you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Samstag, 8. März 2014
Heute waren wir bei herrlichstem Frühlingswetter eine Stunde spazieren und neue Wege erkunden. Billy war superbrav und stapfte mit seinen Schuhen völlig entspannt neben mir her. Sogar 3 Mountainbiker verkraftete er ohne sichtliche Aufregung (ich war eindeutig nervöser als er). Früher hatte er vor Radfahrern komischerweise Angst, ist immer zumindest zusammengezuckt oder machte einen Hüpfer (sehr untypisch). An unserem Stall fahren aber so viele Radfahrer vorbei, dass er sich inzwischen daran gewöhnt zu haben scheint. Jedenfalls waren die alle erstens sehr nett (boten sogar an, ob sie absteigen sollen), und zweitens interessierte sich Billy kaum für sie, nicht einmal für den, der von hinten herangebraust kam.
Donnerstag, 6. März 2014
Seit langem wieder einmal was gemacht. Dazwischen war Billy leider nicht ganz fit. Wir hatten im Februar so richtig schlimmes Blitzeis – sowas hab ich noch nicht erlebt. Innerhalb von Minuten überzog sich im Stall alles, inklusive Sand, Hackschnitzel und sogar der Rollsplit mit einer Eisschicht. Billy wurde zum Opfer des Eises, schließlich will pferd keinen Schritt zu viel tun (die anderen Pferde gingen über den besser begehbaren Sand, obwohl sogar der glatt war – aber Billy nahm die Abkürzung über den Betonboden, bevor wir streuen konnten) – da konnte ich dann nur stehen und hilflos schauen, wie er ruderte und ruderte und ruderte und schließlich mit einem lauten Whumpppp! zu Boden ging, während sich alle 4 Haxen in die 4 Himmelsrichtungen spreizten. Ein kleiner Trost, dass wenigstens der dicke Bauch und die Fettschicht einiges abgefangen haben müssen!
Nachdem das Eis ein paar Tage später weg war, wurde sichtbar, dass Billy lahmte. Nun ja, nach verschiedenen Diagnosen (No1: „das kommt vom Sturz“ – No.2: „das kommt nicht vom Sturz, das Pferd ist rundum locker und kein einziger Muskel verspannt“ – No.3 „die Sohle ist viel zu dünn“ – „da pulsiert alles hochgradig“ – No4: „da pulsiert nix und die Sohle ist sicher nicht zu dünn, aber wieso hat No.3 die hohle Wand nicht bemerkt?“) und fast 1 Monat Schonung scheint nun wieder alles in Ordnung und wir fangen langsam wieder an. :-)
Heute hab ich mir das lange Seil geschnappt und beschlossen, dass ich ja wieder einmal was in Zone 5 tun könnte – super auch für ruhiges Schrittarbeiten. Das wurde eine herrliche Session! Mit einem Seil machten wir Weave, Zirkel, Volten, Übergänge von Schritt zu Trab und zurück, auch Anhalten und sogar Rückwärts klappte toll! Ich war ganz überrascht! Außerdem schickte ich Billy zum ersten Mal aus Zone 5 auf das Podest, auch das war nicht schwierig; nur wenn ich möchte, dass er drübergeht, musste ich vor in Zone 3 und ihm das deutlicher zeigen. Das wird dann unsere nächste Aufgabe, direkt übers Podest drübergehen aus Zone 5.
Ich legte dann das Seil ganz über Billys Rücken und wir machten das gleiche noch einmal, fast genauso gut; besonders stolz bin ich auf Liberty-Anhalten und Rückwärts aus Zone 5! Nur 2 Stangen zu übertreten hat er verweigert, der Schlawiner, keine Ahnung wieso, aber das kommt auch gleich auf die To-Do-Liste ;-).
Freitag, 31. Januar 2014
Podestspielereien
Tsss, wie schrieb ich beim letzten Post? ... außer es wird kalt und der Boden friert...
Ja genau, 2 Tage später wurde es kalt und der vom Regen sehr nasse Sand im Viereck gefror zu einer steinharten Muggelwüste.
Ich versuchte einmal verzweifelt, etwas Handarbeit zu machen, aber da war nix zu machen, ich konnte ja selbst mehr schlecht als recht gehen, da wollte ich von Billy keine gefinkelten Seitengänge verlangen.
Aber dann.....
fiel mein Blick auf das Podest! DAS müsste doch gehen. Und es ging. Die nächsten Trainingseinheiten haben wir endlich einmal viel Zeit genommen dafür. Anfangs, bei der ersten Einheit, blieb ich stur beim Versuch, Billy durch DG die Hinterbeine aufs Podest zu "driven". Die Vorderbeine sind ja nie ein Problem. Billy stellt einen dritten Fuß dazu, traut sich dann aber nicht, diesen zu belasten, er stellt ihn nur mit der Hufspitze ab. Er wagt nicht, Gewicht darauf zu legen und so den 4. Fuß (und sich als ganzer) hochzustemmen. Große Erfolge hatte ich so keine, einmal fast hätte er sich hochgestemmt, aber meistens geht er dann lieber gleich ganz mit den Hinterbeinen vom Podest.
Bei der nächsten Einheit dachte ich, dass eine STrategie, die seit Jahren nicht funktioniert, vielleicht abgewandelt werden sollte ;-). Ich kam plötzlich auf die Idee, Billy über das Podest drüberzuschicken wie über sonstige Hindernisse. Und tatsächlich war das ein Schlüssel, wir machten einen Riesenschritt in Richtung Vollerfolg (das wären alle 4 Beine am Podest). Wieder einmal konnte man sehr gut beobachten:
Anfangs versuchte Billy krampfhaft zu vermeiden, dass er mit den Hinterbeinen aufs Podest draufsteigt. Lieber ließ er sich vorne runterrutschen und machte mit den Hinterbeinen einen Riiiiesenschritt über das ganze Podest drüber. Ich blieb geduldig dran, wieder und wieder musste er drüber. Mit jedem Mal wurde er sicherer, irgendwann stieg er mit einem Hinterhuf drauf, zog es zwar gleich wieder weg, aber immerhin. Der nächste Schritt war, dass das Wegzucken wegfiel, er vertraute nun darauf, dass das Podest auch das Gewicht des Hinterbeines tragen würde ;-). Zum ersten Mal ging er fast "normal" drüber wie eben über eine kleine Stufe. Als nächster Schritt trat er mit beiden Hinterbeinen drauf beim Überqueren (das rechte war deutlich schwieriger), und er wurde sicherer und sicherer. Irgendwann konnte ich ihn mit beiden Hinterbeinen am Podest stoppen (vorne unten, hinten oben) und loben.
Weiter gings. Höhepunkt und weitester Fortschritt bisher war, dass er mit drei Beinen oben stand und auch verharrte, das vierte Bein hing in der Luft.
Riesenlob und aus für diesmal!
Tja, so hatte ich in 20 Minuten mehr Fortschritt als die letzten 5 Jahre, und wieder gelernt: Der Grundsatz: "Wenn du Dinge immer gleich machst, wirst du immer das gleiche Ergebnis bekommen; willst du ein anderes Ergebnis, ändere was!" - der stimmt.
Ja genau, 2 Tage später wurde es kalt und der vom Regen sehr nasse Sand im Viereck gefror zu einer steinharten Muggelwüste.
Ich versuchte einmal verzweifelt, etwas Handarbeit zu machen, aber da war nix zu machen, ich konnte ja selbst mehr schlecht als recht gehen, da wollte ich von Billy keine gefinkelten Seitengänge verlangen.
Aber dann.....
fiel mein Blick auf das Podest! DAS müsste doch gehen. Und es ging. Die nächsten Trainingseinheiten haben wir endlich einmal viel Zeit genommen dafür. Anfangs, bei der ersten Einheit, blieb ich stur beim Versuch, Billy durch DG die Hinterbeine aufs Podest zu "driven". Die Vorderbeine sind ja nie ein Problem. Billy stellt einen dritten Fuß dazu, traut sich dann aber nicht, diesen zu belasten, er stellt ihn nur mit der Hufspitze ab. Er wagt nicht, Gewicht darauf zu legen und so den 4. Fuß (und sich als ganzer) hochzustemmen. Große Erfolge hatte ich so keine, einmal fast hätte er sich hochgestemmt, aber meistens geht er dann lieber gleich ganz mit den Hinterbeinen vom Podest.
Bei der nächsten Einheit dachte ich, dass eine STrategie, die seit Jahren nicht funktioniert, vielleicht abgewandelt werden sollte ;-). Ich kam plötzlich auf die Idee, Billy über das Podest drüberzuschicken wie über sonstige Hindernisse. Und tatsächlich war das ein Schlüssel, wir machten einen Riesenschritt in Richtung Vollerfolg (das wären alle 4 Beine am Podest). Wieder einmal konnte man sehr gut beobachten:
Anfangs versuchte Billy krampfhaft zu vermeiden, dass er mit den Hinterbeinen aufs Podest draufsteigt. Lieber ließ er sich vorne runterrutschen und machte mit den Hinterbeinen einen Riiiiesenschritt über das ganze Podest drüber. Ich blieb geduldig dran, wieder und wieder musste er drüber. Mit jedem Mal wurde er sicherer, irgendwann stieg er mit einem Hinterhuf drauf, zog es zwar gleich wieder weg, aber immerhin. Der nächste Schritt war, dass das Wegzucken wegfiel, er vertraute nun darauf, dass das Podest auch das Gewicht des Hinterbeines tragen würde ;-). Zum ersten Mal ging er fast "normal" drüber wie eben über eine kleine Stufe. Als nächster Schritt trat er mit beiden Hinterbeinen drauf beim Überqueren (das rechte war deutlich schwieriger), und er wurde sicherer und sicherer. Irgendwann konnte ich ihn mit beiden Hinterbeinen am Podest stoppen (vorne unten, hinten oben) und loben.
Weiter gings. Höhepunkt und weitester Fortschritt bisher war, dass er mit drei Beinen oben stand und auch verharrte, das vierte Bein hing in der Luft.
Riesenlob und aus für diesmal!
Tja, so hatte ich in 20 Minuten mehr Fortschritt als die letzten 5 Jahre, und wieder gelernt: Der Grundsatz: "Wenn du Dinge immer gleich machst, wirst du immer das gleiche Ergebnis bekommen; willst du ein anderes Ergebnis, ändere was!" - der stimmt.
Donnerstag, 23. Januar 2014
Es werde LICHT!!
Licht, Licht, LICHT, wir haben Liiiiicht am Reitplatz! *freu* *tanz* *hüpf* Und ordentliches noch dazu, der Riesenplatz wird beleuchetet, dass man sich wie im Fußballstadion fühlt!
Natürlich wollte ich das sofort ausprobieren, wie es sich da spielt. Leider war ich planlos, ich hatte nicht mit beleuchtetem Platz gerechnet und wollte eigentlich nur kurz nach dem Rechten sehen und gleich wieder fahren.
Nun ja, Billy eingepackt und für Bodenarbeit vorbereitet. Wir spielten ein wenig simples Yoyo, Circling Game mit ganz ganz vielen Richtungswechseln in Schritt und Trab, und dann über den gesamten, hellerleuchteten Platz Travelling Circles auf einen kleinen Cavaletti-Sprung zu, der in der Gegend herumstand.
Als Billy mit den Travelling Circles direkt vor dem kleinen Sprung ankam, rammte er verwundert die Beine in den Boden und machte einen ganz tollen Stop. Schließlich war der völlig plötzlich aus den Untiefen des Bodens aufgetaucht, nicht wahr? War ja nicht so, dass er gerade 10x davor, dahinter, innen und außen vorbei getrabt wäre ;-))).
Ab dem 2. Versuch fand Billy dann aber überraschend viel Gefallen an der Springerei, es sieht nun auch schon richtig nach Springen (statt Drüberstolpern wie früher einmal) aus. Aus dem Trab kann er die Entfernung schon gut taxieren und springt flüssig und in angemessener Höhe und Weite, trabt danach auch flüssig weiter. Ich ließ ihn ein paarmal am durchhängenden Seil drüberhüpfen in beide Richtungen. Focus war wichtig, wenn ich mich auf den Sprung konzentrierte, tat sich Billy leichter, in mittig zu nehmen und flüssiger.
Dann forderte ich ihn auf, den Sprung aus dem Galopp zu nehmen. DAS haben wir noch kaum gemacht. Billy tut sich schwer zu taxieren und sich die Galoppsprünge einzuteilen. Immer wieder fiel er in Trab vor dem Sprung. Danach galoppierte er brav wieder weiter. Auf beiden Händen durfte er es so oft versuchen, bis er es einmal jeweils flüssig aus dem Galopp heraus schaffte. Danach gab es sofort ein Bringback, und nachdem er das auch auf der linken Hand geschafft hatte (da brauchte es mehrere Anläufe, fällt ihm schwer!), waren wir fertig für heute.
Tja, und ab heute gibt es keine Ausreden mehr! Den Weg im Finsteren zur Halle muss ich jetzt höchstens noch absolvieren, wenn die Temperaturen soweit fallen, dass unser Platz mugglig friert. Aber sonst! Ab jetzt wird ernsthaft *ähem* trainiert!
Natürlich wollte ich das sofort ausprobieren, wie es sich da spielt. Leider war ich planlos, ich hatte nicht mit beleuchtetem Platz gerechnet und wollte eigentlich nur kurz nach dem Rechten sehen und gleich wieder fahren.
Nun ja, Billy eingepackt und für Bodenarbeit vorbereitet. Wir spielten ein wenig simples Yoyo, Circling Game mit ganz ganz vielen Richtungswechseln in Schritt und Trab, und dann über den gesamten, hellerleuchteten Platz Travelling Circles auf einen kleinen Cavaletti-Sprung zu, der in der Gegend herumstand.
Als Billy mit den Travelling Circles direkt vor dem kleinen Sprung ankam, rammte er verwundert die Beine in den Boden und machte einen ganz tollen Stop. Schließlich war der völlig plötzlich aus den Untiefen des Bodens aufgetaucht, nicht wahr? War ja nicht so, dass er gerade 10x davor, dahinter, innen und außen vorbei getrabt wäre ;-))).
Ab dem 2. Versuch fand Billy dann aber überraschend viel Gefallen an der Springerei, es sieht nun auch schon richtig nach Springen (statt Drüberstolpern wie früher einmal) aus. Aus dem Trab kann er die Entfernung schon gut taxieren und springt flüssig und in angemessener Höhe und Weite, trabt danach auch flüssig weiter. Ich ließ ihn ein paarmal am durchhängenden Seil drüberhüpfen in beide Richtungen. Focus war wichtig, wenn ich mich auf den Sprung konzentrierte, tat sich Billy leichter, in mittig zu nehmen und flüssiger.
Dann forderte ich ihn auf, den Sprung aus dem Galopp zu nehmen. DAS haben wir noch kaum gemacht. Billy tut sich schwer zu taxieren und sich die Galoppsprünge einzuteilen. Immer wieder fiel er in Trab vor dem Sprung. Danach galoppierte er brav wieder weiter. Auf beiden Händen durfte er es so oft versuchen, bis er es einmal jeweils flüssig aus dem Galopp heraus schaffte. Danach gab es sofort ein Bringback, und nachdem er das auch auf der linken Hand geschafft hatte (da brauchte es mehrere Anläufe, fällt ihm schwer!), waren wir fertig für heute.
Tja, und ab heute gibt es keine Ausreden mehr! Den Weg im Finsteren zur Halle muss ich jetzt höchstens noch absolvieren, wenn die Temperaturen soweit fallen, dass unser Platz mugglig friert. Aber sonst! Ab jetzt wird ernsthaft *ähem* trainiert!
Samstag, 18. Januar 2014
Ich war ausreiten!! So richtig echt, mit obensitzen und so!
Natürlich nicht allein, davor hab ich immer noch die Hosen voll, ist leider so. Aber ich habe nicht weit entfernt einen Bekannten, der langjähriger Wanderreiter und ein Mensch mit sehr viel Leadership ist. Seit ich mit Billy umgezogen bin, hat er mir stets angeboten, ich könnte mich ihnen anschließen, er würde mir ein paar schöne Runden zeigen und würde ohnehin regelmäßig an unserem Stall vorbeireiten. Ich lehnte die Angebote immer ab, erstens passte - wie so oft - einfach immer irgendwas nicht (Zeit, Ausrüstung, Dunkelheit, Wetter ... jaja, es gibt viele Ausreden!!) und zweitens habe ich mich - ich gebs zu - auch ein wenig geniert wegen meiner Ängstlichkeit. Er gehört eher zu den Menschen, die sowas nicht kennen und vermutlich auch nie kennenlernen werden. Die Angebote, mich mitzunehmen, wurden mit jeder Absage meinerseits dann seltener und seltener, klar. Er dachte wohl, ich will einfach nicht. Aber am Freitag hab ich mir ein Herz gefasst, schnell angerufen bevor ichs mir anders überlegen konnte, und für Samstag vormittag einen gemeinsamen Ausritt vereinbart.
Ich wurde sogar vom Stall abgeholt! Und da konnte ich auch gleich erleben, was Leadership ausmacht, sei es von Menschen oder Pferden. Ich wurde also abgeholt, die beiden Mitreiter saßen auf ihren Pferdchen und ich kletterte auf den Billy, schon etwas skeptisch, was er heute wieder für eigene Pläne haben würde. Wir hatten gerade eben das Stallgelände verlassen, das Tor lag einen Meter hinter uns. Die anderen beiden ritten los- und Billy folgte ihnen. Faszinierend. Er stapfte von alleine hinterher, obwohl es zwei völlig unbekannte Pferde waren, und der Stall gerade hinter ihm lag. Man merkte einfach auch sofort, dass sowohl Menschen wie Pferde völlig routiniert und selbstsicher und völlig entspannt sind. Seine Stute, meinte mein Bekannter, müsse überhaupt eine für Pferde sehr gewinnende Ausstrahlung haben, denn fast alle Pferde würden sich ihr sofort anschließen. Leadership halt ;-). Jedenfalls fand auch Billy, dass er sich in sicheren Händen/Hufen befand, und trottete tiefenentspannt hinter den beiden her. Hie und da hielt ich kurz an, um mehr Abstand zu gewinnen, das funktionierte problemlos, er hörte also schon auch noch auf mich ;-).
So ritten wir - die Straße entlang, AUF der Straße ein kurzes Stück, am Nachbarstall entlang, wo die Pferde ziemlich ausrasteten, als wir knapp an ihrem Zaun entlang ritten - unsere Leaderstute zuckte mit keinem Ohrwaschel, und ebenso (fast) nicht der Billy. Wir kletterten Böschungen rauf und stapften durch Pfützen, über Äste und Stämme, alles höchst gemütlich. Bei einem lauten Geräusch im Wald schaute der Billy genau einmal auf, war dann aber sofort wieder entspannt. Tja. Muss mir nur noch wer lernen, so zu sein wie unsere Leaderstute oder ihr Herrli ;-)
Dann kam der große Moment, wo wir uns trennten, und ich allein auf unbekannten, aber genau geschilderten Wegen nach Hause sollte. Ich war unsicher, ob das unproblematisch vor sich gehen würde und stieg sicherheitshalber ab. Und blieb übrigens auch unten den Rest des Weges ;-). Ich musste allein bis zur Straße, dann ein kurzes Stück direkt auf der Straße (hätte ich mich NIE getraut, wenn mich die nicht einfach hier "ausgesetzt" hätten - ich musste ja irgendwie heim kommen!), dann eine Straßenüberquerung, und das alles noch dazu in mittlerweile so dichtem Nebel, dass es auch Nieselregen sein hätte können. Wir fanden die beschriebene Wegmarkierung und folgten ihr durch schmale Wegelchen durch den Wald. Billy ging völlig zufrieden mit mir mit, er stapfte über alles drüber: Wurzeln, Stufen, Straßengraben, wir spazierten an Häusern entlang, an fremden Pferden vorbei, bis wir auf den Teil des Wanderweges kamen, den ich schon kenne, und kamen nach insgesamt 1:40 flotten Schrittspaziergang wieder zu Hause an.
Stolz bin ich auf uns!!
Natürlich nicht allein, davor hab ich immer noch die Hosen voll, ist leider so. Aber ich habe nicht weit entfernt einen Bekannten, der langjähriger Wanderreiter und ein Mensch mit sehr viel Leadership ist. Seit ich mit Billy umgezogen bin, hat er mir stets angeboten, ich könnte mich ihnen anschließen, er würde mir ein paar schöne Runden zeigen und würde ohnehin regelmäßig an unserem Stall vorbeireiten. Ich lehnte die Angebote immer ab, erstens passte - wie so oft - einfach immer irgendwas nicht (Zeit, Ausrüstung, Dunkelheit, Wetter ... jaja, es gibt viele Ausreden!!) und zweitens habe ich mich - ich gebs zu - auch ein wenig geniert wegen meiner Ängstlichkeit. Er gehört eher zu den Menschen, die sowas nicht kennen und vermutlich auch nie kennenlernen werden. Die Angebote, mich mitzunehmen, wurden mit jeder Absage meinerseits dann seltener und seltener, klar. Er dachte wohl, ich will einfach nicht. Aber am Freitag hab ich mir ein Herz gefasst, schnell angerufen bevor ichs mir anders überlegen konnte, und für Samstag vormittag einen gemeinsamen Ausritt vereinbart.
Ich wurde sogar vom Stall abgeholt! Und da konnte ich auch gleich erleben, was Leadership ausmacht, sei es von Menschen oder Pferden. Ich wurde also abgeholt, die beiden Mitreiter saßen auf ihren Pferdchen und ich kletterte auf den Billy, schon etwas skeptisch, was er heute wieder für eigene Pläne haben würde. Wir hatten gerade eben das Stallgelände verlassen, das Tor lag einen Meter hinter uns. Die anderen beiden ritten los- und Billy folgte ihnen. Faszinierend. Er stapfte von alleine hinterher, obwohl es zwei völlig unbekannte Pferde waren, und der Stall gerade hinter ihm lag. Man merkte einfach auch sofort, dass sowohl Menschen wie Pferde völlig routiniert und selbstsicher und völlig entspannt sind. Seine Stute, meinte mein Bekannter, müsse überhaupt eine für Pferde sehr gewinnende Ausstrahlung haben, denn fast alle Pferde würden sich ihr sofort anschließen. Leadership halt ;-). Jedenfalls fand auch Billy, dass er sich in sicheren Händen/Hufen befand, und trottete tiefenentspannt hinter den beiden her. Hie und da hielt ich kurz an, um mehr Abstand zu gewinnen, das funktionierte problemlos, er hörte also schon auch noch auf mich ;-).
So ritten wir - die Straße entlang, AUF der Straße ein kurzes Stück, am Nachbarstall entlang, wo die Pferde ziemlich ausrasteten, als wir knapp an ihrem Zaun entlang ritten - unsere Leaderstute zuckte mit keinem Ohrwaschel, und ebenso (fast) nicht der Billy. Wir kletterten Böschungen rauf und stapften durch Pfützen, über Äste und Stämme, alles höchst gemütlich. Bei einem lauten Geräusch im Wald schaute der Billy genau einmal auf, war dann aber sofort wieder entspannt. Tja. Muss mir nur noch wer lernen, so zu sein wie unsere Leaderstute oder ihr Herrli ;-)
Dann kam der große Moment, wo wir uns trennten, und ich allein auf unbekannten, aber genau geschilderten Wegen nach Hause sollte. Ich war unsicher, ob das unproblematisch vor sich gehen würde und stieg sicherheitshalber ab. Und blieb übrigens auch unten den Rest des Weges ;-). Ich musste allein bis zur Straße, dann ein kurzes Stück direkt auf der Straße (hätte ich mich NIE getraut, wenn mich die nicht einfach hier "ausgesetzt" hätten - ich musste ja irgendwie heim kommen!), dann eine Straßenüberquerung, und das alles noch dazu in mittlerweile so dichtem Nebel, dass es auch Nieselregen sein hätte können. Wir fanden die beschriebene Wegmarkierung und folgten ihr durch schmale Wegelchen durch den Wald. Billy ging völlig zufrieden mit mir mit, er stapfte über alles drüber: Wurzeln, Stufen, Straßengraben, wir spazierten an Häusern entlang, an fremden Pferden vorbei, bis wir auf den Teil des Wanderweges kamen, den ich schon kenne, und kamen nach insgesamt 1:40 flotten Schrittspaziergang wieder zu Hause an.
Stolz bin ich auf uns!!
Donnerstag, 16. Januar 2014
Etwas, was ich mit Billy schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht habe, ist klassische Handarbeit. Das fiel mir wieder ein, als eine der Teilnehmerinnen beim Bosal-Kurs das Buch von Oliver Hilberger "Gymnastzierende Arbeit an der Hand" in der Tasche mit sich schleppte ;-).
Und DANN fiel mir ein, dass Handarbeit sich ja total gut eignet, um auf dem kleinen beleuchteten Fleck des Sandpaddocks im Auslauf ausgeführt zu werden. Denn da braucht man kaum Platz, man kann ja immer hin und her gehen und diverse Seitengänge üben. Für eine Volte ist auch genug Platz, und mehr brauche ich nicht. Trabende Seitengänge an der Hand sind noch in weiter Ferne, überhaupt nach dieser (jahre?)langen Pause.
Also, rauf mit dem staubigen Kappzaum auf die Billy-Nase!
Zuerst bin ich unseren Rundlauf des Stalles 3x flott rundherum gegangen mit Billy, zum Aufwärmen. Es war etwas neblig anfangs, aber der Nebel lichtete sich, und der Vollmond ging auf. Statt dunkler und dunkler wurde es heller und heller. Irgendwann fand ich, die Stirnlampe auf dem Rundlauf nicht mehr zu brauchen. Und dann fand ich, wenn ich auf dem Rundlauf genug sehe, dann ja wohl auch auf dem Viereck!
So war es auch, wir hatten zum 2. Mal eine tolle Einheit im Mondenschein. Das hat schon was!
Ich begann mit mehr oder weniger normalem Führen, dann mit Biegung, dann mit etwas Beizäumung. Dann auf beiden Händen abwechselnd immer wieder ein paar Schritte Schulterherein eingebaut, das klappte bald recht flüssig, hat Billy toll gemacht. Dann gingen wir über zu Kruppherein, und ich erinnerte mich bald dran, dass das immer schon recht schwierig gewesen war. Ich zerlegte es in kleine SChrittchen: Kommando für "Kruppe her!" etablieren, im Stillstand. Dann in Bewegung, aber unabhängig von der Biegung oder Stellung (woraufhin Billys Kopf natürlich stark nach außen zeigt). Dann habe ich versucht, gleichzeitig Biegung und Kruppherein zu kriegen, naaaaja. Billy verstand mich nicht oder konnte es einfach nicht und wurde langsam wieder grantig. Ich ließ es sein und probierte Renvers, also 2. Hufschlag, und Kruppe hin zur Bande bei Biegung nach außen. Aaaaha, das ging schon besser. Ich erinnerte mich vage, dass ich das bisher immer nur nach außen, von mir weg, gehend hingekriegt hatte.
Nach ein paar guten Versuchen entließ ich Billy dann. Er durfte sich zur Belohnung aufs Podest stellen und dann noch wälzen. Er kam dann nach einer Weile in den Wald schauen freiwillig zu mir und wir konnten gemeinsam heimgehen.
Ach ja, und coming soon: Reitplatzbeleuchtung!!! Die Lampen lagern schon seit einiger Zeit in der Werkstatt, und für nächste Woche wurde ihre Montage angekündigt. Ich bin sooo gespannt und freu mich riesig! :-)))
Und DANN fiel mir ein, dass Handarbeit sich ja total gut eignet, um auf dem kleinen beleuchteten Fleck des Sandpaddocks im Auslauf ausgeführt zu werden. Denn da braucht man kaum Platz, man kann ja immer hin und her gehen und diverse Seitengänge üben. Für eine Volte ist auch genug Platz, und mehr brauche ich nicht. Trabende Seitengänge an der Hand sind noch in weiter Ferne, überhaupt nach dieser (jahre?)langen Pause.
Also, rauf mit dem staubigen Kappzaum auf die Billy-Nase!
Zuerst bin ich unseren Rundlauf des Stalles 3x flott rundherum gegangen mit Billy, zum Aufwärmen. Es war etwas neblig anfangs, aber der Nebel lichtete sich, und der Vollmond ging auf. Statt dunkler und dunkler wurde es heller und heller. Irgendwann fand ich, die Stirnlampe auf dem Rundlauf nicht mehr zu brauchen. Und dann fand ich, wenn ich auf dem Rundlauf genug sehe, dann ja wohl auch auf dem Viereck!
So war es auch, wir hatten zum 2. Mal eine tolle Einheit im Mondenschein. Das hat schon was!
Ich begann mit mehr oder weniger normalem Führen, dann mit Biegung, dann mit etwas Beizäumung. Dann auf beiden Händen abwechselnd immer wieder ein paar Schritte Schulterherein eingebaut, das klappte bald recht flüssig, hat Billy toll gemacht. Dann gingen wir über zu Kruppherein, und ich erinnerte mich bald dran, dass das immer schon recht schwierig gewesen war. Ich zerlegte es in kleine SChrittchen: Kommando für "Kruppe her!" etablieren, im Stillstand. Dann in Bewegung, aber unabhängig von der Biegung oder Stellung (woraufhin Billys Kopf natürlich stark nach außen zeigt). Dann habe ich versucht, gleichzeitig Biegung und Kruppherein zu kriegen, naaaaja. Billy verstand mich nicht oder konnte es einfach nicht und wurde langsam wieder grantig. Ich ließ es sein und probierte Renvers, also 2. Hufschlag, und Kruppe hin zur Bande bei Biegung nach außen. Aaaaha, das ging schon besser. Ich erinnerte mich vage, dass ich das bisher immer nur nach außen, von mir weg, gehend hingekriegt hatte.
Nach ein paar guten Versuchen entließ ich Billy dann. Er durfte sich zur Belohnung aufs Podest stellen und dann noch wälzen. Er kam dann nach einer Weile in den Wald schauen freiwillig zu mir und wir konnten gemeinsam heimgehen.
Ach ja, und coming soon: Reitplatzbeleuchtung!!! Die Lampen lagern schon seit einiger Zeit in der Werkstatt, und für nächste Woche wurde ihre Montage angekündigt. Ich bin sooo gespannt und freu mich riesig! :-)))
Sonntag, 12. Januar 2014
Unser 2. Hackamore-Ritt :-)
Heute hab ich nicht mit Knoti vorher angetestet, sondern ging gleich in voller Montur zum Reitplatz. Der war, wie gestern erwähnt, frisch abgezogen. Eine Riesenfläche, glatt wie ein stiller See....
Was tun heute mit dem Billytier? Ganz klar, wir reiten ein Muster in den frischen Platz :-) - Perfekt für ein Riesen-Clover-Leaf, perfekt um unsere Wendungen zu perfektionieren.
Billy war brav und eifrig. Im Schritt ein bisschen transusig wie immer, aber im Trab dann in angenehmem Tempo unterwegs, ohne jegliche Anstalten, den Trab zu unterbrechen. Das ist wirklich toll geworden. Im Gegenzug bemühe ich mich, nur ja nicht zu micromanagen, auch nicht mit den Schenkeln. Die bleiben jetzt weg.
Jede Wendung im Clover-Leaf probierte ich als Phase 1 ausschließlich übers Gewicht zu reiten. Das klappte auch gut, immer dann, wenn die Wendung in Billys Sinne war - nämlich hin zum Stall, zum Kraftfutterautomat oder zu den Kumpels. Die Wendungen in die andere Richtung brauchten dann schon mehr, manchmal reichte es die Hand auszustrecken, an bestimmten Punkten wollte er partout aber immer in die andere Richtung, da gab es dann eben als nächste Phase einen kurzen, aber deutlichen Impuls. Spätestens das wurde dann immer verstanden, und mit der Zeit auch immer unnötiger, auch an diesen "heiklen" Stellen.
Es juckte mich sehr, das Clover Leaf zum ersten Mal in meinem Leben im Galopp zu reiten. Das habe ich nie geschafft, die Wendungen waren immer zu eng für Billy auf unserem früheren "normal" großen Viereck. Ich habe es aber heute sein lassen, ich wollte nicht gleich die ganze in dieser Einheit gewonnene Feinheit wieder verderben.
Stattdessen begann ich zum Abschluss, Billy im Stand zu biegen. Das geht einfach, er kennt das vom Knotenhalfter. Die Biegung aber nach dem kurzen Impuls halten ist schon schwieriger, aber 2x mehr ein Impuls, und Billy beschließt, dass es einfacher ist, den Kopf in der Flexion alleine zu halten, als dauernd wieder hergezupft zu werden. Erfolg!
Beim letzten Versuch, ihn zu einem wenigstens kurzen Nachgeben im Genick zu bringen, brauche ich dann noch einmal Geduld. Billy versteht und versteht nicht... er beginnt sich zu ärgern, strampft auf, kriegt dann einen seiner cholerischen Anfälle und beginnt nach allem zu schnappen, was in seiner Reichweite ist - wie z.B. nach meiner 150-Euro-Mecate! Neiiiinnnnnn! *g*
Aber 5 Sekunden später hat er dann einmal die richtige Antwort gegeben, kurz im Genick nachgegeben, Oberlinie rundet sich hübsch -- Ruhe und Lob gekriegt und ab da hatte ers kapiert - "ach so, das willst du"... zupf-knick, zupf-knick, zupf-knick --> Danke schön und Feierabend, Herr Billy! :-)
Mal sehen, ob er sich nächstes Mal noch erinnern kann ;-)
Heute hab ich nicht mit Knoti vorher angetestet, sondern ging gleich in voller Montur zum Reitplatz. Der war, wie gestern erwähnt, frisch abgezogen. Eine Riesenfläche, glatt wie ein stiller See....
Was tun heute mit dem Billytier? Ganz klar, wir reiten ein Muster in den frischen Platz :-) - Perfekt für ein Riesen-Clover-Leaf, perfekt um unsere Wendungen zu perfektionieren.
Billy war brav und eifrig. Im Schritt ein bisschen transusig wie immer, aber im Trab dann in angenehmem Tempo unterwegs, ohne jegliche Anstalten, den Trab zu unterbrechen. Das ist wirklich toll geworden. Im Gegenzug bemühe ich mich, nur ja nicht zu micromanagen, auch nicht mit den Schenkeln. Die bleiben jetzt weg.
Jede Wendung im Clover-Leaf probierte ich als Phase 1 ausschließlich übers Gewicht zu reiten. Das klappte auch gut, immer dann, wenn die Wendung in Billys Sinne war - nämlich hin zum Stall, zum Kraftfutterautomat oder zu den Kumpels. Die Wendungen in die andere Richtung brauchten dann schon mehr, manchmal reichte es die Hand auszustrecken, an bestimmten Punkten wollte er partout aber immer in die andere Richtung, da gab es dann eben als nächste Phase einen kurzen, aber deutlichen Impuls. Spätestens das wurde dann immer verstanden, und mit der Zeit auch immer unnötiger, auch an diesen "heiklen" Stellen.
Es juckte mich sehr, das Clover Leaf zum ersten Mal in meinem Leben im Galopp zu reiten. Das habe ich nie geschafft, die Wendungen waren immer zu eng für Billy auf unserem früheren "normal" großen Viereck. Ich habe es aber heute sein lassen, ich wollte nicht gleich die ganze in dieser Einheit gewonnene Feinheit wieder verderben.
Stattdessen begann ich zum Abschluss, Billy im Stand zu biegen. Das geht einfach, er kennt das vom Knotenhalfter. Die Biegung aber nach dem kurzen Impuls halten ist schon schwieriger, aber 2x mehr ein Impuls, und Billy beschließt, dass es einfacher ist, den Kopf in der Flexion alleine zu halten, als dauernd wieder hergezupft zu werden. Erfolg!
Beim letzten Versuch, ihn zu einem wenigstens kurzen Nachgeben im Genick zu bringen, brauche ich dann noch einmal Geduld. Billy versteht und versteht nicht... er beginnt sich zu ärgern, strampft auf, kriegt dann einen seiner cholerischen Anfälle und beginnt nach allem zu schnappen, was in seiner Reichweite ist - wie z.B. nach meiner 150-Euro-Mecate! Neiiiinnnnnn! *g*
Aber 5 Sekunden später hat er dann einmal die richtige Antwort gegeben, kurz im Genick nachgegeben, Oberlinie rundet sich hübsch -- Ruhe und Lob gekriegt und ab da hatte ers kapiert - "ach so, das willst du"... zupf-knick, zupf-knick, zupf-knick --> Danke schön und Feierabend, Herr Billy! :-)
Mal sehen, ob er sich nächstes Mal noch erinnern kann ;-)
Samstag, 11. Januar 2014
Tadaaa, unser erster Ritt mit Hackamore ist absolviert!
Billy ist recht zufrieden mit dem Ding auf der Nase, was sich vor allem darin zeigt, dass er auch am zweiten Tag des Wochenendes bereitwillig selbige hinhielt, als ich ihm das Bosal hingehalten habe. Da war ich erleichtert, ich habe nach dem allerersten Ritt am Samstag schon gefürchtet, dass er vielleicht davor flüchtet, wie vor dem Gebiss (nicht dass es einen Grund dafür gegeben hätte, aber bekanntermaßen braucht Billy ja nicht immer einen Grund, um irgendwas doof zu finden). Aber ganz im Gegenteil, ich hielt die Hackamore vor seine Nase, und Billy steckte sie freiwillig und zufrieden hinein.
Am Samstag bin ich großteils mit Knotenhalfter geritten; irgendwie habe ich das in den letzten Wochen und Monaten vernachlässigt. Wenn ich schon nur am Wochenende Zeit und Licht zum Reiten hatte, dann wollte ich halt auch immer unsere Übungen à la Kreinberg machen, wo die so schön klappen - aber halt mit Gebiss und zwar leichtem, aber doch stetigem Kontakt. Lieber wäre mir immer gewesen, ich könnte die gleichen ÜBungen mit der gleichen Biegung mit bloßen Impulsen reiten- was mir nur nie gelungen ist (auch mangels Trainer, der es so vermittelt) - nun, nach dem Workhsop mit Kurt, habe ich neue Ideen und neuen Mut und auch Hilfe wenn nötig, das konsequent auszuprobieren. Mal sehen, ob wir's hinkriegen!
Zuerst also auf Knoti warmgeritten. Quer über unser Riesenviereck, das war leergeräumt, weil es danach frisch abgezogen wurde. Ich hab darauf geachtet, Billy wieder mehr auf Lenkung durch Gewichtverlagerung zu konditionieren. Dabei auf einige Punkte geachtet, die wir im Hackamore-Workshop gelernt haben:
Ich selbst sitze mal außen, mal innen. In seitwärts-Bewegungen "schiebe" ich den Billy gern vor mir her, einfach weil es bisher immer besser funktioniert hat. Freilich verwirrt das ganze vielleicht, und ich werde jetzt einmal eine Zeitlang versuchen, konsequent in Bewegungsrichtung zu sitzen.
Nachdem Billy und ich uns so langweiliiiig über den Platz bewegt hatten, saß ich ab, schnallte das Knoti ab und die Hackamore dran, und weiter gings wie gehabt. Ich bemühte mich, den Zügel wenn möglich gar nicht zu verwenden und über Gewicht zu reiten, Schritt und Trab. Tja, und dann war unser erster Hackamore-Ritt auch schon beendet!
Hier ist nun mein Programm für die nächste Zeit:
Billy ist recht zufrieden mit dem Ding auf der Nase, was sich vor allem darin zeigt, dass er auch am zweiten Tag des Wochenendes bereitwillig selbige hinhielt, als ich ihm das Bosal hingehalten habe. Da war ich erleichtert, ich habe nach dem allerersten Ritt am Samstag schon gefürchtet, dass er vielleicht davor flüchtet, wie vor dem Gebiss (nicht dass es einen Grund dafür gegeben hätte, aber bekanntermaßen braucht Billy ja nicht immer einen Grund, um irgendwas doof zu finden). Aber ganz im Gegenteil, ich hielt die Hackamore vor seine Nase, und Billy steckte sie freiwillig und zufrieden hinein.
Am Samstag bin ich großteils mit Knotenhalfter geritten; irgendwie habe ich das in den letzten Wochen und Monaten vernachlässigt. Wenn ich schon nur am Wochenende Zeit und Licht zum Reiten hatte, dann wollte ich halt auch immer unsere Übungen à la Kreinberg machen, wo die so schön klappen - aber halt mit Gebiss und zwar leichtem, aber doch stetigem Kontakt. Lieber wäre mir immer gewesen, ich könnte die gleichen ÜBungen mit der gleichen Biegung mit bloßen Impulsen reiten- was mir nur nie gelungen ist (auch mangels Trainer, der es so vermittelt) - nun, nach dem Workhsop mit Kurt, habe ich neue Ideen und neuen Mut und auch Hilfe wenn nötig, das konsequent auszuprobieren. Mal sehen, ob wir's hinkriegen!
Zuerst also auf Knoti warmgeritten. Quer über unser Riesenviereck, das war leergeräumt, weil es danach frisch abgezogen wurde. Ich hab darauf geachtet, Billy wieder mehr auf Lenkung durch Gewichtverlagerung zu konditionieren. Dabei auf einige Punkte geachtet, die wir im Hackamore-Workshop gelernt haben:
- Oberkörper tendenziell weiter vor als zurück. Tatsächlich hatte ich beim Workshop das Gefühl, völlig vorderlastig zu sitzen, als ich in Wirklichkeit (und von allen Teilnehmern bestätigt) den Oberkörper in der Senkrechten hatte. Den meisten anderen ging es ähnlich.
- Arme weit vorstrecken, die Hände bleiben jedenfalls immer VOR dem Sattel(horn). Kurt wollte uns mit recht weit ausgestreckten Armen das Pferd "dirigieren" sehen (er hatte den Vergleich mit einem Dirigenten, der den Arm aus der Schulter bewegt, statt nur aus dem Ellbogen oder gar dem Handgelenk). Angewinkelte Ellbogen verleiten dazu, rückwärts zu ziehen. Tatsächlich ist rückwärts ziehen mit ausgestreckten Armen so gut wie unmöglich.
- In Wendungen sollten wir den jeweils inneren Arm nach vorne/seitwärts ausstrecken, mit dem Handrücken nach oben, "als wollten wir auf die Uhr schauen". Das - wie wir später auf der Holzbank ausprobierten und deutlich spüren konnten - führt ganz automatisch dazu, dass das Gewicht nach innen verlagert wird, und somit zu einem weiteren wichtigen Punkt:
- Gewicht immer in Bewegungsrichtung!
- In Wendungen bleibt die äußere Hand unten und vorne am Sattelblatt fixiert, um auf jeden Fall zu verhindern, dass man mit beiden Händen agiert.
Ich selbst sitze mal außen, mal innen. In seitwärts-Bewegungen "schiebe" ich den Billy gern vor mir her, einfach weil es bisher immer besser funktioniert hat. Freilich verwirrt das ganze vielleicht, und ich werde jetzt einmal eine Zeitlang versuchen, konsequent in Bewegungsrichtung zu sitzen.
Nachdem Billy und ich uns so langweiliiiig über den Platz bewegt hatten, saß ich ab, schnallte das Knoti ab und die Hackamore dran, und weiter gings wie gehabt. Ich bemühte mich, den Zügel wenn möglich gar nicht zu verwenden und über Gewicht zu reiten, Schritt und Trab. Tja, und dann war unser erster Hackamore-Ritt auch schon beendet!
Hier ist nun mein Programm für die nächste Zeit:
- Wendungen wieder perfektionieren, sodass sie auch ganz ohne Kopfstück fein justiert funktionieren.
- Biegung mit der Hackamore mittels Impulsen herstellen und Billy beibringen, diese zu halten.
Sonntag, 5. Januar 2014
Bosal Workshop mit Kurt Murauer
Gegen Ende November ging es los mit zählen: noch 38x schlafen, noch 37x schlafen, noch ... Am 23. Dezember begann der Feiertagscountdown: noch 13x schlafen!! Moment... 13x?
Jaaa, weil Weihnachten war gestern - heute war endlich endlich unser Bosal-Workshop bei Kurt Murauer in OÖ!
Eine Handvoll (wörtlich) Hackamore- und Altkalifornien-Enthusiasten machte sich in aller Herrgottsfrühe im Dunkeln von Wien und Umgebung auf nach Ried zu Jac's Stable. Wir wurden super herzlich mit Kaffee empfangen, und dann gings auch schon los:
Zuerst einmal stand Theorie auf dem Programm. Was bedeutet altkalifornisch überhaupt? Wir erfuhren Grundlegendes zur Reitweise und zur Bedienung Hackamore. Und dann gings auch schon los zur Praxis und ans Pferd. 4 Teilnehmer durften sich jeweils eine Stunde auf Kurts und Manuelas Hackamore-Pferden in das "neue Gerät" einfummeln.
Ich war gleich als allererste dran und durfte auf dem toll ausgebildeten Jac reiten. Anfangs gab es Infos zum Sitz, Handhaltung und Impulsgebung. Und dann sollten wir uns doch tatsächlich in Bewegung setzen auch noch! ;-) Der arme Jac! Wir kamen ein bisschen wie ein betrunkenes Pärchen daher, denn die Justierung der Gewichtshilfen ist bei Jac so fein, dass ich mich - verglichen mit "Bulldozer Billy" - auf einem Formel-1-Pferd wähnte. Jac versuchte verzweifelt mich zu verstehen und bot sein Können an: Du da oben, meinst du vielleicht einen Seitengang? Diesen? Nein? Diesen? Auch nicht? Aaaaah, einfach eine Volte, na sag das doch gleich, statt da oben herumzuturnen! ;-)
Die Lenkung erfolgt bei Kurts Pferden so gut wie ausschließlich über das Gewicht; dies soll immer in Bewegungsrichtung liegen. Wir übten das auf zunächst großen, dann auch immer enger (sehr eng!) werdenden Zirkeln. Für die Gewichtsverlagerung sollten wir den jeweils inneren Arm nach vorne-innen strecken. Die äußere Hand sollte unten am Sattel bleiben. Denn wichtig bei der Hackamore: Niemals an beiden Zügeln ziehen, und auch niemals rückwärts ziehen. Jac und ich begaben uns auf einen Achter, das klappte sogar halbwegs (nachdem ich mit Hilfe zweier Hütchen die Orientierung in der Halle wieder gewonnen hatte - so einfach ist das schließlich nicht!!). Kurt zeigte uns, wie sich Jac mit Impulsen an der Hackamore stellen ließ und schließlich - mit Innen- und Außenimpulsen in Kombination - dann auch im Genick nachgab. Denn die Zügelhilfen dienen im Altkalifornischen Westernreiten ausschließlich dazu, dem Pferd die Kopfposition zu signalisieren, die man möchte. Gelenkt wird, wie gesagt, rein mit Gewicht, ebenso angehalten oder rückwärts gegangen. Kurt demonstrierte das schön, indem er von mir und Jac einen Achter in Außenstellung verlangte - Gewicht in Bewegungsrichtung, aber Kopf mit Impulsen in Konterstellung positionieren. Das klappte sogar ganz gut :-)
In den nachfolgenden Stunden gab es dann noch Erklärungen zum Rückwärts, Anhalten, Schlangenlinien und somit jede Menge Input, was wir anfänglich mit unseren Pferden zu Hause üben können.
Zum Abschluss des Praxisteils zeigte uns Kurt, was der Woody so alles drauf hat, wenn man es abfragen kann ;-). Eine sehr schöne Darbietung.
Danach ging es zurück ins warme Stüberl und es folgte noch ein sehr ausführlicher Theorie-Block zur Ausrüstung selbst. Auswahl der Hackamore für die eigenen Bedürfnisse und die des Pferdes, Arten, Qualität, einiges zur Mecate, zur Anpassung, und auch zur Terminologie sowie Tips zum Einkauf.
Zum Abschluss sahen wir uns gemeinsam noch ein Kapitel aus Jean Claude Dyslis DVD an, ein schöner Ausklang.
Und nun heißt es ran ans Gerät! Mein Bosal ist formenderweise eingespannt und wartet auf die Billy-Nase. Fortsetzung folgt! :-)
Jaaa, weil Weihnachten war gestern - heute war endlich endlich unser Bosal-Workshop bei Kurt Murauer in OÖ!
Eine Handvoll (wörtlich) Hackamore- und Altkalifornien-Enthusiasten machte sich in aller Herrgottsfrühe im Dunkeln von Wien und Umgebung auf nach Ried zu Jac's Stable. Wir wurden super herzlich mit Kaffee empfangen, und dann gings auch schon los:
Zuerst einmal stand Theorie auf dem Programm. Was bedeutet altkalifornisch überhaupt? Wir erfuhren Grundlegendes zur Reitweise und zur Bedienung Hackamore. Und dann gings auch schon los zur Praxis und ans Pferd. 4 Teilnehmer durften sich jeweils eine Stunde auf Kurts und Manuelas Hackamore-Pferden in das "neue Gerät" einfummeln.
Ich war gleich als allererste dran und durfte auf dem toll ausgebildeten Jac reiten. Anfangs gab es Infos zum Sitz, Handhaltung und Impulsgebung. Und dann sollten wir uns doch tatsächlich in Bewegung setzen auch noch! ;-) Der arme Jac! Wir kamen ein bisschen wie ein betrunkenes Pärchen daher, denn die Justierung der Gewichtshilfen ist bei Jac so fein, dass ich mich - verglichen mit "Bulldozer Billy" - auf einem Formel-1-Pferd wähnte. Jac versuchte verzweifelt mich zu verstehen und bot sein Können an: Du da oben, meinst du vielleicht einen Seitengang? Diesen? Nein? Diesen? Auch nicht? Aaaaah, einfach eine Volte, na sag das doch gleich, statt da oben herumzuturnen! ;-)
Die Lenkung erfolgt bei Kurts Pferden so gut wie ausschließlich über das Gewicht; dies soll immer in Bewegungsrichtung liegen. Wir übten das auf zunächst großen, dann auch immer enger (sehr eng!) werdenden Zirkeln. Für die Gewichtsverlagerung sollten wir den jeweils inneren Arm nach vorne-innen strecken. Die äußere Hand sollte unten am Sattel bleiben. Denn wichtig bei der Hackamore: Niemals an beiden Zügeln ziehen, und auch niemals rückwärts ziehen. Jac und ich begaben uns auf einen Achter, das klappte sogar halbwegs (nachdem ich mit Hilfe zweier Hütchen die Orientierung in der Halle wieder gewonnen hatte - so einfach ist das schließlich nicht!!). Kurt zeigte uns, wie sich Jac mit Impulsen an der Hackamore stellen ließ und schließlich - mit Innen- und Außenimpulsen in Kombination - dann auch im Genick nachgab. Denn die Zügelhilfen dienen im Altkalifornischen Westernreiten ausschließlich dazu, dem Pferd die Kopfposition zu signalisieren, die man möchte. Gelenkt wird, wie gesagt, rein mit Gewicht, ebenso angehalten oder rückwärts gegangen. Kurt demonstrierte das schön, indem er von mir und Jac einen Achter in Außenstellung verlangte - Gewicht in Bewegungsrichtung, aber Kopf mit Impulsen in Konterstellung positionieren. Das klappte sogar ganz gut :-)
In den nachfolgenden Stunden gab es dann noch Erklärungen zum Rückwärts, Anhalten, Schlangenlinien und somit jede Menge Input, was wir anfänglich mit unseren Pferden zu Hause üben können.
Zum Abschluss des Praxisteils zeigte uns Kurt, was der Woody so alles drauf hat, wenn man es abfragen kann ;-). Eine sehr schöne Darbietung.
Danach ging es zurück ins warme Stüberl und es folgte noch ein sehr ausführlicher Theorie-Block zur Ausrüstung selbst. Auswahl der Hackamore für die eigenen Bedürfnisse und die des Pferdes, Arten, Qualität, einiges zur Mecate, zur Anpassung, und auch zur Terminologie sowie Tips zum Einkauf.
Zum Abschluss sahen wir uns gemeinsam noch ein Kapitel aus Jean Claude Dyslis DVD an, ein schöner Ausklang.
Und nun heißt es ran ans Gerät! Mein Bosal ist formenderweise eingespannt und wartet auf die Billy-Nase. Fortsetzung folgt! :-)
Mittwoch, 11. Dezember 2013
Finster war's ....
Ach was bin ich stolz auf uns!
Heute habe ich mich zum ersten Mal mit Billy im Finstern "vor die Türe" gewagt, sprich, wir haben das Stallgelände verlassen. Wenn ich es je schaffen will, die Halle zu benutzen, müssen wir da durch, etwa 5 Minuten auf einem kleinen Weg neben der Straße (zum Glück durch Böschung und Bäume getrennt, also nicht direkt an der Straße).
Billy war völlig cool, nur Frauli flippt, wie immer. Da sich Billy aber benahm wie bei Tageslicht auch, und sich außerdem durch meine doch recht helle Stirnlampe überhaupt nicht gestört zu fühlen scheint, wurde ich auch bald ruhig. Billy zupfte Gräser, die Stirnlampe leuctete uns den Weg völlig ausreichend aus, und auch die vorbeirasenden Autoscheinwerfer schienen Billy nicth zu interessieren.
Ich ging nicht besonders weit, aber so ca. die Hälfte des Weges zur Halle war das bereits.
Also - bald keine Ausreden mehr.
Die unbekannte Halle werde ich trotzdem das erste Mal bei Tageslicht besuchen. Und Billy braucht wohl irgendeine Reflexdecke oder sowas.
Heute habe ich mich zum ersten Mal mit Billy im Finstern "vor die Türe" gewagt, sprich, wir haben das Stallgelände verlassen. Wenn ich es je schaffen will, die Halle zu benutzen, müssen wir da durch, etwa 5 Minuten auf einem kleinen Weg neben der Straße (zum Glück durch Böschung und Bäume getrennt, also nicht direkt an der Straße).
Billy war völlig cool, nur Frauli flippt, wie immer. Da sich Billy aber benahm wie bei Tageslicht auch, und sich außerdem durch meine doch recht helle Stirnlampe überhaupt nicht gestört zu fühlen scheint, wurde ich auch bald ruhig. Billy zupfte Gräser, die Stirnlampe leuctete uns den Weg völlig ausreichend aus, und auch die vorbeirasenden Autoscheinwerfer schienen Billy nicth zu interessieren.
Ich ging nicht besonders weit, aber so ca. die Hälfte des Weges zur Halle war das bereits.
Also - bald keine Ausreden mehr.
Die unbekannte Halle werde ich trotzdem das erste Mal bei Tageslicht besuchen. Und Billy braucht wohl irgendeine Reflexdecke oder sowas.
Donnerstag, 5. Dezember 2013
Update
Meine Güte, die Zeit verfliegt!
Nur 1 Post im November!
Wir haben uns im neuen Stall jetzt beide vollkommen eingelebt, alles läuft wie geplant.
Unter der Woche, ohne Licht, übe ich Basics wie Porcupine Games und Friendly Games. V.a. letztere haben wir auf eine ganz neue Stufe gebracht ;-). Billy kann besser unterscheiden, wann ich was will und wann nicht, vielleicht kann ich meine Energie momentan besser hoch- und runterschrauben als früher. Billy reagiert ungewöhnlich zackig auf Driving und Porcupine Games, und entspannt sich vollkommen selbst bei Extreme-Friendly-Games - das ganze auch vom Sattel aus, etwa letztens: Ich saß im Sattel, 2 Sticks mit STrings dran, und links und rechts vom Pferd wirklich massiv rotiert mit wildem Klatschen auf den Boden - Billy steht, Augenlider auf Halbmast, Hinterbein entspannt abgestellt, und wartet, bis Frauli mit den Turnübungen da oben fertig ist. Und dann möchte ich losreiten - Energie rauf, ein Hauch von Anspannung im Hintern und ein Hauch von Schenkeldruck, und Billy wacht auf und stapft los. Genial.
Das große Viereck trägt glaub ich eine Menge zu seinem enorm gestiegenen Go bei. Ich würde sagen, Billy ist gerade wirklich perfekt, was die Balance von Whoa und Go angeht. Es gibt, seit wir hier sind, z.B. keine dieser elendslangen Diskussionen um den Trab mehr. Mir fällt erst jetzt auf, wie ich mich daran gewöhnt hatte, dass es normal war, Billy ungefähr 3, 4, 5x zum Traben aufzufordern, meist mit immer höheren Phasen - sonst hielt er den Trab halt nicht. Und jetzt: An Trab denken. Sobald er mich verstanden hat, trabt er, und hört nicht mehr auf. Gleich beim ersten Mal anfragen. So habe ich z.B. vor ein paar Tagen wieder einmal das gute alte Trotting Game gemacht - ihr wisst schon: Pferd in Trab halten (sollte es verfallen), die Richtung bestimmt das Pferd. Das war ja früher mühsame Arbeit, bis Billy kapiert und v.a. akzeptiert hatte, dass es keinen Sinn hat, dauernd stehenzubleiben oder Schritt zu gehen. Und heute? 1x antraben, und wir traben. Und traben. Und traben. Und traben.
Das angenehme Go verbessert auch unglaublich unsere Gymnastik-Arbeit. Seit dem Kreinberg-Kurs Ende September war ich fleißig dran, Billy viel zu biegen. Volten, Zirkel, Schlangenlinien in alle Richtungen, enge, große, dazwischen gerade Linien und aufgepeppt mit Übergängen und Schaukelübungen, und wir experimentieren auch mit Außen- und Innenstellungsvariationen. Ich kann gar nicht sagen, wie geschmeidig ihn das jetzt gemacht hat! Billy kann nun den Trab in engen Volten halten, davon konnte ich früher nur träumen. Er schiebt sich zusammen, um die Biegung im Trab zu bewältigen, und fängt an zu schweben und zu federn. Das Reiten mit Gebiss und Kontakt funktioniert mittlerweile toll, Billy rundet sich, biegt sich und akzeptiert den leichten Kontakt, und manchmal hab ich sogar das Gefühl, dieses neue Bewegungsgefühl macht ihm Spaß.
Wir arbeiten auch immer wieder ein bisschen am Galopp, womit wir bei Peter Kreinberg angefangen haben. Auch da kann Billy sich jetzt besser biegen und zusammenschieben, sodass wir akzeptable Zirkel zusammenbringen.
Auch hier das ungewöhnliche Go. Statt dass ich nun um jeden Galoppsprung betteln muss, bettelt umgekehrt Billy nun, ob er nicht ein bisschen schneller und geradeaus galoppieren darf. Kurzes Überlegen - ja, warum nicht. Zügel lang, schnalzen, los gehts. Zügel lang, eine Passenger-Lesson im Galopp. Billy galoppiert. Und galoppiert. Und galoppiert. Und galoppiert. Eine Runde, zwei Runden, 3 Runden (er hält sich brav am Zaun ;-) . Frauli staunt. 4 Runden, 5 Runden, 6 Runden.... Billy fängt an zu schnaufen (bei einer Seitenlänge von geschätzten 60m im quadratischen Viereck galoppieren wir jetzt auch schon über einen ganzen Kilometer), galoppiert aber weiter. Die eine Seite zum Stall hin gibt er immer Gas, ist aber mit "bremsender ATmung" meinerseits in den Schritt abrufbar - daher lasse ich ihn. Nach der 6. Runde hätte Billy genug, jetzt muss er noch eine, schön langsam, und dann reicht das.
Also momentan ist die Reiterei - und auch die Bodenarbeit, die wir machen - einfach nur ein Traum!
Das bemerkte ich v.a. an dem Wochenende, an dem ich eine Trainerin zum Plaudern besuchte, die mir ein bisschen was übers Bosal-REiten beibringen sollte. Eigentlich dachte ich da nur an etwas Theorie, aber sie überaschte mich damit, dass sie mir einfach alles gleich in der Praxis zeigen wollte und mich somit einfach auf ihr Pferd hockte. Ja, was soll ich sagen.... was war ich froh, am nächsten Tag wieder auf den Billy zu klettern, der mich versteht, nicht diskutiert (ja, das ist ja neu, aber trotzdem), trabt wenn ich danach frage, stehenbleibt wenn ich danach frage.... es ist doch wie ein Nach-Hause-Kommen: das eigene Bettchen, das eigene Lümmel-Sofa... zu Haus ist's doch am schönsten.
Das Reiten mit Bosal ist ein weiteres Projekt, das gerade voll im Laufen ist. Nach meinem Besuch in "Jac's Stable" bei Kurt und Manuela organisieren wir jetzt einen kleinen Workshop Anfang Jänner. Da soll Billy's Frauli die Grundlagen der Bosal-Handhabung erlernen. Ich freue mich schon riesig. Inzwischen gibt es ein paar Anproben für Billy, um sein Hackamore zu finden. Da wird es sicher bald noch weitere Berichte geben, ich freue mich jedenfalls schon riesig auf den Jänner.
Nur 1 Post im November!
Wir haben uns im neuen Stall jetzt beide vollkommen eingelebt, alles läuft wie geplant.
Unter der Woche, ohne Licht, übe ich Basics wie Porcupine Games und Friendly Games. V.a. letztere haben wir auf eine ganz neue Stufe gebracht ;-). Billy kann besser unterscheiden, wann ich was will und wann nicht, vielleicht kann ich meine Energie momentan besser hoch- und runterschrauben als früher. Billy reagiert ungewöhnlich zackig auf Driving und Porcupine Games, und entspannt sich vollkommen selbst bei Extreme-Friendly-Games - das ganze auch vom Sattel aus, etwa letztens: Ich saß im Sattel, 2 Sticks mit STrings dran, und links und rechts vom Pferd wirklich massiv rotiert mit wildem Klatschen auf den Boden - Billy steht, Augenlider auf Halbmast, Hinterbein entspannt abgestellt, und wartet, bis Frauli mit den Turnübungen da oben fertig ist. Und dann möchte ich losreiten - Energie rauf, ein Hauch von Anspannung im Hintern und ein Hauch von Schenkeldruck, und Billy wacht auf und stapft los. Genial.
Das große Viereck trägt glaub ich eine Menge zu seinem enorm gestiegenen Go bei. Ich würde sagen, Billy ist gerade wirklich perfekt, was die Balance von Whoa und Go angeht. Es gibt, seit wir hier sind, z.B. keine dieser elendslangen Diskussionen um den Trab mehr. Mir fällt erst jetzt auf, wie ich mich daran gewöhnt hatte, dass es normal war, Billy ungefähr 3, 4, 5x zum Traben aufzufordern, meist mit immer höheren Phasen - sonst hielt er den Trab halt nicht. Und jetzt: An Trab denken. Sobald er mich verstanden hat, trabt er, und hört nicht mehr auf. Gleich beim ersten Mal anfragen. So habe ich z.B. vor ein paar Tagen wieder einmal das gute alte Trotting Game gemacht - ihr wisst schon: Pferd in Trab halten (sollte es verfallen), die Richtung bestimmt das Pferd. Das war ja früher mühsame Arbeit, bis Billy kapiert und v.a. akzeptiert hatte, dass es keinen Sinn hat, dauernd stehenzubleiben oder Schritt zu gehen. Und heute? 1x antraben, und wir traben. Und traben. Und traben. Und traben.
Das angenehme Go verbessert auch unglaublich unsere Gymnastik-Arbeit. Seit dem Kreinberg-Kurs Ende September war ich fleißig dran, Billy viel zu biegen. Volten, Zirkel, Schlangenlinien in alle Richtungen, enge, große, dazwischen gerade Linien und aufgepeppt mit Übergängen und Schaukelübungen, und wir experimentieren auch mit Außen- und Innenstellungsvariationen. Ich kann gar nicht sagen, wie geschmeidig ihn das jetzt gemacht hat! Billy kann nun den Trab in engen Volten halten, davon konnte ich früher nur träumen. Er schiebt sich zusammen, um die Biegung im Trab zu bewältigen, und fängt an zu schweben und zu federn. Das Reiten mit Gebiss und Kontakt funktioniert mittlerweile toll, Billy rundet sich, biegt sich und akzeptiert den leichten Kontakt, und manchmal hab ich sogar das Gefühl, dieses neue Bewegungsgefühl macht ihm Spaß.
Wir arbeiten auch immer wieder ein bisschen am Galopp, womit wir bei Peter Kreinberg angefangen haben. Auch da kann Billy sich jetzt besser biegen und zusammenschieben, sodass wir akzeptable Zirkel zusammenbringen.
Auch hier das ungewöhnliche Go. Statt dass ich nun um jeden Galoppsprung betteln muss, bettelt umgekehrt Billy nun, ob er nicht ein bisschen schneller und geradeaus galoppieren darf. Kurzes Überlegen - ja, warum nicht. Zügel lang, schnalzen, los gehts. Zügel lang, eine Passenger-Lesson im Galopp. Billy galoppiert. Und galoppiert. Und galoppiert. Und galoppiert. Eine Runde, zwei Runden, 3 Runden (er hält sich brav am Zaun ;-) . Frauli staunt. 4 Runden, 5 Runden, 6 Runden.... Billy fängt an zu schnaufen (bei einer Seitenlänge von geschätzten 60m im quadratischen Viereck galoppieren wir jetzt auch schon über einen ganzen Kilometer), galoppiert aber weiter. Die eine Seite zum Stall hin gibt er immer Gas, ist aber mit "bremsender ATmung" meinerseits in den Schritt abrufbar - daher lasse ich ihn. Nach der 6. Runde hätte Billy genug, jetzt muss er noch eine, schön langsam, und dann reicht das.
Also momentan ist die Reiterei - und auch die Bodenarbeit, die wir machen - einfach nur ein Traum!
Das bemerkte ich v.a. an dem Wochenende, an dem ich eine Trainerin zum Plaudern besuchte, die mir ein bisschen was übers Bosal-REiten beibringen sollte. Eigentlich dachte ich da nur an etwas Theorie, aber sie überaschte mich damit, dass sie mir einfach alles gleich in der Praxis zeigen wollte und mich somit einfach auf ihr Pferd hockte. Ja, was soll ich sagen.... was war ich froh, am nächsten Tag wieder auf den Billy zu klettern, der mich versteht, nicht diskutiert (ja, das ist ja neu, aber trotzdem), trabt wenn ich danach frage, stehenbleibt wenn ich danach frage.... es ist doch wie ein Nach-Hause-Kommen: das eigene Bettchen, das eigene Lümmel-Sofa... zu Haus ist's doch am schönsten.
Das Reiten mit Bosal ist ein weiteres Projekt, das gerade voll im Laufen ist. Nach meinem Besuch in "Jac's Stable" bei Kurt und Manuela organisieren wir jetzt einen kleinen Workshop Anfang Jänner. Da soll Billy's Frauli die Grundlagen der Bosal-Handhabung erlernen. Ich freue mich schon riesig. Inzwischen gibt es ein paar Anproben für Billy, um sein Hackamore zu finden. Da wird es sicher bald noch weitere Berichte geben, ich freue mich jedenfalls schon riesig auf den Jänner.
Montag, 4. November 2013
Ein ereignisreiches Wochenende, und ein langes noch dazu, mit Feiertag :-)
Am Freitag haben wir alle Pferde entwurmt. Vorher wurde jeder einzeln abgewogen. 590 kg hat der Billy, pfuuuh. Mal sehen ob er sich das nun abtrainiert ;-). So ein bisschen Speck hat er schon...
Am Nachmittag hatte ich dann Gelegenheit, zum ersten Mal mit einer Miteinstellerin das Gelände zu erkunden, es ging auf unseren ersten Ausritt dort! Billy benahm sich brav, aber wäre der Herdenchef da nicht vorangetrappst, hätte das vermutlich anders ausgesehen. Ich nutze jetzt aber jeden Tag, an dem ich Tageslicht habe, um den Weg weg vom Stall als "Arbeitsplatz" für Bodenarbeit zu nutzen: bisschen rückwärts, bisschen stick to me, bisschen seitwärts usw. Um in unsere Köpfe zu hämmern: es gibt keinen Unterschied zwischen Reitplatz und Gelände. Dem Frauli zuhören und gehorchen muss man hier wie dort ;-)
Am Samstag und Sonntag bin ich dann noch jeweils Finesse geritten. Billy und ich sind ein paar der Übungen von Peter Kreinberg durchgeritten, heißt im Klartext: Biegen, durchkneten, biegen, biegen und nochmal biegen. ;-). Dabei waren: "Slalomvolten", also ein Slalom um Hütchen, um jedes davon ncoh eine Volte einschieben, einmal nach links, einmal nach rechts; das ganze dann auch noch im Trab, dabei begann Billy dann zu schweben! Ganz toll! Vor einigen Monaten konnte er sich noch nicht so sehr zusammenschieben und biegen, dass er so enge Volten im Trab geschafft hätte. Cool :-)
Dann: Volten + Schulterherein von Hütchen zu Hütchen. Um jedes Hütchen, das ich auf der Mittellinie liegen hatte, eine Volte, daraus dann parallel zur Hütchenlinie ein paar Tritte Schulterherein, bis das nächste Hütchen da ist - wieder Volte.
Weiters: Wiegetritte. Anhalten, rückwärts steigen, wieder vorwärts. Aus dem Rückwärts Antraben. Diese Übung hat uns Peter Kreinberg ganz besonders ans Herz gelegt, als "Rückengymnastik pur". Auch hier von Hütchen zu Hütchen gehangelt: Anhalten, Rückwärts, 3 Tritte Trab, anhalten, rückwärts , ...
Und schließlich fuhr ich Sonntag Nachmittag noch Mitblogger besuchen, und zwar Manuela und Kurt von Jac's Stable! Wir hatten einen richtig tollen Nachmittag, ich durfte einiges zum Thema Bosal/Hackamore erfahren und Kurt mit Jac reitenderweise bewundern. Zu sagen hab ich dazu nichts, da fehlen einem nämlich die Worte! ;-)
Vielen Dank dass ich euch so lange belagern durfte, ich hoffe auf ein Wiedersehen!
Am Freitag haben wir alle Pferde entwurmt. Vorher wurde jeder einzeln abgewogen. 590 kg hat der Billy, pfuuuh. Mal sehen ob er sich das nun abtrainiert ;-). So ein bisschen Speck hat er schon...
Am Nachmittag hatte ich dann Gelegenheit, zum ersten Mal mit einer Miteinstellerin das Gelände zu erkunden, es ging auf unseren ersten Ausritt dort! Billy benahm sich brav, aber wäre der Herdenchef da nicht vorangetrappst, hätte das vermutlich anders ausgesehen. Ich nutze jetzt aber jeden Tag, an dem ich Tageslicht habe, um den Weg weg vom Stall als "Arbeitsplatz" für Bodenarbeit zu nutzen: bisschen rückwärts, bisschen stick to me, bisschen seitwärts usw. Um in unsere Köpfe zu hämmern: es gibt keinen Unterschied zwischen Reitplatz und Gelände. Dem Frauli zuhören und gehorchen muss man hier wie dort ;-)
Am Samstag und Sonntag bin ich dann noch jeweils Finesse geritten. Billy und ich sind ein paar der Übungen von Peter Kreinberg durchgeritten, heißt im Klartext: Biegen, durchkneten, biegen, biegen und nochmal biegen. ;-). Dabei waren: "Slalomvolten", also ein Slalom um Hütchen, um jedes davon ncoh eine Volte einschieben, einmal nach links, einmal nach rechts; das ganze dann auch noch im Trab, dabei begann Billy dann zu schweben! Ganz toll! Vor einigen Monaten konnte er sich noch nicht so sehr zusammenschieben und biegen, dass er so enge Volten im Trab geschafft hätte. Cool :-)
Dann: Volten + Schulterherein von Hütchen zu Hütchen. Um jedes Hütchen, das ich auf der Mittellinie liegen hatte, eine Volte, daraus dann parallel zur Hütchenlinie ein paar Tritte Schulterherein, bis das nächste Hütchen da ist - wieder Volte.
Weiters: Wiegetritte. Anhalten, rückwärts steigen, wieder vorwärts. Aus dem Rückwärts Antraben. Diese Übung hat uns Peter Kreinberg ganz besonders ans Herz gelegt, als "Rückengymnastik pur". Auch hier von Hütchen zu Hütchen gehangelt: Anhalten, Rückwärts, 3 Tritte Trab, anhalten, rückwärts , ...
Und schließlich fuhr ich Sonntag Nachmittag noch Mitblogger besuchen, und zwar Manuela und Kurt von Jac's Stable! Wir hatten einen richtig tollen Nachmittag, ich durfte einiges zum Thema Bosal/Hackamore erfahren und Kurt mit Jac reitenderweise bewundern. Zu sagen hab ich dazu nichts, da fehlen einem nämlich die Worte! ;-)
Vielen Dank dass ich euch so lange belagern durfte, ich hoffe auf ein Wiedersehen!
Montag, 28. Oktober 2013
Am Wochenende gabs bei uns einen kleinen Workshop mit Richard Thompson; Richard Thompson ist direkter Schüler von Buck Brannaman!
Ich konnte als Zuschauer mitmachen und hab wieder ein paar kleine feine Inputs bekommen. Nichts was man nicht schon eiiigentlich wissen würde, aber so Kleinigkeiten, die man immer wieder vergisst.
Richard machte als Übung mit den Teilnehmern das, was es bei Parelli als "Direct-Indirect-Rein-Ballett" gibt, vom Boden aus: Lateral biegen, die Hinterhand zum Untertreten bringen (Respekt vorm Innenschenkel), dann die Vorhand herumbringen (Respekt vorm Innenzügel), das Pferd wechselt die Seite mit der Nase an unserem Bauchnabel vorbei, dann die Vorhand weiter herumbringen, jetzt von der anderen Seite mit dem Seil am Hals(Respekt vorm Außenzügel), dann mit Hand an Sattellage (wo der jeweilige Sitzbeinhöcker wäre) und Schenkellage (Respekt vorm Außenschenkel).
Übungen vom Sattel aus waren Rückwärtsrichten in Übereinstimmung mit den Füßen, dann Rückwärtsrichten mit Richtungswechsel, also um die Kurve. Hier die kleinen aber wichtigen Feinheiten: Es ist immer das Bein am leichtesten und quasi ohne jeglichen "Kampf" beeinflussbar, das gerade den Boden verlassen hat. Und: diese Übung ist sehr "trust-building", denn beim Rückwärtsrichten "um die Ecke" sieht das Pferd nicht, wohin es tritt. Auch diese Übung gibt es bei Parelli, nennt sich "Back and over".
Es wurde auch mit einem Zügel geritten und dabei versucht, das Pferd trotzdem gerade zu halten und gerade anzuhalten sowie rückwärts zu richten;das stellte eine ganz schöne Herausforderung dar; muss ich auch einmal wieder probieren, mit einem Seil auf nur einer Seite zu reiten ;-). Wird sicherlich Lücken offenbaren. ;-)
Zum Schluss gab es noch ein wenig Stangenlabyrinth, wo die Teilnehmer und ihre Pferde sich selbst übertrafen :-)
Es war ein schöner Workshop bei herrlichem Herbstwetter mit einem tollen Instruktor, der hoffentlich nächstes Jahr uns auch wieder beehren wird :-).
Ich konnte als Zuschauer mitmachen und hab wieder ein paar kleine feine Inputs bekommen. Nichts was man nicht schon eiiigentlich wissen würde, aber so Kleinigkeiten, die man immer wieder vergisst.
Richard machte als Übung mit den Teilnehmern das, was es bei Parelli als "Direct-Indirect-Rein-Ballett" gibt, vom Boden aus: Lateral biegen, die Hinterhand zum Untertreten bringen (Respekt vorm Innenschenkel), dann die Vorhand herumbringen (Respekt vorm Innenzügel), das Pferd wechselt die Seite mit der Nase an unserem Bauchnabel vorbei, dann die Vorhand weiter herumbringen, jetzt von der anderen Seite mit dem Seil am Hals(Respekt vorm Außenzügel), dann mit Hand an Sattellage (wo der jeweilige Sitzbeinhöcker wäre) und Schenkellage (Respekt vorm Außenschenkel).
Übungen vom Sattel aus waren Rückwärtsrichten in Übereinstimmung mit den Füßen, dann Rückwärtsrichten mit Richtungswechsel, also um die Kurve. Hier die kleinen aber wichtigen Feinheiten: Es ist immer das Bein am leichtesten und quasi ohne jeglichen "Kampf" beeinflussbar, das gerade den Boden verlassen hat. Und: diese Übung ist sehr "trust-building", denn beim Rückwärtsrichten "um die Ecke" sieht das Pferd nicht, wohin es tritt. Auch diese Übung gibt es bei Parelli, nennt sich "Back and over".
Es wurde auch mit einem Zügel geritten und dabei versucht, das Pferd trotzdem gerade zu halten und gerade anzuhalten sowie rückwärts zu richten;das stellte eine ganz schöne Herausforderung dar; muss ich auch einmal wieder probieren, mit einem Seil auf nur einer Seite zu reiten ;-). Wird sicherlich Lücken offenbaren. ;-)
Zum Schluss gab es noch ein wenig Stangenlabyrinth, wo die Teilnehmer und ihre Pferde sich selbst übertrafen :-)
Es war ein schöner Workshop bei herrlichem Herbstwetter mit einem tollen Instruktor, der hoffentlich nächstes Jahr uns auch wieder beehren wird :-).
Sonntag, 13. Oktober 2013
Billy und ich haben jetzt auch ein Roundpen! Cool für Liberty-Arbeit.
Also haben wir uns da am Wochenende einmal reinbegeben. Das Roundpen ist mitten im Offenstall einer der beiden Herden gelegen, die kommen dann aus ihren "Löchern" gekrochen, stellen sich am Zaun auf und haben Kinoprogramm ;-).
Wir haben am zügigen Umsetzen von Gangart-Änderungen gearbeitet und an Handwechseln. Immer wieder wollte Billy auch mal nach außen wenden, dann wende ich ihn einfach wieder zurück und probiere es gleich noch einmal diszipliniert und nach innen. Das hat gut geklappt. Nach einer etwas längeren Einheit am Samstag und einer nur noch sehr kurzen am Sonntag hatten wir 4 fliegende Galoppwechsel hintereinander (ich hätt mich ja auch mit Trab zufrieden gegeben, aber wenn Billy lieber galoppiert - bitteschön. Dann aber eben auch den Handwechsel).
Abgewechselt haben wir mit viel Friendly Game und ruhigem Stick-To-Me.
Ich war ein bisschen strenger als sonst, denn Billy führt sich schon wieder furchtbar auf beim Putzen, ziemlich rüpelig. Er drängelt, er schubst, er kriegt cholerische Anfälle und schnappt. Daher habe ich die Bodenarbeit vor das Putzen geschoben und sehr auf respektvolles Verhalten geachtet. Grantiges Kopfschlenkern in meine Richtung, nein danke. Nach innen drängeln oder knapp an mir vorbeischrammen - nein danke. Gras fressen während Ruhepause, bitte nein. Er wurde sehr focussiert (während er anfangs durch die vierbeinigen Zuschauer noch ziemlich abgelenkt war) und gleichzeitig sehr entspannt in der Mitte beim FG, und reagierte trotzdem noch zackig auf Änderungen des Energiepegels meinerseits, das war wirklich gut.
Die Konsequenz hat Wirkung gezeigt; Billy war nicht glücklich übers Putzen an bestimmten Stellen (dort kann ich ja dann auch Rücksicht nehmen), äußerte das aber wenigstens halbwegs höflich durch grantiges Schauen, statt gleich rüpelig zu rempeln, mich wegzudrängeln, oder herzubeißen.
Ich muss mich halt zusammenreißen und konsequent bleiben, wie immer ;-).
Also haben wir uns da am Wochenende einmal reinbegeben. Das Roundpen ist mitten im Offenstall einer der beiden Herden gelegen, die kommen dann aus ihren "Löchern" gekrochen, stellen sich am Zaun auf und haben Kinoprogramm ;-).
Wir haben am zügigen Umsetzen von Gangart-Änderungen gearbeitet und an Handwechseln. Immer wieder wollte Billy auch mal nach außen wenden, dann wende ich ihn einfach wieder zurück und probiere es gleich noch einmal diszipliniert und nach innen. Das hat gut geklappt. Nach einer etwas längeren Einheit am Samstag und einer nur noch sehr kurzen am Sonntag hatten wir 4 fliegende Galoppwechsel hintereinander (ich hätt mich ja auch mit Trab zufrieden gegeben, aber wenn Billy lieber galoppiert - bitteschön. Dann aber eben auch den Handwechsel).
Abgewechselt haben wir mit viel Friendly Game und ruhigem Stick-To-Me.
Ich war ein bisschen strenger als sonst, denn Billy führt sich schon wieder furchtbar auf beim Putzen, ziemlich rüpelig. Er drängelt, er schubst, er kriegt cholerische Anfälle und schnappt. Daher habe ich die Bodenarbeit vor das Putzen geschoben und sehr auf respektvolles Verhalten geachtet. Grantiges Kopfschlenkern in meine Richtung, nein danke. Nach innen drängeln oder knapp an mir vorbeischrammen - nein danke. Gras fressen während Ruhepause, bitte nein. Er wurde sehr focussiert (während er anfangs durch die vierbeinigen Zuschauer noch ziemlich abgelenkt war) und gleichzeitig sehr entspannt in der Mitte beim FG, und reagierte trotzdem noch zackig auf Änderungen des Energiepegels meinerseits, das war wirklich gut.
Die Konsequenz hat Wirkung gezeigt; Billy war nicht glücklich übers Putzen an bestimmten Stellen (dort kann ich ja dann auch Rücksicht nehmen), äußerte das aber wenigstens halbwegs höflich durch grantiges Schauen, statt gleich rüpelig zu rempeln, mich wegzudrängeln, oder herzubeißen.
Ich muss mich halt zusammenreißen und konsequent bleiben, wie immer ;-).
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Heute bin ich zum ersten Mal im neuen Stall FreeStyle geritten - mit Barebackpad und Knoti. Alles kein Problem, Billy hat sich wirklich schon richtig gut akklimatisiert. Ein bisschen mehr Go als gewöhnlich hat er noch, aber ich glaube das ist auch bald Geschichte; sonst fühlt er sich an wie immer.
Begonnen habe ich mit den ersten Online-Übungen von Karen Rohlf, ich möchte da wieder etwas einsteigen. Hab ich schon mal, dann irgndwie stecken geblieben.
Wir haben mit einem Friendly Game in Bewegung begonnen. Das war für Billy nun noch gar nicht in Ordnung. Es hat wirlich viele viele Runden gebraucht, bis er sich da richtig entspannt hat - und ich musste auch einiges an mir arbeiten und ausprobieren, bis die Energie ganz ganz draußen war und Billy kapierte, dass das String-Herumwacheln nichts bedeuten soll. Die Waage zwischen Energie-weg- und Energie-hoch funktioniert grad supergut, weil Billy aufmerksamer ist als sonst (noch ;-) ).
Dann weiter zur "Invisible Huma"-Übung. Dabei wird das Pferd auf einen Zirkel geschickt und man selbst bewegt sich mal aus dem Zentrum heraus, läuft mit dem Pferd mit, und bewegt sich wieder ins Zentrum zurück. Hat schlecht geklappt. Erstens hilfe, wo geht der Zirkel überhaupt entlang?? Das Viereck ist riesig ... Dann bremste ich Billy aus, wenn ich zu ihm hinging, obwohl ich wirklich bemüht war, alles an Energie rauszulassen, soweit möglich. Dafür folgte er mir dann brav, wenn ich wieder ins Zentrum zurückging. Wobei mir hier nicht klar ist, wie ich so ganz ohne Energie und unsichtbar in diesem Fall dem Pferd klarmachen soll, dass er draußen bleiben soll - denn sonst hab ich es ja ganz gern und "antrainiert", dass er auf Wegnehmen von Energie und Weggehen meinerseits mir folgen soll. Daher find ich die Übung in dieser Form noch etwas verwirrend.
Weiter zur nächsten Übung: Ins Anhalten schmelzen. Hier soll man aufs Pferd zu und es streicheln, bis es stehenbleibt. Mit dem Ziel, dass man es zum Anhalten bringen kann, wenn man nur daran denkt, es zu loben. Hm, wo ich das so schreibe, will ich denn das?? Muss ich überlegen. ;-) Billy hatte das jedenfalls schnell heraußen.
Danach bin ich noch FreeStyle geritten ohne großen Plan und Ziel, ich wollte ja nur mal austesten, wie er denn nun so drauf ist. Ich bin auch schon richtig lange nicht mehr ohne Sattel geritten ;-). Alles bestens. Wir haben Übergänge geübt, möglichst ohne Zügel, auch ein wenig Rückwärts, galoppiert bin ich auch. Ein paar Trabstangen haben wir mitgenommen, ich mich bemüht, ohne Zügel zu lenken, ob das hier noch so funzt. Ja, tuts!
Einmal dann aus einem Rückwärts angaloppiert, das war so toll, dass ich gleich abgesessen bin - end of session :-)
Begonnen habe ich mit den ersten Online-Übungen von Karen Rohlf, ich möchte da wieder etwas einsteigen. Hab ich schon mal, dann irgndwie stecken geblieben.
Wir haben mit einem Friendly Game in Bewegung begonnen. Das war für Billy nun noch gar nicht in Ordnung. Es hat wirlich viele viele Runden gebraucht, bis er sich da richtig entspannt hat - und ich musste auch einiges an mir arbeiten und ausprobieren, bis die Energie ganz ganz draußen war und Billy kapierte, dass das String-Herumwacheln nichts bedeuten soll. Die Waage zwischen Energie-weg- und Energie-hoch funktioniert grad supergut, weil Billy aufmerksamer ist als sonst (noch ;-) ).
Dann weiter zur "Invisible Huma"-Übung. Dabei wird das Pferd auf einen Zirkel geschickt und man selbst bewegt sich mal aus dem Zentrum heraus, läuft mit dem Pferd mit, und bewegt sich wieder ins Zentrum zurück. Hat schlecht geklappt. Erstens hilfe, wo geht der Zirkel überhaupt entlang?? Das Viereck ist riesig ... Dann bremste ich Billy aus, wenn ich zu ihm hinging, obwohl ich wirklich bemüht war, alles an Energie rauszulassen, soweit möglich. Dafür folgte er mir dann brav, wenn ich wieder ins Zentrum zurückging. Wobei mir hier nicht klar ist, wie ich so ganz ohne Energie und unsichtbar in diesem Fall dem Pferd klarmachen soll, dass er draußen bleiben soll - denn sonst hab ich es ja ganz gern und "antrainiert", dass er auf Wegnehmen von Energie und Weggehen meinerseits mir folgen soll. Daher find ich die Übung in dieser Form noch etwas verwirrend.
Weiter zur nächsten Übung: Ins Anhalten schmelzen. Hier soll man aufs Pferd zu und es streicheln, bis es stehenbleibt. Mit dem Ziel, dass man es zum Anhalten bringen kann, wenn man nur daran denkt, es zu loben. Hm, wo ich das so schreibe, will ich denn das?? Muss ich überlegen. ;-) Billy hatte das jedenfalls schnell heraußen.
Danach bin ich noch FreeStyle geritten ohne großen Plan und Ziel, ich wollte ja nur mal austesten, wie er denn nun so drauf ist. Ich bin auch schon richtig lange nicht mehr ohne Sattel geritten ;-). Alles bestens. Wir haben Übergänge geübt, möglichst ohne Zügel, auch ein wenig Rückwärts, galoppiert bin ich auch. Ein paar Trabstangen haben wir mitgenommen, ich mich bemüht, ohne Zügel zu lenken, ob das hier noch so funzt. Ja, tuts!
Einmal dann aus einem Rückwärts angaloppiert, das war so toll, dass ich gleich abgesessen bin - end of session :-)
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Wir üben ein bisschen unsere Basics, solange es abends halt jetzt finster ist. Der neue Reitplatz hat (noch) kein Licht, aber der Pferdeauslauf ist beleuchtet und eignet sich hervorragend für kleine Übungen.
Kürzlich im No Worries Magazin aufgeschnappt: Pferd an der Schnauze herumführen; bei Parelli gibt es ja "leading by the chin". Irgendwann mal versucht, aber das sind so die kleinen Dinge, die manchmal langweilig sind und man deshalb dann wieder sein lässt. Also hab ich mich auf diese Variante des Porcupine Game heute geübt.
Mir war klar, dass sich hier Lücken auftun werden ;-). Tatsächlich schätzte Billy anfangs gar nicht, dass ich ihm überhaupt die Hand ans Kinn und eine auf die Nase legte, es dauerte ein Weilchen, bis er Abwehrreaktionen sein ließ und sich da überall schön entspannt streicheln ließ. Dann begann ich mit etwas Druck, ihn in meine Richtung zu ziehen. Das ging dann wiederum sehr schnell bis zum ersten Schrittchen. Stop und wieder Streicheln. Wieder Druck bis zu einem Schrittchen. War schon weniger nötig. Wieder streicheln. 2 Schrittchen. 3 Schrittchen. Andere Richtung. Verschiedene Richtungen. Ich dann in Zone 2, in die gleiche Richtung wie Billy schauend.
In 5 Minuten konnte ich ihn am Kinn überall hinführen.
Dazwischen auch ein bisschen rückwärts.
10 Minuten und fertig, Billy durfte sich wieder mit den wichtigen Dingen dieser Welt beschäftigen. Hat die Heuraufe noch offen um diese Zeit? Oder wie schmeckt eigentlich ein Esel?
Kürzlich im No Worries Magazin aufgeschnappt: Pferd an der Schnauze herumführen; bei Parelli gibt es ja "leading by the chin". Irgendwann mal versucht, aber das sind so die kleinen Dinge, die manchmal langweilig sind und man deshalb dann wieder sein lässt. Also hab ich mich auf diese Variante des Porcupine Game heute geübt.
Mir war klar, dass sich hier Lücken auftun werden ;-). Tatsächlich schätzte Billy anfangs gar nicht, dass ich ihm überhaupt die Hand ans Kinn und eine auf die Nase legte, es dauerte ein Weilchen, bis er Abwehrreaktionen sein ließ und sich da überall schön entspannt streicheln ließ. Dann begann ich mit etwas Druck, ihn in meine Richtung zu ziehen. Das ging dann wiederum sehr schnell bis zum ersten Schrittchen. Stop und wieder Streicheln. Wieder Druck bis zu einem Schrittchen. War schon weniger nötig. Wieder streicheln. 2 Schrittchen. 3 Schrittchen. Andere Richtung. Verschiedene Richtungen. Ich dann in Zone 2, in die gleiche Richtung wie Billy schauend.
In 5 Minuten konnte ich ihn am Kinn überall hinführen.
Dazwischen auch ein bisschen rückwärts.
10 Minuten und fertig, Billy durfte sich wieder mit den wichtigen Dingen dieser Welt beschäftigen. Hat die Heuraufe noch offen um diese Zeit? Oder wie schmeckt eigentlich ein Esel?
Montag, 7. Oktober 2013
Billy ist seit einigen Tagen Tag und Nacht in der Herde. Wir haben ihm ausführlich alle Futterstationen, Wasser usw. gezeigt. Bei der Gemeinschafts-Heuraufe darf er noch nicht so richtig mitfressen, aber er schleicht sich dann eben nachher hin, wenn die anderen vollgefressen dösen.
Alles ist noch aufregend, aber langsam fasst sich Herr Billy wieder. Die Schafe sind schon seine Freunde, er schnofelt sie freundlich an und freut sich diebisch, wenn sie vor ihm davonlaufen. Wenigstens welche, die er wegschicken kann statt umgekehrt ;-).
Ich bin auch wieder ein wenig geritten und freue mich über das viele Go ;-). Und gleichzeitig wundert es mich, dass Figuren Reiten Billy echt entspannt. Scheinbar sind die "Dressur-Drills" wie Schaukel, Slalom, Volten usw. beim Kreinberg-Kurs so tief ins Hirn gedrungen, dass sie als altbekannte Muster wirklich Entspannung auslösen. Der Trab ist noch etwas geeilt, aber 2-3 Runden auf dem Riesen-Viereck, dann wird das auch schon langsamer; und wir haben sogar ein frisches Galöppchen gewagt; geniales Angaloppieren, ich dachte nur "jetzt" und Billy galoppierte, ließ sich aber ebenso leicht auch wieder in den Schritt bringen.
Ganz toll und brav.
Nur beim Putzen zappelt er noch sehr viel herum. Er beginnt bereits jetzt vermehrt an der kleinen Herde zu kleben, weigert sich z.B. kurz, den Auslauf zu verlassen usw. Ich hoffe das wird wieder besser, wenn er langsam die Überzeugung gewinnt, dass ich ihn nicht gleich wieder aus der neuen Familie rausreiße. Das mit Kurs und direkt danach Umzug war vermutlich doch ein bisschen viel auf einmal bzw. hintereinander...
Alles ist noch aufregend, aber langsam fasst sich Herr Billy wieder. Die Schafe sind schon seine Freunde, er schnofelt sie freundlich an und freut sich diebisch, wenn sie vor ihm davonlaufen. Wenigstens welche, die er wegschicken kann statt umgekehrt ;-).
Ich bin auch wieder ein wenig geritten und freue mich über das viele Go ;-). Und gleichzeitig wundert es mich, dass Figuren Reiten Billy echt entspannt. Scheinbar sind die "Dressur-Drills" wie Schaukel, Slalom, Volten usw. beim Kreinberg-Kurs so tief ins Hirn gedrungen, dass sie als altbekannte Muster wirklich Entspannung auslösen. Der Trab ist noch etwas geeilt, aber 2-3 Runden auf dem Riesen-Viereck, dann wird das auch schon langsamer; und wir haben sogar ein frisches Galöppchen gewagt; geniales Angaloppieren, ich dachte nur "jetzt" und Billy galoppierte, ließ sich aber ebenso leicht auch wieder in den Schritt bringen.
Ganz toll und brav.
Nur beim Putzen zappelt er noch sehr viel herum. Er beginnt bereits jetzt vermehrt an der kleinen Herde zu kleben, weigert sich z.B. kurz, den Auslauf zu verlassen usw. Ich hoffe das wird wieder besser, wenn er langsam die Überzeugung gewinnt, dass ich ihn nicht gleich wieder aus der neuen Familie rausreiße. Das mit Kurs und direkt danach Umzug war vermutlich doch ein bisschen viel auf einmal bzw. hintereinander...
Freitag, 4. Oktober 2013
Wenn im Blog ganz wenig los ist, heißt das, dass es wohl im "real life" umso mehr drunter und drüber geht.
Genauso ist es bei uns...
Billy und ich waren für eine ganze Woche auf der Alm bei einem weiteren Kurs bei Peter KReinberg - der leider für die nächsten 2 Jahre einmal der letzte gewesen sein wird :-(. 2014 keine Kreinberg-Kurse in Österreich :-(.
Tja, und nach dem Kurs - ..... zog Billy um :-) ! Seit ein paar Tagen haust er in einem wahren Paradies, auch wenn er das - aufgrund noch nicht vollständig vollzogener Integration in seine neue Pferdefamilie - noch nicht so recht einsehen will und mir manchmal mit stressbedingten cholerischen Anfällen - ähnlich wie anno dazumal, als ich ihn bekam -das Leben manchmal schwerer macht als nötig ;-). Aber Frauli lässt sich nach 6 Jahren Lehrzeit nun nicht mehr so leicht gegen den Putzstand quetschen und hat, wenn schon nicht die Emotionen manchmal 100%ig im Griff, so doch zumindest meistens einen Plan im Kopf.
Gestern sind wir zum ersten Mal auf unserem neuen Reitplatz geritten, bisher hab ich nur Bodenarbeit gemacht. Wir sind nun umgeben von fremden, noch dazu seltsam anmutenden Pferden auf der einen Seite und noch viel aufregenderen Schafen, die bimmeln, auf der anderen. Während ich beim Putzen noch konsequent durchgreifen musste, war Billy dann beim Reiten ein Engerl und hat sich zu meinem ERstaunen sogar dabei entspannt, als ich einfach stur Muster ritt, auf die er sich konzentrieren musste.
So zwei Übungen aus dem Kreinberg-Kurs: Slalom mit Umstellen und jeweiliger Innenbiegung, und dann Slalom ohne Umstellen, mit abwechselnder Innen- und Außenbiegung. Billy macht sich dabei immer besser.
Schließlich ließ ich ihn auch noch traben, meine Güte ist da viel Platz! Und ein Zaun (bisher hatten wir ja keinen ;-) ). Er musste mein Tempo gehen, durfte sich aber so einfach ohne viel Anforderung zwischendurch auslaufen, während ich mich darauf konzentrierte, das Fußen der Beine zu fühlen und mal so, mal so, den jeweils anvisierten Fuß zum leichttraben zu "erwischen". Auch eine Kreinberg-Übung, bei der man sich ja auch toll selbst beschummeln kann, durch kurzes Runterlinsen ;-)
Genauso ist es bei uns...
Billy und ich waren für eine ganze Woche auf der Alm bei einem weiteren Kurs bei Peter KReinberg - der leider für die nächsten 2 Jahre einmal der letzte gewesen sein wird :-(. 2014 keine Kreinberg-Kurse in Österreich :-(.
Tja, und nach dem Kurs - ..... zog Billy um :-) ! Seit ein paar Tagen haust er in einem wahren Paradies, auch wenn er das - aufgrund noch nicht vollständig vollzogener Integration in seine neue Pferdefamilie - noch nicht so recht einsehen will und mir manchmal mit stressbedingten cholerischen Anfällen - ähnlich wie anno dazumal, als ich ihn bekam -das Leben manchmal schwerer macht als nötig ;-). Aber Frauli lässt sich nach 6 Jahren Lehrzeit nun nicht mehr so leicht gegen den Putzstand quetschen und hat, wenn schon nicht die Emotionen manchmal 100%ig im Griff, so doch zumindest meistens einen Plan im Kopf.
Gestern sind wir zum ersten Mal auf unserem neuen Reitplatz geritten, bisher hab ich nur Bodenarbeit gemacht. Wir sind nun umgeben von fremden, noch dazu seltsam anmutenden Pferden auf der einen Seite und noch viel aufregenderen Schafen, die bimmeln, auf der anderen. Während ich beim Putzen noch konsequent durchgreifen musste, war Billy dann beim Reiten ein Engerl und hat sich zu meinem ERstaunen sogar dabei entspannt, als ich einfach stur Muster ritt, auf die er sich konzentrieren musste.
So zwei Übungen aus dem Kreinberg-Kurs: Slalom mit Umstellen und jeweiliger Innenbiegung, und dann Slalom ohne Umstellen, mit abwechselnder Innen- und Außenbiegung. Billy macht sich dabei immer besser.
Schließlich ließ ich ihn auch noch traben, meine Güte ist da viel Platz! Und ein Zaun (bisher hatten wir ja keinen ;-) ). Er musste mein Tempo gehen, durfte sich aber so einfach ohne viel Anforderung zwischendurch auslaufen, während ich mich darauf konzentrierte, das Fußen der Beine zu fühlen und mal so, mal so, den jeweils anvisierten Fuß zum leichttraben zu "erwischen". Auch eine Kreinberg-Übung, bei der man sich ja auch toll selbst beschummeln kann, durch kurzes Runterlinsen ;-)
Freitag, 13. September 2013
Hilfe, Frauli!
Mein Blog liegt ein bisschen auf Eis, weil ich einfach keine Zeit hab. Aber das gestrige Ereignis muss ich festhalten:
Billy hat mich zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, um Hilfe gebeten *g*.
Es war Pediküre-Tag. Nach Billys Pediküre ließ ich ihn zurück in den Auslauf; die Kumpels waren auf der Weide, dorthin würde er natürlich gern gehen, er hatte es auch recht eilig ;-) . Zuerst noch ein kurzer Abstecher in den Kraftfutterautomaten.
Ich stand mit dem Pedikeur am Zaun und unterhielt mich noch, da kam Billy angedackelt. Ich war verwundert, das kenn ich ja so überhaupt nicht. Noch eine Verabschiedung? Also kurz gestreichelt, Billy trollte sich - eiligen Schrittes - wieder Richtung Weide. Mein Gedanke war eigentlich nur, dass er wohl noch vor dem weiten Weg dorthin ein Leckerli abstauben wollte.
Kurz darauf sah ich jedoch, wie Billy im Teil des Auslaufs auf der anderen Seite des Ruheraums weiterhin unruhig hin und her dackelte, tw. sogar galoppierte und überhaupt sich benahm, wie ich das so überhaupt nicht kenn. Er schnorchelte Geister an, hüpfte dann weg, machte sich auf halben Weg zur Weide, drehte um, galoppierte zurück. Langsam wurde klar, dass er sich offensichtlich nicht an einem pferdefressenden Gespenst vorbeitraute, das da oben im Baum lauerte - derselbe Baum, der uns auf dem Viereck hin und wieder zu schaffen macht. Und sein Weg zurück zu uns an den Zaun war tatsächlich eine Bitte um Hilfe gewesen: Mama, trau mich allein dort nicht!!
Ich ging also hin, ging außen am Zaun entlang, und Billy folgte mir sofort. Hin und wieder schreckte er zurück, ich blieb dann stehen und wartete einfach auf ihn, bis er sich mit seinem eigenen Annäherung-Rückzug-Tempo den nächsten Schritt zu machen traute. Dann waren wir am bösen Baum vorbei, und Billy in vollem Galopp auf dem Weg zu den Kumpels.
Es hat mich richtig gefreut, dass er mit mir dann mitgegangen ist, und dass er um Hilfe gebeten hat (auch wenn er im Grunde nur wollte, dass ich gefressen werde, nicht er *g*). Müsste ich das nächstes Mal halt nur auch noch schneller erkennen, dann könnte ich wohl noch mehr punkten ;-).
Was mit ihm los ist verstehe ich aber immer noch nicht. Sowas hab ich von ihm wirklich noch nie erlebt, dass ihn etwas derart schreckt, dass er sich nicht alleine vorbeitraut. Ich glaub ich muss einmal das Horsenality Chart neu ausfüllen. Er ist wirklich viel viel extrovertierter, viel gehfreudiger, bewegt sich wenn er sich fürchtet, statt die Welt auszublenden ... mit einem Wort, er benimmt sich endlich wie ein normales Pferd! Es freut mich, ist aber auch eine Herausforderung. An die Bomb-Proof-Ness und das Phlegma kann man sich durchaus sehr gewöhnen im Laufe der Jahre. ;-)
Billy hat mich zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, um Hilfe gebeten *g*.
Es war Pediküre-Tag. Nach Billys Pediküre ließ ich ihn zurück in den Auslauf; die Kumpels waren auf der Weide, dorthin würde er natürlich gern gehen, er hatte es auch recht eilig ;-) . Zuerst noch ein kurzer Abstecher in den Kraftfutterautomaten.
Ich stand mit dem Pedikeur am Zaun und unterhielt mich noch, da kam Billy angedackelt. Ich war verwundert, das kenn ich ja so überhaupt nicht. Noch eine Verabschiedung? Also kurz gestreichelt, Billy trollte sich - eiligen Schrittes - wieder Richtung Weide. Mein Gedanke war eigentlich nur, dass er wohl noch vor dem weiten Weg dorthin ein Leckerli abstauben wollte.
Kurz darauf sah ich jedoch, wie Billy im Teil des Auslaufs auf der anderen Seite des Ruheraums weiterhin unruhig hin und her dackelte, tw. sogar galoppierte und überhaupt sich benahm, wie ich das so überhaupt nicht kenn. Er schnorchelte Geister an, hüpfte dann weg, machte sich auf halben Weg zur Weide, drehte um, galoppierte zurück. Langsam wurde klar, dass er sich offensichtlich nicht an einem pferdefressenden Gespenst vorbeitraute, das da oben im Baum lauerte - derselbe Baum, der uns auf dem Viereck hin und wieder zu schaffen macht. Und sein Weg zurück zu uns an den Zaun war tatsächlich eine Bitte um Hilfe gewesen: Mama, trau mich allein dort nicht!!
Ich ging also hin, ging außen am Zaun entlang, und Billy folgte mir sofort. Hin und wieder schreckte er zurück, ich blieb dann stehen und wartete einfach auf ihn, bis er sich mit seinem eigenen Annäherung-Rückzug-Tempo den nächsten Schritt zu machen traute. Dann waren wir am bösen Baum vorbei, und Billy in vollem Galopp auf dem Weg zu den Kumpels.
Es hat mich richtig gefreut, dass er mit mir dann mitgegangen ist, und dass er um Hilfe gebeten hat (auch wenn er im Grunde nur wollte, dass ich gefressen werde, nicht er *g*). Müsste ich das nächstes Mal halt nur auch noch schneller erkennen, dann könnte ich wohl noch mehr punkten ;-).
Was mit ihm los ist verstehe ich aber immer noch nicht. Sowas hab ich von ihm wirklich noch nie erlebt, dass ihn etwas derart schreckt, dass er sich nicht alleine vorbeitraut. Ich glaub ich muss einmal das Horsenality Chart neu ausfüllen. Er ist wirklich viel viel extrovertierter, viel gehfreudiger, bewegt sich wenn er sich fürchtet, statt die Welt auszublenden ... mit einem Wort, er benimmt sich endlich wie ein normales Pferd! Es freut mich, ist aber auch eine Herausforderung. An die Bomb-Proof-Ness und das Phlegma kann man sich durchaus sehr gewöhnen im Laufe der Jahre. ;-)
Freitag, 16. August 2013
Heute war Gelegenheit für eine weitere Verlade-Session. Sooo ein braves Billytier.
Als erstes hab ich probiert, hinten die Rampe runterzulassen, vorne zu lassen und Billy hineinschicken, also nicht mitgehen. Und auch noch ohne großartige Spiel-Vorbereitung, also einfach: Klappe auf, Pferd positioniert, und "send". Gut, Versuch #1 endete mit Billy quer auf der Rampe, aber er schob alle Viere eng zusammen und sah sehr stolz aus. Schöne Bergziege, aber so wars nicht gemeint ;-). Versuch #2 war dann perfekt. Draufgezeigt, Send, Pferd stapft in den Hänger. :-) Ohne Diskussion, ohne Zögern.
Als nächste Variante hab ich dann geübt, Billy über die vordere Rampe rückwärts in den HÄnger zu schicken. Das Schwierigste daran ist natürlich die erste kleine Stufe, wenn er die Hinterhufe als erstes auf die Rampe bugsieren muss. Wir machten ziemlich viel ungeplantes Sideways (dieses aber seeehr schön ;-) ), um Billy jeweils richtig positionieren, damit er nicht zu weit seitlich, sondern genau in die Mitte der Rampe steigt. Ganz geheuer ist ihm das nicht, aber er macht brav mit und scheint sogar sowas wie Ehrgeiz dabei zu entwickeln. Sobald die HInterhufe auf der Rampe sind, ist das dann kein Problem mehr. Ich kann Billy weiter rückwärts schicken, wenn er dann mit dem Hintern an der Seitenwand des Hängers ansteht, schaut er fragend und lässt sich mit Blicken das Hinterteil Richtung Hängertür lenken, sodass er dann bis zur Hinterstange weitergehen kann. Dann vorne Stange zu, anbinden, Klappe zu, fertig. Ideal als 1-Mann/Frau-Verlade-Variante!
2x haben wir das gut geschafft. Das war auch erst das 2. Mal, dass ich das versucht habe. Ich dachte ich würde ewig dafür brauchen.
Im Hänger steht Billy jetzt auch schon sehr entspannt, auch wenn man alle Klappen und Türen dann schließt.
Daher konnte ich auch gut üben, dass Billy auch mit allen Türen und Stangen offen und unangebunden drin bleibt. Auch wenn Frauli außer Sichtweite geht. Das war echt toll, und ist mir immens wichtig. Da ich beim Verladen unabhängig sein möchte, ist es mir ganz ganz wichtig, dass Billy niemals nie nicht lernt, unaufgefordert aus dem Hänger zu latschen, schon gar nicht zu stürmen, und zwar weder hinten noch vorne. Er muss warten, bis ich die Stange gelöst und versorgt habe (eins der wenigen Mankos in meinem neuen Hänger, von dem ich nix wusste: Die Stange kann man nicht nur an einer Seite aushängen und dann runterbaumeln lassen. Man muss sie gerade hochziehen und hat sie dann vollständig in der Hand, muss sie also irgendwo hin legen, wo sie nicht stört oder Verletzungen hervorrufen kann), er muss warten, bis ich die Rampe selbst verlassen habe, und dann muss er noch ein bisschen warten, und dann darf er einen Schritt raus und gleich wieder rein ;-). Ein rausdrängelndes Pferd ist m.M. gerade beim Frontausstieg das letzte, was man haben möchte, v.a. wenn man alleine ein- und auslädt.
Billy hat sich diesmal auch beim Aussteigen vorne über die Rampe schön gebogen und die Rampe mit allen Vieren getroffen (statt schräg rauszusteigen und die Rampe zu verfehlen). Wir haben das auch schön Schritt für Schritt geübt. Und immer wieder mal zurück auch.
Zum Schluss sind wir noch 2x ein Mini-Stück gefahren, nur von einer Seite des Hofes zur anderen. Sobald sich alles in Bewegung setzt, wird Billy nervös. Er mistet gleich mal rein, reißt die Augen auf und dreht den Hals und starrt rückwärts. Als wir nach dem kurzen Stück hinten geöffnet haben und ich grad gewerkt habe, die hintere Stange zu entfernen, kam mir kurz vor, als wollte er sich hinlegen! Ich weiß nicht ob das eine Fehlinterpretation war, aber es hat mich sehr erschreckt. Wir fuhren dann noch einmal, da starrte er zwar aufgeregt hinten und vorne raus, stand sonst aber gut drin und ich konnte keine Anstalten mehr erkennen. Ich hoffe ich habe mich geirrt.
Wir müssten dringend noch öfter kurze Stücke fahren, aber ob ich das vor dem Kreinberg-Kurs im September noch hinkriege, wird sich zeigen.
Jedenfallst steigt Billy jeztt zügig in alle Richtungen ein und aus, und zwar auch dann noch, wenn er davor das Stück gefahren ist. Das hat bezüglich Einsteigen keinen Unterschied gemacht.
Als erstes hab ich probiert, hinten die Rampe runterzulassen, vorne zu lassen und Billy hineinschicken, also nicht mitgehen. Und auch noch ohne großartige Spiel-Vorbereitung, also einfach: Klappe auf, Pferd positioniert, und "send". Gut, Versuch #1 endete mit Billy quer auf der Rampe, aber er schob alle Viere eng zusammen und sah sehr stolz aus. Schöne Bergziege, aber so wars nicht gemeint ;-). Versuch #2 war dann perfekt. Draufgezeigt, Send, Pferd stapft in den Hänger. :-) Ohne Diskussion, ohne Zögern.
Als nächste Variante hab ich dann geübt, Billy über die vordere Rampe rückwärts in den HÄnger zu schicken. Das Schwierigste daran ist natürlich die erste kleine Stufe, wenn er die Hinterhufe als erstes auf die Rampe bugsieren muss. Wir machten ziemlich viel ungeplantes Sideways (dieses aber seeehr schön ;-) ), um Billy jeweils richtig positionieren, damit er nicht zu weit seitlich, sondern genau in die Mitte der Rampe steigt. Ganz geheuer ist ihm das nicht, aber er macht brav mit und scheint sogar sowas wie Ehrgeiz dabei zu entwickeln. Sobald die HInterhufe auf der Rampe sind, ist das dann kein Problem mehr. Ich kann Billy weiter rückwärts schicken, wenn er dann mit dem Hintern an der Seitenwand des Hängers ansteht, schaut er fragend und lässt sich mit Blicken das Hinterteil Richtung Hängertür lenken, sodass er dann bis zur Hinterstange weitergehen kann. Dann vorne Stange zu, anbinden, Klappe zu, fertig. Ideal als 1-Mann/Frau-Verlade-Variante!
2x haben wir das gut geschafft. Das war auch erst das 2. Mal, dass ich das versucht habe. Ich dachte ich würde ewig dafür brauchen.
Im Hänger steht Billy jetzt auch schon sehr entspannt, auch wenn man alle Klappen und Türen dann schließt.
Daher konnte ich auch gut üben, dass Billy auch mit allen Türen und Stangen offen und unangebunden drin bleibt. Auch wenn Frauli außer Sichtweite geht. Das war echt toll, und ist mir immens wichtig. Da ich beim Verladen unabhängig sein möchte, ist es mir ganz ganz wichtig, dass Billy niemals nie nicht lernt, unaufgefordert aus dem Hänger zu latschen, schon gar nicht zu stürmen, und zwar weder hinten noch vorne. Er muss warten, bis ich die Stange gelöst und versorgt habe (eins der wenigen Mankos in meinem neuen Hänger, von dem ich nix wusste: Die Stange kann man nicht nur an einer Seite aushängen und dann runterbaumeln lassen. Man muss sie gerade hochziehen und hat sie dann vollständig in der Hand, muss sie also irgendwo hin legen, wo sie nicht stört oder Verletzungen hervorrufen kann), er muss warten, bis ich die Rampe selbst verlassen habe, und dann muss er noch ein bisschen warten, und dann darf er einen Schritt raus und gleich wieder rein ;-). Ein rausdrängelndes Pferd ist m.M. gerade beim Frontausstieg das letzte, was man haben möchte, v.a. wenn man alleine ein- und auslädt.
Billy hat sich diesmal auch beim Aussteigen vorne über die Rampe schön gebogen und die Rampe mit allen Vieren getroffen (statt schräg rauszusteigen und die Rampe zu verfehlen). Wir haben das auch schön Schritt für Schritt geübt. Und immer wieder mal zurück auch.
Zum Schluss sind wir noch 2x ein Mini-Stück gefahren, nur von einer Seite des Hofes zur anderen. Sobald sich alles in Bewegung setzt, wird Billy nervös. Er mistet gleich mal rein, reißt die Augen auf und dreht den Hals und starrt rückwärts. Als wir nach dem kurzen Stück hinten geöffnet haben und ich grad gewerkt habe, die hintere Stange zu entfernen, kam mir kurz vor, als wollte er sich hinlegen! Ich weiß nicht ob das eine Fehlinterpretation war, aber es hat mich sehr erschreckt. Wir fuhren dann noch einmal, da starrte er zwar aufgeregt hinten und vorne raus, stand sonst aber gut drin und ich konnte keine Anstalten mehr erkennen. Ich hoffe ich habe mich geirrt.
Wir müssten dringend noch öfter kurze Stücke fahren, aber ob ich das vor dem Kreinberg-Kurs im September noch hinkriege, wird sich zeigen.
Jedenfallst steigt Billy jeztt zügig in alle Richtungen ein und aus, und zwar auch dann noch, wenn er davor das Stück gefahren ist. Das hat bezüglich Einsteigen keinen Unterschied gemacht.
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