you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Montag, 11. Oktober 2010

Ein Durchbruch?!

Ich freu mich heut total, weil es endlich einen Durchbruch in Sachen Gebiss gab heute!
Ich war in der Halle, zog Billy das Knotenhalfter aus, streifte ihm das Kopfstück vom Gebiss über die Nase, bissi streicheln, dann mit der einen Hand das Gebiss hingehalten (diesmal wieder das dünne Sweet Iron) - erstmal ohne LEckerli... plauderte ein bisschen mit dem Miteinsteller, weil er mich angesprochen hat, war ein bisschen abgelenkt dadurch... schleckt der Billy doch tatsächlich am Gebiss rum und fängt an es von selbst ins Maul zu arbeiten, ließ sich das Kopfstück dann über die Ohren ziehen ohne jeden Widerstand. Da war ich dann sprachlos und ließ den Miteinsteller weiterreden, weiß gar nicht mehr was er gesagt hat *g*. Danach gabs dann natüüüürlich Leckerlis, sogar 2, aber für mich machts einen großen Unterschied: Leckerli kam hinterher als Belohnung, nicht vorher als Lockmittel. Und er hat das Gebiss freiwillig genommen, ich hab es nicht mit dem Leckerli mit ins Maul geschummelt.
Jetzt bin ich ja nur gespannt, ob das ein einmaliger Irrtum des Herrn Billy war oder vielleicht so bleibt! Hach wär das schön!

Sonst hab ich dann nicht so viel gemacht.
Einerseits Liberty ein bisschen am Seitwärts geübt (was nicht besonders gut war und ich war heute irgendwie nicht klar und hatte kein genaues Bild dessen vor Augen, wie es aussehen soll, was immer schlecht ist); danach bin ich noch geritten und hab weiter Rückwärts aus Halt, dann aus Schritt und dann aus Trab geübt. Es ging ganz gut, aber ich bin zu ungenau im Phasen-Einhalten, wieder einmal. Und zu ungeduldig und ehrgeizig und daher zu ruppig *schäm*.
Ich verlange halt jetzt immer mehr rückwärts, immer so lange, bis ich hören kann, dass er aufhört, die Vorderhufe durch den Sand zu ziehen. Unsere Spuren werden dadurch auch langsam besser. Früher haben wir tatsächlich 2 durchgehende parallele Furchen hinterlassen ...

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Ich wollte heute das Tageslicht ausnutzen, alles wurde schon wieder mal später als gedacht und so war ich leider von Anfang an hektisch und ungeduldig mit Billy.

Den Kampf mit dem Gebiss hab ich auch schon so satt, es wird einfach nicht besser. Er nimmt es, ja, mit Leckerli, aber immer zeigt er erstmal dass ers nicht mag - beißt die Zähne zusammen oder weicht aus, wie heute. Wie lange mach ich das jetzt? Ich lasse es ihn immer nur tragen, mache gar nichts damit. Aber es hilft nix.

Ich bin gleich geritten ohne viel Vorbereitung, bis es finster wurde. Man sieht erstaunlich gut bis dahin ;-). Wir haben wieder Zirkel abwechselnd mit Geraden geübt. Das Abwenden ohne Zügel und ohne Stick, nur mit einem Hauch Bein, funktioniert nun im Trab auch sehr schön, sogar trotz Ablenkung von hin- und hergaloppierender Herde.
Im Galopp klappt es noch nicht gut, aber weil ich nicht ruhig genug sitze um mein Bein anständig einzusetzen. Bzw. krieg ich im Galopp schwer eine ruhige Körperdrehung zustande, auf die er ja im Idealfall noch vor dem Bein hören soll. Also hab ich es gelassen, probiere ich in einer Weile wieder.
Im Schritt funktioniert alles genial, ich brauche kein Bein, keinen Zügel, keinen Stick und kann hübsche Volten, Zirkel und Slalom reiten. Super! Billy reagiert weich und willig und schnell. Ein 8er ohne alles dürfte jetzt eigentlich kein Problem mehr sein (habs nicht versucht) - daran bin ich im Frühling noch gescheitert, brauchte nicht nur Stick sondern auch noch Zügel dazu. Freu mich sehr über diesen Fortschritt!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Momentan habe ich leider weniger Zeit für das Pferdchen als mir lieb ist. Heute auch nur kurz was gemacht.

Angefangen wieder mal mit dem Gebiss... ging gleich gut los, denn ich hatte die Leckerlis vergessen. Macht nix, mal probieren wie es mittlerweile ohne geht ... .... ... ok, schlecht! Wieder stummer Protest mit Zähne Zusammenbeißen und Totstellen. Mit viel Geduld und auch ein bisschen Ungeduld war es schließlich drin, und Billy schaute wieder unglücklich.

Wir haben dann Liberty ein bisschen Stick to Me gemacht. Ich war heut nicht allein in der Halle, deshalb wollte ich nicht viel anderes machen. Das Stick to Me war genial, es wird immer besser. Er "klebt" wirklich an mir wie es wohl gedacht ist. Er schließt sofort auf wenn ich schneller gehe. Anhalten klappt ganz vorbildlich. Wir haben heute auch ganz ganz enge Zirkel im Trab gemacht, bei denen ich mich nur noch drehen musste, Billy trabt außen. Das hat er rechts quasi von selbst angeboten, links kam er mir dann doch ein bisschen abhanden, driftete in eine Ecke und wollte sich dort ins "Leo" stellen, kam dann aber gerne wieder mit.

Danach bin ich etwas geritten und habe unser Rückwärts weiter geübt, diesmal dann auch mal direkt aus dem Schritt und zum Schluss sogar aus dem Trab. War ganz gut. Ich habe versucht drauf zu achten, dass er vorne leichter wird und den Kopf nicht hochreißt, aber auch nicht im Sand vergräbt, und dass er mal die Beine hebt. So habe ich diesmal auch längere Strecken gefordert (solange, bis diese Kriterien eben erfüllt waren), was ihm natürlich nicht gefallen hat. Irgendwie mag ich sein missmutiges Grunzen *ggg*. Und es gab auch viiiiel viel Lob und baldiges Aufhören.

Donnerstag, 30. September 2010

Heutiges Programm: 1) Gebiss, 2) FreeStyle reiten, an Wendungen feilen.

1) Gebiss war - wie auch gestern - in 1 Minute drin. Wieder mit der Leckerli-Methode. Ich habe allerdings einen ganz kurzen Moment lang befürchtet, dass er trotz Leckerli die Zähne zusammenbeißt. Aber dann wollte er es doch haben und hat dafür das Gebiss in Kauf genommen. Er hat es relativ bewusst aufgenommen und ins Maul gearbeitet (das Gebiss meine ich), ich habe den Eindruck, dass er weniger versucht, das Leckerli am Gebiss vorbei zu erhaschen. So als würde er langsam unseren Deal akzeptieren (Tausche Leckerli gegen Gebiss-Rumtragen!).
Beim Ausziehen hab ich auch wieder versucht drauf zu achten, dass er den Kopf nicht im letzten Moment hochreißt, aber ich hab irgendwie zu wenig Hände. ich habs aber geschafft, das Gebiss ruhig mit beiden Händen an den Ringen im Maul festzuhalten (Kopfstück war schon drüber, denn er reißt den Kopf erst dann hoch, wenn das geschehen ist) und erst dann vorsichtig rauszunehmen, als der Kopf wieder unten war. Dieses Kopfhochreißen ist nicht hektisch, er denkt wohl einfach, so zieht man ein Gebiss aus. Möchte ihm halt einfach zeigen, dass das auch angenehmer geht. ;-).

2) Viereck war so lálá bereitbar. Ich wollte mich heute aufs Lenken ohne Zügel und ohne Stick konzentrieren und den Seitwärts-Schenkel-Gehorsam, der im Schritt wie gestern beschrieben genial funktioniert, ein bisschen im Trab üben, später dann Galopp - denn da hapert's dann ncoh gewaltig.

Billy ist in letzter Zeit irgendwie verändert. Eigentlich zum Positiven, nur für mich ist es ungewohnt. Denn der Büffel benimmt sich nun wie ein Pferd mit FLuchtinstinkt. Ich überlege schon, ob es doch am Mineralfutter liegen kann - seit ca. Juli gebe ich ein von der Osteopathin empfohlenes.
Jedenfalls ist Billy ungewohnt guckig am Viereck. Er sieht hierhin, er sieht dorthin, er wird an jeder langen Seite schneller (schneller, kann man sich das vorstellen???). Er benimmt sich eben wie ein normales Pferd, wenn es kühler und Herbst wird, Blätter rascheln und Wind weht. Nicht hektisch oder ängstlich, aber eben mit neugieriger Aufmerksamkeit und Anteilnahme an seiner Umwelt. Gleichzeitig achtet er auch mehr auf mich, auch wenn er hie und da unkonzentriert scheint, aber mit einem Zucken nimmt er dann wahr: "uh oh, sie will was von mir", wenn ich nur ganz sanft mit dem Schenkel komme (100g-Tafel Schweizer Schokki halt, die reitet bei uns jetzt immer mit *gggg*). Das ganze ist ungewohnt, es freut mich eigentlich, weil ich doch mehr Lebensfreude als in den letzten 2 Jahren sehe. Gleichzeitig ist es wie gesagt ungewohnt - ich hab mich so sehr drauf eingestellt, dass das Pferd ein Büffel ohne Fluchtreflex ist, dass ich mich nun halt umstellen muss.

However, ich habe zuerst Aufwärmvolten im Schritt gemacht, wir diskutierten manchmal drüber, wie tief eine Pfütze sein darf, dass pferd ohne Zögern reinsteigt, aber er war sehr brav, und ich kann Volten auf reinen Schenkel, nach einiger Zeit dann mit bloßer Körperdrehung reiten. Ich kann sogar bestimmen wie groß die werden :-).

Dann im Trab: Da haperts wie gesagt. Er missversteht und reagiert gar nicht, kommt dann der Schenkel, wird er schneller. Wir sind dann 20 Minuten durchgetrabt: Einmal einen Zirkel, solange bis er auf mein Körperkommando zum Abwenden reagiert. Dann wieder geradeaus. So lange bis er auf den Zirkel vergessen hat *g*. Dann wieder Zirkel, geradeaus, einmal so, einmal so. Pause, wenn er einige Male hintereinander gut auf mich geachtet hat und Zirkel und geradeaus gut unterschieden hat.

Es war eine recht unkonzentrierte Einheit, aber doch ganz erfolgreich, bin zufrieden.

Mittwoch, 29. September 2010

Im Zaum II

Wieder hab ich heute als erstes das Zaumzeug angezogen. Zuerst ein bisschen Friendly Game damit, während eines Stick to Me hab ich ihn gestreichelt, während der Zaum an meinem Arm hing. Man merkt dass er skeptisch ist, er weicht dann aus, drückt sich an die Hallenwand, weil er denkt ich leg ihn gleich an. So hab ich ein bisschen Liberty aufgewärmt, wobei es dann schwierig war, einen Moment zu finden, wo ich ihm das Zaumzeug anlege. Nach einem Draw in die Mitte ist das u.U. nicht so klug, dann mag er womöglich gar nicht mehr reinkommen, wenn er denkt, er bekommt dann die Trense rein. Schwierig schwierig.

Aaaber: Das Ding war heut in 1 Minute drin. Wieder ein Leckerli unter das Gebiss geschoben, ein bisschen mit Kopfsenken gespielt, dann hingehalten, das Leckerli gleichzeitig mit dem Gebiss reinarbeiten lassen, fertig. Er versuchte es heut gar nicht sooo zu vermeiden, sondern nahm scheinbar das Gebiss als notwendiges Übel zum Erlangen des Leckerlis in Kauf.
Während des Reitens hat er dann öfter hektisch darauf herumgekaut, aber das war, weil er nervös und ungeduldig und unkonzentriert war, weil er gesehen hat, dass Heu verteilt wird.

Diese Unkonzentriertheit war auch etwas kontraproduktiv, weil ich eigentlich Konzentrationsübungen vorhatte. Ich ließ ihn daher etliche Runden traben, und dann gings besser mit der Konzentration. Er hat sich sehr bemüht, aber man konnte richtig fühlen, wie er immer nur ans Heu dachte *g*.
Ich habe abwechselnd Hinterhandwendungen und seitwärts abgefragt, da er das nun beides brav macht, aber manchmal verwechselt (was vermutlich an mir liegt). In der Mitte der Halle hatte er heute wirklich Schwierigkeiten, mir zuzuhören, war ein bisschen wie ein hyperaktives Kind ;-). da er stets nur um seinen Mittelpunkt kreiselte, statt bei der Hinterhandwendung selbige stehen zu lassen, hab ich es uns dann erleichtert und bin an die Hallenbande gegangen. Voilà, er tat sich viel leichter. Wir haben wirklich 1A 180°-Drehungen gemacht, Stick brauch ich dazu auch keinen mehr. Dann kombiniert mit Seitwärts: 180°-Hinterhandwendung am Hufschlag, dann Pause zum Nachdenken, dann seitwärts die ganze kurze Seite (die in der Halle nur 10m lang ist) entlang bis zum gegenüberliegenden Hufschlag. Dort wieder Pause, dann dort 180°-Wendung und wieder zurück. Nach 2x hat er die Übung und das Muster geschnallt und brav mitgemacht.
Ich habs nur ein paarmal gemacht und dann nach einer wirklich perfekten HH-Wendung Schluss gemacht. Dann noch etwas geübt, den Zaum auch wieder kontrolliert auszuziehen (er reißt immer, kaum hat man das Kopfstück über die Ohren, den Kopf hoch und haut sich das Ding selbst an die Zähne - kein Wunder dass ers nicht mag) mit gesenktem Kopf - ging etwas besser als zuletzt.

Besonders entzückt bin ich momentan vom Schenkelgehorsam. Er ist oft so übereifrig, dass ich nun wirklich wirklich aufpassen muss, was die Schenkel machen. Bisschen zu viel anspannen und er beginnt schon seitwärts zu gehen. Ich kann nun perfekt Schlangenlinien und Volten gehen und mit den Schenkeln lenken... ein Riesenfortschritt zu noch vor 1/2 Jahr! Das haben die Isolationen von Vorhand-Weichen und Hinterhand-Weichen bei Bernie gebracht, sowie seine Unterteilung der Beinhilfen in noch einmal 4 Zwischenphasen (oberer Unterschenkel, unterer Unterschenkel, Achillessehne, Ferse).
Ein ganz tolles Pferdchen hab ich :-).

Dienstag, 28. September 2010

Billy im Zaum halten

Ich war am Wochenende wieder bei einem Kurs von Bernie Zambail zusehen und hatte Gelegenheit, ihn zu meinem (bzw. Billys) Trensenproblem zu befragen. Nachdem er nach den üblichen gesundheitlichen Aspekten (Zähne usw.) gefragt hatte und ich es näher geschildert habe, hat er - meinen Herrn Pferd ja gut vom August kennen - aus der Ferne versuchsweise diagnostiziert, dass mir Herr Billy wohl wieder mal den Stinkefinger bzw. eine ganze Stinke-Hand zeigt ("Deiner macht dann ja eher SO", sprach Bernie und hielt 4 Finger in die Höhe). Er meinte weiters, gewisse Dinge müssten zu gewisser Zeit halt einfach vom Pferd akzeptiert werden, auch wenn klar ist, dass es ohne Metall im Maul angenehmer ist als mit. Ich sollte einfach Gebiss rein, jedes Mal wenn ich mit ihm spiele, egal was ich mache, nicht anfassen, einfach nur tragen lassen.

Also hab ich das heut wieder gemacht. Tja, da geht halt das letzte Tageslicht dahin, während ich mit Billy eine Dreiviertelstunde "touch it" mit dem Gebiss spiele, das Zaumzeug über die Ohren und wieder runter tue ungefähr 100x hintereinander (ohne das Gebiss reinzutun, das baumelt dann unterm Kinn) - bis er den Kopf reinsteckt, sehr gut. Gebiss abschlecken lassen, Kopf senken aufs Gebiss zu, alles geht. Nur Mund aufmachen und reinnehmen, nö. Tja, es musste aber sein und schließlich hab ichs ihm mit einem Leckerli untergeschummelt. Gleich wieder raus, etwas später nochmal mit Leckerli reingeschummelt, dann drin gelassen und normal gespielt, heute Liberty.

Dazu muss ich gleich schwärmen, wie toll heute das Von-der-Weide-Holen war. Und ich hätts fast nicht bemerkt. Also ich gehe zum mampfenden Billy, und er kam ziemlich sofort mit. Wir gingen so, Liberty, Schulter an Schulter, dann bin ich über irgendwas gestolpert und wollte sehen was das ist, blieb stehen, inspizierte.... und merkte überhaupt nicht, dass Billy auch stand und brav wartete. Ich ging weiter und er mit und erst ein paar Sekunden später kam mir in den Sinn, wie toll das gerade war! Ich hab ihn dann noch zu den im Wind flatternden Siloballen geführt und wir haben uns die gemeinsam angesehen, bis sie ihn nicht mehr interessierten.
Das geht jetzt echt schon so gut... nachdem Billy im Frühling eine Phase hatte, wo er immer voraus gelaufen ist (ich durfte ihn holen, dann ließ er mich stehen und galoppierte zum Ausgang), habe ich einmal dran gearbeitet - einfach am Halsriemen gezupft, wenn er sich davon machen wollte. Seither bleibt er da, in Schritt, Trab und Galopp. Letzte Woche sind wir abwechselnd in Schritt zum Ausgang gegangen, dann ein bisschen Trab, Galopp und danach wieder Schritt und sogar Halt.

Die Liberty-Session in der Halle war auch sehr gut. Ich muss ja das Bring Back auf der rechten Hand üben, und so haben wir nur das gemacht. Rausgeschickt, gleich wieder reingeholt. War bemerkenswert gut, ich habe ungefähr 1 Monat kein Liberty mehr gemacht. Er kam sofort immer rein, bekam lange Pause und auch einmal ein Leckerli.
Dann hab ich ihn nach links geschickt, mit Bernies Details einen suuuuper-Handwechsel auf rechts hingekriegt! wirklich perfekt, ein perfektes S und den Trab gleichmäßig gehalten - wieder mal bin ich baff, denn On Line bringen wir das nicht so gut zusammen.

Gut, nun war das die bessere Seite. Ich ließ es drauf ankommen, holte ihn von rechts rein, schickte ihn links, kurz hat er gezögert, und dann auf dieser Hand einen ebenso perfekten Handwechsel im Trab hingelegt. Zum ersten Mal hat das in diese Richtung geklappt! *freu*

Nur leider war dann der Draw wieder kaputt auf der rechten Hand, ab da war das Bring Back wieder zäh und er ließ sich 3, 4x einladen, bevor er in die Mitte kam. Mist! Aber es wird schon werden, dass beides klappt.

Donnerstag, 23. September 2010

Noch einmal Schlammcatchen :-)

Ich habe Billy zuerst wieder On Line vorbereitet. Ganz kurz haben wir zum zweiten Mal Seitwärts am 14m Seil geübt. Wieder hab ich ihn in immer größer werdenden Halbkreisen mit der Nase zum Zaun geschickt und dort pausieren lassen. Dann, fast mit dem ganzen Seil als Distanz, nach Seitwärts gefragt. Das nahm er nicht besonders ernst, aber Frauli kann sich schnell bewegen, und nachdem ich dann mal, als keine Reaktion auf Phase 1,2,3 kam, hingestartet bin und ihn an der Hinterhand mit dem STring touchiert hab, hat er danach auch auf größere Entfernung (noch nicth ganz 14m, aber doch recht weit) reagiert und ein paar Schrittchen angeboten. Die Hinterhand hängt so noch sehr nach, weil er auf diese Distanz mein Driving nicht sehr ernst nimmt.
Wird aber schon noch ;-).

Danach bin ich zu unserem Matschloch geritten, um die Trainingseinheit dort zu wiederholen bzw. fortzusetzen.
Riiiiesenfortschritt gegenüber letztem Mal!
Erstens hates nicht wie letztes Mal 1 Stunde, sondern nur noch 15 Minuten gedauert, bis ich einen Fortschritt gesehen habe, mit dem ich abschließen konnte (darüber war ich froh, denn es wird ja schon wieder so früh dunkel!).
Zweitens gab es eine Riesenverbesserung, insofern er schon bald - zumindest in eine Richtung - nicht nur nicht gehüpft ist, sondern nach 1x traben das ganze im Schritt geschafft hat. Ich habe - leider nur rein zufällig - richtiges Timing an den Tag gelegt.... ich sah, dass er das Matschloch schon wieder springen wollte, noch dazu so, dass er mir definitiv zu knapp an mir dran war. Ich hab daher ein ziemlich eindeutiges STOP!!-Signal mit dem Seil gegeben, das zufällig genau in dem Moment ankam, als er die Vorderbeine hob um zu springen - setzte sie wieder ab, der Sprung war unterbrochen, und der arme Billy landete mit einer Art Schocktherapie mit beiden Vorderbeinen genau dort, wo er seine Füße absolut nicht hinsetzen und deshalb hatte springen wollen *hihi*. Mitten in der tiefsten Stelle des Matschlochs (die geht wohlgemerkt nicht einmal bis zum Fesselkopf *g*)! Billy starrte mit entsetztem Blick auf seine im Matsch versunkenen Vorderhufe und wartete, dass nun das Matschmonster auftaucht und ihn frisst. Ich wartete mit und blieb mal ganz entspannt.
Siehe da, das Matschmonster kam nicht. Und nicht nur das, pferd kann sogar den Fuß wieder rausziehen aus dem Matsch! Und ohne Anstrengung auf die andere Seite gehen!

Es gab Riesenlob und ein Leckerli.
Ab da konnte er zumindest diese Richtung im Schritt durchgehen. Noch nicht ganz entspannt, aber er geht im Schritt und ruhig.
In die andere Richtung ist es schwieriger, warum auch immer, hier hat er bis zum Schluss noch kleine Hupferl gemacht (aber sehr kleine im Vergleich zum letzten Mal), und schließlich so ein halb-Trab-halb-Hupf, das ich gelten ließ, ihn noch einmal in die andere Richtung im Schritt durchgeschickt hab und dann wieder aufgestiegen und heimgeritten bin.
Wobei zu bemerken ist, dass ich ihn zum Aufsteigen in eine Pfütze parkte, die genauso tief wie das gefürchtete matschloch ist - da schaut er nichtmal, steigt rein, steht still. Lustiges Pferdchen ;-).

Dienstag, 21. September 2010

Hatte heute ein paar Zuschauer, da bin ich immer ein bisschen planloser als sonst. Aber lief alles ganz gut.

Ich habe nun On Line mit Sideways am 14m Seil begonnen. Zuerst einmal die Vorübung: Billy in Halbkreisen in Richtung Viereckbegrenzung zu schicken und dann stehen zu lassen. Klappte gut, er bekam dabei - vorher eher schläfrig - richtig Energie und galoppelte auch mal davon, obwohl ich kaum Druck machte (kein Stick). Dann hab ich ihn etwas seitwärts driften lassen, in die bessere Richtung auch mal etwas schneller mit mehr Druck, er hat brav reagiert; damit habe ichs für den ersten Versuch gut sein lassen. Jetzt möchte ich langsam die Distanz bis auf die ganzen 14m ausbauen - ein Lernprozess mehr für mich als für Billy *verhedder*.

Dann bin ich geritten, wieder Galopp geübt, werde aber jetzt langsam wieder zu anderen Übungen übergehen. Ich bekomme zu 90% den Handgalopp, nach dem ich gefragt habe, auch auf freien Linien, auf der Mittellinie, der Diagonalen, der offenen Seite des Zirkels. Wenn es nicht klappt, bin ich meistens schief gesessen oder verdreht oder hab ihn überfallen.

Danach hab ich mich noch auf Rückwärts eingelassen, was dann wieder lange gedauert hat, 100x vor und zurück, weil Herr Billy immer auf Phase 3 wartete - ich aber genau wusste, dass es auf Phase 1-2 auch geht, also hab ich ihn so lang genervt, bis es klappte. Auf Phase 1 ging es schließlich (und dann bin ich sofort abgesessen und hab Schluss gemacht), aber was für eine Phase 1!! Eine laaaaaange! Sicher 1 Minute. Oder länger. Angefühlt hat sichs wie eine Stunde. Aber dann ging er ohne Phase 2 fünf Schritte zurück. How interesting ;-).

Montag, 20. September 2010

Um weiter an den "leads" im Galopp zu arbeiten, hab ich heut eine Art simple Question Box aufgebaut. Die bestand nur aus einer Pylonenreihe bei X, parallel zur kurzen Seite. Ich bin dann einfach Zirkel geritten, und bei X gabs jeweils eine Änderung: einen Handwechsel oder einen Gangartwechsel usw.
Angefangen haben wir im Schritt, mit Haltparade in der Pylonenreihe. Mal rechte, mal linke Hand. Dann antraben bei X in der Pylonenreihe und wieder anhalten bei der nächsten Runde. Mal Handwechsel, mal keiner.
Billy wusste ziemlich schnell, dass bald Galopp kommt ;-). Gleich der erste Versuch war ein voller Erfolg: wir kamen vom Zirkel auf der rechten Hand, und bei X fragte ich aber nach Linksgalopp (weniger gute Seite) - und voilà, das Pferd scheint tatsächlich auf mich zu hören, denn er galoppierte richtig links an :-). Wir sind die Runde galoppiert, dann gabs Pause bei X und viel Lob.
So hab ich dann weiter gemacht: Mal rechts, mal links, mehrere Male links, mehrere Runden rechts, immer schön abwechseln, damit er nicht denkt, er weiß ohnehin was kommt. Dann wieder ein paar ruhige Trabrunden eingebaut, weil er sich durch das oftmalige Angaloppieren schon ein bisschen aufheizt (hätt ich wohl auch nie gedacht früher *g*).

Ich hätte aufhören müssen, nachdem es 2 oder 3x auf jeder Hand gut geklappt hat... es wurde dann eher schlechter, Billy begann Knoten in den Beinen zu bekommen und der Linksgalopp wurde überhaupt zum Renntrab. Nun ja. Wieder eine Lektion - für mich ;-)

Donnerstag, 16. September 2010

Wir haben heute weiter an unserem Yoyo am 14m Seil geübt. Die ersten 6-7 m gehen wirklich fein, nicht schnell, aber sehr fein (Phase 0,5, d.h. Energie und Hand etwas heben). Danach braucht es etwas höhere Phasen.
Heute hab ich mich aber drauf konzentriert, dass er die 14m zügig, d.h. nicht unbedingt schnell, aber ohne stehenzubleiben, rückwärts geht. Und hat auch gut geklappt, ich brauche dann allerdings bei weiterer Entfernung auch mal eine Phase 4, um bei ihm anzukommen.
was mich besonders freut ist aber, dass das Rückwärts nun ohne angelegte Ohren geht. Die ersten paar Meter ist er sogar sehr aufmerksam, Ohren vorne, achtet sehr genau auf Veränderungen in meiner Energie.
So lustige Sachen wie ein Schritt vor, einer zurück, 2 vor, 2 zurück klappen auch auf Körperspannung.

Dann noch etwas FreeStyle - ich habe weiter das Angaloppieren auf freien Linien, diesmal der Diagonalen - geübt. Da er freiwillig immer im Rechtsgalopp anspringt, übe ich v.a. Linksgalopp. Auf dem Hufschlag wählt er ihn immer richtig, aber auf der freien Linie habne wir dann doch auch mal rechts, obwohl ich links wollte, oder auch mal Kreuz. Aber ich bilde mir ein, dass der Prozentsatz, wo er links anspringt, weil ich es sage, leicht gestiegen ist. Meine Körpersprache ist aber noch zu ungenau, dann gibts Kreuzgalopp. Momentan versuche ich eben überdeutlich, meine innere Hand/Schulter vorzunehmen und tapse am äußeren Bein an - wahrscheinlich aber oft im falschen Moment --> muss mich mehr mit Fußfolgen beschäftigen und sie endlich fühlen lernen.

Kein Biss

Wo die Tage wieder kürzer werden und manchmal wenig Zeit ist, ists wieder Zeit für etwas, was ich länger vernachlässigt habe: Billy mit dem Gebiss anfreunden.

Nur: Es gelingt und gelingt nicht und langsam gehen mir die Ideen aus. Er wehrt sich nicht sonderlich, er steht einfach da und beißt die Zähne zusammen. Auch eine halbe Stunde, wenns sein muss. Da hilft kein Massieren von Zunge und Laden, kein gut Zureden, kein Leckerli, kein gar nix. Er mags nicht. Er mag gar kein Gebiss. Probiert hab ich nun schon doppeltgebrochen dünn, doppeltgebrochen dick, doppeltgebrochen mit Kupferrolle, einfach gebrochen dünn, einfach gebrochen dick, Olivenkopf, Wassertrense, Knebeltrense, Kupfer, Sweet Iron, und nun Plastik - egal, er mags nicht.
Ja mit viel viel Geduld und manchmal auch mit weniger krieg ich es irgendwie rein, aber ich komm mir doch eher vor wie beim Horse-Wrestling, jedenfalls nicht besonders horsemanship-mäßig. Clickern hab ich probiert, immerhin mit dem Erfolgt, dass er es ins Maul nimmt, ganz ganz kurz (lang genug um aufs Plastik so fest reinzubeißen, dass es beim ersten Versuch ruiniert ist *grml*), dann den Kopf hochreißt um es wieder loszuwerden, um hernach nach dem verdienten Leckerli zu gieren. An diesem Punkt steh ich an, besser wird es nicht. Klar kann ich das Kopfstück dann schnell drüberziehen und dann ist es drin, mit Sicherheit gehts beim nächsten Versuch aber schlechter.
Und dabei hab ich es noch nie angefasst, allenfalls Zügel blind reingeschnallt. Wenn ich sie mal angefasst hab für ganz ganz vorsichtige erste Kontaktaufnahme, konnte ich am nächsten Tag oder beim nächsten Mal mit heftiger Gegenwehr rechnen.

Ich hab versucht am Ende der Einheit anziehen, zum Putzplatz führen, dort ausziehen und Fresschen (quasi: Gebiss anziehen mit Arbeitsende assoziieren). Ich hab versucht Gebiss anziehen dann Fresschen geben (Heucobs gehen schon - Gebiss mit Fresschen assoziieren). Ich hab vesucht lange und oft drin lassen, bis es einfach normal wird.

Ich versteh einfach nicht warum er so ein Problem damit hat. Er wurde vor mir mit Gebiss geritten, aber nur ausreiten, kann mir nicht vorstellen dass da arg rumgezerrt wurde, da er ja ein gemütlicher Typ ist. Eigentlich ist der einzige Ausrüstungsgegenstand, den er wirklich mag und wo er den Kopf reinsteckt, das Knotenhalfter *seufz*.

Mir gehen die Ideen aus... falls wer welche hat, nur her damit!

Mittwoch, 15. September 2010

Rezension: Angelika Schulten: Pferde lieben reicht nicht

Angelika Schulten: Pferde lieben reicht nicht! Pferdeverstand einschalten – Fehler vermeiden. Mit Tipps der alten Meister. Norderstedt: Books on Demand, 2009. 164pp.

Oje!
Das dachte ich bei Lektüre der Einleitung. Nach jedem Satz ein Rufzeichen, nach wichtigen Sätze doppelte Rufzeichen (die für mich in einem seriösen Buch gar nichts zu suchen haben), und nach jedem Satz – auch wenn der Gedankengang weitergeht – ein doppelzeiliger Absatz. Anstrengend zu lesen, dachte ich.
So blieb es leider auch.

Das Inhaltsverzeichnis liest sich ja noch recht gut, es erweckt den Eindruck, dass es einen roten Faden gäbe. Da dann aber viele der Kapitel themenmäßig an ihrer Überschrift nur knapp vorbeischrammen oder das Thema überhaupt verfehlen (im Kapitel über die Sprache des Pferdes geht es plötzlich ausschließlich über die Sinne und deren Vermögen – was zwar natürlich mit der Sprache zu tun hat, aber über die Sprache selbst findet sich dann nichts mehr), geht der rote Faden im Text selbst für den Leser (zumindest für mich) verloren. Manche Kapitel, über die man eigene Bücher schreiben könnte, werden in einigen Zeilen abgehandelt (die Ausführungen zur „Lernbereitschaft“ passen auf eine halbe Seite, die dann plötzlich nur von „artgerechter Haltung“ handelt – worüber man aber auch mehr als eine halbe Seite schreiben könnte). Die gebotenen Informationen wirken einfach unvollständig und unwillkürlich zusammengesucht.
Was mich weiters besonders gestört hat sind die verallgemeinernden Formulierungen, die völlig außer Acht lassen, dass es mehr als eine Reitweise gibt. „Man tut“, „man nimmt“, „man geht“, „man sagt“ oder z.B. (p. 162) „auch beim Schulterherein macht die Lektion auf der rechten Hand mehr Probleme“ (sagt das mal bitte wer meinem Pferd???). Daneben finden sich unglückliche Formulierungen, die teilweise einfach herzig-amüsant sind wie „Der Heckmotor sitzt hinten“ (p. 7), teilweise aber auch einfach einen falschen Eindruck erwecken, wie z.B. „Im Schritt sind im ersten Ausbildungsjahr jeglicher Hilfszügel und jegliches Ausbinden verboten“ (p. 95 - schön wärs!). Dinge werden in einem einzigen Satz als Fakten dargestellt, über die die Experten der Reiterwelt bücherweise diskutieren.

Kommen wir nun zu den auf dem Cover beworbenen „alten Meistern“. Wenn man sich auf diese stützt, sollte man vielleicht irgendwo formulieren, wen man unter „alte Meister“ zählt und warum. Zitiert werden soweit ich sehen kann nur 1) Xenophon, 2) de la Guérinière und 3) Oliveira. Mehr konnte ich nicht entdecken (Literaturangaben leider auch Fehlanzeige). Warum ausgerechnet diese drei – nicht erklärt.
Die Zitate passen manchmal zum Thema – manchmal aber auch nicht wirklich. Wer zitiert wird, ist manchmal angegeben – manchmal aber auch gar nicht (da steht dann: „Zitat: blablablabla“. Punkt. Keine Angabe, welcher der 3 großen alten Meister das jetzt war). WO die Zitate her sind, wird sowieso kein einziges Mal angegeben – nicht einmal ein einziges Werk der „alten Meister“ wird erwähnt.

Es bleibt inhaltlich einfach völlig unklar, was die Autorin eigentlich bezweckt. Sie streift jedes Thema, behandelt sogar das Fahren, aber nichts davon ausführlich genug, als dass man etwas damit anfangen könnte. Für einen Anfänger viel zu unstrukturiert und unausführlich, für einen Fortgeschrittenen keinerlei neue Informationen. Für Kinder zu trocken. Insgesamt wirkte das Buch auf mich wie das etwas ausgebaute Referat für die Schule einer vielleicht 16jährigen Pferdebegeisterten, zusammenrecherchiert aus Internet und ein paar Pferdebüchern.

Nun gibt es genügend andere Bücher, die ihren fehlenden Inhalt mit hübschen Fotos und ansprechendem Layout wettmachen. Das ist hier aber auch nicht passiert; das Layout ist in den 80ern des letzten Jahrhunderts steckengeblieben. Sichtbar verpixelte Bilder und Zeichnungen sind einem Buch auch eher… naja.

Mein Fazit: Sehr bemüht, keine Frage. Aber: Ein bisschen Pferdewissen reicht nicht (um ein Buch zu schreiben).

Das alles gibt selbstverständlich nur meinen persönlichen Eindruck wieder. Nix für ungut!

Dienstag, 14. September 2010

Schlammschlacht

Während es auf dem Viereck und in der Halle sowohl reiterlich als auch vom Boden aus momentan wirklich gut läuft, werden Ausritte für mich immer mehr zu einem Angstgegner. Billys Abhauen und Über-die-Straße-Rennen im Mai hatte wohl doch größere Auswirkungen auf meine Confidence als ich bisher geglaubt habe.

Meine Comfortzone, der "ruhige blaue See", wie Bernie es nannte, ist massiv geschrumpft und beschränkt sich momentan auf das Stallgrundstück. Ok, das ist groß, Mini-Ausritte möglich, aber sobald wir uns über die Grenze begeben, werde ich angespannt. Wenn ich ein Moped höre, krieg ich Panik.

Natürlich überträgt sich das aufs Pferd, und das einstmals "bomb-proof"-Tier ist nun auch angespannt und fluchtbereit - so machte er bei zwei Ausritten - einer allein, der andere mit anderen - in zwei verschiedenen Situationen auf dem Absatz kehrt und versucht nach Hause zu rasen. Worauf ich natürlich noch angespannter bin. Was das Tier noch angespannter macht. Usw. usf.

Hier ein Bild, wie ich Billy derzeit bei Ausritten empfinde (man vergleiche mit seiner "normalen" Horsenality...): Das meiste davon trifft eher auf mich zu, Billy spiegelt es wohl nur.










Da der letzte Ausritt wirklich ganz ganz schlimm für mich war und seit dem Abhauen an der Hand Absitzen in Notsituationen für mich einfach nicht mehr machbar ist, versuch ich jetzt mal etwas Confidence innerhalb der Comfort-Zone zu gewinnen.

Einer der ganz konkreten Angstgegner ist Wasser in jeder Form. Da mir Billy aber am letzten Ausritt bewiesen hat, dass er, von einer ruhigen Person geführt, völlig ohne Zögern ins Wasser steigt und sogar 3 oder 4 m dem Bachlauf folgt (bei mir setzt er keinen Fuß hinein und springt höchstens), ist klar dass das an mir liegt. Also haben wir mal daran gearbeitet heute, in sicherer Umgebung: Am stalleigenen "Gatschloch", das uns bisher immer einen Weg versperrte.

Bin mal hingeritten, natürlich wollte er nicht drüber, also vom Boden aus: Zuerst mal geführt, er sprang es immer. Dann drübergeschickt à la Squeeze Game. Er hat hier keine große Angst, er will nur einfach nicht in den Gatsch steigen (was mir durchaus verständlich war, nachdem ich es vorgemacht habe und bis zur Wade in der Pfütze versank, die ich für 10cm tief gehalten hatte). Trotzdem - manche Pferde müssen so wohnen, also wird Herr Billy da wohl auch einen Fuß reinsetzen können. Anfangs ließ ich ihn noch an den Rand ausweichen, dann haben wir uns immer mehr an die Mitte herangetastet. Schließlich konnte er ziemlich ohne Zögern in der Mitte wenigstens durchtraben, ohne Sprung. Das war schon sehr gut, ich ließ es gut sein, wir waren beide schon eingegatscht bis zu den Ohren ;-)

... und nächstes Mal versuchen wir dann eine Steigerung. Ich möchte gern dass er Schritt durchgeht; das ging heute nicht mehr, ich wollte keinen Misserfolg provozieren, das kann ich im Moment gar nicht brauchen ;-) .


Donnerstag, 9. September 2010

Es läuft...

... alles schön rund momentan *freu*. Wir machen gute Fortschritte, bei On Line und FreeStyle.

Unglaublich wie Bernies simpler "Standards-Beobachten-Tipp" mir weiterhilft. Obwohl ich mir einbilde, doch bisher auch schon die Fortschritte beobachtet und in etlichen Listen festgehalten zu haben. Aber irgendwie ist es momentan einfach total hilfreich.

Woran wir momentan arbeiten:
On Line: Galopp. Ich möchte das Viereck noch ausnutzen, solange es geht. Bald nehmen die mir wieder eine Stunde Tageslicht weg und dann ist nix mehr mit Viereck, außer am Wochenende.
Grad gestern haben wir da wieder einen großen Schritt vorwärts gemacht: Billy kann jetzt 2 Runden auf der linken Hand durchgaloppieren, während ich in Neutralstellung bleibe. Gott sei Dank hab ich nach dem Bernie-Kurs erkannt, dass ich wieder mal am besten Weg bin, das Pferdchen gründlichst abzustumpfen, weil es einfach sooo mühsam war, 100x in Trab verfallen, 1 Galoppsprung, Trab, 1 Galoppsprung. Um endlich loben zu können, hab ich mich dann schon öfter mitgedreht oder dauergeschnalzt oder so. Was ich jetzt anders mache, weiß ich nicht, aber ich bleib jetzt in Neutral und in der Mitte! Wenn ich Phase 4 brauche, hol ich Pferdchen zu mir her dazu *g* - sehr interesssant, dass das viel effizienter ist als aufs Pferdchen zuzugehen - was er immer - und mit Recht - als aggressiv betrachtet hat. Interessanterweise galoppiert nun Pferdchen an, wenn ich nach laaaanger Phase 1 und dann 2 und 3 beginne, das Seil als Vorbote der Phase 4 kürzer zu nehmen *g*.
Jedenfalls war das angaloppieren heute super - auf rechter Hand sofort auf Phase 1, dann 2einhalb Runden gehalten, das hat mir schon gereicht. Links mussten wir etwas öfter ansetzen und ich habe Phase 3 gebraucht, aber dann gings, und nach einigen Versuchen mit ungewünschten Trabparaden ist er eben 2 volle Runden durchgaloppiert, ohne dass ich mich gedreht habe oder geschnalzt hab - ich konnts gar nicht glauben. :-)
Und noch immer verstehe ich nicht, warum es Liberty besser geht und FreeStyle auch *kopfschüttel*.

FreeStyle arbeiten wir am Seitwärts. Das ging von rechts nach links super gut, daher hab ich das die letzten paar Sessions ganz gelassen und nur links nach rechts geübt, um es gleich gut zu kriegen. Mittlerweile muss ich erstmal kurz diskutieren, während Billy alles anbietet außer Seitwärts, bis er sich dann darauf einlässt, die Beinchen zu sortieren. Vorbereitet hab ich das Seitwärts, indem ich neu und genauer als zuvor das Weichen von Hinterhand und Vorhand isoliert habe (haben wir bei Bernie gemacht). Seither kapiert Pferdchen endlich den seitwärts treibenden Schenkel, und manchmal reagiert er sogar zu heftig, ich muss richtig aufpassen, dass ich nur ganz ganz leicht drücke, v.a. beim SEitwärts. In die Richtung, in die er sich schwerer tut, läuft er mir manchmal richtig davon - soll auch nicht sein, ist aber sehr bemüht.
Ohne Zaun können wir es auch nach ein bisschen Vorbereitung, seit 2 Tagen :-). Geht sogar besser als mit Zaun (der ist irgendwie so magnetisch *g*).

Und dann übe ich FreeStyle noch das Angaloppieren auf "freien Linien", nachdem ich festgestellt habe, dass es nur am Hufschlag klappt. Zuerst an der offenen Seite des Zirkels , das ist kein Problem mehr. Dann auf der Diagonalen. Dort hab ich das PRoblem erstmals bemerkt. Im Zuge dessen möchte ich üben, den Galopp wirklich bestimmen zu können, was momentan noch nicht geht. Billy galoppiert brav richtig an, zu 99%, aber wenn er nicht den Hufschlag und die Richtung zur Orientierung hat, wird es immer Rechtsgalopp, auch wenn ich nach Linksgalopp frage. Heute haben wirs schon 2x geschafft, Linksgalopp zu erwischen, beim Wechsel (im Trab) von der rechten auf die linke Hand.

Dienstag, 31. August 2010

Das Bernie-Feeeling...

... war heut wieder da! Dieses Gefühl, dass ich Dinge hie und da auch richtig mache ;-) - im genau richtigen Moment aufhören. Eine genaue Vorstellung dessen haben, was ich vom Pferd erwarte und genau das auch bekommen. Mir meiner Phasen bewusst sein, v.a. 1 + 4. Mir meiner Standards bewusst sein und vergleichen. Feststellen dass ich bei einer Übung einen neuen Standard gesetzt habe - und genau dann aufhören :-).

Wir hatten zuerst eine ganz tolle Liberty Session. Zuerst hab ich am Draw gefeilt, denn für den Handwechsel reicht der momentan noch nicht, zumindest was den Wechsel von der besseren auf die schlechtere Seite (rechts auf links) betrifft. Andersrum geht es schon gut im Trab!
Für den Draw hat Bernie uns eine Übung gezeigt, die ich nicht kannte, er nannte sie: Come to Me. Man kann sie On Line oder auch Liberty machen. Am besten am Hufschlag entlang eines Zauns. Zuerst schickt man dabei das Pferd rückwärts, nur ganz wenig, 1, 2 Schritte. Liberty so weit wie man die Verbindung nicht verliert (inzwischen spüre ich sehr gut den Moment, wo sie flöten gehen wird - und kann vorher Schluss machen, um die Distanz so immer wieder ein winziges Stückchen zu vergrößern). Dann geht man direkt vom Rückwärts-Schicken dazu über, selbst rückwärts zu gehen und das Pferd mit ausgestrecktem Handrücken zu sich einzuladen. Wenn es gar nicth kommt, war die Distanz zu weit, und man kann den Stick dazu nehmen. Brauche ich normale aber nicht. Man geht weiter rückwärts, Tempo dem Pferd angepasst (anfangs, später kann man beginnen das Tempo zu erhöhen und das Pferd zu beeinflussen), und man bleibt stehen und gibt Pause, sobald das Pferd den Handrücken berührt. Es soll lernen, dass das der Knopf ist, der den Menschen zum Stehen und ihm die Pause bringt.
Bei uns klappt das super, erstens hat es das rückwärts Liberty (auch ohne Begrenzung mittlerweile) ganz toll verbessert, wir schaffen jetzt so 4-5 gute Schritte, ohne die Verbindung zu verlieren. Und zwar auf Phase 1. Das Herkommen wurde auch viel besser, auch Phase 1 (ich "schmelze" nur rückwärts), und wenn ich Phase 1 mit mehr Energie kombiniere, trabt er oft direkt aus dem Stand an und kommt her. Zwar hat er die Ohren dabei angelegt, aber naja, darum kümmer ich mich momentan nicht. Sobald er mich erreicht hat, sind sie wieder vorn und da ist kein bisschen Aggression, ich lese nur Spiel. Ihm macht das glaube ich total Spaß.
Überhaupt war er heute sehr gut drauf, vermutlich wegen des vielen Regens, Pferde konnten sich nicht wirklich austoben, außerdem ist ihm saukalt, der ganze Rücken war verspannt...

Dann bin ich übergegangen zum Circling Game, ein paar Übergänge, und viele viele Bring Backs auf der rechten Hand. Links klappt alles super, da wirbelt er richtig herum, wie es idealerweise sein soll, aber rechts muss ich meist 1, 2 Runden bitten. Bernie hat uns übrigens gesagt, dass auf 1x Handwechsel 5x Bring Back mit Pause kommen sollte. Puh. Also: Bring Back, Bring Back, Bring Back. Klappte besser mit der Zeit. Dann hab ich die ersten handwechsel probiert von der schlechten auf die gute Seite - klappen hervorragend, und so hab ich es nach 2x gelassen. Dann die schlechtere Seite... schwierig schwierig. Ich kann einen handwechsel machen, allerdings braucht es viele Einladungen und dann lasse ich ihn ruhig in Schritt verfallen (was meist passiert) und sogar ganz ganz kurz anhalten, um ihn dann gleich neu zu schicken. Vielelicht kann ichs so erarbeiten.
Beim GAlopp auf der rechten Hand hat mir Herr Billy dafür einen superengen Zirkel um mich rum geschenkt - ja er kann eine 6m-Volte galoppieren! Hat er selbst angeboten! Normal werde ich unrund, wenn er so enge Kreise um mich zieht, weil das oft mit Frechsein und Herdrohen verbunden ist, aber diesmal gar nicht - er galoppierte, und der Kreis wurde einfach immer kleiner, ich stand nur in der Mitte mit Riesenaugen und dachte, das darf nicht wahr sein (On Line erklärt mir Herr Billy ja immer, dass das 7m-Seil viiiiel zu kurz ist, um anständig dran zu galoppieren). Es war auch so lustig weil man richtig sehen konnte, wie er sich wirklich wirklich körperlich und geistig anstrengt, auf dem engen Kreis den Galopp zu halten. Als dann zu sehen war, dass er ihn gleich verlieren wird, hab ich ihn hergeholt und sooo gelobt und es regnete ein Leckerli (auch da versuch ich mich an Bernie zu halten: Leckerlis für außergewöhnliche Leistungen, aber nicht für jeden .... äh... wisst schon). Ich glaub er war selbst sehr stolz auf sich, und ich erst!
Links klappt der Galopp nicht so gut, da brauch ich hohe Phasen, dann gelingt meist eine Runde, wo ich in Neutral bleiben kann - und wieder fällt auf, dass wir das On Line nicht können, ist das nicth seltsam??

Ich hab mich dann noch kurz draufgesetzt um ein bisschen das Rückwärts ohne Zügel zu üben. Jaaaa, das können wir jetzt *freu freu freu*. Bernie hat uns sooo geholfen beim Rückwärts! Und heut hab ichs zum ersten Mal geschafft (nach mehreren Anläufen, auch welche mit Phase 4, aber trotzdem), dass er auf Phase 1 zwei Tritte rückwärts macht. Phase 1 heißt nur Gewichtsverlagerung nach hinten, kein Zügel, kein Stick, kein Beinwackeln! Ich war so weg vor Begeisterung dass ich gleich runtergehüpft bin, ihn abgeknuddelt hab, er hat sich ein Leckerli abgeholt und dann gings heim zu Fresschen :-). Besser hätt ich nicth aufhören können. Bin gespannt, ob er sich nächstes Mal noch erinnert ;-).

Montag, 30. August 2010

Kurs mit Bernie Zambail - 5.-8. August 2010

Teil meines Urlaubs hab ich heuer in einem Kurs mit Bernie Zambail verbracht.

Ein Traum war das! Ich - wir alle - haben sooo viel gelernt, ganz unglaublich. Die Tage waren so vollgestopft mit Erkenntnissen über die eigenen Fehler und wie es richtig geht, dass ich jeden Abend ins Bett fiel wie ein Stück Holz, um am letzten und vierten Tag ging schon fast nichts mehr rein in mein Hirn. Leider - auch unglaublich - beginnt vieles schon wieder zu verblassen, schon wieder steh ich hie und da vorm Pferdchen und denk "Moment, wiiiie war das wieder? *kopfkratz*".

Ich hab aber seitenweise mitgekritzelt, Video gemacht, v.a. von den Liberty Sessions. Danke an Bernie und die Teilnehmer, dass ich das durfte. Da ich versprochen habe dass nichts davon im www landet, wird das auch so sein, also bitte kein Video erwarten. ;-).

Was Bernie als Instruktor für mich ganz besonders von allen anderen, die ich bisher selbst mit Pferd oder als Zuschauer erlebt habe, sind seine tollen Qualitäten, was das Unterrichten anbelangt. Wir haben beispielsweise sehr sehr viel Theorie gemacht - auch wenn wir mit den Pferden draußen waren, rief er uns immer wieder in die Mitte, wenn sich bei einem etwas ergab, was für alle interessant war. Ich könnte nicht sagen, dass jetzt viele dieser Dinge ganz neu gewesen wären - einige schon, aber nicht viele. Und trotzdem hat er sie so eindringlich erzählt und erklärt, dass sie mir oft in neuem Licht erschienen oder ich so dieses Gefühl hatte, sie endlich wirklich verstanden zu haben. Oder mir endlich ein Licht aufging bezüglich einer Verbindung von Theorie und Praxis. Ganz ganz toll.

Auch das Erklären bei den Praxis Teilen hab ich noch nicht so genau und eindringlich erlebt. Sowohl, wenn Bernie selbst was vorgeführt hat an einem unserer Pferde, als auch wenn er uns zugesehen und kommentiert hat, zählte er immer die Phasen mit: 1-2-3-4. Endlich mal jemand, der wirklich haargenau erklärt, wie welche Phase auszusehen hat - dabei gab es auch noch einiges neues, was mir und allen anderen völlig neu war (z.B. das Bein-Anlegen nochmal in kleine Mini-Phasen zu unterteilen). Wenn er uns ausbesserte, war das wirklich ganz genau. Erst da hab ich gesehen, wie viel andere Instruktoren quasi "durchgehen" lassen, ohne es zu kommentieren. Ich hab sicher schon in vielen Kursen und Stunden vorher hundertmal vergessen, dass es eine Phase 1 gibt und wie die auszusehen hat - ohne dass es korrigiert worden wäre. Aber Bernie ließ es kein einziges Mal unkommentiert - und steigert so m.M. das Lernergebnis ganz ungemein.

Auch was die Trainingsgestaltung generell betrifft, gab er unbezahlbar gute Tips; etwa dass es in Level 2 kein planloses Drauflos-tun mehr geben dürfe. Weiters, was sich mir besonders eingeprägt hat und für mich wirklich hilfreich ist: Das Definieren von "Standards". Als Standard definierte Bernie das beste Ergebnis bei einer bestimmten Übung, das man jemals erzielt hat. Jedesmal, wenn man die Übung angeht, sollte das Ziel sein, diesen Standard zu toppen - und so einen neuen Standard zu erzielen. Auf jeden Fall immer vergleichen - nicht einfach vor sich hin üben, sondern überlegen - ging das schon besser, ist es heute schlechter, oder kann ich mich über einen neuen Standard freuen. So simpel es ist, so hilfreich für mich! Und ebenfalls ganz wichtig für mich Perfektionistin: Geht eine Übung zu ca. 70 % (schmunzelnd meinte er, die Perfektionisten sollten halt 80 oder 85 nehmen), dann weiter zur nächsten, was neues. Nicht ewig herumgrundeln bei den gleichen Dingen. Auch ganz ganz wichtig für mich.

Und was auch noch kein Instruktor so betont hat wie er: Loben! Eins der am häufigsten von Bernie benutzen Wörter in dem Kurs war "GUUUT, STREICHELN!!!!!". Und das Warten, bis das Pferd kaut - auch das, wie ich sagen muss, oft von Instruktoren vernachlässigt (vielleicht weil es ihnen so selbstverständlich ist). Wobei ich sehe, dass ich mir damit sehr schwer tue, so lange zu warten - weil Billy oft sehr lang braucht. Und auch nochmal aufgefrischt: Wenn ein Pferd nicht kaut, war die Stimulation zu gering (--> langweilig) oder zu stark (zu viel Druck).

Bernie hatte für mich auch ein absolut ausgeglichenes Verhältnis zwischen Milde und Strenge. Ich hab selten so feine Phasen 1 gesehen, aber auch selten eine so strenge Phase 4 (Billy musste z.B. lernen, dass man die Zähne gegen einen 4-Stern-Instruktor ganz sicher nur ein einziges Mal bleckt....), und v.a. ein wirklich unglaubliches Hin- und Herspringen zwischen beiden. Von einem gebrüllten "JETZT REICHTS!" zu einem wirklich liebevollen streicheln (*g*) in Sekundenbruchteilen. Schwer schwer nachzumachen, aber ich habe wenigstens endlich mal einen Eindruck, wie das aussehen kann, wenn man's kann ;-).

Da war natürlich noch viel viel mehr. Wir haben Riesen-Fortschritte gemacht, Billy und ich. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht wieder in den alten Trott zurückfalle, wie ich mich leider bereits öfter wieder ertappe (z.B. Phase 1 auslassen, nicht warten bis er kaut, zu viele Übungen hintereinander statt mich auf eine zu konzentrieren, mich mit "irgendwie" zufrieden zu geben etc.).

Also ich bin begeistert, genau wie die anderen Kursteilnehmer. Ich bin ein Riesen-Bernie-Fan geworden und kann nur jedem ans Herz legen, teilzunehmen - als Zuschauer ist das Input immer noch riesig.
Also: Alle Daumen hoch für diesen Kurs, danke Bernie!

Dienstag, 3. August 2010

Rezension

Robert M. Miller: Natural Horsemanship Explained. From Heart to Hands. Guilford: Lyons Press, 2007. 186pp.

Robert M. Miller ist Veterinärmediziner, der eng mit diversen Horsemen zusammenarbeitet und die Bewegung der „Natural Horsemanship Revolution“ (wie er es selbst nennt und wie auch der Titel eines weiteren Buches von ihm ist) seit ihrem Beginn unterstützt.

In diesem Buch reiht er locker Kapitel um Kapitel aneinander, um dem Leser einen Eindruck zu geben, worum es in Natural Horsemanship geht und wodurch sie dieses v.a. von anderen Umgangsmethoden mit Pferden unterscheidet. Den größten Unterschied ortet Miller darin, dass NH mit dem kleinstmöglichen Signal beginnt, um dieses zu verstärken, bis die gewünschte Reaktion eintritt – während andere Methoden gleich mit dem stärksten Signal beginnen.

Die angewandten Methoden, die Miller selbst noch von Horsemen gelehrt wurde, scheinen für uns Europäer – zumindest für mich – eher absurd und höchstens aus Filmen bekannt. Ich denke nicht, dass es in Europa selbst vor Jahrhunderten in großem Stil üblich war, Pferde umzuwerfen, um sie danach einzureiten. Millers selbst erlebte Erfahrungen derartiger Praktiken machen den „clash of cultures“ doch sehr deutlich. Besonders eingehend war ein geschilderter Fall, in dem Miller ein Pferd einreiten sollte und seinem Lehrer berichtete, es würde schlecht wenden – worauf dieser dem Pferd kurzerhand die Vorderhufe fühlig raspelt, um es zu zwingen, mehr auf der Hinterhand zu wenden. Derartige Schilderungen haben mir klar gemacht, warum NH im amerikanischen Raum als verweichlichte Methode gilt, während es im europäischen Raum umgekehrt eher als brutal (weil konsequent) verschrieen ist. Ein interessanter Aspekt.
Miller eklärt, warum die Methoden des „Werfens“ u.ä. funktionieren – ein Pferd unterwirft sich, wenn es an der Flucht gehindert wird. Einem Pferd ein Bein hochzubinden funktioniert daher besser, um es ruhig zu bekommen, als ihm z.B. eine Nasenbremse anzulegen.

In weiteren Kapiteln geht Miller auf „tools“ wie Gebisse ein, auch mit historischem Rückblick, er erklärt wie Desensibilisierung funktioniert und beschreibt kurz das „Flooding“ und „Imprint Training“ mit Fohlen, welcher Begriff von Miller geprägt wurde (das er aber, wie er betont, keineswegs erfunden hat). Auch positive und negative Verstärkung werden in einem eigenen Kapitel kurz und bündig erklärt, um falsche Verwendung dieser Begriffe auszuschließen. Dem Begriff „Feel“, geprägt von den Dorrance-Brüdern, ist ein weiteres kurzes Kapitel gewidmet.
Etwas fehl am Platz wirkt auf den ersten Blick das Kapitel mit der Überschrift „Schimpansen“; dieses beinhaltet aber eine für mich ganz interessante Erkenntnis: Während Pferde als Fluchttiere meist von einer älteren Stute angeführt werden, ist bei Schimpansen – Primaten wie wir – ein junges Männchen der Anführer, der seine Dominanz durch Aggression zeigt. Ich denke diese interessante Beobachtung könnte eine Erklärung liefern, warum es uns Menschen so schwer fällt, Dominanz von Aggression zu trennen.

Wie erwähnt, werden die – durchgehend sehr kurzen – Kapitel lose aneinandergereiht, einen roten Faden gibt es nicht wirklich. Manche der Kapitel haben auch nicht unbedingt viel mit NH zu tun. Abgesehen von den erwähnten kleinen interessanten Aspekten wird das Buch für jemanden, der sich bereits etwas für NH interessiert hat, nicht viel Neues bieten. Dennoch ein lesenswertes Buch, denn Miller schreibt leicht lesbares Englisch und gibt einen deutlichen Einblick in die amerikanische colt-breaking-„Kultur“, die vielen Europäern wohl nicht bewusst ist.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Es geht wieder aufwärts...

Fast ist er zurück, der büffelfreie Billy. Heute war alles schon wieder viiiel besser. Nicht ganz so umwerfend wie vor unserem Streit, aber fast.

Es hat geschüttet und das Viereck steht absolut unter Wasser :-(. Auch die Halle wieder zu einem Großteil, in den Ecken bilden sich doch tatsächlich Pfützen! Aber für ein bisschen Liberty hat es vollkommen gereicht.

Anfangs haben wir Stick to Me gemacht, was wir auch im Kurs geübt haben. Ich hab versucht umzusetzen, was ich gelernt habe, d.h. bin auch mal ganz bewusst laaaangsaaaam in Zeitlupe gegangen und habe gewartet, bis Billy sich anpasst. Mir wurde im Kurs vor Augen gehalten, dass ich beim Stick to Me viel zu viel und alles viel zu schnell auf hohem Energielevel mache - für den faulen W... äh, Billy sind das zu wenig Pausen. Tatsächlich passt Billy sich meinem Tempo schon schön an, ohne dass ich den Stick zum Nachtreiben brauche. Für Gangartenwechsel, z.B. Antraben oder Anhalten, gebe ich ihm jetzt mehr Zeit zu reagieren - und er tut's ja eh! Anhalten und rückwärts ist z.B. toll geworden, seit ich nicht drauf bestehe, dass das zackzack geht - ich bin immer sehr abrupt stehengeblieben, Pferd soll ja schließlich aufpassen. Tatsächlcih, wenn ich einfach normal stehenbleibe, hat er genug Zeit zu reagieren und tut das auch. Dasselbe bei rückwärts. ich gehe mini-schrittchen rückwärts und erst wenn ich bei seinem Hintern bin und er noch nicht reagiert hat, kommt der Stick dazu in leichter Wachelbewegung. So funktioniert es besser und Billy bleibt freundlich (das ist v.a. beim rückwärts auffällig). Gerader ist es auch schon geworden.
Interessant ist, wie unterschiedlich die beiden Seiten sind. Wenn ich rechts gehe, seine bessere Seite, klebt er an mir wie Kaugummi. Wären seine Ohren dabei noch freundlicher, fänd ich das toll. So bleibt ein Fünkchen Un-Vertrauen. Seine Nase klebt an meiner Hand oder meinem Ellbogen. Auf der linken Hand, wenn ich links bin (was er zu vermeiden sucht oft), hält er gut 1 m Seitenabstand (was mir selbst viel angenehmer ist). Er bleibt eher zurück und versucht manchmal die Hand zu wechseln.

Wir haben sticky Figure 8 gemacht. ich bin mit ihm um 2 pylonen spaziert, habe im Mittelpunkt durch eine Drehung und Stickwechsel die Hand gewechselt, und um die Bögen der 8 sind wir getrabt.

Ein Highlight war dann, dass ein zweites Pferd in die Mini-Halle kam, wurde nur kurz longiert. Ein guter Freund von Billy. Also hab ich nach kurzem Überlegen beschlossen, ihn Liberty zu lassen (ich glaub der Miteinsteller merkte gar nicth, dass kein Seil dran war *g*). ich hab weiter Stick to Me am Zirkel gespielt und war sooo stolz, dass Billy keinen Versuch machte, meine Seite zu verlassen!! Keine Sekunde hat er dran gedacht, das konnte man sehen :-).

Zum Schluss hab ich ihn noch 3x ins Circling Game geschickt und die Übergänge wieder geübt - endlich endlich, das geht wieder! So gut wie zuvor, denk ich - ich hab nur Hemmungen zu viel zu verlangen, weil ich nicht weiß, ob es das vielleicht war, was den Absturz bewirkt hat... also nur 2, 3 Runden in beide Richtungen, mit Übergängen zwischen Schritt, Trab und Galopp, Galopp war sogar sehr gut! Auf der linken Hand wirbelt er auch tatsächlcih herum beim Bring Back und kommt im Trab, mit Ohren vorne, zu mir. Auf der rechten Hand braucht er etwas länger, ich muss u.U. etwas rückwärts laufen, um ihn auf mich zutraben zu lassen, aber es geht auch.
Im Kurs haben wir gelernt, nicht unbedingt die Hinterhand zu lösen beim Liberty-Bring Back. Mit der Begründung , dass man dadurch einen Gangartenwechsel provoziert, den man später aber mal nicht mehr will (Galoppwechsel z.B.). Mir klingts noch in den Ohren: "Lad ihn ein zu dir!!!! NEIN; den Stick benutzen ist keine Einladung, das ist nur unhöflich!!!" *g*

Dienstag, 20. Juli 2010

Kursbericht

Am 19.+20. Juli hatten Billy und ich mit ein paar Stallkollegen bei uns im Stall Parelli-Kurs mit Martin Wimmer. Ich war, wie früher geschrieben, mehr als skeptisch und hatte gar keine Lust, wegen der Probleme, die sich mit Billy wieder aufgetan haben. Alles was ich denken konnte war, dass wir - als Momentaufnahme - noch schlechter sind als im Vorjahr (und das war schon ordentlich schlecht) - es war mir einfach nur peinlich.
Tatsächlich war der Kurs dann gut und hat mir viel gebracht! Don't make assumptions, gell? ;-). Das Niveau war generell niedriger als das des Kurses im Vorjahr (dort war es 1 Level höher als eigentlich angekündigt), was mir entgegenkommt - ich hab einfach auch noch viele Lücken im Level 1.

Wir haben am ersten Tag nach Theorie-Einheiten (wo zwar für mich nicht viel Neues gesagt wurde, aber es ist doch immer wieder faszinierend, wie schnell man bestimmte Dinge vernachlässigt/verdrängt/vergisst) OnLine auf unserem etwas sehr wassergetränkten Platz gemacht (glich einer Schlammschlacht, macht aber nix). V.a. rückwärts und seitwärts, und bei beidem hab ich viel Input bekommen - sind eh unsere größten Baustellen! Seither hat sich das Seitwärts ohne Zaun endlich endlich gewaltig verbessert (oder anders gesagt: klappt endlich). Obwohl ich es - theoretisch - eh weiß, hab ich wieder meine ganzen Inkonsequenzen gesehen und wie ich die abstelle. Martin hat jedem einzelnen von uns - je nachdem wo er stand - passende Tips gegeben, um von dort aus Fortschritte zu machen.
Am Nachmittag wurde dann geritten, mit Präzisionsübungen für Vorwärts und Rückwärts. Dass wir das Rückwärts durchgenommen haben, war ich sehr dankbar - ist ja eine unserer größten Baustellen, sei es nun On Line oder Liberty oder beim Reiten. Rückwärts findet Billy einfach *bäh*. Wieder war das, was ich da gelernt hab, nichts wirklich neues - ich weiß all diese Dinge - nur warum führe ich sie nicht durch, wenn ich allein bin? *grübel* Einen neuen Trick hab ich auch gelernt, nämlich dem Billy, wenn er den Büffel gar zu sehr raushängen lässt und auf stur schaltet (dass er weiß, worum es geht, ist deutlich), darf ich ihm vom Rücken aus mit dem Stick unters Kinn tapsen. Tatsächlich logisch! Und wirkt! Im Gegensatz zu "auf die Nase tapsen", da nimmt er selbige ja doch nur zur Seite.
Martin hat uns dann noch mit Strings, die wir in den Händen hielten, "zusammengespannt". Zuerst paarweise, dann zu viert. Und uns so auf Bahnfiguren und in Übergänge vom Schritt zum Halt, zum Rückwärts und wieder vorwärts geschickt. War lustig!

Am zweiten Tag gabs nochmal Theorie, die diesmal auch für mich neu war (oder zumindest etwas, was ich wirklich gründlich vergessen hatte). Nämlich nach den (bekannten) Phasen der Bestimmtheit (die typischen Parelli-Phasen von 1-4) die Lernphasen beim Pferd (und natürlich Mensch). Auch 4. Vielleicht sollte man sie eher "Stufen" nennen, um eine Verwechslung mit den Phasen der Bestimmtheit zu vermeiden.
Weil ich das wirklich noch nicht so behirnt hatte zuvor, schreibe ich es auf...

Lernstufe 1: Lernstufe. Neue Übung wird vorgestellt. Die Lernstufe dauert nur kurz, einige Wiederholungen, nur solange, bis man erkennen kann, dass das Pferd das Prinzip verstanden hat und weiß, worum es geht.
Lernstufe 2: Kontrollstufe. Pferd und Mensch können die Übung immer kontrollierter ausführen, d.h. so gut wie immer und in allen möglichen Umgebungen. Ich hätte es vielleicht eher "Festigungsphase" oder so genannt. So hab ichs zumindest verstanden. Wichtig in diese Stufe ist "dass", noch nicht "wie" (Beispiel rückwärts: Pferd geht rückwärts, möglichst mit geringeren Phasen als in der Lernphase; die Übung ist so gut wie überall abrufbar, es ist aber noch egal, wie schnell oder wie weit oder ob es gerade bleibt dabei).
Lernstufe 3: Verstärkungsstufe. Die Übung wird auf höheres Niveau gebracht. Jetzt wird das "wie" wichtiger. Die Übung wird länger verlangt, oder weiter, oder schneller, oder mit mehr Qualität, oder mit allem zusammen. Ein wichtiger Augenöffner für mich: Im Zuge der Verstärkungsstufe werden die Phasen zwangsläufig wieder höher (während man in der Kontrollstufe zu weicheren Phasen zurückgekehrt ist, kann nun wieder öfter eine Phase 3 + 4 nötig sein).
Lernstufe 4: Verfeinerungsstufe. Nun wird das in der Verstärkungsstufe erarbeitete höhere Niveau (weiter, länger, schneller usw.) verfeinert, d.h. sollte wieder mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden und die Phasen feiner.

Das war für mich wirklich ein Aha-Effekt. Ich dachte irgendwie immer, nach der allerersten Stufe, in der das Pferd die Übung nicht kennt, müssen die Phasen immer niedriger werden. Ein Zruückgehen zu einer Phase 3 oder 4 war für mich shcon immer ein Rückschritt oder gar ein Versagen. Tatsächlich - und es ist logisch - bewegt sich das ganze einfach in Wellen. Übung ist neu, man fängt mit sehr feinen Phasen an, probiert u.U. verschiedenes aus, bis Pferd verstanden hat. Hat es verstanden, kann man auch höhere Phasen einsetzen um ihm klarzumachen, dass es mitzuarbeiten hat (selbstverständlich dann gefolgt von Pause und Lob und Belohnung). Die Phasen werden wieder feiner. Dann verlangt man mehr - die Phasen werden wieder höher. Dann wieder niedriger. Dann fügt man vielleicht noch einen Aspekt hinzu - wieder höhere Phasen. Usw.
Wenn ichs jetzt hier so durchlese, klingt es nicht besonders wichtig oder interessant - aber beim Kurs, als wir das durchgegangen sind, dachte ich wirklich dauernd "oooooooohhhhhh!!!!!!!!!!!!!!" ;-).

Wir haben an dem Vormittag dann noch Liberty gemacht, einer nach dem andern. Das war super interessant. Die meisten haben einfach an einem Catching Game bzw. einem Bring Back gearbeitet, aber bei jedem Pferd kamen andere Aspekte dazu. Wirklich hochinteressant wie verschieden die waren, obwohl sich die meisten charakterlich nicht sooo unähnlich waren. Die meisten waren LB - I oder E.
Am Nachmittag dann noch einmal Freestyle, wo wir uns aufs Reiten mit Stick und ohne Zügel konzentriert haben und am Schluss jeder eine hübsche Weave im Trab geschafft haben. Besonders auf den richtigen Focus hat Martin da viel Wert gelegt, und tatsächlich war da ein Unterschied zu spüren, wenn man es dann - nach viel Meckern *g* - mal so probierte wie er es vorschlug ;-).

Zum Schluss als Gesamtfazit war ich auch überrascht - und eigentlich erfreut - zu hören, dass ich Billy nun mehr bestätigen muss in dem, was er tut, wenn es richtig ist. Es scheint dass die bisher vorherrschende Respektlosigkeit zumindest zeitweise in leichte Unsicherheit kippt. Es klingt doof, aber das freut mich ;-). Bisher hörte ich immer nur, ich muss strenger sein und konsequenter und respektlos, respektlos, respektlos. Das ist mir ziemlich eingeimpft, daher vergesse ich vielleicht tatsächlich das Loben (v.a. Loben zur richtigen Zeit). Für mich schwer zu erkennen, denn ich denke, Billy reagiert fast gleich in verschiedenen Gemütszuständen: Will er nicht aus Respektlosigkeit oder weil er einfach keine Lust hat, wird er gleichermaßen stur und schaltet auf "taub", wie wenn er nicht versteht oder verunsichert ist, was ich möchte. Also gut das zu wissen und extra drauf zu achten!

Mittwoch, 14. Juli 2010

Take the time it takes...

Heute gings schon wieder etwas besser.

Die Hufheberei ist allerdings schon wieder völlig kaputt: beißen, drohen, usw. Heut war ich aber cooler, hatte einen Plan und hab mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Hinhaun bringt einfach nix (auch wenn manche mich vom Gegenteil überzeugen wollen und meinen, ich hau halt nicht fest oder oft genug hin), macht uns beide nur wütend.
Heute also folgende Strategie:
Ich bitte möglichst höflich (vorher bisschen streicheln, um die Schulter, um in Stimmung zu kommen ;-) .. Bein runterfahren, dann in Position begeben (Rücken zum Kopf, dann gehts meist los) und Stimmkommando) um den Huf, schwingt als Antwort der Kopf mit gefletschten Zähnen in meine Richtung, gab es eine Runde Schulterweichen, ganz ruhig, ganz langsam, ganz unemotional (von mir zumindest, Büffel ärgert sich gewaltig, aber solang ich selbst ruhig bleibe, hält es sich in Grenzen). Nächster Versuch, nächste Runde. Nach jeder Runde hab ich ihn kurz in Ruhe denken lassen, meistens gab es sofort *schleckkau*. Was ihn allerdings nicht hinderte, gleich wieder herzubeißen beim nächsten Versuch. Ich glaube wir haben so 20-50 Runden gedreht. Dann hob er mal den Huf von selbst kurz an. Dann durfte ich ihn schon mal selbst halten. Nach ein paar weiteren Runden konnte ich halb auskratzen. Und immer so weiter. Irgendwann war ich dann doch sturer und durfte den Huf lange aufhalten und kratzen und bürsten und gegen die Strahlfäule behandeln. *uff*.
Wir haben fürs Hufauskratzen heute fast eineinhalb Stunden gebraucht!!! Ich weiß auch nicht, ob die MEthode was bringt, aber ich fühl mich damit wohler als wenn ich ihm Prügel androhe oder angedeihen lasse. Das eskaliert ja doch nur. Ich denke schaden wird es nicht, so üben wir wenigstens das Schulterweichen (Porcupine wurde seeehr gut, muss ich sagen - trotz Übellaunigkeit aufgrund der Situtation brauche ich echt nur die haare sanft berühren).

Danach gingen wir ein bissl grasen und dann haben wir am Viereck noch ein paar Schrittübungen gemacht:

Ein bisschen Spin am Seil, d.h. Seil außen rum legen, Pferd soll dem Gefühl folgen, weg von mir drehen, ein bisschen außen (also auf meienr seite) mit dem Stick nachhelfen, und das Pferd dreht sich. Hat er schön gemacht, nach kurzer anfänglicher Verwirrung (hat sich zu mir her gedreht statt weg, und so immer mehr ins Seil gewickelt *g*)

Danach Weave: und zwar rückwärts! Auch da hab ichs geschafft ruhig zu bleiben, drauf geachtet, dass Pferd mir stets 2 Augen gibt, wobei ich meistens ziemlich knapp vor ihm bleiben musste, aber so haben wir uns slalommäßig und im Schneckentempo durch die Hütchen bewegt. Insgesamt vielleciht 3 Längen, die letzte war dann schon recht flüssig. Für mehrere flüssige Rückwärtstritte gabs kurze Pause.
Vorwärts haben wir zwischendurch auch geweaved, Schritt war wieder ganz gut, habe ich wieder gemacht solange bis das Gifteln beim Drive aufhört. Dann hie und da antraben lassen, was heute wieder überraschend leicht ging, er hat zwar die Ohren angelegt dabei, aber ich ließ ihn immer nur 2, 3 Trabtritte machen, zum Wieder-Eingewöhnen.

Es geht ganz langsam wieder bergauf *seufz*.

Dienstag, 13. Juli 2010

Nix geht mehr ...

Ich glaub so unfähig wie momentan hab ich mich noch nie gefühlt :-(. Zurückversetzt ganz an den Anfang, wir können nicht mal mehr die 7 Spiele in der Grundfunktion. Ich werde angegiftelt, bedroht, mit gefletschten Zähnen angehüpft.
Und nachdem alles schon so gut lief vor 2 Wochen, ist das noch viel frustrierender.

Vielleicht hab ich in der "guten" Phase einfach zu viel gemacht, sodass er beschlossen hat, dass granteln und gifteln und attackieren doch der bessere Weg ist als Mitarbeit. Immerhin hat er es innerhalb von 3 Minuten geschafft, dass ich eine halbe Runde Trab im Circling Game als großen Erfolg ansehe, den es zu belohnen gilt. Oder ein Rückwärts, das so langsam ist dass man ihm währenddessen die Hufschuhe anziehen könnte...

Und kaum verlange ich ein Schrittchen mehr, ein Fünkchen schneller, ein bisschen Freundlichkeit mehr ist alles vorbei - gifteln, beißen, drohen mit allem was er hat.

Hufe auskratzen ist auch schon wieder ein Dilemma, beißen, wegreißen, wegrempeln, treten...

Langsam geht auch meine Geduld endgültig zur Neige, bin daher ungerecht, schnell zornig, auf mich und das Pferd, was neu ist. Bisher war ich immer nur auf mich selbst angefressen, weil ich das nicht hinkriege. Das alles fördert die Motivation natürlich auch nicht gerade. Zum ersten Mal ists so, dass ich eigentlich keine Lust hab zum Pferd zu fahren oder was mit ihm zu machen. :-(

Den Kurs, den ich Montag und Dienstag haben werde, würde ich am liebsten absagen... wir sind unter dem Niveau des Vorjahres, und da waren wir - nein ich - die Unfähigsten. Hab überhaupt keine Lust da mitzumachen. Ich hoff jetzt sogar, dass der Bernie-Kurs nix wird, weil was soll ich da, mit Level Minus-4??

I mog nimma :-(

Freitag, 9. Juli 2010

Handarbeit

Auf Anraten der Osteopathin hab ich heute wieder die Handarbeit aufgenommen. Nur kurz, ca. 15 Minuten.

Zuerst etwas aufwärmen einfach durch Führen, dann auf dem Zirkel führen, dann kleinere Zirkel um mich rum mit Handwechseln, alles im Schritt, dann davon ausgehend Untertreten auf dem Zirkel, leicht Seitwärts.
Danach Schulterherein, was er super gemacht hat, nur 2x 10 Meter ungefähr, wir haben das ja lange nicht gemacht. Schulterherein war links besser als rechts, da passierts eher dass er vorwärts läuft.
Dann noch ganz kurz Travers und Renvers angetestet, was beides supergut war dafür, dass wir es ja ewig nicht gemacht haben. Klappte sozusagen auf anhieb, allerdings wurde Büffli zum Schluss wieder mental unrund, begann nach den Zügeln zu schnappen usw.

Also vermutlich immer noch zu lang, zu viel, zu anstrengend oder was weiß ich. Aber er hat sich bemüht und brav mitgemacht, und somit bei der Hitze momentan war ich sehr zufrieden mit uns.

Donnerstag, 8. Juli 2010

1000-km-Service ;-)

Heute war unsere (neue) Osteopathin da und hat mal alles durchgecheckt, v.a. wegen dieses Wegzuckens im Rücken.

Folgendes kam raus: Ja, im Rücken zwickts, da war eine Blockade/Verschiebung, aufgrund der Art derselben hat die Osteopathin auf ein plötzliches "Verreißen" getippt (*uff* doch nicht einfach nur schlechtes Reiten *hüstel*).
Zusätzlich war eine Blockade im Genick rechts, und aus irgendeinem Grund quasi der gesamte Kopf verspannt. Er beißt quasi ständig die Zähne zusammen (Zähneknirschen musste ich ihr aber verneinen, das hab ich zumindest noch nie wahrgenommen), der gesamte Unterkiefer war verspannt. Sonst schön beweglich und "auffällig wenig".
Die Muskulatur ist ganz gut, auffallend stark in der Schulter bemuskelt (kein Wunder, da so vorderlastig), oberer Rücken gut bemuskelt *stolzschau*, dafür etwas weiter unten (von der Schulter abwärts nach hinten, Richtung Rippen) wenig (was angeblich seltsam sei). Hinterteil zu wenig, v.a. die Abduktoren (? ich rate jetzt halt mal, beim Menschen wärens die Abduktoren *g*).
Das Phlegma des Büfflis gefiel auch ihr nicht, und die Schleimhäute seien zu hell.
Ansonsten aber alles gut, es gäbe z.B. keinen Grund, warum er so dahinschlurft und die Hinterbeine über den Boden zieht. Also man kann durchaus von ihm verlangen, die Beine zu heben.

Nach Lösen der Blockaden hab ich den Auftrag gekriegt, erstens Mineralstoffe zuzufüttern, die Seitwärtsgänge-Handarbeit wieder aufzunehmen, viel Stangenarbeit zu machen, viel auf und ab, Körperbandage zu probieren.

Bin gespannt wie er sich nun tut danach. ich wurde gewarnt, dass es kurz schlimmer werden könnte, wenn das anhält, muss sie nochmal kommen. Sonst war es für sie eben "auffällig wenig", und sie meinte, es könnten jetzt auch "Altlasten" noch zum Vorschein kommen - mal schauen. 1 woche nicht reiten, aber durchaus was tun. Ach ja, und generell mehr mit ihm tun.

Büffli hats ganz gut gefallen, allerdings wurde wieder (wie schon von der ersten Osteopathin vor 2 jahren) recht überrascht festgestellt, dass er trotzdem skeptisch bleibt und sich nicht ganz fallen lässt

Dienstag, 6. Juli 2010

Cherokee Bridle

Büffli hat mir meine letzten Fehler scheinbar vergeben und war heut wie immer. Pfuuuuh.
Er kam gerne mit von der Weide, wollte sogar wieder mal vorausgehen, aber ich bin dann einfach nicht mitgegangen *hehe*. Bis er stehenblieb und auf mich wartete, und den Rest des Weges haben wir dann mit Halfter gemeinsam zurückgelegt ;-).

Dann wollte ich heute wieder mal Finesse machen, wieder mit dem Cherokee Bridle rumspielen.
Nach ein bisschen Vorbereitung den String ins Maul gelegt, was immer noch wesentlich leichter geht als das Gebiss. Am Anfang hat er wieder wild rumgekaut und versucht es auszuspucken, diesmal hat sich das aber sehr schnell gelegt, und ganz am Schluss, als ich die Schlinge aufgemacht hab, hat er den String gar nicht hergeben wollen, musste ihn direkt aus dem Maul nehmen ;-).

Zuerst haben wir die üblichen Übungen am Boden gemacht: Laterale Biegung, Hinterhand lösen, bisschen rückwärts. Ging alles nicht ganz so fein wie beim letzten Versuch, beim Rückwärts musste ich anfangs viel nachhelfen mit Halfter und Strick, die natürlich drauf blieben. Dann bin ich in die Halle und aufgesessen und hab dort vom Sattel aus dasselbe gemacht: laterale Biegung, Hinterhand lösen, dann rückwärts. Letzteres war auch hier eine eher schwere Geburt, aber mit Hilfe des Knotenhalfters gings, und zum Schluss dann auch nur mit vorsichtiger Cherokee Bridle + Stick.
Danach Wendungen im Schritt, 8er usw., haben gut geklappt. Und schließlich haben wir uns die ersten Trabschritte so getraut; Büffli wollte nciht gern traben, könnte daran liegen dass wir in der engen Halle waren, das sind wir nicht mehr gewohnt; dann gings und ein paar Wendungen im Trab haben gut geklappt, ich brauchte die Zügel vom Hackamore gar nicht, und die Cherokee Bridle konnte durchhängen.

Nach einem besonders guten Rückwärts bin ich abgesessen, obwohl noch kurz der Funke der Idee da war, noch aufs Viereck galoppieren zu gehen, aber ich war vernünftig *stolzschau*.

Sonntag, 4. Juli 2010

Büffel Is Back...

... jaja, so schnell kann's gehen. Grad noch Höhenflug, und zwei Tage später schon wieder alles kaputt gemacht :-(.

Warum weiß ich nicht. Nur dass ich dachte, ich könnt ja wieder mal versuchen, Audition zu filmen. 10 Minuten die Videokamera an mit diesem Vorsatz, und alles war hin. Büffel zurück in alter Frische und ich dort, wo wir vor ca. 2 Jahren waren: Giften, Drohen, keinen einzigen Trabschritt bekommen. Das Circling Game ist völlig kaputt und ich weiß nicht warum. Ich dachte echt in ein paar Situationen, dass es jetzt endgültig soweit ist, dass er mich ansteigt.... Absolute Kooperationsverweigerung, und ich natürlich falsch reagiert und zornig und ratlos.

Nie nie nie nie wieder werde ich Audition filmen probieren. Nie wieder. *schnüff*

Ich hoff ich kann das schnell reparieren, was ich gerade ruiniert hab :-(.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Aus dem Stand...

Auch andern fällt auf, dass sich das Pferd den Körper nciht mehr mit einem Büffel teilt. Jetzt haben mich schon ein paar meiner Miteinsteller drauf angesprochen :-). Und mein Freund, der gestern kurz da war und zugeschaut hat, meinte, er erkenne das Tierchen fast nicht wieder - wir hatten ein bissl Liberty vorgeführt :-).

Dann bin ich nochmal aufs Viereck und wollte unsern tollen Galopp vorführen und filmen lassen (Film folgt irgendwann). Wir haben Schritt-Galopp-Übergänge geübt, da sagte mein Freund dann: "Kannst du auch aus dem Stand angaloppieren??", was ich verneint habe, mich aber dann überreden ließ es zu probieren - fragen kostet nix ;-).
Gut, der erste Versuch endete wie ich mir gedacht hatte, in einem Renntrab, aber dann... zweiter Versuch, wir stehen, kurz konzentriert, Energie hoch, Schnalzen und Beindruck zusammen (ok, und ein biiisschen unabsichtliches "Anschieben"), und Billy galoppierte aus dem Stand an. Ein halber Schritt zum Beine-Sortieren war dabei, aber trotzdem...

bin baff ;-)
Video: http://www.youtube.com/watch?v=2oZELuu5DZ8

Wenn das so weiter geht, hab ich keine Ahnung, was ich in unserm Kurs am 19.+20. Juli eigentlich mit Instruktor üben soll *g*.

Dienstag, 29. Juni 2010

WO IST ER HIN, ...

... der Büffel???? Er ist weg, und zurückgelassen hat er ein Pferdchen, auf das nur noch Bezeichnungen wie "willing" oder "responsive" passen... Ich hab keine Ahnung was passiert ist, dass ich ihn vertrieben habe!!

Ja jedenfalls ists momentan einfach nur super... der Rücken ist wieder okay, wie es scheint, Bewegung macht Freude, die Sonne scheint, das Viereck ist bereitbar :-).

Am Wochenende und auch heute haben wir viel mit Galopp gespielt. Immer nur kurze Stückchen, nicht warten bis es schlechter wird oder er in Trab verfällt, sondern viele viele übergänge --- Der Galopp ist momentan traumhaft! Ganz locker zu sitzen, null Treiben nötig, Angaloppieren auf den ersten Schnalzer, ich brauch nichtmal Bein dazu! Auch Angaloppieren aus dem Schritt hat schon geklappt, mit höchstens einem Trabschritt dazwischen, ganz toll. Hier hat er dann zwar auch einmal den falschen Galopp erwischt, was aber wohl eher an meiner unpräzisen Hilfengebung liegt.
Heut haben wir auf Anhieb 3 Runden wunderbar lockeren Galopp geschafft - und auch noch mit zweitem Pferd auf dem Viereck... das war vor einem Jahr noch einfach unmöglich, da setzte bei einem andern Pferd mit am Viereck sofort die Lenkung aus... von Galopp ganz zu schweigen.

Weiters hab ich das rückwärts toll verbessern können - ein bisschen Selbstreflexion und schon gehts besser. Quasi nebenbei haben wir - ich glaub zum ersten Mal, ich hab diese Übung irgendwann aufgegeben - rückwärts an einem Zügel hingekriegt. Uuuund sogar - vorsichtigst - mit Cherokee Bridle :-). Das aber nur zum Rumspielen ;-).

Liberty hab ich am Wochenende gemacht, und da dachte ich, ich probiere einmal aus, wie viele Runden Trab wir zusammenbringen. also einmal antraben lassen - auf Anhieb 10 Runden Trab, ohne Diskussion über die Richtung, ohne Verfallen in Schritt, Ohren vorne.

Beim Grasen Gehen wartet er jetzt meistens auf ein Kommando oder reagiert zumindest auf ein erstes "nein" und wartet danach auf ein Kommando. Unglaublich, er steht im brusthohen Gras und linst zu mir: "darf ich????"

Bin ziemlich baff momentan und wüsste nur gerne, was ich nun anders mache, damit ich es so lassen kann ;-).
Und vielleicht wage ich mich bald wieder an einen Ausritt. :-)

Dienstag, 22. Juni 2010

Weave, Galopp und Sideways

Heute war ich sehr zufrieden mit unserer Session, hat uns beiden glaube ich Spaß gemacht und ich konnte doch wieder mal Fortschritte sehen.

Begonnen habe ich mit Weave im Schritt, was immer besser geht, ich kann das 7m-Seil jetzt auch ziemlich ganz am Ende halten und den Abstand wahren. Außerdem hab ich mich bemüht, die Weave-Bewegung nicht so stark mitzumachen, sondern Drive und Draw zu produzieren, ohne meine halbwegs gerade Linie stark zu verlassen, und das gelingt zumindest im Schritt auch gut.
Trab klappt auch prächtig, eine Länge Weave ist kein Problem; rund ums letzte Hütchen verfällt er meistens in Schritt, trabt aber gleich wieder an - 2 Längen durchgehend Trab klappt also noch nicht ganz, aber das wird schon noch.
Außerdem brauche ich auch im Trab den Stick kaum noch, nur beim letzten Hütchen manchmal. Man merkt dass er das Muster verstanden hat ;-).

Abgewechselt hab ich dieses Pattern mit Circling Game und hier Galopp. Es hat sich heute einfach so ergeben, dass ich begonnen habe, jedesmal einen Handwechsel zu verlangen, wenn er den Galopp verliert, und den Handwechsel mit kräftigem Send. Ich wollte dass er im Galopp durchstartet, und habe dann eben auf den Punkt gezielt, den er besser schon verlassen haben hätte sollen. 2, 3 Mal war er definitiv viel zu langsam, aber dann hat er kapiert was für Spiel das ist und ist jedesmal übermütig davongaloppiert, richtig durchgestartet. Mit diesem Schwung kann er dann Galopp auch mal eine ganze Runde behalten, während ich mich in neutrale Position begebe - sonst muss ich mich ja immer mitdrehen, dann gehts, aber sobald ich in "Neutralstellung" gehe, verliert er den Galopp.
Das hat Spaß gemacht und Send und auch die Handwechsel verbessert.
Für eine gute Runde Galopp, v.a. wenn ich in Neutralposition konnte dabei, durfte er rein zu mir und wir haben lange Pause gemacht.

Und als letzte Übung hab ich an unserem Sideways gewerkt... ich möchte es ja schneller kriegen, habe aber meine viiiiel zu hohen Phasen überdacht und heute probiert, wie viel ich kriegen kann, wenn ich den Stick nicht benutze - ich neige grad beim Sideways sehr zum "Nörgeln". Tatsächlich hab ich so überhaupt erst gemerkt, wie sich das Sideways verbessert hat, es ist nämlich viel flotter und zügiger geworden, auch ohne Stick. Ich brauche nur auf ihn zuzugehen und schon geht er seitwärts. Ist zwar kein Trab, wie es das irgendwann werden soll, aber schneller Schritt.
Danach noch ohne Zaun geübt, was ich immer vernachlässige, weil es uns einfach schwer fällt. Es dauerte wieder etwas, bis er begriffen hat dass vorwärts jetzt nicht angesagt ist, dann hat ers sehr schön gemacht; ich konnte einen Punkt über dem Widerrist fixieren und darauf zusteuern.
War schön und dann auch unser Abschluss.

Montag, 21. Juni 2010

Irgendwie unmotiviert...

Irgendwie bin ich momentan unmotiviert. Do-So war ich täglich beim Pferdchen, aber irgendwie hab ich so ein Gefühl dass nix klappt, obwohl das gar nicht stimmt.

Ich bin etwas frustriert über den immer noch hie und da (ohne erkennbare Ursache mal mehr, mal gar nicht) wegzuckenden Rücken von Billy und den täglichen Regen, Spaß am Ausreiten oder Spazieren ist mir vergangen seit er abgehauen ist, außerdem ist sowieso alles so vollgesogen mit Regen, dass man höchstens auf der Asphaltstraße gehen kann. Das Viereck ist abgesoffen, und an einem Tag, als es mal ok war und ich voll motiviert, wollte ich mich im Gelände aufwärmen, um nachher zu reiten auf dem guten Boden im Viereck - und kam prompt in einen Platzregen, beide, ich und Pferd nass bis auf die Haut, dazu 12°, das wars dann mit "noch im Viereck was arbeiten". Am nächsten Tag - Viereck abgesoffen, unbrauchbar außer für etwas Schritt.

Außerdem fühl ich mich irgendwie feststeckend, obwohl ich meinen Plan genau im Kopf hab, hab ich das Gefühl, dass ich momentan ständig dasselbe übe - mach ich auch wirklich, denke ich. ich möchte weitergehen, aber für die meisten "nächsten Schritte" fehlen mir noch immer die Grundlagen, nur an denen werke und werke ich und sie werden nicht besser, z.B. der Galopp. Obwohl der z.B. am Freitag gut funtkioniert hat (2 ganze Runden auf Anhieb ohne in Trab zu verfallen, noch dazu locker zu sitzen), hat es irgendwie so einen "fad"-Beigeschmack. Oder einen "nicht genug"-Beigeschmack.
Noch dazu biegt sich Billy total schlecht nach rechts (!), und links klappt das meiste gut - sonst umgekehrt! Linksgalopp ist momentan leichter als rechts. Hängt wohl mit dem Rücken zusammen... und ich denke wieder, ich sollte gar nicht reiten oder überhaupt nix machen, bis die Osteopathin da war... dann denk ich wieder, dass ihm ja aber das Arbeiten doch gut tut (nach Reiten oder Bodenarbeit ist das Rückenzucken meistens ganz weg, es kommt wie gesagt ohne dass ich ein Schema dahinter sehen kann).

Alles was ich mir vornehme ist entweder zu leicht --> langweilig, oder zu schwer --> frustrierend.

Dass die Pferdchens nicht auf die Weide kommen weil die auch patschnass ist, kommt noch dazu. Mit der Heufütterung bin ich auch unzufrieden - was ich in meinem Gesamtfrust aber wenigstens mal ansprechen konnte (es braucht ziemlich viel Ärger bei mir, bis ich was sage). Ändern wird das aber vermutlich auch nix.

Ich glaub ich hab einfach eine Winterdepression... schönen Sommerbeginn heute allerseits!!!

Dienstag, 15. Juni 2010

Hill Therapy

Ich habe mir vor dem Wochenende den Artikel über die "Hill Therapie" von der Parelli-Website nochmal angesehen und gleich am Wochenende begonnen, damit zu arbeiten. Mir ist nämlich eingefallen, dass ich ja da große Glück habe, eine leicht ansteigende Fläche in Form der Winterkoppel mit akzeptablem Boden zu haben.

Samstag und Sonntag je 5 Minuten auf der einen Hand, lange Pause, dann 5 Minuten andere Hand. Billy streckt sich richtig gut, v.a. bergauf. Bergab hat er noch Balanceprobleme und verfile oft in Schritt, darf er dann auch. Ich denke das tut ihm gut. Da heute der Boden zu rutschig war (es regnet schon wieder), bin ich aufs Viereck ausgewichen und hab bei doch recht ordentlichem Regen die Steigung durch 2 Cavalettis auf 3 und 9 Uhr ersetzt. Billy trabt so brav da drüber, ich bin ganz begeistert. Kein Ausweichen, kein Granteln, er konzentriert sich, und mittlerweile kann er selbst hohe Cavalettis nehmen, ohne Haltung zu verlieren, und die meiste Zeit streckt er sich.
Der Rücken ist viel viel besser, keinerlei Reaktion mehr auf Druck, ich bin am Wochenende auch wieder geritten, was auch nichts verschlimmert hat. Ich habe den Sattel, den ich ihm aufgelegt hatte, allerdings wieder runtergenommen weil er so extrem gegiftelt hat dabei - Barebackpad aufgelegt, kein Gifteln. how interesting!! Ich glaube Billy will auch einen R.O.C. *g*.

Was ich unbedingt erwähnen muss ist dass Billys Impulsion momentan ein Wahnsinn ist - so wie ich ewig lang geträumt hab - ich denke Trab, und er trabt. Ich denke Schritt er geht Schritt. Nicht nur beim Reiten, sondern vor allem auch am Boden. Momentan ist er, würde ich sagen, eine wirklich perfekte 5 auf der Impulsions-Skala!!

Wir haben nach dem Cavaletti-Rücken-Training dann heute noch schnelleres Seitwärts geübt. Er weicht superbrav, kriegt aber seine Beine manchmal nicht sortiert. Da hilft mehr Druck nicht, in dem Fall glaube ich doch an "kann nicht" statt "mag nicht". V.a. da er über die Viereckumrandung gestolpert ist, als ich zu viel Druck gemacht hab. Sorry Büffli :-(.
Also bis wir seitwärts traben (oder gar galoppieren) können, das wird noch dauern und ich werde die Übung erstmal hintan stellen, damit nicht wieder der Perfektionswahn eintritt und ich steckenbleibe.

Gleichzeitig haben wir ein Nicht-Fress-Training gemacht, und das hat super geklappt. Außen rund ums Viereck wächst zugegebenermaßen wunderschönstes Gras. Fast bis zum Maul rauf. Klar, in jeder Pause möchte er fressen. Für jedesmal Abtauchen gabs aber nun einen Schlenker mit dem Seil, je mehr er mich einfch ignoriert hat, umso stärker der Schlenkerer. Innerhalb von 5 Minuten wars gegessen - bzw. eben nicht *g*. Billy konnte ruhig stehen und warten, ohne den Kopf ins Gras zu tauchen, das nur 10cm entfernt war. Ich war total beeindruckt, und dafür gabs dann bei mir ein Leckerli. Da werd ich nun dranbleiben.

Wir haben dann noch Galopp geübt, der ist nach wie vor schwierig, weiß nicth warum. ich muss mich mitdrehen, sonst wird das nix. Und Energie extrem hochschalten. Angaloppiert ist er gut, und auch die Haltung war besser, er streckt sich im Galopp und es sieht schon balancierter aus. Über die Cavalettis war er hie und da unkoordiniert, verlor den Galopp oder hüpfte mehr drüber, aber macht nix.

Und zum Schlusshab ich noch 4 Pylonen aufgebaut und wir haben Weave gemacht, Antraben auf quasi Fingerschnippen, und er kann jetzt viiiel langsamer traben und reagiert ohne Gifteln auf Drive und Draw, wobei Draw etwas schlechter ist. Ich kann das 7m-Seil jetzt schon recht weit am Ende halten, habe also viel Abstand, aber ich muss die Slalom-Bewegung noch immer sehr viel mitmachen, v.a. beim Draw gehe ich viel zurück, um ihn herzuziehen; dass ich langsam zu einer geraden Linie übergehen kann, ist jetzt mal mein nächstes Ziel.
Warum das mit dem Trab und überhaupt der Impulsion plötzlcih so gut klappt - keine Ahnung! Aber schööön :-)

Dienstag, 8. Juni 2010

Liberty & On Line - Übergänge

Es ist weiterhin schön und heiß, juhu! Fast schon zu schnell der Wetterumschwung auf 30°+, aber Billy scheint es keine Probleme zu machen.

Das Rücken-Aua ist allerdings wieder da :-( . Bzw. vor der Arbeit war es da, danach dann nicht mehr oder viel weniger? Ich hab schon überlegt, ob er sich in den Zug stellt, weil er dauernd im Heuautomaten steht - stundenlang (obwohl dort momentan nix rauskommt) - dort kann es ziehen, wenns windig ist...
Ja wie immer ... die Osteopathin meines Vertrauens to be ist verständigt, jetzt heißts nur auf Termin warten...

Wir sind heut in die Halle und haben Liberty gemacht. Teile der Halle sind immer noch abgesperrt (die Halle ist jetzt nasser als das Viereck, kurios), aber in der Mitte ist genug frei für etwas Zirkeln.

Begonnen mit ein paar Tanzschritten, ein Bein zurück, wieder vor, zurück, wieder vor... wobei "vor" schwierig war. Hab dann etwas mit Catching Game am Draw gearbeitet, es wurde besser. Irgendwie muss ich die Hinterhand leicht auskuppeln, wenn ich möchte dass er sich in Bewegung setzt. Rückwärts war dafür sehr fein und gut.
Dann zum Circling Game übergegangen, und dabei "Million Transitions" eingebaut. Immer nur ein paar Schritte Trab, dann paar Schritt, wieder Trab, Schritt, Trab Schritttrabschritttrabschritt, bis beide Übergänge - egal ob rauf oder runter - nur auf Fingerzeig funktioniert haben. Hat er gut gemacht!
Galopp hab ich kurz probiert, aber das war nicht gut, linksrum galoppiert er regelrecht in die Bande rein, also hab ich ihn ans Seil genommen und bin aufs Viereck, um dort Galopp zu üben.

Hier wieder: Übergänge, jetzt zwischen Trab und Galopp. Ich wollte dass er zackig in den Galopp springt, rechts ging das halbwegs, da hielt er ihn auch länger, links tut er sich echt schwer, die Beine zu sortieren, hab ich manchmal den Eindruck. Oder er will einfach nicht, oder es geht nicht wegen Rücken-Aua. Ich dachte jedenfalls dass er den Rücken dabei lockern wird, war glaub cih doch auch so.
Trab ging immer wieder in schöner Haltung, gefällt mir immer besser. Möchte wieder einmal filmen zur allgemeinen Kritisierung, bitte ;-).

Nachdem er alles so brav gemacht hat hab ich dann aufgehört - er hat auch ganz brav geschwitzt.

Beim Putzen nachher ist mir aufgefallen, dass da tatäschlcih noch Winterfell drunter schlummert, wenn ich gaaanz fest und gaaanz tief mit dem Noppenstriegel drunterrubbel... vielleicht probier ich doch mal unsern Staubsauger aus.

Sonntag, 6. Juni 2010

Weave, Ausritt

Heute war irgendwas komisches am Himmel, groß und rund und sehr sehr sehr hell, das hat die ganze Luft so ungewohnt warm und hell und die Menschen fröhlich gemacht. ;-)

Billys Rücken ist wieder besser, bzw. gut! So schnell wie das komische Wegzucken gekommen ist, ist es nun auch wieder weg. Konnte weder links noch rechts irgendwas provozieren.

Hab dem Tierchen eine Portion Heu gegeben und währenddessen meinen Sattel neu umgepolstert. Ich wollte einen kleinen Schrittausritt wagen.

Zuvor haben wir On Line gespielt, ich habe zum zweiten Mal die Weave geübt in meinem Patterns-Programm, und es hat toll geklappt! Wir haben nicht nur eine ganze Länge Trab geschafft, sondern einmal sogar rundherum und wieder zurück, also einen ganzen Durchgang, toll! Und ganz easy, "einfach so" ... wenn ich denke was ich daran früher schon mal gebastelt hab, ohne Fortschritt!
Einmal war er etwas übermütig, da hab ich dann abgebrochen und ihn zur Ordnung gerufen, aber ansonsten klappte der Trab toll, zwar sind die Ohren noch etwas hinten, aber gar kein Vergleich zu dem Grant-Gesicht von früher.
Woran ich jetzt noch arbeiten werde ist der Abstand zu mir, denn ich bin schon noch nahe dran. Was total gut klappt ist wenn ich Seil und Stick vertausche wie beim normalen Führen quasi; indem ich den Stick dann hinter meinem Rücken führe, kann ich Billy total gut etwas weiter links oder rechts und so dann durch den Slalom schicken. Gezeigt wird es normalerweise andersrum, können wir aber ja auch.

Noch ein bisschen CG mit Dehnübungen, damit wir die nicht gleich wieder vergessen.

Danach in die Halle, dort gesattelt, ganz problemlos, und Gebiss reingestopft. Das ist noch verbesserungswürdig, wird aber besser; v.a. hat er diesmal probiert, den Kopf auch mal zu senken und dafür Pause und Belohnung bekommen. Immerhin hat er schon verstanden, dass Kopfhoch und Rückwärtsrennen zu keinem Ergebnis führt... Er ließ den Kopf diesmal imemrhin schon, wo er ist, hat auch nix dagegen dass man das Zaumzeug mit der rechten auf halber Nasenhöhe hält, während man ihm mit der andern das Gebiss anbietet (das ging bisher sehr schlecht --> sofortige Ausweichmanöver: "bäh, das mag ich nicht"). Dann in etwas Geduld üben (Muskeltraining hallo), bisschen im Maul rumtatschen (praktisch, auch gleich das Zunge streicheln üben), und irgendwann macht er dann schon auf und erlaubt sogar, dass man das Gebiss reintut und gleichzeitig das Kopfstück drüberzieht, ohne rückwärts zu zerren oder den Kopf hochzureißen. Hackamore dann drüber und bereit für den Ausritt.

Tja, meine Confidence ist ziemlich dahin, habs ja geahnt. Wir haben einige Male diskutieren müssen, es ging aber immer nur ums Fressen. Bei jedem Mopedgeräusch zucke ich zusammen, auch wenn es eh weit weg ist und von der Bundesstraße kommt, von der wir weit entfernt blieben. 2 Autos und 1 Riesentraktor mit klirrendem Anhängsel kamen uns entgegen, ich konnte immer schön in die Wiese ausweichen, wo es dann jedesmal leider zu Auseinandersetzungen kommt, weil er entweder fressen will oder sich den Abhang runterzustürzen droht. Zweimal ist er auch abgebogen, wo er nicth abbiegen sollte, das ging aber relativ gut zu korrigieren.
Über unser kleines Bächlein ist er, obwohl ich gern gehabt hätte, dass er einfach in Schritt durchlatscht (2 cm tief) wieder drübergesprungen, mit Landung im Gebüsch *argl*. Wie ich das hinkriegen soll muss ich auch noch überlegen.
Ansonsten war er sehr brav, auffällig v.a. das Reiten über den Wiesenrand, da gabs überraschenderweise keinen Fressversuch, sehr brav.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Mehr Rückentraining

Ratet mal was... es regnet! ;-) Dank Hut und ein paar m2 auf dem Viereck ohne knöcheltiefe Pfütze hab ich trotzdem Rückentraining weiter gemacht. Billy drückt immer noch den Rücken bei Druck weg, allerdings immerhin nur noch links. Rechts scheints wieder ok, kann dort keien Reaktion hervorrufen. Die Wunde am Rücken ist jetzt auch schön trocken und verheilt *uff*.

Habe eine Stange aufgelegt und einfach wieder CG gemacht - da müssen wir beide durch die Langeweile jetzt, was hilft's.
Es war zu bemerken, dass er diesmal wesentlich schneller in eine Dehnhaltung (oder das was ich dafür halte) kommt und sie eher hält. Nach dem Antraben 2, 3 Schritte und dann dehnt er sich auch schon, und kommt nicht so schnell zu tief.
Ließ ihn abwechselnd im Schritt und Trab über die Stange gehen, die Pfützen rundherum taten das Ihrige dazu (hui, wie das Pferd die Füße heben kann!! *g*). Wir haben viele Übergänge geübt, alle paar Schritte Trab- oder Schrittparade. Galopp ging schlecht wegen des Bodens. Ich hab dann auch Übergänge zum Anhalten und dann Halt-Trab-Antreten geübt, was er toll gemacht hat. Brauche allerdings dafür viel Energie, was dann natürlich in 2,3 trabtritten mit Kopf hoch resultiert - aber danach wieder schöne Haltung.
Handwechsel hab ich nur im Schritt gemacht, funktioneirten vorzüglich.

Dann sind wir in die Halle und haben bisschen Podest geübt. Ich dachte vielelicht dehnt das ja auch angenehm. Wir haben 3 Beine oben, das vierte wird noch etwas brauchen. Aber bergziegenartig steht er schon da, brav.

Hab jetzt auch mal eine Osteopathin angeschrieben, die mir im Stall empfohlen wurde. Mal schauen.