you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette
Dienstag, 9. November 2010
Squeeze am 14m Seil
Ich hasse dieses Ding, dauernd verheddere ich mich, v.a. wenn Hindernisse mit im Spiel sind.
Heute hab ich einen richtig laaangen und eeengen Squeeze-Gang gebaut. In der Mitte unsere riesige schwarze Tonne (fast schulterhoch, und in Folge forderte sie gemeinsam mit dem 14m Seil jede Menge Emotional Fitness von mir *grrr*) aufgestellt, etwas 1 m von der Wand. Billys Bauch passt so gerade vorbei *g*. Dann, um diesen Engpass zu verlängern, links und rechts, parallel zu Wand und auch genauso weit davon entfernt, also 1m ca., 2 Cavalettis. Ich wollte damit üben und mir und Billy helfen, dass er nach dem Squeeze etwas länger geradeaus geht, bevor ich die Hinterhand wegtreibe und er mich ansieht und wartet. Denn oft geht er am Engpass grade so vorbei, dreht sich sofort um steht dann direkt vor mir.
Die Übungsanordnung hat auch wirklich geholfen. Ich konnte das gesamte Seil ausnutzen und Billy an der ganzen langen Seite entlangdirigieren. Er hat dann schon sehr brav drauf geachtet, wann es soweit ist, dass er umdrehen soll und warten.
Billy war sehr sehr zäh am Anfang. Schlurfschritt, und vor der Tonne sooo eng an der Wand hatte er tatsächlich Probleme (kenne ich ja normal eher nicht bei ihm), da blieb er mehrmals stehen und stockte. Ich hab alles sehr langsam angehen lassen, ließ ihn das wirklich wirklich oft im ganz langsamen Schritt gehen und übte inzwischen, das Lasso auch zwischendurch aufzuwickeln, wenn Pferd sich bewegt *verhedder*. Nach und nach wurde er munterer und dann konnte ich auch Trab fragen. Zuerst ging der Trab nur in einer Hälfte - entweder vor oder nach der Tonne. Und schließlich trabte er super durch, auf beiden Seiten, damit hab ich mich dann zufrieden gegeben.
Montag, 1. November 2010
Her mit der Hinterhand, her mit der Vorhand
GsD haben wir ja unsere TÄ neuerdings im Haus, Billy bekam Verband und Antibiotika und nach 2 Tagen ist das Beinchen nun wieder so wie es sein soll. Ich hoffe es kommt kein Rückschlag mehr.
Bedingt dadurch hab ich nur versucht ihn in gleichmäßiger ruhiger Schrittbewegung zu halten mit etwas ruhigem Trab. Wir haben z.B. unser Stick-to-Me im Trab bei verschiedenen Geschwindigkeiten geübt und das klappt super. Gaaaanz langsamer Trab - schneller Trab (so schnell ich halt kann *g*) - wieder Zeitlupentrab. Pferdchen bemüht sich sehr, mein langsamstes Tempo noch zu halten, das war wirklich toll.
Weiters haben wir inzwischen sehr gut zusammengebracht, die Hinterhand zu mir herzuschwenken. Das geht jetzt auf Phase 2, und zwar sowohl an der Bande als Hilfe als auch im freien Raum. Ich hab dann eine Übung gemacht: Ein SChrittchen Hinterhand weg, ein Schrittchen Hinterhand her ;-). Denn Billy soll möglichst nicht vergessen, wie das Kommando ist, die Hinterhand wegzutun.
Dementsprechend habe ich zum ersten Mal probiert, die Vorhand in einer sauberen Hinterhandwendung zu mir zu holen. Und: Hat geklappt! An der Bande haben wir eine 1A-180°-Hinterhandwendung zusammengebracht, mit Phase 3 ca.
Beides (Hinterhand und Vorhand) soll nun noch etwas besser werden, bevor ich mit Seitwärts zu mir her beginne.
Ich dachte ich schreib auch noch einmal auf, warum die Hinterhand zu einem her zuerst sehr gut sein soll, bevor man mit der Vorhand beginnt. Das habe ich wieder auf dem Bernie-Kurs gelernt (und in Praxis, weil ich ja nicht hören kann, auch am eigenen Leib ausprobiert *g*):
Beginnt man damit, dem Pferd beizubringen, dass es die Vorhand herschwenkt, ist die Chance relativ groß, dass es eine Ausgleichsbewegung mit der Hinterhand macht - also die Vorhand herschwenkt, gleichzeitig die Hinterhand aber weg (was nicht erwünscht ist, wir wollen ja eine saubere Drehung UM die Hinterhand, diese soll am Platz bleiben). Wenn ich nun links stehe und die Hinterhand nach rechts ausweicht, muss das Herholen der Hinterhand gut sitzen, um dem Pferdchen zu erklären, dass dies ungewünscht ist. Hat man vorher nicth geübt, die Hinterhand zu sich herzuholen, hat man in diesem Moment keine Chance, dieses unerwünschte Wegbewegen zu verhindern. Im Gegenteil hat man durch das Seil am Kopf sehr wohl eine Möglichkeit, aufs Vorderende einzuwirken, wenn man beginnt, das Pferdchen zu lehren, dass es die Hinterhand herschwenken soll. Da kann ich mit Seil verhindern, dass es die Schulter/Vorhand dafür wegdreht und wieder eine "Flaschendrehung" lernt.
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Seitwärts zu mir
Wir haben wieder 2x daran gewerkt, dass Billy die Hinterhand zu mir herschwenkt (und zwar nur auf Kommando *g*). Ich brauche dafür noch eine Wand, mitten in der Halle ist er verwirrt und flüchtet dann aufgeregt (was total untypisch ist). An der Wand konzentriert er sich sehr und wir können eine hübsche Schritt-für-Schritt-180°-Wendung auf mich zu, wobei die Vorhand ganz brav am Platz bleibt.
Ich brauch dafür noch hohe Phasen (ohne touchieren hat es nur 2x nach etlichen Wiederholungen endlich geklappt), aber das wird bald. Ich habs zuerst von rechts nach links geübt, viele viele Wiederholungen mit Pausen, bis ich endlich endlich das erste Mal nicht touchieren musste. Dann nach einer langen Pause (und er hat heute total viel gekaut und geschleckt :-) ) auf der anderen Seite - und voilà, da hats auf Anhieb geklappt fast, nur 1x musste ich touchieren, beim zweiten Versuch gings auf Phase 3, beim 3. Versuch auf Phase 1. Toll :-)
Meine Phasen bei der Übung sind (nach Bernie):
[Null]: gegenüberliegende Hinterhand mit dem Stick streicheln (= Vorbereitung: "Achtung, ich sprech gleich mit deiner Hinterhand da drüben")
[1]: Energie hoch, Stick/Arm in die Höh und übers Pferd
[2]: Energie bleibt oben, Stick beginnt weit oben zu wacheln
[3]: Energie bleibt oben, Stick bewegt sich wachelnd nach unten
[4-1 bis 4-x]: Stick touchiert Pferd leicht bis fester, bis es reagiert.
Klappt hervorragend so.
Das soll nun richtig gut werden (Phase 1 in beiden Richtungen), dann widme ich mich der Vorhand, und dann möcht ich es zusammensetzen zu einem kontrollierten Seitwärts auf mich zu.
Dienstag, 26. Oktober 2010
Nur Mut ...
Nach gefühlten Ewigkeiten hab ich es gewagt und bin ausgeritten, jeweils nur ganz kurz, am Wochenende jeweils alleine und heute mit einer Freundin vom Stall, die ihr Pferd langsam wieder ankonditionieren muss (war lang krank).
Alleine bin ich hauptsächlich in der Comfort-Zone geblieben - also unserm Stallgrundstück, im Wald. Kurze Stückchen bin ich darüber hinaus geritten, da war das Magenflattern wieder da, aber es ging, und alles ging gut. Solang ich im Wald bin fühl ich gar nix und genieße den Ausritt. Auch ein Reh, das Herr Billy ziemlich spät gesehen hat und mit einem Hupfer zur Seite zur Kenntnis nahm, hat dem keinen Abbruch getan.
Heute der Ausritt war dann schon mehr Magenflattern... Da es viel geregnet hat, fallen alle Kurzrouten, die Wiesen enthalten, schon mal aus. Also gingen wir hauptsächlich an der Straße. Auch über die Bundesstraße, dann einen kleinen Anrainerweg entlang, ein bisschen durch den Wald, wieder über die Bundessstraße, dort ein Stückchen entlang (und dort begann das Magenflattern), über den GEhsteig einer Brücke (*aaaaaaaahhhhhh*), und dann wieder in den Wald und dort kreuz und quer, durch viel Matsch und Rinnsale (die Herrn Billy allesamt egal waren) und dann über den Weg auf unseren eigenen Weiden wieder nach Hause.
Bin froh dass ich nun ein Erfolgserlebnis hab... auch wenn die 10m an der Straße mit speiübel wurde. Herrn Billy war die Straße eh egal, auch das hohle Klappern des Gehsteigs über der Brücke... ist ja alles nur in meinem Kopf...
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Mit Bernies Ansatz (wird gleich erklärt) klappt der Beginn jetzt schon sehr gut.
Ich hatte das Problem beim Seitwärts am Zaun, dass Billy zumindest auf einer Seite - die ihm schwerer fällt - die Hinterhand zuerst nachhängen ließ, dann vorne immer schneller wurde, bis er quasi wieder geradeaus am Hufschlag ging - und ich in Zone 5 hinterher. Oder, umgekehrt, wirkte ich vermehrt auf die Hinterhand, um das zu verhindern, drehte er sich zu mir und es wurde quasi ein Rückwärts auf dem Hufschlag draus.
Bernie hat mir im Kurs vom August geholfen, den Beginn des Seitwärts langsamer zu erarbeiten (ich hab natürlich immer gleich drauflos gewerkt - Pferd mit Kopf zum Zaun und los gehts). Dabei gehe ich am Hufschlag und Billy in einem Stick-to-Me neben mir, am 2. Hufschlag. Durch Körperdrehung nach hinten, Druck mit [1] Blick und wenn nötig [2] Stick-Anheben, [3] Stick-Bewegen oder gar [4] Touchieren wird die Hinterhand ins Bahninnere "geschoben" und ein erster Seitwärtstritt veranlasst. Halt und loben, wenn es klappt. Erst wenn so die Hinterhand besser auf feinen Druck, nämlich möglichst Blick, reagiert, zum Seitwärts übergehen.
Tatsächlich werde ich mir so wieder mehr der Phasen bewusst und es klappt sehr gut. Ich hatte anfangs wirklich Schwierigkeiten, die Hinterhand aus dieser Position, quasi in der Bewegung, überhaupt nach innen zu bekommen. Er wurde schneller und dachte er soll vorwärts.
Seit ich das Seitwärts nun so ansetze, läuft er nicht mehr davon. Dass er mir das Gesicht zuwendet, weil ich zu viel Druck auf die Hinterhand mache, passiert auch kaum mehr.
Ich war ganz fasziniert, dass ich Liberty auf 5-6 m Abstand mit nicht mehr als Hände heben gezielt die Hinterhand und die Vorhand verschieben kann. Ich fühl mich dann immer so ein bisschen wie in einem Fantasy-Zauberer-Film: stehe am Hufschlag, das Pferd 6m weg, dann hebe ich die Arme, Handflächen zum Pferd hin, Energie hoch, mache eine "Abrakadabra"-Blick und tatsächlich, Pferd bewegt sich *g*. Und noch viel besser: Energie runter und Pferd steht. Ich möchte es bald mal filmen :-)
Und weils so schön war, hab ich noch am Seitwärts zu mir her gewerkt, zuerst als ersten Baustein die Hinterhand auf mich zu schwenken (jetzt, nach 3,5 Jahren, trau ich mich, ihm das beizubringen *g*). Klappt hervorragend. Zweiter Baustein: Vorhand zu mir herschwenken, klappt gar nicht, er dreht die Hinterhand nur weg. Aaaaber, deshalb hat Bernie uns ja auch eingebleut: Zuerst Baustein 1 richtig richtig gut werden lassen. Denn wenn dann beim Versuch, die Vorhand herzuschwenken, die Hinterhand weicht, kann man sie schnell und einfach wieder zu sich holen. Solange das nicht geht, bringt man Pferdchen nur die falsche Bewegung bei.
Es war natürlich völlig doof, das erste Mal es at Liberty zu probieren *hüstel*. Das werde ich nun als On Line Übung in unser Programm einbauen.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Rezension: Mark Rashid, Pferde suchen einen Freund
Vorweg: Wie man vom englischen Titel „Horsemanship through Life“ auf den deutschen Titel kommt, ist mir ein Rätsel. Vor allem, wenn Rashid im Vorwort erklärt, warum er den englischen Titel wählte; um nämlich zu zeigen, wie sich die Einstellung, die mit Natural Horsemanship einhergeht, auf das gesamte Leben, nicht nur hinsichtlich des Umgangs mit Pferden, auswirkt. Tatsächlich bin ich hier versucht zu sagen, dass dann auch der englische Titel nicht so passend ist, es müsste vielleicht tatsächlich „Aikido through Life“ heißen – dann würden aber keine Pferdeleute das Buch kaufen, und das wäre sehr schade. ;-)
Alle von Rashids Büchern sind ja immer schon eine Mischung aus Biographie und Ratgeber gewesen. Durch aneinandergereihte Episoden aus seinen Erfahrungen als Pferdetrainer bekam man zwar kein Lehrbuch, aber jede Menge Tips, die man auf den eigenen Umgang mit den eigenen Pferden umlegen konnte.
Dieses Buch macht noch einmal einen großen Schritt hin zur Biographie und weg vom Ratgeber. Und doch habe ich aus diesem Buch am allermeisten von allen mitgenommen.
Es geht nicht um Techniken, es geht nicht um Pferdekorrektur, es geht fast ausschließlich um Persönlichkeitsentwicklung und Einstellung gegenüber den Pferden. Dabei scheut Rashid – eher ungewöhnlich in der Welt der Pferdetrainer! – nicht davor zurück, seine eigenen Prinzipien aus früheren Büchern (z.B. das Prinzip, das Erwünschte angenehm und das Unerwünschte unangenehm zu machen) zwar nicht gleich vollständig über Bord zu werfen, aber immerhin in Frage zu stellen.
Das Buch beginnt mit einem Tiefpunkt in Rashids Leben, den er sehr ehrlich und ungeschönt beschreibt: Wie er sich im Alltagstrott des Pferdetrainings verlor, eigene körperliche Probleme überging, nicht mehr genug auf die Pferde hörte und das Training immer stereotyper gestaltete... bis es zu einem Unfall kommt, der ihm die Augen öffnet und ihn dann – durch eine Zufallsbekanntschaft – zu Aikido bringt. Die Einstellung, die er beim Aikido lernt, scheint alles zu verändern und wird von Rashid direkt und erfolgreich auf das Pferdetraining umgelegt. Rückblenden auf seine Jugend in der Lehre des „alten Mannes“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Dieses Buch ist philosophischer und irgendwie privater als die bisherigen. Ungeschönt zeigt Rashid einen Tiefpunkt in seinem Leben und wie er sich daraus wieder aufrappelt. Das ist sympathisch und gibt all denen Hoffnung, die derlei Tiefpunkte zur Genüge kennen – also allen Pferdebesitzern ;-). Es gibt jede Menge Anregungen zum Nachdenken und Anstöße, die eigene Einstellung zu überdenken und vielleicht manches aus anderem Blickwinkel zu betrachten.
Und auch wenn man nicht unbedingt Aikido betreiben muss, um etwas aus dem Buch mitzunehmen, könnte ich mir vorstellen, dass der Prozentsatz der Pferdebesitzer unter den Aikido-Schülern seit Erscheinen des Buches ganz schön gestiegen ist ;-).
Montag, 18. Oktober 2010
Ich habe zuerst 2 Cavalettis mit etwas Abstand zum Hufschlag aufgebaut und ihn da durch geschickt; dabei darauf geachtet, dass das Seil möglichst lang durchhängt und ich Abstand zum Pferdchen bekomme. Hat sehr gut geklappt, v.a. dass er auch danach noch weiter geradeaus geht, ist viel besser geworden als noch vor einiger Zeit (da lief er bevorzugterweise gleich immer nach dem Squeeze hinter mir vorbei auf den Zirkel). Hinterhand aus der Ferne (ungefähr mit halbem bis 3/4 Seil) hat auch ganz toll geklappt.
Nach einigen Durchgängen hab ich auf Trab erhöht und dann schließlich über die Cavalettis gesqueezed mit einem kleinen Sprung. Ganz gelingt das nicht, er meint oft er hat nicht genug Schwung, um den Riiiesensprung zu bewältigen. Aus dem Zirkel klappt es ohne Zögern, aber aus dem Squeeze hergeholt verweigert er manchmal oder steigt dann drüber (DAS geht ja *lol*).
Zwischendurch konnte ich ihn auch aus der Ferne toll Seitwärts schicken, um mehr Abstand zum Squeeze-Punkt zu bekommen. Hat mich fast selbst verwundert, dass er mich da verstanden hat.
Weil das Podest im Weg rum stand, haben wir auch damit wieder mal ein bisschen gespielt. 3 Beine gehen nun schon recht regelmäßig drauf, aber für den 4. fehlt ihm noch das Vertrauen, sich vom Boden abzustoßen und das GEwicht voll aufs Podest zu verlagern. Ich finde aber süß, wie man sieht, dass er es eigentlich gern möchte, ganz ohne mein Zutun rudert er herum mit dem dritten Bein, sucht das Podest, probiert herum :-). Man muss schon auch dazu sagen, dass das Podest einfach sehr klein für ihn ist, er muss sich da wirklich ordentlich zusammenkrümmen. Nicht einfach. Aber der vierte Fuß kommt schon noch rauf ;-).
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Durchbruch? Tatsächlich??
Also mal mit dem Zaumzeug gekommen. Anfangs ist meine Zuversicht ziemlich gesunken. Er wich aus, kaum hatte er das Zaumzeug gesehen, wandte den Kopf ab, streckte ihn dann in die Höh. Gut, ließ ich nicht zu, Kopf senken bitte-danke. Dann ließ er den Kopf brav da, ich hielt das Gebiss vors Maul.... waaarten.... waaarten... waaaarten. Und tatsächlich, es hat ein bisschen gedauert, aber schließlich bewegten sich die Lippen, schnofelten ein bisschen am Metall, dann hat er ein bisschen dran geschleckt und es sich dann ganz einfach ins Maul schieben lassen und den Kopf auch noch dagelassen, bis ich das Zaumzeug über die Ohren gestreift hatte. Da hat er sogar den Kopf so ein bisschen gesenkt, wie er das mit dem Knotenhalfter macht, um ins Nasenteil zu schlüpfen.
Halleluja, ich freu mich!!!
Wir haben das Tageslicht dann ausgenützt und sind am Viereck geritten (mit Hackamore über dem Gebiss natürlich, anfassen will ich es immer noch nicht, aber bald wohl).
Ich bin wirklich sehr zufrieden mit den Fortschritten, was Wendungen betrifft.
Im Schritt bin ich zum Aufwärmen Zirkel und volten geritten. Die Zügel lagen am Hals, Stick hab ich gar nicht mitgenommen. Ich hab ein bisschen mit kleinen und großen Volten gespielt und probiert, wie genau ich den Radius festlegen kann - das geht erstaunlich genau!
Dann Trab: Auch hier haben sich die Wendungen verbessert. Zirkel gehen einwandfrei, manchmal lässt er sich durch die Pferde auf der Koppel ablenken, aber das macht nichts und er reißt sich zusammen, wenn ich ihn dann zur Ordnung rufe. Zum ersten Mal hab ich dann abwechselnd zum Zirkel auch Volten probiert. Das ging zuerst schief. Trab+Abwenden = jedenfalls Zirkel, dachte der Billy und ging brav auf den Zirkel. Mit etwas mehr Schenkeldruck und einmal Zügel dazu hatte er dann aber kapiert, dass es auch im Trab Volten gibt. Klappte hervorragend: Zirkel, gerade, Volte, Zirkel. Nur mit Körperdrehung und manchmal (für kleinere Volten) auch Bein. Toll!
Dann noch im Galopp, aber der Galopp generell war heute nicht so gut. Es lag an mir, irgendwie hab ich meinen Körper nicht so unter Kontrolle gehabt. Hier hat sich gezeigt, dass Billy durch die vorangegangene Übung, abwechselnd Links- und Rechtsgalopp, sensibilisiert wurde - da ich heute am Hufschlag galoppiert bin, hab ich nicht so richtig auf meine Körperhaltung geachtet, und schwupps, ging er Außengalopp. Einmal Kreuzgalopp. Also musste ich mich ein bisschen zusammenreißen, bis wir gute Zirkel im Galopp zusammengebracht haben. Gut ist übertrieben, aber ich bin momentan zufrieden, wenn ich ohne Zügel auf den Zirkel abwenden und ihn beenden kann. Die Zügel wirklich ganz los zu lassen im Galopp, sie wegzulegen auf den Hals, fällt mir noch etwas schwer. Komisch und rein psychologisch. Denn wenn ich sie halte, dann ganz am Ende mit nur einer Hand, sodass ich damit sowieso nix ausrichten kann...
Montag, 11. Oktober 2010
Ein Durchbruch?!
Ich war in der Halle, zog Billy das Knotenhalfter aus, streifte ihm das Kopfstück vom Gebiss über die Nase, bissi streicheln, dann mit der einen Hand das Gebiss hingehalten (diesmal wieder das dünne Sweet Iron) - erstmal ohne LEckerli... plauderte ein bisschen mit dem Miteinsteller, weil er mich angesprochen hat, war ein bisschen abgelenkt dadurch... schleckt der Billy doch tatsächlich am Gebiss rum und fängt an es von selbst ins Maul zu arbeiten, ließ sich das Kopfstück dann über die Ohren ziehen ohne jeden Widerstand. Da war ich dann sprachlos und ließ den Miteinsteller weiterreden, weiß gar nicht mehr was er gesagt hat *g*. Danach gabs dann natüüüürlich Leckerlis, sogar 2, aber für mich machts einen großen Unterschied: Leckerli kam hinterher als Belohnung, nicht vorher als Lockmittel. Und er hat das Gebiss freiwillig genommen, ich hab es nicht mit dem Leckerli mit ins Maul geschummelt.
Jetzt bin ich ja nur gespannt, ob das ein einmaliger Irrtum des Herrn Billy war oder vielleicht so bleibt! Hach wär das schön!
Sonst hab ich dann nicht so viel gemacht.
Einerseits Liberty ein bisschen am Seitwärts geübt (was nicht besonders gut war und ich war heute irgendwie nicht klar und hatte kein genaues Bild dessen vor Augen, wie es aussehen soll, was immer schlecht ist); danach bin ich noch geritten und hab weiter Rückwärts aus Halt, dann aus Schritt und dann aus Trab geübt. Es ging ganz gut, aber ich bin zu ungenau im Phasen-Einhalten, wieder einmal. Und zu ungeduldig und ehrgeizig und daher zu ruppig *schäm*.
Ich verlange halt jetzt immer mehr rückwärts, immer so lange, bis ich hören kann, dass er aufhört, die Vorderhufe durch den Sand zu ziehen. Unsere Spuren werden dadurch auch langsam besser. Früher haben wir tatsächlich 2 durchgehende parallele Furchen hinterlassen ...
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Den Kampf mit dem Gebiss hab ich auch schon so satt, es wird einfach nicht besser. Er nimmt es, ja, mit Leckerli, aber immer zeigt er erstmal dass ers nicht mag - beißt die Zähne zusammen oder weicht aus, wie heute. Wie lange mach ich das jetzt? Ich lasse es ihn immer nur tragen, mache gar nichts damit. Aber es hilft nix.
Ich bin gleich geritten ohne viel Vorbereitung, bis es finster wurde. Man sieht erstaunlich gut bis dahin ;-). Wir haben wieder Zirkel abwechselnd mit Geraden geübt. Das Abwenden ohne Zügel und ohne Stick, nur mit einem Hauch Bein, funktioniert nun im Trab auch sehr schön, sogar trotz Ablenkung von hin- und hergaloppierender Herde.
Im Galopp klappt es noch nicht gut, aber weil ich nicht ruhig genug sitze um mein Bein anständig einzusetzen. Bzw. krieg ich im Galopp schwer eine ruhige Körperdrehung zustande, auf die er ja im Idealfall noch vor dem Bein hören soll. Also hab ich es gelassen, probiere ich in einer Weile wieder.
Im Schritt funktioniert alles genial, ich brauche kein Bein, keinen Zügel, keinen Stick und kann hübsche Volten, Zirkel und Slalom reiten. Super! Billy reagiert weich und willig und schnell. Ein 8er ohne alles dürfte jetzt eigentlich kein Problem mehr sein (habs nicht versucht) - daran bin ich im Frühling noch gescheitert, brauchte nicht nur Stick sondern auch noch Zügel dazu. Freu mich sehr über diesen Fortschritt!
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Angefangen wieder mal mit dem Gebiss... ging gleich gut los, denn ich hatte die Leckerlis vergessen. Macht nix, mal probieren wie es mittlerweile ohne geht ... .... ... ok, schlecht! Wieder stummer Protest mit Zähne Zusammenbeißen und Totstellen. Mit viel Geduld und auch ein bisschen Ungeduld war es schließlich drin, und Billy schaute wieder unglücklich.
Wir haben dann Liberty ein bisschen Stick to Me gemacht. Ich war heut nicht allein in der Halle, deshalb wollte ich nicht viel anderes machen. Das Stick to Me war genial, es wird immer besser. Er "klebt" wirklich an mir wie es wohl gedacht ist. Er schließt sofort auf wenn ich schneller gehe. Anhalten klappt ganz vorbildlich. Wir haben heute auch ganz ganz enge Zirkel im Trab gemacht, bei denen ich mich nur noch drehen musste, Billy trabt außen. Das hat er rechts quasi von selbst angeboten, links kam er mir dann doch ein bisschen abhanden, driftete in eine Ecke und wollte sich dort ins "Leo" stellen, kam dann aber gerne wieder mit.
Danach bin ich etwas geritten und habe unser Rückwärts weiter geübt, diesmal dann auch mal direkt aus dem Schritt und zum Schluss sogar aus dem Trab. War ganz gut. Ich habe versucht drauf zu achten, dass er vorne leichter wird und den Kopf nicht hochreißt, aber auch nicht im Sand vergräbt, und dass er mal die Beine hebt. So habe ich diesmal auch längere Strecken gefordert (solange, bis diese Kriterien eben erfüllt waren), was ihm natürlich nicht gefallen hat. Irgendwie mag ich sein missmutiges Grunzen *ggg*. Und es gab auch viiiiel viel Lob und baldiges Aufhören.
Donnerstag, 30. September 2010
1) Gebiss war - wie auch gestern - in 1 Minute drin. Wieder mit der Leckerli-Methode. Ich habe allerdings einen ganz kurzen Moment lang befürchtet, dass er trotz Leckerli die Zähne zusammenbeißt. Aber dann wollte er es doch haben und hat dafür das Gebiss in Kauf genommen. Er hat es relativ bewusst aufgenommen und ins Maul gearbeitet (das Gebiss meine ich), ich habe den Eindruck, dass er weniger versucht, das Leckerli am Gebiss vorbei zu erhaschen. So als würde er langsam unseren Deal akzeptieren (Tausche Leckerli gegen Gebiss-Rumtragen!).
Beim Ausziehen hab ich auch wieder versucht drauf zu achten, dass er den Kopf nicht im letzten Moment hochreißt, aber ich hab irgendwie zu wenig Hände. ich habs aber geschafft, das Gebiss ruhig mit beiden Händen an den Ringen im Maul festzuhalten (Kopfstück war schon drüber, denn er reißt den Kopf erst dann hoch, wenn das geschehen ist) und erst dann vorsichtig rauszunehmen, als der Kopf wieder unten war. Dieses Kopfhochreißen ist nicht hektisch, er denkt wohl einfach, so zieht man ein Gebiss aus. Möchte ihm halt einfach zeigen, dass das auch angenehmer geht. ;-).
2) Viereck war so lálá bereitbar. Ich wollte mich heute aufs Lenken ohne Zügel und ohne Stick konzentrieren und den Seitwärts-Schenkel-Gehorsam, der im Schritt wie gestern beschrieben genial funktioniert, ein bisschen im Trab üben, später dann Galopp - denn da hapert's dann ncoh gewaltig.
Billy ist in letzter Zeit irgendwie verändert. Eigentlich zum Positiven, nur für mich ist es ungewohnt. Denn der Büffel benimmt sich nun wie ein Pferd mit FLuchtinstinkt. Ich überlege schon, ob es doch am Mineralfutter liegen kann - seit ca. Juli gebe ich ein von der Osteopathin empfohlenes.
Jedenfalls ist Billy ungewohnt guckig am Viereck. Er sieht hierhin, er sieht dorthin, er wird an jeder langen Seite schneller (schneller, kann man sich das vorstellen???). Er benimmt sich eben wie ein normales Pferd, wenn es kühler und Herbst wird, Blätter rascheln und Wind weht. Nicht hektisch oder ängstlich, aber eben mit neugieriger Aufmerksamkeit und Anteilnahme an seiner Umwelt. Gleichzeitig achtet er auch mehr auf mich, auch wenn er hie und da unkonzentriert scheint, aber mit einem Zucken nimmt er dann wahr: "uh oh, sie will was von mir", wenn ich nur ganz sanft mit dem Schenkel komme (100g-Tafel Schweizer Schokki halt, die reitet bei uns jetzt immer mit *gggg*). Das ganze ist ungewohnt, es freut mich eigentlich, weil ich doch mehr Lebensfreude als in den letzten 2 Jahren sehe. Gleichzeitig ist es wie gesagt ungewohnt - ich hab mich so sehr drauf eingestellt, dass das Pferd ein Büffel ohne Fluchtreflex ist, dass ich mich nun halt umstellen muss.
However, ich habe zuerst Aufwärmvolten im Schritt gemacht, wir diskutierten manchmal drüber, wie tief eine Pfütze sein darf, dass pferd ohne Zögern reinsteigt, aber er war sehr brav, und ich kann Volten auf reinen Schenkel, nach einiger Zeit dann mit bloßer Körperdrehung reiten. Ich kann sogar bestimmen wie groß die werden :-).
Dann im Trab: Da haperts wie gesagt. Er missversteht und reagiert gar nicht, kommt dann der Schenkel, wird er schneller. Wir sind dann 20 Minuten durchgetrabt: Einmal einen Zirkel, solange bis er auf mein Körperkommando zum Abwenden reagiert. Dann wieder geradeaus. So lange bis er auf den Zirkel vergessen hat *g*. Dann wieder Zirkel, geradeaus, einmal so, einmal so. Pause, wenn er einige Male hintereinander gut auf mich geachtet hat und Zirkel und geradeaus gut unterschieden hat.
Es war eine recht unkonzentrierte Einheit, aber doch ganz erfolgreich, bin zufrieden.
Mittwoch, 29. September 2010
Im Zaum II
Aaaber: Das Ding war heut in 1 Minute drin. Wieder ein Leckerli unter das Gebiss geschoben, ein bisschen mit Kopfsenken gespielt, dann hingehalten, das Leckerli gleichzeitig mit dem Gebiss reinarbeiten lassen, fertig. Er versuchte es heut gar nicht sooo zu vermeiden, sondern nahm scheinbar das Gebiss als notwendiges Übel zum Erlangen des Leckerlis in Kauf.
Während des Reitens hat er dann öfter hektisch darauf herumgekaut, aber das war, weil er nervös und ungeduldig und unkonzentriert war, weil er gesehen hat, dass Heu verteilt wird.
Diese Unkonzentriertheit war auch etwas kontraproduktiv, weil ich eigentlich Konzentrationsübungen vorhatte. Ich ließ ihn daher etliche Runden traben, und dann gings besser mit der Konzentration. Er hat sich sehr bemüht, aber man konnte richtig fühlen, wie er immer nur ans Heu dachte *g*.
Ich habe abwechselnd Hinterhandwendungen und seitwärts abgefragt, da er das nun beides brav macht, aber manchmal verwechselt (was vermutlich an mir liegt). In der Mitte der Halle hatte er heute wirklich Schwierigkeiten, mir zuzuhören, war ein bisschen wie ein hyperaktives Kind ;-). da er stets nur um seinen Mittelpunkt kreiselte, statt bei der Hinterhandwendung selbige stehen zu lassen, hab ich es uns dann erleichtert und bin an die Hallenbande gegangen. Voilà, er tat sich viel leichter. Wir haben wirklich 1A 180°-Drehungen gemacht, Stick brauch ich dazu auch keinen mehr. Dann kombiniert mit Seitwärts: 180°-Hinterhandwendung am Hufschlag, dann Pause zum Nachdenken, dann seitwärts die ganze kurze Seite (die in der Halle nur 10m lang ist) entlang bis zum gegenüberliegenden Hufschlag. Dort wieder Pause, dann dort 180°-Wendung und wieder zurück. Nach 2x hat er die Übung und das Muster geschnallt und brav mitgemacht.
Ich habs nur ein paarmal gemacht und dann nach einer wirklich perfekten HH-Wendung Schluss gemacht. Dann noch etwas geübt, den Zaum auch wieder kontrolliert auszuziehen (er reißt immer, kaum hat man das Kopfstück über die Ohren, den Kopf hoch und haut sich das Ding selbst an die Zähne - kein Wunder dass ers nicht mag) mit gesenktem Kopf - ging etwas besser als zuletzt.
Besonders entzückt bin ich momentan vom Schenkelgehorsam. Er ist oft so übereifrig, dass ich nun wirklich wirklich aufpassen muss, was die Schenkel machen. Bisschen zu viel anspannen und er beginnt schon seitwärts zu gehen. Ich kann nun perfekt Schlangenlinien und Volten gehen und mit den Schenkeln lenken... ein Riesenfortschritt zu noch vor 1/2 Jahr! Das haben die Isolationen von Vorhand-Weichen und Hinterhand-Weichen bei Bernie gebracht, sowie seine Unterteilung der Beinhilfen in noch einmal 4 Zwischenphasen (oberer Unterschenkel, unterer Unterschenkel, Achillessehne, Ferse).
Ein ganz tolles Pferdchen hab ich :-).
Dienstag, 28. September 2010
Billy im Zaum halten
Ich war am Wochenende wieder bei einem Kurs von Bernie Zambail zusehen und hatte Gelegenheit, ihn zu meinem (bzw. Billys) Trensenproblem zu befragen. Nachdem er nach den üblichen gesundheitlichen Aspekten (Zähne usw.) gefragt hatte und ich es näher geschildert habe, hat er - meinen Herrn Pferd ja gut vom August kennen - aus der Ferne versuchsweise diagnostiziert, dass mir Herr Billy wohl wieder mal den Stinkefinger bzw. eine ganze Stinke-Hand zeigt ("Deiner macht dann ja eher SO", sprach Bernie und hielt 4 Finger in die Höhe). Er meinte weiters, gewisse Dinge müssten zu gewisser Zeit halt einfach vom Pferd akzeptiert werden, auch wenn klar ist, dass es ohne Metall im Maul angenehmer ist als mit. Ich sollte einfach Gebiss rein, jedes Mal wenn ich mit ihm spiele, egal was ich mache, nicht anfassen, einfach nur tragen lassen.
Also hab ich das heut wieder gemacht. Tja, da geht halt das letzte Tageslicht dahin, während ich mit Billy eine Dreiviertelstunde "touch it" mit dem Gebiss spiele, das Zaumzeug über die Ohren und wieder runter tue ungefähr 100x hintereinander (ohne das Gebiss reinzutun, das baumelt dann unterm Kinn) - bis er den Kopf reinsteckt, sehr gut. Gebiss abschlecken lassen, Kopf senken aufs Gebiss zu, alles geht. Nur Mund aufmachen und reinnehmen, nö. Tja, es musste aber sein und schließlich hab ichs ihm mit einem Leckerli untergeschummelt. Gleich wieder raus, etwas später nochmal mit Leckerli reingeschummelt, dann drin gelassen und normal gespielt, heute Liberty.
Dazu muss ich gleich schwärmen, wie toll heute das Von-der-Weide-Holen war. Und ich hätts fast nicht bemerkt. Also ich gehe zum mampfenden Billy, und er kam ziemlich sofort mit. Wir gingen so, Liberty, Schulter an Schulter, dann bin ich über irgendwas gestolpert und wollte sehen was das ist, blieb stehen, inspizierte.... und merkte überhaupt nicht, dass Billy auch stand und brav wartete. Ich ging weiter und er mit und erst ein paar Sekunden später kam mir in den Sinn, wie toll das gerade war! Ich hab ihn dann noch zu den im Wind flatternden Siloballen geführt und wir haben uns die gemeinsam angesehen, bis sie ihn nicht mehr interessierten.
Das geht jetzt echt schon so gut... nachdem Billy im Frühling eine Phase hatte, wo er immer voraus gelaufen ist (ich durfte ihn holen, dann ließ er mich stehen und galoppierte zum Ausgang), habe ich einmal dran gearbeitet - einfach am Halsriemen gezupft, wenn er sich davon machen wollte. Seither bleibt er da, in Schritt, Trab und Galopp. Letzte Woche sind wir abwechselnd in Schritt zum Ausgang gegangen, dann ein bisschen Trab, Galopp und danach wieder Schritt und sogar Halt.
Die Liberty-Session in der Halle war auch sehr gut. Ich muss ja das Bring Back auf der rechten Hand üben, und so haben wir nur das gemacht. Rausgeschickt, gleich wieder reingeholt. War bemerkenswert gut, ich habe ungefähr 1 Monat kein Liberty mehr gemacht. Er kam sofort immer rein, bekam lange Pause und auch einmal ein Leckerli.
Dann hab ich ihn nach links geschickt, mit Bernies Details einen suuuuper-Handwechsel auf rechts hingekriegt! wirklich perfekt, ein perfektes S und den Trab gleichmäßig gehalten - wieder mal bin ich baff, denn On Line bringen wir das nicht so gut zusammen.
Gut, nun war das die bessere Seite. Ich ließ es drauf ankommen, holte ihn von rechts rein, schickte ihn links, kurz hat er gezögert, und dann auf dieser Hand einen ebenso perfekten Handwechsel im Trab hingelegt. Zum ersten Mal hat das in diese Richtung geklappt! *freu*
Nur leider war dann der Draw wieder kaputt auf der rechten Hand, ab da war das Bring Back wieder zäh und er ließ sich 3, 4x einladen, bevor er in die Mitte kam. Mist! Aber es wird schon werden, dass beides klappt.
Donnerstag, 23. September 2010
Noch einmal Schlammcatchen :-)
Wird aber schon noch ;-).
Danach bin ich zu unserem Matschloch geritten, um die Trainingseinheit dort zu wiederholen bzw. fortzusetzen.
Riiiiesenfortschritt gegenüber letztem Mal!
Erstens hates nicht wie letztes Mal 1 Stunde, sondern nur noch 15 Minuten gedauert, bis ich einen Fortschritt gesehen habe, mit dem ich abschließen konnte (darüber war ich froh, denn es wird ja schon wieder so früh dunkel!).
Zweitens gab es eine Riesenverbesserung, insofern er schon bald - zumindest in eine Richtung - nicht nur nicht gehüpft ist, sondern nach 1x traben das ganze im Schritt geschafft hat. Ich habe - leider nur rein zufällig - richtiges Timing an den Tag gelegt.... ich sah, dass er das Matschloch schon wieder springen wollte, noch dazu so, dass er mir definitiv zu knapp an mir dran war. Ich hab daher ein ziemlich eindeutiges STOP!!-Signal mit dem Seil gegeben, das zufällig genau in dem Moment ankam, als er die Vorderbeine hob um zu springen - setzte sie wieder ab, der Sprung war unterbrochen, und der arme Billy landete mit einer Art Schocktherapie mit beiden Vorderbeinen genau dort, wo er seine Füße absolut nicht hinsetzen und deshalb hatte springen wollen *hihi*. Mitten in der tiefsten Stelle des Matschlochs (die geht wohlgemerkt nicht einmal bis zum Fesselkopf *g*)! Billy starrte mit entsetztem Blick auf seine im Matsch versunkenen Vorderhufe und wartete, dass nun das Matschmonster auftaucht und ihn frisst. Ich wartete mit und blieb mal ganz entspannt.
Siehe da, das Matschmonster kam nicht. Und nicht nur das, pferd kann sogar den Fuß wieder rausziehen aus dem Matsch! Und ohne Anstrengung auf die andere Seite gehen!
Es gab Riesenlob und ein Leckerli.
Ab da konnte er zumindest diese Richtung im Schritt durchgehen. Noch nicht ganz entspannt, aber er geht im Schritt und ruhig.
In die andere Richtung ist es schwieriger, warum auch immer, hier hat er bis zum Schluss noch kleine Hupferl gemacht (aber sehr kleine im Vergleich zum letzten Mal), und schließlich so ein halb-Trab-halb-Hupf, das ich gelten ließ, ihn noch einmal in die andere Richtung im Schritt durchgeschickt hab und dann wieder aufgestiegen und heimgeritten bin.
Wobei zu bemerken ist, dass ich ihn zum Aufsteigen in eine Pfütze parkte, die genauso tief wie das gefürchtete matschloch ist - da schaut er nichtmal, steigt rein, steht still. Lustiges Pferdchen ;-).
Dienstag, 21. September 2010
Ich habe nun On Line mit Sideways am 14m Seil begonnen. Zuerst einmal die Vorübung: Billy in Halbkreisen in Richtung Viereckbegrenzung zu schicken und dann stehen zu lassen. Klappte gut, er bekam dabei - vorher eher schläfrig - richtig Energie und galoppelte auch mal davon, obwohl ich kaum Druck machte (kein Stick). Dann hab ich ihn etwas seitwärts driften lassen, in die bessere Richtung auch mal etwas schneller mit mehr Druck, er hat brav reagiert; damit habe ichs für den ersten Versuch gut sein lassen. Jetzt möchte ich langsam die Distanz bis auf die ganzen 14m ausbauen - ein Lernprozess mehr für mich als für Billy *verhedder*.
Dann bin ich geritten, wieder Galopp geübt, werde aber jetzt langsam wieder zu anderen Übungen übergehen. Ich bekomme zu 90% den Handgalopp, nach dem ich gefragt habe, auch auf freien Linien, auf der Mittellinie, der Diagonalen, der offenen Seite des Zirkels. Wenn es nicht klappt, bin ich meistens schief gesessen oder verdreht oder hab ihn überfallen.
Danach hab ich mich noch auf Rückwärts eingelassen, was dann wieder lange gedauert hat, 100x vor und zurück, weil Herr Billy immer auf Phase 3 wartete - ich aber genau wusste, dass es auf Phase 1-2 auch geht, also hab ich ihn so lang genervt, bis es klappte. Auf Phase 1 ging es schließlich (und dann bin ich sofort abgesessen und hab Schluss gemacht), aber was für eine Phase 1!! Eine laaaaaange! Sicher 1 Minute. Oder länger. Angefühlt hat sichs wie eine Stunde. Aber dann ging er ohne Phase 2 fünf Schritte zurück. How interesting ;-).
Montag, 20. September 2010
Angefangen haben wir im Schritt, mit Haltparade in der Pylonenreihe. Mal rechte, mal linke Hand. Dann antraben bei X in der Pylonenreihe und wieder anhalten bei der nächsten Runde. Mal Handwechsel, mal keiner.
Billy wusste ziemlich schnell, dass bald Galopp kommt ;-). Gleich der erste Versuch war ein voller Erfolg: wir kamen vom Zirkel auf der rechten Hand, und bei X fragte ich aber nach Linksgalopp (weniger gute Seite) - und voilà, das Pferd scheint tatsächlich auf mich zu hören, denn er galoppierte richtig links an :-). Wir sind die Runde galoppiert, dann gabs Pause bei X und viel Lob.
So hab ich dann weiter gemacht: Mal rechts, mal links, mehrere Male links, mehrere Runden rechts, immer schön abwechseln, damit er nicht denkt, er weiß ohnehin was kommt. Dann wieder ein paar ruhige Trabrunden eingebaut, weil er sich durch das oftmalige Angaloppieren schon ein bisschen aufheizt (hätt ich wohl auch nie gedacht früher *g*).
Ich hätte aufhören müssen, nachdem es 2 oder 3x auf jeder Hand gut geklappt hat... es wurde dann eher schlechter, Billy begann Knoten in den Beinen zu bekommen und der Linksgalopp wurde überhaupt zum Renntrab. Nun ja. Wieder eine Lektion - für mich ;-)
Donnerstag, 16. September 2010
Heute hab ich mich aber drauf konzentriert, dass er die 14m zügig, d.h. nicht unbedingt schnell, aber ohne stehenzubleiben, rückwärts geht. Und hat auch gut geklappt, ich brauche dann allerdings bei weiterer Entfernung auch mal eine Phase 4, um bei ihm anzukommen.
was mich besonders freut ist aber, dass das Rückwärts nun ohne angelegte Ohren geht. Die ersten paar Meter ist er sogar sehr aufmerksam, Ohren vorne, achtet sehr genau auf Veränderungen in meiner Energie.
So lustige Sachen wie ein Schritt vor, einer zurück, 2 vor, 2 zurück klappen auch auf Körperspannung.
Dann noch etwas FreeStyle - ich habe weiter das Angaloppieren auf freien Linien, diesmal der Diagonalen - geübt. Da er freiwillig immer im Rechtsgalopp anspringt, übe ich v.a. Linksgalopp. Auf dem Hufschlag wählt er ihn immer richtig, aber auf der freien Linie habne wir dann doch auch mal rechts, obwohl ich links wollte, oder auch mal Kreuz. Aber ich bilde mir ein, dass der Prozentsatz, wo er links anspringt, weil ich es sage, leicht gestiegen ist. Meine Körpersprache ist aber noch zu ungenau, dann gibts Kreuzgalopp. Momentan versuche ich eben überdeutlich, meine innere Hand/Schulter vorzunehmen und tapse am äußeren Bein an - wahrscheinlich aber oft im falschen Moment --> muss mich mehr mit Fußfolgen beschäftigen und sie endlich fühlen lernen.
Kein Biss
Nur: Es gelingt und gelingt nicht und langsam gehen mir die Ideen aus. Er wehrt sich nicht sonderlich, er steht einfach da und beißt die Zähne zusammen. Auch eine halbe Stunde, wenns sein muss. Da hilft kein Massieren von Zunge und Laden, kein gut Zureden, kein Leckerli, kein gar nix. Er mags nicht. Er mag gar kein Gebiss. Probiert hab ich nun schon doppeltgebrochen dünn, doppeltgebrochen dick, doppeltgebrochen mit Kupferrolle, einfach gebrochen dünn, einfach gebrochen dick, Olivenkopf, Wassertrense, Knebeltrense, Kupfer, Sweet Iron, und nun Plastik - egal, er mags nicht.
Ja mit viel viel Geduld und manchmal auch mit weniger krieg ich es irgendwie rein, aber ich komm mir doch eher vor wie beim Horse-Wrestling, jedenfalls nicht besonders horsemanship-mäßig. Clickern hab ich probiert, immerhin mit dem Erfolgt, dass er es ins Maul nimmt, ganz ganz kurz (lang genug um aufs Plastik so fest reinzubeißen, dass es beim ersten Versuch ruiniert ist *grml*), dann den Kopf hochreißt um es wieder loszuwerden, um hernach nach dem verdienten Leckerli zu gieren. An diesem Punkt steh ich an, besser wird es nicht. Klar kann ich das Kopfstück dann schnell drüberziehen und dann ist es drin, mit Sicherheit gehts beim nächsten Versuch aber schlechter.
Und dabei hab ich es noch nie angefasst, allenfalls Zügel blind reingeschnallt. Wenn ich sie mal angefasst hab für ganz ganz vorsichtige erste Kontaktaufnahme, konnte ich am nächsten Tag oder beim nächsten Mal mit heftiger Gegenwehr rechnen.
Ich hab versucht am Ende der Einheit anziehen, zum Putzplatz führen, dort ausziehen und Fresschen (quasi: Gebiss anziehen mit Arbeitsende assoziieren). Ich hab versucht Gebiss anziehen dann Fresschen geben (Heucobs gehen schon - Gebiss mit Fresschen assoziieren). Ich hab vesucht lange und oft drin lassen, bis es einfach normal wird.
Ich versteh einfach nicht warum er so ein Problem damit hat. Er wurde vor mir mit Gebiss geritten, aber nur ausreiten, kann mir nicht vorstellen dass da arg rumgezerrt wurde, da er ja ein gemütlicher Typ ist. Eigentlich ist der einzige Ausrüstungsgegenstand, den er wirklich mag und wo er den Kopf reinsteckt, das Knotenhalfter *seufz*.
Mir gehen die Ideen aus... falls wer welche hat, nur her damit!
Mittwoch, 15. September 2010
Rezension: Angelika Schulten: Pferde lieben reicht nicht
Oje!
Das dachte ich bei Lektüre der Einleitung. Nach jedem Satz ein Rufzeichen, nach wichtigen Sätze doppelte Rufzeichen (die für mich in einem seriösen Buch gar nichts zu suchen haben), und nach jedem Satz – auch wenn der Gedankengang weitergeht – ein doppelzeiliger Absatz. Anstrengend zu lesen, dachte ich.
So blieb es leider auch.
Das Inhaltsverzeichnis liest sich ja noch recht gut, es erweckt den Eindruck, dass es einen roten Faden gäbe. Da dann aber viele der Kapitel themenmäßig an ihrer Überschrift nur knapp vorbeischrammen oder das Thema überhaupt verfehlen (im Kapitel über die Sprache des Pferdes geht es plötzlich ausschließlich über die Sinne und deren Vermögen – was zwar natürlich mit der Sprache zu tun hat, aber über die Sprache selbst findet sich dann nichts mehr), geht der rote Faden im Text selbst für den Leser (zumindest für mich) verloren. Manche Kapitel, über die man eigene Bücher schreiben könnte, werden in einigen Zeilen abgehandelt (die Ausführungen zur „Lernbereitschaft“ passen auf eine halbe Seite, die dann plötzlich nur von „artgerechter Haltung“ handelt – worüber man aber auch mehr als eine halbe Seite schreiben könnte). Die gebotenen Informationen wirken einfach unvollständig und unwillkürlich zusammengesucht.
Was mich weiters besonders gestört hat sind die verallgemeinernden Formulierungen, die völlig außer Acht lassen, dass es mehr als eine Reitweise gibt. „Man tut“, „man nimmt“, „man geht“, „man sagt“ oder z.B. (p. 162) „auch beim Schulterherein macht die Lektion auf der rechten Hand mehr Probleme“ (sagt das mal bitte wer meinem Pferd???). Daneben finden sich unglückliche Formulierungen, die teilweise einfach herzig-amüsant sind wie „Der Heckmotor sitzt hinten“ (p. 7), teilweise aber auch einfach einen falschen Eindruck erwecken, wie z.B. „Im Schritt sind im ersten Ausbildungsjahr jeglicher Hilfszügel und jegliches Ausbinden verboten“ (p. 95 - schön wärs!). Dinge werden in einem einzigen Satz als Fakten dargestellt, über die die Experten der Reiterwelt bücherweise diskutieren.
Kommen wir nun zu den auf dem Cover beworbenen „alten Meistern“. Wenn man sich auf diese stützt, sollte man vielleicht irgendwo formulieren, wen man unter „alte Meister“ zählt und warum. Zitiert werden soweit ich sehen kann nur 1) Xenophon, 2) de la Guérinière und 3) Oliveira. Mehr konnte ich nicht entdecken (Literaturangaben leider auch Fehlanzeige). Warum ausgerechnet diese drei – nicht erklärt.
Die Zitate passen manchmal zum Thema – manchmal aber auch nicht wirklich. Wer zitiert wird, ist manchmal angegeben – manchmal aber auch gar nicht (da steht dann: „Zitat: blablablabla“. Punkt. Keine Angabe, welcher der 3 großen alten Meister das jetzt war). WO die Zitate her sind, wird sowieso kein einziges Mal angegeben – nicht einmal ein einziges Werk der „alten Meister“ wird erwähnt.
Es bleibt inhaltlich einfach völlig unklar, was die Autorin eigentlich bezweckt. Sie streift jedes Thema, behandelt sogar das Fahren, aber nichts davon ausführlich genug, als dass man etwas damit anfangen könnte. Für einen Anfänger viel zu unstrukturiert und unausführlich, für einen Fortgeschrittenen keinerlei neue Informationen. Für Kinder zu trocken. Insgesamt wirkte das Buch auf mich wie das etwas ausgebaute Referat für die Schule einer vielleicht 16jährigen Pferdebegeisterten, zusammenrecherchiert aus Internet und ein paar Pferdebüchern.
Nun gibt es genügend andere Bücher, die ihren fehlenden Inhalt mit hübschen Fotos und ansprechendem Layout wettmachen. Das ist hier aber auch nicht passiert; das Layout ist in den 80ern des letzten Jahrhunderts steckengeblieben. Sichtbar verpixelte Bilder und Zeichnungen sind einem Buch auch eher… naja.
Mein Fazit: Sehr bemüht, keine Frage. Aber: Ein bisschen Pferdewissen reicht nicht (um ein Buch zu schreiben).
Das alles gibt selbstverständlich nur meinen persönlichen Eindruck wieder. Nix für ungut!
Dienstag, 14. September 2010
Schlammschlacht
Während es auf dem Viereck und in der Halle sowohl reiterlich als auch vom Boden aus momentan wirklich gut läuft, werden Ausritte für mich immer mehr zu einem Angstgegner. Billys Abhauen und Über-die-Straße-Rennen im Mai hatte wohl doch größere Auswirkungen auf meine Confidence als ich bisher geglaubt habe.
Meine Comfortzone, der "ruhige blaue See", wie Bernie es nannte, ist massiv geschrumpft und beschränkt sich momentan auf das Stallgrundstück. Ok, das ist groß, Mini-Ausritte möglich, aber sobald wir uns über die Grenze begeben, werde ich angespannt. Wenn ich ein Moped höre, krieg ich Panik.
Natürlich überträgt sich das aufs Pferd, und das einstmals "bomb-proof"-Tier ist nun auch angespannt und fluchtbereit - so machte er bei zwei Ausritten - einer allein, der andere mit anderen - in zwei verschiedenen Situationen auf dem Absatz kehrt und versucht nach Hause zu rasen. Worauf ich natürlich noch angespannter bin. Was das Tier noch angespannter macht. Usw. usf.
Hier ein Bild, wie ich Billy derzeit bei Ausritten empfinde (man vergleiche mit seiner "normalen" Horsenality...): Das meiste davon trifft eher auf mich zu, Billy spiegelt es wohl nur.
Da der letzte Ausritt wirklich ganz ganz schlimm für mich war und seit dem Abhauen an der Hand Absitzen in Notsituationen für mich einfach nicht mehr machbar ist, versuch ich jetzt mal etwas Confidence innerhalb der Comfort-Zone zu gewinnen.
Einer der ganz konkreten Angstgegner ist Wasser in jeder Form. Da mir Billy aber am letzten Ausritt bewiesen hat, dass er, von einer ruhigen Person geführt, völlig ohne Zögern ins Wasser steigt und sogar 3 oder 4 m dem Bachlauf folgt (bei mir setzt er keinen Fuß hinein und springt höchstens), ist klar dass das an mir liegt. Also haben wir mal daran gearbeitet heute, in sicherer Umgebung: Am stalleigenen "Gatschloch", das uns bisher immer einen Weg versperrte.
Bin mal hingeritten, natürlich wollte er nicht drüber, also vom Boden aus: Zuerst mal geführt, er sprang es immer. Dann drübergeschickt à la Squeeze Game. Er hat hier keine große Angst, er will nur einfach nicht in den Gatsch steigen (was mir durchaus verständlich war, nachdem ich es vorgemacht habe und bis zur Wade in der Pfütze versank, die ich für 10cm tief gehalten hatte). Trotzdem - manche Pferde müssen so wohnen, also wird Herr Billy da wohl auch einen Fuß reinsetzen können. Anfangs ließ ich ihn noch an den Rand ausweichen, dann haben wir uns immer mehr an die Mitte herangetastet. Schließlich konnte er ziemlich ohne Zögern in der Mitte wenigstens durchtraben, ohne Sprung. Das war schon sehr gut, ich ließ es gut sein, wir waren beide schon eingegatscht bis zu den Ohren ;-)
... und nächstes Mal versuchen wir dann eine Steigerung. Ich möchte gern dass er Schritt durchgeht; das ging heute nicht mehr, ich wollte keinen Misserfolg provozieren, das kann ich im Moment gar nicht brauchen ;-) .
Donnerstag, 9. September 2010
Es läuft...
Unglaublich wie Bernies simpler "Standards-Beobachten-Tipp" mir weiterhilft. Obwohl ich mir einbilde, doch bisher auch schon die Fortschritte beobachtet und in etlichen Listen festgehalten zu haben. Aber irgendwie ist es momentan einfach total hilfreich.
Woran wir momentan arbeiten:
On Line: Galopp. Ich möchte das Viereck noch ausnutzen, solange es geht. Bald nehmen die mir wieder eine Stunde Tageslicht weg und dann ist nix mehr mit Viereck, außer am Wochenende.
Grad gestern haben wir da wieder einen großen Schritt vorwärts gemacht: Billy kann jetzt 2 Runden auf der linken Hand durchgaloppieren, während ich in Neutralstellung bleibe. Gott sei Dank hab ich nach dem Bernie-Kurs erkannt, dass ich wieder mal am besten Weg bin, das Pferdchen gründlichst abzustumpfen, weil es einfach sooo mühsam war, 100x in Trab verfallen, 1 Galoppsprung, Trab, 1 Galoppsprung. Um endlich loben zu können, hab ich mich dann schon öfter mitgedreht oder dauergeschnalzt oder so. Was ich jetzt anders mache, weiß ich nicht, aber ich bleib jetzt in Neutral und in der Mitte! Wenn ich Phase 4 brauche, hol ich Pferdchen zu mir her dazu *g* - sehr interesssant, dass das viel effizienter ist als aufs Pferdchen zuzugehen - was er immer - und mit Recht - als aggressiv betrachtet hat. Interessanterweise galoppiert nun Pferdchen an, wenn ich nach laaaanger Phase 1 und dann 2 und 3 beginne, das Seil als Vorbote der Phase 4 kürzer zu nehmen *g*.
Jedenfalls war das angaloppieren heute super - auf rechter Hand sofort auf Phase 1, dann 2einhalb Runden gehalten, das hat mir schon gereicht. Links mussten wir etwas öfter ansetzen und ich habe Phase 3 gebraucht, aber dann gings, und nach einigen Versuchen mit ungewünschten Trabparaden ist er eben 2 volle Runden durchgaloppiert, ohne dass ich mich gedreht habe oder geschnalzt hab - ich konnts gar nicht glauben. :-)
Und noch immer verstehe ich nicht, warum es Liberty besser geht und FreeStyle auch *kopfschüttel*.
FreeStyle arbeiten wir am Seitwärts. Das ging von rechts nach links super gut, daher hab ich das die letzten paar Sessions ganz gelassen und nur links nach rechts geübt, um es gleich gut zu kriegen. Mittlerweile muss ich erstmal kurz diskutieren, während Billy alles anbietet außer Seitwärts, bis er sich dann darauf einlässt, die Beinchen zu sortieren. Vorbereitet hab ich das Seitwärts, indem ich neu und genauer als zuvor das Weichen von Hinterhand und Vorhand isoliert habe (haben wir bei Bernie gemacht). Seither kapiert Pferdchen endlich den seitwärts treibenden Schenkel, und manchmal reagiert er sogar zu heftig, ich muss richtig aufpassen, dass ich nur ganz ganz leicht drücke, v.a. beim SEitwärts. In die Richtung, in die er sich schwerer tut, läuft er mir manchmal richtig davon - soll auch nicht sein, ist aber sehr bemüht.
Ohne Zaun können wir es auch nach ein bisschen Vorbereitung, seit 2 Tagen :-). Geht sogar besser als mit Zaun (der ist irgendwie so magnetisch *g*).
Und dann übe ich FreeStyle noch das Angaloppieren auf "freien Linien", nachdem ich festgestellt habe, dass es nur am Hufschlag klappt. Zuerst an der offenen Seite des Zirkels , das ist kein Problem mehr. Dann auf der Diagonalen. Dort hab ich das PRoblem erstmals bemerkt. Im Zuge dessen möchte ich üben, den Galopp wirklich bestimmen zu können, was momentan noch nicht geht. Billy galoppiert brav richtig an, zu 99%, aber wenn er nicht den Hufschlag und die Richtung zur Orientierung hat, wird es immer Rechtsgalopp, auch wenn ich nach Linksgalopp frage. Heute haben wirs schon 2x geschafft, Linksgalopp zu erwischen, beim Wechsel (im Trab) von der rechten auf die linke Hand.
Dienstag, 31. August 2010
Das Bernie-Feeeling...
Wir hatten zuerst eine ganz tolle Liberty Session. Zuerst hab ich am Draw gefeilt, denn für den Handwechsel reicht der momentan noch nicht, zumindest was den Wechsel von der besseren auf die schlechtere Seite (rechts auf links) betrifft. Andersrum geht es schon gut im Trab!
Für den Draw hat Bernie uns eine Übung gezeigt, die ich nicht kannte, er nannte sie: Come to Me. Man kann sie On Line oder auch Liberty machen. Am besten am Hufschlag entlang eines Zauns. Zuerst schickt man dabei das Pferd rückwärts, nur ganz wenig, 1, 2 Schritte. Liberty so weit wie man die Verbindung nicht verliert (inzwischen spüre ich sehr gut den Moment, wo sie flöten gehen wird - und kann vorher Schluss machen, um die Distanz so immer wieder ein winziges Stückchen zu vergrößern). Dann geht man direkt vom Rückwärts-Schicken dazu über, selbst rückwärts zu gehen und das Pferd mit ausgestrecktem Handrücken zu sich einzuladen. Wenn es gar nicth kommt, war die Distanz zu weit, und man kann den Stick dazu nehmen. Brauche ich normale aber nicht. Man geht weiter rückwärts, Tempo dem Pferd angepasst (anfangs, später kann man beginnen das Tempo zu erhöhen und das Pferd zu beeinflussen), und man bleibt stehen und gibt Pause, sobald das Pferd den Handrücken berührt. Es soll lernen, dass das der Knopf ist, der den Menschen zum Stehen und ihm die Pause bringt.
Bei uns klappt das super, erstens hat es das rückwärts Liberty (auch ohne Begrenzung mittlerweile) ganz toll verbessert, wir schaffen jetzt so 4-5 gute Schritte, ohne die Verbindung zu verlieren. Und zwar auf Phase 1. Das Herkommen wurde auch viel besser, auch Phase 1 (ich "schmelze" nur rückwärts), und wenn ich Phase 1 mit mehr Energie kombiniere, trabt er oft direkt aus dem Stand an und kommt her. Zwar hat er die Ohren dabei angelegt, aber naja, darum kümmer ich mich momentan nicht. Sobald er mich erreicht hat, sind sie wieder vorn und da ist kein bisschen Aggression, ich lese nur Spiel. Ihm macht das glaube ich total Spaß.
Überhaupt war er heute sehr gut drauf, vermutlich wegen des vielen Regens, Pferde konnten sich nicht wirklich austoben, außerdem ist ihm saukalt, der ganze Rücken war verspannt...
Dann bin ich übergegangen zum Circling Game, ein paar Übergänge, und viele viele Bring Backs auf der rechten Hand. Links klappt alles super, da wirbelt er richtig herum, wie es idealerweise sein soll, aber rechts muss ich meist 1, 2 Runden bitten. Bernie hat uns übrigens gesagt, dass auf 1x Handwechsel 5x Bring Back mit Pause kommen sollte. Puh. Also: Bring Back, Bring Back, Bring Back. Klappte besser mit der Zeit. Dann hab ich die ersten handwechsel probiert von der schlechten auf die gute Seite - klappen hervorragend, und so hab ich es nach 2x gelassen. Dann die schlechtere Seite... schwierig schwierig. Ich kann einen handwechsel machen, allerdings braucht es viele Einladungen und dann lasse ich ihn ruhig in Schritt verfallen (was meist passiert) und sogar ganz ganz kurz anhalten, um ihn dann gleich neu zu schicken. Vielelicht kann ichs so erarbeiten.
Beim GAlopp auf der rechten Hand hat mir Herr Billy dafür einen superengen Zirkel um mich rum geschenkt - ja er kann eine 6m-Volte galoppieren! Hat er selbst angeboten! Normal werde ich unrund, wenn er so enge Kreise um mich zieht, weil das oft mit Frechsein und Herdrohen verbunden ist, aber diesmal gar nicht - er galoppierte, und der Kreis wurde einfach immer kleiner, ich stand nur in der Mitte mit Riesenaugen und dachte, das darf nicht wahr sein (On Line erklärt mir Herr Billy ja immer, dass das 7m-Seil viiiiel zu kurz ist, um anständig dran zu galoppieren). Es war auch so lustig weil man richtig sehen konnte, wie er sich wirklich wirklich körperlich und geistig anstrengt, auf dem engen Kreis den Galopp zu halten. Als dann zu sehen war, dass er ihn gleich verlieren wird, hab ich ihn hergeholt und sooo gelobt und es regnete ein Leckerli (auch da versuch ich mich an Bernie zu halten: Leckerlis für außergewöhnliche Leistungen, aber nicht für jeden .... äh... wisst schon). Ich glaub er war selbst sehr stolz auf sich, und ich erst!
Links klappt der Galopp nicht so gut, da brauch ich hohe Phasen, dann gelingt meist eine Runde, wo ich in Neutral bleiben kann - und wieder fällt auf, dass wir das On Line nicht können, ist das nicth seltsam??
Ich hab mich dann noch kurz draufgesetzt um ein bisschen das Rückwärts ohne Zügel zu üben. Jaaaa, das können wir jetzt *freu freu freu*. Bernie hat uns sooo geholfen beim Rückwärts! Und heut hab ichs zum ersten Mal geschafft (nach mehreren Anläufen, auch welche mit Phase 4, aber trotzdem), dass er auf Phase 1 zwei Tritte rückwärts macht. Phase 1 heißt nur Gewichtsverlagerung nach hinten, kein Zügel, kein Stick, kein Beinwackeln! Ich war so weg vor Begeisterung dass ich gleich runtergehüpft bin, ihn abgeknuddelt hab, er hat sich ein Leckerli abgeholt und dann gings heim zu Fresschen :-). Besser hätt ich nicth aufhören können. Bin gespannt, ob er sich nächstes Mal noch erinnert ;-).
Montag, 30. August 2010
Kurs mit Bernie Zambail - 5.-8. August 2010
Ein Traum war das! Ich - wir alle - haben sooo viel gelernt, ganz unglaublich. Die Tage waren so vollgestopft mit Erkenntnissen über die eigenen Fehler und wie es richtig geht, dass ich jeden Abend ins Bett fiel wie ein Stück Holz, um am letzten und vierten Tag ging schon fast nichts mehr rein in mein Hirn. Leider - auch unglaublich - beginnt vieles schon wieder zu verblassen, schon wieder steh ich hie und da vorm Pferdchen und denk "Moment, wiiiie war das wieder? *kopfkratz*".
Ich hab aber seitenweise mitgekritzelt, Video gemacht, v.a. von den Liberty Sessions. Danke an Bernie und die Teilnehmer, dass ich das durfte. Da ich versprochen habe dass nichts davon im www landet, wird das auch so sein, also bitte kein Video erwarten. ;-).
Was Bernie als Instruktor für mich ganz besonders von allen anderen, die ich bisher selbst mit Pferd oder als Zuschauer erlebt habe, sind seine tollen Qualitäten, was das Unterrichten anbelangt. Wir haben beispielsweise sehr sehr viel Theorie gemacht - auch wenn wir mit den Pferden draußen waren, rief er uns immer wieder in die Mitte, wenn sich bei einem etwas ergab, was für alle interessant war. Ich könnte nicht sagen, dass jetzt viele dieser Dinge ganz neu gewesen wären - einige schon, aber nicht viele. Und trotzdem hat er sie so eindringlich erzählt und erklärt, dass sie mir oft in neuem Licht erschienen oder ich so dieses Gefühl hatte, sie endlich wirklich verstanden zu haben. Oder mir endlich ein Licht aufging bezüglich einer Verbindung von Theorie und Praxis. Ganz ganz toll.
Auch das Erklären bei den Praxis Teilen hab ich noch nicht so genau und eindringlich erlebt. Sowohl, wenn Bernie selbst was vorgeführt hat an einem unserer Pferde, als auch wenn er uns zugesehen und kommentiert hat, zählte er immer die Phasen mit: 1-2-3-4. Endlich mal jemand, der wirklich haargenau erklärt, wie welche Phase auszusehen hat - dabei gab es auch noch einiges neues, was mir und allen anderen völlig neu war (z.B. das Bein-Anlegen nochmal in kleine Mini-Phasen zu unterteilen). Wenn er uns ausbesserte, war das wirklich ganz genau. Erst da hab ich gesehen, wie viel andere Instruktoren quasi "durchgehen" lassen, ohne es zu kommentieren. Ich hab sicher schon in vielen Kursen und Stunden vorher hundertmal vergessen, dass es eine Phase 1 gibt und wie die auszusehen hat - ohne dass es korrigiert worden wäre. Aber Bernie ließ es kein einziges Mal unkommentiert - und steigert so m.M. das Lernergebnis ganz ungemein.
Auch was die Trainingsgestaltung generell betrifft, gab er unbezahlbar gute Tips; etwa dass es in Level 2 kein planloses Drauflos-tun mehr geben dürfe. Weiters, was sich mir besonders eingeprägt hat und für mich wirklich hilfreich ist: Das Definieren von "Standards". Als Standard definierte Bernie das beste Ergebnis bei einer bestimmten Übung, das man jemals erzielt hat. Jedesmal, wenn man die Übung angeht, sollte das Ziel sein, diesen Standard zu toppen - und so einen neuen Standard zu erzielen. Auf jeden Fall immer vergleichen - nicht einfach vor sich hin üben, sondern überlegen - ging das schon besser, ist es heute schlechter, oder kann ich mich über einen neuen Standard freuen. So simpel es ist, so hilfreich für mich! Und ebenfalls ganz wichtig für mich Perfektionistin: Geht eine Übung zu ca. 70 % (schmunzelnd meinte er, die Perfektionisten sollten halt 80 oder 85 nehmen), dann weiter zur nächsten, was neues. Nicht ewig herumgrundeln bei den gleichen Dingen. Auch ganz ganz wichtig für mich.
Und was auch noch kein Instruktor so betont hat wie er: Loben! Eins der am häufigsten von Bernie benutzen Wörter in dem Kurs war "GUUUT, STREICHELN!!!!!". Und das Warten, bis das Pferd kaut - auch das, wie ich sagen muss, oft von Instruktoren vernachlässigt (vielleicht weil es ihnen so selbstverständlich ist). Wobei ich sehe, dass ich mir damit sehr schwer tue, so lange zu warten - weil Billy oft sehr lang braucht. Und auch nochmal aufgefrischt: Wenn ein Pferd nicht kaut, war die Stimulation zu gering (--> langweilig) oder zu stark (zu viel Druck).
Bernie hatte für mich auch ein absolut ausgeglichenes Verhältnis zwischen Milde und Strenge. Ich hab selten so feine Phasen 1 gesehen, aber auch selten eine so strenge Phase 4 (Billy musste z.B. lernen, dass man die Zähne gegen einen 4-Stern-Instruktor ganz sicher nur ein einziges Mal bleckt....), und v.a. ein wirklich unglaubliches Hin- und Herspringen zwischen beiden. Von einem gebrüllten "JETZT REICHTS!" zu einem wirklich liebevollen streicheln (*g*) in Sekundenbruchteilen. Schwer schwer nachzumachen, aber ich habe wenigstens endlich mal einen Eindruck, wie das aussehen kann, wenn man's kann ;-).
Da war natürlich noch viel viel mehr. Wir haben Riesen-Fortschritte gemacht, Billy und ich. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht wieder in den alten Trott zurückfalle, wie ich mich leider bereits öfter wieder ertappe (z.B. Phase 1 auslassen, nicht warten bis er kaut, zu viele Übungen hintereinander statt mich auf eine zu konzentrieren, mich mit "irgendwie" zufrieden zu geben etc.).
Also ich bin begeistert, genau wie die anderen Kursteilnehmer. Ich bin ein Riesen-Bernie-Fan geworden und kann nur jedem ans Herz legen, teilzunehmen - als Zuschauer ist das Input immer noch riesig.
Also: Alle Daumen hoch für diesen Kurs, danke Bernie!
Dienstag, 3. August 2010
Rezension
Robert M. Miller ist Veterinärmediziner, der eng mit diversen Horsemen zusammenarbeitet und die Bewegung der „Natural Horsemanship Revolution“ (wie er es selbst nennt und wie auch der Titel eines weiteren Buches von ihm ist) seit ihrem Beginn unterstützt.
In diesem Buch reiht er locker Kapitel um Kapitel aneinander, um dem Leser einen Eindruck zu geben, worum es in Natural Horsemanship geht und wodurch sie dieses v.a. von anderen Umgangsmethoden mit Pferden unterscheidet. Den größten Unterschied ortet Miller darin, dass NH mit dem kleinstmöglichen Signal beginnt, um dieses zu verstärken, bis die gewünschte Reaktion eintritt – während andere Methoden gleich mit dem stärksten Signal beginnen.
Die angewandten Methoden, die Miller selbst noch von Horsemen gelehrt wurde, scheinen für uns Europäer – zumindest für mich – eher absurd und höchstens aus Filmen bekannt. Ich denke nicht, dass es in Europa selbst vor Jahrhunderten in großem Stil üblich war, Pferde umzuwerfen, um sie danach einzureiten. Millers selbst erlebte Erfahrungen derartiger Praktiken machen den „clash of cultures“ doch sehr deutlich. Besonders eingehend war ein geschilderter Fall, in dem Miller ein Pferd einreiten sollte und seinem Lehrer berichtete, es würde schlecht wenden – worauf dieser dem Pferd kurzerhand die Vorderhufe fühlig raspelt, um es zu zwingen, mehr auf der Hinterhand zu wenden. Derartige Schilderungen haben mir klar gemacht, warum NH im amerikanischen Raum als verweichlichte Methode gilt, während es im europäischen Raum umgekehrt eher als brutal (weil konsequent) verschrieen ist. Ein interessanter Aspekt.
Miller eklärt, warum die Methoden des „Werfens“ u.ä. funktionieren – ein Pferd unterwirft sich, wenn es an der Flucht gehindert wird. Einem Pferd ein Bein hochzubinden funktioniert daher besser, um es ruhig zu bekommen, als ihm z.B. eine Nasenbremse anzulegen.
In weiteren Kapiteln geht Miller auf „tools“ wie Gebisse ein, auch mit historischem Rückblick, er erklärt wie Desensibilisierung funktioniert und beschreibt kurz das „Flooding“ und „Imprint Training“ mit Fohlen, welcher Begriff von Miller geprägt wurde (das er aber, wie er betont, keineswegs erfunden hat). Auch positive und negative Verstärkung werden in einem eigenen Kapitel kurz und bündig erklärt, um falsche Verwendung dieser Begriffe auszuschließen. Dem Begriff „Feel“, geprägt von den Dorrance-Brüdern, ist ein weiteres kurzes Kapitel gewidmet.
Etwas fehl am Platz wirkt auf den ersten Blick das Kapitel mit der Überschrift „Schimpansen“; dieses beinhaltet aber eine für mich ganz interessante Erkenntnis: Während Pferde als Fluchttiere meist von einer älteren Stute angeführt werden, ist bei Schimpansen – Primaten wie wir – ein junges Männchen der Anführer, der seine Dominanz durch Aggression zeigt. Ich denke diese interessante Beobachtung könnte eine Erklärung liefern, warum es uns Menschen so schwer fällt, Dominanz von Aggression zu trennen.
Wie erwähnt, werden die – durchgehend sehr kurzen – Kapitel lose aneinandergereiht, einen roten Faden gibt es nicht wirklich. Manche der Kapitel haben auch nicht unbedingt viel mit NH zu tun. Abgesehen von den erwähnten kleinen interessanten Aspekten wird das Buch für jemanden, der sich bereits etwas für NH interessiert hat, nicht viel Neues bieten. Dennoch ein lesenswertes Buch, denn Miller schreibt leicht lesbares Englisch und gibt einen deutlichen Einblick in die amerikanische colt-breaking-„Kultur“, die vielen Europäern wohl nicht bewusst ist.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Es geht wieder aufwärts...
Es hat geschüttet und das Viereck steht absolut unter Wasser :-(. Auch die Halle wieder zu einem Großteil, in den Ecken bilden sich doch tatsächlich Pfützen! Aber für ein bisschen Liberty hat es vollkommen gereicht.
Anfangs haben wir Stick to Me gemacht, was wir auch im Kurs geübt haben. Ich hab versucht umzusetzen, was ich gelernt habe, d.h. bin auch mal ganz bewusst laaaangsaaaam in Zeitlupe gegangen und habe gewartet, bis Billy sich anpasst. Mir wurde im Kurs vor Augen gehalten, dass ich beim Stick to Me viel zu viel und alles viel zu schnell auf hohem Energielevel mache - für den faulen W... äh, Billy sind das zu wenig Pausen. Tatsächlich passt Billy sich meinem Tempo schon schön an, ohne dass ich den Stick zum Nachtreiben brauche. Für Gangartenwechsel, z.B. Antraben oder Anhalten, gebe ich ihm jetzt mehr Zeit zu reagieren - und er tut's ja eh! Anhalten und rückwärts ist z.B. toll geworden, seit ich nicht drauf bestehe, dass das zackzack geht - ich bin immer sehr abrupt stehengeblieben, Pferd soll ja schließlich aufpassen. Tatsächlcih, wenn ich einfach normal stehenbleibe, hat er genug Zeit zu reagieren und tut das auch. Dasselbe bei rückwärts. ich gehe mini-schrittchen rückwärts und erst wenn ich bei seinem Hintern bin und er noch nicht reagiert hat, kommt der Stick dazu in leichter Wachelbewegung. So funktioniert es besser und Billy bleibt freundlich (das ist v.a. beim rückwärts auffällig). Gerader ist es auch schon geworden.
Interessant ist, wie unterschiedlich die beiden Seiten sind. Wenn ich rechts gehe, seine bessere Seite, klebt er an mir wie Kaugummi. Wären seine Ohren dabei noch freundlicher, fänd ich das toll. So bleibt ein Fünkchen Un-Vertrauen. Seine Nase klebt an meiner Hand oder meinem Ellbogen. Auf der linken Hand, wenn ich links bin (was er zu vermeiden sucht oft), hält er gut 1 m Seitenabstand (was mir selbst viel angenehmer ist). Er bleibt eher zurück und versucht manchmal die Hand zu wechseln.
Wir haben sticky Figure 8 gemacht. ich bin mit ihm um 2 pylonen spaziert, habe im Mittelpunkt durch eine Drehung und Stickwechsel die Hand gewechselt, und um die Bögen der 8 sind wir getrabt.
Ein Highlight war dann, dass ein zweites Pferd in die Mini-Halle kam, wurde nur kurz longiert. Ein guter Freund von Billy. Also hab ich nach kurzem Überlegen beschlossen, ihn Liberty zu lassen (ich glaub der Miteinsteller merkte gar nicth, dass kein Seil dran war *g*). ich hab weiter Stick to Me am Zirkel gespielt und war sooo stolz, dass Billy keinen Versuch machte, meine Seite zu verlassen!! Keine Sekunde hat er dran gedacht, das konnte man sehen :-).
Zum Schluss hab ich ihn noch 3x ins Circling Game geschickt und die Übergänge wieder geübt - endlich endlich, das geht wieder! So gut wie zuvor, denk ich - ich hab nur Hemmungen zu viel zu verlangen, weil ich nicht weiß, ob es das vielleicht war, was den Absturz bewirkt hat... also nur 2, 3 Runden in beide Richtungen, mit Übergängen zwischen Schritt, Trab und Galopp, Galopp war sogar sehr gut! Auf der linken Hand wirbelt er auch tatsächlcih herum beim Bring Back und kommt im Trab, mit Ohren vorne, zu mir. Auf der rechten Hand braucht er etwas länger, ich muss u.U. etwas rückwärts laufen, um ihn auf mich zutraben zu lassen, aber es geht auch.
Im Kurs haben wir gelernt, nicht unbedingt die Hinterhand zu lösen beim Liberty-Bring Back. Mit der Begründung , dass man dadurch einen Gangartenwechsel provoziert, den man später aber mal nicht mehr will (Galoppwechsel z.B.). Mir klingts noch in den Ohren: "Lad ihn ein zu dir!!!! NEIN; den Stick benutzen ist keine Einladung, das ist nur unhöflich!!!" *g*
Dienstag, 20. Juli 2010
Kursbericht
Tatsächlich war der Kurs dann gut und hat mir viel gebracht! Don't make assumptions, gell? ;-). Das Niveau war generell niedriger als das des Kurses im Vorjahr (dort war es 1 Level höher als eigentlich angekündigt), was mir entgegenkommt - ich hab einfach auch noch viele Lücken im Level 1.
Wir haben am ersten Tag nach Theorie-Einheiten (wo zwar für mich nicht viel Neues gesagt wurde, aber es ist doch immer wieder faszinierend, wie schnell man bestimmte Dinge vernachlässigt/verdrängt/vergisst) OnLine auf unserem etwas sehr wassergetränkten Platz gemacht (glich einer Schlammschlacht, macht aber nix). V.a. rückwärts und seitwärts, und bei beidem hab ich viel Input bekommen - sind eh unsere größten Baustellen! Seither hat sich das Seitwärts ohne Zaun endlich endlich gewaltig verbessert (oder anders gesagt: klappt endlich). Obwohl ich es - theoretisch - eh weiß, hab ich wieder meine ganzen Inkonsequenzen gesehen und wie ich die abstelle. Martin hat jedem einzelnen von uns - je nachdem wo er stand - passende Tips gegeben, um von dort aus Fortschritte zu machen.
Am Nachmittag wurde dann geritten, mit Präzisionsübungen für Vorwärts und Rückwärts. Dass wir das Rückwärts durchgenommen haben, war ich sehr dankbar - ist ja eine unserer größten Baustellen, sei es nun On Line oder Liberty oder beim Reiten. Rückwärts findet Billy einfach *bäh*. Wieder war das, was ich da gelernt hab, nichts wirklich neues - ich weiß all diese Dinge - nur warum führe ich sie nicht durch, wenn ich allein bin? *grübel* Einen neuen Trick hab ich auch gelernt, nämlich dem Billy, wenn er den Büffel gar zu sehr raushängen lässt und auf stur schaltet (dass er weiß, worum es geht, ist deutlich), darf ich ihm vom Rücken aus mit dem Stick unters Kinn tapsen. Tatsächlich logisch! Und wirkt! Im Gegensatz zu "auf die Nase tapsen", da nimmt er selbige ja doch nur zur Seite.
Martin hat uns dann noch mit Strings, die wir in den Händen hielten, "zusammengespannt". Zuerst paarweise, dann zu viert. Und uns so auf Bahnfiguren und in Übergänge vom Schritt zum Halt, zum Rückwärts und wieder vorwärts geschickt. War lustig!
Am zweiten Tag gabs nochmal Theorie, die diesmal auch für mich neu war (oder zumindest etwas, was ich wirklich gründlich vergessen hatte). Nämlich nach den (bekannten) Phasen der Bestimmtheit (die typischen Parelli-Phasen von 1-4) die Lernphasen beim Pferd (und natürlich Mensch). Auch 4. Vielleicht sollte man sie eher "Stufen" nennen, um eine Verwechslung mit den Phasen der Bestimmtheit zu vermeiden.
Weil ich das wirklich noch nicht so behirnt hatte zuvor, schreibe ich es auf...
Lernstufe 1: Lernstufe. Neue Übung wird vorgestellt. Die Lernstufe dauert nur kurz, einige Wiederholungen, nur solange, bis man erkennen kann, dass das Pferd das Prinzip verstanden hat und weiß, worum es geht.
Lernstufe 2: Kontrollstufe. Pferd und Mensch können die Übung immer kontrollierter ausführen, d.h. so gut wie immer und in allen möglichen Umgebungen. Ich hätte es vielleicht eher "Festigungsphase" oder so genannt. So hab ichs zumindest verstanden. Wichtig in diese Stufe ist "dass", noch nicht "wie" (Beispiel rückwärts: Pferd geht rückwärts, möglichst mit geringeren Phasen als in der Lernphase; die Übung ist so gut wie überall abrufbar, es ist aber noch egal, wie schnell oder wie weit oder ob es gerade bleibt dabei).
Lernstufe 3: Verstärkungsstufe. Die Übung wird auf höheres Niveau gebracht. Jetzt wird das "wie" wichtiger. Die Übung wird länger verlangt, oder weiter, oder schneller, oder mit mehr Qualität, oder mit allem zusammen. Ein wichtiger Augenöffner für mich: Im Zuge der Verstärkungsstufe werden die Phasen zwangsläufig wieder höher (während man in der Kontrollstufe zu weicheren Phasen zurückgekehrt ist, kann nun wieder öfter eine Phase 3 + 4 nötig sein).
Lernstufe 4: Verfeinerungsstufe. Nun wird das in der Verstärkungsstufe erarbeitete höhere Niveau (weiter, länger, schneller usw.) verfeinert, d.h. sollte wieder mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden und die Phasen feiner.
Das war für mich wirklich ein Aha-Effekt. Ich dachte irgendwie immer, nach der allerersten Stufe, in der das Pferd die Übung nicht kennt, müssen die Phasen immer niedriger werden. Ein Zruückgehen zu einer Phase 3 oder 4 war für mich shcon immer ein Rückschritt oder gar ein Versagen. Tatsächlich - und es ist logisch - bewegt sich das ganze einfach in Wellen. Übung ist neu, man fängt mit sehr feinen Phasen an, probiert u.U. verschiedenes aus, bis Pferd verstanden hat. Hat es verstanden, kann man auch höhere Phasen einsetzen um ihm klarzumachen, dass es mitzuarbeiten hat (selbstverständlich dann gefolgt von Pause und Lob und Belohnung). Die Phasen werden wieder feiner. Dann verlangt man mehr - die Phasen werden wieder höher. Dann wieder niedriger. Dann fügt man vielleicht noch einen Aspekt hinzu - wieder höhere Phasen. Usw.
Wenn ichs jetzt hier so durchlese, klingt es nicht besonders wichtig oder interessant - aber beim Kurs, als wir das durchgegangen sind, dachte ich wirklich dauernd "oooooooohhhhhh!!!!!!!!!!!!!!" ;-).
Wir haben an dem Vormittag dann noch Liberty gemacht, einer nach dem andern. Das war super interessant. Die meisten haben einfach an einem Catching Game bzw. einem Bring Back gearbeitet, aber bei jedem Pferd kamen andere Aspekte dazu. Wirklich hochinteressant wie verschieden die waren, obwohl sich die meisten charakterlich nicht sooo unähnlich waren. Die meisten waren LB - I oder E.
Am Nachmittag dann noch einmal Freestyle, wo wir uns aufs Reiten mit Stick und ohne Zügel konzentriert haben und am Schluss jeder eine hübsche Weave im Trab geschafft haben. Besonders auf den richtigen Focus hat Martin da viel Wert gelegt, und tatsächlich war da ein Unterschied zu spüren, wenn man es dann - nach viel Meckern *g* - mal so probierte wie er es vorschlug ;-).
Zum Schluss als Gesamtfazit war ich auch überrascht - und eigentlich erfreut - zu hören, dass ich Billy nun mehr bestätigen muss in dem, was er tut, wenn es richtig ist. Es scheint dass die bisher vorherrschende Respektlosigkeit zumindest zeitweise in leichte Unsicherheit kippt. Es klingt doof, aber das freut mich ;-). Bisher hörte ich immer nur, ich muss strenger sein und konsequenter und respektlos, respektlos, respektlos. Das ist mir ziemlich eingeimpft, daher vergesse ich vielleicht tatsächlich das Loben (v.a. Loben zur richtigen Zeit). Für mich schwer zu erkennen, denn ich denke, Billy reagiert fast gleich in verschiedenen Gemütszuständen: Will er nicht aus Respektlosigkeit oder weil er einfach keine Lust hat, wird er gleichermaßen stur und schaltet auf "taub", wie wenn er nicht versteht oder verunsichert ist, was ich möchte. Also gut das zu wissen und extra drauf zu achten!
Mittwoch, 14. Juli 2010
Take the time it takes...
Die Hufheberei ist allerdings schon wieder völlig kaputt: beißen, drohen, usw. Heut war ich aber cooler, hatte einen Plan und hab mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Hinhaun bringt einfach nix (auch wenn manche mich vom Gegenteil überzeugen wollen und meinen, ich hau halt nicht fest oder oft genug hin), macht uns beide nur wütend.
Heute also folgende Strategie:
Ich bitte möglichst höflich (vorher bisschen streicheln, um die Schulter, um in Stimmung zu kommen ;-) .. Bein runterfahren, dann in Position begeben (Rücken zum Kopf, dann gehts meist los) und Stimmkommando) um den Huf, schwingt als Antwort der Kopf mit gefletschten Zähnen in meine Richtung, gab es eine Runde Schulterweichen, ganz ruhig, ganz langsam, ganz unemotional (von mir zumindest, Büffel ärgert sich gewaltig, aber solang ich selbst ruhig bleibe, hält es sich in Grenzen). Nächster Versuch, nächste Runde. Nach jeder Runde hab ich ihn kurz in Ruhe denken lassen, meistens gab es sofort *schleckkau*. Was ihn allerdings nicht hinderte, gleich wieder herzubeißen beim nächsten Versuch. Ich glaube wir haben so 20-50 Runden gedreht. Dann hob er mal den Huf von selbst kurz an. Dann durfte ich ihn schon mal selbst halten. Nach ein paar weiteren Runden konnte ich halb auskratzen. Und immer so weiter. Irgendwann war ich dann doch sturer und durfte den Huf lange aufhalten und kratzen und bürsten und gegen die Strahlfäule behandeln. *uff*.
Wir haben fürs Hufauskratzen heute fast eineinhalb Stunden gebraucht!!! Ich weiß auch nicht, ob die MEthode was bringt, aber ich fühl mich damit wohler als wenn ich ihm Prügel androhe oder angedeihen lasse. Das eskaliert ja doch nur. Ich denke schaden wird es nicht, so üben wir wenigstens das Schulterweichen (Porcupine wurde seeehr gut, muss ich sagen - trotz Übellaunigkeit aufgrund der Situtation brauche ich echt nur die haare sanft berühren).
Danach gingen wir ein bissl grasen und dann haben wir am Viereck noch ein paar Schrittübungen gemacht:
Ein bisschen Spin am Seil, d.h. Seil außen rum legen, Pferd soll dem Gefühl folgen, weg von mir drehen, ein bisschen außen (also auf meienr seite) mit dem Stick nachhelfen, und das Pferd dreht sich. Hat er schön gemacht, nach kurzer anfänglicher Verwirrung (hat sich zu mir her gedreht statt weg, und so immer mehr ins Seil gewickelt *g*)
Danach Weave: und zwar rückwärts! Auch da hab ichs geschafft ruhig zu bleiben, drauf geachtet, dass Pferd mir stets 2 Augen gibt, wobei ich meistens ziemlich knapp vor ihm bleiben musste, aber so haben wir uns slalommäßig und im Schneckentempo durch die Hütchen bewegt. Insgesamt vielleciht 3 Längen, die letzte war dann schon recht flüssig. Für mehrere flüssige Rückwärtstritte gabs kurze Pause.
Vorwärts haben wir zwischendurch auch geweaved, Schritt war wieder ganz gut, habe ich wieder gemacht solange bis das Gifteln beim Drive aufhört. Dann hie und da antraben lassen, was heute wieder überraschend leicht ging, er hat zwar die Ohren angelegt dabei, aber ich ließ ihn immer nur 2, 3 Trabtritte machen, zum Wieder-Eingewöhnen.
Es geht ganz langsam wieder bergauf *seufz*.
Dienstag, 13. Juli 2010
Nix geht mehr ...
Und nachdem alles schon so gut lief vor 2 Wochen, ist das noch viel frustrierender.
Vielleicht hab ich in der "guten" Phase einfach zu viel gemacht, sodass er beschlossen hat, dass granteln und gifteln und attackieren doch der bessere Weg ist als Mitarbeit. Immerhin hat er es innerhalb von 3 Minuten geschafft, dass ich eine halbe Runde Trab im Circling Game als großen Erfolg ansehe, den es zu belohnen gilt. Oder ein Rückwärts, das so langsam ist dass man ihm währenddessen die Hufschuhe anziehen könnte...
Und kaum verlange ich ein Schrittchen mehr, ein Fünkchen schneller, ein bisschen Freundlichkeit mehr ist alles vorbei - gifteln, beißen, drohen mit allem was er hat.
Hufe auskratzen ist auch schon wieder ein Dilemma, beißen, wegreißen, wegrempeln, treten...
Langsam geht auch meine Geduld endgültig zur Neige, bin daher ungerecht, schnell zornig, auf mich und das Pferd, was neu ist. Bisher war ich immer nur auf mich selbst angefressen, weil ich das nicht hinkriege. Das alles fördert die Motivation natürlich auch nicht gerade. Zum ersten Mal ists so, dass ich eigentlich keine Lust hab zum Pferd zu fahren oder was mit ihm zu machen. :-(
Den Kurs, den ich Montag und Dienstag haben werde, würde ich am liebsten absagen... wir sind unter dem Niveau des Vorjahres, und da waren wir - nein ich - die Unfähigsten. Hab überhaupt keine Lust da mitzumachen. Ich hoff jetzt sogar, dass der Bernie-Kurs nix wird, weil was soll ich da, mit Level Minus-4??
I mog nimma :-(
Freitag, 9. Juli 2010
Handarbeit
Zuerst etwas aufwärmen einfach durch Führen, dann auf dem Zirkel führen, dann kleinere Zirkel um mich rum mit Handwechseln, alles im Schritt, dann davon ausgehend Untertreten auf dem Zirkel, leicht Seitwärts.
Danach Schulterherein, was er super gemacht hat, nur 2x 10 Meter ungefähr, wir haben das ja lange nicht gemacht. Schulterherein war links besser als rechts, da passierts eher dass er vorwärts läuft.
Dann noch ganz kurz Travers und Renvers angetestet, was beides supergut war dafür, dass wir es ja ewig nicht gemacht haben. Klappte sozusagen auf anhieb, allerdings wurde Büffli zum Schluss wieder mental unrund, begann nach den Zügeln zu schnappen usw.
Also vermutlich immer noch zu lang, zu viel, zu anstrengend oder was weiß ich. Aber er hat sich bemüht und brav mitgemacht, und somit bei der Hitze momentan war ich sehr zufrieden mit uns.
Donnerstag, 8. Juli 2010
1000-km-Service ;-)
Folgendes kam raus: Ja, im Rücken zwickts, da war eine Blockade/Verschiebung, aufgrund der Art derselben hat die Osteopathin auf ein plötzliches "Verreißen" getippt (*uff* doch nicht einfach nur schlechtes Reiten *hüstel*).
Zusätzlich war eine Blockade im Genick rechts, und aus irgendeinem Grund quasi der gesamte Kopf verspannt. Er beißt quasi ständig die Zähne zusammen (Zähneknirschen musste ich ihr aber verneinen, das hab ich zumindest noch nie wahrgenommen), der gesamte Unterkiefer war verspannt. Sonst schön beweglich und "auffällig wenig".
Die Muskulatur ist ganz gut, auffallend stark in der Schulter bemuskelt (kein Wunder, da so vorderlastig), oberer Rücken gut bemuskelt *stolzschau*, dafür etwas weiter unten (von der Schulter abwärts nach hinten, Richtung Rippen) wenig (was angeblich seltsam sei). Hinterteil zu wenig, v.a. die Abduktoren (? ich rate jetzt halt mal, beim Menschen wärens die Abduktoren *g*).
Das Phlegma des Büfflis gefiel auch ihr nicht, und die Schleimhäute seien zu hell.
Ansonsten aber alles gut, es gäbe z.B. keinen Grund, warum er so dahinschlurft und die Hinterbeine über den Boden zieht. Also man kann durchaus von ihm verlangen, die Beine zu heben.
Nach Lösen der Blockaden hab ich den Auftrag gekriegt, erstens Mineralstoffe zuzufüttern, die Seitwärtsgänge-Handarbeit wieder aufzunehmen, viel Stangenarbeit zu machen, viel auf und ab, Körperbandage zu probieren.
Bin gespannt wie er sich nun tut danach. ich wurde gewarnt, dass es kurz schlimmer werden könnte, wenn das anhält, muss sie nochmal kommen. Sonst war es für sie eben "auffällig wenig", und sie meinte, es könnten jetzt auch "Altlasten" noch zum Vorschein kommen - mal schauen. 1 woche nicht reiten, aber durchaus was tun. Ach ja, und generell mehr mit ihm tun.
Büffli hats ganz gut gefallen, allerdings wurde wieder (wie schon von der ersten Osteopathin vor 2 jahren) recht überrascht festgestellt, dass er trotzdem skeptisch bleibt und sich nicht ganz fallen lässt
Dienstag, 6. Juli 2010
Cherokee Bridle
Er kam gerne mit von der Weide, wollte sogar wieder mal vorausgehen, aber ich bin dann einfach nicht mitgegangen *hehe*. Bis er stehenblieb und auf mich wartete, und den Rest des Weges haben wir dann mit Halfter gemeinsam zurückgelegt ;-).
Dann wollte ich heute wieder mal Finesse machen, wieder mit dem Cherokee Bridle rumspielen.
Nach ein bisschen Vorbereitung den String ins Maul gelegt, was immer noch wesentlich leichter geht als das Gebiss. Am Anfang hat er wieder wild rumgekaut und versucht es auszuspucken, diesmal hat sich das aber sehr schnell gelegt, und ganz am Schluss, als ich die Schlinge aufgemacht hab, hat er den String gar nicht hergeben wollen, musste ihn direkt aus dem Maul nehmen ;-).
Zuerst haben wir die üblichen Übungen am Boden gemacht: Laterale Biegung, Hinterhand lösen, bisschen rückwärts. Ging alles nicht ganz so fein wie beim letzten Versuch, beim Rückwärts musste ich anfangs viel nachhelfen mit Halfter und Strick, die natürlich drauf blieben. Dann bin ich in die Halle und aufgesessen und hab dort vom Sattel aus dasselbe gemacht: laterale Biegung, Hinterhand lösen, dann rückwärts. Letzteres war auch hier eine eher schwere Geburt, aber mit Hilfe des Knotenhalfters gings, und zum Schluss dann auch nur mit vorsichtiger Cherokee Bridle + Stick.
Danach Wendungen im Schritt, 8er usw., haben gut geklappt. Und schließlich haben wir uns die ersten Trabschritte so getraut; Büffli wollte nciht gern traben, könnte daran liegen dass wir in der engen Halle waren, das sind wir nicht mehr gewohnt; dann gings und ein paar Wendungen im Trab haben gut geklappt, ich brauchte die Zügel vom Hackamore gar nicht, und die Cherokee Bridle konnte durchhängen.
Nach einem besonders guten Rückwärts bin ich abgesessen, obwohl noch kurz der Funke der Idee da war, noch aufs Viereck galoppieren zu gehen, aber ich war vernünftig *stolzschau*.
Sonntag, 4. Juli 2010
Büffel Is Back...
Warum weiß ich nicht. Nur dass ich dachte, ich könnt ja wieder mal versuchen, Audition zu filmen. 10 Minuten die Videokamera an mit diesem Vorsatz, und alles war hin. Büffel zurück in alter Frische und ich dort, wo wir vor ca. 2 Jahren waren: Giften, Drohen, keinen einzigen Trabschritt bekommen. Das Circling Game ist völlig kaputt und ich weiß nicht warum. Ich dachte echt in ein paar Situationen, dass es jetzt endgültig soweit ist, dass er mich ansteigt.... Absolute Kooperationsverweigerung, und ich natürlich falsch reagiert und zornig und ratlos.
Nie nie nie nie wieder werde ich Audition filmen probieren. Nie wieder. *schnüff*
Ich hoff ich kann das schnell reparieren, was ich gerade ruiniert hab :-(.
Donnerstag, 1. Juli 2010
Aus dem Stand...
Dann bin ich nochmal aufs Viereck und wollte unsern tollen Galopp vorführen und filmen lassen (Film folgt irgendwann). Wir haben Schritt-Galopp-Übergänge geübt, da sagte mein Freund dann: "Kannst du auch aus dem Stand angaloppieren??", was ich verneint habe, mich aber dann überreden ließ es zu probieren - fragen kostet nix ;-).
Gut, der erste Versuch endete wie ich mir gedacht hatte, in einem Renntrab, aber dann... zweiter Versuch, wir stehen, kurz konzentriert, Energie hoch, Schnalzen und Beindruck zusammen (ok, und ein biiisschen unabsichtliches "Anschieben"), und Billy galoppierte aus dem Stand an. Ein halber Schritt zum Beine-Sortieren war dabei, aber trotzdem...
bin baff ;-)
Video: http://www.youtube.com/watch?v=2oZELuu5DZ8
Wenn das so weiter geht, hab ich keine Ahnung, was ich in unserm Kurs am 19.+20. Juli eigentlich mit Instruktor üben soll *g*.