularen waren von uns die drei Dinge zusammenfassend genannt worden, die offenbar immer die Problemstellen sind:
- motivation
- relaxation
- liberty.
David brachte kurz vergleichend das Schema von Karen Rohlf, bestehend aus den 3 "Arbeitskreisen" realaxation, energy und balance. Wenn alle 3 zusammentreffen, sich diese 3 Kreise überschneiden, hat man den "sweet spot" gefunden (meist nur kurz, bevor eins davon wieder flöten geht und man erneut daran arbeiten muss, den entsprechenden Bereich wieder herzustellen und die drei Kreise sich wieder überschneiden zu lassen) - ein Zufall, dass ich ihre DVD kurz davor geschaut hatte ;-)

Im Zusammenhang mit diesen 3 großen Zielen brachte David ganz kurz (da fortgeschritten, kannten es wohl eh alle) das Horsenality-Muster und brachte es mit den 3 Zielen in Zusammenhang:
- LBE: Möchte Spiel, braucht Gehorsam, mittels Kreativität.
- RBE: Möchte Hilfe, braucht calmness, mittels consistency (= patterns)
- LBI: Möchte ... hier hab ich nichts aufgeschrieben, also: nichts *g*, braucht Motivation, mittels Futter
- RBI: Möchte Sicherheit, braucht Selbstsicherheit, mittels Zeit und einer Spur "get over it" (das erwähnte David, weil RBI-Besitzer wohl oft so viel Rücksicht auf ihr Pferd nehmen, dass sie gar keine Fortschritte machen - bezüglich gewisser Dinge müsse man zum Pferd auch sagen können: "get over it", um ihm zu zeigen, dass es nichts Schlimmes ist).
Das Diagramm fand ich eine gute Gedächtnisauffrischung.

Auf das Thema relaxation ging er dann noch ausführlich ein. David bringt vielen Pferden erstmal bei, bei Angst/Unsicherheit den Kopf zu senken. Ganz einfach mittels Konditionierung, fast schon clicker-mäßig ;-). Eine Teilnehmerin mit ihrem oft unsichern, ängstlichen Pferd, demonstrierte dann an den zwei Tagen, wie gut das klappt. Wenn auch Kopf unten noch nicht gleichzusetzen ist mit Entspannung, so ist es doch ein erster Schritt dahin. Bis es funktioniert, durchläuft das Pferd die Stufen 1) tolerate (d.h. entgegen dem natürlichen Fluchtinstinkt bei Angst oder Diskomfort stehen bleiben), 2) accept, 3) relax, 4) generalize (d.h. das unter kontrollierten Bedingungen antrainierte Kopfsenken funktioniert auch in anderen Situationen).

Gut, dann ging es an die Praxis. David hatte uns schon zuvor in 2 Gruppen eingeteilt, jeweils nur 3 pro Gruppe, das war toll

Wir arbeiteten - weil ich das nach wie vor als unser Problemfeld angegeben hatte - am Rückwärts, zuerst vom Boden. Hier sah man einen sehr großen Unterschied zum letzten Kurs. Wenig Druck, trotzdem ein schönes Ergebnis. Bald war es flüssig genug, dass David mich eine weitere Zutat hinzufügen ließ: flüssig Rückwärts, dabei Kopf nach unten, mittels Porcupine Game unten am Halfterknoten. Klappte schnell sehr gut. Dann durfte ich an diesem Vormittag noch aufsitzen und gemeinsam mit David am Boden erarbeiteten wir mit Billy ein Rückwärts nur mit Neckstring! Genial. Ich glaube 10 Minuten und Billy ging rückwärts auf Sitz + Neckstring. Seither übe ich auch vermehrt das Reiten mit dem Neckstring, hab ich irgendwie ganz vernachlässigt, das mal zu probieren.

Die anderen werkten - z.T. On Line, z.T. Liberty - am Draw in einer Figure 8. David hat das mit ihnen durch eine Art Stick To Me bzw. Zirkel auf sehr geringe Distanz, gefolgt von schnellem Rückwärtslaufen, um das Pferd bis zur Mitte der 8 zu ziehen. Daraus erhöhten sie langsam die Distanz und veränderten die eigene Position - am Anfang liefen sie quasi den 8er (bzw. halben 8er) mit, Füße still halten kam erst später. Eine ander Teilnehmerin am Nachmittag arbeitete eben daran, ihr nervöses Pferd den Kopf senken zu lassen, während Sackerln etc. raschelten, und hatte gute Erfolge. Außerdem wurden stehende einzelne Tonnen gehüpft - On Line und auch Liberty. Eine andere Teilnehmerin hatte als Ziel angegeben, ihr Pferd bridleless im Trab dazu zu bringen, entspannter den Kopf zu senken - da war auch spannend, wie es erarbeitet wurde.

Zu Mittag und am nächten Tag vormittags zeigte uns David auch noch inspirierende Videos.
Billy und ich arbeiteten am zweiten Tag zunächst an Liberty-Zirkeln. David zeigte sich als kein Freund von zuviel Circling Game. Er erarbeitet den Zirkel folgendermaßen, und ich denke das hilft wirklich, um den Draw zu fördern und zu erhalten: Als erster Schritt sollte ich drauf achten, dass Billy mir immer 2 Augen schenkt. Reichlich belohnen, wenn ja. Dann nur wenige Schritte zur Seite um mich rum schicken, mit einer ganz kleinen Bewegung. Wobei es für David egal war, ob er dabei vorwärts ging und mich ansah, oder überhaupt seitlich trat. Sobald die Aufmerksamkeit flöten gehe, sollte ich sie wiederholen, durch Hinterhand disengagement, danach aber rückwärtslaufen, sodass er wieder zu mir gezogen wurde. Tatsächlich hatten wir so recht bald eine ganze Zirkelrunde in beide Richtungen. Zuerst online, klappte danach aber genauso at Liberty. ich habe es seither nur wenig weiterentwickelt, aber etwas mehr Distanz und 2, 3 Trabtritte gehen nun schon auf diese Weise - und Billy nimmt keinen Augenblick den Blick von mir.

Mit den anderen arbeitete David am Spin at Liberty, weiter am Kopfsenken im Trab oder Halten, und Tonnenhüpfen und Reiten von 8ern.

Am Nachmittag sind wir dann alle gemeinsam geritten, und es war echt lustig. Zuerst spielte David unterschiedliche Lieder an, und wir sollten zuerst den Schritt, dann den Trab, den unterschiedlichen Takten (mal schnell, dann langsam, noch schneller, noch langsamer) anpassen. Das war total interessant; vor allem erkannte ich, dass Billy und ich exakt ein einziges Trabtempo gehen können. Der SChritt ließ sich so noch gut regulieren, aber im Trab gibt es nur einen einzigen Takt bei uns, will ich langsamer, geht er Schritt, will ich schneller, gibts Galopp. Interessant, und eine Hausaufgabe ;-).
Überhaupt bindet David Musik stark in den Unterricht ein, macht es kurzweilig und unterhaltsam!
Zuletzt pappte David Ringe an Sprungständer, die wir mit unseren Sticks auffädeln sollten - zuerst im Schritt, dann Schritt ohne Zügel, dann Schritt ohne Zügel mit der linken Hand statt der rechten, dann im Trab ohne zügel mit der linken, und auch im Galopp. Ich war ganz überrascht, dass ich überhaupt was getroffen habe *lol* - 2x sogar im Galopp.

Das war auch schon das letzte für den Kurs.

Fazit: David ist total unterhaltsam und hebt sich durch das viele Loben mit Futter von den anderen Instruktoren (die ich bisher kennenlernen durfte) deutlich ab. Der Kurs war gleichzeitig lustig und lehrreich (bisher wars meist eher entweder-oder). David erarbeitet ganz konkrete Aufgaben nach Wunsch der Teilnehmer, er erklärt ganz genau was wie wann warum, lässt einen aber auch selbst machen und probieren. Außerdem ist er durchaus auch einmal "risiko"freudig und probiert einfahc mal aus, ob das Pferd nun reif ist, das Seil abzunehmen - war beim "Nervösling" 2x die falsche Entscheidung, machte aber nix.
Also alles in allem eine wirklich schöne Mischung!

Freitag, 29. Juli 2011

Ich und mein Blog waren in Urlaub, deshalb die Eintrags-Lücke ;-).

So ohne Internet und ohne Arbeit hat man endlich mal Zeit fürs Pferd :-). Trotz meist eher schlechten Wetters konnten wir viele Dinge machen.

Zum einen hab ich all die Termine, die im normalen Arbeitsleben oft so schwer unterzubringen sind, in den Urlaub verlegt: Billy musste demnach zum jährlichen Zahnarzttermin (bzw. Fr. Zahnarzt zu ihm) - dabei war alles in Ordnung, das Übliche - und außerdem hab ichs endlich endlich geschafft, mir jemanden von R.O.C.-Sättel kommen zu lassen, der mir das System erklärt und mich probereiten lässt. Tatsächlich passte der Test-R.O.C. gleich auf Anhieb auf Billys Rücken, rutschte quasi von selbst dorthin wo er hingehört, schmiegte sich an wie angegossen - und wir durften ihn nach der Probereiterei auch nach dem Abnehmen ein zweites Mal auflegen, ohne dass Billy durch irgendwelches Gifteln angezeigt hätte, dass davor etwas nicht gepasst hat. Auch mir hat der Sattel ganz gut gefallen - nun bin ich nur noch unschlüssig bezüglich des Modells, das wird schwierig.

Außerdem haben wir ein weiteres kleines aber feines Utensil gebraucht erstanden: Billy besitzt nun ein Glücksrad! Sehr viel hab ich mir davon ja nicht erwartet - ich erwartete nur eine ähnlich abwehrende Reaktion wie aufs Gebiss, wenn ich damit Kontakt zu halten versuchen würde. Falls das Ding überhaupt irgendwelche Einwirkungen weitergeben würde...
Und dann hab ichs probiert und war nach 3 Sekunden schon mal sehr begeistert. Billy war skeptisch: "was schleppt die nu scho wieder an??", ließ sichs aber brav anlegen, ist ja auch nur quasi ein Halfter. Dann noch etwa rumverstellt und rumprobiert, Zügel ohne Hebel eingeschnallt und in die Halle, um es per "Handarbeit" mal zu probieren. Wie man am Blog feststellen kann, hab ich die Handarbeit ziemlich brach liegen lassen *schäm*. Da stand ich dann mit Glücksrad und Billy, probierte mal einen gaanz sanften vorsichtigen Zupfer - schwupps, Billys Hals bog sich, kein Verwerfen, einfach hübsches Nachgeben auf wirklich minimale Einwirkung. Da war ich schon ziemlich baff. Ok, dann mit dem äußeren Zügel über dem Hals: Kann er sich auch weg von mir biegen? Ja, konnte er, auf ebenso kleinen Zupfer. Und ohne Gegenwehr oder so. Faszinierend. Kurze Überprüfung, indem ich die Finger unter das Nasenteil und unters Kinnteil steckte und wieder einwirkte, stellte sicher, dass da jetzt nicht wer weiß was für Kräfte wirken.
Und dann haben wir losgelegt: Schulterherein als hätt er nie was anderes gemacht, Renvers, Travers, als hätten wir damit nie ein Jahr pausiert.
Später bin ich noch mit dem Glücksrad auf Kontakt geritten, Übergänge, auch die klappen hervorragend, Billy lümmelt sich weder auf das Ding drauf noch rollt er sich ein noch schüttelt er ärgerlich ständig mit dem Kopf - und es ist mir sogar gelungen, eine ausgewogene Mischung zwischen langen Zügeln und Kontakt (immer nur wenige Minuten) zu treffen. Sehr sehr schön.

Und schließlich hab ich die Zeit genutzt und vermehrt Ausritte zu unternehmen - schön wars! V.a. bin ich so weit allein geritten wie noch nie :-). Das Billytier war fast immer entspannt, einmal trafen wir einen fremden Reiter vom Nachbarstall und ritten ein Stück mit dem; wir haben neue Waldwege erkundet (ok, die waren zu 100% alle Sackgassen, aber macht ja nix) und uns Kühen alleine auf immerhin 100m angenähert ;-) ohne dass Billy umdrehen und heimlaufen musste. Außerdem überwinden wir diverse Gatschpfützen oder Rinnsale - auch unbekannte - immer öfter mit großen Schritten (nach eingehender Begutachtung natürlich) statt mit einer Überraschung für Frauli in Form eines 4-m-Sprungs (für 10cm Wasser).
Das war echt schön und hat mir auch wieder mehr Selbstvertrauen und Vertrauen in Billy gegeben - auch dass ich im richtigen Moment absitzen konnte, z.B.

Und als Krönung meines Urlaubs gabs noch einen 2-Tages-Kurs mit 5-Stern-Instruktor David Lichman, der wirklich ganz ganz toll war ... eigener Eintrag folgt :-)

Mittwoch, 13. Juli 2011

Pfuh, ist das heiß. 34°, im Stall "kühle" 32.
Habe mir trotzdem den Billy geschnappt und gedacht, ich übe in der kühleren Halle ein bisschen ruhige Liberty-Dinge.

Zuerst mussten aber unsere 2 süßen Neuankömmlinge aus der Halle: 1,5 jähriger Jungspund + Mama. Die hatten natürlich alles mögliche in der Halle hinterlassen, besonders spannend fand Billy das allerdings nicht, außer dass er über eine Pinkellacke nochmal drüber pinkeln musste. Trotzdem: die beiden neuen waren im Auslauf, nicht soweit weg von der Halle, und somit war das Tor heute immens spannend (v.a. da dort Heu lag, das die beiden übriggelassen hatten).

Es dauerte etwas, bis er sich auf mich konzentrieren konnte, aber man sah dass er sich bemüht hat. STick to me klappte sofort, er blieb bei mir, obwohl er immer wieder Richtung neue Pferde linste. Als ich ihn dann weggeschickt habe, wurde aus dem Circling Game natürlich ein Ellipsen-Game ;-). Er startete zum Tor, wurde dort langsamer, gaste wieder an, wurde beim Tor wieder langsamer um rausschauen zu können usw. Anfangs war Bring back schwer, da galoppierte er stattdessen sogar an (was ich bei der Hitze eigentlich gar nicht verlangt hätte, aber wenn er will...). Und dann war es irgendwie total herzig: Ich hockte mich hin, meine Bring-Back-phase 4 - da kommt er eigentlcih immer rein, weil es wirklich ein sehr konsequentes Zeichen für "Spielende!!" ist. Tatsächlcih kam er, schnofelte kurz meine Hand an... und startete sofort wieder von sich aus auf den Zirkel, um beim Vorbeilaufen wieder beim Tor rausschauen zu können. Danach wechselte er selbst die hand in wunderhübschem Bogen und war überhaupt ganz ungewohnt ehrgeizig. Bring Back wurde einfacher, und es war wirklich lieb, er kam rein, sagte hallo, ... und war wieder weg. Normalerweise geht ja nix über eine Pause ;-).

Wenn er schon von sich aus traben wollte, habe ich kleine scnell aufeinanderfolgen Übergänge gemacht, Schritt und Trab, die klappten super, und er wurde konzentrierter.

DAnn Handwechsel, und da hatte ich ein Aha-Erlebnis... in besteimmtem Winkel zur Bande hinbewegt, löst ihn von der Bande und veranlasste ein wunderschönes S im Handwechsel, von beiden Händen. 2 in jede Richtung, und dann (nach vielleicht 15 oder 20 Minuten) war ich klug genug, auf das hin aufzuhören.

Wir spazierten noch gemeinsam zum (uneingezäunten) Viereck, ich habe schwunglose Dinge Liberty probiert, wie ein kurzes Yoyo, STick to Me und einfache Driving games, SEitwärts. Ich möchte anfangen, mehr da draußen zu spielen.
Der Gedanke, ihm das Seil über den Rücken zu legen udn dann ein CG zu versuchen, verging mir schnell wieder - da war heute einfach die Anziehungskraft der fremden Pferde und damit die Neugier zu groß.

Am Schluss gabs noch was Interessantes zu beobachten: Den Auslauf, auf dem die neuen Pferde waren, umgehend, gingen wir bei einem seitlichen Tor rein, um Billy auf die Weide zu entlassen. Natürlich kamen die neuen an den Zaun, um uns zu beobachten. Ich ließ Billy frei und beobachtete, wie er die neuen begrüßte: freundlich und neugierig stapfte er auf sie zu, kurzes Schnofeln Nüster an Nüster ("Servas, ihr seids neich, ha?"), da zuckte kein Ohr nach hinten, es kräuselte sich keine Nüster, es wurde nicht gequietscht, gar nix. Billy schnofelte sie an, sie schnofelten zurück, dann ging er auf die Weide. Genauso lief die Begrüßung mit dem letzetn neuen Pferd auch ab. Billy geht hin: "Servas, ich bin der Billy, und du? ... Aha, ok, pfiati, ich muss fressen gehen".
Tja, und dann... kam eine Einstellerin mit ihrem Pferd - genauso LBI wie Billy - von der Weide und kam auch an den beiden vorbei. Ihr Pferd stapfte genauso freundlich wie Billy zu den beiden. Und aus dem Nichts klappten alle Ohren nach hinten, Zähne wurden gebleckt, quietschen, beißen...
Es war total interessant, v.a. kann ich nicht sagen, wo nun der Unterschied war. Alle schienen in beiden Situationen vorerst gleich freundlich/neugierig, bei Billy blieb es so, beim anderen war man sich offenbar nicht sympathisch.
Noch ein Bild vom völlig selbstvergessenen Billy. Diesmal doch Leckstein statt Hund ;-)



Und wenns mal gar nix anderes in Reichweite gibt, kann man ja immer noch am Kollegen schlecken *g*

Montag, 11. Juli 2011

Hü-hüüüpp, Hü-hüüpp

Am Wochenende haben Billy und ich wieder fleißig hüpfen geübt.

Freitag:
Hüpfen am Viereck, hauptsächlich On Line. Es gab ein doppelhohes Cavaletti, 3 Trabstangen, eine Tonne. Billy macht das Springen Spaß, hat man den Eindruck. Mit Travelling Circles haben wir uns an das Doppelcavaletti herangetastet, er sprang es wunderschön aus dem Galopp, galoppierte dafür extra an. Auf Anfrage geht es auch sehr gut aus dem Trab, und auch aus dem Schritt, obwohl hier etwas uneleganter. Jeweils auf beiden Händen.
Die Tonne war zu schmal, die hat Herr Billy jedesmal (absichtlich) verfehlt. Ich kann ihn hinlotsen und genau davor anhalten lassen, aber so zielgenau hinlotsen, dass er dann auch springt, ist mir nicht gelungen. Könnte sie seitlich mit Cavalettis begrenzen, einen "Gang" bauen.
Die Trabstangen nahm er brav, wenn nicht ganz konkret gefragt, weicht er aber aus - "muss ja nicht sein".

Dann bin ich noch aufgesessen und wollte todesmutig mit Pad diesen Cavaletti-Hopser nehmen. Ja denkste, unlogischerweise sah das Ding von oben viiiiel höher aus als von unten... somit sind wir nur halbherzig drauf zugeritten, und Billy beschloss, dass Frauli für sowas sicher nicht reif ist und lief lieber dran vorbei - ich war nicht so ganz unglücklich drüber ;-). Wir versuchten es dann im Schritt zu überwinden, mit Drübersteigen - dabei fiel natürlich das obere Cavaletti, sodass 2 neben (statt über-)einnder stehen blieben. Das war dann dafür ideal, um Squeeze Game mit kleinen Hopsern zu machen, das hat uns beiden Spaß gemacht. Einmal ist Billy sogar sowas von genial aus dem Stand angaloppiert :-)

Samstag:
Heute haben wir die Hüpfer auf die Geländestrecke verlegt. Und ich das Pad mit Sattel getauscht - eine gute Idee, fand ich später ;-).

Billy hat mächtig Gas gegeben, Springen macht offensichtlich Spaß! Die Geländestrecke geht leicht bergauf mit kleinen Hüpfern, Cavalettiartig, vielleiht etwas höher. Ein paar feste Hindernisse (Baumstamm und so) gibt es auch, aber an die wage ich mich noch nicht so heran. Ich galoppiere also ruhig an, da zieht das Billytier völlig ungewohnt nach vorne, rast auf das Cavaletti hin und spriiiingt mindestens 3x so hoch wie nötig (also so hat es sich angefühlt). Billys Springtechnik hat sich stark verbessert - meine noch nicht *g*.
Die Wasserlacke haben wir auch gemeistert, und zwar NICHT springend, das war schwierig und bedurfte mehrerer Wiederholungen, bis Billy dann halt doch im Schritt drüber- und durchging. Brav gemacht :-)

Sonntag:
Ich glaube Billy hat Muskelkater :-/
Es ist furchtbar heiß, und ich war mit Stallkollegin und ihrem Hafi im Wald ein bisschen spazieren. Billy schleifte die Hinterhufe träge über den Asphalt. Entweder faul und müde, Muskelkater oder sonstwas - werde beobachten. Nach ein paar Minuten war nichts mehr zu bemerken.
Ein schöner und sehr ruhiger Spaziergang am Sonntagnachmittag. Danach gabs Dusche und entspannendes Dösen im Schatten.

Freitag, 8. Juli 2011

Hier mein Lieblingsbild:
"Leckstein ist aus, aber Hund schmeckt auch net so übel" ;-).

Dienstag, 5. Juli 2011

Wir haben weiter hüpfen geübt, diesmal großteils Liberty, zwischendurch bin ich aber auch zum Seil übergegangen.

Ab einer bestimmten Höhe hält Billy das Überspringen der Stange für unmöglich. Naja, .... wenn Frauli mitspringt, überwindet er sich ;-). Aber allein geht nur bis Cavaletti-Höhe. Ein paarmal hintereinander haben wir so ein schönes Squeeze-Game zusammengebracht: Hüpfen, turn, face, kurz warten, hüpfen, turn, face, warten, hüpfen. Toller Billy :-).

Und da ich auch wieder das Yoyo für den Draw geübt habe, ergab sich sogar, dass er über den Sprung auf mich zugehüpft ist, 2x haben wir das hingekriegt, toll.

Sonntag, 3. Juli 2011

Sonntag, und es regnet, natürlich.

Zuerst haben wir deshalb eine kleine Liberty-Einheit in der Halle gemacht, die lief ganz gut. Ganz viel Yoyo: 1 Schrittchen zurück, gleich wieder herholen, 2 zurück, 3 her, immer mehr her als zurück. Gerades Zurück geht schon viel besser, relativ feine Phasen genügen. Interessant, unser Liberty-Rückwärts ist viel ruhiger, dabei aber sogar flüssiger und v.a. williger (d.h. kein Grantgesicht) als On Line. Beim Herholen haben wir ab einer bestimmten Distanz Missverständnisse, Billy ignoriert mich, bei Stickeinsatz - aus dieser Position auch etwas schwierig - glaubt er ich will ihn auf den Zirkel schicken, oder er geht weiter rückwärts, oder seitwärts. Wenn ich zu kleinerer Distanz, weniger Schritten zurückgehe, kann ich das reparieren. Braucht aber jedesmal lange Zeit.
Dafür wird so das Send beim Circling endlich mal korrekt: Rückwärts, Richtung zeigen, losschicken, schön langsam im Schritt.
Mit dem so gewonnenen Draw konnte ich ihn besser aus dem CG zurückholen und Handwechsel haben wir auch 2 ganz gute hingekriegt. Da war ich dann mal klug genug, aufzuhören bzw. nach langer Pause was ganz anderes zu machen:

Ich möchte mit Billy ein bisschen hüpfen üben, habe also eine Tonne und Cavalettis aufgebaut und ihn die am Viereck hüpfen lassen. Billy ist eifrig und ich glaube das macht ihm Spaß. Tonnen hüpft er lieber als Stangen. Er ist die tonne aus GAlopp und Trab auf beiden Händen gesprungen ohne zögern, einmal auch flüssig aus dem Schritt, aber die anderen Versuche aus dem Schritt endeten mit Verweigerung, das ist ihm nicht geheuer, er denkt er braucht Anlauf (auch wenn ich weiß, dass er diese kleine Tonne auch aus dem Stand springen kann ;-) ). Drübersteigen klappt nicht, das hat er probiert ;-).

Samstag, 2. Juli 2011

Heute bin ich ausgeritten, und zwar weit über den "stillen blauen See" in der Mitte meiner Comfortzone hinaus. Fast bis in die Rote Zone ;-).
Billy war toll insgesamt. Wir habn auch einen neuen Weg erkundigt (parallel zur Straße, leider eine Sackgasse - den wollte ich schon lang erkunden, wo er hinführt), komischerweise fühle ich mich dabei vollkommen sicher, und Billy stapft brav überall hin wo ich ihn bitte. Erst dort, wo ich weiß, dass mal was passiert ist, dass er da mal Angst hatte, dass da Kühe sein können, usw. da verkrampfen wir uns beide. An der weitest entfernten Stelle wurde mir das zu schlimm und ich hab umgedreht. Ob das gut ist weiß ich nicht, aber musste sein. Nächtstes Mal probiere ich dort vielleicth doch wieder mal abzusitzen und zu Fuß ein Stück weiterzugehen.

Beim Heimweg hat uns dann noch dieser doofe Hund vom Nachbarn angefallen, das Tier wird immer frecher und ist kurz davor Billy in die Sprunggelenke zu zwicken. Ich hoffe Billy zeigt eine ihm angemessene Reaktion und das Hundevieh fliegt bis in den nächsten Bach :-(. Dass der Besitzer es dann zu sich pfiff und begann, es hinter der hohen Hecke, an der wir knapp vorbeimüssen, mit einem sehr lauten Quietsche-Spielzeug abzulenken, war für Billys und meine Nerven nicht gerade besser als das bellende Hundetier - das konnte man wenigstens sehen. Billy war aufgeregt, blieb aber da und wir konnten den Ausritt somit erfolgreich beenden :-)

Freitag, 1. Juli 2011

Ich komme momentan kaum zum Schreiben und muss einiges nachtragen.

Heute haben wir weietr einfache Galoppwechsel geübt bzw. als Vorstufe habe ich versucht zu bestimmen, auf welcher Hand Billy auf der Mittellinie anspringt. War nur mäßig erfolgreich. Komischerweise bot er immer Linksgalopp an. Rechtsgalopp verstand er nicht - auf dem Hufschlag sprang er aber auch rechts immr richtig an, er braucht also die Bande. Ich glaube ich gebe schon wieder einmal unverständliche Signale, weil ich selbst schief bin - und je mehr ich mich bemühe, deutlicher zu werden, umso holpriger wird das.
Billy wollte zum Schluss nicht mehr wirklich mit machen - hab also wieder mal den rechten Zeitpunkt zum Aufhören nicht gefunden.

Dafür sind wir zum allerallerallerersten Mal ein Cloverleaf auf dem 20x40er Viereck galoppiert, rechte Hand, ohne Trab dazwischen, 1 Durchgang. Das stand schon 2010 auf meiner "Ziele"-Liste, und damals war es absolut unmöglich, Billy durch so enge Wendungen zu kriegen, einfach nicht machbar. Und jetzt gehts :-). Nicht schön und nicht auf Ideallinie sicherlich, aber es ging :-)

Dienstag, 28. Juni 2011

Eine sehr interessante Liberty-Einheit hatten wir heut.

Geplant war ja wieder mal alles ganz anders. Ich wollte unser Liberty auf dem Viereck austesten - kein Zaun, mehr Platz. Einfach die simplen Dinge probieren. Vorher aber "kurz" in die Halle, zuerst mal die Verbindung testen bevor wir uns auf freie Fläche begeben! Und vielleicht auch nen Handwechsel probieren, der steht sozusagen gerade an im Programm ;-).

Tja, und dieser Handwechsel, daran sind wir auch gleich gescheitert. War vielleicht aber eh gut so.

Der erste Versuch klappte gleich toll, von links auf rechts, die einfachere Seite. Viel gelobt, gleich nach 1 Minute große Pause, ist doch schön! Aaaber ich weiß die andere Richtung geht schlecht, die muss aber auch irgendwie sein. Also nach rechts geschickt. Auch kaum dass er draußen war, wieder eingeladen. Billy kam nicht, lief lieber weiter. Jede Runde hab ich ihn eingeladen, er kam nicht. Dazwischen machte er ein Spiel,ständig Richtung zu wechseln, aber nach außen und in bestimmten Ecken. Gut, das ließ er dann irgendwann sein, als es nichts fruchtete.

Ich lud ihn weiter jede Runde ein zu mir zu kommen. Ja, mit der Intention Handwechsel, weil ich sonst irgendwie das Gefühl kriege, das Pferd wickelt mich mal wieder um den kleinen Huf ("wenn ich lange genug nicht reinkomme, gibt sie auf und macht statt Handwechsel ein Bringback, weil sie froh ist dass ich überhaupt komme" - gut ich weiß nicht ob sie so komplex denken können - aber das ist was in Praxis dann passiert ;-) ). Nein, Billy galoppiert lieber. Runde um Runde um Runde. *staun* Ich war echt ratlos. Er raste nicht herum oder so, er ging dazwischen auch mal Schritt und Trab, was mir auch egal war, es ging mir ja drum, dass er zu mir reinkommt. Aber nix, auch nicht in Schritt und nicht in Trab. Ja, dachte ich, dann lauf halt wenn das mehr Spaß macht. Mein Angebot steht.
Ich weiß nicht wie langs gedauert hat bis ich ihn eeendlich rein bekommen habe - und ja, ich hab den Handwechsel dann noch gemacht (nicht unbedingt nach Lehrbuch, aber immerhin irgendwie) und nach ein paar Schritten auf der linken Hand kam dann das Bringback und eine laaaange Pause. Billy klatschnass, und dabei wollte ich doch so kurz nach der Augensache nichts Anstrengendes machen....

Gut, nach langer Pause wollte ich doch sehen, ob er kapiert hat, ob es ein zweites Mal besser geht. Aber wieder nicht oder kaum. Wieder ewiges Kreiseln, diesmal im Trab, für Galopp war er wohl schon zu müde, und ich hab auch keinen gefordert. Wieder Runde um Runde eingeladen, auch drauf geachtet, ob er mal was fragt oder so - er fragt manchmal, aber wenn ich dann einlade, geht er wieder auf den Zirkel.
Und er kann haargenau unterscheiden, ob ich zum Bringback einlade (da kam er sofort) oder zum handwechsel (die Unterscheidung ist ja prinzipiell nicht schlecht und so geplant, nur verstehe ich nicht, warum er den handwechsel so vermeidet).
Ich hab ihn dann auch ans Seil genommen, da klappten beide Richtungen mit durchhängendem Seil. Dann hab ich Liberty noch das S-Pattern (ich gehe rückwärts, Pferd macht vor mir Schlangenlinien, indem ich die Schulter ständig verschiebe - eigentlich lauter perfekte Handwechsel) probiertz - klappt einwandfrei in beide Richtungen.

Zum Schluss konnte ich zweimal relativ bald auf meine Einladung hin im Schritt ganz gute Wechsel von rechts auf links, dann lange Pause und aufgehört.

Komisches Pony!! Solche Aktionen machen mich immer baff und etwas ratlos, denn es entspricht einfach so ganz und gar nicht seinem Naturell, lieber 20 Minuten durchzugaloppieren statt eine Einladung zur Pause anzunehmen.

Danach kam noch ein Highlight: Wir sind gemeinsam at Liberty von der Halle zum Viereck gegangen (meinen ursprünglichen Plan entsprechend), zum Rand-Abgrasen. Klappte super. Billy trocknete, ich setzte mich daneben und genoss die Abendsonne. Dann hatte ich genug nach so 10 Minuten, stand auf, sah ihm noch ein bisschen beim Grasrupfen zu... dann sagte ich "na komm Billy", drehte mich um und ging weg... und das Billytier nahm sofort die Nase aus dem Gras und trottete hinterher, at Liberty, zum Putzplatz. Pfuh war ich baff!! Es hat mich riesig gefreut :-)))). Ich bin wichtiger als Gras, juchu!

In dem Zusammenhang hab ich was vergessen: Ich möchte jetzt auch etwas gezielter üben, dass Billy auf der Weide und im Auslauf auf Zuruf bzw. Pfiff auf mich zukommt. Vielleicht kann ich ja doch irgendwann einmal erreichen, nicht 1km latschen zu müssen, bevor ich mein Pferd antreffe. Seit letztem Jahr ist es ja eigentlich "normal" geworden, dass Billy freiwillig und Liberty mit mir mitkommt von der Weide. Da brauchte es nicht mehr viel, in Schritt Trab und Galopp folgt er mir weg vom Gras und weg von den Kumpels -aaaber abholen muss ich ihn schon. Ich muss hingehen, muss sagen "komm" und er kommt mit. Und momentan bleibe ich in gewissem Abstand stehen, beobachte ob er mich sieht und quasi mir zuwinkt (schaut mich freundlich/neugierig an - was er die ersten 3 Jahre nie getan hat!), warte, pfeife meine "Komm Billy"-Melodie und rufe ihn und warte... und warte... und warte... und wenn ich genug Geduld habe, dann setzt er sich vielleicht doch auf mich zu in Bewegung. Das hat die letzten beiden Tage so für 3, 4 Schritte funktioniert. Den ersten Tag 2 Schritte auf der Weide (wenn es nicth funktioneirt, geh ich immer näher und rufe und pfeife immer wieder und geb ihm Gelegenheit zu kommen), den 2. Tag ist er im Auslauf so in 10m Entfernung auf mich zugekommen - 4 Schritte, dann haben ihm Ranghöhere den Weg versperrt, ich bin fest überzeugt er wollte bis zu mir kommen ;-).
Wenn er bei mir angekommen ist gibts ein Leckerli.
Bin gespannt wie sich das weiterentwickelt und werde berichten. Diese 4 Schritte auf mich zu waren letztes Jahr nicht möglich, probiert hätte ich es oft genug...

Montag, 27. Juni 2011

Endlich endlich endlich dürfen wir wieder was tun :-).

Die Erkenntnisse bezüglich der Augenentzündung sind nicht unbedingt größer geworden. Es wurde alles mögliche getestet, auch Blutbefunde bei einigen Pferden etc. Kotanalyse. Fazit: Nichts genaues weiß man nicht. Nur dass unsere Pferde gerade ziemlich wurmfrei sind und dass es keine Bakterien waren, die die Augen angegriffen haben. Eher eine allergische Reaktion. Vielleicht hat eine Giftwolke unsere Weiden überflogen oder was weiß ich. In einem nahen Stall trat dasselbe auf, im Nachbarstall dafür z.B. gar nicht.

Ich weiß nur dass Billys Augen eh schon wieder seit 1-2 Wochen ganz normal sind (die wirkliche Entzündung war bei ihm ja nur ein paar Tage) und wir wieder was tun dürfen.

Am Wochenende hab ich das gleich für kleine einstimmende Ausritte genützt. Billy war superbrav, und langsam gewinne ich wieder etwas Sicherheit.

Heute hab ich dann wieder etwas am Viereck gearbeitet, ideales Wetter. Ich habe mit vielen vielen Übergängen von Schritt zu Trab begonnen, dann halt-Trab-Halt, dann Schritt-Galopp-Schritt und schließlich letzteres noch mit einem Handwechsel garniert. Das Angaloppieren Links aus dem Schritt war durch die Bank supergut, rechts brauchte er heute immer ein paar Trabtritte "Anlauf". Komisch, ich bin es umgekehrt gewohnt.
Also die Lead-Changes werden schön langsam als solche erkennbar. Nur unsere Galopp-Schritt-Übergänge müssen noch etwas sauberer werden. Ich hab mich so sehr auf sauberes Angaloppieren konzentriert, dass der umgekehrte Übergang vernachlässigt wurde.

Freitag, 24. Juni 2011

Muuuuh!

Trainingstechnisch tut sich weiterhin nicht viel, aaaber bei einem Besuch im Stall habe ich tolle Neuigkeiten erfahren:

Wir bekommen Küüüüühe! 2 Stück vom befreundeten Nachbarbauern werden eine Zeitlang neben der Pferdeweide wohnen - die Pferdchens müssen dran vorbei, wenn sie auf die Weide gehen wollen.
Da Billy ja durchaus in fremder Umgebung ein Kuh-Problem hatte, bin ich sehr angetan, dass er sich nun in seinem eigenen "Revier" mit ihnen auseinandersetzen kann. ich schätze bei ihm wird die Aufregung nicht sehr groß sein, v.a. wenn es ums Fressen geht, wird er sich bald überwinden.

Cutten darf ich sie allerdings nicht, schade! ;-)))))

Ich bin schon sehr sehr neugierig wie das werden wird!