you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Sonntag, 19. Dezember 2010

Wir fliiiiegen !

Das Finesse-Yoyo ist vorerst abgeschlossen, ich habe zum Schluss schon sehr gute und schnelle Ergebnisse erzielt.
Als nächste intensive Übung hab ich mir wieder den Galopp On Line vorgenommen. In der Halle, auch wenn die klein ist, egal. Irgendwann muss es ja sein. Wobei der Galopp quasi die Vorübung ist für Galoppwechsel on line.

Hab mir heute also den Herrn Billy bei klirrender Kälte geschnappt, das Lasso dazu und ab in die Halle. Zuerst mal aufwärmen. Billy zog Schritt-Kreise, so langsam, das gibts gar nicht. Langsam taute er auf, ich habe ein paar ganz langsame Handwechsel im Schritt abgefragt, die er brav gemacht hat. Ich bemerke, dass er bei den Handwechseln zusehends aufwacht, daher wende ich das in letzter Zeit gern an - früher hat das nie funktioniert (ihr wisst schon, der Tip, bei LBI-Pferden einen Handwechsel zu machen, wenn sie die Gangart brechen - ich hab mir damit immer nur Diskussionen und den Ruin der Handwechsel eingebrockt). Nun gehts aber gut. Er wird munterer und trabt auch mal an beim Wechseln.
Dann ein bisschen Trab gefragt, dann Handwechsel im Trab, die er 1a hingelegt hat, richtig schön! Klappen in letzter Zeit sehr sehr gut. Dann hab ich das Send beim Handwechsel mal etwas energischer gemacht, so krieg ich dann meistens einen Galopp in der zweiten Hälfte des Wechsels - sehr brav! Dann ein paar Galopp-Trab-Übergänge auf dem Zirkel. Ich dachte dann, ich probier mal Galopp - Trab- Wechsel - wieder Galopp aus, holte ihn aus dem Galopp rein (natürlich von der unliebsamen linken auf die liebere rechte Hand - man muss sich's ja nicht extra schwer machen ;-) ).
Dann die erste Erkenntnis: ok, man muss wirklich SCHNELL laufen dabei, der Pocket Guide hat wieder mal recht ;-). Also rückwärts laufen geübt, zuerst ohne Billy, dann nochmal probiert. Galopp, gleich reingeholt, wieder rausgeschickt - und Herr Billy flog und machte einen fliegenden, womit ich nie gerechnet hatte, ich war völlig perplex, hab Stick und Lasso fallen lassen, Billy kam rein und wurde fest geknuddelt und wusste wahrscheinlich gar nicht wie ihm geschieht *lol*.
Ein bisschen unkoordiniert war es wohl noch, kurz dachte ich, es haut ihn hin, aber er hats dann eben ganz gut geschafft - hätte nie gedacht, dass wir das so "einfach" hinkriegen, ich dachte nun werke ich Wochen und Monate da dran. Man darf auch nicht vergessen, dass es sich aufgrund der kleinen Halle quasi um einen Wechsel in einer 12m-Volte handelt (unsere Halle ist nur 12m breit, auch wenn ich versucht hab, ihn in der Länge wechseln zu lassen und nicht in der Breite).

So ein braves Ferd!

Dann bin ich noch eine Schrittrunde ausreiten gegangen; unser Stallbesitzer hat uns wieder eine Schneeautobahn mit der Pistenraupe (bei uns kann man auch schifahren :-) ) planiert, den kleinen Hang bergauf. Hui, da rauf im Galopp (hat Billy auch gefallen), war auch wie fliegen; danach tiefschneestapfen einmal rund um die Weiden und ein bisschen durch den Wald. Dann noch ein rosaroter Sonnenunter- und Mondaufgang, haach... Schön war das :-)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Finesse-Yoyo

Es ist eisig kalt bei uns und wir ersticken in Schnee. Deshalb mach ich momentan nicht so viel mit dem Herrn Billy.

Woran wir momentan arbeiten - die letzten 3 Male - ist das Finesse-Yoyo. Damit soll v.a. die Gewöhnung an abwechselnd einen losen und angenommen Zügel geübt werden. Funktioniert so, dass man Schritt, später Trab geht, anhalten und in ein 9-Step-Backup übergehen, einige Schritte retour, dann wieder Schritt anreiten. Das ganze mache ich noch mit Knotenhalfter, nicht mit dem Gebiss.

Rückwärts und Herr Billy sind immer noch zwei Dinge, die sich schwer vertragen. Mittlerweile gibt es aber Fortschritte. Wir habens jetzt 3x gemacht. Anfangs sträubt er sich immens gegen das Rückwärts, hat viel Opposition Reflex. Dadurch, dass hier der Focus aber auf dem Vorwärts-Rückwärts-Vorwärts ist, also auf den Übergängen, statt bloß auf dem Rückwärts, fällt es mir leichter, mich nicht so zu ärgern und geduldiger zu werden, aus irgendeinem Grund. Nachdem ich also meistens die ersten 5 oder so Versuche groß mit Herrn Billy diskutiere, wird es danach leicht und fein, und wir konnten bisher immer aufhören, dass er bereits aufs Zügelanheben (Also Schritt 1 des 9-Step-Backup) rückwärts tritt. Auch aus dem und wieder in den Trab, auch wenn er da etwas Schwung holen darf mit ein paar Schritt-Zwischentritten.
Wenn er früh reagiert mit rückwärts, muss er nur 1-2 Schritte rückwärts gehen momentan. Fängt er an zu diskutieren, muss er dann im Endeffekt weiter gehen (bis es flüssiger wird). Keine Ahnung, ob er das versteht und es je was bringt.
Werde weiter berichten.

Montag, 13. Dezember 2010

Rezension: Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden

Kerstin Diacont, Erfolgreich arbeiten mit Pferden. Cham: Müller-Rischlikon, 2004. 159pp.

Der Titel dieses Buches von Kerstin Diacont ist etwas schwammig, und teilweise trifft das auch auf den Inhalt zu. Zwar wie man es von Diacont gewohnt ist, fundiert, gut erklärt und motivierend, doch die Aneinanderreihung der Inhalte vor allem im hinteren Teil des Buches lässt einen gewissen roten Faden vermissen; es ist nicht unbedingt ein Nachschlagewerk, in dem man schnell etwas findet, wenn man etwas bestimmtes sucht.

Der erste Teil ist noch sehr gut gegliedert und übersichtlich.

Diacont beginnt im 1. Kapitel mit der Erklärung anatomischer Grundlagen und den Grundlagen der klassischen Reiterei.

Im 2. Kapitel widmet sie sich sehr genau und interessant dem „Funktionskreis Reiter“. Sie beschreibt, was im Reiterkörper passiert, wenn er diesen oder jenen Muskel verspannt, wenn er schief sitzt, die Knie nach außen oder innen dreht, oder wie Muskelketten zusammenhängen; sie motiviert dabei, auch einmal vom Lesesessel aufzustehen und den einen oder anderen Effekt auszuprobieren, den eine kleine Veränderung in Haltung und Positur bewirken kann.

Das 3. Kapitel widmet sich dann dem „Funktionskreis Pferd“. Genau wie beim Reiter zuvor werden Zusammenhänge von Muskelgruppen und -ketten sowie Auswirkungen bestimmter Körperhaltungen erklärt und an Zeichnungen und Bildern gut veranschaulicht.

Im 4. Kapitel schließlich wird es etwas unüberschaubar. Hier beschreibt Diacont die Zusammenwirkung von beiden Funktionskreisen – denen des Reiters plus denen des Pferdes. Teil für Teil geht sie den Funktionskreis Pferd-Mensch durch, von der Hals- und Kopfhaltung des Pferdes, über Zügellänge, Rückentätigkeit bis zur Hinterhandaktivität. Es ist klar, dass derart große Themenkreise zum Teil nur angekratzt werden können. Alles erscheint logisch und ist gut erklärt, und wie gewohnt weiterhin gut bebildert und mit Skizzen und Zeichnungen untermauert.

Durch das Fehlen eines klaren roten Fadens (die Unterkapitel im letzten Teil wirken teilweise recht unmotiviert aneinandergereiht) nimmt man vielleicht aus dem Buch weniger mit, als man wahrscheinlich könnte. Deshalb keineswegs schlecht! Sondern einfach ein Buch zum Mehrmals-Lesen.

Dienstag, 30. November 2010

Zum Aufwärmen hab ich heute wieder "Vorhand zu mir" On Line gemacht. Ging wieder nur mit (sanften) Phasen 4. Ich muss halt touchieren, sonst tut er nix. Nach etlichen Versuchen wurde es mir etwas zu bunt und ich fühlte mich wenig ernst genommen, dann hat der String mal an die Schulter außen geklatscht, und danach ging es - voilà - auf Phase 1. Tsssss ;-).

Dann Liberty: Zuerst Draw versuchen zu verbessern, wieder mit der Übung "Come to me". Billy braucht etwas, um aufzuwachen, aber dann trabte er fleißig auf mich zu.

Danach hab ich wieder einmal Circling Game mit Übergängen und Galopp geübt. Das CG war sehr gut, ich vernachlässige allerdings das Send. Mir ist momentan relativ egal, wie er rausgeht auf den Zirkel, Hauptsache er geht, wenn ich es sage. Also ich bestehe nicht akribisch auf zuerst rückwärts, dann auf den Zirkel. Das hat eine Zeitlang nur bewirkt, dass Yoyo überhaupt nicht möglich war, weil er bei der kleinsten Frage nach rückwärts dachte, es kommt ein circling game, und ist abgehaut.
Die Übergänge waren von Anfang an sehr schön. Schönes Antraben, auch gutes Angaloppieren. Auf dem Zirkel blieb er auch sehr brav, nützte aber auch manchmal die Halle aus.
Nur das Galoppieren wil nicht so recht werden. 2 Galoppsprünge, wieder Trab, und so geht das auch 10x hintereinander. Wenn ich mich mitdrehe und im rechten Moment anfeuere, kann er auch eine Runde durchgaloppieren. Ich bin nciht sicher, ob es hier nur ein reines "willnicht" ist (sicher auch dabei), oder ob es nicht einfach wirklich noch sehr schwierig ist in der kleinen Halle. V.a. linksrum. Bring back aus dem Galopp ist dafür immer sehr gut ;-).

ich bin nicht ganz sicher, wie ich da weitermachen soll. Wenn ich versuche neutral zu bleiben, scheint es nicht und nicht und nicht zu klappen. Es ist wirklich sehr zermürbend. Ein stärkeres Send für quasi mehr Schwung hilft auch nix, eher im Gegenteil (zu schneller Galopp in der kleinen Halle ist ja noch schwieriger). Gehe ich mit, habe ich schon das Gefühl, dass er mich dazu kriegt, immer mehr zu tun und er immer weniger.

hm *kauschleck*

Sonntag, 28. November 2010

Den 1. Adventsonntag hab ich auf Herrn Billys Rücken im Wald durch den Schnee stapfend verbracht.
Ja, es hat geschneit! Ganz ordentlich sogar. Im Wald gingen die Wege, und ich war ganz glücklich, das Glatteis auf den Straßen als Ausrede zu haben, meine Comfort-Zone nicht verlassen zu müssen ;-).
Ansonsten war es herrlich, wieder einmal etwas frische Luft und vor allem Tageslicht zu haben. Hab mein Pferdchen seit 2 Wochen glaub ich nur im Schein der Neonröhren gesehen!

Billy war sehr brav und vollständig entspannt, gemeinsam betrachteten wir die Rehe durch den Wald hüpfen; wir sind ein Stückchen des Weges mit Stallgefährten gegangen, die waren früher weggegangen, wir haben sie überholt und gingen ganz zufrieden und ohne irgendwie einen GEdanken daran zu verschwenden, allein weiter.

Schööön :-).

Donnerstag, 25. November 2010

Heute haben wir On Line gemacht.

Zum Aufwärmen etwas Circling Game, das ich schon lange "liegen" lassen habe. Was eigentlich gut ist, weil ich eher dazu tendiere, es zu viel zu machen. Naja, aber Billy war sehr sehr zäh. Rechts total blockiert, wie zu früheren Zeiten. D.h. wenn ich antraben möchte, dreht er den Hintern raus, giftelt mich frontal an und ist nicht vorwärts zu bekommen. Ich kann das lösen, indem ich das Seil immer kürzer nehme (er weiß genau, dass ich ihn draußen nicht erreichen kann mit dem String) - sobald das Seil ganz kurz ist, trabt er dann ohne weiteren Druck an (ich brauche also keienn Stick + String). Ich finde das seltsam, hm.
Als er dann mal getrabt ist, haben wir schöne Zirkel hinbekommen, travelling Circles ohne den Trab zu verlieren, auch schöne Übergänge Trab-Schritt und wieder Schritt-Trab, aber sobald ich eine Pause mache und danach wieder Trab möchte, klemmt es wieder total. Früher war das eher auf der linken Hand, heute auf der rechten.
Handwechsel haben wir dann auch gemacht, und 2 schöne in jede Richtung hingekriegt :-).
Und stolz bin ich, dass ich das 14m Seil die ganze Zeit halbwegs unter Kontrolle hatte. Früher hab ich es immer von mir geschmissen, weil ich mit den Schlaufen in der Hand nicht zurecht kam, aber heute hat das ganz gut geklappt, inklusive schnelles Schlaufen-Legen zum Verkürzen und Loslassen zum Verlängern. Und sogar bei den Handwechseln hab ich mich nur ein einziges Mal verheddert ;-)

Squeeze Game kam danach, ich hab wieder Tonnen und Cavalettis aufgebaut, die Tonne diesmal liegend, damit das Seil da nicht immer so hängen bleibt und ihn bremst. Er war trotzdem blockiert und stand am Anfang bei der Tonne minutenlang still und konnte/wollte (?) nicht weiter. Das wundert mich und ist untypisch. Ich hab ihm Zeit gelassen und es ging dann. Noch mehr Zeit, bis es im Trab in beide Richtungen klappte. Aber das stehenbleiben, umdrehen, warten am Ende hat er nun verinnerlicht, wie es scheint, macht er hübsch selbständig. :-)

Dienstag, 23. November 2010

Heute war die emotionale Fitness wieder besser *uff*.

Ich hab zuerst Liberty gemacht, wieder mal etwas mehr Gas geben. Da ich jetzt leider wegen Mangel an Tageslicht nur die Halle (nur 12x25) zur Verfügung habe, bewegt sich das Tier viel zu wenig - sieht aus wie trächtig, der Herr ;-).
Ich hab 2 Stangen platziert, bei 3 und 9 h sozusagen des Zirkels, und dann ein lustiges Spiel gespielt - trabst du über die Stangen (er kann nach außen und innen ausweichen), gibts ein Bring Back, vielleicht sogar ein Kekserl. Trabst du nicht über die Stangen sondern weichst aus, musst du galoppieren (wobei mir dann egal ist wie lange, einfach nur mal angaloppieren, auch gut für die Kondi ;-) ).
Ich hab das schon einmal gemacht und bin erstaunt, wie schnell er das kapiert, mein kleiner Blitzkneißer. Ruckizucki wird über die Stangen getrabt und danach gefragt - sogar höflich - ob es jetzt ein Bring Back gibt. Hat toll geklappt und war endlich mal wieder etwas Bewegung.

Danach bin ich geritten und hab für das Rückwärts ohne Zügel auch meine Strategie etwas geändert. Wir sind getrabt, dann anhalten und gleich ins rückwärts fragen. Geht er auf Phase 1, 2 oder 3, gibts Pause, für niedrige Phasen Leckerli. Und statt einer Phase 4, bei der ich mich nur wieder ärgere und alles kaputt mach, wird halt wieder getrabt, wenn er das lieber möchte, schön flott und viele Runden. Danach wieder anbieten: Halt-Rückwärts. Rückwärts heißt Pause, nicht rückwärts heißt traben. Ich weiß zwar nicht, ob er das so kapieren kann oder ob diese Konsequenzen-Folge für ein Pferdehirn doch zu komplex ist, aber mir hilft das sehr, es so ein bisschen als Spiel zu sehen und mich daher nicht zu ärgern.
Schließlich hab ich dann auch keien Phase 4 mehr gebraucht und habe mit wirklich langen Pausen aufgebaut auf eine etwas längere Distanz rückwärts: 1 Schritt-Pause. 2 Schritte - pause. 3 Schritte - Pause. 4 Schritte.... bis zu 6 Schritten, denn 3 oder 5 scheint so eine magische Grenze zu sein - mehr rückwärts will Herr Billy normalerweise nicht. Es hat ihn gestresst, er begann wieder, mit der Lippe auf und zu zu klappen, und nach den 6 Schritten hat er 10x gegähnt, aber dann konnte ich ja eh schon aufhören mit einem schönen Abschluss.

Montag, 22. November 2010

Die emotionale Fitness *seufz*

Heut war ich emotional ganz und gar nicht fit und ärger mich über mich selbst.

Was ist passiert? Wieder einmal steck ich fest mit dem Rückwärts, weiß nicht warum, und wenn ich bei einer Sache durch Nachdenken nicht mehr weiterkomme und mir keine Lösungsmöglichkeiten mehr einfallen, dann werd ich grantig. Wenn ich grantig werde, wird auch der Billy grantig (zu Recht), und dann geht gar nix mehr.

Also wie erwähnt steckt das Rückwärts einfach auf einem bestimmten Niveau, und es wird und wird nicht besser. Ja wir können jetzt auf Phase 1-2 ganz ohne Zügel rückwärts gehen, aber erstens erst nach 30 Sekunden nachdenken (laaaange Phase 1, aber wie viele Jahre kann/darf/soll die so lang bleiben?) und zweitens ist nach spätestens 1,5 Schritten Schluss. Will ich mehr als eineinhalb Rückwärts-Tritte, muss ich bis mindestens Phase 3 gehen. Möchte ich eine schnellere Reaktion, brauchts Phase 4, dann werd ich (zumindest heut) schon emotional und dann geht gar nix mehr. Kein Millimeter geht dann mehr, nichtmal mit Phase 10 (eine Vermutung, das hab ich nicht ausprobiert).

Ich bin mal abgesessen, um mich wieder in den Griff zu kriegen (worauf ich ja schon stolz bin), und hab das Rückwärts vom Boden abgefragt. Da war ich dann sehr streng, aber kaum mehr emotional, immerhin. Der Bernie-Kurs vom Sommer kam mir wieder in Erinnerung: "Rückwärts ist auch nichts anderes als eine weitere Gangart." Ok, also hab ich versucht mir vorzustellen, was ich tun würde wenn Billy so wie er rückwärts geht, vorwärts geht. Er musste dann ziemlich viel rückwärts - ja, mehrere Runden. Wenn es flüssig wurde und flott, gabs Pause, und zwischendurch hab ich auch das Friendly Game kontrolliert und ob es für ihn noch ok ist, herzukommen. War beides in Ordnung, also war es wohl ok, obwohl Billy zwischendurch durchaus besorgt war ("was'n nu los??"). Ich musste auch da wieder an Bernie denken, der bei unserem Kurs Herrn Billy dahingehend analysierte, dass bei ihm Respektlosigkeit und Angst nah beieinander liegen - was bedeutet, dass man bei ihm bis an die Schwelle der Angst gehen muss, um Respekt zu erlangen. Eine Gratwanderung - dachte ich schon damals.

Ich weiß nicht ob ichs hingekriegt habe - jedenfalls war das Friendly Game und Draw weiter ok, und das Rückwärts am Boden besser. Im Sattel fehlt mir allerdings eine Strategie. Fordere ich wenig, belohne früh, bekomm ich immer weniger und weniger. Forder ich mehr und setze es härter durch, bekomm ich irgendwann gar nichts mehr...
Ideen willkommen...

Donnerstag, 18. November 2010

Heute zum Aufwärmen wieder On Line: Vorhand zu mir. Da herrscht jetzt einmal vorerst STillstand und es gab keine weitere Verbesserung. Ich werd's vielleicht ein bisschen ruhen lassen, was anderes tun und dann in ein paar Wochen wieder konzentriert öfter üben.

Dann bin ich etwas Freestyle geritten und hab weiterhin versucht, das rückwärts ohne zügel zu verbessern. Es musste leider - wie bei jeder Einheit 1x - mit einer deutlichen Phase 4 einmal knallen, und danach gings auf Phase 1 (Gewicht nach hinten) oder 2 (Beine leicht nach vorn und Fußspitzen anheben - als nächstes würde Füße wackeln folgen). Weil es dann wirklich gut war, bin ich gleich wieder abgesessen und hab Schluss gemacht.
Ich möcht nur einmal, dass es beim ersten Mal einer Einheit ohne Phase 4 geht - dann lass ich auch diese Übung wieder ein Weilchen ruhen. Eigentlich wollte ich das ganze längst aus dem Schritt und dann direkt aus dem Trab, aber es ist aus dem Halten dazu noch viel zu zäh... außerdem gefällt mir noch nicht ganz, dass Herr Billy nach maximal 5 Schritten die Übung als jedenfalls beendet ansieht. - Noch viel Arbeit! ;-)

Dienstag, 16. November 2010

Wir haben heute weiter On Line Dinge geübt. Zum einen zum zweiten Mal das Squeeze Game am 14m Seil und zum anderen das Vorhand-zu-mir weiter ausgebaut.

Vorhand-zu-mir geht nun auch in der Mitte der Bahn, ohne Hilfe einer Bande :-). Ich hab heute - Schrittchen für Schrittchen, nicht alles auf einmal - eine 360°-Drehung in jede Richtung verlangt. Es geht schon sehr gut, ich muss aber doch meistens mal antippen mit dem Stick am Widerrist auf der gegenüberliegenden Seite - also eine Phase 4.1. Danach geht es tw. auch auf Phase 2-3. Die Hinterhand geht auf Phase 1-2.
Schön ist, dass er wirklich eine hübsche Hinterhandwendung macht, die Hinterbeine bleiben brav stehen. Wenn ich zu schnell werde, weicht die Hinterhand nach außen aus. Und am Anfang gibts ein bisschen Missverständnisse, da denkt er ich möchte die Hinterhand zu mir haben. Zugegeben sind die Kommandos dafür aber auch sehr ähnlich.

Danach habe ich wieder die anspruchsvolle Hinderniskombi (2 Cavalettis parallel zur Bande + die hohe Tonne in der Mitte in 1m Abstand von der Bande) für das Squeeze Game aufgebaut. Ging besser als zuletzt, v.a. das Rope Handling - Billy hat sich heut nur ein einziges Mal im Rope verheddert. Der Trab kam etwas früher und schneller als beim letzten Mal, und er geht nun von sich aus bis zum Ende der Halle, wenn ich nicht vorher disengage. Disengagement auf Entfernung klappt toll.

Seil-Aufwickeln kann ich auch schon besser. Ich brauch jetzt nicht mehr 30, sondern nur noch 7 Minuten für das ganze Seil mit exakten, gleichmäßigen, kleinen Schlingen. ;-)

Mittwoch, 10. November 2010

Zitat

Außderdem seh ich mir im Moment viele DVDs ein weiteres Mal an, die laufen so im Hintergrund während ich versuche meine Wohnung wieder in etwas vorzeigbareren Zustand zu bringen (dass mich am Sonntag abend meine pingelige Nachbarin überfallen hat und ich ihr meine Wohnung im Dreckszustand zeigen musste, hat mich peinlich berührt).
Unter anderem hat sich mir da der folgende Satz grad so eingeprägt, weil er so schön ist:
"In muscle, there is strenght. In softness, there is power."
Mark Rashid, aus der DVD "Developing Softness"

Dienstag, 9. November 2010

Squeeze am 14m Seil

Ich bin nun alle Spiele am 14m Seil durchgegangen. Squeeze nun zuletzt.
Ich hasse dieses Ding, dauernd verheddere ich mich, v.a. wenn Hindernisse mit im Spiel sind.

Heute hab ich einen richtig laaangen und eeengen Squeeze-Gang gebaut. In der Mitte unsere riesige schwarze Tonne (fast schulterhoch, und in Folge forderte sie gemeinsam mit dem 14m Seil jede Menge Emotional Fitness von mir *grrr*) aufgestellt, etwas 1 m von der Wand. Billys Bauch passt so gerade vorbei *g*. Dann, um diesen Engpass zu verlängern, links und rechts, parallel zu Wand und auch genauso weit davon entfernt, also 1m ca., 2 Cavalettis. Ich wollte damit üben und mir und Billy helfen, dass er nach dem Squeeze etwas länger geradeaus geht, bevor ich die Hinterhand wegtreibe und er mich ansieht und wartet. Denn oft geht er am Engpass grade so vorbei, dreht sich sofort um steht dann direkt vor mir.

Die Übungsanordnung hat auch wirklich geholfen. Ich konnte das gesamte Seil ausnutzen und Billy an der ganzen langen Seite entlangdirigieren. Er hat dann schon sehr brav drauf geachtet, wann es soweit ist, dass er umdrehen soll und warten.

Billy war sehr sehr zäh am Anfang. Schlurfschritt, und vor der Tonne sooo eng an der Wand hatte er tatsächlich Probleme (kenne ich ja normal eher nicht bei ihm), da blieb er mehrmals stehen und stockte. Ich hab alles sehr langsam angehen lassen, ließ ihn das wirklich wirklich oft im ganz langsamen Schritt gehen und übte inzwischen, das Lasso auch zwischendurch aufzuwickeln, wenn Pferd sich bewegt *verhedder*. Nach und nach wurde er munterer und dann konnte ich auch Trab fragen. Zuerst ging der Trab nur in einer Hälfte - entweder vor oder nach der Tonne. Und schließlich trabte er super durch, auf beiden Seiten, damit hab ich mich dann zufrieden gegeben.

Montag, 1. November 2010

Her mit der Hinterhand, her mit der Vorhand

Kurz vor dem Wochenende hat Herr Billy gemeint eine Phlegmone aufreißen zu müssen. Und ich dachte schon, die Anfälligkeit dafür wär vorbei (im 1. Jahr als ich ihn hatte, hatte er 4 Phlegmonen - ich dachte damals das hängt am Immunsystem und Stress, den er durch den Stall-, Besitzer- und Geschlechtswechsel *g* sicherlich hatte). Nun gut, er scheint weiter anfällig.
GsD haben wir ja unsere TÄ neuerdings im Haus, Billy bekam Verband und Antibiotika und nach 2 Tagen ist das Beinchen nun wieder so wie es sein soll. Ich hoffe es kommt kein Rückschlag mehr.

Bedingt dadurch hab ich nur versucht ihn in gleichmäßiger ruhiger Schrittbewegung zu halten mit etwas ruhigem Trab. Wir haben z.B. unser Stick-to-Me im Trab bei verschiedenen Geschwindigkeiten geübt und das klappt super. Gaaaanz langsamer Trab - schneller Trab (so schnell ich halt kann *g*) - wieder Zeitlupentrab. Pferdchen bemüht sich sehr, mein langsamstes Tempo noch zu halten, das war wirklich toll.

Weiters haben wir inzwischen sehr gut zusammengebracht, die Hinterhand zu mir herzuschwenken. Das geht jetzt auf Phase 2, und zwar sowohl an der Bande als Hilfe als auch im freien Raum. Ich hab dann eine Übung gemacht: Ein SChrittchen Hinterhand weg, ein Schrittchen Hinterhand her ;-). Denn Billy soll möglichst nicht vergessen, wie das Kommando ist, die Hinterhand wegzutun.
Dementsprechend habe ich zum ersten Mal probiert, die Vorhand in einer sauberen Hinterhandwendung zu mir zu holen. Und: Hat geklappt! An der Bande haben wir eine 1A-180°-Hinterhandwendung zusammengebracht, mit Phase 3 ca.

Beides (Hinterhand und Vorhand) soll nun noch etwas besser werden, bevor ich mit Seitwärts zu mir her beginne.
Ich dachte ich schreib auch noch einmal auf, warum die Hinterhand zu einem her zuerst sehr gut sein soll, bevor man mit der Vorhand beginnt. Das habe ich wieder auf dem Bernie-Kurs gelernt (und in Praxis, weil ich ja nicht hören kann, auch am eigenen Leib ausprobiert *g*):
Beginnt man damit, dem Pferd beizubringen, dass es die Vorhand herschwenkt, ist die Chance relativ groß, dass es eine Ausgleichsbewegung mit der Hinterhand macht - also die Vorhand herschwenkt, gleichzeitig die Hinterhand aber weg (was nicht erwünscht ist, wir wollen ja eine saubere Drehung UM die Hinterhand, diese soll am Platz bleiben). Wenn ich nun links stehe und die Hinterhand nach rechts ausweicht, muss das Herholen der Hinterhand gut sitzen, um dem Pferdchen zu erklären, dass dies ungewünscht ist. Hat man vorher nicth geübt, die Hinterhand zu sich herzuholen, hat man in diesem Moment keine Chance, dieses unerwünschte Wegbewegen zu verhindern. Im Gegenteil hat man durch das Seil am Kopf sehr wohl eine Möglichkeit, aufs Vorderende einzuwirken, wenn man beginnt, das Pferdchen zu lehren, dass es die Hinterhand herschwenken soll. Da kann ich mit Seil verhindern, dass es die Schulter/Vorhand dafür wegdreht und wieder eine "Flaschendrehung" lernt.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Seitwärts zu mir

Momentan mach ich nicht so viel.

Wir haben wieder 2x daran gewerkt, dass Billy die Hinterhand zu mir herschwenkt (und zwar nur auf Kommando *g*). Ich brauche dafür noch eine Wand, mitten in der Halle ist er verwirrt und flüchtet dann aufgeregt (was total untypisch ist). An der Wand konzentriert er sich sehr und wir können eine hübsche Schritt-für-Schritt-180°-Wendung auf mich zu, wobei die Vorhand ganz brav am Platz bleibt.
Ich brauch dafür noch hohe Phasen (ohne touchieren hat es nur 2x nach etlichen Wiederholungen endlich geklappt), aber das wird bald. Ich habs zuerst von rechts nach links geübt, viele viele Wiederholungen mit Pausen, bis ich endlich endlich das erste Mal nicht touchieren musste. Dann nach einer langen Pause (und er hat heute total viel gekaut und geschleckt :-) ) auf der anderen Seite - und voilà, da hats auf Anhieb geklappt fast, nur 1x musste ich touchieren, beim zweiten Versuch gings auf Phase 3, beim 3. Versuch auf Phase 1. Toll :-)

Meine Phasen bei der Übung sind (nach Bernie):
[Null]: gegenüberliegende Hinterhand mit dem Stick streicheln (= Vorbereitung: "Achtung, ich sprech gleich mit deiner Hinterhand da drüben")
[1]: Energie hoch, Stick/Arm in die Höh und übers Pferd
[2]: Energie bleibt oben, Stick beginnt weit oben zu wacheln
[3]: Energie bleibt oben, Stick bewegt sich wachelnd nach unten
[4-1 bis 4-x]: Stick touchiert Pferd leicht bis fester, bis es reagiert.

Klappt hervorragend so.

Das soll nun richtig gut werden (Phase 1 in beiden Richtungen), dann widme ich mich der Vorhand, und dann möcht ich es zusammensetzen zu einem kontrollierten Seitwärts auf mich zu.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Nur Mut ...

Am Wochenende und heutigen Feiertag war ich mutig, gleich 3x.
Nach gefühlten Ewigkeiten hab ich es gewagt und bin ausgeritten, jeweils nur ganz kurz, am Wochenende jeweils alleine und heute mit einer Freundin vom Stall, die ihr Pferd langsam wieder ankonditionieren muss (war lang krank).

Alleine bin ich hauptsächlich in der Comfort-Zone geblieben - also unserm Stallgrundstück, im Wald. Kurze Stückchen bin ich darüber hinaus geritten, da war das Magenflattern wieder da, aber es ging, und alles ging gut. Solang ich im Wald bin fühl ich gar nix und genieße den Ausritt. Auch ein Reh, das Herr Billy ziemlich spät gesehen hat und mit einem Hupfer zur Seite zur Kenntnis nahm, hat dem keinen Abbruch getan.

Heute der Ausritt war dann schon mehr Magenflattern... Da es viel geregnet hat, fallen alle Kurzrouten, die Wiesen enthalten, schon mal aus. Also gingen wir hauptsächlich an der Straße. Auch über die Bundesstraße, dann einen kleinen Anrainerweg entlang, ein bisschen durch den Wald, wieder über die Bundessstraße, dort ein Stückchen entlang (und dort begann das Magenflattern), über den GEhsteig einer Brücke (*aaaaaaaahhhhhh*), und dann wieder in den Wald und dort kreuz und quer, durch viel Matsch und Rinnsale (die Herrn Billy allesamt egal waren) und dann über den Weg auf unseren eigenen Weiden wieder nach Hause.

Bin froh dass ich nun ein Erfolgserlebnis hab... auch wenn die 10m an der Straße mit speiübel wurde. Herrn Billy war die Straße eh egal, auch das hohle Klappern des Gehsteigs über der Brücke... ist ja alles nur in meinem Kopf...

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Heute hab ich nur wenig gemacht, ein bisschen Seitwärts at Liberty geübt.
Mit Bernies Ansatz (wird gleich erklärt) klappt der Beginn jetzt schon sehr gut.

Ich hatte das Problem beim Seitwärts am Zaun, dass Billy zumindest auf einer Seite - die ihm schwerer fällt - die Hinterhand zuerst nachhängen ließ, dann vorne immer schneller wurde, bis er quasi wieder geradeaus am Hufschlag ging - und ich in Zone 5 hinterher. Oder, umgekehrt, wirkte ich vermehrt auf die Hinterhand, um das zu verhindern, drehte er sich zu mir und es wurde quasi ein Rückwärts auf dem Hufschlag draus.
Bernie hat mir im Kurs vom August geholfen, den Beginn des Seitwärts langsamer zu erarbeiten (ich hab natürlich immer gleich drauflos gewerkt - Pferd mit Kopf zum Zaun und los gehts). Dabei gehe ich am Hufschlag und Billy in einem Stick-to-Me neben mir, am 2. Hufschlag. Durch Körperdrehung nach hinten, Druck mit [1] Blick und wenn nötig [2] Stick-Anheben, [3] Stick-Bewegen oder gar [4] Touchieren wird die Hinterhand ins Bahninnere "geschoben" und ein erster Seitwärtstritt veranlasst. Halt und loben, wenn es klappt. Erst wenn so die Hinterhand besser auf feinen Druck, nämlich möglichst Blick, reagiert, zum Seitwärts übergehen.

Tatsächlich werde ich mir so wieder mehr der Phasen bewusst und es klappt sehr gut. Ich hatte anfangs wirklich Schwierigkeiten, die Hinterhand aus dieser Position, quasi in der Bewegung, überhaupt nach innen zu bekommen. Er wurde schneller und dachte er soll vorwärts.
Seit ich das Seitwärts nun so ansetze, läuft er nicht mehr davon. Dass er mir das Gesicht zuwendet, weil ich zu viel Druck auf die Hinterhand mache, passiert auch kaum mehr.

Ich war ganz fasziniert, dass ich Liberty auf 5-6 m Abstand mit nicht mehr als Hände heben gezielt die Hinterhand und die Vorhand verschieben kann. Ich fühl mich dann immer so ein bisschen wie in einem Fantasy-Zauberer-Film: stehe am Hufschlag, das Pferd 6m weg, dann hebe ich die Arme, Handflächen zum Pferd hin, Energie hoch, mache eine "Abrakadabra"-Blick und tatsächlich, Pferd bewegt sich *g*. Und noch viel besser: Energie runter und Pferd steht. Ich möchte es bald mal filmen :-)

Und weils so schön war, hab ich noch am Seitwärts zu mir her gewerkt, zuerst als ersten Baustein die Hinterhand auf mich zu schwenken (jetzt, nach 3,5 Jahren, trau ich mich, ihm das beizubringen *g*). Klappt hervorragend. Zweiter Baustein: Vorhand zu mir herschwenken, klappt gar nicht, er dreht die Hinterhand nur weg. Aaaaber, deshalb hat Bernie uns ja auch eingebleut: Zuerst Baustein 1 richtig richtig gut werden lassen. Denn wenn dann beim Versuch, die Vorhand herzuschwenken, die Hinterhand weicht, kann man sie schnell und einfach wieder zu sich holen. Solange das nicht geht, bringt man Pferdchen nur die falsche Bewegung bei.
Es war natürlich völlig doof, das erste Mal es at Liberty zu probieren *hüstel*. Das werde ich nun als On Line Übung in unser Programm einbauen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Rezension: Mark Rashid, Pferde suchen einen Freund

Mark Rashid, Pferde suchen einen Freund... denn Pferde brauchen Sicherheit. 238pp. Stuttgart: Kosmos, 2010.

Vorweg: Wie man vom englischen Titel „Horsemanship through Life“ auf den deutschen Titel kommt, ist mir ein Rätsel. Vor allem, wenn Rashid im Vorwort erklärt, warum er den englischen Titel wählte; um nämlich zu zeigen, wie sich die Einstellung, die mit Natural Horsemanship einhergeht, auf das gesamte Leben, nicht nur hinsichtlich des Umgangs mit Pferden, auswirkt. Tatsächlich bin ich hier versucht zu sagen, dass dann auch der englische Titel nicht so passend ist, es müsste vielleicht tatsächlich „Aikido through Life“ heißen – dann würden aber keine Pferdeleute das Buch kaufen, und das wäre sehr schade. ;-)

Alle von Rashids Büchern sind ja immer schon eine Mischung aus Biographie und Ratgeber gewesen. Durch aneinandergereihte Episoden aus seinen Erfahrungen als Pferdetrainer bekam man zwar kein Lehrbuch, aber jede Menge Tips, die man auf den eigenen Umgang mit den eigenen Pferden umlegen konnte.
Dieses Buch macht noch einmal einen großen Schritt hin zur Biographie und weg vom Ratgeber. Und doch habe ich aus diesem Buch am allermeisten von allen mitgenommen.
Es geht nicht um Techniken, es geht nicht um Pferdekorrektur, es geht fast ausschließlich um Persönlichkeitsentwicklung und Einstellung gegenüber den Pferden. Dabei scheut Rashid – eher ungewöhnlich in der Welt der Pferdetrainer! – nicht davor zurück, seine eigenen Prinzipien aus früheren Büchern (z.B. das Prinzip, das Erwünschte angenehm und das Unerwünschte unangenehm zu machen) zwar nicht gleich vollständig über Bord zu werfen, aber immerhin in Frage zu stellen.

Das Buch beginnt mit einem Tiefpunkt in Rashids Leben, den er sehr ehrlich und ungeschönt beschreibt: Wie er sich im Alltagstrott des Pferdetrainings verlor, eigene körperliche Probleme überging, nicht mehr genug auf die Pferde hörte und das Training immer stereotyper gestaltete... bis es zu einem Unfall kommt, der ihm die Augen öffnet und ihn dann – durch eine Zufallsbekanntschaft – zu Aikido bringt. Die Einstellung, die er beim Aikido lernt, scheint alles zu verändern und wird von Rashid direkt und erfolgreich auf das Pferdetraining umgelegt. Rückblenden auf seine Jugend in der Lehre des „alten Mannes“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Dieses Buch ist philosophischer und irgendwie privater als die bisherigen. Ungeschönt zeigt Rashid einen Tiefpunkt in seinem Leben und wie er sich daraus wieder aufrappelt. Das ist sympathisch und gibt all denen Hoffnung, die derlei Tiefpunkte zur Genüge kennen – also allen Pferdebesitzern ;-). Es gibt jede Menge Anregungen zum Nachdenken und Anstöße, die eigene Einstellung zu überdenken und vielleicht manches aus anderem Blickwinkel zu betrachten.
Und auch wenn man nicht unbedingt Aikido betreiben muss, um etwas aus dem Buch mitzunehmen, könnte ich mir vorstellen, dass der Prozentsatz der Pferdebesitzer unter den Aikido-Schülern seit Erscheinen des Buches ganz schön gestiegen ist ;-).

Montag, 18. Oktober 2010

Heute haben wir nur kurz was gemacht. Ich hab ein bisschen mit Squeeze Game am 14m Seil begonnen. Irgendwie bin ich allerdings ausgerechnet beim Squeeze ziemlich einfallslos. Es ist auch nicht unbedingt mein Lieblingsspiel.
Ich habe zuerst 2 Cavalettis mit etwas Abstand zum Hufschlag aufgebaut und ihn da durch geschickt; dabei darauf geachtet, dass das Seil möglichst lang durchhängt und ich Abstand zum Pferdchen bekomme. Hat sehr gut geklappt, v.a. dass er auch danach noch weiter geradeaus geht, ist viel besser geworden als noch vor einiger Zeit (da lief er bevorzugterweise gleich immer nach dem Squeeze hinter mir vorbei auf den Zirkel). Hinterhand aus der Ferne (ungefähr mit halbem bis 3/4 Seil) hat auch ganz toll geklappt.
Nach einigen Durchgängen hab ich auf Trab erhöht und dann schließlich über die Cavalettis gesqueezed mit einem kleinen Sprung. Ganz gelingt das nicht, er meint oft er hat nicht genug Schwung, um den Riiiesensprung zu bewältigen. Aus dem Zirkel klappt es ohne Zögern, aber aus dem Squeeze hergeholt verweigert er manchmal oder steigt dann drüber (DAS geht ja *lol*).

Zwischendurch konnte ich ihn auch aus der Ferne toll Seitwärts schicken, um mehr Abstand zum Squeeze-Punkt zu bekommen. Hat mich fast selbst verwundert, dass er mich da verstanden hat.

Weil das Podest im Weg rum stand, haben wir auch damit wieder mal ein bisschen gespielt. 3 Beine gehen nun schon recht regelmäßig drauf, aber für den 4. fehlt ihm noch das Vertrauen, sich vom Boden abzustoßen und das GEwicht voll aufs Podest zu verlagern. Ich finde aber süß, wie man sieht, dass er es eigentlich gern möchte, ganz ohne mein Zutun rudert er herum mit dem dritten Bein, sucht das Podest, probiert herum :-). Man muss schon auch dazu sagen, dass das Podest einfach sehr klein für ihn ist, er muss sich da wirklich ordentlich zusammenkrümmen. Nicht einfach. Aber der vierte Fuß kommt schon noch rauf ;-).

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Durchbruch? Tatsächlich??

Ja, ich war wirklich seeehr gespannt, was heute mit dem Gebiss sein würde. Nimmt er's oder beißt er nur wieder die Zähne zusammen.
Also mal mit dem Zaumzeug gekommen. Anfangs ist meine Zuversicht ziemlich gesunken. Er wich aus, kaum hatte er das Zaumzeug gesehen, wandte den Kopf ab, streckte ihn dann in die Höh. Gut, ließ ich nicht zu, Kopf senken bitte-danke. Dann ließ er den Kopf brav da, ich hielt das Gebiss vors Maul.... waaarten.... waaarten... waaaarten. Und tatsächlich, es hat ein bisschen gedauert, aber schließlich bewegten sich die Lippen, schnofelten ein bisschen am Metall, dann hat er ein bisschen dran geschleckt und es sich dann ganz einfach ins Maul schieben lassen und den Kopf auch noch dagelassen, bis ich das Zaumzeug über die Ohren gestreift hatte. Da hat er sogar den Kopf so ein bisschen gesenkt, wie er das mit dem Knotenhalfter macht, um ins Nasenteil zu schlüpfen.
Halleluja, ich freu mich!!!

Wir haben das Tageslicht dann ausgenützt und sind am Viereck geritten (mit Hackamore über dem Gebiss natürlich, anfassen will ich es immer noch nicht, aber bald wohl).

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit den Fortschritten, was Wendungen betrifft.
Im Schritt bin ich zum Aufwärmen Zirkel und volten geritten. Die Zügel lagen am Hals, Stick hab ich gar nicht mitgenommen. Ich hab ein bisschen mit kleinen und großen Volten gespielt und probiert, wie genau ich den Radius festlegen kann - das geht erstaunlich genau!
Dann Trab: Auch hier haben sich die Wendungen verbessert. Zirkel gehen einwandfrei, manchmal lässt er sich durch die Pferde auf der Koppel ablenken, aber das macht nichts und er reißt sich zusammen, wenn ich ihn dann zur Ordnung rufe. Zum ersten Mal hab ich dann abwechselnd zum Zirkel auch Volten probiert. Das ging zuerst schief. Trab+Abwenden = jedenfalls Zirkel, dachte der Billy und ging brav auf den Zirkel. Mit etwas mehr Schenkeldruck und einmal Zügel dazu hatte er dann aber kapiert, dass es auch im Trab Volten gibt. Klappte hervorragend: Zirkel, gerade, Volte, Zirkel. Nur mit Körperdrehung und manchmal (für kleinere Volten) auch Bein. Toll!
Dann noch im Galopp, aber der Galopp generell war heute nicht so gut. Es lag an mir, irgendwie hab ich meinen Körper nicht so unter Kontrolle gehabt. Hier hat sich gezeigt, dass Billy durch die vorangegangene Übung, abwechselnd Links- und Rechtsgalopp, sensibilisiert wurde - da ich heute am Hufschlag galoppiert bin, hab ich nicht so richtig auf meine Körperhaltung geachtet, und schwupps, ging er Außengalopp. Einmal Kreuzgalopp. Also musste ich mich ein bisschen zusammenreißen, bis wir gute Zirkel im Galopp zusammengebracht haben. Gut ist übertrieben, aber ich bin momentan zufrieden, wenn ich ohne Zügel auf den Zirkel abwenden und ihn beenden kann. Die Zügel wirklich ganz los zu lassen im Galopp, sie wegzulegen auf den Hals, fällt mir noch etwas schwer. Komisch und rein psychologisch. Denn wenn ich sie halte, dann ganz am Ende mit nur einer Hand, sodass ich damit sowieso nix ausrichten kann...

Montag, 11. Oktober 2010

Ein Durchbruch?!

Ich freu mich heut total, weil es endlich einen Durchbruch in Sachen Gebiss gab heute!
Ich war in der Halle, zog Billy das Knotenhalfter aus, streifte ihm das Kopfstück vom Gebiss über die Nase, bissi streicheln, dann mit der einen Hand das Gebiss hingehalten (diesmal wieder das dünne Sweet Iron) - erstmal ohne LEckerli... plauderte ein bisschen mit dem Miteinsteller, weil er mich angesprochen hat, war ein bisschen abgelenkt dadurch... schleckt der Billy doch tatsächlich am Gebiss rum und fängt an es von selbst ins Maul zu arbeiten, ließ sich das Kopfstück dann über die Ohren ziehen ohne jeden Widerstand. Da war ich dann sprachlos und ließ den Miteinsteller weiterreden, weiß gar nicht mehr was er gesagt hat *g*. Danach gabs dann natüüüürlich Leckerlis, sogar 2, aber für mich machts einen großen Unterschied: Leckerli kam hinterher als Belohnung, nicht vorher als Lockmittel. Und er hat das Gebiss freiwillig genommen, ich hab es nicht mit dem Leckerli mit ins Maul geschummelt.
Jetzt bin ich ja nur gespannt, ob das ein einmaliger Irrtum des Herrn Billy war oder vielleicht so bleibt! Hach wär das schön!

Sonst hab ich dann nicht so viel gemacht.
Einerseits Liberty ein bisschen am Seitwärts geübt (was nicht besonders gut war und ich war heute irgendwie nicht klar und hatte kein genaues Bild dessen vor Augen, wie es aussehen soll, was immer schlecht ist); danach bin ich noch geritten und hab weiter Rückwärts aus Halt, dann aus Schritt und dann aus Trab geübt. Es ging ganz gut, aber ich bin zu ungenau im Phasen-Einhalten, wieder einmal. Und zu ungeduldig und ehrgeizig und daher zu ruppig *schäm*.
Ich verlange halt jetzt immer mehr rückwärts, immer so lange, bis ich hören kann, dass er aufhört, die Vorderhufe durch den Sand zu ziehen. Unsere Spuren werden dadurch auch langsam besser. Früher haben wir tatsächlich 2 durchgehende parallele Furchen hinterlassen ...