you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Samstag, 15. Oktober 2011
Am Samstag war ich online mit ihm auf unserer Hofberg-Runde. Ein bisschen Touch it mit Pfützen (jaaa, alle 4 Füße patschten rein) und Baumstammscheiben, ein bisschen Stick to me mit Rückwärts bergauf und bergab. Ein bisschen Circling mit watch were you're going, ein bisschen seitwärts. Letzteres war toll, ich konnte richtig viel Abstand halten und wir haben das erste Mal so viel Energie aufgebracht, dass ein paar Trabansätze dabei waren! Dann ein Stückchen gemeinsam joggen, Halt-Trab-Antritte, und auf dem steilsten Stück dann noch ganz oftiges Halt-Schritt-Antreten, für den Popsch (auch meinen ;-) ).
Ganz toll und hat viel Spaß gemacht.
Danach bin ich noch kurz aufs Viereck und hab weiter versucht, den Spin On Line hinzukriegen. 2 x klappte es, aber wohl eher als Zufallstreffer. Sonst herrscht bei uns beiden eher Ratlosigkeit. Aber immerhin, Billy bemüht sich total zu gefallen und bietet an, was er so kann ("irgendwas will die, nur was?"). Frauli muss sich einfach noch ein bissl mehr Gedanken machen und das Lichman-Video noch öfter ansehen...
Dienstag, 11. Oktober 2011
Irgendwie bin ich gerade wieder in einer abwärts-Bewegung, so im Großen und Ganzen betrachtet. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sich die Beziehung gerade wieder verschlechtert, ohne genau zu wissen warum.
Bei Liberty hat sich durch den Kurs mit David Lichman unser Draw zum einen geradezu nach oben katapultiert. Davids Übungen funktionieren dahingehend wirklich toll! Wir machen einerseits die "kleine Zirkel"-Übung, wo Billy die ganze Zeit mich ansehen soll. Das klappt gut im Schritt, aber ich komme irgendwie nicht auf die nächste Stufe, mache keine Fortschritte. Der Draw ist super, ich freue mich - aber gleichzeitig kippt die Waage leider wieder sofort in Richtung Respektlosigkeit, und das freut mich nun wiederum gar nicht. Das Tierchen klebt an mir, drängelt mit der Schulter, ist nur schwer wegzubekommen und zeigt ziemlich respektlose Gesichtsausdrücke - fast wie ganz an unserem Anfang. Ich kann damit nun besser umgehen als früher, aber manchmal fühle ich mich unwohl. Dann kann ich ihn zwar wegschicken, aber beide schauen wir dann grantig.
Eine andere Übung, die noch mehr Draw kreiert ist der "Boomerang", wie David es nannte. Damit bereitet er das Pferd auf Handwechsel und Achten vor. Genau damit (dem Handwechsel und den Achten) hatte ich mir ja vor dem Kurs ziemlich den Draw ruiniert - Billy ging auf den Zirkel und wollte nicht mehr reinkommen - für einen Handwechsel schon gar nicht. Für den Boomerang schickt David das Pferd zuerst aus knapper Distanz (ganz am Anfang mit Seil) ganz knapp um einen Pylon herum. Wichtig dabei war, dass er das vordere Ende ansaugt, anzieht, nicht das Hinter-Ende disengagt! Genauso machte ich zuvor meine Achter, und wie die aussahen war ein Riesenunterschied zu dem Draw, den ich jetzt habe. Dieses enge Dranbleiben zu Anfang (man schickt das Pferd grade ganz knapp um das Hütchen, läuft sofort rückwärts und zieht es zu sich in die Mitte zwischen die beiden aufgestellten Hütchen - dort gibts Pause und ggf. Belohnung) schafft zumindest bei uns einen Draw, der ist schier unglaublich. Billy schießt geradezu auf mich zu. Er trabt von alleine an und kommt. Mitverantwortlich dafür ist natürlich das viele Leckerli-Füttern, das David auch macht - er ist ziemlich motiviert, sogar übermütig.
Und eben der Übermut macht mir wieder zu schaffen. Da spielen wir Boomerang und das Pferd sieht sich bemüßigt, nicht nur auf mich zuzutraben sondern mach 2 Galoppsprünge - und schon kriegt Frauli Angst, ob das jetzt ein Angriff ist und verbietet den Übermut :-( - und Pferd kennt sich schon wieder nicht mehr aus. *seufz*
Ich glaube ich muss mal Davids "Long distance Coaching" in Anspruch nehmen.
Die andere Baustelle, die ich nicht und nicht in den Griff kriege, ist Finesse. Kontakt findet Billy generell bäh, scheinbar. Ich dachte immer es liegt am Gebiss und dass ich mit dem Glücksrad, auf das er ja gut anzusprechen schien, nun eine längerfristige Lösung gefunden hätte, zumindest für die Anfänge von Kontakt-Reiten. Billy nahm - so glaubte ich zu fühlen - den Kontakt gut an, er lehnte sich nicht drauf, folgte dem Zügel brav nach unten (ohnehin kein Problem) oder oben (wenn, dann war das schwieriiger) sowie zur Seite - alles mit sehr wenig Einwirkung. Wenn ich uns im Spiegel betrachtete, sah es zwar immer noch aus als würd ich auf einer Kuh sitzen, aber gut... braucht ja Zeit.
Nur beim letzten Mal zeigte mir Billy allzu deutlich, was er auch vom Glücksrad hält - goar nix! Ich nahm ihm den Zaun ab, damit er sich wutzeln konnte. Wollte ihn dann wieder drauf geben, um ihn zurück zum Putzplatz zu führen (ich hatte nix anderes mit in der Halle). Denkste. Billy veranstaltete mit mir ein sage und schreibe dreiviertelstündiges Catching Game. Mit dem Zaum ließ er sich schlicht und ergreifend nicht mehr anfassen. Bzw. - anfassen schon, aber den Zaum angehoben - weg war das Pferd. Nicht panisch, sondern mit Abscheu im Gesicht schlenderte er vondannen. Und ich war meinerseits zu stur zu gehen und das Knoti zu holen, also haben wir uns eben 45 Minuten so beschäftigt. Ich war ziemlich frustriert - doch nix mit dem Glücksrad. Bzw. : Was mache ich derart falsch, dass ich so ein Feedback bekomme? Ich hatte ihn in der Hauptsache am langen Zügel gehen lassen, mit kurzen Episoden zwischendurch, in denen ich den Zügel vorscihtig Stück für Stück aufnehme und Kontakt suche - dann wieder lang lasse. Und im Stehen hatten wir geübt, den Kopf anzuheben, einfach dem Zügel zu folgen. Nur auf leichtes Zupfen hin. Mit dem Knotenhalfter hab ich jedenfalls schon weit gröber eingewirkt (nicht unbedingt absichtlich) - und in das steckt er nach wie vor von selbst den Kopf.
Also manchmal versteh ich das Pferd einfach nicht. Und ich hasse es wenn ich was nicht verstehe :-(.
Gleichzeitig (schon vor der Un-Glücksradepisode) habe ich wieder von vorne begonnen, Billy ein neues Gebiss schmackhaft zu machen. Ich hab ein Billy Allen Bit gekauft, das seitlich beweglich, aber eigentlich eine Stange ist. Vielelicht mag er sowas lieber als die doppelt und einfach gebrochenen, die ich bisher hatte. Beim Reingeben vom Gebiss machen wir ganz gute Fortschritte, d.h. ich mache die. Geholfen hat mir dabei das Buch von Bill Dorrance, das ich grad lese/gelesen habe (s. auch rechts in meiner Leseliste). Da beschreibt er auf mehreren Seiten minutiös genau, wie man dem Pferd ein Gebiss wirklich ins Mäulchen schiebt - und tatsächlcih, so bewusst gemacht, funktoniert das besser! Ich kann das Buch nur empfehlen. Ich denke ich war meist zu hektisch dabei - Maul ist auf, oh, meine Chance, rein mit dem Biss! Jetzt mache ich viel viel langsamer, schieb es mit den Fingern vorsichtig dorthin wo es liegen soll und lasse Billy dann ein bissl herumprobieren, wie er es halten will. Dieses Gebiss versucht er zum ersten Mal nicht sofort wieder auszuspucken, er hält es sogar selbst fest (es ist derzeit noch Gebiss pur, ohne jegliche Riemen dran - ich halts nur mit beiden Händen an den Ringen fest). Das Rausgeben, das ja immer die noch viel größere Katastrophe war (Maul auf, Gebiss halb raus, dann Kopf in die Höhe reißen und Zähne wieder zuklappen, alles auf einmal), geht so auch viel besser. Er reißt den Kopf nun fast nicht mehr hoch und versteht nun langsam, dass das Gebiss nur raus kann, wenn er das Maul weiter aufmacht ;-).
Ich habe jetzt 7x so geübt, und als nächster Schritt kommt jetzt 7x üben mit Genickriemen und Gebiss für kurze Zeit festhängen. Mal sehen wie es weitergeht. Was ich auf jeden Fall vom Dorrance-Buch auch mitgenommen habe: Die Backenstücke vom Zaumzeug stelle ich aufs weiteste Loch, damit es komfortabel über die Ohren geht. Wie sagt er doch: Man knöpft sich schließlich auch das Hemd auf, wenn man es an- oder ausziehen will ;-).
Montag, 3. Oktober 2011
Rezension
Stacy Westfall: Basic Ground Work. 2 DVDs. $49,99
Dieses DVD-Set ist genau das was der Titel besagt: Wirklich basic, wirklich nur groundwork.
Stacy Westfall beginnt mit dem Führen und Weichen in alle Richtungen und mit allen Zonen des Pferdes. Damit ist auch schon der Inhalt zum größten Teil abgedeckt. Ziemlich ausführlich werden noch Desensibilisierung mit allen möglichen GEgenständen gezeigt, sowie einige kurze Kapitel mit Schülern von Stacy.
Stacy legt v.a. viel Wert auf die Sicherheit des Menschen, ziemlich ausführlich und immer wieder wird gezeigt, wie man sich rüpelige Pferde vom Leib hält - manchmal ganz schön ruppig; Phasen wie bei Parelli gibt es nicht, daher kommt für manches (v.a. junges) Pferd das ein oder andere Seilrucken offensichtlich ziemlich überraschend.
Fazit: Alle beiden DVDs fand ich relativ langweilig, bin ja aber hoffentlich schon über "Basic" zumindest teilweise hinaus. ;-) Vom Informationsgehalt ist das Set wirklich nur für blutigste Anfänger geeignet, und für diese wiederum vermisse ich dahinterstehende Theorien und Feinheiten. Am interessantesten fand ich noch die Kapitel, wo Stacy ihre Schüler coacht, die sind aber ziemlich kurz und auch da fehlen Feinheiten. Der eine oder ander Tip mag ganz brauchbar sein, aber insgesamt würde ich mein Geld in anderen DVDs besser angelegt sehen.
Dienstag, 27. September 2011
Zuerst wieder versucht den Spin hinzukriegen und ein bisschen in Sachen Rope-Handling dazu gelernt - ich weiß jetzt, dass das Seil um den Hintern gehen muss, damit Billy versteht. Ganz kapiert er noch nicht, was das Ganze soll, er schaut skeptisch und hält Frauchen für plemplem, glaub ich. Ich hab versucht die Bewegung in kleine Schritte zu unterteilen; das Reinkommen funktioniert noch super, auch das Drehen der Vorhand, bis Billy zur Bande (bzw. am Viereck: Zum Gras *g*) schaut; aber ab dann versteht er mich nicht mehr. Wenn das Seil auf der Seite um den Hintern geht, kann ich ihn dann lotsen, dann folgt er auch brav dem Seil und ich kann ihn vorne wieder "abholen". Naja, es braucht wohl einfach Übung. Ich freu mich jedenfalls schon sehr, dass er so brav reinkommt, auch 20x hintereinander *g*.
Danach haben wir die Rundenzahl des Galopps - während ich in Neutral bleibe - auf 4 pro Seite erhöht, das war leicht. Es wird, es wird.
Sonntag, 25. September 2011
Ja, da geniert er sich zu Recht, der Bub!
Ok, nachdem Mama den Frisurenfauxpas repariert hatte (zum Glück gings halbwegs ohne Schere), sind wir nochmal auf unserm Gelände rumgeritten und haben ein paar Übungen gemacht - neben dem Bach, da hat sich gleich gezeigt, dass Billy meint, dass ich ab einer bestimmten Entfernung zum Stall wieder nix zu sagen habe, wenn's hart auf hart kommt (soll heißen: sobald er keine Lust mehr hat). Ich ritt Achten um einen Baumstamm, bis wir nicht mehr Richtung Heimat antraben mussten.
Auch rückwärts bergab in einer kleinen Mulde - das rückwärts klappt überraschend gut außerhalb des Vierecks (besser als im Viereck definitiv - *interesting*).
Hinterhandwendung klappte gar nicht, da wurde er entweder ganz unlustig oder unconfident, ich kanns nicht sagen. JEdenfalls kam ich nicht weiter und ritt zu unserem Weg hinter dem Hof, wo es schonmal besser war. Auch dort gabs aber heut grobe Probleme mit der Konzentration und dem Gehorsam.
Gut dass ich schon beim BAch meinen ursprünglichen Plan, etwas weiter weg zu reiten (geplantermaßen bis an die Grenze der roten Zone), um dort On lIne auf einer Wiese etwas zu spielen, gleich ad acta gelegt hatte.
Es ist interessant, wie sich diese Probleme beim Ausreiten eh schon 200m vom STall entfernt zeigen. Solang wir hier noch Diskussionen führen, brauch ich wohl wirklich nicht probieren, mich allein ausreitend in brenzlige Situationen, wie z.B. in Kuhnähe, zu bringen...
Samstag, 24. September 2011
Ich lernte heut einen neuen wunderschönen Weg kennen, wir waren etwas über eine Stunde unterwegs, mit Schritt überwiegend und einem kleinen Trabstück. Ein STückchen gehts richtig steil bergauf, da haben sie ordentlich klettern müssen, die beiden ;-) (und ich danach neu satteln *ähem*). Sonst gehts hauptsächlich auf einem schönen Wiesenweg durch lichten Wald mit atemberaubender Aussicht auf den Berg gegenüber und dort unsern Stall.
Beim Rückweg kamen wir auch wieder an den Bach, und diesmal war ich - frisch geübt - kein bisschen in Sorge, dass da was nicht klappen könnte, und genau wie erwartet, nach kurzer Untersuchung der Wassertemperatur ;-) stapfte Billy im ruhigen Schritt durchs Wasser und ging ans andere Ufer ohne jegliche Aufregung und nix.
Ach was bin ich stolz :-)
Freitag, 23. September 2011
Splish-Splash FreeStyle
Heut hab ich dasselbe wie gestern gemacht: Gestern konnte ich Billy ja nur On Line in den Bach reinstellen. Heute ein neuer Tag, neues Glück ;-).
Wie gehabt machte ich zuerst ein bisschen Vorbereitung (reitend) in unserer Geländestrecke, und als ich die verlassen wollte, um zum gleichen Bachstück wie gestern zu reiten, fiel mir auf, dass innerhalb der Geländestrecke auch eine Stelle ist, wo man schön flach ins Wasser gehen könnte. Erblickt und gleich mal hingeritten.
Die Stelle ist für Wassereinstieg sogar besser als die andere, weil flacher. Dafür ist das andere Ufer für einen Ausstieg ungeeignet: Enge Bäume und große Steine und Felsen. Da schoß mir schon kurz der Gedanke in den Kopf, dass wenn er HIER versucht rüberzuspringen, wir uns weh tun werden...
Aber es gab überhaupt keinen Grund zur Sorge. Irgendwie schaffte ich es den Kontrollzwang seinerseits zu bezwingen und Billy die Zügel ganz lang zu lassen. Er stapfte neugierig zum Wasser und schnofelte mal dran. Patschte mit dem Fuß rein. Trank ein bissl. Patschte mit dem Fuß rein und ließ ihn stehen, was mir Freudengluckser entlockte und Billy ein Leckerli aus dem Automaten auf seinem Rücken bescherte. Prompt patschte er mit dem zweiten Vorderfuß auch rein, schön laut, damit ich es nicht überhöre, dass er da drin steht. Automat spuckte wieder ein Leckerli aus und schlug vorsichtig vor, ein paar Schritte vorwärts ins Wasser zu gehen. Und tatsächlich, er tat's!! Mit allen vieren standen wir im Wasser, das ihm dort bis ca. Sprunggelenk geht! Und dann konnte ich ihn doch noch (mit doch etwas energischerer Einwirkung) daran hindern, ans andere Ufer zu klettern und dort zwischen den Bäumen steckenzubleiben. Wir drehten im Wasser um und ritten völlig cool und gelassen ohne Hüpfer, hektisches Traben oder sonstwas zurück ans Ufer.
Ich war baff und völlig happy :-)
Wir ritten weiter zum andern Bachstück, wo es gestern reitend so Probleme gab... dazwischen auf der Wiese ein paar Achter und Trab und ruhigen Canter-Galopp *schöön*.
Wir kamen in die Nähe der andern Einstiegstelle. Böschung runter, kein Problem. Und auch weiter, kein Problem. Wie ausgewechselt, keine Spur mehr von der gestrigen Panik "da geh ich sicher nicht rein". Billy kam, schnofelte und besiegte das Wasser. Stapf, stapf, drin warn wir. Ich konnte nur so staunen. Wir gingen drei Schritte den Bachlauf entlang, so wie gestern On Line, erklommen das andere Ufer, gingen dort ein paar Schritte weiter und an der andern STelle wieder rein. Wir wagten uns sogar ein paar Schritte ins Tiefere vor, wo noch dazu mehr "Strömung" ist, da fließt mehr. Fand Billy sehr spannend und kletterte ohne Umschweife auf Aufforderung dort ans relativ steile Ufer (wie eine große Stufe). Einfach nur toll.
Am nächsten Tag hab ich dann noch Beweisfotos geknipst; nur On Line, weil wenn ich oben sitze sieht man ja gar nicht, dass er drin steht ;-)
Donnerstag, 22. September 2011
Splish-splash ...
Man muss ja wohl ausnutzen, dass es a) noch hell ist, b) warm genug ist, c) keine Insektenschwärme gibt und d) man einen Bach in unmittelbarer Nähe direkt am Grundstück hat. Wer hat das sonst schon.
Billytier also gesattelt und Richtung Bach losgeritten, dabei haben wir den Weg über unsere Geländestrecke genommen. Da hab ich vorher ein bissl geübt: 8er um Bäume rundelum, Volten, halt, rückwärts, bergauf rückwärts, wieder Volten, eine Matschpfütze durchreiten, mich in 20 Quadratmeter Wald verreiten und den Weg nicht mehr finden *g*.... Billy nahm alles gelassen. Er war gut drauf, wollte sogar ständig traben. Die Volten waren gut, fast alles konnte ich nur mit Schenkel reiten (wobei er den heute eben gern als "Vorwärts" missinterpretierte). Nur hie und da griff ich in die Zügel, z.B. um zu verhindern, dass Billy statt der anvisierten grooooßen Lücke zwischen 2 Bäumen die viel kleinere und engere zwischen 2 Bäumen nimmt - da wären wir jedenfalls stecken geblieben, Billy ist breiter als 20 Zentimeter. ;-) Also mit dem Durchsqueezen zwischen Engpässen hat das Tierchen definitiv kein Problem *lach*.
Dann kamen wir zum Bächlein. Zuerst mal steil die Böschung runter. Kein Zögern, hat er suuuper gemacht. Da hab ich mehr gezögert als er (es kam mir plötzlich bergab doch viel steiler vor als in die andere Richtung bergauf).
So, und dann befinden wir uns quasi auf einer kleinen "Insel". Es gibt viel Gestrüpp, Bäume, Sträucher, ein bisschen Gras, eine Sandbank, Kiesel - ein Parelli-Paradies! Nur leider alles sehr eng. Den Stick hab ich gleich mal weggeworfen und Billy an die leichteste Einstiegstelle bugsiert. Ließ ihn stehen und schauen. Er wollte natürlich gleich umdrehen, ich hab ihn ruhig immer wieder zurückgelenkt.
Leider wurde das nicht besser. Genau wie auf den Ausritten: Man kann so richtig spüren, wie er beschließt: aber jetzt geh ich! Egal was du da oben tust... er beginnt dann alle Hilfen zu ignorieren... Als wir soweit waren, dass er sich wieder knapp an Baumstämmen durchquetschen wollte und dann nur noch rückwärts schob mitten ins Gesträuch hinein, bin ich abgesessen, etwas frustriert.
Weiter am Seil vom Boden aus. Ich führte ihn wieder zu der Einstiegstelle. Dort muss man von der Böschung eine Art Stufe runtersteigen - und steht dann aber noch nicht im Wasser, sondern auf trockenem Kiesel, groß genug auch für ein Pferd. Von dort führt das Wasser vielleicht 10cm tief ganz flach in den Bach. Perfekt eigentlich. Dort hatte ich ihn reitend ja schon mal nicht hingebracht. Und On Line - Billy kam hin, schaute, stieg hinab auf die Kiesel. Ich war baff. Gleichzeitig total erfreut und auch frustriert. Vertraut er mir so viel weniger, wenn ich im Sattel sitze? Oder ist es eine Respektsache? Nichtmal das weiß ich. Er war jedenfalls eher left brain die ganze Zeit.
Dann gings weiter. Billy ging mal trinken. Dann spielte er mit der Lippe mit dem Wasser und wusch seine Hackamore. Dann patschte er ins Wasser mit beiden Vorderbeinen. Und dann stand er auch schon drin im Bach, alle 4 Füße! Ich war ja sooo stolz und das wurde groß belohnt ;-). Ich ging am Ufer entlang und er stapfte durchs Wasser, ein paar Schritte. Beim Umkehren wollte er zuerst zu mir ans Ufer, bei einem zweiten Versuch klappte es dann. Wir gingen auch auf der anderen SEite wieder an Land, woanders wieder rein, durch, wieder raus.
Alles ganz gemütlich, es gab kein hektisches Raus- oder Drüberspringen wie früher (vorzugsweise mir auf den Schoß!). Man merkt natürlich leichte Skepsis, aber generell schien ers nicth so schlimm zu finden.
Als mir die Leckerlis ausgingen, durfte er noch lange grasen, während ich meinen Stick suchte.
War echt toll und unser größtes Erfolgserlebnis bisher mit Wasser- bzw. Matschquerungen :-)
Dienstag, 20. September 2011
Begonnen haben wir zum Aufwärmen wieder mit Zone-5-Herumspazieren und Lenken-Üben. So richtig Fortschritte machen wir dabei momentan nicht.
Dann hab ich zum ersten Mal probiert, langsam einen Spin zu erarbeiten :-). Das wurde beim DAvid Lichman Kurs mit einer Teilnehmerin erarbeitet, und ich hab mir vor kurzem meine Videobänder wieder angesehen. Zuerst brauchte ich mal ca. eine halbe Stunde, bis ich wusste, wie ich das Seil legen muss, dass es sich nicht irgendwie falsch herum aufwickelt beim Spin (durch den Kurs wusste ich wenigstens: Irgendwie geht das... ). Dann langsam Schritt für Schritt probiert: Stick to me an der Bande, Draw nach innen. DAs ein paarmal als Vorübung, klappte super. Dann einen Schritt weiter, nach dem Draw den Drive um die Vorhand außen herumzubekommen. Das war schon schwieriger, Billy verstand nicht, dachte er soll seitwärts oder rückwärts. Mit ganz langsamem Erklären und Pause zwischen den einzelnden Schritten klappte es. Und dann Schritt 3: Wenn Pferd dabei ist ganz rumzuspinnen, nach vorn laufen und es "abholen" und rückwärts laufend wieder zu sich ziehen.
Für den Anfang nicht schlecht, werde ich weiter ins Programm einbauen.
Danach unser Hauptprogramm Galopp; wir sind jetzt auf beiden Händen bei 3 Runden, während ich in Neutral stehen kann. Mir fällt irgendwie schwer, Neutral und Energie-hoch zu vereinbaren. Es klappt aber immer besser, wir hatten nur wenige Fehlversuche.
Dazwischen beim Angaloppieren war Billy derart übermütig mit Kopfschlackern und kleinen Hüpfern und energischem Galopp, dass ich den Vorwärtsdrang genützt habe um Handwechsel zu machen - und beim 3. Handwechsel schenkte er mir wieder einen Fliegenden, von der leichteren (rechts) auf die schwierigere (links) Galoppseite :-).
Damit haben wir dann aufgehört.
Sonntag, 18. September 2011
Beide Pferde waren super entspannt, und wir hatten wunderschönes Wetter.
Die Wiese konnten wir galoppieren, und hab mich gefreut dass Billy ganz cool blieb, als Junghafitier etwas ungestüm davongestoben ist und wir mehr Abstand bekommen haben - es war nur wenig Zügeleinwirkung nötig, dass das so blieb und wir in unserem gemütlichen Tempo blieben, toll (ist nicht unbedingt immer so).
Beim Rückweg machten wir nicht den Umweg wie mit der anderen Stallkollegin, sondern ritten durch unser kleines Wäldchen - inklusive Wasserquerung. Mir wurde mulmig. Wasserquerung ok, aber wie bekannt springt Billy solche Dinge gern, was mir auch egal ist, nur dass dort relativ eng Bäume und Büsche stehen, wo er mich hübsch abstreifen kann (oder ich mir zumindest ordentlich wehtun kann).
Stallkollegin mit Junghafi ritt voran, ließ Junghafi ruhig das Wasser begutachten (kennt er schon) und ritt dann ruhig durch. Billy schnaufte und schnorchelte, ich war auf einen Sprung gefasst, hab ihm aber durch kleine Zügelzupfer zu verstehen gegeben, dass wir da bitte nicht nachspringen ... und tatsächlich konnte er zwar schnell aber doch in Schritt, halb Trab, durch! War furchtbar stolz, nur ritten wir den Junghafi am andern Ufer fast um, naja.
Dann kommt da noch eine steile Böschung bergauf, die ist Billy die paarmal, dass wir dort gegangen sind, auch immer gespungen wie ein Hochspringer. Heute nicht, heute kletterte er gesittet hinauf!
Ich war dort ziemlich lange nicht (ähem - Problemverdrängung ;-) ), ich glaub das Tier ist erwachsen geworden ;-).
Bewundernswert finde ich ja meine Stallkollegin. Hat ihren Junghafi seit Anfang des Sommers ungefähr und geht mit ihm überall hin. Der kommt gar nicht in den Sinn, dass Hafi über Wasser nicht gehen könnte oder dass sie irgendwohin nicht gehen würde, weil ... was auch immer. Und derart selbstsicher geht Hafi dann auch tatsächlich überall hin. Die ist ein richtig guter Leader *seufz*.
Samstag, 17. September 2011
Zuerst haben wir alles mögliche aus Zone 5 gemacht. Wollte ich eigentlich zum Aufwärmen, es war dann aber der Großteil unserer Session.
Schritt-Halt-Übergänge wieder eingeübt (ich hab lang nix aus Zone 5 gemacht), dann viele viele Achter durchs ganze Viereck, alles an einem Seil. Das Lenken, das schon so gut geklappt hatte, hat er wieder vergessen, und auch Frauli ist wieder unkoordinierter geworden. Einen nicht kleinen Teil der Einheit hab ich nur geübt, das Seil über Billys Kopf zu schupfen (der hat sich wohl gewundert über das seltsame Tun, aber solang er sich dabei nicht besonders bewegen muss, störts ihn wohl nicht *g*). Dann hat das beim Wechsel auch ein, zweimal gut geklappt.
Ein bisschen gekämpft haben wir mit rückwärts aus Zone 5. Wenn ich leicht versetzt an seiner rechten Seite stehe, klappt es hervorragend, sobald ich das Seil anhebe und selbst rückwärtsgehe. Stelle ich mich hinter ihn, aber links versetzt, dreht er nur den Hintern weg und rotiert und rotiert und scheint nicht zu wissen was ich möchte. Das muss ich an der Bande üben... es hat lang gedauert und ich musste näher an ihn ran und eine Hand auf die Kruppe legen, also eher in Zone 4, damit er kapiert hat und ich ihn belohnen konnte.
Schließlich bin ich zur Hauptübung übergegangen: Galopp, und ich will nun wirklich wirklich endlich endlich in Neutral bleiben können! Das können wir immer noch nicht *ähem*. Bei der letzten Einheit hat es ewig gedauert bis es im Linksgalopp funktioniert hat, aber heute ging alles ruckizucki: Zuerst die leichtere rechte Hand. Auf Anhieb - trotz Ablenkung der andern Pferde auf der Winterkoppel - 1 ganze Runde Galopp und ich in Neutral. Dann links, 2x brach er die Gangart, beim 3. Anlauf klappte 1. Runde. Das war der Standard, mit dem ich letztes mal aufgehört habe. Heute also dann auf 2 Runden gesteigert: Rechts sofort auf Anhieb *freu*; dann machte ich mich auf eine längerdauernde Übung auf der linken Hand gefasst... aber nichts... zuerst galoppierte er locker und flockig 1,5 Runden, wo ich die Gelegenheit ergriff und ihn gleich reinholte zum Loben - dann nochmal rausgeschickt, 2 Runden locker galoppelt --> tadaa, fertig für heute :-).
Manchmal fragt man sich schon, warum er um manche Dinge so ein Tamtam macht - heute hat er auch gar nicht nach außen gezogen wie beim letzten Versuch, und das obwohl wirklich die ganze Herde nebenan wild rumgaloppierte und ständig irgendwas Außerordentliches begutachten musste.
So ein Braver :-)
Freitag, 16. September 2011
Wetter hat heut super gepasst (wir haben einen herrlichen Herbst!), also bin ich mit Billy auf den Wiesenweg gegangen, der von hinter der Winterkoppel zum nächsten Windschutzgürtel führt. Der Weg führt vom Stall weg leicht bergan - toll zum Galoppieren - und geht dann noch um die Kurve und den Windschutzgürtel entlang (auf dessen anderer Seite unser Nachbarbauer mit seinen furchtbar gefährlichen Fleckvieh-Raubtieren haust ;-) ). Neben dem Weg ist beidseits unendliche Weide, und auf einer Seite flankieren ihn noch vor ein paar Jahren frisch gesetzte und mit Pfosten gesicherte Bäumchen - perfekt zum Weave reiten oder um Volten drumrum zu machen :-).
Zuerst war Billy mal total unkonzentriert - wegen der Raubtiere nebenan, ihr wisst schon. Jedenfalls gabs beim Windschutzgürtel dann viel Gucken, leichtes Einfrieren (noch leicht händelbar), schnorcheln. Der Gedanke, dass ich hier meine Gymnastik-Übungen reite, hat mir sehr geholfen, mich eben darauf zu konzentrieren, und das half wiederum Billy, auf mich zu hören. Gegen das Geschnorchel hab ich mit Konzentrationsübungen begonnen: Hinterhandwendungen auf dem schmalen Weg, möglichst ohne in die Wiese zu treten. Dann ein paar Übergänge bergauf und bergab. Rückwärtsrichten. Das war anfangs schwierig, als ich es dann aber durchgesetzt hatte (wobei es nur schwierig war, weil er absolut nicht aufgepasst hat, da alles andere rundherum wichtiger war), brachte es einen großen Durchbruch in Sachen Konzentration. Überhaupt hab ich in dieser Einheit ein paar der besten Rückwärtsschritte ever bekommen, richtig schön gerade und bemüht. Ich hab es einfach immer wieder eingebaut.
Es hat sich dann - wie zu erwarten war - gezeigt, dass eben hier, nur 50m Luftlinie vom Viereck entfernt, die Dinge nicht mehr so selbstverständlich sind.
Auf dem Weg in Richtung Stall war Anhalten (das funktioniert im Viereck ja auf bloßes Ausatmen) nicht mehr so selbstverständlich. Ich hab dran gearbeitet wie ich es im Viereck würde - einfach alle paar Schritte gefordert, Phasen mitzählend durchlaufen, und siehe da, plötzlich konnte er auch hier anhalten und ruhig stehen.
Eine weitere Herausforderung waren die Wendungen, v.a. die, die ihn gleich hinter der Winterkoppel wenden und den Weg wieder weg vom Stall nehmen ließ. Da hatten wir ordentlichen Opposition Reflex; Billy zeigte genau das Verhalten, das mich beim Ausreiten so fertig macht, er machte den Hals steif, bog Richtung STall ab und meinte, die Einheit für beendet erklären zu können. Im Gegensatz zum Ausreiten befinde ich mich hier aber in meiner absoluten Comfort-Zone und konnte ihm also erklären, dass das Kommando zum Abwenden und auch zum Angaloppieren immer von mir zu kommen hat. Wir zirkelten dort - wieder und wieder und wieder und wieder... eine Häflte des Zirkels wollte Billy immer traben und die Wendung ignorieren, die andere Hälfte war die Wendung seeehr leicht und der Schritt in Ordnung. ich bin den Zirkel einfach und ganz ruhig so lange geritten, bis die Wendungen gleichermaßen ohne Zügel funktionierten und "don't change gait" wieder zum Pferdehirn durchgedrungen war.
Was ich auch probiert habe, aber nicht geklappt hat, war den Handgalopp zu bestimmen, in dem wir losgaloppieren - der gerade Weg ohne Bande links oder rechts eignet sich toll, um das zu überprüfen bzw. mal zu etablieren. Leider hat es sich nur gezeigt, dass es mir nicht und nicht gelingt, Linksgalopp zu bekommen. Ich hab versucht, im Einklang mit der Fußfolge ausm Trab anzugaloppieren, damit er wahrscheinlicherweise Linksgalopp geht - nein, immer rechts. Und ich brauch einfach immer noch furchtbar lang, um überhaupt zu sehen welchen Galopp wir gehen geradeaus, von fühlen ganz zu schweigen *seufz*. Also da brauchts noch viel mehr Vorarbeiten. Immerhin fühle ich im Trab schon besser...
Was ich nun tun möchte ist so oft wie möglich da draußen meine Dressurübungen machen, wann immer es wetter- und bodenmäßig möglich ist. Dann auch mal das ganze auf unsere Geländestrecke oder den Hausberg verlegen und so immer mehr Gelände mit dem Gefühl "hier sind wir genauso zu Hause wie am Viereck" zu belegen. Mal sehen, wie das so gelingt.
Montag, 12. September 2011
Es herrscht soo schönes Wetter, es hat tatsächlich nochmal fast 30°, strahlender Sonnenschein und ich viel Zeit - d.h. es ging sich wieder ein Ausritt aus.
Billy war schön entspannt, bis zur Grenze unserer beider Komfortzone. Die Kuhbegegnung letztes Mal an der gleichen Stelle hat schon Spuren hinterlassen - ob bei mir oder ihm oder beiden weiß ich nicht. Jedenfalls bin ich ziemlich schnell mal wieder abgesessen (*seufz* und mittlerweile rechne ich auch gar nicht mehr damit, reitend bis zur Komfortzonengrenze zu kommen - irgendwie verkleinert sich die gerade eher wieder) und zu Fuß weiter. Selbst da blieb Billy wieder und wieder wie angewurzelt stehen, obwohl diesmal weit und breit keine Kühe zu hören oder zu sehen waren. Ich kann daher nicht sagen ob er sie in weiterer Entfernung wahrgenommen hat oder es einfach die Erinnerung war... Wir arbeiteten uns also schrittweise vor, obwohl ich doch irgendwie das Gefühl hatte, dass es hier eher ein "ichwillnicht" als ein "ichkannnicht" von seiten Billys war - denn fressen, das konnte man seeehr entspannt und jederzeit. Hmgrml. Als ein Stück Straße kam, das links und rechts von Stacheldraht und E-Zaun flankiert ist und man von Ferne ein rundendrehendes Moped hören konnte, wollte ich nimmer weiter und habe umgedreht. Paar Schritte später bin ich wieder aufgesessen und bis auf das Mopedgeräusch (für mich) war alles gut (Billy interessierte das Mopedgeräusch sowieso nicht).
Irgendwie hab ich mich dann geärgert, weil ich an diesem Wegstück nicht und nicht weiterkomme und wollte eine Abzweigung nehmen und dort ein Stück entlang gehen - nur ein paar Meter, konkret hatte ich den Plan einfach ein bissl um die dort eingesteckten Pfosten (ohne Zaun) rumzureiten, um mich und Billy abzulenken. Ja, und dann kam das böse alte Muster raus: Billy meinte nur: Da gehts nicht nach hause... nach Hause gehts daaaaa lang, drehte um und fing an zu traben. Das war dann wirklich purer Unwille, ich konnte dort keine Ängstlichkeit spüren. Ich wurde gleichzeitig ängstlich, aber auch sauer dass DAS nun wieder losgeht (hat er seit einem Jahr nicht mehr gemacht!), ich hab ihn echt fest eingedreht, abwechselnd in beide Richtungen bis ich ihn endlich umgedreht und im Stillstand hatte. Ein paar Schritte in die von mir gewünschte Richtung und dann eine von mir gewünschte Drehung und im Schritt Richtung heimwärts hab ich grade noch zusammengebracht, mich natürlich geärgert über mich selbst, das war nicht gut - aber natürlich wurde justament in dem Moment das Mopedgeräusch immer lauter *aaah*. Also war ich froh, dass ich im Schritt gemütlich gehen konnte, halbwegs entspannt.
Als Billy dann allerdings noch die letzten paar hundert Meter vor dem Stall selbständig abbog und zu diskutieren anfing über die Richtung (er wollte den Weg quer über die Wiese abkürzen) hab ich ihn dann knapp vorm Stall wirklich hackeln lassen. Von unserer Winterkoppel geht leicht bergauf ein perfekter Galoppweg weg vom Stall - also kurz vorm Zuhause umgedreht (was eine heftige Diskussion war) und raufgaloppiert. Als er dort tatsächlich schon wieder umdrehen wollte, weitergaloppiert. Als er stillstehen konnte, umgedreht, im Schritt heimwärts. 180° Wendung probiert, wieder heftige Diskussion - Galopp. So ging das 4x (schönes Intervalltraining). Beim 5. Mal ließ er sich nur mit Schenkeln und ohne Zügel vom Stall wegwenden und -reiten, und dann hab ich wieder umgedreht. Hat mir leid getan, aber mit genau dieser blöden Angewohnheit hat mein ganzer Ausreitstress begonnen :-( . Und natürlich sollte ich genauso vehement das ganze einfordern, wenn wir weiter vom Stall weg sind - aber dort bin ich unsicher und tu's nicht.
Ganz zum Schluss hab ich zum Runterkommen ein bisschen Hinterhandwendung gemacht - Schritt für Schritt... mit dem Gedanken, warum ich sowas nicht öfter im Gelände mache. Ich musste konsequent Konzentration einfordern, kaum schaute der Kopf bei unseren Wendungen Richtung Stall, trappelte er vorwärts. Zum Glück konnte ich da aber ganz ruhig bleiben und es einfach so lange ruhig weiter fordern, bis er eine schöne Runde auf der Hinterhand gedreht hatte voller Konzentration. Und dann gings ja auch schon nach Hause.
Ich werd dort hinten auf dem Weg nun öfter Gymnastik-Übungen machen. Da steht z.B. eine tolle Reihe jung eingepflanzter Bäume mit Stehern gesichert - perfekt um drumrum Weave oder Fig. 8s zu üben :-).
Ein bisschen frage ich mich schon, ob ich das Ausreiten jeeemals hinkriegen werde :-(.
Dienstag, 30. August 2011
Dann zurück zum Stall und aufs Viereck.
Heute hab ich zum ersten Mal ganz bewusst versucht, mit Neckstring zu reiten. Zügel und Knotenhalfter war zwar drauf, aber ich hab glaub ich nur 2x hingegriffen. Zuerst alle Gangarten und Übergänge ausprobiert. Da war ich sicher, dass das gut geht, das reite ich ja sonst auch ohne Zügel. Diesmal aber wirklich nichtmal angefasst. Mit dem Neckstring ging sogar etwas rückwärts, zwar zäh, muss ich weiterüben, aber es ging.
Danach Wendungen probiert in allen Gangarten. Schritt und Trab sowieso ziemlich einfach, und im Galopp gingen wir richtig schöne Zirkel. Schließlich (wieder mal zuviel?) fing Billy aber an im Galopp zu diskutieren, drehte sich eng ein auf winzige Volten und machte sein persönliches ungefragtes "Bull's Eye" (ohne Bull's Eye *lol*) um sich Pause zu holen. Das war der Augenblick, als ich in die Zügel griff ;-). Na gut, ein schöner Zirkel noch, und dann sind wir zu langsamen, dafür kniffligen Übungen übergegangen:
Nur mit Neckstring Vorhand weichen, Hinterhand bleibt stehen - ging erstaunlich gut. Nur mit Neckstring Hinterhand weichen, Vorhand bleibt stehen - war erstaunlicherweise schwieriger, da hier dann doch die Halsbiegung fehlt, die er sonst kennt (und jetzt erst fällt mir auf, dass ich die ja mit dem STick machen hätt können - gar nicht dran gedacht). Trotzdem, bald hatte er es heraußen, dass bei Körperdrehung + Bein hinten die Hinterhand weichen soll. So, und dann kombiniert *g*. Bein vorne und Körperdrehung + Blickwinkel in Bewegungsrichtung = Vorhand weicht 1 Schritt, Bein nach hinten und Körperdrehung in die andere Richtung, Blick auf Hinterhand = Hinterhand weicht. Da konnte man wieder mal richtig das Hirn rattern hören "was will die von mir eigentlich???", bis er das mit Schenkel vorn/Schenkel hinten kapiert hatte und unterscheiden konnte - dann hat ers auch superbrav umgesetzt --> Ende, Wutzeln, Fressen, Weide :-)
Montag, 29. August 2011
Zuerst ein bisschen Stick to Me. Da traue ich mich jetzt langsam an Galopp heran. Rechtsrum funktioniert das auch schon hübsch, aber linksrum haben wir PRobleme, ich vermute hier eher Balanceprobleme als sonstwas. Billy kippt nach innen, kommt mir daher zu nahe, findet, dass er so langsam schon überhaupt nicht galoppieren kann, und dann verkleinert sich auch noch das ganze (ungewollt) aufgrund des Nach-innen-Kippens zu einem kleinen Zirkel...
Ich hab deshalb geübt, dass er a) mehr Abstand einhält und b) nicht überholt, das fängt er nämlich jetzt an, im Trab. Ein paar Sprünge schaffen wir links, aber mehr nicht. Und Pferdchen wird schön grantig dabei, aber auch übermütig (ich weiß nicht ob es Grant oder Übermut ist, ehrlich gesagt) - jedenfalls wildes Kopfschütteln und da ist mir dann auch nicht mehr ganz wohl dabei - also leiber zurück zu Trab.
Danach die Schrittzirkel um mich rum auf David-Art weiter geübt und dann schon auf Trab hingearbeitet. Der Draw ist momentan ein Wahnsinn - aaaber die Waage kippt nun wieder ein bisschen in die andere Richtung - Herr Pferd kommt mir gern zu nahe und fängt bei den engen Zirkeln auch an, mich anzudrohen; fast fühl ich mich wie vor 3 Jahren, als das das übliche Gesicht war - Hals rein auf mich zugebogen und ordentlich giften. Das kommt nun nur, wenn ich Trab verlange, und Herr Pferd meinte dann auch, giften erspart ihm den Trab... er hat nicht kapiert, dass er ruhig einen ein wenig größeren Kreis auch gehen darf, kam immer wieder zu eng rein. Also zurück ans Seil, ordentlich geklärt dass Abstand trotzdem einzuhalten ist und Trab trotzdem Trab heißt - und danach ging es auch Liberty für eine Runde, und das reichte mir.
Vielleicht mach ich schon wieder mal zu viel davon...
Trotzdem, der Draw ist super... Billy trabt aus dem Stand auf mich zu und lässt den Blick nicht von mir. Auf der Koppel galoppierende Pferde oder selbst das Gras in Maulreichweite sind ihm... nun ja, sicher nicht egal (v.a. letzteres ;-) - aber ich und was ich sage scheint doch wichtiger :-).
Freitag, 26. August 2011
Diesmal war Billy von Anfang bis Ende sehr entspannt, wie ich ihn kenne :-). Beim kurzen Galopp über die Wiese bin ich diesmal vorangegangen, weil er letztes Mal hinterm andern Pferd her ganz schön angezogen hat :-/ - wollte testen ob das prinzipiell hier so ist oder nicht. Nein, ist es nicht - auf Schnalzen angaloppiert, die gaaanze lange Wiese gemütliches GEschaukel, Hand an der (nicht existenten) Schnalle der Zügel, und am Ende der Wiese anhalten auf Ausatmen und Hand bisschen anheben - so kenn ich mein Tierchen ;-).
Scheinbar müssen wir ein bissl an der Temporegulierung üben, wenn vor uns ein anderes Pferd ist.
Bin jedenfalls froh, dass ich derzeit so schön viel zum Ausreiten komme, da ist in diesem Sommer diesmal echt viel weitergegangen.
Dienstag, 23. August 2011
Sonntag, 21. August 2011
klongklongklong - muuuuh
Obwohl Billy beim "Pre-Ausritt-Check" im Viereck wie immer gelassen war, war er, kaum hatten wir den Stall verlassen, ungewohnt schreckhaft und aufgekratzt. Das geht schon eine ganze Weile so, ich weiß nicht woran es liegt.
Als erstes brachte ihn ein Reh und raschelndes Gebüsch noch gleich beim Stall (wo wir uns nun wirklich beide sehr sicher fühlen) zu drei plötzlichen Seitwärts-Galoppsprüngen; nicht weiter schlimm, trotzdem seltsam. Ein paarmal zuckte er auch im Wald zusammen bei Dingen, bei denen er normalerweise kein Ohrwaschl rührt.
Wir näherten uns dem Ende des "stillen blauen Sees", also dem Zentrum, wo wir uns sicher fühlen - ich versuche gerade, die Grenzen hier zu erweitern. Naja, heut war der stille blaue See sogar kleiner als zuletzt. Schon bei einer Wegkreuzung, die ich normalerweise schon in die Comfort-Zone inkludiert habe, musste ich absitzen, weil ichs nicht mehr aushielt: Billy war erstarrt, nur noch völlig blockiert zu einzelnen klemmigen Schritten zu bewegen, Kopf hoch und in die Ferne gestarrt, auf irgendwelche Monster, die er sah, aber ich nicht. Ein Musterbeispiel des erstarrten RBI kurz vor der Explosion. Ich hatte keine Lust, in gestrecktem Galopp nach Hause zu galoppieren, also runter da, und zu Fuß weiter!
Nachdem wir um die Ecke des Weges bogen, sah ich sie auch schon, die Monster: Mindestens 5 braunscheckige große Raubtiere, die mit den großen Eutern ;-). Weit weg auf einer Anhöhe lagen sie im Gras und verdauten das letzte gerissene Pferd, sicherlich ;-). Gut, auf dem gleichen Weg waren die gleichen Monster letzte Woche in gleicher Entfernung, damals konnten wir relativ unspektakulär daran vorüber. Also dachte ich, das machen wir diesmal auch. Allerdings: Don't make assumptions! z.B. dass die Monster diesmal genauso liegenbleiben wie letztes Mal... nein, diesmal haben sie sich erhoben und kamen mit lautem klongklongklong langsam und neugierig auf uns zu und blieben mitten auf unserer Höhe hinter ihrem Zaun stehen - uns trennte nur noch die Straße, auf der einen Seite wir, auf der anderen das Fleckvieh. Billy flippte für einen Introvertierten ziemlich aus, hüpfte am Seil herum und wollte nur noch weg, umdrehen und nach Hause. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge schon wieder mit hinterherwehendem Strick allein die Strecke zurückgaloppieren und versuchte ziemlich panisch (und ganz sicher nicht wie ein souveräner Leader *seufz*) mir seine Aufmerksamkeit wenigstens zum Teil zu sichern, das ist auch gelungen, jedenfalls konnte ich verhindern, dass er umdreht und sich losreißt. Trotzdem waren wir irgendwie "gefangen", denn das doofe Fleckvieh verfolgte uns nun. Ich konnte mich nicht entfernen, ging ich die Straße entlang vorwärts, ging das Fleckvieh in die gleiche Richtung den Zaun entlang. Drehte ich um Richtung heimwärts, verfolgten sie uns eben dorthin. Das Fleckvieh im Rücken zu haben war jedenfalls für Billys Entspannung nicht förderlich. Was sich wie 10 Minuten anfühlten, waren in Wirklichkeit wahrscheinlich nur 30 Sekunden.
Gerade als ich dachte, aus der Situation komm ich jetzt nicht mehr raus, zeigte mir das Billytier, wie er die Aufregung zu bewältigen gedenkt: Übersprungshandlung hastiges Grasrupfen! Entspannt war da zwar mal gar nichts, sondern es war wirklich das hastige, nervöse RBI-Grasrupfen, das ich von ihm in solchen Situationen kenne, aaber Davids Worte vom Kurs hallten in meinem Gedächtnis wider: "Kopfsenken bedeutet zwar an sich noch nicht Entspannung, aber ein Schritt dahin". Ich ließ Billy also das Gras rupfen, das dort zum Glück schön wuchs, während uns die Kühe zusahen. Das dauerte eine ganze Weile und tatsächlich konnte man sehen, dass es ihn mit der Zeit tatsächlich entspannte, zumindest ein bisschen. Bei jedem Geräusch zuckte er zwar immer noch zusammen und war sprungbereit, aber nun zeigte sich auch einmal, dass mein "Friss"-Kommando, das ich installiert habe (eigentlich um ungewolltes Fressen abzugewöhnen) nicht nur wirklich gut isntalliert zu sein scheint, sondern auch zu was nütze ist - starrte er grad wieder die Kühe an und ich konnte die Explosion kommen spüren, reichte tatsächlich, den Kopf zu senken, auf ein schönes Grasbüschel zu zeigen und "friss!" - und er fraß und entspannte sich wieder ganz wenig.
So standen wir da ziemlich lange und er wurde immer ruhiger. Schließlich dachte ich ich kann es wagen, ein paar Schritte richtung Heimat zu gehen, ohne dass er gleich losspurtet. Tatsächlich ging das ganz gut, er trippelte zwar etwas seitwärts, um die uns verfolgenden Kühe im Blick zu haben, aber jedesmal wenn ich das Gefühl hatte dass er mir langsam entgleitet, konnte ich ihn eindrehen, mit der Nase zum Gras, und er fraß wieder ein bissl. So schafften wir den Weg zurück bis zur "sicheren" Kreuzung, wo uns die Kühe nicht mehr folgen konnten.
Tja, und natürlich konnte ichs nicht lassen, wurde übermütig und hab dann noch mit Annäherung und Rückzug gespielt. Ich überredete Billy Schritt für Schritt wieder zurückzugehen, bis zur Zaungrenze, wo die Kühe nun standen. Er fror wieder ein, ließ sich dann aber meistens doch noch zu 1-2 weiteren Schritten überreden. Und durfte dann fressen, bis er wieder ruhig war. Weitere 2 Schritte, fressen. Wieder zurück, warten, wieder annähern, fressen, annähern, fressen. Kontrollierter Rückzug, wieder Annäherung und so weiter. Es wurde besser und besser, bis ich beschloss es gut sein zu lassen, an der Kreuzung wieder aufstieg und ohne weitere Vorkommnisse heim ritt.
Bin froh dass wir die Situation so gut händeln konnten ... das Kuhproblem schränkt mich schon sehr ein - diese Monster lauern einfach bei uns an jeder Ecke. Ein Ausritt ganz ohne Kuhbegegnung ist quasi nur auf unserm Grundstück möglich...
Donnerstag, 18. August 2011
Mittwoch, 17. August 2011
Billy hat brav mitgemacht, und das größte kam, nachdem ich ihn eine Weile in der Viereck-Ecke "geparkt" hatte, um ihn dort grasen zu lassen, während ich Hindernisse her- und wegräume: ich war fertig, rief ihn, ging 2, 3 Schritte auf ihn zu - und er drehte sich um, sah mich an, und ließ das Gras stehen und kam her übers halbe Viereck. Hach, wie toll!
Am Montag hab ich das noch schöne Wetter am Vormittag genutzt um wieder einen Ausritt zu machen, einen neuen Weg erkundet. Das war alles ziemlich am Rande meiner/unserer Comfort-ZOne. Billy ist ungewöhnlich überaufmerksam, fürchtet sich vor Verkehrszeichen (völlig ungewohnt) und Radfahrern. Dort wo der Weg "neu" für uns beide wird, klemmte er so, dass ich lieber abgesessen bin, bevor er womöglich doch wieder mal explodiert und heimrennt... war gut so, so sind wir beide sehr confident ein ganzes Stück des neuen Weges gegangen, haben die Kühe aus der Ferne betrachtet und haben dann ein bisschen gegrast, bevor wir umgedreht haben. Dann bin ich aufgesessen - komischerweise hab ich keine Angst vor Explosionen, wenn es heimwärts geht (vielleicht weil eine Explosion dann wenigstens in die Richtung gehen würde, in die wir ohnehin unterwegs sind??). Das war problemlos dann, bis auf die paar Galoppsprünge, als sich ein lautloser Radfahrer von hinten angeschlichen hat ;-).
Jedenfalls wieder ein positives Erlebnis; wir waren eine gute Stunde unterwegs.
Donnerstag, 11. August 2011
Danach bin ich etwas aufs Viereck und hab Neckstring-Reiten geübt. Rückwärts. Das klappt! *jubel* - habe ich mit David am Kurs erarbeitet, er hat mir dabei vom Boden aus geholfen. Billy war heute abgelenkt, hat aber trotzdem recht brav mitgemacht.
Danach hab ich ihn noch on Line genommen und wieder die Galoppwechsel geübt. Viele Richtungswechsel haben ihn ein bisschen aufgeweckt, und tatsächlcih ist es so: Sobald ich die Energie raufdrehen kann, er ordentlich Schwung bekommt, und ich dann noch genug Koordination habe, um wirklich schnell rückwärts zu laufen (jetzt versteh ich langsam, warum das im alten Level 2 so sehr betont wird im Zusammenhang mit den Fliegenden Wechseln - es ist wirklich wirklich wichtig!!), dann klappt der Fliegende. Oder es klappt zumindest ein Wechsel ohne Brechen der Gangart: Zweimal hat Billy heute im Galopp die Richtung gewechselt, ohne den GAlopp zu wechseln, war dann noch eine halbe Runde im Außengalopp - das ist ungewöhnlich, muss ich drauf schauen. Einmal hat er dann, als ich (Außengalopp) etwas mehr Energie gefordert habe, auf dem Zirkel gewechselt - und ich bin wieder mal zu langsam im Schauen und hatte daher leider nicht das richtige Timing, um ihn sofort zu belohnen. Nun ja, wird schon...
Dienstag, 9. August 2011
DAher inzwischen ein bisschen Bericht, was wir so gemacht haben.
Also zuerst sind wir wieder Finesse geritten, mit dem Glücksrad. Billy hasst es schon wieder. Klar, wenn das kommt, muss er ja auch hart arbeiten. Wenn es mal oben ist, gibt es aber keine Abwehrreaktionen mehr. Vielleicht mag er es nur nicht über die Ohren gezogen bekommen, grübel ich schon.
Dann sind wir damit Übergänge geritten, die werden langsam richtig richtig toll. Dass das ehemalige Büffeltier jemals so spritzig am Schenkel werden könnte, hätt ich mir nie träumen lassen. Wir sind über "einfache" (z.B Schritt-Trab) Übergänge mittlerweile bei solchen Dingen wie Halt-GAlopp angekommen. Und wie er sich bemüht! Meist haben wir da noch 1-2 Trabtritte drin, aber die darf er vorerst zur Beinsortierung. Der beste Übergang war der, als (wir hielten gerade und bereiteten uns für Galopp vor) eine Spaziergängerin am Viereckrand auftauchte, die dort definitiv nicht hingehört - da brauchte es kein Beine-Sortieren, das Billytier ging quer durch die Bahn durch, fiel Gott sei Dank nicht über unsere Cavaletti-Hürden, und während ich mir noch der Tatsache bewusst wurde, dass ich ja ohne Sattel bin, standen wir auch schon wieder. Also Halt-Jagdgalopp-Halt innerhalb einer Bahnlänge, nicht schlecht. Das kommt davon, wenn man mittels vieler Übergänge das Pferd "spritzig" macht. Ich hielt es für einen günstigen Zeitpunkt, abzusitzen, jedenfalls ;-).
Aufgehört haben wir dann noch nicht, sondern On Line an Galoppwechseln gefeilt; Billy hatte aber nicht mehr wirklich viel Schwung, war wohl schon müde. Trotzdem, er bemüht sich so! Ich bekam einen halbherzigen fliegenden in beide Richtungen, dann haben wir natülrich gleich aufgehört.
Kursbericht: David Lichman, 30.-31. Juli 2011
"Come bearing gifts" ...
So ist Davids Einstellung zur Pferdearbeit.
Billy hat das ganz außerordentlich gefallen. Und mir auch! Ich war vom Kurs hellauf begeistert, wir haben wieder Unmengen gelernt. Grund dafür war sicher nicht zuletzt, dass das Niveau der Teilnehmer recht hoch war, und so konnte man auch einen Blick in die vielleicht eigene Zukunft sehen, wenn David mit einer Teilnehmerin Spins at Liberty erarbeitete oder Liberty-Figure-8s.
Wie die Überschrift vermuten lässt, arbeitet David sehr viel über Lob, und auch gerade Futterlob. Am meisten von allen Instruktoren, die ich bisher kennengelernt habe. Um ein neues Pferd kennenzulernen, gabs erst mal Streicheln, hallo sagen und eine Karotte. Sooo gefiel das dem Billy, er liebte den Mann sofort von Anfang an ;-).
Dazwischen gab es bei allen kleinen Zwischenschritten, die gut gelungen waren, gleich ein Stückchen Karotte. David hatte sich gleich zu Beginn eine ganze Schüssel voll bringen lassen ;-) .
Los ging es am ersten Vormittag - wie ja meistens - mit Theorie bzw. Kennenlernen der Teilnehmer. Einige kannten sich untereinander schon. Und was mir sehr gut gefallen hat - David lässt schon Wochen vorher jeden Teilnehmer ein online-Formular ausfüllen, mit ganz schön vielen ausführlichen Fragen. Die eigenen Horsemanship-Goals im allgemeinen, die Ziele für den anstehenden Kurs; die Einschätzung, wo man gerade steht; Einschätzung des Charakters des Pferdes und der eigenen Person; Probleme die mit dem Pferd auftreten; und ob er sonst noch etwas über Teilnehmer und Pferd wissen muss. Das fand ich toll, beim Ausfüllen musste ich direkt viel nachdenken, was ich denn da nun hinschreiben soll. Somit hat es den Vorteil, dass jeder Teilnehmer sich bereits VOR dem Kurs ausgiebig Gedanken gemacht hat; David ist vorbereitet, hatte die Fragebögen eindeutig genau angesehen und "kannte" die Leute also bereits - was viel Zeit zu Kursbeginn spart.
Wir haben nur die Ziele von jedem durchbesprochen. In den Formularen waren von uns die drei Dinge zusammenfassend genannt worden, die offenbar immer die Problemstellen sind:
- motivation
- relaxation
- liberty.
David brachte kurz vergleichend das Schema von Karen Rohlf, bestehend aus den 3 "Arbeitskreisen" realaxation, energy und balance. Wenn alle 3 zusammentreffen, sich diese 3 Kreise überschneiden, hat man den "sweet spot" gefunden (meist nur kurz, bevor eins davon wieder flöten geht und man erneut daran arbeiten muss, den entsprechenden Bereich wieder herzustellen und die drei Kreise sich wieder überschneiden zu lassen) - ein Zufall, dass ich ihre DVD kurz davor geschaut hatte ;-)
Im Zusammenhang mit diesen 3 großen Zielen brachte David ganz kurz (da fortgeschritten, kannten es wohl eh alle) das Horsenality-Muster und brachte es mit den 3 Zielen in Zusammenhang:
- LBE: Möchte Spiel, braucht Gehorsam, mittels Kreativität.
- RBE: Möchte Hilfe, braucht calmness, mittels consistency (= patterns)
- LBI: Möchte ... hier hab ich nichts aufgeschrieben, also: nichts *g*, braucht Motivation, mittels Futter
- RBI: Möchte Sicherheit, braucht Selbstsicherheit, mittels Zeit und einer Spur "get over it" (das erwähnte David, weil RBI-Besitzer wohl oft so viel Rücksicht auf ihr Pferd nehmen, dass sie gar keine Fortschritte machen - bezüglich gewisser Dinge müsse man zum Pferd auch sagen können: "get over it", um ihm zu zeigen, dass es nichts Schlimmes ist).
Das Diagramm fand ich eine gute Gedächtnisauffrischung.
Auf das Thema relaxation ging er dann noch ausführlich ein. David bringt vielen Pferden erstmal bei, bei Angst/Unsicherheit den Kopf zu senken. Ganz einfach mittels Konditionierung, fast schon clicker-mäßig ;-). Eine Teilnehmerin mit ihrem oft unsichern, ängstlichen Pferd, demonstrierte dann an den zwei Tagen, wie gut das klappt. Wenn auch Kopf unten noch nicht gleichzusetzen ist mit Entspannung, so ist es doch ein erster Schritt dahin. Bis es funktioniert, durchläuft das Pferd die Stufen 1) tolerate (d.h. entgegen dem natürlichen Fluchtinstinkt bei Angst oder Diskomfort stehen bleiben), 2) accept, 3) relax, 4) generalize (d.h. das unter kontrollierten Bedingungen antrainierte Kopfsenken funktioniert auch in anderen Situationen).
Gut, dann ging es an die Praxis. David hatte uns schon zuvor in 2 Gruppen eingeteilt, jeweils nur 3 pro Gruppe, das war toll
Wir arbeiteten - weil ich das nach wie vor als unser Problemfeld angegeben hatte - am Rückwärts, zuerst vom Boden. Hier sah man einen sehr großen Unterschied zum letzten Kurs. Wenig Druck, trotzdem ein schönes Ergebnis. Bald war es flüssig genug, dass David mich eine weitere Zutat hinzufügen ließ: flüssig Rückwärts, dabei Kopf nach unten, mittels Porcupine Game unten am Halfterknoten. Klappte schnell sehr gut. Dann durfte ich an diesem Vormittag noch aufsitzen und gemeinsam mit David am Boden erarbeiteten wir mit Billy ein Rückwärts nur mit Neckstring! Genial. Ich glaube 10 Minuten und Billy ging rückwärts auf Sitz + Neckstring. Seither übe ich auch vermehrt das Reiten mit dem Neckstring, hab ich irgendwie ganz vernachlässigt, das mal zu probieren.
Die anderen werkten - z.T. On Line, z.T. Liberty - am Draw in einer Figure 8. David hat das mit ihnen durch eine Art Stick To Me bzw. Zirkel auf sehr geringe Distanz, gefolgt von schnellem Rückwärtslaufen, um das Pferd bis zur Mitte der 8 zu ziehen. Daraus erhöhten sie langsam die Distanz und veränderten die eigene Position - am Anfang liefen sie quasi den 8er (bzw. halben 8er) mit, Füße still halten kam erst später. Eine ander Teilnehmerin am Nachmittag arbeitete eben daran, ihr nervöses Pferd den Kopf senken zu lassen, während Sackerln etc. raschelten, und hatte gute Erfolge. Außerdem wurden stehende einzelne Tonnen gehüpft - On Line und auch Liberty. Eine andere Teilnehmerin hatte als Ziel angegeben, ihr Pferd bridleless im Trab dazu zu bringen, entspannter den Kopf zu senken - da war auch spannend, wie es erarbeitet wurde.
Zu Mittag und am nächten Tag vormittags zeigte uns David auch noch inspirierende Videos.
Billy und ich arbeiteten am zweiten Tag zunächst an Liberty-Zirkeln. David zeigte sich als kein Freund von zuviel Circling Game. Er erarbeitet den Zirkel folgendermaßen, und ich denke das hilft wirklich, um den Draw zu fördern und zu erhalten: Als erster Schritt sollte ich drauf achten, dass Billy mir immer 2 Augen schenkt. Reichlich belohnen, wenn ja. Dann nur wenige Schritte zur Seite um mich rum schicken, mit einer ganz kleinen Bewegung. Wobei es für David egal war, ob er dabei vorwärts ging und mich ansah, oder überhaupt seitlich trat. Sobald die Aufmerksamkeit flöten gehe, sollte ich sie wiederholen, durch Hinterhand disengagement, danach aber rückwärtslaufen, sodass er wieder zu mir gezogen wurde. Tatsächlich hatten wir so recht bald eine ganze Zirkelrunde in beide Richtungen. Zuerst online, klappte danach aber genauso at Liberty. ich habe es seither nur wenig weiterentwickelt, aber etwas mehr Distanz und 2, 3 Trabtritte gehen nun schon auf diese Weise - und Billy nimmt keinen Augenblick den Blick von mir.
Mit den anderen arbeitete David am Spin at Liberty, weiter am Kopfsenken im Trab oder Halten, und Tonnenhüpfen und Reiten von 8ern.
Am Nachmittag sind wir dann alle gemeinsam geritten, und es war echt lustig. Zuerst spielte David unterschiedliche Lieder an, und wir sollten zuerst den Schritt, dann den Trab, den unterschiedlichen Takten (mal schnell, dann langsam, noch schneller, noch langsamer) anpassen. Das war total interessant; vor allem erkannte ich, dass Billy und ich exakt ein einziges Trabtempo gehen können. Der SChritt ließ sich so noch gut regulieren, aber im Trab gibt es nur einen einzigen Takt bei uns, will ich langsamer, geht er Schritt, will ich schneller, gibts Galopp. Interessant, und eine Hausaufgabe ;-).
Überhaupt bindet David Musik stark in den Unterricht ein, macht es kurzweilig und unterhaltsam!
Zuletzt pappte David Ringe an Sprungständer, die wir mit unseren Sticks auffädeln sollten - zuerst im Schritt, dann Schritt ohne Zügel, dann Schritt ohne Zügel mit der linken Hand statt der rechten, dann im Trab ohne zügel mit der linken, und auch im Galopp. Ich war ganz überrascht, dass ich überhaupt was getroffen habe *lol* - 2x sogar im Galopp.
Das war auch schon das letzte für den Kurs.
Fazit: David ist total unterhaltsam und hebt sich durch das viele Loben mit Futter von den anderen Instruktoren (die ich bisher kennenlernen durfte) deutlich ab. Der Kurs war gleichzeitig lustig und lehrreich (bisher wars meist eher entweder-oder). David erarbeitet ganz konkrete Aufgaben nach Wunsch der Teilnehmer, er erklärt ganz genau was wie wann warum, lässt einen aber auch selbst machen und probieren. Außerdem ist er durchaus auch einmal "risiko"freudig und probiert einfahc mal aus, ob das Pferd nun reif ist, das Seil abzunehmen - war beim "Nervösling" 2x die falsche Entscheidung, machte aber nix.
Also alles in allem eine wirklich schöne Mischung!
Freitag, 29. Juli 2011
So ohne Internet und ohne Arbeit hat man endlich mal Zeit fürs Pferd :-). Trotz meist eher schlechten Wetters konnten wir viele Dinge machen.
Zum einen hab ich all die Termine, die im normalen Arbeitsleben oft so schwer unterzubringen sind, in den Urlaub verlegt: Billy musste demnach zum jährlichen Zahnarzttermin (bzw. Fr. Zahnarzt zu ihm) - dabei war alles in Ordnung, das Übliche - und außerdem hab ichs endlich endlich geschafft, mir jemanden von R.O.C.-Sättel kommen zu lassen, der mir das System erklärt und mich probereiten lässt. Tatsächlich passte der Test-R.O.C. gleich auf Anhieb auf Billys Rücken, rutschte quasi von selbst dorthin wo er hingehört, schmiegte sich an wie angegossen - und wir durften ihn nach der Probereiterei auch nach dem Abnehmen ein zweites Mal auflegen, ohne dass Billy durch irgendwelches Gifteln angezeigt hätte, dass davor etwas nicht gepasst hat. Auch mir hat der Sattel ganz gut gefallen - nun bin ich nur noch unschlüssig bezüglich des Modells, das wird schwierig.
Außerdem haben wir ein weiteres kleines aber feines Utensil gebraucht erstanden: Billy besitzt nun ein Glücksrad! Sehr viel hab ich mir davon ja nicht erwartet - ich erwartete nur eine ähnlich abwehrende Reaktion wie aufs Gebiss, wenn ich damit Kontakt zu halten versuchen würde. Falls das Ding überhaupt irgendwelche Einwirkungen weitergeben würde...
Und dann hab ichs probiert und war nach 3 Sekunden schon mal sehr begeistert. Billy war skeptisch: "was schleppt die nu scho wieder an??", ließ sichs aber brav anlegen, ist ja auch nur quasi ein Halfter. Dann noch etwa rumverstellt und rumprobiert, Zügel ohne Hebel eingeschnallt und in die Halle, um es per "Handarbeit" mal zu probieren. Wie man am Blog feststellen kann, hab ich die Handarbeit ziemlich brach liegen lassen *schäm*. Da stand ich dann mit Glücksrad und Billy, probierte mal einen gaanz sanften vorsichtigen Zupfer - schwupps, Billys Hals bog sich, kein Verwerfen, einfach hübsches Nachgeben auf wirklich minimale Einwirkung. Da war ich schon ziemlich baff. Ok, dann mit dem äußeren Zügel über dem Hals: Kann er sich auch weg von mir biegen? Ja, konnte er, auf ebenso kleinen Zupfer. Und ohne Gegenwehr oder so. Faszinierend. Kurze Überprüfung, indem ich die Finger unter das Nasenteil und unters Kinnteil steckte und wieder einwirkte, stellte sicher, dass da jetzt nicht wer weiß was für Kräfte wirken.
Und dann haben wir losgelegt: Schulterherein als hätt er nie was anderes gemacht, Renvers, Travers, als hätten wir damit nie ein Jahr pausiert.
Später bin ich noch mit dem Glücksrad auf Kontakt geritten, Übergänge, auch die klappen hervorragend, Billy lümmelt sich weder auf das Ding drauf noch rollt er sich ein noch schüttelt er ärgerlich ständig mit dem Kopf - und es ist mir sogar gelungen, eine ausgewogene Mischung zwischen langen Zügeln und Kontakt (immer nur wenige Minuten) zu treffen. Sehr sehr schön.
Und schließlich hab ich die Zeit genutzt und vermehrt Ausritte zu unternehmen - schön wars! V.a. bin ich so weit allein geritten wie noch nie :-). Das Billytier war fast immer entspannt, einmal trafen wir einen fremden Reiter vom Nachbarstall und ritten ein Stück mit dem; wir haben neue Waldwege erkundet (ok, die waren zu 100% alle Sackgassen, aber macht ja nix) und uns Kühen alleine auf immerhin 100m angenähert ;-) ohne dass Billy umdrehen und heimlaufen musste. Außerdem überwinden wir diverse Gatschpfützen oder Rinnsale - auch unbekannte - immer öfter mit großen Schritten (nach eingehender Begutachtung natürlich) statt mit einer Überraschung für Frauli in Form eines 4-m-Sprungs (für 10cm Wasser).
Das war echt schön und hat mir auch wieder mehr Selbstvertrauen und Vertrauen in Billy gegeben - auch dass ich im richtigen Moment absitzen konnte, z.B.
Und als Krönung meines Urlaubs gabs noch einen 2-Tages-Kurs mit 5-Stern-Instruktor David Lichman, der wirklich ganz ganz toll war ... eigener Eintrag folgt :-)
Mittwoch, 13. Juli 2011
Habe mir trotzdem den Billy geschnappt und gedacht, ich übe in der kühleren Halle ein bisschen ruhige Liberty-Dinge.
Zuerst mussten aber unsere 2 süßen Neuankömmlinge aus der Halle: 1,5 jähriger Jungspund + Mama. Die hatten natürlich alles mögliche in der Halle hinterlassen, besonders spannend fand Billy das allerdings nicht, außer dass er über eine Pinkellacke nochmal drüber pinkeln musste. Trotzdem: die beiden neuen waren im Auslauf, nicht soweit weg von der Halle, und somit war das Tor heute immens spannend (v.a. da dort Heu lag, das die beiden übriggelassen hatten).
Es dauerte etwas, bis er sich auf mich konzentrieren konnte, aber man sah dass er sich bemüht hat. STick to me klappte sofort, er blieb bei mir, obwohl er immer wieder Richtung neue Pferde linste. Als ich ihn dann weggeschickt habe, wurde aus dem Circling Game natürlich ein Ellipsen-Game ;-). Er startete zum Tor, wurde dort langsamer, gaste wieder an, wurde beim Tor wieder langsamer um rausschauen zu können usw. Anfangs war Bring back schwer, da galoppierte er stattdessen sogar an (was ich bei der Hitze eigentlich gar nicht verlangt hätte, aber wenn er will...). Und dann war es irgendwie total herzig: Ich hockte mich hin, meine Bring-Back-phase 4 - da kommt er eigentlcih immer rein, weil es wirklich ein sehr konsequentes Zeichen für "Spielende!!" ist. Tatsächlcih kam er, schnofelte kurz meine Hand an... und startete sofort wieder von sich aus auf den Zirkel, um beim Vorbeilaufen wieder beim Tor rausschauen zu können. Danach wechselte er selbst die hand in wunderhübschem Bogen und war überhaupt ganz ungewohnt ehrgeizig. Bring Back wurde einfacher, und es war wirklich lieb, er kam rein, sagte hallo, ... und war wieder weg. Normalerweise geht ja nix über eine Pause ;-).
Wenn er schon von sich aus traben wollte, habe ich kleine scnell aufeinanderfolgen Übergänge gemacht, Schritt und Trab, die klappten super, und er wurde konzentrierter.
DAnn Handwechsel, und da hatte ich ein Aha-Erlebnis... in besteimmtem Winkel zur Bande hinbewegt, löst ihn von der Bande und veranlasste ein wunderschönes S im Handwechsel, von beiden Händen. 2 in jede Richtung, und dann (nach vielleicht 15 oder 20 Minuten) war ich klug genug, auf das hin aufzuhören.
Wir spazierten noch gemeinsam zum (uneingezäunten) Viereck, ich habe schwunglose Dinge Liberty probiert, wie ein kurzes Yoyo, STick to Me und einfache Driving games, SEitwärts. Ich möchte anfangen, mehr da draußen zu spielen.
Der Gedanke, ihm das Seil über den Rücken zu legen udn dann ein CG zu versuchen, verging mir schnell wieder - da war heute einfach die Anziehungskraft der fremden Pferde und damit die Neugier zu groß.
Am Schluss gabs noch was Interessantes zu beobachten: Den Auslauf, auf dem die neuen Pferde waren, umgehend, gingen wir bei einem seitlichen Tor rein, um Billy auf die Weide zu entlassen. Natürlich kamen die neuen an den Zaun, um uns zu beobachten. Ich ließ Billy frei und beobachtete, wie er die neuen begrüßte: freundlich und neugierig stapfte er auf sie zu, kurzes Schnofeln Nüster an Nüster ("Servas, ihr seids neich, ha?"), da zuckte kein Ohr nach hinten, es kräuselte sich keine Nüster, es wurde nicht gequietscht, gar nix. Billy schnofelte sie an, sie schnofelten zurück, dann ging er auf die Weide. Genauso lief die Begrüßung mit dem letzetn neuen Pferd auch ab. Billy geht hin: "Servas, ich bin der Billy, und du? ... Aha, ok, pfiati, ich muss fressen gehen".
Tja, und dann... kam eine Einstellerin mit ihrem Pferd - genauso LBI wie Billy - von der Weide und kam auch an den beiden vorbei. Ihr Pferd stapfte genauso freundlich wie Billy zu den beiden. Und aus dem Nichts klappten alle Ohren nach hinten, Zähne wurden gebleckt, quietschen, beißen...
Es war total interessant, v.a. kann ich nicht sagen, wo nun der Unterschied war. Alle schienen in beiden Situationen vorerst gleich freundlich/neugierig, bei Billy blieb es so, beim anderen war man sich offenbar nicht sympathisch.
Montag, 11. Juli 2011
Hü-hüüüpp, Hü-hüüpp
Freitag:
Hüpfen am Viereck, hauptsächlich On Line. Es gab ein doppelhohes Cavaletti, 3 Trabstangen, eine Tonne. Billy macht das Springen Spaß, hat man den Eindruck. Mit Travelling Circles haben wir uns an das Doppelcavaletti herangetastet, er sprang es wunderschön aus dem Galopp, galoppierte dafür extra an. Auf Anfrage geht es auch sehr gut aus dem Trab, und auch aus dem Schritt, obwohl hier etwas uneleganter. Jeweils auf beiden Händen.
Die Tonne war zu schmal, die hat Herr Billy jedesmal (absichtlich) verfehlt. Ich kann ihn hinlotsen und genau davor anhalten lassen, aber so zielgenau hinlotsen, dass er dann auch springt, ist mir nicht gelungen. Könnte sie seitlich mit Cavalettis begrenzen, einen "Gang" bauen.
Die Trabstangen nahm er brav, wenn nicht ganz konkret gefragt, weicht er aber aus - "muss ja nicht sein".
Dann bin ich noch aufgesessen und wollte todesmutig mit Pad diesen Cavaletti-Hopser nehmen. Ja denkste, unlogischerweise sah das Ding von oben viiiiel höher aus als von unten... somit sind wir nur halbherzig drauf zugeritten, und Billy beschloss, dass Frauli für sowas sicher nicht reif ist und lief lieber dran vorbei - ich war nicht so ganz unglücklich drüber ;-). Wir versuchten es dann im Schritt zu überwinden, mit Drübersteigen - dabei fiel natürlich das obere Cavaletti, sodass 2 neben (statt über-)einnder stehen blieben. Das war dann dafür ideal, um Squeeze Game mit kleinen Hopsern zu machen, das hat uns beiden Spaß gemacht. Einmal ist Billy sogar sowas von genial aus dem Stand angaloppiert :-)
Samstag:
Heute haben wir die Hüpfer auf die Geländestrecke verlegt. Und ich das Pad mit Sattel getauscht - eine gute Idee, fand ich später ;-).
Billy hat mächtig Gas gegeben, Springen macht offensichtlich Spaß! Die Geländestrecke geht leicht bergauf mit kleinen Hüpfern, Cavalettiartig, vielleiht etwas höher. Ein paar feste Hindernisse (Baumstamm und so) gibt es auch, aber an die wage ich mich noch nicht so heran. Ich galoppiere also ruhig an, da zieht das Billytier völlig ungewohnt nach vorne, rast auf das Cavaletti hin und spriiiingt mindestens 3x so hoch wie nötig (also so hat es sich angefühlt). Billys Springtechnik hat sich stark verbessert - meine noch nicht *g*.
Die Wasserlacke haben wir auch gemeistert, und zwar NICHT springend, das war schwierig und bedurfte mehrerer Wiederholungen, bis Billy dann halt doch im Schritt drüber- und durchging. Brav gemacht :-)
Sonntag:
Ich glaube Billy hat Muskelkater :-/
Es ist furchtbar heiß, und ich war mit Stallkollegin und ihrem Hafi im Wald ein bisschen spazieren. Billy schleifte die Hinterhufe träge über den Asphalt. Entweder faul und müde, Muskelkater oder sonstwas - werde beobachten. Nach ein paar Minuten war nichts mehr zu bemerken.
Ein schöner und sehr ruhiger Spaziergang am Sonntagnachmittag. Danach gabs Dusche und entspannendes Dösen im Schatten.
Freitag, 8. Juli 2011
Dienstag, 5. Juli 2011
Ab einer bestimmten Höhe hält Billy das Überspringen der Stange für unmöglich. Naja, .... wenn Frauli mitspringt, überwindet er sich ;-). Aber allein geht nur bis Cavaletti-Höhe. Ein paarmal hintereinander haben wir so ein schönes Squeeze-Game zusammengebracht: Hüpfen, turn, face, kurz warten, hüpfen, turn, face, warten, hüpfen. Toller Billy :-).
Und da ich auch wieder das Yoyo für den Draw geübt habe, ergab sich sogar, dass er über den Sprung auf mich zugehüpft ist, 2x haben wir das hingekriegt, toll.
Sonntag, 3. Juli 2011
Zuerst haben wir deshalb eine kleine Liberty-Einheit in der Halle gemacht, die lief ganz gut. Ganz viel Yoyo: 1 Schrittchen zurück, gleich wieder herholen, 2 zurück, 3 her, immer mehr her als zurück. Gerades Zurück geht schon viel besser, relativ feine Phasen genügen. Interessant, unser Liberty-Rückwärts ist viel ruhiger, dabei aber sogar flüssiger und v.a. williger (d.h. kein Grantgesicht) als On Line. Beim Herholen haben wir ab einer bestimmten Distanz Missverständnisse, Billy ignoriert mich, bei Stickeinsatz - aus dieser Position auch etwas schwierig - glaubt er ich will ihn auf den Zirkel schicken, oder er geht weiter rückwärts, oder seitwärts. Wenn ich zu kleinerer Distanz, weniger Schritten zurückgehe, kann ich das reparieren. Braucht aber jedesmal lange Zeit.
Dafür wird so das Send beim Circling endlich mal korrekt: Rückwärts, Richtung zeigen, losschicken, schön langsam im Schritt.
Mit dem so gewonnenen Draw konnte ich ihn besser aus dem CG zurückholen und Handwechsel haben wir auch 2 ganz gute hingekriegt. Da war ich dann mal klug genug, aufzuhören bzw. nach langer Pause was ganz anderes zu machen:
Ich möchte mit Billy ein bisschen hüpfen üben, habe also eine Tonne und Cavalettis aufgebaut und ihn die am Viereck hüpfen lassen. Billy ist eifrig und ich glaube das macht ihm Spaß. Tonnen hüpft er lieber als Stangen. Er ist die tonne aus GAlopp und Trab auf beiden Händen gesprungen ohne zögern, einmal auch flüssig aus dem Schritt, aber die anderen Versuche aus dem Schritt endeten mit Verweigerung, das ist ihm nicht geheuer, er denkt er braucht Anlauf (auch wenn ich weiß, dass er diese kleine Tonne auch aus dem Stand springen kann ;-) ). Drübersteigen klappt nicht, das hat er probiert ;-).
Samstag, 2. Juli 2011
Billy war toll insgesamt. Wir habn auch einen neuen Weg erkundigt (parallel zur Straße, leider eine Sackgasse - den wollte ich schon lang erkunden, wo er hinführt), komischerweise fühle ich mich dabei vollkommen sicher, und Billy stapft brav überall hin wo ich ihn bitte. Erst dort, wo ich weiß, dass mal was passiert ist, dass er da mal Angst hatte, dass da Kühe sein können, usw. da verkrampfen wir uns beide. An der weitest entfernten Stelle wurde mir das zu schlimm und ich hab umgedreht. Ob das gut ist weiß ich nicht, aber musste sein. Nächtstes Mal probiere ich dort vielleicth doch wieder mal abzusitzen und zu Fuß ein Stück weiterzugehen.
Beim Heimweg hat uns dann noch dieser doofe Hund vom Nachbarn angefallen, das Tier wird immer frecher und ist kurz davor Billy in die Sprunggelenke zu zwicken. Ich hoffe Billy zeigt eine ihm angemessene Reaktion und das Hundevieh fliegt bis in den nächsten Bach :-(. Dass der Besitzer es dann zu sich pfiff und begann, es hinter der hohen Hecke, an der wir knapp vorbeimüssen, mit einem sehr lauten Quietsche-Spielzeug abzulenken, war für Billys und meine Nerven nicht gerade besser als das bellende Hundetier - das konnte man wenigstens sehen. Billy war aufgeregt, blieb aber da und wir konnten den Ausritt somit erfolgreich beenden :-)
Freitag, 1. Juli 2011
Heute haben wir weietr einfache Galoppwechsel geübt bzw. als Vorstufe habe ich versucht zu bestimmen, auf welcher Hand Billy auf der Mittellinie anspringt. War nur mäßig erfolgreich. Komischerweise bot er immer Linksgalopp an. Rechtsgalopp verstand er nicht - auf dem Hufschlag sprang er aber auch rechts immr richtig an, er braucht also die Bande. Ich glaube ich gebe schon wieder einmal unverständliche Signale, weil ich selbst schief bin - und je mehr ich mich bemühe, deutlicher zu werden, umso holpriger wird das.
Billy wollte zum Schluss nicht mehr wirklich mit machen - hab also wieder mal den rechten Zeitpunkt zum Aufhören nicht gefunden.
Dafür sind wir zum allerallerallerersten Mal ein Cloverleaf auf dem 20x40er Viereck galoppiert, rechte Hand, ohne Trab dazwischen, 1 Durchgang. Das stand schon 2010 auf meiner "Ziele"-Liste, und damals war es absolut unmöglich, Billy durch so enge Wendungen zu kriegen, einfach nicht machbar. Und jetzt gehts :-). Nicht schön und nicht auf Ideallinie sicherlich, aber es ging :-)
Dienstag, 28. Juni 2011
Geplant war ja wieder mal alles ganz anders. Ich wollte unser Liberty auf dem Viereck austesten - kein Zaun, mehr Platz. Einfach die simplen Dinge probieren. Vorher aber "kurz" in die Halle, zuerst mal die Verbindung testen bevor wir uns auf freie Fläche begeben! Und vielleicht auch nen Handwechsel probieren, der steht sozusagen gerade an im Programm ;-).
Tja, und dieser Handwechsel, daran sind wir auch gleich gescheitert. War vielleicht aber eh gut so.
Der erste Versuch klappte gleich toll, von links auf rechts, die einfachere Seite. Viel gelobt, gleich nach 1 Minute große Pause, ist doch schön! Aaaber ich weiß die andere Richtung geht schlecht, die muss aber auch irgendwie sein. Also nach rechts geschickt. Auch kaum dass er draußen war, wieder eingeladen. Billy kam nicht, lief lieber weiter. Jede Runde hab ich ihn eingeladen, er kam nicht. Dazwischen machte er ein Spiel,ständig Richtung zu wechseln, aber nach außen und in bestimmten Ecken. Gut, das ließ er dann irgendwann sein, als es nichts fruchtete.
Ich lud ihn weiter jede Runde ein zu mir zu kommen. Ja, mit der Intention Handwechsel, weil ich sonst irgendwie das Gefühl kriege, das Pferd wickelt mich mal wieder um den kleinen Huf ("wenn ich lange genug nicht reinkomme, gibt sie auf und macht statt Handwechsel ein Bringback, weil sie froh ist dass ich überhaupt komme" - gut ich weiß nicht ob sie so komplex denken können - aber das ist was in Praxis dann passiert ;-) ). Nein, Billy galoppiert lieber. Runde um Runde um Runde. *staun* Ich war echt ratlos. Er raste nicht herum oder so, er ging dazwischen auch mal Schritt und Trab, was mir auch egal war, es ging mir ja drum, dass er zu mir reinkommt. Aber nix, auch nicht in Schritt und nicht in Trab. Ja, dachte ich, dann lauf halt wenn das mehr Spaß macht. Mein Angebot steht.
Ich weiß nicht wie langs gedauert hat bis ich ihn eeendlich rein bekommen habe - und ja, ich hab den Handwechsel dann noch gemacht (nicht unbedingt nach Lehrbuch, aber immerhin irgendwie) und nach ein paar Schritten auf der linken Hand kam dann das Bringback und eine laaaange Pause. Billy klatschnass, und dabei wollte ich doch so kurz nach der Augensache nichts Anstrengendes machen....
Gut, nach langer Pause wollte ich doch sehen, ob er kapiert hat, ob es ein zweites Mal besser geht. Aber wieder nicht oder kaum. Wieder ewiges Kreiseln, diesmal im Trab, für Galopp war er wohl schon zu müde, und ich hab auch keinen gefordert. Wieder Runde um Runde eingeladen, auch drauf geachtet, ob er mal was fragt oder so - er fragt manchmal, aber wenn ich dann einlade, geht er wieder auf den Zirkel.
Und er kann haargenau unterscheiden, ob ich zum Bringback einlade (da kam er sofort) oder zum handwechsel (die Unterscheidung ist ja prinzipiell nicht schlecht und so geplant, nur verstehe ich nicht, warum er den handwechsel so vermeidet).
Ich hab ihn dann auch ans Seil genommen, da klappten beide Richtungen mit durchhängendem Seil. Dann hab ich Liberty noch das S-Pattern (ich gehe rückwärts, Pferd macht vor mir Schlangenlinien, indem ich die Schulter ständig verschiebe - eigentlich lauter perfekte Handwechsel) probiertz - klappt einwandfrei in beide Richtungen.
Zum Schluss konnte ich zweimal relativ bald auf meine Einladung hin im Schritt ganz gute Wechsel von rechts auf links, dann lange Pause und aufgehört.
Komisches Pony!! Solche Aktionen machen mich immer baff und etwas ratlos, denn es entspricht einfach so ganz und gar nicht seinem Naturell, lieber 20 Minuten durchzugaloppieren statt eine Einladung zur Pause anzunehmen.
Danach kam noch ein Highlight: Wir sind gemeinsam at Liberty von der Halle zum Viereck gegangen (meinen ursprünglichen Plan entsprechend), zum Rand-Abgrasen. Klappte super. Billy trocknete, ich setzte mich daneben und genoss die Abendsonne. Dann hatte ich genug nach so 10 Minuten, stand auf, sah ihm noch ein bisschen beim Grasrupfen zu... dann sagte ich "na komm Billy", drehte mich um und ging weg... und das Billytier nahm sofort die Nase aus dem Gras und trottete hinterher, at Liberty, zum Putzplatz. Pfuh war ich baff!! Es hat mich riesig gefreut :-)))). Ich bin wichtiger als Gras, juchu!
In dem Zusammenhang hab ich was vergessen: Ich möchte jetzt auch etwas gezielter üben, dass Billy auf der Weide und im Auslauf auf Zuruf bzw. Pfiff auf mich zukommt. Vielleicht kann ich ja doch irgendwann einmal erreichen, nicht 1km latschen zu müssen, bevor ich mein Pferd antreffe. Seit letztem Jahr ist es ja eigentlich "normal" geworden, dass Billy freiwillig und Liberty mit mir mitkommt von der Weide. Da brauchte es nicht mehr viel, in Schritt Trab und Galopp folgt er mir weg vom Gras und weg von den Kumpels -aaaber abholen muss ich ihn schon. Ich muss hingehen, muss sagen "komm" und er kommt mit. Und momentan bleibe ich in gewissem Abstand stehen, beobachte ob er mich sieht und quasi mir zuwinkt (schaut mich freundlich/neugierig an - was er die ersten 3 Jahre nie getan hat!), warte, pfeife meine "Komm Billy"-Melodie und rufe ihn und warte... und warte... und warte... und wenn ich genug Geduld habe, dann setzt er sich vielleicht doch auf mich zu in Bewegung. Das hat die letzten beiden Tage so für 3, 4 Schritte funktioniert. Den ersten Tag 2 Schritte auf der Weide (wenn es nicth funktioneirt, geh ich immer näher und rufe und pfeife immer wieder und geb ihm Gelegenheit zu kommen), den 2. Tag ist er im Auslauf so in 10m Entfernung auf mich zugekommen - 4 Schritte, dann haben ihm Ranghöhere den Weg versperrt, ich bin fest überzeugt er wollte bis zu mir kommen ;-).
Wenn er bei mir angekommen ist gibts ein Leckerli.
Bin gespannt wie sich das weiterentwickelt und werde berichten. Diese 4 Schritte auf mich zu waren letztes Jahr nicht möglich, probiert hätte ich es oft genug...
Montag, 27. Juni 2011
Die Erkenntnisse bezüglich der Augenentzündung sind nicht unbedingt größer geworden. Es wurde alles mögliche getestet, auch Blutbefunde bei einigen Pferden etc. Kotanalyse. Fazit: Nichts genaues weiß man nicht. Nur dass unsere Pferde gerade ziemlich wurmfrei sind und dass es keine Bakterien waren, die die Augen angegriffen haben. Eher eine allergische Reaktion. Vielleicht hat eine Giftwolke unsere Weiden überflogen oder was weiß ich. In einem nahen Stall trat dasselbe auf, im Nachbarstall dafür z.B. gar nicht.
Ich weiß nur dass Billys Augen eh schon wieder seit 1-2 Wochen ganz normal sind (die wirkliche Entzündung war bei ihm ja nur ein paar Tage) und wir wieder was tun dürfen.
Am Wochenende hab ich das gleich für kleine einstimmende Ausritte genützt. Billy war superbrav, und langsam gewinne ich wieder etwas Sicherheit.
Heute hab ich dann wieder etwas am Viereck gearbeitet, ideales Wetter. Ich habe mit vielen vielen Übergängen von Schritt zu Trab begonnen, dann halt-Trab-Halt, dann Schritt-Galopp-Schritt und schließlich letzteres noch mit einem Handwechsel garniert. Das Angaloppieren Links aus dem Schritt war durch die Bank supergut, rechts brauchte er heute immer ein paar Trabtritte "Anlauf". Komisch, ich bin es umgekehrt gewohnt.
Also die Lead-Changes werden schön langsam als solche erkennbar. Nur unsere Galopp-Schritt-Übergänge müssen noch etwas sauberer werden. Ich hab mich so sehr auf sauberes Angaloppieren konzentriert, dass der umgekehrte Übergang vernachlässigt wurde.
Freitag, 24. Juni 2011
Muuuuh!
Wir bekommen Küüüüühe! 2 Stück vom befreundeten Nachbarbauern werden eine Zeitlang neben der Pferdeweide wohnen - die Pferdchens müssen dran vorbei, wenn sie auf die Weide gehen wollen.
Da Billy ja durchaus in fremder Umgebung ein Kuh-Problem hatte, bin ich sehr angetan, dass er sich nun in seinem eigenen "Revier" mit ihnen auseinandersetzen kann. ich schätze bei ihm wird die Aufregung nicht sehr groß sein, v.a. wenn es ums Fressen geht, wird er sich bald überwinden.
Cutten darf ich sie allerdings nicht, schade! ;-)))))
Ich bin schon sehr sehr neugierig wie das werden wird!
Montag, 20. Juni 2011
Da mir Billy gleich mal den Hintern zugedreht hat und das Weite suchte, als ich gekommen bin, habe ich das Arbeiten aus Zone 5 ganz sein lassen (obwohl ich eher vermute, dass er flüchtet, weil er eine weitere Augentropfenaktion fürchtet anstatt der Arbeit) und bin nur ein bisschen grasen gegangen - er durfte den Rand des Vierecks trimmen - und dabei kann man dann sogar völlig freiwillig seitwärts gehen ...
Zur Überbrückung habe ich wieder ein altes Video aus Dezember 2010 ausgegraben, das unseren ersten Richtungswechsel im Galopp zeigt. Ja, ich bewege mich da mehr als das Pferd ;-) - es hatte auch -15°...
Dienstag, 14. Juni 2011
Toll wars heute wieder. Ich habe unsere Zone-5-Spielereien fortgesetzt, und das klappt wirklich alles toll.
Das Viereck ist wieder aufgetrocknet und benutzbar, also habe ich 2 Tonnen aufgestellt und heute wieder Lenken aus Zone 5 geübt, anhand eines Figure-8-Patterns. Als Seil hab ich eine Feather Line genommen, die blieb von Anfang bis Ende auf der rechten Seite (nächstes Mal übe ich dann links) - ich will lernen, Wendungen nach außen und nach innen zu gehen.
Billy hat total kapiert, wie ich kommunizieren will, wenn ich hinter ihm gehe. Stick rechts raushalten - er geht nach links. Stick links raushalten - er geht nach rechts. Nur meine Motorik ist manchmal zu langsam, ich verheddere Stick, Seilchen und String. Als Phasen hab ich mir die folgenden Stufen festgelegt und drauf geachtet, nichts auszulassen:
- Focus (vergess ich zu gerne ....)
- Stick seitlich auf die entsprechende Seite halten, wo er ihn hoffentlich sehen kann
- Stick leicht auf und abbewegen und nach vorne, quasi parallel zum Pferd bewegen
- String mitbewegen und bei Bedarf (sehr selten), den String leicht an die Schulter klatschen.
Anhalten klappt auch gut, und rückwärts nun auch. Für Rückwärts am Schweif brauch ich maximal Phase 2 (Phase 1: Schweif greifen, Energie rückwärts schicken, Phase 2: Arm mit dem Seil heben, phase 3 wäre erhobenen Arm mit Seil bewegen bis fester schütteln, brauchte ich aber nicht mehr).
Manchmal haben wir beim Lenken noch MIssverständnisse, da geht er seitwärts; und beim Stehenbleiben hat er öfter verscuht, sich umzudrehen und mich anzusehen, ohne dass ich das wollte - vielleicht war das aber auch nur ein Zeichen, dass ich ihn auch einmal herholen sollte, um ihm Pause zu geben. Ich hab diesmal auch die Pausen in Zone 5 stehend machen lassen. Vielleicht ist das zu viel...
Donnerstag, 9. Juni 2011
Billys Bein ist wieder gut. Dafür waren Dienstag die Augenlider leicht geschwollen. Nicht nur bei ihm, wie sich heute herausstellte.. lt. Aushang sind fast alle Pferde betroffen, irgendeine bakterielle Augenentzündung *aaah*. Wird gleich zentral von unserem Stallbesitzer behandelt, und ich bin wieder mal wirklich froh, dass seine Freundin Tierärztin ist :-).
Dazu kamen die sintflutartigen Gewitter der vergangenen Tage - Platz überschwemmt, und ja - auch die Halle zur Hälfte überschwemmt. Gelände - nicht mal dran denken.
Ich dachte ich geh trotzdem einmal in die Halle, übe das Lenken aus Zone 5 weiter - dort wo es trocken ist. Gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn die trockenen Flecken waren eher rar.
Also hab ich die Vorwärtsbewegung mal weggelassen und wollte trotzdem lenken üben - was braucht es - Nase, Hals, Schulter soll sich in eine Richtung bewegen, während ich in Zone 5 bin. Ohne Vorwärtsbewegung nahm ich mir auch wieder einmal endlich genug Zeit, alle Phasen minutiös zu durchlaufen, wie bei Bernie gelernt... und voilà, ich staunte nicht schlecht - nach kurzer Zeit schafften wir eine 360° Drehung - ich in Zone 5 und mit einem Seil an der Seite.
Wurde übermütig und fragte nach Vorhandweichen "zu mir", d.h. zu der Seite, wo das Seil hing, Stick über den Rücken - klappte auch. Auf beiden Seiten. Er hat sich so bemüht zu verstehen was ich wollte!
Zum Schluss bot er in einem Missverständnis rückwärts an, und nachdem wir das Missverständnis geklärt hatten dachte ich "warum nicht" und probierte endlich einmal von Grund auf das Rückwärts am Schweif. Tja, nach 5 Minuten gingen wir die ganze Breite der Bahn rückwärts, und das Seil schleifte am Boden.
Das Größte daran ist die Tatsache, dass ich da stehen kann - so hinter seinem Schweif - ohne Beinezittern und Magenbrummen. Ich hab nicht geglaubt dass ich das je hinkriegen würde. Bin heute die stolzeste Pferdemama der Welt :-).
Dienstag, 7. Juni 2011
Am Sonntag hatte Billy ein dickes Röhrbein :-(. Phlegmone, wieder einmal? Hab bissl gekühlt und bin auf ebenem Boden spazieren gegangen, in der Hoffnung dass es besser wird - minimal vielleicht. Dann nach Anweisung der Tierärztin Essigsaure Tonerde geschmiert.
Montag war es etwas besser, habe nur weider geschmiert, sonst nichts mit ihm gemacht.
Dienstag gekommen: Bein wieder klar. Hm. Nochmal geschmiert, außerdem ein paar Minuten Driving aus Zone 5 gemacht, nur Schritt. Hauptfocus lag auf der Lenkung. Wir haben so sogar ein Weave-Muster zusammengebracht (nur 1 Seil) :-). Ich möchte gern, dass Billy nach links wendet, wenn ich den Stick rechts raushalte, und nach rechts, wenn ich den Stick links raushalte. Er hats zuerst total gut verstanden und eben toll mitgemacht; dann plötzlich war er verwirrt und ging ständig seitwärts - das resultierte zwar in einem wunderhübschen Seitwärts aus Zone 5, war aber nicht was ich wollte.
Das werden wir jetzt unterscheiden üben.
Werde allerdings noch etwas Sparprogramm fahren eine Weile...