you live you learn you love you learn you cry you learn you lose you learn you bleed you learn you scream you learn you grieve you learn you choke you learn you laugh you learn you choose you learn you pray you learn you ask you learn you live you learn
Alanis Morissette

Dienstag, 9. Oktober 2012

Wetter war kühl und bewölkt, leicht regnerisch. 13°.


Online:
Weave: Ich hab langsam mit mehrmaligem Yoyo gestartet, das ging gut. Dann Führen auf Entfernung, auch ok. Dann Übergang zur Weave mit möglichst großer Entfernung. Im Schritt alles sehr gut, im Trab gings auch so halbwegs, ich war nur wieder einmal zu langsam. Auf einer Seite gings besser (wenn ich rechts bin) als auf der anderen.
Wir gingen dann über zu einem Achter, Schritt, Trab, dann mit Galopp und Versuch von fliegenden Wechseln. Von rechts auf links hatte ich mehrere gute Wechsel, aber umgekehrt verfiel er mir immer in Trab bei der Kurve.
Daher ging ich über zu einem CG um prompteres Angaloppieren zu üben. alle paar Schritte ein Übergang. Vom Trab zum Schritt, wieder Trab, Galopp, Trab, Schritt, Trab, Galopp usw. Ging sehr gut, Phase 1-2 meistens. Im Trab streckte sich Billy brav etwas nach unten und sah nach schön gedehnter Oberlinie aus.

Finesse:
Danach gingen wir wieder zum Putzplatz und ich sattelte noch, um die Centered-Riding-Übungen im Schritt zu machen.
Im Schritt am Viereck übten wir in jeder Ecke die richtige Biegung zu erreichen. Ich starre dann gebannt auf Billys Halsaußenseite, ob sich die richtige Stelle nach außen wölbt. Sobald ich es sah und er gerade nachgiebig war, d.h. sich nicht gerade auf den Zügel lehnte, gab es ein Stückchen am langen Zügel. Rechts ging es etwas schneller meistens als links. Auf beiden Händen je ca. 10x gefordert. Hie und da haben wir Volten eingeschoben, mit viel Untertreten des Hinterbeins. Ich denke es kommt schon ein bissl schneller als noch bei der Stunde am Samstag.

Samstag, 6. Oktober 2012

Centered Riding Stunde: Biegung und Beizäumung

Heute hatten wir wieder Centered-Riding-Stunde.


Schon wieder nimmt Billy das Gebiss widerstandslos. Naja, nicht ganz, ganz am Anfang versucht er einen Schritt auszuweichen, aber dann, sobald der Riemen über der Nase ist, macht er sofort das Maul auf, wenn das Gebiss davor baumelt. Yeah!

Ich habe in der Stunde gebeten, mir noch einmal zu erklären, wie das beim Rahmen verlängern mit der Hinterhand gemeint war. Sie erklärte es noch einmal, und im Prinzip verstehe ich das jetzt so, dass ich das Becken abkippe, und Billy kippt seines deshalb mit ab und kommt weiter drunter. Also einfach mehr auf die Hosentaschen setzen, dabei aber Körperspannung halten und in meiner Wirbelsäule trotzdem durchschwingen. Kopf oben aufgesetzt lassen, nicht hängen lassen. Haben wir aber nur kurz gemacht.

Dann hieß es, wir sollten heute an der Beizäumung arbeiten. Wow.
Wir haben im Grunde die ganze Stunde fast nur Schritt und nur die eine Übung gemacht, viel mit Zügel, wenig sonst. Hier die Anleitung:
Zuerst einmal Biegung ins Pferd. Ging am besten in den Ecken. Ich darf den Innenzügel kürzer nehmen und es macht momentan noch nichts, wenn die Stellung übertrieben stark wird. Die richtige Biegung erkenne ich, wenn ich an die Außenseite des Pferdehalses schaue. Solange die Biegung noch nicht da ist, ist da in der Mitte des Halses eine flache Stelle, wie ein „Loch“. Sobald Billy richtig biegt, füllt sich dieses auf. Ein praktischer Indikator... wir brauchen eine Stehmähne ;-)
Das konnte ich mit dieser Krücke also dann ganz gut erkennen (sehen, wenn auch noch nicht fühlen).

Dann weiter: Um diese Biegung zu bekommen und Billy dazu zu bringen, im Genick dann nachzugeben, mit dem Außenzügel Schwämmchen ausdrücken oder auch "Hamster würgen" ;-), also leichte kleine Paraden, und zwar immer dann, wenn der Innenfuß abfußt, gemeinsam mit dem „ansprudelnden“ Schenkel.
Billy hat sich tw. sehr stark auf den Zügel gelegt, ich musste da dann immer – trotz richtiger Biegung, die ich belohnen hätte wollen und sollen – warten, bis er nachgibt, bevor ich die Zügel wieder länger lassen konnte.
Ach ja, das ganze immer nur für einige Sekunden halten, dann Zügel nachgeben, wenn es richtig war. Ein paar Tritte langer Zügel, dann wieder neu aufbauen.

Am Zirkel üben, unsere „Ecke to go“ ;-).
Am Zirkel kann ich Billy auch veranlassen, ganz kurz mit dem inneren Hinterbein weiter unter zu treten, Hinterhand leicht nach außen verschieben.
Ganz klar ist mir die Übung noch nicht, aber wir werden sehen, was wird, wenn ich weiter übe.
Am Schluss haben wirs noch im Trab versucht, aber das war schwierig, weil Billy mir sofort in Außenstellung lief in den Ecken, v.a. linke Hand. Ich war zu langsam mit Hand und Schenkel und überhaupt. Zeurst mal im Schritt üben, würd ich sagen ;-)

Freitag, 5. Oktober 2012

Super Wetter heute, total warm! Konnte noch auf dem Viereck reiten. Billy kam mir auf der Weide auch wieder ein paar Schritte entgegen.
Er hatte heut viel Go, beim Aufsitzen startete er sofort durch, musste erst Gehorsam wiederherstellen und zur Aufstieghilfe zurückreiten, um dort stehenzubleiben eine Weile. Er startete dann voll motiviert Richtung Viereck durch, sehr ungewöhnlich. ;-)

Finesse:
Billy nahm zu meiner Verwunderung auch heute das Gebiss ohne Zögern. Hinhalten, Kopf runter, Maul auf, reinnehmen, fertig. Cooooool! :-)

Ich bin hauptsächlich Wendungen im Schritt geritten, mit Kreinberg’scher Zügelverkürzungstechnik. Jede Ecke tief ausgeritten, gebogen dabei. Dann auch Slalom, versucht an alles zu denken, was ich gelernt hab. Billy war sehr brav, hat brav mitgemacht, hatte viel Go.
Dazwischen wieder versucht Rahmen zu verlängern und zu verkürzen. Ich fühl das noch nicht so recht. Verlängern geht gut, aber ob er hinten brav mittritt und das so ist wie es sein soll, weiß ich nicht.
Danach Rückwärts: Die Kreinberg’sche Methode funktioniert super. Immer nur ein Schritt, Schwämmchen drücken, anpendeln (ohne geht’s leider kaum, aber wir arbeiten dran, diese hohe Phase wegzubekommen), halt. Und neu. Und antreten daraus. Billy war willig und so scheint es ihn auch wenig zu stressen.

Freestyle:
Das viele Go musste ich zum Schluss noch ausnützen für einen netten schönen flüssigen Galopp.
Ging super, willigst angesprungen, immer richtige Hand, mehrere Runden willig und flott, hat ihm glaub ich auch Spaß gemacht heute mal ein bissl Gas zu geben. 

Dienstag, 2. Oktober 2012

Schauen wir einmal, wie es Billy nach dem Kurs geht. Ich bin Feuer und Flamme, das Gelernte zu üben; habe nur etwas Sorge, dass es Billy langsam zu viel wird mit dem vielen Finesse. Dennoch: Erstaunlich. Schon wieder lässt sich Billy mehr oder weniger ohne Widerstand auftrensen, öffnet von allein das Maul und drin ist das Gebiss.

Finesse:
Gleich als erstes habe ich die Abkauübungen vom Boden aus gemacht, wie beim Kurs immer. Es war total schwierig, Billy heute überhaupt zum Kauen zu bekommen. Ich massierte, probierte alles mögliche (die eine Hand höher, die andere, auseinander, …), aber das Maul blieb still. Biegen ging ganz gut, aber da spürte ich schon zwischendurch Widerstände, ging dann aber.

Dann begann ich im Schritt, einfach auf der ganzen Bahn die Ecken akribisch auszureiten. Zügel verkürzen und verlängern üben. Heute hatte ich Hackamore-Zügel, Gebiss-Zügel plus auch noch die Gerte, aber es ging. Billy bog sich ganz ordentlich und fast ohne Widerstände.

Irgendwie bin ich grad verwirrt bezüglich Beine fühlen. Welches geht nun wann vor? Billy stolperte oft, weil ich ihn richtiggehend mit der Treiberei aus dem Gleichgewicht brachte.

Dazwischen probierte ich ein Rückwärts und es ging total super und fein, mit leichtem Finger-Schließen und leichtestem Schenkel-Anpendeln. Das muss ich wirklich so erhalten. Immer nur 1 Schritt und Anhalten hat auch geklappt (beim Kurs machte er ja eher zu viele Schritte).

Dann die CR-Übung "Rahmen verkürzen und verlängern" mit der Ecken-Übung im Trab verbunden. Billy hat sich brav gestreckt. Hab abwechselnd versucht, ihn nach vorne-unten zu schubsen und dann wieder zu verkürzen, indem ich „mein Segel spanne“. Weiß nicht ob das genug war, aber der Rücken fühlte sich bei letzterem gut federnd an. Billy reagiert echt so gut auf den Sitz :-).

Liberty:
Dann nahm ich Gebiss und Halfter ab und wir haben noch ein bissl Liberty gemacht. Billy legte die Ohren an. Grant? Unsicherheit? Werde nicht schlau draus. Wir haben an der Weave gearbeitet, und er hat toll mitgemacht!!
Zuerst hab ich ihn um einzelne Pylonen geschickt und gleich wieder zu mir (Boomerang-Übung von David Lichman). Das klappte super, eben bis auf die angelegten Ohren. Dann bin ich mit ihm um die Pylonen rumgegangen, dann blieb ich auf einer Seite und schickte ihn herum. Klappte alles so toll, dass ich ihn nach einer Wendung dann kurz antraben ließ, und tatsächlich haben wir eine vollständige Weave, d.h. hin, volle Wendung, zurück, durchgehend im Trab geschafft! Ich war super stolz! At Liberty!!!
Dann noch ein bissl Stick to Me, dann nochmal um die Pylonen, da gings nimmer so gut, habs also wieder einmal übertrieben *seufz*. Trotzdem, tolles Ergebnis heute.:-))

Sonntag, 30. September 2012

Peter Kreinberg-Kurs, Tag 3


Heute ging alles wesentlich besser. Ich bin weiter mit der Hackamore-Gebiss-Kombination geritten. Biegen ging insgesamt besser. Wir wiederholten und festigten die Übungen der vorangegangenen zwei Tage: Ecken, Slalom, Volten, Kleeblatt, … Im Schritt alles tiptop, und Billy war flott unterwegs. Im Trab rannte er mir wieder fast weg, aber ließ sich dann ganz gut bremsen.

Ziemlich erstaunt war ich, als Billy sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag sofort das Maul aufmachte, als ich mit dem Gebiss kam. Da war ich schon baff.

Abkauübungen: Ich krieg das irgendwie nicht hin, Billy wehrt sich oder stellt sich tot. Peter kam und half diesmal. Er ortete eine starke Blockade am oberen Hals, da war auch eine Delle (ist auf beiden Seiten). Er werkte vorsichtig mit Mini-Bewegungen am Gebiss herum, bis Billy nachgab und sich streckte. Am Nachmittag war das Biegen dann tatsächlich besser, obwohl das auch Einbildung sein könnte ;-). Peter meinte jedenfalls, das wäre mit einem Mal nicht getan, aber fürs erste…
Wichtig für mich ist immer selbst locker bleiben, ich verspanne schnell, v.a. in den Schultern. Dagegen den „Papagei schaukeln“.

Wir machten in punkto Übungen wieder ein bisschen Fortschritte. Peter ordnete für mich und eine andere Teilnehmerin an, abwechselnd Innen- (Ecken) und Außenbiegung (lange Seite) zu reiten. Die weiter fortgeschrittenen Pferde durften Schultervor gehen. Wir ritten die Ecken mit starker Innenbiegung aus, dann einige Schritte geradeaus (! wichtig!), dann an der langen Seite kurz eine Außenbiegung. Vor der Ecke rechtzeitig wieder ein Stück geradeaus, dann wieder Innenbiegung. Hat Billy sehr toll gemacht. Ich tendiere zu zu starker Stellung im Hals, also nicht zu viel.

Auch die Schritt-Trab-Schritt-Übergänge gelangen mittlerweile sehr gut. Antraben auf der linken Hand klappte besser, ohne großes unbeabsichtigtes Abwenden in die Mitte. Ich denke da hab ich einfach auch zu viel durchgehen lassen. Wenn ich ein paarmal mit deutlicher Hilfengebung dranbleibe, akzeptiert Billy auch, dass er gerade antraben soll und nicht abzubiegen hat (denn ich denke nicht, dass das körperlich ist, er kann es ja!), und es geht mit weniger Außengewicht, Außenzügel und Innenschenkel.

Wir nahmen als neue Übung das richtige Anhalten dazu. Im 4-Punkt-Sitz spannt man die Gesäßmuskeln so stark an, dass die Sitzbeinhöcker nicht mehr zum Tragen kommen. Tatsächlich bemerkt man sofort ein Verhalten des Pferdes im Schritt, und wenn man weiter macht, ein Anhalten. Obwohl ich bei Billy normalerweise anders anhalte (nämlich mit Becken kippen lassen und Rundrücken), hat das gut geklappt, er hats gleich verstanden und kam langsam zum Halten - nicht abrupt. Sobald das Pferd steht, die Gesäßmuskeln wieder entspannen. Kurz warten, wieder anreiten. Billy war willig und kooperativ, die Übung haben wir sehr gut gemeistert. Wichtig dabei: Ellbogen winkeln!

Weiter gins mit richtigem Rückwärts. Peter baute eine Stangengasse auf. Wir ritten zuerst durch, geradeaus, dann verwendeten wir sie für die Rückwärts-Übung. Durchreiten, am Ende anhalten, und 1 Schritt rückwärts. Dann wieder rausreiten.
Für das Rückwärts lehrt Peter unterschiedliche Methoden. Ich war etwas verwirrt, weil er am Tag davor gesagt hatte, wir sollen unser Gewicht nach vorne verlagern, um den Rücken zu entlasten. Das hat ja gut geklappt, obwohl ich es sonst umgekehrt mache. Nun sagte er plötzlich hinten einsitzen (so wie ichs sonst mache). Ich hab nach dem Widerspruch gefragt, und offensichtlich ist es von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Ich machte es dann – und hab es ihm auch gesagt und war in Ordnung – so wie Billy es kennt, also hinten einsitzen. Dazu den Zügel sanft massieren, gleichseitig, dazu das Gesäß rhythmisch anspannen und wenn keine Reaktion kommt, noch ganz ganz sanft (sieht man fast nicht) mit dem Schenkel anpendeln. Tatsächlich hat das super geklappt, Billy wollte sogar immer mehr Schritte nach hinten als gefragt. Wer hätte das gedacht, ich hatte Schwierigkeiten, nur 1 Schritt zu bekommen und dann Halt. (Zu Hause ging es dann wieder besser).
Denn ganz wichtig ist für Peter, dass rückwärts immer nur ein Schritt geritten wird, dann kommt Pause. Im Lauf der Ausbildung wird diese Pause immer kürzer und kürzer, bis sie für Außenstehende nicht mehr sichtbar ist. Dennoch bleibt sie immer da. Denn zu oft habe er gesehen, wie Pferde das Rückwärts sozusagen gegen die Reiter einsetzen. Nach jedem Schritt ist also sicherzustellen, dass es auch wieder vorwärts gehen könnte, wenn man wollte ;-).

Zum Anreiten nach dem Rückwärts den Schenkel drehend-massierend einsetzen, mit einer Wadendrehung von hinten nach vorn, sodass das Pferd dies unterscheiden lernt. (Hat Billy sofort unterschieden, richtig super geklappt).

Es gab noch ein bisschen Theorie zum Aufsteigen: Kontrollieren, ob das Pferd ausbalanciert steht. Einsitzen wie auf einen Kaktus, ganz vorsichtig. Sattel richten auch nur ganz sanft und vorsichtig, nicht mit wilden Ruckbewegungen, wie man es oft sieht..

Zum Schluss signierte Peter mir noch mein Buch und gab mir am Schluss mit, ich solle jetzt weiter mit der Zäumungs-Kombination reiten. Es würde Tage geben, da könnte ich mehr am Gebiss, und manche, da würde weniger gehen am Gebiss, je nach Tages-verfassung. So könnte ich mich nach und nach darauf hinarbeiten, rein am Gebiss zu reiten.

Die Heimfahrt war abenteuerlich. Mein Herr Transporteur war viel zu früh, so geriet ich in Stress. Billy wollte erstmal nicht einsteigen, und wir hatten eine ganze Wanderreitgruppe als Zuschauer beim Verladen.

Herr Transporteur fuhr wieder ziemlich schnell, an einem Rastplatz machte er Pipi-Pause, Billy rumorte im Hänger und wieherte, ich stand Todesängste aus…. Dann fuhr er die Strecke ausgerechnet über die ärgste Gschreamstn (soll heißen: mitten durch die Pampa!), alles ziemlich flott. Unsere Hofeinfahrt hat er verpasst und dann mitten auf der Bundesstraße rückwärts geschoben, während sich der Verkehr von hinten einbremste und die Hängerräder durchaus knapp an den Straßengraben kamen - schließlich wars ja schon finster.... puh hatte ich Angst!! Aber irgendwie ging alles gut. Billy stieg brav aus, hatte gar nicht mehr so viel geschwitzt wie bei der Hinfahrt.
Nächstes Mal wird definitiv selbst gefahren…

Das war er also, der Kurs bei Peter Kreinberg. Ich war schwer begeistert über Peters Art und Weise, wie er jeden dort abholte, wo er war, wie er klar und deutlich seine Meinung äußert, ohne aber je vorwurfsvoll oder allzu kritisch rüberzukommen, wie er auch mal Hand anlegt, um zu verdeutlichen was er meint und einem dabei die Beine und Finger verdreht ;-). Ich mochte, dass er einen einbremst und sich erstmal um die fehlenden Basics kümmert, und wie er minutiös beobachtet und korrigiert; er ist ein toller Lehrer.
Und schließlich hat mir am besten gefallen, wie er in allem, was er macht und sagt, immer, wirklich immer, das Pferd an die erste Stelle stellt. Beim Handling, bei der Ausrüstung, beim Reiten. Als es darum ging, dass der Reiter verfahrene Bewegungsmuster korrigiert, die ihm erstmal schwer fallen, sagte er - das hat sich mir stark eingeprägt - : "Bevor ihr eure Pferde verbiegt, verbiegt lieber erstmal euch selbst!"

Kreinberg ist wirklich ein ganz ganz großer Horseman.

Und zum nächsten Kurs bin ich schon angemeldet :-)

Samstag, 29. September 2012

Peter Kreinberg-Kurs, Tag 2


Heute vormittag ritt ich vornehmlich am Gebisszügel, der Hackamore-Zügel lag auf dem Hals so gut wie die ganze Zeit. Daher kam ich auf die Idee, nachmittags dann nur mit Gebiss aufzukreuzen. Ging ganz gut am Anfang, kaum trabten wir aber, düste Billy los auf die anderen Pferde hin, wir ritten unsere arme Scheckstuti-Kollegin fast über den Haufen, woraufhin ich geschickt wurde, die Hackamore wieder zu holen. Mein Einwand, dass ich den Zügel davon ja am Vormittag nicht benutzt hätte, meinte Kreinberg, dass Billy allein das Gefühl hilft, dass die Hackamore da ist. Also wieder rauf damit. Und das Gebiss immer ÜBER der Hackamore anziehen!

Heute war irgendwie der frustrierendste Tag...

Abkauen geht schlecht. Billy wehrte sich tw. vehementest, mit Schnappen und Weggehen, Kopfschlagen usw.

Am Vormittag übten wir weiter die Biegung in Ecken und Slalom. Dabei begannen wir, etwas zuzulegen auf den langen Seiten, und wieder vor der Ecke zu verkürzen. Billy war ungewöhnlich flott unterwegs, um nicht zu sagen, er rannte mir unterm Hintern davon. Zulegen tat ich demnach fast zu viel. Verkürzen ging aber auch gut, ich war dann nur zu langsam, um die Zügel vorschriftsmäßig zu verkürzen.

Dann am Nachmittag machten wir weitere Übungen zum Fühlen, wann das äußere Vorderbein vortritt. Wir mussten das mit „jetzt“ benennen. Wir sollten dann wieder im Einklang durch die Ecken treiben, klappte gut, wenn ichs richtig erwische, biegt sich Billy serh schön.

Wir gingen über zu Volten und Zirkeln. Den Rest vom Nachmittag ritten wir Volten, bis mir schwindlich wurde. Die kleine, hektische - und deshalb dem Billy sehr verhasste - Scheckstute ritt ebenfalls da, wir kamen uns ständig in die Quere. Es war abwechselnd bei den Zirkelpunkten eine 6m-Volte zu reiten, und dann wieder auf den großen Zirkel zu gehen. Diese Übung sollte der Schenkelkoordination dienen: Für die Volte: Abwenden mit Treiben des äußeren Schenkels, Knie des inneren Beines öffnen, treiben immer wenn das innere Vorderbein vortritt, um es eben auf den kleineren Kreis zu setzen. Ab der Hälfte oder dem letzten Drittel der Volte dann innen treiben in Übereinstimmung mit dem äußeren Vorderbein, um das Pferd wieder auf den großen Zirkel zu versetzen. Das ganze war im Grunde kein Problem, weil Billy ja super auf Außenschenkel reagiert. Ich musste eher aufpassen, dass er mir nicht zu weit innen kam. Das einzig mühsame war die Biegung, v.a. weil wir es so lange machten. Billy wurde auch total triebig, das war lästig.
Die anderen am anderen Zirkel hatten jedoch so ihre liebe Not, eine Trab-Volte überhaupt einzuhalten, da war ich dann schon stolz drauf, was wir können.

Beim Zuschauen bei den anderen beiden Gruppen notierte ich auch noch jede Menge zur Theorie:

Thema Zügelkontakt: Wenn vom Pferd ein Widerstand zu spüren ist, ist Ziehen jedenfalls falsch. Stattdessen Halten durch richtige Positionierung, bis das Pferd nachgibt. Das muss immer das oberste Ziel sein: Nachgiebigkeit! Niemals nachgeben, bevor das Pferd nachgegeben hat. Es folgte eine Übung mit Fingerhakeln und Aus-dem-Gleichgewicht-Bringen, die mich an ein Video von Mark Rashid erinnerte.

Thema Beinkontakt Das Bein ist wie eine Leitplanke. Sollte hier das Pferd dagegen drücken, ebenfalls einfach halten, dabei aber nicht statisch werden, sonst resultiert das in einem Gegeneinander-Drücken. Gibt das Pferd nach, belohnt es sich selbst, da der Druck dann sofort verschwindet.

Peter Kreinberg unterscheidet 3 Arten von Energien:
1) Druckenergie: steigert die Energie (z.B. Pendelschenkel etc.)
2) Blockenergie: Bei Gegendruck des Pferdes
3) raumgebende Energie, Draw-Energie: Wenn Kontakt besteht und der Kontakt sich entfernt, folgt das Pferd um den Kontakt zu suchen = Draw-Energie.

Zum Sitz: Peter Kreinberg benennt einen 2-Punkt, 3-Punkt und 4-Punkt-Sitz. Der 2-Punkt-Sitz verteilt das Gewicht rein auf den Sitzbeinhöckern. Kreinberg zeigte es mir, ich fühlte mich stark vorne, eigentlich mit Hohlkreuz (sicher falsch gemacht). 3-Punkt-Sitz: Noch weiter vorne, jetzt richtig auf dem Schambein. Selten zu verwenden, wir haben den gar nicht angewendet, er hat ihn nicht näher erklärt. 4-Punkt-Sitz: Weiter hinten mit Gewicht auf Sitzbeinhöckern + Gesäßmuskeln verteilt.
Dazu gab es ein Bild: Wir sollten uns vorstellen, wir hätten eine Weintraube im Bauchnabel und müssten sie festhalten (4-Punkt-Sitz). Dann die Weintraube mit dem Bauchnabel "ausspucken" (2-Punkt-Sitz).

Zur Beinhaltung: Der Stützpunkt sollte unter dem Schwerpunkt sein (betrifft den Sattel und seine Bügelaufhängung). Bein lockern: O-Bein, Fußgelenk nach außen rotieren, Steigbügel anheben, ganzes Bein nach hinten legen. Kein Knieschluss! Den brauchen nur Springreiter, die höher als 1m springen. Bei allen anderen führt das nur zum Klemmen.;-)

Abends saßen dann wieder alle zusammen, Peter Kreinberg erzählte aus seinem bewegten Pferdeleben. Das hat mir gut gefallen. Ich war noch nie auf einem Kurs, wo ich auch übernachtet habe. Meist hieß es eher früher als später: Heimfahren, schlafen. Nicht so hier. Bis zum Schlafengehen wurde gefachsimpelt, Geschichten erzählt und Erfahrungen ausgetauscht. 

Freitag, 28. September 2012

Peter Kreinberg-Kurs, Tag 1

Billy hat Stress. So viele fremde Pferde, fremde Umgebung, und Frauli ist auch noch hektisch und aufgeregt und gedopt mit Aspirin.
Billy giftelt also gegen alles und jeden, beim Putzen, Satteln, Hufemachen und überhaupt. Ich übergehe das souverän (naja....), am Nachmittag wird es schon besser.

Der Kurs ist klar durchstrukturiert und der Zeitplan wird genau eingehalten, sehr angenehm.
Peter Kreinberg kontrolliert am Anfang bei jedem Zaum und Sattelzeug, überzeugt sich, dass nichts kaputt ist oder absolut nicht passt. Ich bin als einziger bunter Vogel mit meiner Knoti-Hackamore + Gebisszaum drüber da (ebenfalls in bunt gehalten). Die Farbzusammenstellung beleidige ein wenig seine Augen, bemerkt Peter augenzwinkernd, ich darf aber trotzdem so weiterreiten und bekomme wertvolle Tips (Gebiss mit Genickriemen ÜBER das Knoti und nicht drunter).

Jede Reiteinheit beginnt Peter mit Abkau- und Biegeübungen am Gebiss. Mit sanftem Massieren, Schrägstellen des Gebisses, auseinanderziehen des Gebisses, bringt er das Pferd zum Abkauen. Hie und da mit einem kleinen sanften Ruck auch zum Heben des Halses, wenn er allzu zu tief ist. Anfassen soll man dazu nicht die Gebissringe (die Einwirkung wäre dann zu ungenau), sondern ganz nah an den Gebissringen am Zügel, und zwar nur mit Daumen und Zeigefinger. Als wichtig lernen wir: Der Mensch muss locker sein („Alexanderhaltung“): Knie leicht gewinkelt und federnd, Schultern locker. Man kann auch die Schultern langsam kreisen und dabei das Gebiss mitnehmen und so das Pferd mit-lockern.
Mit kleinen Sidesteps bewegt man sich - das Ziffernblatt einer Uhr vorgestellt - von 6h auf 7h, 8h, maximalst 9h und nimmt das Pferd sanft in eine Biegung mit. Immer nur eine Nuance mehr. Sobald was klemmt, bleibt Peter an diesem Punkt oder geht wieder in weniger Stellung zurück, massiert, bis das Pferd abkaut und nachgibt. Auf Nachgeben des Pferdes folgt Nachgeben am Gebiss.
Diese Übung immer vor und nach dem Reiten, sodass das Pferd ein angenehmes Gefühl hat, wenn sich Muskelblockaden lösen und lockern.
Billy hat anfangs sehr rebelliert, war auch stark verspannt im oberen Hals. Als Kreinberg selbst Hand anlegte, ging es viel besser, und irgendwas hat er wohl gelöst.

Dann ging es in den Sattel, und zum ersten Mal seit 25 Jahren brachte mir mal eindlich einer bei, wie man Zügel richtig hält. ;-)  Ich ritt ja mit der Kombination aus Gebiss und Knoti-Hackamore, hatte also 2 Paar Zügel in der Hand. Hier lernte er mir gleich, die Zügel getrennt zu halten (ehrlich gesagt, bisher packte ich sie immer irgendwie, meist alles zusammen): Die Hackamore-Zügel zw. Ringfinger und kleinem Finger durch, ganz "normal" also, und den Gebisszügel jeweils unter den kleinen Finger legen. Das ging erstaunlich gut.
Dann gings ans Üben der Zügelführung. Kreinberg verkürzt und verlängert in winzigen Nuancen, ich wurde gleich gerügt, nahm gleich 10cm auf einmal an ohne es zu merken. Immer nur 1, 2 cm, dafür den Griff ganz schnell hintereinander öfter. Um links zu verkürzen: Linken Zügel mit rechtem Daumen und Zeigefinger kurz halten, rausziehen, wieder mit links schließen, Ellbogen winkeln. Ein wichtiger 3-er-Schritt: Ziehen-Schließen-Winkeln. Zum Verlängern sagte er nichts konkretes, ich ließ sich einfach cm für cm wieder rausrutschen. Das ließ er uns üben bis es uns zu den Ohren rauskam: In jeder Ecke, mit Slalom (hier 3x hintereinander den Griff pro Seite!), in Volten.
Weiters wichtig: Die Daumenbasis muss locker sein. Der Zügel wird nicht hauptsächlich mit Daumen und Zeigefinger festgehalten, sondern mit dem Ringfinger. Kreinberg demonstrierte mir, wie das unterschiedliche Auswirkungen auf die Muskelspannung im Ellbogen und v.a. der Schulter hat. Das war tatsächlich faszinierend. Wenn man mit Daumen und Zeigefinger schließt, versteift sich der Ellbogen, man kann nicht mehr abwinkeln und mitfedern, v.a. aber auch nicht mehr schnell nachgeben! Hält man mit dem Ringfinger, kann man ebenso fest z.B. gegen Gegendruck halten, aber das Nachgeben wird viel schneller und weicher. Immer wieder sollte ich die Hände lockern, indem ich die Daumenbasis kreisen lasse. Schultern lockern: Einzeln (!) kreisen lassen, langsam und sanft, als würde man einen da oben sitzenden Papagei vorsichtig schaukeln. Einzeln deshalb, weil man sonst keinen Unterschied zwischen den Seiten bemerkt.


Danach erklärte Peter, wie er Schenkelimpulse einsetzt. Bei ihm gibt es 2 Arten von Schenkelimpulsen:
1) Pendelschenkel, um mehr Fleiß zu entwickeln. (Am 3. Tag auch fürs Rückwärts).
2) Massierenden Impuls mit der Wade von hinten nach vorne drehen (Fußspitzen nach außen drehen), zur Aktivierung des inneren Hinterbeins und für Biegung.

Wir lernten fühlen, mussten benennen wann das äußere Vorderbein (und somit im Schritt kurz darauf das innere Hinterbein, im Trab gleichzeitig) vortritt. Ging gut, dank meiner Centered Riding-Stunden. Wir übten, den Schenkelimpuls im richtigen Moment zu geben: gleichzeitig mit Vorschwingen des Hinterbeins innen (= Vorschwingen des äußeren Vorderbeins).

Es folgten Übergänge Schritt-Trab. Angetrabt wird durch Pendelschenkel, abwechselnd mit „Sitzimpulsen“ (letztere hab ich nicht genau verstanden, ich denke Gesäß anspannen). Billy driftete ständig v.a. auf der linken Hand ganz ganz schlimm nach innen. Dafür: Gewicht in äußeren Bügel, mit dem Innenschenkel massieren, nicht überfallen. Nach einigen Durchgängen ging es besser. Sonst waren meine Übergänge gut, am letzten Tag bekam ich sogar ein „Tiptop!“-Lob dafür *stolzschau*.

Donnerstag, 27. September 2012

Los gehts! Kreinberg-Kurs, die Anreise

Heute gings los, Fahrt zum Wanderreithof für den Kurs mit Peter Kreinberg!

Zum Transportieren hatte mir ein Freund seinen Stallbesitzer vermittelt. Der kam schon früh, weil er nachher weiter musste. Billy stieg ziemlich brav und auf Anhieb ein, und dann gings los. Herr Transporteur vertraute seinem Navi mehr als meiner stundenlangen Recherche und dem Hinweis auf der Website des Wanderreithofs ("Navis finden uns nicht!!") und fuhr auch sonst .... naja, flott. In mir reifte der Entschluss: Die nächste Fahrt bestreite ich höchstpersönlichst selbst ;-).

Billy stieg ziemlich schweißgebadet und natürlich sehr aufgeregt aus. Ich war zu früh dran, um eine Box oder mein Zimmer zu beziehen, und so gingen wir mal auf und ab, schauen, bis uns die Chefin vom Hof eine Koppel zuwies. Dort stellte ich Billy einmal hin mit seiner Decke zum Abschwitzen und setzte mich daneben. Es war kalt und windig und nicht gerade schön, immer wieder mit etwas Regen, aber nicht schlimm. Wir verbrachten etwas undemanding Time.

Um 15h konnte ich dann mein Zimmer beziehen. Billy hatte sich bereits auf der Koppel ganz gut eingelebt und beruhigt und knabberte am spärlichen Gras. Ich holte ihn und machte ein bissl Bodenarbeit in der Halle, wo er brav mitgemacht hat. Wir begannen mit ein bisschen Stick to Me, weil es in der Situation einfach angebracht war. Billy musste viel umherschauen, bald klappte es aber ganz gut. Zum Schluss konnte ich sogar einem der späteren Kursteilnehmern (der sich angeschlichen hatte und zuschaute ;-) unseren gemeinsamen Galopp zeigen, sogar soweit konzentrierte sich Billy, dass das klappte :-) . 
Ich dachte, dass Billy heute mal die Beine bewegen möchte, und ließ ihn das daher in einem Circling Game machen. Ich bestand noch auf einem korrekten Rückwärts, das klappte hervorragend. Ein bisschen musste ich ihn schon zurechtweisen, weil er nicht aufpasste, aber dann gings gut. Er hatte natürlich heut viel Go und Höherschalten war leicht. Also probierte ich auch Galoppwechsel, und es hat ganz gut geklappt, nach mehreren Anläufen.
Auch seitwärts haben wir wieder probiert. Halbkreise um mich mit seitlichem wegdriften. Ging ganz gut dafür, dass wir in fremder Umgebung waren. Er hat mich verstanden und willig bemüht, auszuführen, was ich möchte.

Er kam dann in seine Box, wo er zuerst noch allein war, bevor sein Nachbar kam. Das machte der Hofchefin Sorgen, aber ich konnte sie wirklich beruhigen... solange Heu vor seiner Nase liegt, ist Alleinsein kein Problem für den Billy, so war es auch. Mit dem Boxennachbarn, der erst spät in der Nacht eintraf, verstand er sich dann auf Anhieb bestens und beide waren für den Rest des Kurses ziemlich unzertrennlich, wir ließen sie ab Freitag dann auch gemeinsam auf eine Koppel.

Donnerstag abend beim Essen wurden dann die Gruppen eingeteilt und Peter Kreinberg erzählte ein bissl was über seine Theorien und Ansichten; die Kursteilnehmer stellten sich und ihre Pferde vor und es wurde noch lange geplaudert. Viele  waren schon zum x-ten Mal da, an denen sah man auch, wo es hinführt. Und mir hat gut gefallen, wo es hinführt!

Groggy fiel ich ins Bett, hatte weiter leichtes Fieber und einen Wattebausch-Kopf…


Dienstag, 25. September 2012

Ich bin inzwischen wirklich krank geworden. Hab erhöhte Temperatur, Schweißausbrüche und wattigen Kopf. Das ist nicht grad toll, Donnerstag gehts zum Kurs.

Gebiss nehmen: Zuerst bin ich mit dem einfach gebrochenen gekommen, das ich letztes Mal verwendet hab. Prompt wollte Billy flüchten und machte das Maul nicht auf. Ich hab dann aufgegeben und das andere geholt – und das war innerhalb von ein paar Minuten drin. Interessant!

Wieder die Centered-Riding Übungen. Habe Zirkel mit geradeaus abgewechselt. Teilweise hat es sehr gut funktioniert, aber Billy war heut ziemlich lauffreudig und rannte mir unterm Hintern davon teilweise, da wurde es gleich schwieriger mit Rahmen Erweitern, er hatte den Kopf oben und rannte im Trab dahin. Tw. wollte er nicht auf die Zirkellinie, da musste ich dann weit mit der inneren Hand ausholen, dann gings. Rahmen verkürzen ging dafür so viel besser, mit so viel Go heute.

Billy wollte heute unbedingt galoppieren, also durfte er auch ein bissl am Schluss. Weil dazwischen wollte er auch, hat sich dann aber brav in den Trab gefügt, das wollte ich belohnen und nicht immer justament das Gegenteil machen. Es war ein toll zu sitzender, flüssiger Galopp, ich hab aber nicht viel gemacht außer oben sitzen, war zu groggy.

Mittwoch, 19. September 2012

Das Gebiss nehmen ging heut ruckzuck!

Wir sind in die Halle und haben dort die Centered Riding Dinge aus der letzten Stunde geübt. Im Schritt versucht den Rahmen zu verlängern, dann mit "Segel Spannen" zu verkürzen. Billy hat brav mitgemacht.

Dann Übungen fürs Neckreining à la Kreinberg-Buch. Billy versteht langsam, und manchmal gelingt eine Volte schön eng als Beginn einer Hinterhandwendung. Hinterhandwendung pur haben wir auch schön gemacht, Schritt für Schritt.

Rückwärts war heut ein heftiger Kampf, aber ein ruhiger. Ich konnte ganz gelassen bleiben. Billy versuchte oftmals, durch den Druck vorne einfach hindurchzustapfen. Ich hab reagiert mit vermehrtem Klopfen der Schenkel (aber nicht fest und nicht wütend), bis er rückwärts auswich, und dann kam aller Druck weg. So konnten wir im Lauf der Einheit ein hübsches Rückwärts erarbeiten. Wieder mal ...

Montag, 17. September 2012

Hängertraining - Mensch und Pferd ;-)

Heute hab ich Hängerfahren geübt! Hab mir einen Hänger geliehen und war mordsaufgeregt. Prompt hat der Typ auf uns vergessen gehabt und musste erst anreisen. Dafür musste ich keine Kaution zahlen und konnte den Hänger zurückstellen, wann wir wollten.
Ich fuhr zu Billy, um etwas Verladetraining zu machen, auch im Hinblick auf nächste Woche, wo wir zum Kreinberg-Kurs fahren.

Zuerst kurz am Viereck Führen aus Zone 5 gemacht, das hat super geklappt, besser als gedacht. Lenken, Anhalten, Schritt und kurz Trab und sogar ein kleines Galöppchen (Premiere!!!)!

Dann auf zum Hänger, wir hatten den mit rundherum schön viel Platz geparkt. Billy stapfte sofort mit den Vorderbeinen drauf, hielt die Rampe für ein Podest ;-). Aber die Hinterbeine waren schwierig, und auch reingehen, da war er skeptisch.
Ich schickte ihn in einem Circling Game rundherum und ließ ihn ein paarmal quer über die Rampe gehen, bis das flüssig ging. War schnell der Fall, auf beiden Händen.
Dann wollte ich ihn reinschicken, aber irgendwie krieg ich das nicht hin, er steigt dann doch immer seitlich runter. Zum Schluss bin ich einfach auf die gute alte Methode in den Hänger rein und hab von vorne Druck ausgeübt. Er zog einige Male zurück, aber bald wars soweit, er stieg zu mir in den Hänger.
Dann machten wir das ein paarmal. Angst hatte er dann v.a. wieder vor dem rückwärts aussteigen. Also geübt: Einsteigen, aussteigen, einsteigen, aussteigen. Zwischendurch machten wir mal die Stange hinten zu, wieder auf, ließen ihn ein bissl stehen, wieder aussteigen.

Super brav... Kreinberg-Kurs, wir kommen! :-)


Samstag, 15. September 2012

Heute haben wir in der Centered Riding Stunde an Übergängen innerhalb einer Gangart gearbeitet. Also im Schritt zulegen und verkürzen und dasselbe im Trab. Zum Schluss noch kurz Galopp.


Beim Zulegen sollte ich mir vorstellen, das Pferd hätte ein Scharnier im Widerrist. Beim Zulegen soll sich alles vor und hinter diesem Scharnier nach unten biegen: Der Hals mit Kopf auf der einen Seite, die Kruppe und Hinterhand an der anderen Seite. Der Widerrist soll oben bleiben. Praktisch bewerktstelligen sollte ich das einfach, indem ich die Kopfbewegung im Schritt z.B. verstärke und mir vorstelle, die Zügel sind Stangen, an denen ich Billys Kopf nach vorne schiebe. Gleichzeitig soll ich mir für das Abkippen bzw. Untertreten der Hinterhand vorstellen, an einem Gymnastikball hinten hinunter zu rutschen. Das letztere Bild hat nicht so gut funkitoniert, aber das erste sehr. Billy legte tatsächlich zu, v.a. aber erweiterte er den Rahmen super.
Will ich das Gegenteil, also ein Verkürzen der Gangart, kürzere, erhabenere Tritte, soll ich mir vorstellen, ich wäre auf Billys Rücken ein „Segel im Wind“. Man richtet sich durch das Bild automatisch auf. Ich habe auch noch aktiv daran gedacht, den Pferderücken anzu“saugen“, und tatsächlich wurden Billys Tritte kürzer und federnder. Für den gleichen Zweck gab es noch das Bild des Zentauren: Meine Sitzbeinhöcker sind mit Billys Beinen verwachsen, und ich selbst mache riesige, erhabene Schritte. Hat auch gut geholfen.
Die Verkürzung soll ich immer nur ganz kurz beibehalten, Billy hat die Kraft noch nicht.
Ich werde also jetzt üben, immer schön abwechselnd, in Trab und Schritt.

Galoppiert sind wir auch noch wie gesagt, aber das war nicht so toll. Das werden wir wohl noch ein bissl ruhen lassen.

Donnerstag, 13. September 2012

Temperatursturz, es hatte nur 9° heut nachmittag! Billy wird plüschig :-) .

Billy öffnete heut das Maul überraschend schnell, als ich mit dem Gebiss kam; beinahe sofort! Davor wollte er aber trotzdem noch dem Riemen ausweichen. Trotzdem, sehr brav heute.

Zum Aufwärmen die "Olympische Ringe"-Übung. Zuerst Schritt. Billy war gut drauf und flott unterwegs, sehr angenehm. Am Anfang ließ ich die Zügel nur auf dem Hals liegen ohne sie anzufassen, und bin alle möglichen Bahnfiguren geritten, alles was mir eingefallen ist. Billy hat super reagiert, sehr präzise und prompt und willig. Super! Danach Zügel aufgenommen und Olympische Ringe. Billy ging alles zügig und willig, fühlte sich sehr gut an.
Dann Antraben. Ging mir zu langsam, daher 2 Runden auf beiden Händen am langen Zügel Schenkelgehorsam geübt, war bald wieder geklärt. Dann die Zügel aufgenommen und los mit den Olympischen Ringen. Teilweise gab es noch große Abwehr gegen das Gebiss. Wenn ichs länger lasse, hört das ganz auf. Ansonsten ging er brav seine Kringel, ich bemühte mich, „große Schritte in sein Gebiss“ zu machen, Pingpong zu schubsen und meine Nase nicht an seinem Innenohr vorbei zu drehen. Samstag haben wir wieder Stunde, bin gespannt, was meine Trainerin sagt. Im Spiegel sieht es manchmal besser aus, Billys Hals ist nicht mehr vorgestreckt wie bei einer Kuh, sondern hie und da tatsächlich gerundet. Go war heut auch super und angenehm.
Und ich hab mich bemüht, etwas mehr Körperspannung zu haben, weil ich das Video gesehen hab, das vor zwei Wochen gemacht wurde – fürchterlich, v.a. meine Halswirbelsäule wie Gummi – es ist eigentlich ein Wunder, dass ich nicht mit Dauer-Peitschenschlag herumrenne.

Dann bin ich abgesessen und hab Billy vom Gebiss befreit, wir haben aber noch ein bisschen On Line gemacht. Zuerst ein bisschen CG, Billy flott und super unterwegs. Dann hie und da zur Wand angenähert und Seitwärts geschickt. Er erkannte die Übung bald wieder und ich begann systematisch mal links, mal rechts in einem Halbkreis zu schicken und dann seitwärts driften zu lassen. Nach links geht das in einem 45° Winkel langsam schon richtig gut. Nach rechts will er lieber ganz gradaus, dreht sich von mir weg, aber es ist leicht zu reparieren. Er bemüht sich total und hat viel Lob gekriegt. Nach links bekommen wir ein paar Trabtrittchen zusammen, nach rechts schnellen Schritt.
Beendet hab ich dann mit 4 Runden Galopp mit mir in Neutral, Billy war sehr brav linksrum. Irgendwas hindert ihn, richtig locker zu sein links. Aber er hat sich super bemüht. Auf mich zutraben funzt super, eine ganze Hallenlänge lang.

Dienstag, 11. September 2012

Der letzte Tag mit Super-Wetter ist angesagt. Noch einmal 30°, morgen soll es dann kühl werden und der Sommer soll vorbei sein.

Der Kurs mit Peter Kreinberg bereitet mir noch schlaflose Nächte... ich muss noch einen Transport organisieren...

Wenn ich aber schon zum Kreinberg-Kurs fahre, muss ich ein bisschen üben! Hab daher heut mit Sattel geübt und nur mit Hackamore.

Billy war anfangs seeehr zäh, das war unglaublich. Ich probierte anfangs einfach ein paar Halt-Schritt-Paraden, das ging noch, zäh, aber es ging. Dann rückwärts, und schon hatten wir eine Mega-Diskussion beieinander. Billy verweigerte das Rückwärts wie ganz zu Anfang, einfach stures Stehen, ich hatte viel zu tun, nicht sauer zu werden. Billy ignorierte alle Phasen, die ich krampfhaft versuchte einzuahlten, und ging tw. einfach durch allen Druck vorwärts. Mit sehr hohen Phasen konnte ich ein paar zähe Schrittchen bekommen.

Ich ging über zu einem Achter im Schritt mit Außenbiegung und Innenbiegung. Von der Mitte der Acht kommend Außenstellung, bis ¾ des Kreises, dann umstellen zu Innenbiegung, um die Mitte, und auf den anderen Kreis der Acht wieder in anderer Außenstellung. Kann schwer sagen, welche Richtung besser war, Billy hats bei beiden brav gemacht.

Dazwischen wollte ich dann etwas Schwung holen, weil er bei sowas erst recht gern einschläft, und begann, einen Kringel im Trab zu reiten (mit ganz normaler bzw. ohne Biegung), dann bei X des Achters Schrittparade und einen Kringel in Außenbiegung. Wieder Trab. Ein paarmal, dann Seiten gewechselt. Das klappte ganz gut. Ich kann nur im Sattel echt schlecht aussitzen. Die Gewohnheit ist doch was lustiges... Ohne Sattel kann ich besser aussitzen als mit. REine Übung.

Dann weiter die gleiche Übung, nur Galopp statt Trab. Galopp war gleich katastrophal, v.a. links. Ich werde wie verrückt nach rechts geworfen, und Billy galoppiert verkrampft an und pariert sofort wieder. Galopp kann ich im Sattel noch schlechter sitzen, das geht im Pad viel besser... Irgendwann hab ich mich über das ständige Verfallen und über einen Buckelansatz geärgert und das Seil vonder Hackamore ganz lang in die Hand genommen und ganz sanft im Galopp auf seinen Hintern geklatscht, wenn er zu verfallen drohte, und siehe da, er konnte sehr wohl galoppieren, und ich konnte endlich ein bissl besser sitzen, weil alles flüssiger war.
Nach dem wir diese Übungsfolge immer wieder gemacht haben, wurde es besser. Billy begann mitzudenken, nahm den Galopp manchmal fast schon vorweg, Angaloppieren wurde so besser. Dann hab ich den Galopp nochmal isoliert geübt:
Ziel war ein richtig cool-flüssig-entspanntes Angaloppieren. Einfach schnalzen, und Billy galoppiert. Zuerst rechts. Das war ganz gut. Wir machten viele Übergänge zum Schritt, Angaloppieren aus dem Schritt und Trab. Dann links. Holprig oft, manchmal Kreuzgalopp und manchmal Außen. Manchmal nur 2 Sprünge. Aber ich blieb dran, ganz ruhig, immer aus dem Trab, und sobald er galoppierte, bemühte ich mich, nicht zu treiben, sondern wenn, dann mit dem Seil zu klatschen, aber im großen und ganzen eben am Angaloppieren zu üben. Es wurde dann gut, und Billy war endlich durchlässig! Er gab dann super nach und plötzlich klappte nachher auch das Rückwärts flüssig und willig, und das war ein guter Zeitpunkt zum Aufhören.


Sonntag, 9. September 2012


Das Wetter ist weiter kaiserlich. Strahlend blauer Himmel, sehr warm, aber nicht brütend heiß.
Die Pferde waren auf der Weide, und Billy kam heut freiwillig mit! Zuerst ging er weg, dann folgte er mir im Schritt, Trab und auch Galopp ohne Seil bis zum Viereck. Mit Anhalten dazwischen und allem. Bin sehr stolz.

FINESSE
Gebiss anziehen: Unverändert. Immerhin auch nicht schlechter. Billy senkt den Kopf und beamt sich weg, wenn das Gebiss vor seinen Lippen baumelt. Mit ein bisschen Lippen streicheln und Zunge massieren macht er auf und nimmt es.

Olympische Ringe: Ich ging in die Halle und ritt meine Olympischen Ringe. Eine Weile im Schritt, dann im Trab. Keine große Veränderung gegenüber den letzten Malen. Das mit dem Runden bekomm ich nicht mehr so richtig hin. Konnte im Spiegel sehen, dass Billy einfach den Hals wegstreckt wie eh und je.
Im Halten hab ich 2x gefordert, dass er nachgibt. Er kaut wie ein Irrer und lehnt sich drauf, irgendwann gibt er dann eben im Genick nach, dann hab ich gelobt und hab ihn strecken lassen.


Ausritt: Danach sind wir wieder auf einen kleinen Ausritt gegangen.
Wir gingen einen Teil der Runde wie gestern. Dabei gings heute auch über das immer dort rinnende Bächlein. Billy machte einen Riesenhüpfer drüber, obwohl er eigentlich nur einen großen Schritt hätte machen sollen. Ich drehte um, ließ ihn gesittet noch einmal drüber steigen, dann nochmal gewendet und in die Heimatrichtung nochmal gesittet drübergestiegen, plötzlich ging es.
Wieder ritten wir die Weide rauf, wieder mit einem richtig superschnellen Galopp am Ende.
Am Ende des Weges, fast zu Hause, bin ich nochmal umgedreht und hab Billy nochmal den Berg raufgaloppeln lassen. Mit einem Stop dazwischen, weil Rechtsgalopp. Hab versucht, links zu bekommen, und tatsächlich, bekam ich dann! Beim Heimgehen dann 2x angehalten und Rückwärts gefordert, hat er recht brav gemacht.

Samstag, 8. September 2012

Des einen Leid ...

... des anderen Freud.
Gerade hat sich für mich die Möglichkeit aufgetan, an einem Kurs mit Peter Kreinberg mitzumachen. Seit ich seinen letzten 3-fach-Band zum WEsternreiten gelesen habe, bin ich ein großer Kreinberg-Fan geworden. So stelle ich mir schönes, richtiges Westernreiten vor....Der Kurs ist nicht allzu weit weg, etwa 130km. Es waren keine Plätze mehr frei, meine Stallkollegin hatte den letzten Platz ergattert. Wie es nun so kommt, ist ihr Pferd nun - leider natürlich! - lahm. Daher werden wir es so handeln, dass ich ihren Platz übernehmen kann. Jede Menge Organisation steht daher jetzt auf dem Plan!

FINESSE
Gebiss: Es dauert schon wieder Ewigkeiten, bis Billy das Maul aufmacht für das Gebiss.

Olympische Ringe: Nach einer Aufwärmrunde um den Stall bin ich aufs frisch abgezogene Viereck geritten und meine Olympischen Ringe. Billy war ganz brav, so mittel. Trab war beim ersten Antraben zäh, schlechtes Antraben einfach, dann hielt er die Gangart aber brav und in halbwegs gutem Tempo. So richtig rund wurde er heut nicht, tw. hatte auch noch immer starke Abwehr, also eher uneterdurchschnittlich im Vergleich zu den letzten Wochen. Nächste Woche haben wir wieder Stunde.

FREESTYLE
Ausritt: Tja, und dann sind wir noch ausgeritten. Super Wetter, strahlender Sonnenschein! Ich bin eine große Runde gegangen, in die andere Richtung als üblich; Am Schluss die Runde dann auch nicht wie üblich zu Ende geführt sondern noch eine Mini-Runde drangehängt.
Billy war am Anfang sehr aufgekratzt. Als unser Teich in Sicht kam, ganz am Anfang, noch auf Stallgrund, schreckte er sich vor irgendwas so sehr, dass er ein paar Galoppsprünge in die Wiese machte. Kein Problem es zu dersitzen, aber ich fragte mich, ob ich wirklich über die Straße wollte … beschloss dann aber irgendwie, trotzdem weiterzugehen.
Wir ritten die sehr steile Böschung runter und problemlos durch den Bach. Hat er super gemacht!
Dann den Weg rauf zur Straße. Da war Billy sehr aufgekratzt. Er zuckte bei Motorradgeräuschen. Es kam dann nichts, und so ritten wir einfach über die Straße. Meine größte Angst war, dass er sich dort im Dorf schreckt und zurückrast, aber nichts passierte. Gleich nach der Straße begegneten wir einer fremden Reiterin vom Nebenhof. Wir plauderten kurz, dann ritt ich weiter.
Durchs Dorf hindurch war Billy aufgeregt, schnorchelte, Kopf oben, sehr aufmerksam. Ich trabte hie und da, um ihn in Bewegung zu halten, das hilft.
Sobald wir das Dorf hinter uns hatten und im Wald waren, entspannte er sich zusehends. Wir ritten zuerst den einen Weg rauf, den ich mit meinem Freund erkundet hatte. Billy ging total brav dorthin… aber aufgeregt. Irgendwann sieht man in der Ferne ein Haus, da bin ich dann umgedreht um die geplante Runde zu beenden. Auf den Waldwegen trabten wir recht viel, einmal sogar ein Stückerl Galopp.
Ich war nicht sicher, ob das steile Stück, das wir ja sonst bergauf gehen, nun umgekehrt bergab zu bewältigen ist, aber es ist gar nicht so schlimm steil. Das erste und das letzte Stück, aber dazwischen geht’s. Billy hat das super gemacht.
Sobald wir auf dem Weg waren, wusste er wo er ist und war entspannt. Da passierte auch nix aufregendes. Dann wieder bei der Straße bastelte ein Kind an seinem liegenden Rad herum, und gleichzeitig gab es Traktorgeräusche von gegenüber der Straße. Billy spannte sich total an wegen dem Fahrrad, also hatte ich das Gefühl, lieber abzusitzen und tat das auch. 2 Kinder fuhren dann auf ihren Rädern vorbei, Billy starrte, war aber ok. Wir überquerten die Straße zu Fuß. Der Mann mit dem Traktor telefonierte und hatte den Traktor abgestellt, Billy war wieder ruhig. Ich wollte nun eben nicht gleich nach Haus, sondern noch ein Stück den Weg gehen, um von hinten über unsere Weide zum Stall zurückzukehren.
Kurz vor dem einen Nachbarhaus saß ich wieder auf. Im dortigen Garten waren Kinder beschäftigt, mit lautem Trara ein kleines knallblaues Zelt aufzubauen. Da war Billy wieder ziemlich fertig mit den Nerven. Er trabselte an der dichten Hecke vorbei, konnte ja nix sehen. Hinter dem Haus stand dann noch Gerümpel, das war ihm auch nicht geheuer. Wir brachten das trotzdem hinter uns, und sobald wir über der Brücke waren, war er wieder voll entspannt.
Er schien erstaunt, als ich tatsächlich dann nach links einbog, um heimzugehen (meistens will ich geradeaus weiter ;-) .Auf der Weide, leicht bergauf, fragte ich nach Galopp und feuerte ihn an, und wir flooooogen! Ich hatte ein Aha-Erlebnis: Mein Hintern muss noch viiiiel weiter aus dem Sattel als immer gedacht, dann hat er Platz! Er gab super super Gas, parierte sich aber von selbst in Schritt, wo ein Weg anfängt und wir immer Schritt parieren. So gingen wir gesittet in Schritt heim. Brav! Es leben die Rituale und Gewohnheiten ;-)

Richtig richtig toll dieser Ausritt, wenn auch oft haarscharf an der „roten Grenze“ entlang …

Weil ich das frisch abgezogene Viereck nicht zerstören wollte, forderte ich Billy nachher auf, sich vor dem Viereck, wo so viel Sand herausgeschwemmt worden ist, zu wutzeln – und er legte sich tatsächlich genau dort hin!! Aber nur eine Seite ;-).

Danach gingen wir noch lange grasen, herrlicher Tag, volle Entspannung.

Donnerstag, 6. September 2012

ON LINE
Ich muss wieder was tun für mich, also waren Billy und ich heute joggen. Auffahrt runter, da bin ich mit Trippelschritten gelaufen, und Billy ging Schritt. Alles war sehr gut. Nur Billy trabte heut zu schnell. Ich musste ihn ständig hindern, allzu weit nach vorne zu traben, tw. geriet ich in Zone 4. Daher war es für Billy eher ein ständiges Übergehen von Schritt zum Trab und umgekehrt. Egal, trainiert auch ;-).

An der üblichen Stelle trafen wir auf eine ganze Kuhherde. Ihr Zaun war bis zum Weg abgesteckt. Zuerst war ich noch zuversichtlich. Billy schaute, aber er erstarrt nicht mehr so sehr. Ich glaube die größte Angst ist mal der Neugier gewichen. Dann allerdings begannen die Kühe sich auf uns zuzubewegen, denen war grad fad. Die galoppierten sogar! Ich machte auf dem Absatz kehrt und wir zogen uns zurück. Die Kühe blieben in noch einiger Entfernung stehen. Ich drehte wieder um und hoffte, sie hätten das Interesse verloren. Wir gingen noch ein Stück weiter. Da kamen sie schließlich vollends her, direkt an den Zaun. Billy schaute und schnorchelte, wollte aber auch auf sie zu. Wirklich mehr Neugier als Angst. Trotzdem irgendwie kurz vor der Explosion. Ich fühlte mich wieder mehr als unwohl. Wir drehten geordnet um, da war er superbrav. Die Kühe verfolgten uns den Zaun entlang. Billy ging und schaute sich ständig nach ihnen um. Zu flüchten versuchte er nicht, aber ich hab trotzdem Angst *seufz*. Für Leckerlis war er aber empfänglich, also soo schlimm war es nicht. Dann waren wir am Ende vom Zaun und die Kühe mussten zurückbleiben. Ich war froh, dass wir das geschafft haben. Trotzdem würde ich gern einmal auch vorbei gehen können.
Wir joggten den Rest vom Weg wieder zurück, ein paar Autos, kein Problem.
Waren 45 Minuten unterwegs.

Sonntag, 2. September 2012

Heute war wieder wunderschönes Wetter, richtig schön warm. Ich war zu einem Ausritt verabredet, meine Miteinstellerin kam dann doch erst später, was mir Gelegenheit gab, einmal über eine Stunde Undemanding Time mit Billy zu verbringen, wir gingen grasen. Er fraß so viel, dass er am Schluss echt genug hatte und von allein aufhörte, um dann noch gemütlich ein halbes Stündchen am Anbinder zu dösen, bevor wir losritten.


Schließlich gingen wir zu viert ausreiten. Billy war super brav. Gebiss nahm er - wieder nach langem Warten - dann auch. Wir gingen eine kurze Runde.Billy ging super mit, auch bergauf und alles, Kondi wird besser :-).


Der Ausritt war unspektakulär. Eins der Pferde wollte nicht weg vom Hof, Billy übernahm die Führung. Ein anderes Pferd zickte vorne auch herum hie und da, auch da übernahmen wir die Führung *yeah*. Billy war superbrav, keine Diskussion. Einzig beim Heimweg hielten wir an, weil eine der Mitreiterinnen nach einem kurzen Fußmarsch wieder aufsteigen wollte, da war Billy sehr erpicht darauf, heim zu gehen, und ich konnte ihn nur schwer bremsen. Ich übte dann heimwärts kurz vor dem Stall das Anhalten, während die anderen weiterritten, und das ging gut.
Im Wald kam uns ein Moped entgegen, aber der nette Mensch hielt an und stellte den Motor ab, und so war es unproblematisch. Aber kurz ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht.

Samstag, 1. September 2012

ON LINE
Seitwärts: Mein Freund war wieder mit und durfte die ersten Spiele wiederholen, die er schon gelernt hat; danach hab ich ihm Seitwärts gezeigt, an der Hallenbande entlang. Billy ging, aber sehr zögerlich. Ich übernahm dann kurz zum Vorzeigen. Billy war auch bei mir zögerlich, er hatte dann 4 Chancen und dann gings bumm, und plötzlich, voilà, ging er sowas von flüssig und zügig seitwärts auf Phase 1… Schlawiner. ;-)) Ich war in dieser Situation stolz auf mich, alles war gerecht und vorhersehbar, unemotional und präzise. Und man merkt, wie gut es wirkt, wenn man's mal perfekt hinkriegt ;-). Danach spurte Billy auch bei Gerhard, war schön anzuschaun.
Nachdem das bei den beiden gut klappte, hab ich wieder übernommen, um das Seitwärts im Trab zu verbessern. Gleich ein Aha-Erlebnis: In der Halle funktioniert die Übung mit den Halbkreisen und darauf folgendem Seitwärts-Driften natürlich viel besser. Am Viereck kann ich die nicht machen, da steigt er mir auf die Umrandung, aber in der Halle geht das natürlich nicht, und es klappte gut! Wir machten es immer wieder hin und her, er tat sich schwerer nach rechts (Mein Freund analysierte, dass er den linken Hinterfuß nicht so schnell nach innen kriegt). Wir haben tatsächlich unsere paar ersten Trabtrittchen seitwärts hingekriegt, ganz toll!

FINESSE
Olympische Ringe:Ich nahm heut das einfach gebrochene Apple-Mouth, ich wollte sehen, ob es hier einen Unterschied gibt. Billy wollte das mal lieber nicht, aber irgendwann - Warten ist wieder der Schlüssel - nahm er es dann doch. Dann gingen wir bald direkt in Trab über und ritten unsere Olympischen Ringe, in der Halle sind die halt entsprechend kleiner. Ich hatte gleich mehr Schwierigkeiten, die Nase nicht zu sehr nach innen zu richten (meine eigene). Billy arbeitete vehement mit dem Gebiss, Kampfkauen. Irgendwann gab er dann auch mal Ruhe.
Wir machten nur ein paar Runden, dann war Schluss.

Donnerstag, 30. August 2012

Wieder heiß heute mit über 30°. Mein Freund war mit. Billy ließ sich brav von uns beiden putzen.

FreeStyle:
Trail – Tor: Billy war heute wieder sowas von zäh. Im Vergleich zu den letzten Malen war ich enttäuscht. Mein Freund hatte die Kamera mit, aber irgendwie ging gar nix. Wir scheiterten schon wieder vehement am Rückwärts. Billy stellte sich taub. Ich musste Phase 4 dann einmal ordentlich einsetzen, bis er kapierte, dass es ernst war. Und täglich grüßt das Murmeltier… :-/. Danach ging es allerdings super … naja… unwillig, aber flüssig.
Danach ging das Tor auch halbwegs, aber ich brauchte meistens schon wieder beide Zügel, und die Linien-führung ließ zu wünschen übrig.
Rückwärts-L: Da das Rückwärts so schlecht war, waren die ersten Male eher eine Quälerei da durch. Nach vehementer Reparatur des Rückwärts im freien Viereck ging es dann besser. Billy war heut aber wieder stark gestresst durch das Rückwärts.

Finesse
Gebiss anziehen: Wir zogen es heut zweimal an: Einmal mein Freund am Putzplatz. Das dauerte, aber vehemente Gegenwehr gab es nicht. Dann zog ich es zum kurzen Grasen wieder aus, und nach den Trailübungen wieder an. Da ging es recht schnell.

Olympische Ringe: Ich dachte nicht, dass viel gehen würde heute, weil Billy ja so zäh war. Aber tatsächlich trabte er brav dahin, nicht mit so viel tollem Go wie die letzten beiden Male, aber ok. Ich geriet jedenfalls nicht in Versuchung, dauerzutreiben. Das Abwenden klappte gut heute, ich war aber etwas unkonzentriert. Streckenweise war wieder alles sehr gleichmäßig und ruhig in der Anlehnung, allerdings war heute wieder vermehrt das Herumprobieren da, von stark aufs Gebiss knallen, Kopf verkanten, usw. Wir konnten aber dann zu einem guten, ruhigen Moment aufhören.

Samstag, 25. August 2012

Es hat stärker abgekühlt und am Abend jetzt so um die 20°. Wenn ich spät in den Stall komme, wird es jetzt schon dunkel bevor ich fertig bin *seufz*.

Aufgewärmt haben wir uns mit einer kleinen Runde um den Hausberg. Billy war total flott und fleißig unterwegs. Er war sogar für seine Verhältnisse aufgewühlt. Ein umgeschnittener Baumstamm am Wegrand brachte ihn doch tatsächlich zum Schnorcheln! Einmal machte ich den Test, ob ich anhalten und rückwärts gehen kann. Ja, klappte. Auch Richtung Viereck ging er flott, und im Viereck hatte er total viel Go heute.

FINESSE
Gebiss anziehen: Billy versucht immerhin nicht mehr ständig zu flüchten, sobald er das Ding nur sieht. Aber gedauert hat es heute ewig, bis er das Maul aufgemacht hat. Einfach stehen und warten hilft.


Im Viereck trabte ich ziemlich bald an. Billy war guckig, die anderen Pferde waren auf der Winterkoppel. Einmal am Anfang machte er sogar einen Hupfer. Ich versuchte also hauptsächlich seine Konzentration zu kriegen. Das Go war wirklich einzigartig, super! Kein Treiben, kein nix, Billy rannte wie ein Uhrwerk. Im Grunde rannte er mir wieder unterm Hintern davon, aber super zu sitzen, und die Bewegung super umzuwandeln in Pingpongbälle schupfen, nach oben. Er ließ sich da nach kürzester Zeit durch den Sitz super beeinflussen.

Ich ritt weiter unsere "Olympische Ringe"-Übung. Das Lenken war ok, die Anlehnung wird auch. Er hat heut sehr viel gekaut, tw. war es kampfkauen, aber wenig Zerren, wenig Kopfverdrehen, wenig Verkanten. Eigentlich nur einmal, kurz aushalten, dann war es vorbei. Weiterhin kommt mir der Hals schöner gerundet vor in der Oberlinie. Sonst hab ich mich einfach wieder auf mich und meinen Sitz konzentriert.

FREESTYLE
Linksgalopp: Weil er so gehfreudig war kam ich in Versuchung, das auszunutzen um den Linksgalopp wieder anzutesten. Super angaloppieren! Einmal war er im Rechtsgalopp, ließ sich aber einfach Parieren und galoppierte dann richtig an. Ich hörte rechtzeitig auf, bevor sein Go wieder verschwand. Dazwischen Rückwärtsrichten, was auch gut war. Das waren aber richtig schön viele Runden im Galopp, ohne treiben zu müssen, wie fliiiegen.:-)

ON LINE
Schnelles Seitwärts: Dann bin ich abgesessen und hab umgezäumt und noch ein bisschen wie zuletzt das Seitwärts probiert. Billys Hintern zum Zaun, ich vor ihm, und dann los. Abwechselnd links und rechts. Ging gut, v.a. nach links recht flüssig. Billy findet sich in die Bewegung, daher hab ich dann versucht, das Tempo sukzessive zu erhöhen. Trab klappt nicht wirklich, aber ein flotter Schritt schon. Im Trab kommt er dann einfach gerade und überholt mich geradeaus auf dem Hufschlag. Ich denke er braucht einfach noch ein bissl Sicherheit im Bewegungsablauf, also werd ich das weiter immer wieder einbauen bis er den intus hat, und immer wieder Trab antesten.

Donnerstag, 23. August 2012

Weiter heiß und schwül.

Finesse:
Das Anziehen des Gebisses wird wieder besser. *freu* Billy weicht weniger aus und macht das Maul relativ bald von alleine auf.
Zum Aufwärmen bin ich im Schritt 1-2 Durchgänge pro Richtung die "Olympische Ringe"-Übung geritten. Billy nahm den Kontakt heut wirlich brav an! Wenden mit Schultern und Blick – nicht zuviel! – funktioniert gut.
Im Trab war er schon wieder so flott wie zuletzt! Bei manchen Zirkeln wollte er gern abbiegen, aber ich konnte das immer emotionslos unterbinden und korrigieren.
In punkto Kontakt war es heut wesentlich besser. Ein schönes gleichmäßiges flottes Trabtempo, der Hals wird runder und bleibt dann länger so, vorn fühlt es sich weicher an und bleibt meistens so, bis auf einige wilde Zerr-Phasen, wo er glaub ich Fliegen abwehren wollte. Zirkellinien sind auch relativ gleichmäßig meistens. Echt toll!

On Line:
Zwischen Schritt und Trab der Olympischen Ringe haben wir  heute weiter das Seitwärts vom Boden geübt.

Zuerst rückwärts etabliert; ich war heut schön geduldig und so hat das sehr fein funktioniert. Dann seitwärts. Zuerst klappte gar nix, Billy ging zu viel vorwärts. Ich wollte ihn mit Zone 5 zum Zaun stellen und so – mit mir in Zone 1 – seitwärts gehen. Er kam mir zu nahe oder wendete zum Hufschlag ab. Mit Geduld und Spucke hatten wir dann nach einiger Zeit heraußen, wie wir uns beide bewegen müssen, damit das klappt. Dann hab ichs kurz schneller probiert, da wurde er wieder unsicher, aber hat brav mitgemacht, daher Ende.

Dienstag, 21. August 2012

Es ist sehr heiß und schwül.

Zum Aufwärmen hab ich heut eine Runde um den Hof gedreht. Billy ging brav mit und hielt brav mit mir Schritt, alles bestens.

On Line:
Dann sind wir aufs Viereck und ich hab begonnen, wieder einmal Seitwärts zu üben. Ich möchte es gern etwas schneller bekommen, irgendwann mal ein bisschen Trab!
Begonnen hab ich mit Halbkreisen und darauf folgend ein wenig Seitwärts driften, aber davon wird Billy unsicher und gestresst, außerdem steigt er dauernd auf die Viereck-Umrandung und stolpert über seine eigenen Füße.
Daraufhin hab ich die Strategie geändert und bin ich in Zone 1 gegangen und hab eine uralte Übung gemacht, nämlich um mich rum, mich anschauend. War ziemlich schlecht, oje! V.a. auf der rechten hand, Billy ging ins Vorwärts, rückte mir zu sehr auf die Pelle, da musste ich durchgreifen. Wir konnten damit dann trotzdem gut aufhören!

FreeStyle:
Weil in letzter Zeit 2x so vehemente Gegenwehr gegen das Galoppieren bestand, hab ich das kurz versucht... Billy galoppierte am langen Zügel und mit sanfter Aufforderung super links an. Tatsächlich scheints dran zu liegen, wenn ich zu heftig zu schnell möchte. Energie laaangsam hoch, das funktioniert besser.

Finesse:
Billy nimmt das Gebiss wieder besser an! *freu* Er rennt nicht mehr sofort weg. Es hat ein bissl gedauert, bis er das Maul aufgemacht hat, aber es geht.
Ich bin die "Olympischen Ringe"-Übung geritten, zuerst im Schritt (da hab ich dann auf Volten verkleinert), dann große Zirkel im Trab. Billy war wieder flott, brav. Er musste aber viel schauen und war unaufmerksam und driftete öfter Richtung Tor. Ich habs ignoriert und einfach nur geübt ohne besonderes Ziel: Pingpong Bälle schupfen, Schultern drehen, meine Nase nicht zu weit in die Wendung. Ging gut!

Sonntag, 19. August 2012

Großer Ausritt :-)

Heute war wieder ein Gemeinschaftsausritt angesagt! Wieder ritten wir zu einem benachbarten Stall. Es war sehr heiß, die Pferde aber alle super brav und fröhlich dabei. Knappe 2 Stunden hin, 5 Stunden Pause ;-) 2 Stunden zurück, wie immer schön auf und ab ;-)

Wir waren 6 Reiter und 2 Fußgänger. Gleich am Anfang mussten wir an einem anderen Stall vorbei. Billy und ein anderes, unsichers Pferd, waren voran. Das war keine so gute Kombination, denn beide begannen zu klemmen und stehenzubleiben. Billy war anfangs noch recht mutig und ließ sich halt vorwärtstreiben, aber irgendwann, direkt am Hofeingang drehte er wieder mal um und wollte heim. Ich konnte ihn zwischen den anderen Pferden ganz gut eindrehen und ging dann lieber in der Mitte. Das war etwas frustrierend.

Danach ging alles wunderbar glatt. Wir ritten sogar an Kühen vorbei – ohne Zaun! Eine plötzlich auftauchende Kuh sorgte dann allerdings doch für einen Zwischenfall: Ein Pferd machte beim Anblick der ersten Kuh einen Rollback und galoppierte in die andere Richtung – die Reiterin wurde überrascht und fiel runter. Ich war weit hinten und hatte gar nichts richtig mitgekriegt, nur dass ein Pferd Richtung Heimat galoppieren wollte, hatte kurze Panik dass Billy mitgehen würde und drehte ihn in die Gehrichtung, dadurch kam ich quer und konnte das Pferd sogar so stoppen, er war gleich wieder eingefangen. Die Reiterin hatte sich nicht ernsthaft verletzt, aber doch ordentlich Abschürfungen am Rücken von den Steinen. Der Rest des Weges war aber ohne Vorkommnisse dahingehend, und beim Rückweg war er dann auch überhaupt nicht mehr guckig – Schlawiner ;-).

Es ging durch den Wald, tw. recht steil, wunderschöne Wege. Irgendwann bemerkten wir, dass die eine Fußgängerin recht erschöpft hinterdrein schlapfte… sie sah wirklich nicht gut aus und überlegte zurück zu gehen, sie hatte sich das anders vorgestellt. Ein paar Leute boten ihr ihre Pferde an, aber sie lehnte ab. Dann bot ich ihr Billy an und da sagte sie dann ja; :-) Wir stiegen also um. Sah lustig aus mit den für sie viel zu kurzen Fendern. Anfangs führte ich Billy am Führseil, aber irgendwann wurde mir das zu blöd, weil er eh so entspannt mitlatschte, und ich ließ sie einfach mitgehen. Alles klappte super, er ließ sich auch gut dirigieren, sagte sie.

Im Nachbarstall angekommen gabs vor der verdienten Pause noch eine Attraktion: eine Pferdeschwemme. Alle gingen rein, auch ein paar Reiter mit Gewand: Unser Stallbesitzer stapfte mit seinem Pferd führend einfach in der Lederhose durch, eine Reiterin probierte ob ihr Pferd reinging, und fand sich plötzlcih auch durchwatend wieder, mitsamt Reithose und Handy. Eins der Pferde, dem das Wasser aber ziemlich Spaß machte, rutschte kurz aus und ging auf Tauchgang mitsamt Sattel. Billy war skeptisch. Er sah zu, wie die anderen plantschten, denen machte es tw. wirklich Spaß. Ich ließ ihm Zeit sich alles anzusehen. Ich wollte auch nicht unbedingt durchs Wasser mit dem Gewand ;-). Irgendwann konnte man wieder das „klick“ sehen, als er beschloss, dass er reingeht. Einmal sprang er dabei die senkrechte Böschung aus der Schwemme (sowas gabs auch) raus auf mich zu, nicht so lustig, aber danach ging er super durch, und ich konnte am Rand entlang mit dem führseil mitgehen, wurde also nicht nass ;-). Danach stieg ich nochmal auf und ritt – nach kurzem Zögern von Billy – quer durch. So super :-) . Das Wasser war schon relativ tief, bis zum Bauch; die Steigbügel waren jedenfalls unter Wasser ;-).



Die Pferde kamen dann in Boxen mit ein bissl Heu.

Wir wurden mit Grilliertem versorgt und blieben 5 Stunden picken. Wir kamen etwa um 12h an (2 Stunden ca. Reitzeit mit allen Päuschen und Zwischenfällen, alles Schritt), und um ziemlich genau 17h machten wir uns wieder auf den Heimweg. Nach Hause waren die Pferde flott unterwegs. Hier passierte dann mittendrin der zweite Kontrollverlust bei Billy. Plötzlich reagierte er überhaupt nicht mehr und stapfte einfach drauflos, wollte sich nicht mehr bremsen lassen. Das war, als es durch ein Tor ging. Er hatte wohl Angst, zurückgelassen zu werden, aber ehrlich… Er rammte das vor ihm gehende Pferd ohne Rücksicht auf Verluste aus dem Weg. Ein paar Hundert Meter führte ihn unser Stallbesitzer einfach, danach gings plötzlich wieder. Er ließ sich wieder bremsen, anhalten, warten. Keine Ahnung was das war. Wir müssen stehenbleiben unterwegs üben.

Die Pferde schwitzten arg beim Heimgehen. Billy hat gute Kondition, er schwitzte ganz normal, am Hals halt und am Bauch hinterm Fender und hinten am Bauch, aber die Kruppe z.B. war trocken.

Bin sehr stolz, sooo ein großer Ausritt und so ein (Großteils) braver Billy!

Samstag, 18. August 2012

Centered Riding

Heute war wieder Centered-Riding Stunde.


Unser Ziel zur Zeit: Anlehnung bzw. gleichmäßigen Kontakt erarbeiten. Momentan probiert Billy irrsinnig viel aus. Er sperrt oft das Maul auf, reißt den Kopf hoch, verkantet arg, gibt dann plötzlich nach und rundet den Hals, alles im Sekundentakt. Ich ignoriere alles und gebe nach, wenn er nachgibt, das soll sich gut anfühlen für ihn.
Wir sind heute lange Schritt geritten mit Volten und Zirkeln, dazwischen aber auch geradeaus. Billy war im Schritt zäh, ich hab mich bemüht nicht ins Dauerdrücktreiben zu kommen. Im Trab später war er dafür total flott und sogar quasi über Tempo, ließ sich dabei aber sehr gut sitzen. Das war total angenehm, ich musste im Trab wirklich nicht treiben, konnte daher meine Schenkel gezielt einsetzen und sonst locker lassen.

Wir haben uns noch hauptsächlich den Wendungen gewidmet:
Im Schritt bei den Volten ist es so, dass die erste Hälfte gut mit dem Außenzügel funktioniert. Aber ab dem Scheitelpunkt habe ich das Gefühl, Billy mit dem Innenzügel herumziehen zu müssen, wenn ich die Volte beenden will. Das Problem wurde folgendermaßen analysiert, nämlich dass folgendes passiert: Meine Schulterdrehung in der Wendung ist jetzt gut geworden. Aber mein Kopf dreht sich mehr als meine Schultern, viel zu viel. Wenn sich der Kopf mehr dreht als die Schultern, sackt die innere Schulter nach unten ab und das Gewicht verlagert sich nach außen. Also haben wir danach an der Kopfdrehung gearbeitet: Meine Nase soll zu Billys Innenohr weisen. Nicht weiter nach innen in die Wendung, das ist schon zu viel. Ich habe das Gefühl, ich sehe überhaupt nicht mehr, wo ich hinreite. Tatsächlich hat das aber gut funktioniert. Sonst gilt weiterhin: Hände beide nach innen stellen und dort lassen. Ein Bild dazu: - Ich soll Billy das Gebiss dorthin „werfen“, wo er hingehen soll, und er soll es apportieren. Weiter: Wenn Billy im Genick verkantet, heißt das automatisch, dass das gleichseitige Hinterbein nicht vollständig durchschwingt. Man kann das mit Schenkeldruck beheben. Nicht mit dem Zügel das Verkanten zu verhindern versuchen.

Zeitweise ging Billy sehr stark gegen das Gebiss, er zerrte vorne an, sperrte das Maul auf, lehnte sich drauf. Tip: Wenn er das macht, soll ich mir folgendes vorstellen: Ich nehme die Energie, die er so in meine Hand bringt (durch das Anzerren), leite sie über meine Ellbogen, Shculter, Rücken in die Sitzbeinhöcker und „schieße“ sie von dort als Blitze in Billys Rücken zurück. Weiß nicht wie, aber es hat gebracht, dass Billy daraufhin meist kurz nachgab. Dann konnte ich auch nachgeben, wieder alles weich werden lassen.

Treiben: Anfangs drückte ich Billy regelrecht mit der Vorhand in den Boden. Meine Beckenkreise waren quasi in die falsche Richtung, vorwärts-abwärts statt rückwärts-aufwärts. Tatsächlich… er schlurfte weniger dahin, als ich mich wieder darauf konzentrierte. Ich habe Schwierigkeiten, mich einfach gleichzeitig auf Schulterdrehung, Hände und Becken zu konzentrieren. Aber es wird, hatte ich heut das Gefühl. Ich sollte, damit die Hinterbeine schön durchschwingen, mir vorstellen, ich würde riesige Schritte machen, die in Billys Gebiss landen. Das Bild war ein bisschen komisch und funktionierte nicht gemeinsam mit den rückwärts-Kreisen. Dann wurde ich an das Bild vom flippern erinnert. Ich soll also diese Riesenschritte machen und wenn das Bein am tiefsten Punkt ist, mit dem Becken „flippern“. Hat sich gut ausgewirkt auf Billys Schrittlänge und –qualität.

Billy nahm heute das Gebiss kurze Momente gut an. Wenn er das macht, wird vorn plötzlich alles leicht, ist aber nicht ganz weg. Angeblich benutzt er sogar seinen Oberhals und hebt den Widerrist an (letzteres spür ich leider nicht, aber ersteres sehe ich). Ich brauche mir auch keine Sorgen bei ihm machen, hieß es, dass er sich verkriecht, dazu ist er nicht der Typ. Wird es also vorne plötzlich leicht, kann ich recht sicher sein, dass er im Genick nachgegeben hat und sich gerundet hat. Ich spürte das dann immer öfter und konnte langsam selbst sagen, wann es gut war.

Im Trab lernten wir eine neue Übungsfolge: Olympische Kreise. Bestehen einfach aus einem Zirkel nach dem anderen: Einer bei A, geradeaus, der nächste gleich bei E, also Mitteltour, wieder geradeaus, wieder bei C, geradeaus, B, geradeaus usw. Es zeigte sich, dass Billy v.a. in dem Moment sich hebt und eine gute Haltung einnimmt, wenn wir raus aus dem Zirkel und auf die Gerade kommen. Ich kann nun versuchen, das zu halten, solange es geht, sobald es verloren geht (momentan noch ständig) gleich wieder auf den nächstbesten Zirkel. Die Übung hat mir gut gefallen.

Im Trab soll ich Pingpongbälle schupfen und achten, dass ich beide gleich hoch schupfe. Mein linker wird tendenziell weniger hoch geschupft, ich soll daher diesen etwas höher schupfen, damit sie gleich sind. Billy eilte wie gesagt erstaunlicherweise recht davon, ließ sich aber sowas von toll mit dem Sitz abfangen und es sproingte dann kurze Zeit immer wieder. Ich darf auf das „ansaugen“ und „schupfen“ einfach nicht vergessen, dann wird’s super.

Die Stunde heut war insgesamt wieder super. Ich hab das neue Ziel, es geht einfach drum, dass Billy das Gebiss mal annimmt! (klingt doof, aber irgendwie wars mir nicht so klar). Billy wurde mehrmals „Gebissanfängerpferd“ bezeichnet. Ja, genau darum geht’s. Mehr nicht. Die Olympische-Ringe-Übung gefällt mir gut, werden wir jetzt immer vorher oder nachher 10 Minuten üben, hab ich mir vorgenommen.

Montag, 30. Juli 2012

Na bitte, heut liefs gleich einmal nicht mehr so toll. Ich war heut leider auch irgendwie ungeduldig mit Billy, weiß nicht warum.

Wir haben FreeStyle gemacht. Ich habe wieder eine Stangengasse gelegt, mit einem Tor aus Hütchen davor und eine dahinter. Das war wieder die "Herausforderung Freestyle 1" aus dem Pocket Guide des Level 2.

Begonnen hab ich mit einer Passenger Lesson im Schritt und meinen Centered-Riding-Sitzübungen. Irgendwie kam ich heut aber nicht so richtig rein in die Bewegung. Hie und da wollte Billy das Viereck auch gern verlassen, da hab ich dann gelenkt, aber ansonsten durfte er gehen wohin er wollte. Ganz gut dabei: Er blieb in Bewegung. Früher stand er ja dabei nur. Er nutzte auch das ganze Viereck, ging kreuz und quer, sah sich schon mal die Stangen an, ging auch im Schritt freiwillig drüber oder durch.

Dann begannen wir mit Trab. Wir haben abwechselnd Zirkel und die Stangengasse geübt. Am Zirkel hab ich mich bemüht, die Zügel wirklich nur am Ende in der Mitte zu halten und ansonsten nur mit Gewicht und Schenkeln zu lenken - Stick hatte ich heut auch keinen mit. Klappte recht gut, allerdings war Billy teilweise unaufmerksam und zog zu den anderen Pferden hin, die sichtbar in einiger Entfernung auf der Weide standen. Konnte ich zwar nachvollziehen, aber ich musste mich dann trotzdem auch mal deutlicher in Erinnerung rufen, und darauf, dass Zirkel normalerweise wenigtens halbrund sind.
War er aufmerksamer und folgte brav Schenkel und Gewicht, sodass sie runder wurden, die Zirkel, bogen wir ab, durchritten das erste Hütchentor, die Stangengasse, und hielten vor dem zweiten Hütchentor an. Hier schloss ich nach und nach - zuerst nur 1 Tritt, dann 2, dann immer mehr - ein Rückwärts an, bis wir die ganze Stangengasse rückwärts gingen, das erste Tor rückwärts passierten. Dort gabs dann Pause. Schnell wurde so das Rückwärts wieder richtig gut. Das klappt nun -- eeendlich! 4 Jahre hats gedauert! - auch mit langem Zügel. Noch nicht ganz ohne Zügel, aber leichtes Anheben gepaart mit Gewichtsverlagerung reicht nun. Das Rückwärts ist langsam, aber relativ zügig, und Billy hat weniger Stress. Nur wenn ich ungeduldig werde und schneller verlange, beginnt er wieder mit der Lippe zu klappern, sonst ist alles ok, die Ohren bleiben auch vorn und er wirkt nicht unwillig.

Dann wollte ich noch ganz locker galoppieren und hier ebenfalls die Freestyle Zirkel üben, aber das ging dann ganz in die Hose. Billy wollte absolut nicht galoppieren, das war ein ziemlicher Krampf, ich wurde sehr ungeduldig, was alles nur schlimmer machte. Mit einem Wort, das ging heut gar nicht, ob Billy nun einfach nicht mehr wollte oder nicht konnte, weiß ich nicht.... Ich wollte, da er in letzter Zeit ja immer sehr gehorsam und brav ist, nicht einfach drüberfahren und machte weiter mit ruhigem Trab, das hat er super gemacht. Mal sehen, was in den nächsten Tagen mit dem Galopp los ist.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Heute war On Line dran, habe ich etwas stiefmütterlich behandelt in letzter Zeit. Wir begannen auf dem Viereck, aber schon wieder zog ein GEwitter auf, später wechselten wir also in die Halle.

Begonnen habe ich einmal mit etwas gaaanz altem: Yoyo! Wie lange haben wir das nimmer gemacht? Ewigkeiten... 1 Jahr? Also Yoyo "pur", meine ich.... Jedenfalls... siehe da, die Formel: "lass es bleiben und es wird besser" stimmt auch hier. Billy ging rückwärts auf Phase 1 (war das nicht mal unser größtes Problem, von vielen Trainern in vielen Kursen behandelt und nie besser geworden??), und zwar freundlich und ohne Streß. Nicht unbedingt super zackig, aber zügig, bis zum Ende des 7m Seils. Ich ließ ihn zackig herkommen, dann Pause, und ein paarmal das Ganze. War echt richtig schön, ich hab dann drauf geachtet, dass er beim Herkommen trabt, und das klappt nun auch. Er schien gern zu kommen... früher war da immer viel Motzen, Nüsternkräuseln, Ohrenanlegen, Drohen dabei.

Ich ging über zu 2 Leinen und wir übten Driving Game aus Zone 5, immer noch das Anhalten. Immer noch tritt die Reaktion nur sehr zögerlich ein. Als das nicht besser wurde, ließ ich ihn immer die paar Schritte zu viel rückwärts gehen. Das wirkte, und das Anhalten wurde besser. Richtig gut ist es aber immer noch nicht.

Dafür machten wir am Schluss noch ein richtig nettes Circling Game (auch das seit Ewigkeiten nicht mehr). Zuerst an Schritt-Trab-Übergängen gefeilt, bis die auf Phase 1 (Energie hoch oder runter) gingen. Dann Galopp hinzugefügt mit Hauptaugenmerk auf "don't change gait". Billy hatte andere Ideen... entweder traben oder versuchen abzuhauen (ganz was neues, *aua meine Finger*), danach übermütiges Galoppieren, Quietschen, Kopfschlenkern. Es brauchte dann nicht viel, bis er auch den Galopp schön durchhielt, und wir hatten folglich dann mehr Bring Backs und richtig gute im Trab mit gespitzen Ohren und total aufmerksam.

Zum Abschluss einen Handwechsel im Galopp probiert... der erste schlug fehl, weil Billy mein zurücklaufen als Bring Back interpretierte und hergaloppierte (auch superbrav!). Beim zweiten Mal führte ich deutlicher, und schwupps, ein fliegender Wechsel von rechts auf links, halbe Runde weiter, dann schwupps, fliegender Wechsel von links auf rechts - und Feierabend!

Dienstag, 24. Juli 2012

Geradezu unheimlich....

Kennt ihr das, wenn man eine Phase im Leben hat, wo alles glatt funktioniert - viel einfacher, als es eigentlcih sein dürfte -  und es schon langsam unheimlich wird, und man sich fragt, wann das Leben sich umdrehen wird um einem den Knüppel in die Kniekehlen zu schlagen? ;-)

Jedenfalls läuft momentan alles wie am Schnürchen!

Heute hab ich meine Führerscheinprüfung geschafft und darf nun auch schwere Hänger durch die Landschaft kurven. *freu* Und es war eigentlich nicht mal so schwer, wie ich gedacht habe!

Gleich nach der Prüfung hab ich gute Laune, gutes Wetter und meinen Urlaubstag genützt, um zu Billy zu fahren und auszureiten - wieder allein, wieder problemlos die mittelgroße Runde. Er war wieder superbrav, wenn auch diesmal insgesamt etwas aufgekratzter- aber ohne Gefahren. Wir haben sogar einen neuen Weg ein Stückchen weit erkundet, aber da es nur unendlich bergauf ging, ich nicht wusste wo wir da rauskommen und Billy und ich zusehends doch etwas verunsichert waren, kehrten wir um und beendeten lieber die vorgesehene Runde.

Ich freu mich jedesmal wie ein Schneekönig, wenn wir wieder wohlbehalten am Stall ankommen ohne Vorkommnisse, und jedes Mal werden wir ein bisschen sicherer und unser gegenseitiges Vertrauen wächst und wächst :-).

Donnerstag, 19. Juli 2012

Trailübungen

Es gab wieder ein Cavaletti- und Springtraining im Stall, dessen Stangenaufbauten ich heute genutzt habe.
Ich habe uns wieder ein Stangen-L, ein "Tor", zwei Trabstangen aufgebaut. Billy übte inzwischen ruhig stehen.

Von Anfang an hakte es heute wieder am Rückwärts, und zwar ganz gewaltig. Billy machte sich im GEnick völlig steif und ignorierte alles. Dementsprechend war das Stangen-L rückwärts mühsam, ebenso das Tor. Irgendwann hats mir dann gereicht, ich sprach ein Machtwort... und siehe da, ab da ließ sich Billy fein steuern mit Gewicht, links, rechts, vorwärts, rückwärts. Sofort klappte das Tor gut; das haben wir diesmal auch rückwärts in Angriff genommen. Hat den Billy verwirrt, schließlich wusste er ja jetzt shcon, wie das geht, nicht wahr? Er wurde leicht unsicher und übereifrig, aber hörte dann doch noch zu und ließ sich fein durchsteuern.
Auch das Stangen-L Rückwärts klappte dann besser, obwohl er nach meinem Machtwort dann wieder so übereifrig wurde, dass er vergaß, was ein einseitiger Schenkel bedeutet und sich schwertat, die Hinterhand präzise rumzuschwenken (was normalerweise überhaupt kein Problem ist); stattdessen startete er bei jeglicher Einwirkung rückwärts.

Die Trabstangen nahm er super ohne anzustoßen, außer einmal, da hat es uns gleich fast drübergewürfelt.

Insgesamt war heute alles irgendwie zäh, nicht schlimm, aber ein bisschen.

Sonntag, 15. Juli 2012

Schlag auf Schlag

Schlag auf Schlag gehts jetzt.
Das Wetter war gut, ich hatte Zeit: Alles gut vorbereitet und ausreiten gegangen, allein. Diesmal der Plan im Kopf: Wir gehen die etwas größere Runde, die ich vor einer Woche oder so mit fußgänger-Begleitung mit Billy gemeistert hatte. Wir müssen da wieder zweimal über die Straße, ein etwas längeres Stück durch den Ort, eine steile Steigung.

Ja, was soll ich sagen? Alles problemlos. Gleich die erste Wegkreuzung ließ sich Billy bergab nur mit Schenkel lotsen (vor 2 Jahren: ungewinnbare Diskussionen hier, abbiegen und heimrennen). Braves Anhalten an der Straße. Völlig ruhiges und kontrolliertes Überqueren der Straße. Die nächste Kreuzung. Auch hier weiß Billy, wo die kürzeste Runde ist, die wollen wir heute aber nciht nehmen. Schenkel, ein bisschen Zügel, und Billy ging willig durch die Eisenbahnunterführung. (Rückblick: Vor drei Jahren musste ich hier öfter absitzen, weil Billy sich weigerte diese Abzweigung zu nehmen und lieber rückwärts auf den ziemlich steilen Abgrund zulief). Weiter die "Waldautobahn" entlang. Ein Auto. Na gut, das war immer schon egal ;-). Die nächste Kreuzung. Vor 1,2 Jahren war die unüberwindbar. Manchmal sogar zu Fuß. Heute nichts zu bemerken, gar nichts.
Ein Pferd kam uns an der nächsten Wegkreuzung entgegen. Jaaa, da schlug Billy schon vor, ob wir uns dem nicht anschließen und Richtung Heimat gehen können. Aber etwas Zügel, Schenkel und ein Gertentupfer für etwas mehr Vorwärtsdenken, bitte, und die Situation war überwunden.
Wir kletterten den steilen Anstieg hoch. Ich liebe es, wenn Billy da die Hinterhand anwirft und sich Schritt für Schritt hochkatapultiert. Ein paarmal bleibt er immer stehen um zu verschnaufen, aber es ist wirklcih steil, und so darf er das.
Dann gehts durch den Wald. Wir trabten ein Stückerl. Matschpfützen inklusive. Er schaut schon, dass er die Hufe nicht unbedingt mitten reinsetzt, aber er unterbricht den Trab nicht und macht keine Riesenschlangenlinien.
Zweimal erschrak er über irgendwas im Wald, aber immer nur kurzes Zucken, Gucken, aha, aso, ein Eichhörnchen..  ... weiter.
Wir verlassen den Wald und reiten durchs Dörfchen. Da flattern Fahnen, Leute grillen hinter dem Zaun, Hunde kläffen. Hier wurde Frauli etwas unsicherer und machte Yoga-Atmung. Billy war mehr neugierig als unsicher.
Dann die zweite Straßenüberquerung. Hier gibts eine Baustelle in der Nähe, was insofern positiv ist, als nur noch 50 kmh erlaubt sind. Wir tasten uns vorsichtig heran. Bleiben zuerst mal weiiit weg stehen, Frauli lauscht den Motorengeräuschen. Ein paar schritte näher. Frauli beäugt argwöhnisch den Verkehrsspiegel. Nix zu sehen in der einen Richtung. Für die andere noch 2 Schritte bis an die Begrenzungslinie der Fahrbahn, sonst sieht Frauli nix. Billy steht. Es kommt nix, leichter Schenkeldruck und Billy stapft flüssig voran.
Auf der Fahrbahn sind heute nich nur 2 weiße, sondern zusätzlcih (wegen Baustelle) 2 rote Linien. Unglaublich, aber ausgerechnet DAS bringt Billy für einen Sekundenbruchteil ein wenig aus der Fassung... aber nur ein wenig, er stapft drüber; da sieht man wofür Trailübungen wichtig sind. Dann gehts ein Stückchen die Straße entlang, überhaupt kein Problem.
Dann zum Bach. Billy stapft rein als wär da nix. Er kennt jetzt den Weg auch schon, der zur besten Ausstiegsstelle führt. Dann noch die wirklich wirklich steile Böschung rauf, hühüüüppp.
Und wir haben unsere eigenen Weiden erreicht und sind so gut wie zu Hause.

Frauli jauchzt komisch und verteilt eine Extraportion Knuddeln und Leckerlis. Komisch... war was? ;-)

Donnerstag, 12. Juli 2012

Ich habe vor kurzem das alte Level 2 endlich wieder einmal in die Hand genommen, davon dann den Pocket Guide mit den "Herausforderungen". Das sind kleine Übungen für alle Savvys, die man ausprobieren oder auch im Wettstreit mit anderen (auf Zeit und niedrige Phasen) machen kann. Gute Ideen, um wieder etwas mehr Plan reinzubekommen. Ich werde einfach diese Übungen durchmachen. Vor einem Jahr (oder ists mehr??) hab ich schon damit angefangen, dann aber wieder den Faden verloren.

Heute war FreeStyle dran, daher hab ich die erste Übung FreeStyle ausgesucht: 2 Pylonentore werden aufgestellt, dazwischen ein Gang aus Stangen gelegt (bei mir warens 2 aneinandergereiht, etwas länger als im Büchlein). Die Aufgabe ist, im Trab das erste Tor zu passieren, durch den Stangenkorridor, dann anhalten vor dem zweiten Pylonentor, rückwärtsrichten durch die Stangengasse und rückwärts durch das wiederum erste Pylonentor. Die Schwierigkeitsstufen sind dabei auch noch, zuerst mit Zügeln, dann nur mit Sticks zu reiten. Heute noch mit Zügeln, ich hatte nur einen Stick bzw. Gerte.

Zuerst mal aufwärmen: Wir ritten kreuz und quer und ich ließ die Zügel 100% auf dem Hals liegen. Wir stiegen über die Stangen quer drüber, machten Achten um die Pylonen, Handwechsel, Zirkel, Übergänge Schritt-Halt ganz ohne Zügel klappt gut.Sogar ein andeutungsweises Rückwärts ganz ohne Zügel hat geklappt! *staun* Toller Billy !
Dann langsam die Aufgabe angegangen. Mal im Schritt durch die Gasse, mit Anhalten, dann aber vorwärts weiter. Bisschen herumgespielt und schließlich im Trab beim ersten Versuch die ganze Übung super absolviert. Alles super, Trab anhalten auf den Punkt, und auch ein williges rückwärts, wenn ich dafür auch doch die Zügel brauchte, für die lange Strecke. Lenken rückwärts klappt nun immer, Billy lässt sich von mir leiten und durchs Pylonentor dirigieren!
Wir sind dann noch ein bisschen am Zirkel galoppiert, dazwischen dann Trabparaden und die Übung gemacht. Angaloppieren aus dem Halten gelang auch wieder gut nach 2 kleinen Fehlversuchen (wobei ich es jetzt ja schon als "Fehlversuch" werte, wenn er 3 Trabtritte macht, weil ich weiß, er kann das besser ;-) ). Zum Schluss zog Billy schon von allein in die Stangengasse, schließlich gabs dort Pause vom aaanstrengenden Galopp *g*. Das haben wir dann auch kurz geklärt und mit einem sehr guten Rückwärts udn Pause abgeschlossen.

Nach einer Weile dann noch kurz einen Finesse-Teil: ich schnallte die Zügel vom Knoti ins Gebiss um. Vor selbigem wollte er übrigens am Anfang heute wieder schnell flüchten - Ergebnis der Centered-Riding Stunde auf Gebiss *seufz*. ABER: Er fügte sich bald drein, senkte den Kopf, ich ließ das Gebiss wieder vor dem Maul einfach baumeln und wartete - und tatsächlich dauerte es diesmal wesentlich kürzer, bis er anfing dran herumzuspielen und es dann wirklich vollständig freiwillig ins Maul nahm. Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll: Gibt er einfach auf und fügt sich drein? Oder hat er sich einfach so eine ARt Reflex angewöhnt und braucht halt ein bisschen Zeit, um es dann zu akzeptieren? Nun ja. So ist es halt momentan. Eigentlich schon viel besser als früher,mit dem relativ baldigen Kopfsenken und Freiwillig-Nehmen.

Also jedenfalls hab ich noch 10 Minuten Schritt und ein wenig Trab angeschlossen, in denen ich das Abwenden geübt habe, das Nachgeben des Innenzügels usw. Ich glaube ich hab mich schon etwas besser im Griff linksrum ;-).

Samstag, 7. Juli 2012

Centered Riding Stunde

Lange sind unsere Centered Riding Stunden jetzt ausgefallen, mal aus diesem, mal aus jenem Grund. Aber heute wars endlich wieder soweit.

Ich hab Billy heute die Trense eingeschnallt. Weiterhin Abwehr beim bloßen Anblick des Gebisses, aber er senkt dann mittlerweile den Kopf, schließt zwar eine Weile die Augen und hofft, dass die schlimme Realität verschwindet, aber irgendwann, wenn ich einfach nur warte und das Gebiss vor dem Maul baumeln lassen, fängt er an, dran rumzuspielen und nimmt es schließlich ins Maul. Dann gibts ein Leckerli. Bin gespannt, was beim nächsten Mal nach unserer Stunde sein wird.

Wir haben dann vorsichtig Kontakt aufgenommen und uns hauptsächlich  Wendungen gewidmet. Fühlte mich ziemlich unfähig heute. Dauernd tu ich die Innenhand nach außen Richtung (oder sogar über) den Mähnenkamm (weil Billy ja gern nach innen abbiegt), auf der linken Hand fällt es mir schwer, die Innenschulter zurückzunehmen, ich gebe zu wenig nach mit dem Innenzügel und spüren, wohin irgendeine Schulter ausbricht, tu ich sowieso nix. Ach je.
Fürs nächste mal in 2 Wochen hab ich zur Hausübung bekommen, viele viele Wendungen zu reiten, immer nur kurz links, dann wieder rechts Zirkel und Volten (um mir das "richtige Gefühl" zu holen, das ich rechts eher habe als links) und dabei auf die genannten Punkte achten.

Bin etwas verzagt... ich fühl einfach nix. Da kreischt die Lehrerin fröhlich "jaaa guuuut!! Hast du das gespürt???" - Nö, hab ich nicht :-( . Wie soll ich was üben, wenn ich nicht weiß, wann's nun richtig ist und wann nicht? *grr*. Muss mal das Ganze auf Video aufnehmen.... vielleicht hilft das.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Mikado-Spielen :-)

Bei uns im Stall soll es jetzt regelmäßig Cavaletti- und Springtraining geben, es haben sich einige Leute zusammengefunden. Heute wars das erste Mal soweit. Einige machten das ganze mit Reitlehrerin, aber da ich immer erst spät komme und mich nicht hetzen will, habe ich nur Interesse an den aufgebauten Stangen angemeldet und auf eigene Faust mein Cavaletti-/Trailtraining gemacht.

Es war kühler als zuletzt, Wind kam auf, ein Gewitter zog vorüber, angenehm.

Wir starteten mit einer Aufwärmrunde durch unsere Geländestrecke. Billy war gut drauf, sehr gut.

Dann aufs Viereck und Stangen umsortiert: Ein Stangen-L baute ich auf, 2 Stangen mit weitem Abstand, eine einzelne Stange (die lagen halt grad so), und 2 Springständer funktionierte ich mittels Seil zum Tor um.

Tor öffnen und schließen: Anfangs scheiterte ein flüssiges Durchreiten wieder mal am Rückwärts. Nachdem wir da ein wenig diskutiert hatten, gings dann für den Rest der Einheit super, und ich konnte ganz am Schluss mit einem superwilligen, flüssigen Rückwärts am durchhängenden Zügel abschließen. Aber dass er immer zuerst mal diskutieren muss!!! Der Rest vom Tor geht schon recht flüssig. Spätestens nach dem 3. Durchreiten (obwohl anderes dazwischen gesschalten) möchte Billy das Ganze allein machen (egal, ob Frauli das "Tor" bereits geöffnet hat oder nicht), da muss man dann doch ein wenig bremsen ;-). Seitwärts klappt jedenfalls schon sehr gut. Beidhändig (das geht nur, weil ich eben ein Seil als "Tor" habe) geht es schon in halbwegs Ideallinie (d.h. es entkämen uns nunmehr höchstens 10 Kühe, nicht mehr 100), und beim letzten Versuch klappte es mit einhändiger Zügelführung, da allerdings ziemlich weit von der Ideallinie entfernt (etwa 1000 imaginäre Kühe entfleucht), aber trotzdem super. Billy gefällt das Tor, scheint ihm eine sinnvolle Aufgabe irgendwie. Vielleciht kann ich mich bald an "richtige" Tore machen, wir hätten schon ein paar, wo cih üben könnte (sind allerdings eigentlich zu niedrig) bzw. werde ich bei den nächsten Versuchen dann die verschiedenen Varianten durchprobieren.

Trabstangen: Die zwei Stangen waren in zu großem Abstand, aber Billy sortierte brav seine Beine und trabte ganz gut drüber. Die einzelne Stange nahmen wir im Galopp, das klappte schon ganz gut. Bei den zwei Stangen (GAloppabstand müsste ungefähr gestimmt haben) tat sich Billy schwer, die Galoppsprünge einzuteilen. Sowas haben wir einfach noch nie richtig geübt. Vielleicht mach ich nächstes Mal auch mit Reitlehrer mit.

Rückwärts-L: Scheiterte anfangs am Rückwärts. Außerdem hatte ich die Stangen blöderweise wirklcih sehr eng gelegt. Beim letzten Versuch spielten wir dann regelrecht Mikado, als wir fertig waren, lagen die kreuz und quer *lol*. Aaaber er hat sich bemüht ;-). Erstaunlich gut geht vorwärts: Ohne jegliche Zügeleinwirkung biegt Billy sich und nimmt die enge Kurve, ohne anzustoßen.

Und zwischendurch machten wir ein bisschen Galopp, u.a. angaloppieren aus dem Halten. Das wird immer immer besser! Kurze Vorbereitung, sobald er weiß worum es geht, spannt er sich beim Anhalten wie eine Feder, und sobald ich scharf einatme, katapultiert er sich nach vorn, sooo toll! Und interessant: er trifft dabei zu 100% den Handgalopp. Vielleicht kann ich hier üben, über meine Körpersprache links und rechts zu unterscheiden, z.B: durch Galopp auf dem Zirkel, anhalten bei X und dann aus dem Halten Galopp -ohne dass er weiß, auf welche Hand wir gehen. Wird als nächstes anvisiert.

Montag, 2. Juli 2012

Ein Highlight, schon wieder!

Mutig geworden durch den samstäglichen Ausflug mit Fußgänger-Begleitperson, bin ich heut dieselbe Runde, nur kleiner, alleine ausgeritten. Von Anfang bis Ende war das ein total entspannter Ausritt! Wir querten 2x die Bundessstraße, gingen die Galoppier-Wiese gemütlich im Schritt, durchquerten den Bach, alles ohne jegliche Richtungsdiskussion oder sonstige Probleme.

Ach, ich freu mich so!
Und mit jedem Erfolgserlebnis werd ich mutiger :-). Der ruhige blaue See ist heute ganz schön stark über die Ufer getreten ;-).

Sonntag, 1. Juli 2012

Rezension


Mark Rashid: Whole Heart, Whole Horse: Building Trust Between Horse and Rider. Skyhorse Publishing, 2009. 205 pp. € 21,99.


Mark Rashid ist ein fantastischer Geschichtenerzähler. In Whole Heart, whole Horse nimmt er uns mit auf eine Erinnerungsreise. Kreuz und quer durch seine Jugend bis hin zur Gegenwart bringt er Episoden, die den Leser nachdenklich machen, manchmal aber auch ganz konkret weiterhelfen. Wir begleiten Mark durch seine Jugend, wo wir natürlich dem „alten Mann“ wieder begegnen, bei seinen Kursen, im Alltag.

Das Buch ist in thematische Kapitel unterteilt. Die Kapitel im ersten Teil, „Perception“, widmen sich Themen zur Einstellung des Horseman, sie ändern den Blickwinkel und die Wahrnehmung des Lesers und helfen, sich ins Pferd zu versetzen.

Gleich im ersten namens „Mistakes“ lernen wir, dass die Angst vor Fehlern jeden Fortschritt zum Stillstand bringen kann, dass auch ein Mark Rashid Fehler gemacht hat und noch macht, dass aus Fehlern manchmal ganz wunderbare Ereignisse entstehen können, und schließlich die Quintessenz des „alten Mannes“: „Did you learn something today? Because if you did, it wasn’t a mistake.“

Das zweite Kapitel widmet sich dem Thema „Boundaries“: Mark erzählt, was Einkaufswagen im Supermarkt mit Horsemanship gemeinsam haben, über Pferde, die keine Boundaries kennen, und welche, für die die Boundaries ihrer Besitzer unüberwindbare Hindernisse in der Beziehung darstellen.

3. Trauma. Wir kehren zurück in Marks Kindheit, lernen mit ihm, wie sich manche Dinge von allein lösen, wenn man der Natur (und dem Pferd) einfach ihren Lauf lässt, und springen zurück in die nahe Gegenwart, als er durch Zufall und einen Kursteilnehmer den Grund dafür erfährt.

Information: Mark nimmt uns mit zum Pferde-Einkauf und erzählt, wie kleine Ursachen große Wirkung haben können und wie man lernt, dass alles, was ein Pferd tut, nicht gut, nicht schlecht, sondern einfach nur Information für uns ist.


Der zweite Teil nennt sich „Leadership“. Nachdem es zuerst um die Wahrnehmung ging, geht’s nun um die Taten des wahren Horseman.

Zuerst teilt Mark seine Gedanken zu „Direction, Speed, Destination“ mit, warum Pferde ungern Entscheidungen treffen, Menschen aber umso lieber – und warum sich die Rollen trotzdem oft umkehren. Er spricht sich für klare Führung des Pferdes aus und stellt die Methode, Pferde die Verantwortung für Richtung und Geschwindigkeit abzutreten, in Frage, zumindest für junge Pferde und solche, die nicht schon perfekt ausgebildet sind. Er erzählt von dem Pferd, das wie ein Betrunkener hin und her schwankt und dem Springpferd, das immer vom Kurs abkam – beides aufgrund mangelnder Führung.

Ein wichtiger Punkt in Sachen „Leadership“ ist auch die „Energy“, Kapitel 2 im entsprechenden Teil des Buches. Mark berichtet von Pferden mit zu viel und solchen mit zu wenig Energie und bringt – anhand eines Beispiels aus einem seiner Kurse – Übungen, wie man die eigene Energie „hochfahren“ kann.

Im folgenden Kapitel „Balance Point“ geht es um ähnliches. Wer Parelli kennt und unter Balance Point etwas versteht, was mit dem Sitz des Reiters zu tun hat, muss erst einmal umdenken. Der „Balance Point“ ist für Rashid der Punkt, an dem die Emotionen und Energie von Pferd und Reiter ausbalanciert sind. Gemeinsam sollen sie 10 Punkte auf die Waage bringen, idealerweise 5 vom Pferd, 5 vom Reiter. Macht die Energie des Pferdes einen Ausreißer nach oben, so muss der Reiter seine senken, um wieder auf die 10 Punkte zu kommen. Und umgekehrt, senkt ein Pferd seine Energie auf wenige Punkte, muss der Reiter mit seiner eigenen Energie ausgleichen.
Wichtig ist hier auch der Grundsatz: „Do less sooner“. Mark bringt das Beispiel eines Balance-Bretts, auf dem man zu stehen versucht. Je früher man winzigste Korrekturen vornimmt, umso sicherer steht man darauf. Lässt man das Brett erst einmal in eine Richtung stark kippeln, ist es viel schwerer, es wieder auszubalancieren, oder sogar unmöglich.

Es folgt der letzte Teil des Buches: „Whole Horse“. Wer gefühlsduselig ist wie ich, sollte jetzt die Taschentücher holen gehen.
Mark erzählt nun – über mehrere Kapitel verteilt – die Geschichte wie er als Kind und Schüler des „Alten Mannes“ das erste Mal eine außergewöhnliche Beziehung zu einem Pferd, einfach nur „Der Schwarze“ genannt, entwickelt - ein misshandeltes Pferd, das der alte Mann übernimmt, aufpäppelt und dem er das Vertrauen in die Menschen wieder zurückgibt. Die Kapitel des letzten Teils sind dabei nach den Stufen benannt, die diese Umwandlung durchläuft: Consistency, Dependability, Trust, Peace of Mind und Softness. Genauso wie Der Schwarze diese Stufen durchläuft und so sein Vertrauen in die Menschen wiederfindet, so muss jedoch auch der junge Mark die gleichen Stufen durchlaufen, bis er  Vertrauen in Den Schwarzen findet. Denn zu Anfang wird er vor ihm gewarnt. Er sei tendenziell gefährlich, und so entwickelt er eine so große Angst, dass er regelrecht vermeidet, zur Ranch des alten  Mannes zu fahren – bis dieser ihn in einer Notsituation aufsucht und um Hilfe bittet. Mark wird nun gezwungen, sich seiner Angst zu stellen und Den Schwarzen zu versorgen – und es entwickelt sich eine höchst außergewöhnliche Beziehung zwischen den beiden. Der kleine Mark schenkt dem Schwarzen schließlich sein ganzes Herz – und dieser ihm im Gegenzug sich selbst …. Whole Heart, whole Horse.