Bin heute wieder mit dem Bosal geritten. Anfangs Freestyle, habe die Zügel auf den Hals gelegt. 3 Pylonen im gleichseitigen Dreieck hab ich aufgestellt, mit ca. 6m Abstand. Lenken geübt mit Gewicht, ich bin ein dreiblättriges Kleeblatt geritten, hat super geklappt. Billy lauscht aufmerksam und geht wohin ich will. Wenn er einmal mit den Gedanken und den Füßen woandershin wandert, reicht ein wenig Schenkel, und er hört wieder zu und setzt um, sehr brav.
Danach hab ich beschlossen zu versuchen, dass ich das ganze rückwärts reite. Da wars dann eher dahin mit der Kooperation. Ich bin beim Rückwärts immer noch zu abhängig vom Zügel. Mit wäre es sofort gegangen, aber ohne… probiert er immer mal, ob er nicht doch vorwärts geht oder einfach gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich hier die Phasen nicht eingehalten habe, sodass der Zügel einfach immer noch ein essentieller Teil der Hilfe für rückwärts ist. Andererseits versteht er mich wohl, sobald ich dann die Geduld verliere und vehementer Gehorsam einfordere.
Jedenfalls haben wir zäh und unschön unser 3-blättriges Kleeblatt rückwärts irgendwie zusammengebracht, war ja schon mal was ;-).
Dann bin ich übergegangen zum Finesse-Reiten; Biegung gefordert, Nachgeben im Genick gefordert. Schlangenlinien am Hufschlag entlang mit Innen- und Außenstellung, diagonaler Schulterkontrolle, im Trab. Klappte gut. Ich versuche dann noch, das innere Hinterbein zum Untertreten zu bringen, indem ich den Zügel innen hebe und mich außen-vor setze, aber so ganz automatisiert hat sich das noch lange nicht.
Schließlich haben wir noch ganz intensiv die Schaukelübungen gemacht. Billys rückwärts war nach wie vor nicht gut, jedesmal hat er sich geweigert und musste überredet werden. Die Leichtigkeit ist irgendwie dahin bzw. muss ich jedesmal Phase 4 nehmen, um sie herzustellen, so ist das auch nicht wirklich toll. Ich bin einfach dran geblieben und hab mehr oder weniger gedrillt, bis es besser ging. Anhalten, dabei schon an rückwärts denken wie Kurt gesagt hat, dann rückwärts. Je leichter es von Anfang an ging, umso weniger Tritte. Immer so lange, bis es sich leicht, flüssig, tänzerisch anfühlt und ich zu fühlen glaube, dass er die Kruppe senkt. Dann daraus zuerst Schritt anreiten und im Laufe der Übung antraben.
Zum Abschluss bin ich um die 3 Pylonen ein Dreieck seitwärts geritten. Wird jetzt meine Feierabend-Übung. Ging noch zäh, aber Billy hat sich bemüht. Das Seitwärts wird schon auch noch richtig gut werden.
you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Donnerstag, 7. Mai 2015
Dienstag, 5. Mai 2015
Endlich kommt wieder etwas Kontinuität ins Training!
Wetter war heut super, richtig schwül war es. Es gab Föhn und Sahara-Staub; die Mückenviecher sind schon ordentlich lästig, aber Billy nimmts wie immer recht gelassen.
Heute war Bodenarbeit dran. Es ist Mai und damit gibt’s den 2. Virtuellen Playday im Natural Friends Forum. Das Muster diesmal: 3 Pylonen aufgestellt als gleichseitiges Dreieck in einem Abstand von ca. 6 Metern.
Wir haben begonnen mit langsamen Achten im Schritt, dabei haben wir uns von Pylon zu Pylon gehangelt. Dazwischen immer außenrum zum nächsten Pylon. Dieses Weiterbewegen hab ich dann etwas später im Trab verlangt, mit punktgenauem Antraben beim einen Pylon und punktgenauem Schrittparieren beim nächsten. Hat gut geklappt auf beiden Händen, wir sind dann zu Achten im Schritt und die Zwischenräume im Galopp übergegangen. Ging auch noch super, aber Billy bekam langsam genug von Achten. Ich schaltete trotzdem noch eine Stufe höher (er bekam natürlich schon Pausen auch dazwischen, aber nicht allzu viele) und wir machten die Achter im Trab und die Zwischenräume im Galopp. Das war schon schwieriger, die ersten beiden gingen noch, ab da musste ich Billy regelmäßig dran erinnern, dass er zu traben hatte. Ich ließ ihn so lange gehen, bis wir einen ganzen Durchgang im Trab geschafft hatten.
Wir machten dann das „Game of Effort“ im Galopp, aber das ist mir diesmal ordentlich misslungen. V.a. deshalb, weil Billy so eine hohe Latte vorlegte: Auf das erste Galoppkommando hin galoppierte er, während ich in Neutral bleiben konnte, sage und schreibe 43 Galoppsprünge. Das war nur schwer zu überbieten und ist eben auch kaum gelungen. Vielleicht sollte man an einem solchen Tag einfach sofort wieder aufhören. Oder nicht vielleicht, sondern ziemlich sicher. Aber ja, da kommt mir wieder das Direct-line-Denken in die Quere: Ich will das Spiel of Effort spielen, also spiel ich es auch. Tja. Ich konnte merken, dass Billy müder und müder wurde. Einmal schafften wir dann 46 Sprünge, und da hätte ich aufhören sollen, aber nein! Er bekam zwar eine wirklich lange lange Pause, aber danach war er müde und verfiel immer schon bei 5, 6, Sprüngen, höchstens 20 schafften wir und ich merkte, dass sein Angaloppieren immer unsauberer wurde und grantig wurde er auch. Ich wartete dann auf 50 TRABtritte und konnte aufhören. Hab ich vermasselt.
Schließlich hatten wir dann doch noch einen fulminanten Abschluss! Feierabend-Übung: Sideways! Diesmal mit Kopf zum Zaun, von links nach rechts Richtung Ausgang. Irgendwie ergab es sich, dass ich mit nur einer Armlänge Distanz begann und Billy seitwärts schickte. Er verstand sofort (schau, schau!) und legte ein sowas von sauberes, flüssiges Seitwärts hin, dass ich nur so staunte. Das beste: Ohne dass ich das eigentlich vorgehabt hatte, wurde es ein Seitwärts, bei dem Billy sich von mir weg bewegte und ich ruhig stehen bleiben konnte. Eigentlich wollte ich anfangs nur etwas mehr Abstand zwischen uns bringen, aber dann gelang das so gut, dass ich einfach stehenblieb um zu sehen, bis zu welcher Distanz wir das schaffen können. Tja, es ging super bis zum Ende des Seils. Ganz toll, ich konnte auf die 7m Distanz Billys Hinterhand, als er schief stehen blieb, noch einen Tritt zur Seite schicken, cool. Insgesamt 3x klappte das (beim 3. Mal dachte ich noch: soll ich wirklich nochmal? Naja, ist gut gegangen ;-), aber insgesamt war mein Timing des Aufhörens heute etwas aus der Spur, wie man merkt!). Nach jeder Seillänge ließ ich das Seil fallen, ging zu Billy und gab ihm eine Belohnung. Cooler Abschluss.
Wetter war heut super, richtig schwül war es. Es gab Föhn und Sahara-Staub; die Mückenviecher sind schon ordentlich lästig, aber Billy nimmts wie immer recht gelassen.
Heute war Bodenarbeit dran. Es ist Mai und damit gibt’s den 2. Virtuellen Playday im Natural Friends Forum. Das Muster diesmal: 3 Pylonen aufgestellt als gleichseitiges Dreieck in einem Abstand von ca. 6 Metern.
Wir haben begonnen mit langsamen Achten im Schritt, dabei haben wir uns von Pylon zu Pylon gehangelt. Dazwischen immer außenrum zum nächsten Pylon. Dieses Weiterbewegen hab ich dann etwas später im Trab verlangt, mit punktgenauem Antraben beim einen Pylon und punktgenauem Schrittparieren beim nächsten. Hat gut geklappt auf beiden Händen, wir sind dann zu Achten im Schritt und die Zwischenräume im Galopp übergegangen. Ging auch noch super, aber Billy bekam langsam genug von Achten. Ich schaltete trotzdem noch eine Stufe höher (er bekam natürlich schon Pausen auch dazwischen, aber nicht allzu viele) und wir machten die Achter im Trab und die Zwischenräume im Galopp. Das war schon schwieriger, die ersten beiden gingen noch, ab da musste ich Billy regelmäßig dran erinnern, dass er zu traben hatte. Ich ließ ihn so lange gehen, bis wir einen ganzen Durchgang im Trab geschafft hatten.
Wir machten dann das „Game of Effort“ im Galopp, aber das ist mir diesmal ordentlich misslungen. V.a. deshalb, weil Billy so eine hohe Latte vorlegte: Auf das erste Galoppkommando hin galoppierte er, während ich in Neutral bleiben konnte, sage und schreibe 43 Galoppsprünge. Das war nur schwer zu überbieten und ist eben auch kaum gelungen. Vielleicht sollte man an einem solchen Tag einfach sofort wieder aufhören. Oder nicht vielleicht, sondern ziemlich sicher. Aber ja, da kommt mir wieder das Direct-line-Denken in die Quere: Ich will das Spiel of Effort spielen, also spiel ich es auch. Tja. Ich konnte merken, dass Billy müder und müder wurde. Einmal schafften wir dann 46 Sprünge, und da hätte ich aufhören sollen, aber nein! Er bekam zwar eine wirklich lange lange Pause, aber danach war er müde und verfiel immer schon bei 5, 6, Sprüngen, höchstens 20 schafften wir und ich merkte, dass sein Angaloppieren immer unsauberer wurde und grantig wurde er auch. Ich wartete dann auf 50 TRABtritte und konnte aufhören. Hab ich vermasselt.
Schließlich hatten wir dann doch noch einen fulminanten Abschluss! Feierabend-Übung: Sideways! Diesmal mit Kopf zum Zaun, von links nach rechts Richtung Ausgang. Irgendwie ergab es sich, dass ich mit nur einer Armlänge Distanz begann und Billy seitwärts schickte. Er verstand sofort (schau, schau!) und legte ein sowas von sauberes, flüssiges Seitwärts hin, dass ich nur so staunte. Das beste: Ohne dass ich das eigentlich vorgehabt hatte, wurde es ein Seitwärts, bei dem Billy sich von mir weg bewegte und ich ruhig stehen bleiben konnte. Eigentlich wollte ich anfangs nur etwas mehr Abstand zwischen uns bringen, aber dann gelang das so gut, dass ich einfach stehenblieb um zu sehen, bis zu welcher Distanz wir das schaffen können. Tja, es ging super bis zum Ende des Seils. Ganz toll, ich konnte auf die 7m Distanz Billys Hinterhand, als er schief stehen blieb, noch einen Tritt zur Seite schicken, cool. Insgesamt 3x klappte das (beim 3. Mal dachte ich noch: soll ich wirklich nochmal? Naja, ist gut gegangen ;-), aber insgesamt war mein Timing des Aufhörens heute etwas aus der Spur, wie man merkt!). Nach jeder Seillänge ließ ich das Seil fallen, ging zu Billy und gab ihm eine Belohnung. Cooler Abschluss.
Sonntag, 3. Mai 2015
Ich hab begonnen mit Ganze Bahn im Schritt zum Aufwärmen, 1 Runde auf jeder Hand. Dabei hin und wieder Biegung und Genickbiegung abgefragt, aber nur kurz. Dann noch 1 Runde auf jeder Hand mit Üben der Außenstellung, d.h. wieder einmal unser Slalom mit dem Sitz geritten: Paar Schritte nach innen, nach außen, alles mit gleichbleibender Biegung. Ging leicht und flüssig.
Als nächstes bin ich gleich den Galopp angegangen. Angaloppieren war insgesamt sehr gut! Ich kann langsam außen sitzen und innen freimachen. Billy hatte heut gutes Go, ich hab den Galopp deshalb ja auch an den Anfang gesetzt. Galoppiert sind wir einen Zirkel, den hält er jetzt schon von selbst ein, auch wenn ich Fehler mache ;-).
Dazwischen, um ihn wieder etwas ruhiger und zum Denken zu kriegen, habe ich Hinterhand-Verschieben geübt. Zuerst gegen die Biegung im Schritt, dann hinein in die Biegung im Halten. Das hat bei der Linksbiegung gut geklappt, sofort, bei der Rechtsbiegung hat er versucht mit Rückwärts auszuweichen oder überhaupt die Hinterhand in die falsche Richtung gedreht etc. Es gab dann für angestrengte Versuche viele Leckerlis, und das hat geholfen. Er hat zumindest das Prinzip verstanden. Zum Abschluss dieser Übung bin ich auf jeder Hand am Hufschlag ein paar Meter Kruppherein geritten. Links ist das wirklich einfach, wie schon beim Kurs, aber rechts war es heute viel besser als am Kurs, eigentlich fast völlig problemlos.
Zum Abschluss setze ich jetzt immer ein Seitwärts, wie zuvor das Rückwärts, als Feierabend-Übung ein. Ich möchte das Seitwärts verbessern. Zum Start gings nach links – einfachere Seite – ein Quadrat um aufgestellte Cavalettis entlang. An den Ecken eine VH-Wendung. Billy ließ sich VH und HH schön dirigieren. Manchmal geht er jetzt zu viel nach hinten, aber lässt sich sehr gut und fein justieren und so korrigieren.
Als nächstes bin ich gleich den Galopp angegangen. Angaloppieren war insgesamt sehr gut! Ich kann langsam außen sitzen und innen freimachen. Billy hatte heut gutes Go, ich hab den Galopp deshalb ja auch an den Anfang gesetzt. Galoppiert sind wir einen Zirkel, den hält er jetzt schon von selbst ein, auch wenn ich Fehler mache ;-).
Dazwischen, um ihn wieder etwas ruhiger und zum Denken zu kriegen, habe ich Hinterhand-Verschieben geübt. Zuerst gegen die Biegung im Schritt, dann hinein in die Biegung im Halten. Das hat bei der Linksbiegung gut geklappt, sofort, bei der Rechtsbiegung hat er versucht mit Rückwärts auszuweichen oder überhaupt die Hinterhand in die falsche Richtung gedreht etc. Es gab dann für angestrengte Versuche viele Leckerlis, und das hat geholfen. Er hat zumindest das Prinzip verstanden. Zum Abschluss dieser Übung bin ich auf jeder Hand am Hufschlag ein paar Meter Kruppherein geritten. Links ist das wirklich einfach, wie schon beim Kurs, aber rechts war es heute viel besser als am Kurs, eigentlich fast völlig problemlos.
Zum Abschluss setze ich jetzt immer ein Seitwärts, wie zuvor das Rückwärts, als Feierabend-Übung ein. Ich möchte das Seitwärts verbessern. Zum Start gings nach links – einfachere Seite – ein Quadrat um aufgestellte Cavalettis entlang. An den Ecken eine VH-Wendung. Billy ließ sich VH und HH schön dirigieren. Manchmal geht er jetzt zu viel nach hinten, aber lässt sich sehr gut und fein justieren und so korrigieren.
Mittwoch, 29. April 2015
Irgendwie bin ich wieder mal fast 2 Wochen zu nix gekommen, Billy hatte quasi Urlaub.
Aber heute endlich wieder mal Zeit! Es ist schon soo schön lange hell!
Wir sind aufs Viereck mit 7m Seil und Knoti und haben wieder bodengearbeitet.
Übung 1 war ein Stick to Me mit Abstand, ¾ vom Seil ungefähr. Billy sollte sich meinem Gehtempo anpassen, mal schnell, mal langsam. Interessant: Langsam war heute schwieriger als schnell. Er trabte schnell nach, wenn er zurückblieb und ich ihn aufforderte, aber er war schwerer zu bremsen, wenn er überholte.
Wir gingen über zu Sideways. Machten wir heute durchgehend mit Hintern zum Zaun. Da habe ich einen schönen Anhaltspunkt, ob er vortritt oder nicht. Von rechts nach links taten wir uns schwer, unsere Distanz zu wahren, ich kam immer näher, und unglaublich frech hat er nach meiner Hand geschnappt, als ich mich auf die HH konzentriert habe. Mehr hat er nicht gebraucht, ab da hab ich die Distanz ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt und er musste viel mehr Sideways gehen als ursprünglich geplant. Tsts. Ich hab begonnen Schritte zu zählen, wenn er schön mit dem Hinterbein kreuzt. Zuerst 3 - Belohnung, dann 4, dann 5, dann 6, 7, 8, 9, 10. Klappte gut so.
Als nächstes dann noch ein CG. Was heute genial gut war, war das Yoyo! Billy ging gerade rückwärts, während ich nur den Arm etwas hob und das Seil durch die Hand länger machte, brauchte kaum wackeln oder sonstwas. Ganz toll. Und freundlich! Nach dem CG wurde er etwas unfreundlicher, das machte ihm weniger Spaß heut. Nur rechte Hand. Ich spielte das Game of effort: Zählen, wie viele Trabtritte Billy von sich aus anbietet. 16. Reinholen loben, Pause. Das nächste Mal 16+1 verlangen. Waren 26. Wieder danach, wenn er aufhört von sich aus, reinholen, loben, Pause. Dann 26+1, das war schon schwieriger, wir mussten etliche Male ansetzen. Schließlich ist es gelungen, 32. Reinholen, Pause. Und dann 32+1, das war schwierig, weiß gar nicht wie oft wir angesetzt haben. Billy hatte genug, hörte immer wieder zum Traben auf, wenn ich ihn antrieb, galoppierte er dann gleich… naja, als ich schon dachte ich hab es übertrieben und hätte mich heut mit 32 zufrieden geben sollen, kamen 50 Tritte, und dann reinholen, Pause.
Als Abschlussübung habe ich ihn nochmal auf den Zirkel geschickt und im Galopp mal richtig zum Gasgeben aufgefordert, mit viel Körpereinsatz (seinerseits!). 1 Runde schnellen Galopp, und dann sind wir heim. Vielleicht mache ich das jetzt immer als „Feierabendübung“. Damit er weiß: Einsatz im Galopp lohnt sich.
Samstag, 18. April 2015
Bosal-Workshop IV - Raus aus dem Winterschlaf!
Juhu, heut wars soweit, Kurt war wieder bei uns!
Das Wetter war sehr bescheiden, es war Aprilwetter, aber so richtig. Sonne wechselte mit Hagel, Wind, Schüttregen, Graupeln, … alles im 5-Minuten-Takt.
Wir haben nach der langen Winterpause viel wiederholt, aber auch Neues war dabei. Zum Nachlesen: Bosal-Workshop I, II, III.
Übung 1) Verfeinern der Zügelführung und Neckreining:
Zum Aufwärmen sollten wir ganz ohne Zügel lenken und Figuren reiten. Das klappte bei Billy und mir gut, er hört ja jetzt so brav auf Gewicht. Wenn er aber nicht hört, so Kurt: ruhig mal deutlich mit dem Schenkel klopfen und „hallo“ sagen ;-). Es reichte einmal Klopfen, und Billy war wieder feiner als ich, d.h. wir kamen wie die Betrunkenen daher, weil er jede feinste Gewichtsverlagerung umsetzte. Dann zur Zügelführung. Kurt führte ein neues Feature ein, das Neckreining. Als neues Ziel gab uns Kurt die einhändige Führung des Bosals, die auch möglich ist. Wir sollten also in Vorbereitung darauf Neckreining üben: den inneren Zügel öffnen und gleichzeitig den äußeren an den Widerrist legen, das gleiche mit den Schenkeln: Inneren öffnen, wobei das bedeutete, die Zehenspitze nach außen zu drehen, und den äußeren anlegen, wobei das bedeutete, die Zehenspitze nach vorn zu drehen. Insgesamt sollten wir zunehmend mit allen Hilfen „kleiner werden“.
2) Galopp:
Ich hatte Kurt gebeten, den Galopp recht an den Anfang zu legen, weil Billy sonst nach einem vollen Kurstag immer schon lasch und der Galopp eine Qual für uns beide ist. Daher gingen wir recht früh zum Galopp über. Ich sollte auf einem großen Zirkel zuerst Biegung herstellen und angaloppieren. Klappte gut, aber Plan vom Angaloppieren hab ich nach wie vor nicht. Wir galoppieren einfach. Ich versuche außen zu sitzen dabei, ist für mich aber schwierig. Nach wie vor muss ich auf meine innere Schulter achten, sie soll nach vor, nicht zurück, nicht radfahren! Während des Galopps sollte ich dann immer wieder nach Biegung und Nachgeben fragen und wieder selbst nachgeben. Zeit für Pause und Lob ist schon nach ein paar guten Sprüngen. Wir bekamen das eigentlich überraschend gut hin (besser als beim Üben allein jedenfalls) und nun muss ich es einfach nur üben.
3) Tempokontrolle: Wir ritten langsamen und schnellen Trab, kontrolliert über den Sitz. Das klappte super bei Billy. Wenn er nicht gerade sehr aufgeregt und unkonzentriert herumtrabselt, hört er mir brav zu. Zum langsamer-Werden dabei einsitzen wie zum Anhalten.
4) Die Tempokontroll-Übung ist die perfekte Vorbereitung für die Schaukelübungen: Wichtig dabei: Schon beim Anhalten sollte ich ans Rückwärts denken. Wenn es über den Sitz allein nicht schon klappt, als nächste Phase der Hilfen den Schenkel deutlich vor dem Gurt einsetzen. Ich sollte mehr fordern, so lange rückwärts gehen, auch mit stärkeren Hilfe-Phasen, also leichtem Klopfen, bis ich spüren kann, dass das Rückwärts flüssig wird und die Kruppe sich senkt. Das haben wir ja in letzter Zeit so gut hingekriegt immer, so weich und flüssig… aber es gab natürlich den Vorführ-Effekt, Billy sträubte sich und ich musste leicht diskutieren, dann gings.
5) Kruppe weichen lassen im Schritt: Als nächstes diese bekannte Übung. Billy machte sie ganz gut, beim ersten Mal war er mir zu lasch, aber ein Gertenklopfer erinnerte ihn daran, dass er sich Mühe geben soll. Das Untertreten mit dem inneren Hinterbein soll langsam automatisiert passieren, wenn ich den inneren Zügel anhebe und mein Gewicht nach außen-vorn verlagere. Letzteres mach ich wohl noch zu übertrieben, das muss ich mir bald abgewöhnen, sonst bleibts. Ich soll das ganze jetzt auch im Trab üben, dann allerdings die Kruppe nicht mehr wirklich zur Seite schwenken lassen, es geht nur um das Untertreten des inneren Hinterbeins. Irgendwann ganz später soll das ganze dann auch automatisiert im Galopp funktionieren.
6) Schulterherein: Am Schluss gingen wir noch zu den Seitengängen über. Schulterherein macht Billy richtig gut. Innerer Zügel soll die Stellung nur halten, äußerer Zügel macht auf nach vorne. Die Schenkel kontrollieren die Schultern (vor dem Gurt) und die Kruppe (hinter dem Gurt). Kurt verlangte von uns dabei auch, dass wir ihm benennen, wann das innere Bein vortritt – oje. Ging aber doch. Wenn sich die Hüfte senkt, tritt es vor, fertig. Keine Ahnung, warum ich mir damit so schwer tu.
7) Und dann kam eine neue Übung dazu: Kruppherein! Das passte zufällig dazu, was ich vor ein paar Tagen geübt hatte, nämlich dass Billy die Hinterhand auf Schenkelanlegen in die Biegung hinein bewegen soll. Bisher hat er sie ja eher aus der Biegung heraus bewegt, was einfacher ist. Wir ritten nun auf dem Hufschlag, gaben wenig Stellung. Die Kruppe wird dann im Schritt mit dem Außenschenkel nach innen gebogen, nur ganz wenig. Ich tendierte dazu, zu viel zu wollen. Auf der linken Hand machte Billy das exzellent, das fühlte sich so einfach und leicht an! Er verstand sofort und setzte es um und ging einfach mal so im Kruppherein dahin. Rechte Hand taten wir uns dann schwerer. Kurt empfahl, das ganze dann im Stand zu üben, genau wie ich das letztens gemacht habe. Billy und ich mühten uns ab, er regt sich dann etwas auf und beginnt manchmal rückwärts zu rennen, aber zum Schluss kapierte ers. Wird schon. Wir werden das gut üben.
Freue mich schon aufs nächste Mal, aber jetzt sind Mitte Mai mal Berni Zambail und dann Mitte Juli David Lichman dran! Puh, ein enger Kurskalender! ;-)
Das Wetter war sehr bescheiden, es war Aprilwetter, aber so richtig. Sonne wechselte mit Hagel, Wind, Schüttregen, Graupeln, … alles im 5-Minuten-Takt.
Wir haben nach der langen Winterpause viel wiederholt, aber auch Neues war dabei. Zum Nachlesen: Bosal-Workshop I, II, III.
Übung 1) Verfeinern der Zügelführung und Neckreining:
Zum Aufwärmen sollten wir ganz ohne Zügel lenken und Figuren reiten. Das klappte bei Billy und mir gut, er hört ja jetzt so brav auf Gewicht. Wenn er aber nicht hört, so Kurt: ruhig mal deutlich mit dem Schenkel klopfen und „hallo“ sagen ;-). Es reichte einmal Klopfen, und Billy war wieder feiner als ich, d.h. wir kamen wie die Betrunkenen daher, weil er jede feinste Gewichtsverlagerung umsetzte. Dann zur Zügelführung. Kurt führte ein neues Feature ein, das Neckreining. Als neues Ziel gab uns Kurt die einhändige Führung des Bosals, die auch möglich ist. Wir sollten also in Vorbereitung darauf Neckreining üben: den inneren Zügel öffnen und gleichzeitig den äußeren an den Widerrist legen, das gleiche mit den Schenkeln: Inneren öffnen, wobei das bedeutete, die Zehenspitze nach außen zu drehen, und den äußeren anlegen, wobei das bedeutete, die Zehenspitze nach vorn zu drehen. Insgesamt sollten wir zunehmend mit allen Hilfen „kleiner werden“.
2) Galopp:
Ich hatte Kurt gebeten, den Galopp recht an den Anfang zu legen, weil Billy sonst nach einem vollen Kurstag immer schon lasch und der Galopp eine Qual für uns beide ist. Daher gingen wir recht früh zum Galopp über. Ich sollte auf einem großen Zirkel zuerst Biegung herstellen und angaloppieren. Klappte gut, aber Plan vom Angaloppieren hab ich nach wie vor nicht. Wir galoppieren einfach. Ich versuche außen zu sitzen dabei, ist für mich aber schwierig. Nach wie vor muss ich auf meine innere Schulter achten, sie soll nach vor, nicht zurück, nicht radfahren! Während des Galopps sollte ich dann immer wieder nach Biegung und Nachgeben fragen und wieder selbst nachgeben. Zeit für Pause und Lob ist schon nach ein paar guten Sprüngen. Wir bekamen das eigentlich überraschend gut hin (besser als beim Üben allein jedenfalls) und nun muss ich es einfach nur üben.
3) Tempokontrolle: Wir ritten langsamen und schnellen Trab, kontrolliert über den Sitz. Das klappte super bei Billy. Wenn er nicht gerade sehr aufgeregt und unkonzentriert herumtrabselt, hört er mir brav zu. Zum langsamer-Werden dabei einsitzen wie zum Anhalten.
4) Die Tempokontroll-Übung ist die perfekte Vorbereitung für die Schaukelübungen: Wichtig dabei: Schon beim Anhalten sollte ich ans Rückwärts denken. Wenn es über den Sitz allein nicht schon klappt, als nächste Phase der Hilfen den Schenkel deutlich vor dem Gurt einsetzen. Ich sollte mehr fordern, so lange rückwärts gehen, auch mit stärkeren Hilfe-Phasen, also leichtem Klopfen, bis ich spüren kann, dass das Rückwärts flüssig wird und die Kruppe sich senkt. Das haben wir ja in letzter Zeit so gut hingekriegt immer, so weich und flüssig… aber es gab natürlich den Vorführ-Effekt, Billy sträubte sich und ich musste leicht diskutieren, dann gings.
5) Kruppe weichen lassen im Schritt: Als nächstes diese bekannte Übung. Billy machte sie ganz gut, beim ersten Mal war er mir zu lasch, aber ein Gertenklopfer erinnerte ihn daran, dass er sich Mühe geben soll. Das Untertreten mit dem inneren Hinterbein soll langsam automatisiert passieren, wenn ich den inneren Zügel anhebe und mein Gewicht nach außen-vorn verlagere. Letzteres mach ich wohl noch zu übertrieben, das muss ich mir bald abgewöhnen, sonst bleibts. Ich soll das ganze jetzt auch im Trab üben, dann allerdings die Kruppe nicht mehr wirklich zur Seite schwenken lassen, es geht nur um das Untertreten des inneren Hinterbeins. Irgendwann ganz später soll das ganze dann auch automatisiert im Galopp funktionieren.
6) Schulterherein: Am Schluss gingen wir noch zu den Seitengängen über. Schulterherein macht Billy richtig gut. Innerer Zügel soll die Stellung nur halten, äußerer Zügel macht auf nach vorne. Die Schenkel kontrollieren die Schultern (vor dem Gurt) und die Kruppe (hinter dem Gurt). Kurt verlangte von uns dabei auch, dass wir ihm benennen, wann das innere Bein vortritt – oje. Ging aber doch. Wenn sich die Hüfte senkt, tritt es vor, fertig. Keine Ahnung, warum ich mir damit so schwer tu.
7) Und dann kam eine neue Übung dazu: Kruppherein! Das passte zufällig dazu, was ich vor ein paar Tagen geübt hatte, nämlich dass Billy die Hinterhand auf Schenkelanlegen in die Biegung hinein bewegen soll. Bisher hat er sie ja eher aus der Biegung heraus bewegt, was einfacher ist. Wir ritten nun auf dem Hufschlag, gaben wenig Stellung. Die Kruppe wird dann im Schritt mit dem Außenschenkel nach innen gebogen, nur ganz wenig. Ich tendierte dazu, zu viel zu wollen. Auf der linken Hand machte Billy das exzellent, das fühlte sich so einfach und leicht an! Er verstand sofort und setzte es um und ging einfach mal so im Kruppherein dahin. Rechte Hand taten wir uns dann schwerer. Kurt empfahl, das ganze dann im Stand zu üben, genau wie ich das letztens gemacht habe. Billy und ich mühten uns ab, er regt sich dann etwas auf und beginnt manchmal rückwärts zu rennen, aber zum Schluss kapierte ers. Wird schon. Wir werden das gut üben.
Freue mich schon aufs nächste Mal, aber jetzt sind Mitte Mai mal Berni Zambail und dann Mitte Juli David Lichman dran! Puh, ein enger Kurskalender! ;-)
Dienstag, 7. April 2015
Im Forum der "Natural Friends" haben wir einen Virtuellen Playday ausgerufen. Es gibt ein vorgegebenes Stangenmuster, und jeder lässt sich etwas Kreatives damit einfallen.
Da machen wir natürlich auch mit! Das Stangenmuster sind 4 Stangen, die im Abstand 1,35 aufgelegt sind und dabei um die Hälfte versetzt sind.
Ich hatte heut den Plan, online das folgende Muster zu probieren: Billy aus Zone 1 seitwärts schicken, über die uns nächste Stange. Dann rückwärts bis zur nächsten Stange, und seitwärts wieder über diese drüber, jetzt natürlich in die andere Richtung. Wieder rückwärts bis zur 3. STange, seitwärts drüber, wieder rückwärts bis zur 4., wieder seitwärts in die andere Richtung. Bei gutem Gelingen dann dasselbe retour, also von der 4. Stange dann vorwärts zur 3., zur 2., zur 1.
Ja schmeck's!!! Schon nach 5 Minuten hatte ich die bittere Erkenntnis: Ich hab unsere Bodenarbeit wirklich sehr vernachlässigt. Und das ungeliebte Seitwärts sowieso! Da ging gar nix. Billy spielte mit den leichten Kunststoffstangen, die wir haben, höchstens Mikado. Er verstand schon grundsätzlich das Seitwärts nicht... ich habe offenbar in letzter Zeit übertrieben zu üben, dass wir mal den einen, mal den anderen Fuß über die Stange setzen. Ständig wollte er die Vorderfüße rückwärts über die Stange setzen, oder er suchte schon mit den Hinterfüßen "Wo ist die Stange, muss sicher drübersteigen!!". Erhöhte ich die Phasen, um ein sauberes Seitwärts zu bekommen, wurde er hektisch und aufgeregt und verstand die Welt nicht mehr.
Ich gab das Muster recht bald auf und legte die Stangen dann in einer langen Linie aneinander, um immer nur wenige Tritte seitwärts mit anschließendem Lob zu üben. Ging aber auch recht schlecht, also kehrte ich ganz zum Start zurück und übte simples Sideways aus Zone 3 quer übers Viereck und dann am Zaun entlang; letzteres mal mit dem Kopf zum Zaun, dann mit dem Hintern zum Zaun.
Interessant ist, dass sich Billys "Ausweichtaktik" gewandelt hat. Früher stapfte er immer vorwärts, um dem Seitwärts zu entkommen. Jetzt habe ich so viel Rückwärts geübt, dass dies seine Ausweichtaktik wurde - ich hatte - ganz was Neues, darauf musste ich mich erstmal einstellen!! - ganz schön zu tun, ihn immer wieder vorwärts zu schicken, weil er immer nach rückwärts auswich oder dachte, das soll er.
Das Seitwärts klappte dann zum Schluss besser; ich habe wieder die konsequente "hart, aber herzlich"-Methode angewandt, also es gab durchaus feste Klopfer mit dem Stick-Ende auf den Popo, wenn der hinterherhinkte. Billy wurde da dann wieder sehr flott, sein Hinterteil in Sicherheit zu bringen und sich zu konzentrieren (Unkonzentriertheit war nämlich heute unser Hauptfeind, schien es).
Und auch wie immer in letzter Zeit hatte ich zuerst Zweifel, ob ich nicht zu hart bin - und der Zweifel wandelte sich, wie ebenfalls oft in letzter Zeit, in Verwunderung, dass Billy die "hart-aber-herzlich"-Methode mit klaren Ansagen deutlich sympathsicher zu finden scheint als nörgelndes Wischiwaschi - er wurde aufmerksam, aber nie grantig, die Ohren waren vorne, nie hinten, und am Ende jeder Seitwärtsphase kam er mit freundlichem Gesicht auf Aufforderung zu mir und holte sich sein Leckerli ab. Ganz am Schluss, nachdem ich weggeräumt hatte, ließ er auf Zuruf sogar vom Gras ab und kam freundlich und freudig auf mich zugetrabt.... zum Staunen....
Da machen wir natürlich auch mit! Das Stangenmuster sind 4 Stangen, die im Abstand 1,35 aufgelegt sind und dabei um die Hälfte versetzt sind.
Ich hatte heut den Plan, online das folgende Muster zu probieren: Billy aus Zone 1 seitwärts schicken, über die uns nächste Stange. Dann rückwärts bis zur nächsten Stange, und seitwärts wieder über diese drüber, jetzt natürlich in die andere Richtung. Wieder rückwärts bis zur 3. STange, seitwärts drüber, wieder rückwärts bis zur 4., wieder seitwärts in die andere Richtung. Bei gutem Gelingen dann dasselbe retour, also von der 4. Stange dann vorwärts zur 3., zur 2., zur 1.
Ja schmeck's!!! Schon nach 5 Minuten hatte ich die bittere Erkenntnis: Ich hab unsere Bodenarbeit wirklich sehr vernachlässigt. Und das ungeliebte Seitwärts sowieso! Da ging gar nix. Billy spielte mit den leichten Kunststoffstangen, die wir haben, höchstens Mikado. Er verstand schon grundsätzlich das Seitwärts nicht... ich habe offenbar in letzter Zeit übertrieben zu üben, dass wir mal den einen, mal den anderen Fuß über die Stange setzen. Ständig wollte er die Vorderfüße rückwärts über die Stange setzen, oder er suchte schon mit den Hinterfüßen "Wo ist die Stange, muss sicher drübersteigen!!". Erhöhte ich die Phasen, um ein sauberes Seitwärts zu bekommen, wurde er hektisch und aufgeregt und verstand die Welt nicht mehr.
Ich gab das Muster recht bald auf und legte die Stangen dann in einer langen Linie aneinander, um immer nur wenige Tritte seitwärts mit anschließendem Lob zu üben. Ging aber auch recht schlecht, also kehrte ich ganz zum Start zurück und übte simples Sideways aus Zone 3 quer übers Viereck und dann am Zaun entlang; letzteres mal mit dem Kopf zum Zaun, dann mit dem Hintern zum Zaun.
Interessant ist, dass sich Billys "Ausweichtaktik" gewandelt hat. Früher stapfte er immer vorwärts, um dem Seitwärts zu entkommen. Jetzt habe ich so viel Rückwärts geübt, dass dies seine Ausweichtaktik wurde - ich hatte - ganz was Neues, darauf musste ich mich erstmal einstellen!! - ganz schön zu tun, ihn immer wieder vorwärts zu schicken, weil er immer nach rückwärts auswich oder dachte, das soll er.
Das Seitwärts klappte dann zum Schluss besser; ich habe wieder die konsequente "hart, aber herzlich"-Methode angewandt, also es gab durchaus feste Klopfer mit dem Stick-Ende auf den Popo, wenn der hinterherhinkte. Billy wurde da dann wieder sehr flott, sein Hinterteil in Sicherheit zu bringen und sich zu konzentrieren (Unkonzentriertheit war nämlich heute unser Hauptfeind, schien es).
Und auch wie immer in letzter Zeit hatte ich zuerst Zweifel, ob ich nicht zu hart bin - und der Zweifel wandelte sich, wie ebenfalls oft in letzter Zeit, in Verwunderung, dass Billy die "hart-aber-herzlich"-Methode mit klaren Ansagen deutlich sympathsicher zu finden scheint als nörgelndes Wischiwaschi - er wurde aufmerksam, aber nie grantig, die Ohren waren vorne, nie hinten, und am Ende jeder Seitwärtsphase kam er mit freundlichem Gesicht auf Aufforderung zu mir und holte sich sein Leckerli ab. Ganz am Schluss, nachdem ich weggeräumt hatte, ließ er auf Zuruf sogar vom Gras ab und kam freundlich und freudig auf mich zugetrabt.... zum Staunen....
Samstag, 28. März 2015
Natürlich muss ich meine Schwärmereien vom letzten Post etwas relativieren. Natürlich gibts auch Tage, an denen es nicht so supertoll rennt wie beschrieben. Heute z.B. hatten wir einen guten Beginn, und ich wollte zuviel und habe einen schlechten Abschluss produziert, naja.
Billy und ich gingen mal ins Roundpen um etwas Liberty zu üben. Das habe ich total vernachlässigt; bald stehen ja Kurse mit Berni Zambail und David Lichman an - vielleicht kann ich mit beiden ein wenig am Liberty feilen. Wenn ich ehrlich bin, stehe ich einfach an: Manche (wenige) Dinge klappen toll, die sind schon langweilig. Bei den meisten Dingen, die ich gern at Liberty üben würde, habe ich aber einen Punkt erreicht, wo ich nicht weiterkomme.
Eins davon ist z.B. der Spin. Schon vor längerem haben wir erarbeitet, dass ich Billy aus Zone 5 in einen Spin schicken kann: Er steht mit dem SChweif zu mir, wendet die Vorhand, ich mache Platz und sende gleichzeitig die Vorhand weiter herum, von mir wieder weg, bis er wieder mit dem SChweif zu mir dasteht; danach bekomme ich noch eine halbe Wendung, bis er mich ansieht, und das wars. KOmischerweise gelingt mir aber kein Spin, wenn ich ihn aus Position 1 (Billy sieht mich an) beginnen will. Irgendwie haperts da an der Kommunikation. Ich bekomm ihn nicht weg von mir, oft geht er seitwärts weil er denkt das soll er, oder er dreht mir den Hintern zu, bleibt also mit der Vorhand stehen statt umgekehrt. Und das eigentliche Ziel, das ganze aus einer Bewegung heraus zu bekommen, scheitert ebenfalls daran, dass Billy zwar z.B. aus dem Circling Game zu mir kommt, sich dann aber die Vorhand nicht mehr wegschicken lässt, sondern an mir klebt. Etwas frustrierend.
Im Roundpen haben wir heut zuerst an Richtungswechseln gearbeitet. Also ganz zuerst an Übergängen, die waren super. Auch die Richtungswechsel waren gut. Billy wendet brav nach innen ab und lässt sich in die neue Richtung schicken. Gleichzeitig hab ich mich bemüht, immer wieder ein Hereinholen mit Pause (ohne neuerliches Wegschicken) einzubauen, damit er nicht frustriert wird. Und dann wagte ich es, einen Spin anzugehen. Billy in Schwung versetzt, irgendwie schien mir, dann gehts einfacher. Also Trab. Schritt rückwärts, reinholen, Stick wechseln, wieder rausschicken.
Voilá, und Billy hat sowas ähnliches wie einen Spin gemacht! Wahnsinn! Na gut, es war mehr eine gelaufene Volte, aber toll! Ich probierte es auch aus dem Galopp, und voilà, klappte auch! Gut, er verfiel auf seiner Volte in Trab, aber für so eine richtig schön gesprungene Pirouette fehlt ihm wohl die Übung ;-).
Jaaa, und da hätte ich aufhören sollen, nicht wahr? ;-)
Hab ich Dummkopf aber nicht... ich wollte die Volte noch bisschen mehr Richtung Hinterhandwendung verbessern. Aber Billy fand das Spiel inzwischen doch doof, da nützte dann auch nichts mehr, viele viele Pausen einzulegen, ich ruinierte nacheinander den Spin, dann die Handwechsel, dann das Reinkommen und dann auch noch die Übergänge und das Go *g*. Also so richtig gründlich ;-).
Billy wollte nimmer, sobald ich mit dem Stick in seine Nähe kam, rollte er die Augen, begann widerwillig und cholerisch zu werden und überhaupt, "das ist eine blöde Übung und ich weiß überhaupt nicht mehr was du eigentlich willst!!!"
Naja, wir kehrten zu Slowmo zurück, machten ein bisschen seitwärts am Roundpen-Zaun entlang, und dann ließ ichs gut sein.
Meine Lernerfahrung, dass ich mehr Konsequenz brauche und manchmal eine klarere Phase 4, die gilt für alles - nur bei Liberty, da taugt sie halt nix. ;-)
Billy und ich gingen mal ins Roundpen um etwas Liberty zu üben. Das habe ich total vernachlässigt; bald stehen ja Kurse mit Berni Zambail und David Lichman an - vielleicht kann ich mit beiden ein wenig am Liberty feilen. Wenn ich ehrlich bin, stehe ich einfach an: Manche (wenige) Dinge klappen toll, die sind schon langweilig. Bei den meisten Dingen, die ich gern at Liberty üben würde, habe ich aber einen Punkt erreicht, wo ich nicht weiterkomme.
Eins davon ist z.B. der Spin. Schon vor längerem haben wir erarbeitet, dass ich Billy aus Zone 5 in einen Spin schicken kann: Er steht mit dem SChweif zu mir, wendet die Vorhand, ich mache Platz und sende gleichzeitig die Vorhand weiter herum, von mir wieder weg, bis er wieder mit dem SChweif zu mir dasteht; danach bekomme ich noch eine halbe Wendung, bis er mich ansieht, und das wars. KOmischerweise gelingt mir aber kein Spin, wenn ich ihn aus Position 1 (Billy sieht mich an) beginnen will. Irgendwie haperts da an der Kommunikation. Ich bekomm ihn nicht weg von mir, oft geht er seitwärts weil er denkt das soll er, oder er dreht mir den Hintern zu, bleibt also mit der Vorhand stehen statt umgekehrt. Und das eigentliche Ziel, das ganze aus einer Bewegung heraus zu bekommen, scheitert ebenfalls daran, dass Billy zwar z.B. aus dem Circling Game zu mir kommt, sich dann aber die Vorhand nicht mehr wegschicken lässt, sondern an mir klebt. Etwas frustrierend.
Im Roundpen haben wir heut zuerst an Richtungswechseln gearbeitet. Also ganz zuerst an Übergängen, die waren super. Auch die Richtungswechsel waren gut. Billy wendet brav nach innen ab und lässt sich in die neue Richtung schicken. Gleichzeitig hab ich mich bemüht, immer wieder ein Hereinholen mit Pause (ohne neuerliches Wegschicken) einzubauen, damit er nicht frustriert wird. Und dann wagte ich es, einen Spin anzugehen. Billy in Schwung versetzt, irgendwie schien mir, dann gehts einfacher. Also Trab. Schritt rückwärts, reinholen, Stick wechseln, wieder rausschicken.
Voilá, und Billy hat sowas ähnliches wie einen Spin gemacht! Wahnsinn! Na gut, es war mehr eine gelaufene Volte, aber toll! Ich probierte es auch aus dem Galopp, und voilà, klappte auch! Gut, er verfiel auf seiner Volte in Trab, aber für so eine richtig schön gesprungene Pirouette fehlt ihm wohl die Übung ;-).
Jaaa, und da hätte ich aufhören sollen, nicht wahr? ;-)
Hab ich Dummkopf aber nicht... ich wollte die Volte noch bisschen mehr Richtung Hinterhandwendung verbessern. Aber Billy fand das Spiel inzwischen doch doof, da nützte dann auch nichts mehr, viele viele Pausen einzulegen, ich ruinierte nacheinander den Spin, dann die Handwechsel, dann das Reinkommen und dann auch noch die Übergänge und das Go *g*. Also so richtig gründlich ;-).
Billy wollte nimmer, sobald ich mit dem Stick in seine Nähe kam, rollte er die Augen, begann widerwillig und cholerisch zu werden und überhaupt, "das ist eine blöde Übung und ich weiß überhaupt nicht mehr was du eigentlich willst!!!"
Naja, wir kehrten zu Slowmo zurück, machten ein bisschen seitwärts am Roundpen-Zaun entlang, und dann ließ ichs gut sein.
Meine Lernerfahrung, dass ich mehr Konsequenz brauche und manchmal eine klarere Phase 4, die gilt für alles - nur bei Liberty, da taugt sie halt nix. ;-)
Freitag, 27. März 2015
Entdeckung von Phase 4
Herrje, hier tut sich ja gar nichts mehr...
Machen wir einen kurzen Rückblick auf das Ende des Jahres 2014:
Da habe ich nichts mehr eingetragen, weil ich mit Billy kaum etwas gemacht habe. GEgen Mitte Dezember begann er ganz plötzlich stark zu lahmen, hinten links. Es war keine Verletzung zu finden, die Lahmheit war auch mal da, mal nicht, mal stark, mal weniger, bis sie eines Tages dann von einem Tag auf den anderen wie weggeblasen war. Beim nächsten Bearbeitungstermin fand mein Hufbearbeiter dann unter Billys immer stark wucherndem Sohlenhorn die Überreste eines Mini-Hufgeschwürs, an dem er offenbar laboriert hatte und das ihm als Folge ein paar Blockaden im Knie eingebracht hatte (denn die Schwierigkeiten im Knie waren das einzige, was wir herausfinden konnten).
Wie auch immer, so gegen Ende Jänner starteten wir langsam wieder voll durch. Da wir für April unseren nächsten Workshop mit Kurt Murauer planen, begann ich wieder, Kurts Übungen systematisch durchzumachen und Billy "durchzuknuddeln".
Während er Ende 2014 wirklich schon schön geschmeidig gewesen war, merkte man das eine Monat Trainingspause stark; Billy war unglaublich steif geworden, wie ein Brett. Ich kämpfte wieder wie am Anfang mit simpler Biegung und dem Vorwärts, aber wir haben uns da durch gebissen.
Und bei all der Beißerei ging mir - nach nunmehr acht Jahren der Billy-Partnerschaft - irgendwie der Knopf im Umgang mit ihm auf. Zuckerbrot und Peitsche, wie immer ;-). Aber der Durchbruch: Von beidem massig. Nämlich auch von der Peitsche.
Es war kein schöner Durchbruch irgendwie so, dass ich eine Erleuchtung gehabt hätte, oder ein Buch gelesen hätte, das mir DIE Antwort gab, oder sowas in der Richtung. Im Gegenteil. Mir ging die Geduld aus. Scheinbar war sie nach acht Jahren erschöpft. Und gleichzeitig aber auch die Wut. Beides ging mir an einem Tag, als das Viereck nach dem Winter wieder wunderbar bereitbar war, schlicht und einfach aus. Und ich denke, das war genau die Kombination, die es brauchte, und der Büffel hat sich zu einem flatternden Schmetterling verpuppt.
Es kam so: Ich wollte Kurts Übung weiterbringen, die da so geht: Man gehe im Schritt gerade aus, biege dann das Pferd auf eine Seite, verlagere das Gewicht und setze nötigerweise den Schenkel ein, und erwarte, dass das Pferd mit der Kruppe nach außen schwenkt bzw. in verfeinerter Form am Schluss dann das innere HInterbein weit unter den Schwerpunkt setzt. Ich bog, ich verlagerte, ich setzte Schenkel ein, aber Billy wanderte gebogen gradeaus und die Kruppe blieb wo sie war, ebenso die Hinterbeine. Er verstand mich einfach nicht, v.a. auf der linken Seite; rechts ging es irgendwie so halbwegs. Ich probierte, ich verbog mich, ich hing schon an der Seite, ich klopfte mit dem Schenkel ... nix, oder kaum eine Reaktion. Das war schon im Herbst lange so gegangen, und auch jetzt eine Woche oder so. Billy verstand und versand nicht, oder er konnte und konnte nicht, oder er wollte und wollte nicht.
Und dann geschah es eben, dass ich die Geduld verlor. Ich bog, ich verlagerte, ich drückte mit dem Schenkel, es kam keine Reaktion.... und dann touchierte ich ihn mit der Gerte. Es kam keine Reaktion. Mit meiner Geduld am Ende, gleichzeitig aber auch mit den Emotionen, klatschte ich ihm nochmal eine auf die Kruppe, und siehe da.... ich hatte mal die Phase 4 gefunden, denn der Billy schwang sein Hinterteil aber sowas von elegant nach rechts, dass ich die Version, er könnte das einfach nicht, sofort ad acta legte.
Ab da zählte ich meine Phasen mit: 1-Biegen, 2-GEwicht verlagern, 3-Schenkel, 4-KAWUMM! Und es dauerte ungefähr 5 Minuten, und Billy schwebte über das Viereck, so sensibel auf den Schenkel und Gewicht, dass wir tanzten: 5 Schritte gradaus, Hintern nach rechts geschwenkt, 5 Schritte gradaus, Hintern nach links geschwenkt. Überschwengliches Lob. Billy schaute stolz und ... ich glaubte es kaum ... eifrig.
Nach diesem Ereignis hatte ich mal mächtig was zu Schlecken und zu Kauen. Ich dachte an David Lichman's Kurs, wo er vom "sharpening your tools" gesprochen hatte; und ich beschloss, die Taktik so diszipliniert wie möglich weiter anzuwenden. Keine neue Taktik war das natürlich, denn es war einfach nur das konsequente Anwenden einer wirklichen und echten Phase 4.
Ich wendete die Phase 4 als nächstes konsequent mitzählend bei Billys Schlurf- und Schleichschritt an - und habe nun ein am Schenkel hochsensibles, ordentlich vorwärtsschreitendes stolzes Ross.
Ich wendete die Taktik erhöhter Anforderungen und konsequenter Phase 4 beim Rückwärts an. (Man erinnere sich, noch immer hatte ich regelmäßige Diskussionen, die mich im Endeffekt für jeden Schritt rückwärts dankbar sein ließen). Ich war für 1 Schritt rückwärts nicht mehr dankbar. Billy kann mehr. Ich wusste das jetzt und forderte es ein. Ich verlangte, dass er sich rückwärts lenken lässt - und reite nun 8er, Slalom und sonstige Bahnfiguren rückwärts.
Ich verlangte viel und mehr, und mit Konsequenz, und Billy biss sich durch. Das lustige dabei: Ich erwartete während der Wochen, in denen ich mich so sehr um diese Konsequenz bemühte und so viel einforderte, dass jederzeit der Moment kommt, wo Billy die Zusammenarbeit völlig einstellt. Tat er aber nie. Im Gegenteil. Er scheint aufzublühen! Bei der Bodenarbeit ist er übermütig und hat ordentliches Go. Er galoppiert 10 Runden am Stück. Er macht fliegende Wechsel und hat Spaß daran. Er lässt sich rückwärts durch einen Slalom schicken. Er lässt sich am Ende des Lassos relativ genau durch ein Tor, oder davor oder dahinter vorbeidirigieren.
Am genialsten ist aber seit einigen Wochen einfach das Reiten. Durch die hohen Anforderungen und die Konsequenz hat er seine Geschmeidigkeit sehr schnell wiedererlangt und noch um einiges gesteigert. Wir traben einen Achter mit abwechselnder Innen- und Außenstellung. Er trabt einen Slalom nur über mein Gewicht. Wir beherrschen die Schaukel Galopp-Halt-Rückwärts-Galopp. Ich kann dirigieren, mit welchem Fuß er zuerst über eine Stange steigt.
Die Leichtigkeit, die Feinheit - ein Traum! Endlich streiten wir nicht mehr ständig, sondern tanzen!
Letzte Woche hat er irgendwas (ich weiß nicht mehr was es war, aber das Gefühl von "unglaublich toll" ist noch da) so toll gemacht, dass ich einfach nicht anders konnte, als abzusteigen und mich vor ihm in den Sand zu knien ;-).
Und ich werde mich ab sofort bemühen, auch mehr Konsequenz an den Tag zu legen, was die Dokumentation unserer Fortschritte im Blog anbelangt. Versprochen ;-).
Machen wir einen kurzen Rückblick auf das Ende des Jahres 2014:
Da habe ich nichts mehr eingetragen, weil ich mit Billy kaum etwas gemacht habe. GEgen Mitte Dezember begann er ganz plötzlich stark zu lahmen, hinten links. Es war keine Verletzung zu finden, die Lahmheit war auch mal da, mal nicht, mal stark, mal weniger, bis sie eines Tages dann von einem Tag auf den anderen wie weggeblasen war. Beim nächsten Bearbeitungstermin fand mein Hufbearbeiter dann unter Billys immer stark wucherndem Sohlenhorn die Überreste eines Mini-Hufgeschwürs, an dem er offenbar laboriert hatte und das ihm als Folge ein paar Blockaden im Knie eingebracht hatte (denn die Schwierigkeiten im Knie waren das einzige, was wir herausfinden konnten).
Wie auch immer, so gegen Ende Jänner starteten wir langsam wieder voll durch. Da wir für April unseren nächsten Workshop mit Kurt Murauer planen, begann ich wieder, Kurts Übungen systematisch durchzumachen und Billy "durchzuknuddeln".
Während er Ende 2014 wirklich schon schön geschmeidig gewesen war, merkte man das eine Monat Trainingspause stark; Billy war unglaublich steif geworden, wie ein Brett. Ich kämpfte wieder wie am Anfang mit simpler Biegung und dem Vorwärts, aber wir haben uns da durch gebissen.
Und bei all der Beißerei ging mir - nach nunmehr acht Jahren der Billy-Partnerschaft - irgendwie der Knopf im Umgang mit ihm auf. Zuckerbrot und Peitsche, wie immer ;-). Aber der Durchbruch: Von beidem massig. Nämlich auch von der Peitsche.
Es war kein schöner Durchbruch irgendwie so, dass ich eine Erleuchtung gehabt hätte, oder ein Buch gelesen hätte, das mir DIE Antwort gab, oder sowas in der Richtung. Im Gegenteil. Mir ging die Geduld aus. Scheinbar war sie nach acht Jahren erschöpft. Und gleichzeitig aber auch die Wut. Beides ging mir an einem Tag, als das Viereck nach dem Winter wieder wunderbar bereitbar war, schlicht und einfach aus. Und ich denke, das war genau die Kombination, die es brauchte, und der Büffel hat sich zu einem flatternden Schmetterling verpuppt.
Es kam so: Ich wollte Kurts Übung weiterbringen, die da so geht: Man gehe im Schritt gerade aus, biege dann das Pferd auf eine Seite, verlagere das Gewicht und setze nötigerweise den Schenkel ein, und erwarte, dass das Pferd mit der Kruppe nach außen schwenkt bzw. in verfeinerter Form am Schluss dann das innere HInterbein weit unter den Schwerpunkt setzt. Ich bog, ich verlagerte, ich setzte Schenkel ein, aber Billy wanderte gebogen gradeaus und die Kruppe blieb wo sie war, ebenso die Hinterbeine. Er verstand mich einfach nicht, v.a. auf der linken Seite; rechts ging es irgendwie so halbwegs. Ich probierte, ich verbog mich, ich hing schon an der Seite, ich klopfte mit dem Schenkel ... nix, oder kaum eine Reaktion. Das war schon im Herbst lange so gegangen, und auch jetzt eine Woche oder so. Billy verstand und versand nicht, oder er konnte und konnte nicht, oder er wollte und wollte nicht.
Und dann geschah es eben, dass ich die Geduld verlor. Ich bog, ich verlagerte, ich drückte mit dem Schenkel, es kam keine Reaktion.... und dann touchierte ich ihn mit der Gerte. Es kam keine Reaktion. Mit meiner Geduld am Ende, gleichzeitig aber auch mit den Emotionen, klatschte ich ihm nochmal eine auf die Kruppe, und siehe da.... ich hatte mal die Phase 4 gefunden, denn der Billy schwang sein Hinterteil aber sowas von elegant nach rechts, dass ich die Version, er könnte das einfach nicht, sofort ad acta legte.
Ab da zählte ich meine Phasen mit: 1-Biegen, 2-GEwicht verlagern, 3-Schenkel, 4-KAWUMM! Und es dauerte ungefähr 5 Minuten, und Billy schwebte über das Viereck, so sensibel auf den Schenkel und Gewicht, dass wir tanzten: 5 Schritte gradaus, Hintern nach rechts geschwenkt, 5 Schritte gradaus, Hintern nach links geschwenkt. Überschwengliches Lob. Billy schaute stolz und ... ich glaubte es kaum ... eifrig.
Nach diesem Ereignis hatte ich mal mächtig was zu Schlecken und zu Kauen. Ich dachte an David Lichman's Kurs, wo er vom "sharpening your tools" gesprochen hatte; und ich beschloss, die Taktik so diszipliniert wie möglich weiter anzuwenden. Keine neue Taktik war das natürlich, denn es war einfach nur das konsequente Anwenden einer wirklichen und echten Phase 4.
Ich wendete die Phase 4 als nächstes konsequent mitzählend bei Billys Schlurf- und Schleichschritt an - und habe nun ein am Schenkel hochsensibles, ordentlich vorwärtsschreitendes stolzes Ross.
Ich wendete die Taktik erhöhter Anforderungen und konsequenter Phase 4 beim Rückwärts an. (Man erinnere sich, noch immer hatte ich regelmäßige Diskussionen, die mich im Endeffekt für jeden Schritt rückwärts dankbar sein ließen). Ich war für 1 Schritt rückwärts nicht mehr dankbar. Billy kann mehr. Ich wusste das jetzt und forderte es ein. Ich verlangte, dass er sich rückwärts lenken lässt - und reite nun 8er, Slalom und sonstige Bahnfiguren rückwärts.
Ich verlangte viel und mehr, und mit Konsequenz, und Billy biss sich durch. Das lustige dabei: Ich erwartete während der Wochen, in denen ich mich so sehr um diese Konsequenz bemühte und so viel einforderte, dass jederzeit der Moment kommt, wo Billy die Zusammenarbeit völlig einstellt. Tat er aber nie. Im Gegenteil. Er scheint aufzublühen! Bei der Bodenarbeit ist er übermütig und hat ordentliches Go. Er galoppiert 10 Runden am Stück. Er macht fliegende Wechsel und hat Spaß daran. Er lässt sich rückwärts durch einen Slalom schicken. Er lässt sich am Ende des Lassos relativ genau durch ein Tor, oder davor oder dahinter vorbeidirigieren.
Am genialsten ist aber seit einigen Wochen einfach das Reiten. Durch die hohen Anforderungen und die Konsequenz hat er seine Geschmeidigkeit sehr schnell wiedererlangt und noch um einiges gesteigert. Wir traben einen Achter mit abwechselnder Innen- und Außenstellung. Er trabt einen Slalom nur über mein Gewicht. Wir beherrschen die Schaukel Galopp-Halt-Rückwärts-Galopp. Ich kann dirigieren, mit welchem Fuß er zuerst über eine Stange steigt.
Die Leichtigkeit, die Feinheit - ein Traum! Endlich streiten wir nicht mehr ständig, sondern tanzen!
Letzte Woche hat er irgendwas (ich weiß nicht mehr was es war, aber das Gefühl von "unglaublich toll" ist noch da) so toll gemacht, dass ich einfach nicht anders konnte, als abzusteigen und mich vor ihm in den Sand zu knien ;-).
Und ich werde mich ab sofort bemühen, auch mehr Konsequenz an den Tag zu legen, was die Dokumentation unserer Fortschritte im Blog anbelangt. Versprochen ;-).
Donnerstag, 6. November 2014
Heute gabs eine gemischte Session.
Zuerst habe ich wieder einmal den Kappzaum rausgekramt. Ich dachte ich flechte wieder einmal ein paar Basisübungen ein, denn in letzter Zeit fand ich, Billy biegt sich - v.a. links - wieder etwas schlechter. Daher haben wir die ersten 20 Minuten gemütliche Handarbeit gemacht: Stellen auf der Geraden, stellen am Zirkel, Untertreten mit dem inneren Hinterbein in den Ecken und in Volten, kurze Reprisen auch Antraben in Stellung und Stellung halten. Klappte alles sehr gut, und Billy machte brav mit. Wenn ich da an früher denke, da war das alles eine einzige Schnapporgie.
Dann habne wir ein bisschen Liberty gespielt. Billy blieb auf dem großen Platz tatsächlcih bei mir, in einem Trab-Stick-to-me. Toll! Ich ging dann noch einfach in den dastehenden Hänger, und er ist mir - nach einigem Zögern - gefolgt, was wiederum Leckerlis zur Folge hatte. Toll, das hab ich noch nie hingekriegt! Da sieht man wieder: Wenn man es tatsächlich schafft, nicht direct-line zu denken und auch zu fühlen!, dann ist das das Wichtigste - denn er ging vermutlich nur in den Hänger, weil es mir in dem Augenblick wirklich ganz und gar egal war, ob er reinkommt oder nicht ;-)
Danach griff ich noch zum Lasso und hab ein bisschen Lasso-Aufrollen geübt. Billy durfte dabei - langweiliiiig - große Zirkel gehen und auch ein bisschen galoppieren. Geht ganz gut mit dem Lasso, wenn ich mich erst wieder neu eingefummelt habe.
Zuerst habe ich wieder einmal den Kappzaum rausgekramt. Ich dachte ich flechte wieder einmal ein paar Basisübungen ein, denn in letzter Zeit fand ich, Billy biegt sich - v.a. links - wieder etwas schlechter. Daher haben wir die ersten 20 Minuten gemütliche Handarbeit gemacht: Stellen auf der Geraden, stellen am Zirkel, Untertreten mit dem inneren Hinterbein in den Ecken und in Volten, kurze Reprisen auch Antraben in Stellung und Stellung halten. Klappte alles sehr gut, und Billy machte brav mit. Wenn ich da an früher denke, da war das alles eine einzige Schnapporgie.
Dann habne wir ein bisschen Liberty gespielt. Billy blieb auf dem großen Platz tatsächlcih bei mir, in einem Trab-Stick-to-me. Toll! Ich ging dann noch einfach in den dastehenden Hänger, und er ist mir - nach einigem Zögern - gefolgt, was wiederum Leckerlis zur Folge hatte. Toll, das hab ich noch nie hingekriegt! Da sieht man wieder: Wenn man es tatsächlich schafft, nicht direct-line zu denken und auch zu fühlen!, dann ist das das Wichtigste - denn er ging vermutlich nur in den Hänger, weil es mir in dem Augenblick wirklich ganz und gar egal war, ob er reinkommt oder nicht ;-)
Danach griff ich noch zum Lasso und hab ein bisschen Lasso-Aufrollen geübt. Billy durfte dabei - langweiliiiig - große Zirkel gehen und auch ein bisschen galoppieren. Geht ganz gut mit dem Lasso, wenn ich mich erst wieder neu eingefummelt habe.
Donnerstag, 30. Oktober 2014
Heute gab es wieder ein bisschen Bodenarbeit:
Wir haben daran gearbeitet, mehr Distanz zwischen uns zu bringen. Zuerst im Slalom, dazu ging ich innen am Viereck und ließ Billy am Ende des 7-m-Seils am Hufschlag gehen. Dann holte ich ihn immer wiedr mal rein und schickte ihn wieder raus. Klappte hervorragend im Schritt, im Trab wurde er mir manchmal zu schnell und ich war unkoordiniert (und unkonditioniert!!).
Später gingen wir über zu Achtern, zuerst im SChritt, dann im Trab, dann mit Galopp, und Billy vollführte sogar ein paar fliegende Wechsel. Trotzdem kommt er einem manchmal wirklich patschert vor, also ein Supertalent für fliegende Wechsel ist er nicht. Er scheint sich mit den Beinen zu verheddern, springt falsch um, korrigiert sich selbst, stolpert manchmal, fällt in Trab, wird zu eilig, oder oder oder. Aber WENN er dann einen schafft, schaut er sehr stolz, und er hat sich heute wirklich sehr sehr viel Mühe gegeben und wurde dafür groß belohnt.
Dann haben wir zum ABschluss noch mit einem neuen Podest gespielt, wir können jetzt ruhig und sehr koordiniert in einer Schrittbewegung darüber steigen. also mit den Vorderbeinen rauf, und dann kommt das 3. Bein, und wenn das 4. nachkommt, dann macht er schon wieder vorne einen Schritt hinunter. Aber dass wir dann im richtigen Moment innehalten und dann somit alle 4e auf dem Podest sind, das schaffen wir auch noch.
Ich war auch verwndert, wie gut es ging, denn das Podest ist ein neues, rundes, und noch kleiner als das Parelli-Podest. Da muss er sich schon wirklich sehr zusammenschieben, um alle 4e überhaupt drauf zu bekommen, mein kleiner Panzer.
Aber immer noch ist das Podest sein absolutes Lieblingsspielzeug! :-)
Wir haben daran gearbeitet, mehr Distanz zwischen uns zu bringen. Zuerst im Slalom, dazu ging ich innen am Viereck und ließ Billy am Ende des 7-m-Seils am Hufschlag gehen. Dann holte ich ihn immer wiedr mal rein und schickte ihn wieder raus. Klappte hervorragend im Schritt, im Trab wurde er mir manchmal zu schnell und ich war unkoordiniert (und unkonditioniert!!).
Später gingen wir über zu Achtern, zuerst im SChritt, dann im Trab, dann mit Galopp, und Billy vollführte sogar ein paar fliegende Wechsel. Trotzdem kommt er einem manchmal wirklich patschert vor, also ein Supertalent für fliegende Wechsel ist er nicht. Er scheint sich mit den Beinen zu verheddern, springt falsch um, korrigiert sich selbst, stolpert manchmal, fällt in Trab, wird zu eilig, oder oder oder. Aber WENN er dann einen schafft, schaut er sehr stolz, und er hat sich heute wirklich sehr sehr viel Mühe gegeben und wurde dafür groß belohnt.
Dann haben wir zum ABschluss noch mit einem neuen Podest gespielt, wir können jetzt ruhig und sehr koordiniert in einer Schrittbewegung darüber steigen. also mit den Vorderbeinen rauf, und dann kommt das 3. Bein, und wenn das 4. nachkommt, dann macht er schon wieder vorne einen Schritt hinunter. Aber dass wir dann im richtigen Moment innehalten und dann somit alle 4e auf dem Podest sind, das schaffen wir auch noch.
Ich war auch verwndert, wie gut es ging, denn das Podest ist ein neues, rundes, und noch kleiner als das Parelli-Podest. Da muss er sich schon wirklich sehr zusammenschieben, um alle 4e überhaupt drauf zu bekommen, mein kleiner Panzer.
Aber immer noch ist das Podest sein absolutes Lieblingsspielzeug! :-)
Sonntag, 5. Oktober 2014
Bosal Workshop III - Einmal durchknuddeln, bitte!
Heute war wieder Kurt da, für den 3. Bosal-Workshop in Folge :-).
Rückblicke: Workshop I , Workshop II
Das war wieder ein Workshop-Tag, der uns glaube ich alle wieder ein ganzes Stück vorankatapultiert hat.
Anfangs wiederholten wir die schon gelernten Basis-Übungen, Kurt ließ sich zeigen, wie das alles so aussah, machte Korrekturen und hob dann das Gelernte auf die nächste Niveaustufe: Wir sollten nun regelmäßig am Beginn der Trainingseinheiten unsere Pferde mit einer fließenden Abfolge der Basisübungen "so richtig durchknuddeln". Also nicht mehr auf eine Übung um der Übung willen konzentrieren, sondern in einem fließenden Übergang Innen- und Außenstellung abwechseln, Gdnickkontrolle kleine und große Zirkel, Untertreten, Kruppe rausschwingen, Diagonalkontrolle, Anhalten zum Rückwärts usw., das ganze mit Schritt und Trab abwechseln, bis das Pferd richtig schön weich und geschmeidig ist. "Durchgeknuddelt" eben! ;-)
Dabei ging uns ein großes Licht in punkto Genickkontrolle auf. Immer noch konnte ich Billy nicht dazu bringen, gleichmäßig und länger im Genick nachzugeben. Auf Anfrage (Impulse am Außenzügel) reagierte er zwar brav und prompt, irgendwie hatte er aber den Eindruck gewonnen, dass das, was ich möchte, ein kurzes Nach-hinten-Schnicken des Kopfes ist - und nach einem Sekundenbruchteil war er wieder vorn. Hier zeigte mir Kurt, mit dem äußeren Zügel stärker dran zu bleiben, und siehe da, so konnte Billy dann doch die Haltung seitenlang halten, und auch im Trab. Am Nachmittag wurde das besonders gut. Hier fingen wir auch am Zirkel an, Innenzügel hinstellen, weit vorne, ziemlich kurz, und halten. Der äußere Zügel liegt in losem Kontakt am Hals, die Hand bleibt an der Pferdeschulter. So muss das Pferd sich biegen und gibt sich innen selbst release, wenn es die Biegung beibehält. Hie und da kann man mit einem kurzen Impuls auch innen erinnern. Das klappte super, Billy biegt sich wirklich toll.
Dann kam der neue Teil, wir widmeten uns bei diesem Kurs jetzt erstmals ernsthaft der Hinterhand (bisher haben wir ja eher vorne bearbeitet).
Als erstes bekamen wir Übungen, die die Hinterhand zu anständigem Untertreten bringen sollen: Kleine Zirkel, bis das Hinterbein gut untertritt, dabei Vorwärts erhalten. Danach gingen wir dazu über, die Kruppe auf der Geraden nach außen zu schicken (mit Schenkel/Gerte). Da taten Billy und ich uns sehr schwer. Kurt verglich es für mich dann mit dem One-Rein-Stop, nur dass das Pferd sich nicht so stark drehen soll. Bei dem Vergleich löste sich dann ein Knoten in meinem Kopf, und es klappte besser. Auf dem Zirkel taten wir uns auch leichter mit dem "Kruppe raus".
Als nächstes haben wir das Rückwärts verfeinert. Wir sollten nun üben, aus einem Vorwärts direkt ins Rückwärts überzugehen, möglichst ohne Stop dazwischen, ein fließender Übergang. Anfangs war Billy hier zäh, aber zum Schluss hat ers toll gemacht. Wichtig wird nun, dass das Pferd sich im Rückwärts nach hinten setzt und nicht mit der Vorhand rückwärts schiebt, denn das bremst bei jedem Schritt. Es soll also vorn hoch und hinten runter kommen. Wir sollten dazu im Schritt zunächst wieder Genickkontrolle verlangen, sobald die erreicht ist, einsitzen für rückwärts. Reicht das Einsitzen noch nicht als alleinige Hilfe, mit den Schenkeln deutlich vorne an der Schulter treiben. Hand dabei hoch, nicht zurückziehen. Wichtig war Kurt: Das Pferd wird mit den Schenkeln rückwärts getrieben, nicht mit der Hand rückwärts gezogen, hier musste ich etwas aufpassen. Aus dem Rückwärts gingen wir dann direkt wieder in ein Vorwärts über und übten so die Schaukel. Man spürt auch deutlich, wenn das Rückwärts fließend und leicht wird. Wichtig nach wie vor: Bei Beendigung der Übung zuerst den Sitz (Rückwärts) auflösen und danach erst die Vertikalkontrolle auflösen. Niemals soll das Pferd verbinden, dass die Vertikalkontrolle Einfluss auf Richtung bzw. Tempo hat.
Damit verbunden war eine weitere Übung, die Tempokontrolle im Trab. Durch einsitzen ähnlich wie für Rückwärts wird die Trabbewegung gebremst, aber erhalten. Hier sollten wir hie und da dann aber auch tatsächlich anhalten und rückwärts verlangen.
Am Nachmittag kamen wir zum Galopp. Zum Glück war Billy etwas motivierter als am Vormittag, wo er völlig transusig war... . Rechts ging es ganz gut, Kurt ließ uns auf dem Zirkel galoppieren. Im Zirkel sollte ich dann mit der inneren Hand weit vor, Zügel sehr kurz, Stellung und Biegung verlangen, und auf vorwärts bestehen. Links wurde es dann schwierig, Billy geriet eher in Renntrab. Kurt gab mir den Tip, mal mit beiden Schenkeln zugleich ein ordentliches Vorwärts einzufordern, und das klappte überraschend gut. Wichtig bei Pferden, die sich wie Billy schwer mit dem Galopp tun, sagte Kurt: Angaloppieren ohne auf die Stellung oder sonst etwas zu achten. Hauptsache Galopp. Sobald der Galopp da ist, dann kann an Stellung und Biegung gearbeitet und dabei das Vorwärts erhalten werden. Wichtig auch: Eher kurze Reprisen, dafür oft. Zwischen den Zirkeln mit der Stellung auch hie und da mal ganze Bahn und ordentlich vorwärts, dann pareieren und schön loben.
Am Schluss kam dann noch das nächste ganz Neue: Schulterherein! Wir sollten die Pferde genau zwischen den Zügeln und Schenkeln führen, anfangs noch nicht sehr auf die Stellung achten. Der äußere Arm mit dem Außenzügel hat Kontakt und zeigt über die äußere Pferdeschulter in Reitrichtung. Wichtig: Punkt anvisieren, auf den man zureitet. Wir visierten Kurt an, und die letzten Tritte, wenn er schon ganz nahe war, waren immer die besten. Mit dem Schenkel korrigierten wir die Hinterhand, wenn sie den Hufschlag verlassen wollte. Auf der rechten Hand bog Billy gern nach innen ab, da musste ich die Hinterhand mehr korrigieren. Links ging es etwas besser, da kam er dafür mit der Vorhand immer wieder zurück zum Hufschlag. Trotzdem machte er das richtig gut. Wir machten ungefähr 3-5 Durchgänge auf unseren langen Seiten, dazwischen loser Zügel und Trab.
Somit haben wir wieder neue Sachen zum Üben: GAlopp werde ich forcieren und das Schulterherein, gemeinsam mit der Durchknuddelei, die Billy wirklich gut tut.
Wichtige Inputs von Kurt am Schluss waren noch: Abwechselnd Anspannung und Abspannung soll den Hals kräftig machen, sodass er hoch kommen kann. Dann erst könne man verlangen, dass das Pferd hinten tiefer kommt. D.h. also fürs Training immer Genickkontrolle und Biegung für eine Weile, danach wieder locker traben am losen Zügel und dabei Vorwärts verlangen. Man kann auch mit der Hand auf dem Widerrist ein Signal für Kopfsenken einbauen, das Pferd sollte sich schön nach unten dehnen.
Und zum Schluss gab mir Kurt noch ein Plädoyer für regelmäßiges Training mit auf den Weg: für grantige Pferde wie Billy sei regelmäßiges Training wichtig, weil viel einfach auch Gewöhnung ist. Trainiert man mit solchen nur sporadisch, gewöhnen sie sich einfach nie daran, auch einmal ein bisschen Anstrengung an den Tag zu legen, der Grant und die Abwehr wird dann eher größer. Bei schöner Regelmäßigkeit gewöhnen sie sich eher dran, akzeptieren es eher, und nicht zuletzt wird mit steigender Kraft auch alles leichter und der Grant schwindet. Ist sicher ein wahres Wort, und genau wie bei uns Menschen beim Sport: Wenn ich nur 1x pro Monat zum Joggen gehe, wird es jedesmal ein anstrengender Kraftakt werden und die Überwindung, es wieder zu tun, sehr groß. Zwingt man sich einmal eine Zeitlang, täglich seine Runde zu joggen, wird es leichter und leichter und etwas so Selbstverständliches, dass es einem geradezu abgeht, wenn man mal keine Zeit hat.
In diesem Sinne: Auf geht's, auf ein fleißiges Knuddeln bis zum nächsten Workshop!
Montag, 22. September 2014
Rezension
Alfonso Aguilar – Professionelle Ausbildung am Boden… für jedes Alter, für jede Rasse. Schondorf: Wu Wei Verlag, 2013. 359pp.
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Bot es beim ersten Durchblättern nicht wirklich etwas Neues in punkto Praxis, so hat es mich dann auf den letzten Seiten dazu gebracht, es mitzunehmen. Dort bietet es nämlich eine „Roadmap“, die Aguilars Methode und Aufbau der Ausbildung eines Pferdes von Anfang bis … nun ja, Ende gibt es ja nie, also bis „ziemlich weit“ darstellt. Scheinbar haben Alfonso Aguilar und ich etwas gemeinsam: wir mögen listenhafte Darstellungen ;-). Schon in „Wie Pferde lernen wollen“ hat mich die dortige Liste verschiedener Konditionierungsmethoden beeindruckt – und hier nun die schöne Liste, in der er alle Übungen einer Kategorie zuordnet (z.B. alle Seitwärtsbewegungen) und diese dann von Level zu Level auf immer höheres Niveau bringt (zur allgemeinen Verwirrung nennt er „Kategorie“, was in meinem Kopf Niveau bzw. Level ist).
Aber abgesehen von dieser schönen Liste, die einen wirklich guten Überblick bietet, habe ich in dem Buch auch sonst noch einiges lesenswertes gefunden.
Aguilar beginnt mit dem Fohlen-ABC. Er beschreibt im Zeitraffer, wie er ein Fohlen ausbildet; dabei setzt er es in bestimmten Lebensabschnitten jeweils kurzen intensiven Lernblöcken von einigen Tagen aus, in denen er es täglich für kurze Einheiten mit Neuem konfrontiert (z.B. das Thema „Anbinden“), um das junge Tier danach wieder für Wochen oder Monate ganz Pferd zu lassen. Ich denke dieser Abschnitt des Buches ist toll für Leute, die ihr erstes Fohlen erziehen müssen und zwar das Handwerkszeug prinzipiell kennen, aber einen Fahrplan brauchen.
Nach dieser Beschreibung des „Volksschul“-Niveaus geht das Pferd dann „aufs Gymnasium“. In „Levels“ von 1-8 zusammengefasst geht Aguilar jeweils eine bestimmte Übung durch. Nicht jede Übung beginnt auf Level 1 (z.B. beginnt die Freiarbeit erst ab Level 2, Übungen mit der Doppellonge auf Level 6), und nicht jede Übung geht hinauf bis Level 8 (z.B. die Übung „Kopf senken“ – da ist nach Level 2 alles zu Erreichende erreicht).
Die einzelnen Übungsgruppen dabei sind: Kopf senken – Biegen – Rückwärtsgehen – Verschieben der Hinterhand – Verschieben der Vorhand – Kombination aus beidem – Longieren – das Pferd zu sich holen – Führen und Schicken – Seitwärtsbewegungen – Freiarbeit – Doppellonge – Arbeit am langen Zügel.
Jede dieser Übungsgruppen wird im Hauptteil des Buches beschrieben und mit vielen Fotos und Skizzen gut illustriert.
Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dass das Buch eher nur einen Überblick über die Methode „Horsemanship“ gibt. Zwar ist jede Übung auf jedem Niveau beschrieben, aber erstens meist sehr kurz, und zweitens lebt Alfonso Aguilar wie die meisten anderen Ausbilder in einer Welt, in der alles klappt und funktioniert, wenn man nur die richtigen Knöpfe drückt. Es wird gut beschrieben, wie man diese „Knöpfe drückt“, aber es gibt keine „Was tun, wenn…“-Hilfe für den weniger talentierten Horseman; und wie immer scheinen Pferde, die auch mal mit dem linken Huf aufstehen und heute einfach keine Lust zur Mitarbeit haben, nicht zu existieren. ;-) Da wird jemand, der noch wenig Erfahrung hat, sich u.U. etwas alleine gelassen fühlen.
Sehr gut fand ich, dass Aguilar ein paar Übungen im Repertoire hat, die mir neu waren – nicht unbedingt Weltbewegendes, aber Dinge, wo man beim Lesen gleich Lust bekommt, sie auszuprobieren.
Ich denke, das Buch ist eine tolle Ergänzung zum Parelli-Level-System. Letzteres widmet sich – zumindest in seiner ursprünglichen Version – oft so sehr den kleinen Details, dass man als Anfänger den roten Faden nur allzuleicht verliert. Aguilar wiederum zeichnet diesen roten Faden so deutlich auf wie eine Autobahn, hält sich aber nicht großartig mit Details auf. Die Vorgangsweise, die Reihenfolge und die Übungen selbst und ihre Durchführung sind dagegen auf weiten Strecken mehr oder weniger identisch, sodass beides eine wunderbare Kombination ergibt.
Fazit: Lesenswert und sicher ein Buch, das man gerne immer wieder in die Hand nimmt, um etwas nachzusehen. Super für Leute, die das große Ganze manchmal aus den Augen verlieren; nichts für Totalanfänger, hier fehlen zu viele kleine, aber wichtige Informationen.
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Bot es beim ersten Durchblättern nicht wirklich etwas Neues in punkto Praxis, so hat es mich dann auf den letzten Seiten dazu gebracht, es mitzunehmen. Dort bietet es nämlich eine „Roadmap“, die Aguilars Methode und Aufbau der Ausbildung eines Pferdes von Anfang bis … nun ja, Ende gibt es ja nie, also bis „ziemlich weit“ darstellt. Scheinbar haben Alfonso Aguilar und ich etwas gemeinsam: wir mögen listenhafte Darstellungen ;-). Schon in „Wie Pferde lernen wollen“ hat mich die dortige Liste verschiedener Konditionierungsmethoden beeindruckt – und hier nun die schöne Liste, in der er alle Übungen einer Kategorie zuordnet (z.B. alle Seitwärtsbewegungen) und diese dann von Level zu Level auf immer höheres Niveau bringt (zur allgemeinen Verwirrung nennt er „Kategorie“, was in meinem Kopf Niveau bzw. Level ist).
Aber abgesehen von dieser schönen Liste, die einen wirklich guten Überblick bietet, habe ich in dem Buch auch sonst noch einiges lesenswertes gefunden.
Aguilar beginnt mit dem Fohlen-ABC. Er beschreibt im Zeitraffer, wie er ein Fohlen ausbildet; dabei setzt er es in bestimmten Lebensabschnitten jeweils kurzen intensiven Lernblöcken von einigen Tagen aus, in denen er es täglich für kurze Einheiten mit Neuem konfrontiert (z.B. das Thema „Anbinden“), um das junge Tier danach wieder für Wochen oder Monate ganz Pferd zu lassen. Ich denke dieser Abschnitt des Buches ist toll für Leute, die ihr erstes Fohlen erziehen müssen und zwar das Handwerkszeug prinzipiell kennen, aber einen Fahrplan brauchen.
Nach dieser Beschreibung des „Volksschul“-Niveaus geht das Pferd dann „aufs Gymnasium“. In „Levels“ von 1-8 zusammengefasst geht Aguilar jeweils eine bestimmte Übung durch. Nicht jede Übung beginnt auf Level 1 (z.B. beginnt die Freiarbeit erst ab Level 2, Übungen mit der Doppellonge auf Level 6), und nicht jede Übung geht hinauf bis Level 8 (z.B. die Übung „Kopf senken“ – da ist nach Level 2 alles zu Erreichende erreicht).
Die einzelnen Übungsgruppen dabei sind: Kopf senken – Biegen – Rückwärtsgehen – Verschieben der Hinterhand – Verschieben der Vorhand – Kombination aus beidem – Longieren – das Pferd zu sich holen – Führen und Schicken – Seitwärtsbewegungen – Freiarbeit – Doppellonge – Arbeit am langen Zügel.
Jede dieser Übungsgruppen wird im Hauptteil des Buches beschrieben und mit vielen Fotos und Skizzen gut illustriert.
Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dass das Buch eher nur einen Überblick über die Methode „Horsemanship“ gibt. Zwar ist jede Übung auf jedem Niveau beschrieben, aber erstens meist sehr kurz, und zweitens lebt Alfonso Aguilar wie die meisten anderen Ausbilder in einer Welt, in der alles klappt und funktioniert, wenn man nur die richtigen Knöpfe drückt. Es wird gut beschrieben, wie man diese „Knöpfe drückt“, aber es gibt keine „Was tun, wenn…“-Hilfe für den weniger talentierten Horseman; und wie immer scheinen Pferde, die auch mal mit dem linken Huf aufstehen und heute einfach keine Lust zur Mitarbeit haben, nicht zu existieren. ;-) Da wird jemand, der noch wenig Erfahrung hat, sich u.U. etwas alleine gelassen fühlen.
Sehr gut fand ich, dass Aguilar ein paar Übungen im Repertoire hat, die mir neu waren – nicht unbedingt Weltbewegendes, aber Dinge, wo man beim Lesen gleich Lust bekommt, sie auszuprobieren.
Ich denke, das Buch ist eine tolle Ergänzung zum Parelli-Level-System. Letzteres widmet sich – zumindest in seiner ursprünglichen Version – oft so sehr den kleinen Details, dass man als Anfänger den roten Faden nur allzuleicht verliert. Aguilar wiederum zeichnet diesen roten Faden so deutlich auf wie eine Autobahn, hält sich aber nicht großartig mit Details auf. Die Vorgangsweise, die Reihenfolge und die Übungen selbst und ihre Durchführung sind dagegen auf weiten Strecken mehr oder weniger identisch, sodass beides eine wunderbare Kombination ergibt.
Fazit: Lesenswert und sicher ein Buch, das man gerne immer wieder in die Hand nimmt, um etwas nachzusehen. Super für Leute, die das große Ganze manchmal aus den Augen verlieren; nichts für Totalanfänger, hier fehlen zu viele kleine, aber wichtige Informationen.
Dienstag, 16. September 2014
Wir bekommen bald Zuwachs im Stall, bzw. haben wir Zuwachs bekommen. Einerseits hat Billy die Chance auf einen neuen Freund und Spielpartner - ein Isi-Herr ist eingezogen und wird gerade integriert. Und bald bekommen wir was Kleines - Minishetties! Es wird fleißig ein Teil des Auslaufs abgetrennt und shetty-sicher gemacht - mit schwerem Gerät, Traktor fährt, Steine werden geschüttet, Planen ausgebreitet, Sachen beklopft -und alles neben dem Viereck.
Nun ja, Billy ists - wie meistens - völlig egal. Einmal in jede Richtung vorbeigegangen, den laufenden Traktor angeschnofelt und geschaut, ob einem diese netten Arbeiter vielleicht Futter ins Maul stopfen wollen - nö? Dann nicht. Toller Billy, ich konnte ganz normal reiten als wär nix.
Folgende Übungskonstellation gab es heute, mit der haben wir uns in Varianten dann die ganze Einheit beschäftigt:
Hufschlag im Trab, in der Ecke eine Volte platzieren, diese Volte im Schritt. Ziel und Focus auf punktgenauen Übergängen, in der Volte auf der Biegung. Klappte gut, dann fügte ich auf den Geraden zwischen den Volten Galopp hinzu. Billy galoppierte toll an, war aber nachher aufgedreht und dachte nach der nächsten Volte, es ginge nun immer im Galopp weiter.Also habe ich dann immer wieder Trab und Galopp abgewechselt. Als Eefolg konnte ich dann bald ruhigeres Angaloppieren verzeichnen. Als nächstes fügten wir eine Haltparade und einen kurzen Wiegetritt am Ende der Volte hinzu. Dann mehrere Tritte rückwärts, und dann alles wild durcheinandergemixt. Als anspruchsvollsteVariante dann: Volte im Schritt, Anhalten, 5 Tritte rückwärts, aus dem Rückwärts angaloppieren bis zur nächstenVolte. Billy hat sich toll bemüht, ist schließlich super glaoppiert, ließ sich brav pareieren und bemühte sich in den Volten um Biegung.
End of session nach einem besonders willigen und flüssigen Rückwärts!
Nun ja, Billy ists - wie meistens - völlig egal. Einmal in jede Richtung vorbeigegangen, den laufenden Traktor angeschnofelt und geschaut, ob einem diese netten Arbeiter vielleicht Futter ins Maul stopfen wollen - nö? Dann nicht. Toller Billy, ich konnte ganz normal reiten als wär nix.
Folgende Übungskonstellation gab es heute, mit der haben wir uns in Varianten dann die ganze Einheit beschäftigt:
Hufschlag im Trab, in der Ecke eine Volte platzieren, diese Volte im Schritt. Ziel und Focus auf punktgenauen Übergängen, in der Volte auf der Biegung. Klappte gut, dann fügte ich auf den Geraden zwischen den Volten Galopp hinzu. Billy galoppierte toll an, war aber nachher aufgedreht und dachte nach der nächsten Volte, es ginge nun immer im Galopp weiter.Also habe ich dann immer wieder Trab und Galopp abgewechselt. Als Eefolg konnte ich dann bald ruhigeres Angaloppieren verzeichnen. Als nächstes fügten wir eine Haltparade und einen kurzen Wiegetritt am Ende der Volte hinzu. Dann mehrere Tritte rückwärts, und dann alles wild durcheinandergemixt. Als anspruchsvollsteVariante dann: Volte im Schritt, Anhalten, 5 Tritte rückwärts, aus dem Rückwärts angaloppieren bis zur nächstenVolte. Billy hat sich toll bemüht, ist schließlich super glaoppiert, ließ sich brav pareieren und bemühte sich in den Volten um Biegung.
End of session nach einem besonders willigen und flüssigen Rückwärts!
Sonntag, 31. August 2014
Nachdem es jetzt dauernd geschüttet hat, gab es heute eine kurze Regenpause, und der Platz war erstaunlicherweise brauchbar. Abends fing es nachher wieder an zu regnen und das blieb die nächsten 3 Tage so. Gut, dass ich das heute genutzt hab. Bin wieder mit Hackamore geritten.
Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Wieder musste ich Billy anfangs vehement überreden, es brauchte Gerte auf die Brust etc. Am Schluss dann wieder supergut. Wie oft muss ich das wiederholen?
Übung 2: Zirkel verkleinern und vergrößern. Ich habe die Marker aufgelegt zur Orientierung. Ich bin nur einige wenige Male mit Billy in den Zirkel geritten: groß, kleiner, kleiner, kleiner, und wieder raus. Billy hat sich Mühe gegeben und angestrengt. Er biegt sich gut, in beide Richtungen, er kann wirklich schon sehr kleine Zirkel traben. Ich belasse es bei ganz kurzen Reprisen, um ihn nicht sauer zu machen, aber bei denen strengt er sich dafür toll an.
Übung 3: Diagonalkontrolle. Das Untertreten unter den Schwerpunkt mit der Hinterhand klappt toll auf stärkeres Biegen mit Anheben des inneren Zügels und Gewichtsverlagerung nach außen-vorn. Manchmal muss ich etwas mit dem Schenkel nachhelfen, aber oft geht es ohne. Aus der Bewegung ist es viel einfacher als aus dem Stillstand. Überrascht hat mich das jeweils darauffolgende Verschieben der Vorhand. Billy reagiert super auf das Gewichtsverlagern (von vorn-außen nach innen-hinten, um die Bewegungsrichtung anzuzeigen und die Vorhand frei zu machen), plus direkten Zügel und Anlegen des äußeren Zügels bzw. der Hand an den Hals und äußeren Schenkel in vorderer Lage. Er macht oft noch kleine Kreise, v.a. in eine Richtung, aber ich war überrascht, wie flüssig der Wechsel von HH-Verschieben zu VH-Verschieben jetzt geht. Wir haben das ja kaum geübt.
Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Wieder musste ich Billy anfangs vehement überreden, es brauchte Gerte auf die Brust etc. Am Schluss dann wieder supergut. Wie oft muss ich das wiederholen?
Übung 2: Zirkel verkleinern und vergrößern. Ich habe die Marker aufgelegt zur Orientierung. Ich bin nur einige wenige Male mit Billy in den Zirkel geritten: groß, kleiner, kleiner, kleiner, und wieder raus. Billy hat sich Mühe gegeben und angestrengt. Er biegt sich gut, in beide Richtungen, er kann wirklich schon sehr kleine Zirkel traben. Ich belasse es bei ganz kurzen Reprisen, um ihn nicht sauer zu machen, aber bei denen strengt er sich dafür toll an.
Übung 3: Diagonalkontrolle. Das Untertreten unter den Schwerpunkt mit der Hinterhand klappt toll auf stärkeres Biegen mit Anheben des inneren Zügels und Gewichtsverlagerung nach außen-vorn. Manchmal muss ich etwas mit dem Schenkel nachhelfen, aber oft geht es ohne. Aus der Bewegung ist es viel einfacher als aus dem Stillstand. Überrascht hat mich das jeweils darauffolgende Verschieben der Vorhand. Billy reagiert super auf das Gewichtsverlagern (von vorn-außen nach innen-hinten, um die Bewegungsrichtung anzuzeigen und die Vorhand frei zu machen), plus direkten Zügel und Anlegen des äußeren Zügels bzw. der Hand an den Hals und äußeren Schenkel in vorderer Lage. Er macht oft noch kleine Kreise, v.a. in eine Richtung, aber ich war überrascht, wie flüssig der Wechsel von HH-Verschieben zu VH-Verschieben jetzt geht. Wir haben das ja kaum geübt.
Donnerstag, 28. August 2014
Bin wieder einmal zum Reiten gekommen! Es wurde später heute, zum ersten Mal ist es mir wieder dunkel geworden.
Bin mit Hackamore geritten.
Übung 1: Rückwärts in der Stangengasse. Billy ließ sich wieder ordentlich bitten, bis zur deutlichen Phase 4, und er ärgerte sich, irgendwann fügte er sich in sein Schicksal und dann gings auch ganz weich. Ich glaube manchmal kapiert er einfach die Hilfen nicht. Soft Feel mit abwechselnd Vorwärts und Rückwärts, dass er da auf meinen Sitz hören soll und nicht auf die Zügel, versteht er noch nicht so ganz. Zum Schluss gings aber super, ein Schritt rückwärts, einer vorwärts, hin und zurück, mal mehr Tritte, dann nur einer usw. Ich wollte einfach, dass er lernt, dass mein Sitz das ausschlaggebende ist, nicht der Zügel. Ich weiß nicht ob er es ganz kapiert hat, aber am Schluss war es super.
Übung 2: Schritt-Trab Übergänge. Ich versuchte, Soft Feel und Biegung beim Antraben beizubehalten. Soft Feel klappt noch nicht, er verliert die Genickbeugung beim Antraben. Das Antraben war dafür sehr sehr fein auf Sitz. Biegung klappt super.
Übung 3: Volte über Stangen. In der Mitte ein Pylon, rechts und links Stangen, über die er traben musste. Da wurde es ihm irgendwann zu viel, aber wir haben dann noch ein zwei Runden drangehängt, bis es gut war. Anfangs fühlte ich, wie er richtig Schwung holte; der Kopf ging nach oben, er hat sich quasi drüberkatapultiert. Am Schluss konnte er flüssig drübertraben, da merkte man fast keinen Unterschied mehr ob Stange da war oder nicht, so wollte ich das. Biegung hielt er brav mehr oder weniger alleine, ohne viel und ständiges Zügelzuppeln.
Freitag, 22. August 2014
Verladewoche
Etwas, was mich bei den angereisten Teilnehmern vom David Lichman-Kurs sehr beeindruckte, war die Entspannung ihrer Pferde im stehenden Hänger. Da standen sie, entweder vor ihrer Abreise oder nach ihrer Ankunft, Klappen offen, Pferde neugierig, aber kein Hüpfen, kein Trampeln, kein unbedingt-sofort-Rauswollen.
Ein neues Ziel für uns, Billy zum Verlade-Profi zu machen. Einsteigen tut er ja brav, aber wir wissen: Kaum wird gefahren, kriegt er Schweißausbrüche. Und Stehen ohne Fahren ist auch blöd, findet er. Da kann man ja genausogut auch wieder aussteigen, oder?
Dass das alles eine Sache der Übung ist, ist klar.
In dieser Woche hatte ich Urlaub, das Zugfahrzeug und sein Lenker standen mir zur Verfügung - Gelegenheit zum Verladetraining!
Am Montag hatte ich noch folgenden Plan: Billy sollte einfach lernen, dass man sich im stehenden Hänger nicht aufregen muss. Nichts anderes als in der Box stehen, Billy! Oder im Futterautomaten! (Wo Herr Billy ja mit Vorliebe mal ein Zwischendurch-Nickerchen einlegt - Klaustrophobie ist nicht der Grund für die Nervosität im Hänger!). Ich wollte ihm einfach mal zeigen, dass nicht immer was passieren muss (fahren), wenn die Hängerrampen zugehen. Wir hängten als Entspannungsbeschleuniger ein Heunetz auf ... Billy trapste ohne Schwierigkeiten in den HÄnger und mampfte los. In kleinen, aber (rückblickend) doch zu schnellen STufen ließen wir ihn allein: Zuerst gingen wir weg, dann machten wir die Reitertür vorn zu, dann hängten wir die Stange ein, dann machten wir die Rampe zu, dann banden wir ihn an (weil ich nicht möchte, dass er womöglich mal probiert, ob er umdrehen kann). Billy stand und fraß. Wir setzten uns unter einen Sonnenschirm neben den Hänger und entspannten.
Und dann war das Heu gegessen.
Billy wartete kurz, was nun zu seiner Bespaßung passieren würde, und als genau nichts passierte und er zusätzlcih feststellte, dass er aufgrund des Angebunden-Seins nicht jede Fliege so wegscheuchen konnte wie er wollte, began er zu randalieren. Meine Nerven!
Er trat hinten gegen die Rampe, er stampfte dass ich Angst hatte, er käme gleich durch den Boden durch, er trampelte hin und her, dass der ganze Hänger mitsamt Auto wackelte.
Weil ich meinen Hänger gern noch länger haben wollte, wie auch ein Pferd ohne Blessuren, brachen wir die Übung irgendwann ab, als es meine Nerven nicht mehr ertrugen. Natürlich ein schlechtes Ende, denn nun hatte Billy die Erfahrung: Randalieren hilft.
Am Dienstag änderten wir nach reiflicher Überlegung die Strategie. Wir stellten den Hänger mitsamt Auto aufs Viereck und erklärten ihn zum Ruhepol. Draußen gabs Arbeit über Arbeit, Ruhepausen nahm Billy nur im Hänger ein. Billy sabotierte die Pläne ein wenig, indem er heute sehr gehfreudig war, aber es klappte schließlich trotzdem. Wir fingen mit Bodenarbeit an. Billy war übermütig, galoppierte an, versuchte mir zweimal das Seil aus der Hand zu reißen und wegzugaloppiern, und schlug in meine Richtung aus; ich konnte ihn aber halten. Wir machten zuerst am Boden, dann beim Reiten anstrengende Dinge: Achter, Slalom, ganz viele Handwechsel mit Galopp dazwischen, ganz viele Übergänge, schließlich Hopser über Cavaletti. Hier versuchte ich wie bei David, ihn trabend hinzuschicken und dann über dem Sprung angaloppieren zu lassen. Billy vergingen langsam die Flausen. Als ich das erste Mal das Gefühl hatte, er bräuchte eine Belohnungspause, gingen wir zum Hänger. Anfangs zierte sich Billy und wollte sich nicht reinschicken lassen. Das ganze dauerte zu lange, er bekam die Pause vor statt im Hänger, das war nicht so gut. Also mit ihm reingegangen, das klappte immer gleich. Reinschicken wird dann später eine weitere Phase.
Der Plan war: Billy darf sich drin ausruhen mit mir, ein wenig Hafer haben wir ihm auch gegeben. Alle Türen bleiben offen, ich verhindere nur mit dem Seil, dass er womöglich umdreht. Sobald er rückwärts aussteigt von alleine, geht es weiter mit der Arbeit. Tatsächlich passierte das am Anfang sofort nach dem Auffressen vom Hafer. Billy schob geordnet rückwärts, stieg super aus der Tür mit Stufe aus.
Weiter gings! Weiter Bodenarbeit, Seitwärts, viel viel Rückwärts, und wieder Hänger anbieten. Immer wieder und wieder. Billy fraß jedesmal nur die paar Haferkörner und stieg selbst wieder aus.
Nach der Bodenarbeit bin ich noch geritten: Trab und Schritt nach Rhythmus von Musik, wie bei David, dabei sehr sehr schneller Trab und Schritt (spätestens da hatte Billy dann genug). Nach jeder anstrengenden Übung boten wir ihm Ruhe im Hänger an und etwas Hafer. Die Pausen, in denen Billy drinstand, wurden langsam länger, aber trotzdem ging er immer selbständig wieder raus. Am Abschluss des Dienstag war es dann aber schließlich so (nach einer 2-3 Stunden-Session), dass er einen Schritt nach rückwärts machte und deutlich dran dachte, auszusteigen, dann aber wieder einen Schritt nach vor tat und ausruhte. Das war am Dienstag der Zeitpunkt, wo ich ihn aktiv rausschickte, wutzeln ließ und nach Hause brachte.
Am Donnerstag ging es weiter. Wir parkten den Hänger diesmal am Ausgang des Vierecks, weil das so nass war. Klappte auch gut. Der Unterschied zu Dienstag war enorm. Ich arbeitete kurz mit Billy, wir machten wieder lästige anstrengende Übungen (heute war er von Anfang an nicht so ungewöhnlich energievoll wie am Dienstag), dann ging ich mit ihm in den Hänger (reinschicken klappte immer noch nicht, egal). Er blieb von Anfang an länger drin und musste eigentlich fast immer rausgeschickt werden. Wir schlossen auch erstmals hinten die Rampe für kurze Zeit und ließen ihn kurz allein. Da wird er schon wieder nervös, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Mit geschlossener Klappe zeigte Billy dann bei einem der Versuche ein „coming off Adrenaline“ wie aus dem Bilderbuch: Er blinzelte, die Augerl fielen ihm zu, er gähnte, er kaute, Hals senkte sich und er war nun sichtlich entspannt. Ein super Abschluss, Klappe wieder auf und raus geschickt und heim.
Freitag dann noch einmal, Hänger wieder außerhalb vom Viereck. Billy ließ sich zwar immer noch nicht reinschicken, aber wir konnten die Klappe wirklich schon lange lange Zeit zulassen, ohne bei Billy zu bleiben und ohne dass er Futter hatte. Er begann dann zwar wieder etwas ungeduldig zu stampfen und nach Fliegen zu schlagen, aber er sah die ganze Zeit relativ entspannt aus. Wieder zeigte er so schön einen Entspannungsanfall, und wir luden ihn wieder aus.
Donnerstag und Freitag ging er kein einziges Mal von sich aus rückwärts. Und interessanterweise war das Raussteigen über die Stufe plötzlich wieder ein Problem.Am Dienstag hatte er da nicht gezögert, d.h. es war offenbar noch gruseliger, im Hänger zu stehen, als das schwierige Raussteigen. Donnerstag und Freitag dann langsam umgekehrt.
Schön, wenn man einmal so viel Zeit hat und kontinuierlich an sowas arbeiten kann. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn das Zugfahrzeug wieder einmal zur Verfügung steht.
Ein neues Ziel für uns, Billy zum Verlade-Profi zu machen. Einsteigen tut er ja brav, aber wir wissen: Kaum wird gefahren, kriegt er Schweißausbrüche. Und Stehen ohne Fahren ist auch blöd, findet er. Da kann man ja genausogut auch wieder aussteigen, oder?
Dass das alles eine Sache der Übung ist, ist klar.
In dieser Woche hatte ich Urlaub, das Zugfahrzeug und sein Lenker standen mir zur Verfügung - Gelegenheit zum Verladetraining!
Am Montag hatte ich noch folgenden Plan: Billy sollte einfach lernen, dass man sich im stehenden Hänger nicht aufregen muss. Nichts anderes als in der Box stehen, Billy! Oder im Futterautomaten! (Wo Herr Billy ja mit Vorliebe mal ein Zwischendurch-Nickerchen einlegt - Klaustrophobie ist nicht der Grund für die Nervosität im Hänger!). Ich wollte ihm einfach mal zeigen, dass nicht immer was passieren muss (fahren), wenn die Hängerrampen zugehen. Wir hängten als Entspannungsbeschleuniger ein Heunetz auf ... Billy trapste ohne Schwierigkeiten in den HÄnger und mampfte los. In kleinen, aber (rückblickend) doch zu schnellen STufen ließen wir ihn allein: Zuerst gingen wir weg, dann machten wir die Reitertür vorn zu, dann hängten wir die Stange ein, dann machten wir die Rampe zu, dann banden wir ihn an (weil ich nicht möchte, dass er womöglich mal probiert, ob er umdrehen kann). Billy stand und fraß. Wir setzten uns unter einen Sonnenschirm neben den Hänger und entspannten.
Und dann war das Heu gegessen.
Billy wartete kurz, was nun zu seiner Bespaßung passieren würde, und als genau nichts passierte und er zusätzlcih feststellte, dass er aufgrund des Angebunden-Seins nicht jede Fliege so wegscheuchen konnte wie er wollte, began er zu randalieren. Meine Nerven!
Er trat hinten gegen die Rampe, er stampfte dass ich Angst hatte, er käme gleich durch den Boden durch, er trampelte hin und her, dass der ganze Hänger mitsamt Auto wackelte.
Weil ich meinen Hänger gern noch länger haben wollte, wie auch ein Pferd ohne Blessuren, brachen wir die Übung irgendwann ab, als es meine Nerven nicht mehr ertrugen. Natürlich ein schlechtes Ende, denn nun hatte Billy die Erfahrung: Randalieren hilft.
Am Dienstag änderten wir nach reiflicher Überlegung die Strategie. Wir stellten den Hänger mitsamt Auto aufs Viereck und erklärten ihn zum Ruhepol. Draußen gabs Arbeit über Arbeit, Ruhepausen nahm Billy nur im Hänger ein. Billy sabotierte die Pläne ein wenig, indem er heute sehr gehfreudig war, aber es klappte schließlich trotzdem. Wir fingen mit Bodenarbeit an. Billy war übermütig, galoppierte an, versuchte mir zweimal das Seil aus der Hand zu reißen und wegzugaloppiern, und schlug in meine Richtung aus; ich konnte ihn aber halten. Wir machten zuerst am Boden, dann beim Reiten anstrengende Dinge: Achter, Slalom, ganz viele Handwechsel mit Galopp dazwischen, ganz viele Übergänge, schließlich Hopser über Cavaletti. Hier versuchte ich wie bei David, ihn trabend hinzuschicken und dann über dem Sprung angaloppieren zu lassen. Billy vergingen langsam die Flausen. Als ich das erste Mal das Gefühl hatte, er bräuchte eine Belohnungspause, gingen wir zum Hänger. Anfangs zierte sich Billy und wollte sich nicht reinschicken lassen. Das ganze dauerte zu lange, er bekam die Pause vor statt im Hänger, das war nicht so gut. Also mit ihm reingegangen, das klappte immer gleich. Reinschicken wird dann später eine weitere Phase.
Der Plan war: Billy darf sich drin ausruhen mit mir, ein wenig Hafer haben wir ihm auch gegeben. Alle Türen bleiben offen, ich verhindere nur mit dem Seil, dass er womöglich umdreht. Sobald er rückwärts aussteigt von alleine, geht es weiter mit der Arbeit. Tatsächlich passierte das am Anfang sofort nach dem Auffressen vom Hafer. Billy schob geordnet rückwärts, stieg super aus der Tür mit Stufe aus.
Weiter gings! Weiter Bodenarbeit, Seitwärts, viel viel Rückwärts, und wieder Hänger anbieten. Immer wieder und wieder. Billy fraß jedesmal nur die paar Haferkörner und stieg selbst wieder aus.
Nach der Bodenarbeit bin ich noch geritten: Trab und Schritt nach Rhythmus von Musik, wie bei David, dabei sehr sehr schneller Trab und Schritt (spätestens da hatte Billy dann genug). Nach jeder anstrengenden Übung boten wir ihm Ruhe im Hänger an und etwas Hafer. Die Pausen, in denen Billy drinstand, wurden langsam länger, aber trotzdem ging er immer selbständig wieder raus. Am Abschluss des Dienstag war es dann aber schließlich so (nach einer 2-3 Stunden-Session), dass er einen Schritt nach rückwärts machte und deutlich dran dachte, auszusteigen, dann aber wieder einen Schritt nach vor tat und ausruhte. Das war am Dienstag der Zeitpunkt, wo ich ihn aktiv rausschickte, wutzeln ließ und nach Hause brachte.
Am Donnerstag ging es weiter. Wir parkten den Hänger diesmal am Ausgang des Vierecks, weil das so nass war. Klappte auch gut. Der Unterschied zu Dienstag war enorm. Ich arbeitete kurz mit Billy, wir machten wieder lästige anstrengende Übungen (heute war er von Anfang an nicht so ungewöhnlich energievoll wie am Dienstag), dann ging ich mit ihm in den Hänger (reinschicken klappte immer noch nicht, egal). Er blieb von Anfang an länger drin und musste eigentlich fast immer rausgeschickt werden. Wir schlossen auch erstmals hinten die Rampe für kurze Zeit und ließen ihn kurz allein. Da wird er schon wieder nervös, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Mit geschlossener Klappe zeigte Billy dann bei einem der Versuche ein „coming off Adrenaline“ wie aus dem Bilderbuch: Er blinzelte, die Augerl fielen ihm zu, er gähnte, er kaute, Hals senkte sich und er war nun sichtlich entspannt. Ein super Abschluss, Klappe wieder auf und raus geschickt und heim.
Freitag dann noch einmal, Hänger wieder außerhalb vom Viereck. Billy ließ sich zwar immer noch nicht reinschicken, aber wir konnten die Klappe wirklich schon lange lange Zeit zulassen, ohne bei Billy zu bleiben und ohne dass er Futter hatte. Er begann dann zwar wieder etwas ungeduldig zu stampfen und nach Fliegen zu schlagen, aber er sah die ganze Zeit relativ entspannt aus. Wieder zeigte er so schön einen Entspannungsanfall, und wir luden ihn wieder aus.
Donnerstag und Freitag ging er kein einziges Mal von sich aus rückwärts. Und interessanterweise war das Raussteigen über die Stufe plötzlich wieder ein Problem.Am Dienstag hatte er da nicht gezögert, d.h. es war offenbar noch gruseliger, im Hänger zu stehen, als das schwierige Raussteigen. Donnerstag und Freitag dann langsam umgekehrt.
Schön, wenn man einmal so viel Zeit hat und kontinuierlich an sowas arbeiten kann. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn das Zugfahrzeug wieder einmal zur Verfügung steht.
Freitag, 15. August 2014
Kursbericht: David Lichman, 14.+15. August in Mauerbach
Es war soweit, schon wieder das nächste Kurs-Highlight bei uns im Stall - David Lichman, 5-Stern-Parelli-Instruktor, beehrte uns mit einem 2-tägigem Kurs. Als i-Tüpfelchen schaute Michael Grohmann am ersten Tag vorbei und coachte sogar ein bisschen mit.
Selbst das Teilnehmerfeld war erlesen, wir waren 6 Teilnehmer mit durchwegs hohem Niveau, Level 3, Level 4, da versteckten sich sogar noch 1, 2 Parelli-Instruktoren-Sternchen unter den Teilnehmern, ohne dass ich es wusste ;-). Das waren dann also 10 Parelli Sterne auf einem Platz. Wow.
Während ich mich also zwischen lauter Level-4-Leuten etwas klein fühlte, ging es dem Billy wohl nicht anders, denn der stand nun zwischen Ex-Renntrabern, Vollblutarabern und einem Isi mit 5-Gang-Getriebe. Insgesamt fühlten wir uns ein bisschen wie ein Fahranfänger, der mit einem Traktor in ein Formel-1-Rennen geraten ist.
Das Billy-Tier und ich versuchten also, das Niveau nicht allzu sehr nach unten zu ziehen *g*. Billy gab sich alle Mühe und zeigte sich von seiner besten Seite, ich war furchtbar stolz :-).
1. Kurstag:
Der erste Programmpunkt für die Bodenarbeit am Vormittag war 45''-Rope-Handling. Ich hatte mir das gewünscht, weil ich mich in den letzten Jahren immer mehr dabei ertappe, dass das lange Seil zusehends im Spind verstaubt, weil ich mich jedesmal, wenn ich es zu benutzen versuche, darin verheddere, oder - noch schlimmer - den Billy gleich mit. Es bleibt also im Spind und damit beschränkt sich die Distanz, die ich zum Pferd aufbauen kann, halt auf unsere üblichen 7 Meter. Daher hoffte ich schwer auf Tips und Tricks. Eine andere Teilnehmerin war von der Idee auch angetan und interessierte sichs fürs Roping, also ging es gleich damit los; wobei David durchaus gleich durchblicken ließ, dass das ganze nicht unbedingt seine Lieblingsdisziplin sei ;-).
Zuerst ließen wir die Pferde angebunden stehen (superbrav) und übten „trocken“. Rope auswerfen und einholen. David zeigte uns verschiedene Arten, wie man die Hand halten kann. Dann kam der erste Trick und die erste Erleuchtung bei etwas, wo ich immer Schwierigkeiten hatte: Kommt das Pferd auf mich zu und ich muss schnell das Rope verkürzen, dann ist nix mehr mit „coiling“! In dem Fall legt man (zumindest als Nicht-Super-Profi) keine sauberen Schlaufen mehr, sondern zieht das Seil nur mit der einen Hand schnell durch die andere und „sammelt“ das Rope hinter sich. Und ist das Pferd dann da und die Situation wieder beruhigt, dann „coilt“ man das Seil nunmehr von hinten „up“. So erspart man dem Pferd nämlich auch das Herumschlackern des Ropes am Halfter. Das Seil „sammelt“ man dabei auf der rechten Körperseite (d.h. linke Hand hält/stabilisiert, rechte Hand zieht durch, Seil liegt dann rechts hinten), steigt dann zum Aufwickeln drüber, sodass es auf der linken Körperseite liegt, hält die Schlaufen mit rechts und rollt mit links das liegende Seil ein. Umgekehrt macht man es (links hält, rechts wickelt), wenn man den zum Pferd führenden Teil des Ropes aufwickelt. Das war schon einmal eine Erkenntnis.
Dann begannen wir zu werfen. Zuerst ohne Schlinge, kreisen lassen und dann von rechts, mit einer „Zeigebewegung“ auf das Ziel, loslassen. Nicht nach oben werfen, sondern eher von oben nach unten. Danach zeigte uns David noch, wie man mit einer ganz gewissen Handbewegung die Schlinge groß macht. Man muss zwei oder dreimal umgreifen und dabei die Schlinge lang ziehen. Das war meinem Hirn zu viel… Jedenfalls begannen wir dann die Schlingen kreisen zu lassen. Man muss das Handgelenk dabei drehen, die Schlinge dreht sich dann so, dass man bei jeder Umdrehung durchschauen kann. Und in dem Moment, wo man vorne durchschaut, muss man sie loslassen. Eh ganz einfach !!! ;-)
Mit diesem neuen Wissen schickte David uns dann Pferd holen. Der erste Stolz-Moment: Ich durfte tatsächlich gleich mit dem langen Seil ans Pferd. Ich sollte Billy auf einen Riesen-Zirkel schicken (das war das schwierigste daran) und gehen lassen und ihm das ganze Seil geben. Dann einfach üben: Seil vom Pferd her einholen, dann die Schlingen nach hinten raus werfen, von hinten wieder einholen. Nach vorne Richtung Pferd Schlingen loslassen, wieder einholen. Das klappte bald ganz gut, ich konnte dann Billy sogar antraben lassen und diese Übungen machen. Klappte besser als ich zu träumen gewagt hätte (jedenfalls bin ich nicht hingefallen und hab uns nicht peinlich verheddert).
Ich fragte David dann noch danach, wie bzw. ob ich es mit Billy je hinkriegen werde, ihm die „coils“ hinzuwerfen, und er geht willig rückwärts (denn das hatten wir davor mit Zuschauern, die "Pferd" spielten, so geübt). Die Antwort lautete mehr oder weniger nein, und David brachte in Bezug auf Billy einen tollen Vergleich. Zuerst zeigte er mir einmal, wie er Billy rückwärts gehen ließ. Und ich war superbaff und so froh, das sah nämlich nicht viel anders aus als bei mir. Billy giftelte, David musste ihm ordentliche Flicks auf die Brust verpassen, Billy ärgerte sich... Naja jedenfalls sah das auch weit entfernt von „fein“ und "schön" aus. Wir redeten da dann drüber, und David brachte das interessante Bild von „sharpening your tools“. Im Grunde sagte er nur, dass man bei manchen Pferden wie Billy nun mal schärfere Werkzeuge braucht, und dass man sie immer schärfen muss, wenn sie gut funktionieren sollen. Wie ein Koch sein Messer vor fast jedem Schnitt schleift, muss man bei Pferden wie Billy auch die Phase 1 quasi schärfen – mit einer kurzen Erinnerung an Phase 4. Man muss dabei dann auch nicht lange durch die Phasen gehen, einfach: Phase 1 – keine Reaktion, daher Werkzeug schärfen – zack – und dann wieder probieren, geht es jetzt, noch immer nicht? – zack – geht’s jetzt? Ja! Danke. Und David überschlug sich dann noch im Lobpreisen von billy-like LBI s (man werde ja auch nicht jünger!) ;-). Er redete noch drüber, wie man Tools stumpf macht: over-use, mis-use, under-use (dann rosten sie – bei Pferden wie Billy kommt das aber kaum vor ;-).
Am Nachmittag gings dann zum Reiten, und das war auch wieder sowas von super! David ist echt ein sehr großer Motivator. Wir ritten alle zusammen, weil bei uns ja genug Platz ist. Als erstes machten wir Zirkel mit starker Biegung, mit dem Ziel, dass die ganzen Rennpferde, die noch so dabei waren, sich mal nach unten strecken wollten. Billy sollte das aus anderen Gründen machen. Billy liefe ganz vernünftig, meinte David, nicht mit durchgedrücktem Rücken, aber auch nicht mit aufgewölbtem Rücken. Durch das Biegen auf dem Zirkel würde das besser werden. Billy bog sicher sehr sehr gut am Knotenhalfter, ich bemerke einen Effekt des Hackamore-Trainings! Er gab auf die gleiche Handhabung des Knotenhalfters nämlich auch im Genick nach! Ganz toll gemacht, nur manchmal etwas unmotiviert zu traben.
Dann eine weitere Übung, die für den Teilnehmer mit dem beim Ausreiten zu flott werdenden Araber gedacht war: das „Beep Beep Game“. Hier geht’s drum, das eigene Pferd vom Vorderpferd in einer Reihe rückwärts richten zu lassen. Alle stehen, der vorderste fängt an rückwärts zu schieben und wachelt mit dem Stick hinter sich (und sagt dabei wie ein LKW: Beep beep beep). Der Hintermann hält nur die Nase des eigenen Pferdes am Schweif des Vorderpferdes und wartet, bis dieses durch das Stick-Wacheln ebenfalls zurücktritt. Aufhören, wenn es leicht ist. Billy ließ ich lieber nicht als Vorderpferd agieren, wir trauten uns nicht. Anfangs kapierte ich das Spiel nicht ganz und richtete Billy aktiv rückwärts. Was soll ich sagen, er schenkte mir in dieser halben Stunde das beste Rückwärts ever. Leicht, willig, ohne Diskussion. Einfach nur genial, ich kam aus dem Loben gar nicht heraus! Ich fragte David später, ob das mit dem Zirkeln mit enger Biegung zusammenhängen könnte, und er meinte ja, posture wurde besser, daher auch leichter für ihn, rückwärts zu gehen. Ich werde damit experimentieren.
Zurück zum Beep Beep. Ich war mit den beiden RBE-Renntrabern in der Gruppe. Denen wurde bald zu fad, und sie machten das Spiel nicht mehr aus dem Stehen, sondern im Schritt, dann Trab, dann machten wirs im Galopp. Super geklappt. Ganz zum Schluss hängte David noch den Araber an uns hinten dran, ich schaute, dass ich ihn vehement mit Stick und String abhielt, und es passierte nix, uff. Billy war brav.
Dann packte David wieder die Musik aus, und es ging rund. Wir mussten den Schritt-Takt wieder dem Musiktakt anpassen. Billy und ich hatten sowas ja vor kurzem geübt, Schritt und Trab schneller und langsamer über den Sitz zu machen. Und mit Musik ist das dann überhaupt toll; ich kann gar nicht genau sagen wie ich es mache, aber wir waren meistens im Takt. Los ging es mit mittlerem Tempo, dann schneller und schneller im Schritt. Ich legte mich richtig ins Zeug. Am Schluss war Billy an der Grenze seiner Kapazitäten, was den Schritt anbelangt, es gelang mir aber, ihn so an der Grenze zum Antraben zu halten, dass wir den Takt immer noch halten konnten. Am Schluss spielte David noch eine Ballade, superlangsam zum Schreiten, da packte Billy dann sein Talent aus - sooooooo ein langsamer Schritt, da staunten die Rennpferde ;-). Das ganze kam dann noch im Trab. Auch da konnte ich Billy meistens super im Takt halten. Ich war die einzige mit Barebackpad, und als es richtig schnell wurde, musste ich für Billy Pausen einlegen. Er verspannte sich aber nie, ich konnte es super sitzen. Und dann gings auch noch in den Galopp. Die anderen sausten herum, Billy war müde und begann zu quengeln. Ich ließ ihn immer wieder kurz stehen und verschnaufen und hängte mich dann hie und da an die anderen an, um zu sehen, ob ich den Galopptakt auch halten kann. Konnte er gut! Am Schluss war das richtig schnell, Billy hielt mit, halt immer nur eine kurze Runde, dann ließ ich ihn wieder ausruhen.
Ein suuuper-Kurstag! David ist vor allem einfach auch ein super Motivator.
2. Kurstag:
Tag 2 vom David Lichman-Kurs!
Am Vormittag gab es wieder Bodenarbeit: Kopf auf ein bestimmtes Signal senken, um im Panikfall dieses entspannende Kopfsenken parat zu haben. David möchte dem Pferd beibringen, dass die Antwort darauf, wenn es sich in einer Situation sorgt, Kopfsenken ist. Also macht er mit dem Stick und String irgendwas zwischen Friendly und Driving Game, etwas, was das Pferd nervt und stört. Er schubst z.B. den String über den Rücken mit einem leichten Klatschen. Die meisten Pferde orten das als „sideways towards“, auch Billy. Ganz tolles Sideways Towards hat er gemacht! Also versuchte ich ein anderes Signal, klopfen auf die Schulter. Dadurch bekomme ich auch gleichzeitig die richtige Biegung, auf die David ebenso achtet, als weiteren Schritt. Also nerven mit einem bouncing stick, wenn das Pferd keine Antwort sucht, am Halfter nachhelfen und Kopf senken lassen, Pause. Ein Friendly Game im Grunde, nur dass die Antwort nicht stillstehen, sondern Kopfsenken ist. Wir übten im Stillstand, dann im Schritt und auch im Trab. Nur: Billy zeigte sich unüblich lernresistent, vielleicht muss man es mit Cookies installieren. Ich war jedenfalls leicht frustriert. Vielleicht klappte es auch nicht, weil mich das Signal nicht überzeugt hat – ich habe Angst, dass mein Driving Game leidet. Im Grunde ist es aber wie Karen Rohlfs Friendly Game in Bewegung, was wir ja auch machen, nur dass die Antwort Kopfsenken ist. Damit ging der Vormittag vorbei.
Am Schluss haben wir noch Anleitung zum Spin gekriegt, da hat unser erster Versuch gleich gut geklappt, ich habe das wieder aus Zone 5 aufgebaut. David baut den Spin so auf, dass er das Pferd am Hufschlag gehen lässt, es zu sich zieht ("draw"), die Nase am Bauchnabel vorbeischickt und dann von hinten die Vorhand rum, um es auf der anderen Seite wieder in Empfang zu nehmen. Haben wir auch am Kurs vor 3 Jahren gemacht.
Die zweite Gruppe übte „Boomerang“ at liberty: mit dem Pferd zu einem Hindernis, dann selbst rückwärts drumrum und das Pferd mitziehen. Von immer größerer Entfernung. Weitere Übungen: das Pferd „parken“ und dann zu sich rufen. Das klappte bei einigen wirklich toll.
Außerdem machten sie Sprung über eine Tonne: Auf dem Hufschlag ein hohes Hindernis aufgebaut, dann eine Lücke gelassen, dann eine liegende Tonne, dann wieder hoch. Das Pferd wird durch die Lücke durchgeschickt, und mit dem „Boomerang“ kombiniert, d.h. nicht die Hinterhand disengaged wie bei einem normalen Squeeze Game, das Pferd soll gleich herkommen. David lässt einen dann immer auf das Hindernis hinsetzen, als neutrale Position und "gut gemacht". Die Lücke zwischen den Hindernissen wird nach und nach verkleinert, bis sie ganz weg ist und das Pferd als nächst einfachste Möglichkeit die niedrige Tonne springt. Nach und nach kann man dann die höheren Hindernisse rundherum entfernen und beginnen, freistehende Tonnen zu springen. Eine Möglichkeit dazu ist auch, das Pferd über die "Falling Leaf"- Übung nahe heranzuführen und dann mit einem Fingerzeig über die Tonne zu schicken. Klappte schon gut bei manchem Teilnehmer!
Am Nachmittag sind wir wieder alle zusammen geritten, wir waren jetzt 1 Pferd mehr, denn die Vollblüter hatten sich verdoppelt: Eine Zuschauerin war offenbar so begeistert gewesen, dass sie in der Früh ihr Pferd nachholte, um den 2. Tag mit Pferd teilzunehmen. :-)
Am Anfang hat David das gelernte von gestern üben lassen; wir haben also enge Zirkel mit viel Biegung im Schritt und Trab geübt, auf dass Billy den Kopf senken soll. Lustig, im Gegensatz zur Bodenarbeit funktioniert das beim Reiten richtig gut.
Einige wollten an den Flying Lead Changes arbeiten. David ließ ein Bow Tie Muster aufbauen, mit 2 schräg vor dem Hufschlag aufgestellten niedrigen Cavalettis. Also so, dass man quasi einen Achter drumrum reiten konnte. Wir sollten auf die ersten Stangen hintraben und den ersten Galoppsprung genau über der Stange verlangen, und dann noch 2, 3 Galoppsprünge weiterreiten. Billy und ich schafften es, jedesmal justament den falschen Galopp zu kriegen. Ich mach also irgendwas falsch. Zusätzlich sollte ich das Pferd in die Richtung „pushen“, in die der Galopp stattfinden soll. Billy traf den Galopp manchmal, und manchmal nicht, das war pures Zufallsprinzip. Es liegt natürlich daran, dass wir nie ein eindeutiges Links- und Rechtsgalopp-Signal etabliert haben *ähem*. Das muss ich mir noch irgendwie mal überlegen.
Als es dann daran ging, nicht mehr im Trab hinzugehen, sondern hinzugaloppieren und auf einen fliegenden Wechsel zu hoffen, habe ich aufgehört, weil es uns glaub ich nur verwirrt hätte. Das kleine Hüpfen mit Billy nur im Barebackpad war aber toll. Hie und da machte er einen größeren Hüpfer als nötig, aber es fühlte sich immer gut an, konnte gut mitgehen und alles gut sitzen.
Am Schluss kam noch Davids „Ringstechen“, das er auch beim letzten Kurs gemacht hat. Ringe wurden am Zaun befestigt, und wir mussten sie aus verschiedenen Situationen mit dem Stick auffädeln: Im Schritt, mit der linken Hand, ohne Zügel, im Trab, im Galopp, … natürlich immer alles hübsch mit Musik ... da waren ein paar wirklich gute Leute dabei: Galopp ohne Zügel und beide – auch den wirklich winzigen – Ringe aufgefädelt, alle Achtung.David verteilte Punkte und alle hatten eine Riesen-Hetz!
Das war der Abschluss wie schon beim letzten Mal.
Kann auch nach dem 2. Tag nur wiederholen: Ein super Kurs!
Wir hoffen sehr, dass David vielleicht nächstes Jahr wiederkommt. Kann wirklich nur jedem empfehlen, hinzugehen, es lohnt sich!
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| Und so idyllisch war's! |
Samstag, 19. Juli 2014
Flugstunde - und Billy als Lehrpferd
Tja, also irgendwie werden ich, Billy und das Ausreitgelände nicht wirklich warm miteinander. Heut ging es sich endlich einmal aus, dass ich mit meinen Miteinstellern (insgesamt zu dritt) ausreiten gehen konnte, ich war auch total entspannt, und dann passierte das:
Wir galoppierten gemütlich und kontrolliert einen Waldweg entlang; Waldweg war am Vortag von den Mitreiterinnen im Schritt beritten und für galopptauglich befunden worden. Für ihre Pferde galt das auch, nur der Billy schaffte es natürlich, in die einzige Schlammlacke weit und breit zu treten. Das war eine wahre Kunst, die zu treffen, und dann offenbar auch noch im Augenblick des Abdrückens im Galoppsprung...
Jedenfalls zog es ihm völlig überraschend beide Hinterbeine zur Seite weg, ich dachte noch ein paar unaussprechliche Dinge, bevor ich mit ziemlichem Karacho und nach hoher Flugbahn auf der linken Schulter landete. Billy landete mit einem dumpfen "Whumppp" einen Meter neben mir - ein Glück, denn der Steigbügel - ein ziemlich massives Ding - sieht jetzt so aus:
Da bin ich doch froh, dass mein Fuß nicht mehr drin war, und auch, dass mein Bein nicht unter 600kg Billy + Aufschlagenergie begraben wurde.
Billy ging aus dem ganzen völlig unverletzt hervor, ich hab mir die Schulter auch nur geprellt und nix gebrochen, geht mittlerweile (2 Wochen später) auch schon wieder ganz gut.
Alles in allem also ein erfolgreicher Ausritt!!! ;-)
Weil ich also etwas gehandicapt war, Billy aber nicht, durfte er die nächsten beiden Wochen ein paarmal meinen Freund spazieren tragen und ihm beibringen, wie man lenkt, anschrittet, anhält und auch antrabt. Trab ist etwas holprig, aber Billy ertrug den Anfänger auf dem Rücken mit der ihm eigenen stoischen Ruhe - wenns zu schlimm wird, ging er einfach wieder Schritt.
Wir galoppierten gemütlich und kontrolliert einen Waldweg entlang; Waldweg war am Vortag von den Mitreiterinnen im Schritt beritten und für galopptauglich befunden worden. Für ihre Pferde galt das auch, nur der Billy schaffte es natürlich, in die einzige Schlammlacke weit und breit zu treten. Das war eine wahre Kunst, die zu treffen, und dann offenbar auch noch im Augenblick des Abdrückens im Galoppsprung...
Jedenfalls zog es ihm völlig überraschend beide Hinterbeine zur Seite weg, ich dachte noch ein paar unaussprechliche Dinge, bevor ich mit ziemlichem Karacho und nach hoher Flugbahn auf der linken Schulter landete. Billy landete mit einem dumpfen "Whumppp" einen Meter neben mir - ein Glück, denn der Steigbügel - ein ziemlich massives Ding - sieht jetzt so aus:
Da bin ich doch froh, dass mein Fuß nicht mehr drin war, und auch, dass mein Bein nicht unter 600kg Billy + Aufschlagenergie begraben wurde.
Billy ging aus dem ganzen völlig unverletzt hervor, ich hab mir die Schulter auch nur geprellt und nix gebrochen, geht mittlerweile (2 Wochen später) auch schon wieder ganz gut.
Alles in allem also ein erfolgreicher Ausritt!!! ;-)
Weil ich also etwas gehandicapt war, Billy aber nicht, durfte er die nächsten beiden Wochen ein paarmal meinen Freund spazieren tragen und ihm beibringen, wie man lenkt, anschrittet, anhält und auch antrabt. Trab ist etwas holprig, aber Billy ertrug den Anfänger auf dem Rücken mit der ihm eigenen stoischen Ruhe - wenns zu schlimm wird, ging er einfach wieder Schritt.
Sonntag, 13. Juli 2014
Bosal-Workshop II - "Reiten ist nicht Fahrradfahren!!"
Nachdem unser erster Bosal-Workshop mit Kurt Murauer ein voller Erfolg war, haben wir Kurt noch einmal zu uns geholt, diesmal für einen 1-tägigen Workshop, in dem das gelernte und (manchmal) geübte begutachtet, korrigiert, und um die nächsten Schritte ergänzt wurde. War wieder richtig super, und auch das Wetter war uns (fast die ganze Zeit) hold - und wo nicht, da halfen unsere neuen Strandschirmchen ;-).
Hier meine Zusammenfassung:
In zwei Gruppen haben wir die Übungen vom letzten Mal wiederholt und Korrekturen bekommen.
Immer wieder auftretendes Problem bei mir: ich „fahre Rad“ statt zu reiten. D.h. ich bringe in der Wendung die äußere Schulter nach vorn. Ich glaube mittlerweile, ich weiß woher das kommt - vom Reiten mit Stick! Ein paarmal hat Kurt mich „ertappt“, wenn ich dabei war, meiner Gewohnheit nach den äußeren Zügel gegen Billys Hals zu klatschen, damit er weicht – dabei kommt natürlich meine Schulter vor! Soweit zu den Wendungen, sonst haben die gut geklappt.
Dann Biegung und Genickbeugung. Wir haben das bisher halbwegs richtig geübt, aber ich muss länger in Kontakt bleiben, damit Billy mal kapiert, dass er diese Haltungen beibehalten soll. Ich soll also durchaus nicht immer den Zügel sofort als Lob wieder hingeben, sondern dabehalten, wirklich mit leichtem Kontakt, und Billy gleich wieder in die Position holen, die ich möchte. Sowohl bei Genickbeugung als auch Biegung.
Übrigens hat Kurt den Unterschied zwischen Biegung (z.B. auf einem Zirkel) und Stellung (auf der ganzen Bahn brauchts keine Biegung) erklärt. Für Stellung Innenzügel hoch, für Biegung Innenzügel seitliche impulse. Genickkontrolle äußerer Zügel nach der Seite Impulse (eher unten).
Viel geübt haben wir auch die Diagonalkontrolle: HH weichen lassen aus der Bewegung heraus (Kreinbergs „dynamische VH-Wendung“), daran anschließend umsitzen (von vorne-außen nach hinten-innen) und die Vorhand weichen lassen. Wichtig für mich dabei war: Das muss keine perfekte HH-Wendung werden, bei der die HH am Punkt stehenbleibt. Es darf ruhig ein kleiner Kreis werden.
In Verbindung damit machten wir die neue Übung „Kälbchen treiben“: Am 2. Hufschlag reiten, Schritt oder Trab, Biegung Richtung Zaun, als würde parallel ein Kälbchen getrieben. Dann mit passiver Schulterkontrolle in Richtung Bahninneres ausweichen (ein Kälbchen würde jetzt langsamer, also rein theoretisch zumindest ;-)), dann Anhalten und direkt eine HH-Wendung Richtung Zaun (das Kälbchen hätte jetzt gewendet - wiederum, Theorie!) und dasselbe auf der anderen Hand.
Und dann kamen noch die ersten Übungen für die Aktivierung der Hinterhand diesmal dazu: Zirkel verkleinern mit Innenbiegung, bis das Hinterbein schön untertritt, wieder vergrößern. Am besten im Trab. Fand Billy anstrengend, hat sich aber bemüht.
Angalopp war auch noch ein Thema ganz zum Schluss. Billy war schon müde und grantig und diskutierte teils heftig. Er verstand anfangs nicht, was ich wollte, kennt das ja auch so nicht. Ich wiederum habe Schwierigkeiten mit der Koordination. 2. Hufschlag, ins Bahninnere gestellt, passive Schulterkontrolle Richtung 1. Hufschlag, dabei hinten-außen sitzen, Innenschenkel. Am Hufschlag bleibt Gewicht wie es ist, nur der Schenkel wechselt, Impuls mit dem Außenschenkel --> Galopp. Wichtig dabei, Zügel nachgeben, sonst kann das Pferd nicht vorn raus. Kurt forderte von uns auch viele Runden im Galopp auf Zirkeln, und dass Billy dabei Innenbiegung hat. Dabei legt er sich dann auf den Zügel, es ist eher krampfhaft. Wir sollten generell üben, das Tempo innerhalb jeder Gangart schön zu variieren. Schneller, langsamer Schritt, schneller Trab, langsamer Trab, schneller Galopp, langsamer Galopp…
War wieder ein wunderbarer Tag! Wir haben wieder jede Menge neuer Übungen und Inputs, bis Kurt hoffentlich im Herbst dann wiederkommt!
| Danke an Manuela für dieses wunderschöne Photo! |
Donnerstag, 10. Juli 2014
Der Billy war heut supergut drauf und wir konnten - schnell noch bevor Kurt am kommenden Sonntag wieder für einen Workshop kommt - ein paar Sachen wirklich fein üben. Hackamore angezogen und los gehts!
Zuerst einmal Aufwärmen. Ich möchte das Lenken rein auf Gewicht besser etablieren, aufwärmen im Schritt eignet sich dazu hervorragend. Wir gingen auf dem Hufschlag, Zügel lagen auf dem Hals, und ich ritt Volte um Volte. Was mich ein bisschen ärgert ist, dass ich Billy jede Einheit von neuem erklären muss, dass das ganze auch heute nach den gleichen Regeln funktioniert. Jeweils am Ende einer Einheit kann ich ein sehr fein reagierendes Pferd haben - aber am nächten Tag geht alles von vorn los. Heut war ich ein bisschen strenger, sprich, schnelles gehen durch die Phasen bei Nichtreaktion. Entsprechend schneller hatte ich dann auch das fein reagierende Pferd. Phasen: Gewicht verlagern, keine oder sehr zögerliche Reaktion: Schenkel leicht anlegen. Noch immer keine Reaktion --> da ich mir nicht angewöhnen möchte, mit dem Schenkel fest einzuwirken oder zu klopfen, kommt jetzt ein Anlegen der Gerte, nochmal eine Sekunde Zeit für Reaktion, dann ein Gertenschnalzer auf die Schulter. Das Geräusch wirkt (der Reitstick hat, obwohl festere Einwirkung, lange nicht die folgende Reaktion). DA gingen wir heut mehrmals schnell durch und schon klappte es, Billytier zog hübsche Volten, bald auf Schenkelanlegen, danach auf Gewicht. Wenn das gut geklappt hatte, gabs auch 1 Min+ Pause zum Verdauen.
Danach die nächste Übung: Nun gings wieder ans Biegen und Biegung-Halten in Bewegung mit der Hackamore. Wir ritten ganz ganz viele Schlangenlinien. Immer schön umsitzen, umstellen, Biegung halten. Klappt schon für immer mehr Tritte, das Stellen geht schon recht fein und leicht. Billy folgte heut brav und hatte auch einen angenehm flotten Schritt drauf.
Als nächtes ein paar Übergänge. Antraben - wieder war Billy flott, aber entspannt unterwegs, sehr angenehm. Wir schalteten an jeder Ecke Volten dazu, im Schritt. Während der Schritt-Volte etablierten wir wieder Biegung und dazu nun Genickbeugung. Die Haltung versuchte ich dann, beim Antraben auf der Geraden aus der Volte heraus mitzunehmen. Das gelang so lala, aber Billy bemühte sich. Während des Trabs auf der Geraden fragte ich Stellung und Genickbeugung ab, mit Hingeben der Zügel auf die richtige Reaktion. So reagierte Billy schneller und schneller.
Fein war das! Am Schluss noch ein kurzes Rückwärts, das auch ganz exzellent war, und Feierabend für uns beide (ach nein, Frauli musste noch abmisten... aber Feierabend für Billy ;-).
Zuerst einmal Aufwärmen. Ich möchte das Lenken rein auf Gewicht besser etablieren, aufwärmen im Schritt eignet sich dazu hervorragend. Wir gingen auf dem Hufschlag, Zügel lagen auf dem Hals, und ich ritt Volte um Volte. Was mich ein bisschen ärgert ist, dass ich Billy jede Einheit von neuem erklären muss, dass das ganze auch heute nach den gleichen Regeln funktioniert. Jeweils am Ende einer Einheit kann ich ein sehr fein reagierendes Pferd haben - aber am nächten Tag geht alles von vorn los. Heut war ich ein bisschen strenger, sprich, schnelles gehen durch die Phasen bei Nichtreaktion. Entsprechend schneller hatte ich dann auch das fein reagierende Pferd. Phasen: Gewicht verlagern, keine oder sehr zögerliche Reaktion: Schenkel leicht anlegen. Noch immer keine Reaktion --> da ich mir nicht angewöhnen möchte, mit dem Schenkel fest einzuwirken oder zu klopfen, kommt jetzt ein Anlegen der Gerte, nochmal eine Sekunde Zeit für Reaktion, dann ein Gertenschnalzer auf die Schulter. Das Geräusch wirkt (der Reitstick hat, obwohl festere Einwirkung, lange nicht die folgende Reaktion). DA gingen wir heut mehrmals schnell durch und schon klappte es, Billytier zog hübsche Volten, bald auf Schenkelanlegen, danach auf Gewicht. Wenn das gut geklappt hatte, gabs auch 1 Min+ Pause zum Verdauen.
Danach die nächste Übung: Nun gings wieder ans Biegen und Biegung-Halten in Bewegung mit der Hackamore. Wir ritten ganz ganz viele Schlangenlinien. Immer schön umsitzen, umstellen, Biegung halten. Klappt schon für immer mehr Tritte, das Stellen geht schon recht fein und leicht. Billy folgte heut brav und hatte auch einen angenehm flotten Schritt drauf.
Als nächtes ein paar Übergänge. Antraben - wieder war Billy flott, aber entspannt unterwegs, sehr angenehm. Wir schalteten an jeder Ecke Volten dazu, im Schritt. Während der Schritt-Volte etablierten wir wieder Biegung und dazu nun Genickbeugung. Die Haltung versuchte ich dann, beim Antraben auf der Geraden aus der Volte heraus mitzunehmen. Das gelang so lala, aber Billy bemühte sich. Während des Trabs auf der Geraden fragte ich Stellung und Genickbeugung ab, mit Hingeben der Zügel auf die richtige Reaktion. So reagierte Billy schneller und schneller.
Fein war das! Am Schluss noch ein kurzes Rückwärts, das auch ganz exzellent war, und Feierabend für uns beide (ach nein, Frauli musste noch abmisten... aber Feierabend für Billy ;-).
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